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Gruppe 07: Kim

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
31.05.2014
31.05.2014
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31.05.2014 721
 
Kapitel 10 – Ismene (Benutzer existiert nicht mehr)


Grobe Hände zogen ihn auf die Beine. Dass er blutete, schien sie nicht zu interessieren. Ihr herum Gezerre, machte ihm das schreckliche Höllenfeuer noch bewusster, dass sich durch seine Schulter fraß. Es ließ ihn fast besinnungslos werden und seine Beine wollten die Last von seinen Armen nicht nehmen. Sie waren so nutzlos, wie seine Augen. Was die sahen, ergab keinen Sinn. Er schloss seine Lider, in der Hoffnung, ihr Gesicht nicht mehr sehen zu müssen. Sie hatte ihn wieder enttäuscht. Erneut war sie geflohen, vor ihm, vor ihrem Versprechen, vor dem ewigen Schwur. Wie oft würde er das noch ertragen können? Warum war sie zurück gekehrt, wenn sie doch nur wieder davon rannte? Sollte die Kugel ihn nicht umbringen, so würde es diese barbarische Sehnsucht tun, die ihn innerlich zerriss, ihm den Verstand raubte. Oder war es der Schlaf, der ihn mied? Wann hatte er das letzte Mal gegessen?
Stimmen. Kims Stimmen. Selbst seine Ohren betrogen ihn. Er konnte nicht verstehen, was sie sagten. Sie sollen still sein! Mit einer Wucht, die ihn aufschreien ließ, wurde er in weiche Polster gestoßen. Ein Motor startete. Der Schmerz verblasste und die Stimmen rückten in weite Ferne, nur sie kam näher.

„Kim...“

Sie drehte sich zu ihm, sah ihn mit ihren großen, verspielten Augen an und öffnete ihre Bluse. Auf ihre Art. So wie nur sie es konnte. Doch war da kein makelloser Körper, der sich ihm offenbarte. Nur tiefste Dunkelheit, die ihn sehnlichst verschlang. Er ließ es geschehen. Es gab keinen Grund sich zu wehren. Er war der ihre, selbst wenn er nur träumte. Es gab nichts mehr, das ihn noch beruhigen konnte. Außer ihr. Sie war alles. Sie war sein. Mit ihr eins. Auf ewig.



Er öffnete die Augen und schloss sie sogleich wieder. Das grelle Hell schmerzte darin. Kim.

„KiiIIIMM!“

Qualvoll keuchte er auf, als er seinen Kopf anhob. Die Schulter drohte ihn zu zerreißen und sein Nacken fühlte sich an, als hätte er Stunden in dieser Position gesessen. Das Hemd war trocken. Unter dem Blutfleck konnte er einen Verband erkennen. Man ließ ihn nicht sterben. Seine Arme waren taub, doch das war nicht der Grund, warum er sie nicht nach vorne holen konnte. Man traute ihm nicht.

Neben ihm ging eine Tür auf. Er brauchte nicht hinzusehen, um zu wissen, dass es einer dieser selbstgefälligen Anzugträgern war, die ihn nieder geschossen und her gezerrt hatten.

„Sie irrt im Wald herum.“ Er presste es zwischen seinen Zähnen hervor, nicht gewillt dem Kerl ins Gesicht zu sehen, der für seinen erbärmlichen Zustand verantwortlich war.

„Wer irrt im Wald herum?“

„Meine Kim! Ihr müsst sie da raus holen! Es gibt zu viele Fallen! Holt sie da raus!!“

„Fallen?“

„Jagdfallen. Wir leben davon.“

„Hat Kim auch einen Nachnamen?“

„Natürlich hat sie den. Wilder. Kim Wilder.“

„Sie trägt Ihren Nachnamen?“

„Wessen sollte sie sonst tragen? Sie ist meine Kim.“

„Ihr seid verheiratet?“

„Natürlich sind wir das. Kim. Warum sucht ihr nicht nach ihr!“

„Es gibt keine Kim Wilder. Seit sechs Jahren nicht mehr. Jagdunfall. Raten Sie mal, durch wen.“

„Nein. Nein.“

„Ihre Familie bestand darauf, sie im Familiengrab der Winters zu bestatten.“

„Nein. Nein. N-“

„Was ist Wilder? Kommt die Erinnerung durch?“

„Neinneinnein. Sie haben sie mir weggenommen. Sie ließen mich nicht zu ihr. Ich durfte mich nicht einmal von ihr verabschieden. Monster. MONSTER ALLE SAMT!“

„Nach Aussagen Ihrer Familie, haben Sie die nächsten vier Jahre kaum Ihre Hütte verlassen. Da kann man schon mal durchdrehen, halluzinieren. So abgeschottet von der Zivilisation. Ist es nicht so?“

„Scher dich zum Teufel.“ Er wollte ihm dieses abartige Grinsen aus den Augen schlagen.

„Slender! Was wird das?“ Der junge Mann ignorierte seine hinzugekommenen Kollegin und hielt dem bohrenden Blick seines Gegenübers stand.

„Was ist dann passiert? Als Sie sich wieder unter Menschen wagten? Sie sind Kim begegnet. Nicht wahr. Der Name muss Ihren verwirrten Verstand, noch mehr verwirrt haben. Sie fingen an in dem jungen Mädchen Ihre Frau zu sehen. Wollten sie zurück haben. Um jeden Preis. Und als Kim 2 weg lief, projizierten Sie Ihren Wahn auf das nächste Mädchen.“

„Bastard!“

„Slender! Es reicht. Beide Mädchen haben ihn durch den Wandspiegel identifiziert. Der psychologische Gutachter ist unterwegs.“

Verzweifelt ließ er seinen Kopf vorn über sinken und verlor sich in ihrem Gesicht, das hinter seinen Lidern auf ihn wartete.
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