Parallelwelt

von Dewi
LeseprobeMystery, Romanze / P18 Slash
27.05.2014
14.06.2014
10
42512
2
Alle
50 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
 

Dies ist die Leseprobe zu meinem zweiten Roman "Parallelwelt", die ich mit freundlicher Genehmigung der Administratoren hier veröffentlichen darf.

Der Roman erscheint am 17. Juni 2014 beim Cursed-Verlag.

Ich werde den Prolog sowie die ersten neun Kapitel des Romans von nun an in zwei- bis dreitäglichem Rhythmus hier auf fanfiktion.de sowie auf meinem Blog http://www.dewischreibt.blogspot.com/ posten.


Klappentext

Leif ertrinkt im Traum. Nacht für Nacht. Doch erst, als er seiner Jugendliebe Samuel wieder begegnet, begreift er, was wirklich hinter seinen Träumen steckt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um Sam und sich selbst zu retten – und die Liebe, die sie einst verband...

Informationen zum Roman

Autor: C. Dewi
Illustrator: Janine Sander
Preis Print: 14,95€
Preis eBook: 8,99€
Format: 438 Seiten; Softcover
Illustrationen: 16
ISBN-13: 978-3-95823-000-2

Mehr Infos gibt es auf der Homepage des Cursed-Verlags:
http://www.cursed-verlag.de/index.php?id=118


Ich wünsche Euch viel Vergnügen!







Prolog



Das Eis knackte bedrohlich. Ein Geräusch wie ein dumpfer Peitschenknall, dann ein Grollen und Knirschen. Das Weiß unter seinen Füßen vibrierte, bevor es zersplitterte.
Er fiel.
Das Wasser war eiskalt. Es schnitt in seine Haut, drang in seine Ohren, seine Nase. Sein Körper verkrampfte, wollte sich zusammenrollen.
Es war laut.
Gurgeln, Rauschen um ihn, rasender Puls in seinen Ohren. Er wurde umhergewirbelt, dann begann er zu sinken. Das Wasser drückte schmerzhaft auf seine Trommelfelle, unbarmherzig zog ihn seine schwere Kleidung nach unten. Er kämpfte, öffnete die Augen. Luftblasen um ihn, wirbelnd. Er drückte sich empor, dem Licht entgegen. Weg von der Dunkelheit. Schemen, die sich außerhalb des Wassers bewegten. Dorthin musste er gelangen. Um jeden Preis. Es gab keinen anderen Gedanken mehr.
Seine Lungen schmerzten, er musste atmen, jetzt! Doch das Wasser hielt ihn umklammert. Die Kälte machte seine Gliedmaßen taub und schwer. Seine Bewegungen wurden langsamer, als sei es nicht Wasser, sondern eisiger Sirup, der ihn umfangen hielt.
Der Schmerz ließ nach.
Schwere. Sinken. Lockendes Dunkel.
Nein! Nein! Bewegen. Atmen. Nein, noch nicht!
Ein Stich in seinen Lungen, Sterne vor seinen Augen, die Dunkelheit nahm zu, aber er kämpfte, er hielt nicht still, seine Lippen öffneten sich, Luftblasen entkamen ihm, silbrig tanzend. Sie strebten hinauf, hin zu den Schemen. Er wollte ihnen folgen.
Und sank.
Tiefer. Immer tiefer.
Er hatte verloren.
Vielleicht war es nur Einbildung, nun, da es zu Ende ging. Doch die Wasseroberfläche wurde still. Als könnte er durch ein Fenster blicken, wurde die Welt außerhalb des Wassers klar. Kalt-blauer Himmel. Milchiges Eis umrahmte das Fenster, von Rissen durchzogen, Luftblasen darunter. Und kurz über der Wasseroberfläche ein Gesicht, dunkel umrandet.
Ein Arm, der durch die Wasseroberfläche stieß, Hoffnung brachte, gefolgt von einem Kopf, dann einem Oberkörper. Hände, die sich nach ihm streckten. Ein Blick, der seinen fand. Dunkle Haare, die wie Algen tanzten.
Eine letzte Anstrengung.
Kämpf, kämpf, verdammt! Lass mich nicht...! Lass mich nicht zurück, hilf mir!
Jeder Zentimeter in Richtung der Wasseroberfläche war teuer erkauft. Das Herz schien ihm zu zerspringen, er schluckte Wasser, kalt und brennend. Er sah, wie Finger nach seiner Hand griffen. Spüren konnte er es nicht mehr. Die Kälte hatte ihm das Fühlen ausgetrieben.
Panik und Verzweiflung.
Halt mich!
Ein Zug gen Oberfläche, er hatte keine Kraft mehr noch mitzuhelfen. Die Augen über ihm weiteten sich in Entsetzen, fokussiert auf die Dunkelheit unter ihm. Etwas an seinem Bein, das sich langsam emporwand, einer Schlingpflanze gleich. Ihn einschnürte. Dann ein abrupter Ruck.
Zwei Herzschläge, um zu begreifen.
Es hatte ihn gefunden. Er würde nicht entkommen.
Der Zug an seinem Bein nahm zu. Gnadenlos. Er sah, wie seine Finger der rettenden Hand entglitten. Keine Kraft mehr.
Bleierne Schwere.
Es wartete auf ihn. Schwarz. Lebendig. Hungrig.
Ein letzter Blick in die dunklen Augen über ihm. Verzweiflung auf der einen Seite, lähmende Angst auf der anderen. Dann wurde er in die Tiefe gezogen.