[Operation Nautilus] Nemos Vermächtnis

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18 Slash
02.06.2014
31.01.2019
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Operation Nautilus – Nemos Vermächtnis

Prolog

Wie oft in deinem Leben hast du ein Buch gelesen, es dann achtlos in den Schrank gestellt und ihm dann nie wieder Beachtung geschenkt? Was ist, wenn ich dir jetzt sagen würde, dass dieses Buch maßgeblich den Verlauf deines Lebens bestimmen wird?
Würdest du den Kopf schütteln und mir sagen: „Es ist doch nur eine Geschichte.“?
Ja? Dann lass mich dir von ihm erzählen:


Fasziniert starrte Mike das Buch an, es war in dunkles Leder gebunden und die dünnen Seiten knisterten unter seinen Berührungen. „20 000 Meilen unter dem Meer“ las er still; sanft fuhren seine Fingerspitzen über den Titel.
Er kannte es gut, denn er hatte es in seiner Zeit auf dem Internat, welches er besuchte, oft gelesen. Die Geschichte von dem unglaublichen Unterseeboot „Nautilus“ und dessen mysteriösen Kapitän Nemo ließen ihn in eine fremde Welt fliehen, fern von dem strengen Jungeninternat Anfang des 20ten Jahrhunderts. Doch es war eben nur das, eine Geschichte.
So dachte er zumindest.
Bis zu dem Tag, kurz vor Weihnachten 1913, an dem er sich eigentlich noch für einen ganz normalen Jungen hielt. Er war zwar Waise, aber verglichen mit anderen, hatte er es gut in seinem Leben. Sein Vater war ein vermögender Inder gewesen und hatte gut für ihn vorgesorgt. An dessen Tod und den seiner Mutter, einer jungen Engländerin, erinnerte er sich nicht, er war noch zu klein gewesen.
Es war der Tag, an dem er entführt wurde und in den folgenden Wochen sollte er feststellen, dass sein ganzes bisheriges Leben eine Lüge war. Selbst sein Name. Falsch, einfach falsch.
Er war nicht Mike Kamala, sondern Prinz Dakkar, der Sohn eben dieses Kapitän Nemo aus dem Buch.
Es war alles wahr. Und hier stand er nun, im Salon auf der berühmten Nautilus und hielt das Buch in der Hand, welches sein Vater in Auftrag geben ließ, um ihm ein normales Leben zu sichern. Fern von dem Schicksal eines ewig Gejagten, der ruhelos durch die Weltmeere fuhr. Mit Besitz der Nautilus, erbte man auch die Verantwortung die sie umgab, denn in den falschen Händen, wäre diese Technologie in der Lage die Welt zu zerstören.
So viel Mühe sich sein Vater auch gegeben hatte, es hatte nichts genutzt. Der Vater seines besten Freundes, Kapitän Winterfeld, fand heraus wer Mike wirklich war und er wollte nur eins: dessen Erbe.
Mike strich sich eine Strähne seines schwarzen Haares aus dem Gesicht und ließ den Blick durch den Salon gleiten. Ja, er hatte sein altes sicheres Leben verloren, aber dafür hatte er etwas sehr wertvolles bekommen:
Freunde, die jederzeit für den anderen einstehen würden.
Der Spanier Juan, der stets maulige Ben und das jüngste Mitglied der Crew Chris, waren wie er Schüler von Andara-House gewesen und sie konnten sich damals nicht einmal leiden, doch sie sollten sein Schicksal teilen. Manchmal ist man einfach am falschen Ort, oder eben genau am richtigen. Das kommt auf den Standpunkt an.
Dann war da noch Trautman. Er war quasi ihr Kapitän und kannte die Nautilus beinahe sein ganzes Leben lang, da er schon zu Nemos Zeiten dieses Schiff sein Zuhause nannte. Der alte Mann war wohl der einzig wahre Freund, den sein Vater je hatte und er machte es sich nach dessen Tod zur Aufgabe, die Nautilus zu bewachen.
Es war eine bunt zusammengewürfelte Familie, die er hier besaß, und die außergewöhnlichsten Mitglieder waren wohl Serena und ihr Kater Astaroth. Sie war eine echte atlantische Prinzessin und die Geschichte, wie sie sie auf dem Meeresgrund schlafend fanden, war einfach nur zu fantastisch und würde hier den Rahmen sprengen.
Doch der wichtigste Mann von allen, war er: der Inder Ghunda Singh.
Mikes Herz schlug schneller als er ihn heimlich musterte und er dachte daran, wie sie sich kennenlernten. Ohne Singh wären sie alle jetzt nicht auf der Nautilus. Wahrscheinlich wären sie in alle Himmelsrichtungen verstreut, einsam und allein, oder sogar tot.
Es war Singh, der sie alle aus den Fängen Winterfelds befreite und sie zu Trautman und der Nautilus führte; und damit ihr großes Abenteuer eröffnete.
Der Inder musste sein Starren gespürt haben, denn er drehte sich auf seinem Stuhl am Radar um und lächelte Mike warm zu. Er öffnete den Mund, wie um etwas zu sagen, kam jedoch nicht weiter als ein schrilles Piepen von seiner Konsole erklang.
„Was ist los?“, rief Trautman und stellte sich neben Singh, dessen Gesicht sich verdüstert hatte.
„Da kommt etwas auf uns zu.“
Mikes Muskeln spannten sich bis zum Zerreißen an.
„Es ist Winterfeld und die Leopold!“
Sie dachten, sie seien dem deutschen Kriegsschiff endlich entkommen, doch nun tauchte es wie ein böser Schatten hinter ihnen wieder auf. Achtlos ließ Mike das Buch fallen und lief zu seinem Platz.
Es begann also; die Geschichte schrieb ihre neuen Zeilen.
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