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The truth about Varia and Eve Part 7 - Die Königin der Erddämonen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
29.05.2014
06.08.2014
8
20.090
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29.05.2014 1.870
 
Ein Fauchen ließ Varia aus ihrem tiefen Schlaf hochschrecken, der stechende Schmerz in ihrem Kopf ließ sie für einen Moment laut aufstöhnen. Als der Schleier der über ihren Augen lag allmählich verschwand, konnte sie undeutlich die Umrisse einer Grotte erkennen. Sie brauchte etwas, um im sich im spärlichen Schein der Fackeln, zu orientieren. Sie erkannte lange, samtenen Vorhänge, die violett im Licht schimmerten und irgendwo konnte sie Wassertropfen hören, deren Echo von den Wänden widerhallte. Als sie aufstehen wollte, bemerkte sie zu ihrem Entsetzen, das um ihre Hände und Füße Ketten gelegt waren, die eisern verhinderten, dass sie sich zu weit entfernen konnte. Eine schnelle Bewegung vor sich, versetzte sie in Alarmbereitschaft. Ein großer Körper kam leise auf sie zu geschlichen, die Kreatur hielt direkt auf sie zu. Mit aller Kraft zerrte sie an ihren Fesseln, doch die Ketten gaben nicht nach. Als das Wesen zum Sprung ansetzte, schloss sie die Augen, ihr Körper spannte sich an, den kräftigen Schlag erwartend. Doch nichts dergleichen geschah. Langsam öffnete sie ihre Augen und musste feststellen, dass sie von mehreren Bestien umringt wurde.

„Auf was wartet ihr hässlichen Viecher noch?“, zischte sie.

Ein leises Lachen ließ sie aufhorchen.

„Sie warten auf das Zeichen ihrer Königin!“, ertönte die Stimme aus einer der finsteren Ecken.

„Wer seid ihr, zeigt Euch!“, rief Varia laut.

„Ich mag es nicht, wenn jemand wie ihr, meine wunderschönen Kinder beleidigt...“

„Nun dann kommt ins Licht, damit ich Euch beleidigen kann!“, sprach Varia noch lauter.

„Ihr habt euch nicht verändert. Ihr seid noch immer furchtlos...“

„Zeigt Euch endlich!“

„Ich muss gestehen, dass ich euren Anblick durchaus genieße, so verschwitzt und staubig wie ihr seid. Ich kann leider noch immer nachvollziehen, was eure süße, kleine Eve an euch findet...“

„Woher wisst ihr....“

„Nun als ehemaliges Mitglied der mächtigen Amazonen...“, ein lautes, hinterhältiges Lachen unterstrich den Satz mit einem Hauch von Hass, „...wäre es schlimm, wenn ich euch und Eve vergessen hätte.“

Varia riss die Augen auf, als die Stimme sich zu einem Bild in ihrem Kopf formte. Sie atmete laut aus als die Gestalt ins Licht trat und das Bild sich bewahrheitete.

„Thaires...“, Varia spuckte den Namen fast auf den Boden.

Die blonde Frau stoppte wenige Schritte vor Varia und sie tat gut daran. Ohne Vorwarnung stürmte die Amazone auf die ehemalige Königin zu. Nur Millimeter vor Thaires Körper rissen die Fesseln sie zurück. Vergeblich versuchte Varia, sie zu erreichen, doch die Kette waren unerbittlich.

„Wenn ihr euch beruhigt habt, solltet ihr euch anhören, was ich zu sagen habe...“

„Ich werde euch niemals anhören!“

„Tzzz...“, Thaires schüttelte mitleidig ihr Haupt, „...nun dann...Sera... es ist soweit!!!!“

Als Varia die Gestalt des Alten bemerkte, riss sie erneut an den Fesseln.

„Seht sie euch nur an Thaires, selbst im Angesicht der Niederlage kann sie sich nicht beugen! Doch ihr Hass ist sehr stark, ich kann ihn innerlich fühlen.“, zischte Sera und fixierte Varia mit seinen roten Augen.

„Macht mich los und gebt mir ein Schwert, dann könnt ihr Beide ihn auch körperlich spüren!“, fauchte Varia und knirschte mit den Zähnen.

„Es wird Zeit euch eine Lektion zu erteilen, neigt euer Haupt und kniet nieder, oder ihr werdet es bereuen!“, befahl Sera.

„Ich werde mich euch niemals beugen, macht mit mir was ihr wollt!!“, sprach Varia und spuckte ihm mitten ins Gesicht.

Lachend wischte er sich den Speichel fort.

„Wer hat denn etwas von euch gesagt...“, erwiderte er böse.

„Solange ich noch atme und sprechen kann, werde ich niemals vor euch auf die Knie gehen!!“

„Nun...“, Sera legte sein Haupt schief und grinste hinterhältig,“... mit dem Sprechen, lässt sich abhelfen...“, blitzschnell schoss seine Hand vor, griff in ihr Haar und zog ihr gewaltsam den Kopf nach hinten. Drohend hob er die Andere hoch und richtete seinen spitzen Finger auf ihren Hals.

„Noch ein letztes Wort...Königin der Amazonen?“, lachte er.

„Fahr in den Tartarus, du Hurensohn!“, röchelte Varia.

Seine messerscharfen Nägel bohrten sich tief in ihr Fleisch, das Blut lief an den Seiten heraus, als er mit seinen Nägeln ein Loch in ihre Kehle schnitt. Ein ersticktes Gurgeln drang an Thaires Ohr, so sehr sie Varia den Schmerz auch gönnte, sie konnte sich das nicht mitansehen. Angewidert sah sie noch wie Sera seine langen Finger komplett in den Loch versenkte, bevor sie angeekelt ihren Kopf wegdrehte. Varia kämpfte mit der herannahenden Ohnmacht, dass Blut lief ihr bereits aus Nase und Mund, als Sera sich endlich aus ihr zurückzog. Mit ungeheurer Wucht schleuderte er sie zurück an die harten Felsen und ließ sie liegen. Die Amazone wand sich vor Schmerz und Qual. Kaum war das Werk vollbracht, schloss sich die Wunde wieder.

„Seht, Thaires!“

Als die ehemalige Königin wieder hinsah, erblickte sie die hell, leuchtende Kugel ,die pulsierend auf seiner blutroten Handfläche lag. Unter seinem langen Mantel zog er einen grünen Kristall hervor und bettete die Kugel in seinem Inneren. Mit einem ledernen Band befestigte er ihn und reichte das Geschenk an Thaires weiter.

„Tragt das um euren Hals, um ihren Worten zu lauschen. Nur ihr könnt sie hören, solange ihr diesen Kristall bei euch führt, niemand wird je wieder ihre Stimme vernehmen!“

Als Thaires ihr neues Schmuckstück umband, fing die Kugel an zu glühen, augenblicklich konnte sie die Schmerzensschreie hören, die nur langsam abebbten.

Als Varias Pein nachließ, versuchte sie auf die Beine zu kommen, mit aller Kraft zog sie sich an den scharfkantigen Felsen hoch und fixierte Thaires mit hasserfülltem Blick.

„Und denkt dran Thaires...ich will Eve lebend!“, sprach er laut und verschwand.

„Was habt ihr vor?“, Varias Lippen formten sich zu Worten, die in einem Röcheln endeten. Mit zitternden Händen umfasste sie ihre Kehle und starrte Thaires entsetzt an.

„Überraschung...“, grinste sie breit.

Varia versuchte erneut zu sprechen, doch ihre eigenen Worte hörte sie nicht.

„Das ist mein erstes Geschenk an euch! Niemals mehr wird Eve euch hören, genau wie alle anderen und das für immer. Ihr hättet mich töten sollen Varia, denn jetzt ist meine Zeit gekommen und meine Rache wird, für das Volk der Amazonen und vor allem für Eve, grausam sein. Allerdings gebe ich euch die Möglichkeit, Sahlia und all die Anderen zu retten...ich bin kein Unmensch und würde nur ungern mein eigenes Volk vernichten. Die Macht meiner Kinder kennt ihr ja bereits, ich muss gestehen, ich war erstaunt, als sie mir von eurem Kampf gegen sie berichteten. Es ist euch allein gelungen, die weiße Statue zu finden und sie wieder in Schlaf zu legen....doch...“, sie lachte teuflisch“... was nützt diese, wenn euer Volk nicht weiß wo sie ist...sehr tragisch, nicht wahr? Natürlich musste ich euch entführen, ansonsten wäre es ein leichtes gewesen meine Armee zu besiegen...“

Als Varia die bittere Wahrheit bewusst wurde sackte sie zusammen. Thaires hatte Recht, die Amazonen hatten zwar die Waffe gegen die Kreaturen, doch nur sie wusste, wo sich das Versteck der Statue befand. Und sie würde es niemals mehr jemandem sagen können.

Was verlangt ihr dafür?“, kam es schwach aus dem Kristall.

„Ich wusste doch, ihr würdet mich anhören...nun die Sache ist einfach. Um die Amazonen zu retten, müsst ihr in meinen Augen ein nur geringes Opfer bringen...“

„Und das wäre?“

„Ihr ernennt mich zur neuen Königin der Amazonen und werdet meine Frau, im Gegenzug lasse ich alle am Leben.....außer Eve natürlich.“

„Wenn ihr es wagt, ihr etwas anzutun, werde ich euch töten Thaires!!“

Die Blonde trat nah an Varia heran.

„Ich denke nicht, dass ihr noch in der Position zum Verhandeln seid. Eves Schicksal liegt nicht mehr in meiner Hand. Ich versprach sie Sera, er braucht sie lebend für irgendeinen sehr wichtigen Tausch, mehr müsst ihr nicht wissen...außer...das ihr sie nie wiedersehen werdet.“

Thaires wich geschickt aus, als Varia einen weiteren Angriff startete, der ins Nichts führte.

„Hm...in etwa 3 Tagen müsste euer Frauchen hier eintreffen, ich habe ihr eine unmissverständliche Botschaft zukommen lassen. Sie läuft geradewegs in ihr Verderben und die Anderen können ihr nicht helfen, ansonsten würden meine Lieblinge euer Dorf dem Erdboden gleichmachen, so stand es zumindest in meinem Schreiben. Ich hoffe, dass Eve klug genug ist und sich daran hält...“

„Dafür werdet ihr büßen...“

„Nein Varia, ihr werdet büßen...also wie lautet eure Entscheidung? Seid meine Königin und euer Volk wird leben...weigert euch und ihr sterbt alle...“

„Ich werde niemals eure Königin sein, wartet bis Eve kommt, dann ist euch der Tod gewiss! Mein Volk wird sich nicht beugen! Nicht vor euch!!“

„Ist das euer letztes Wort, Varia?“, ein Wink ihrer Hand und 6 der Kreaturen positionierten sich seitlich und hinter ihr. Mit ihren Armen umschlangen sie Varia, sodass sie sich nicht mehr bewegen konnte.

Ganz nah kam Thaires an ihr Gesicht...

„Seid meine Königin, kniet nieder und ergebt euch eurem Schicksal, rettet euer Leben und das eures Volkes, oder sterbt!“

Sie beugte sich vor und ihre Lippen erreichten Varias. Ruckartig drehte die Amazone den Kopf weg.

„Wie ihr wollt!“

Sie hob die Arme.

„Meine Kinder!! Geht und vernichtet die Amazonen, lasst keine am Leben, eure Königin befielt es euch!“

Augenblicklich erschienen unzählige der Kreaturen, größere und kleinere kletterten an den Wänden über sie hinweg. Es war wie ein reißender, weißer Strom der sich seinen Weg an der Decke entlang bahnte. Wie helles, tödliches Wasser erschienen Varia, die Masse an Leibern.

„Verabschiedet euch von eurem Volk, von Sahlia und Gabrielle. Ihr allein tragt die Schuld an ihrem Tod!“, kicherte sie wahnsinnig.

Ohne das sie es wollte, verließ Varia jeder Mut. Die Situation erschien ihr mehr als nur aussichtslos. Wenn sie nicht schnell etwas unternahm, würden alle die sie liebte, sterben. Doch vielleicht konnte sie Zeit schinden, Zeit die Eve und die anderen Amzonen brauchten, um etwas zu unternehmen. Wenn sie doch nur sprechen könnte. Ihr war bewusst, dass die einzige Möglichkeit alle zu retten, in der weißen Statue lag. Wenn es ihr nur irgendwie gelingen würde eine Nachricht zu verfassen, in dem der Standort der Statue preisgegeben könnte...doch diese Idee schien nicht umsetzbar.

Verzweifelt entschloss sie sich zu einer furchtbaren Handlung.....

„Thaires...“, sie biss sich auf die Unterlippe, „...wartet!“

„Habt ihr etwas gesagt?“, fragte die blonde Frau höhnisch. Genüsslich schlenderte sie zu Varia und blieb genau vor ihr stehen. In ihren blauen Augen lag ein triumphales Funkeln.

„Ich bat euch zu warten!“, kam es leise aus dem Kristall.

Thaires blickte sie arrogant an.

„Ich kann euch nicht hören...“

„Bitte ruft die Kreaturen zurück...“

„Warum sollte ich das tun?“

„Ich flehe euch an, lasst mein Volk leben...“

„Euer Flehen ist Musik in meinen Ohren. Nur wenn ihr bereit seid euch bedingungslos auf mich einzulassen, mit allem. Eurem Geist und vor allem eurem Körper, werde ich sie zurückrufen. Schwört mir Treue Varia und das auf ewig! Und wenn ihr auch nur versucht mich zu hintergehen oder Eve zu retten, werde ich euch und alle anderen Amazonen töten...habt ihr mich verstanden?!“

Die einsame Träne, welche über Varias Wange glitt, bemerkte Thaires nicht. Mit gesengtem Haupt ging die Varia auf die Knie.

„Ja...meine Königin, ich bin zu allem bereit...“

„Ich wusste doch, dass ihr nicht so dumm seid!“

Mit einem widerlichen Grinsen hob Thaires Varias Kinn an und zwang sie, sie anzusehen. Ihre Lippen pressten sich hart und wollend auf Varias, die Mühe hatte ihr Gesicht nicht wegzudrehen. Ohne Regung ließ sie die Berührung der fremden Lippen zu...
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