Shiros Wunsch

KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Ganta Igarashi Shiro
26.05.2014
26.05.2014
1
1956
 
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Vor zehn Jahren



Unschuldige Seele, dem Wahnsinn vor die Füße geworfen.

Eine Strafe?

Für ein Verbrechen, dass ich nicht begangen habe.

Wurde ohne Sünde durch die Hölle geschickt, hatte nie die Chance dem Himmel zu sehen.

Habe versucht diesen Leben zu entkommen, und bin gescheitert.

Sie sagt, dass sie mich liebt. Ich weiß nicht, was Liebe ist.

Schließlich hat sie mir so oft das Herz aus der Brust gerissen.

Und heute habe ich erfahren, dass mein Leid für eine andere Person war.

Ist es etwa mein Schicksal ein Schild zu sein?

Alles Leid von ihn fernzuhalten, damit er ein normales Leben führen kann?

Ich werde mich nicht kampflos ergeben, werde mich meinem Schicksal nicht geschlagen geben!

Ich werde dich bluten lassen, so wie ich bluten musste.

Und dann wirst du mein Schild sein!



Auf dem zerstörten Gelände des Deadman Wonderlands, in einer Riesenradgondel



„Es tut mir so leid! Ich … bin es schuld, nicht wahr? Weil sie so egoistisch war, hat sie dich an dieses Leben gekettet. Und nun zwingt mich dieses Leben dein Feind zu sein.

Mir scheint es wie ein grauenvoller Verlust. Wer bist du für mich, Shiro?

Meine Geliebte? Meine Oneechan? Ich sehe auf deinen Körper und sehe eine Vielzahl von Menschen, die Sorae mir genommen hat. Die ich mir selbst genommen habe.“



Nachdem Ganta Shiro in einer vergangenen Nacht versprochen hat, dass sie zusammen auf das schöne Riesenrad gehen, musste er ihr das Versprechen jetzt wahr machen.

Schließlich schien beiden nicht mehr viel Zeit zu bleiben.

Und nun saßen sie hier, in einen glitzernden Riesenrad, welches umgeben von den Trümmern des Dws war. Ein wolkenverhangener Himmel tauchte die Szenerie in einen sanften Schatten.

Das diffuse Licht ließ Shiros Haut schimmern, als sie sich langsam die Hand ans Gesicht hebt um ihre Maske abzunehmen.

Dabei fielen ihre schneeweißen Haare ein wenig nach vorne, brachen ein paar Lichtstrahlen, welche sich in den kleinen Raum befanden.

Die lederne Maske, die ihr vorher eine ungute Ausstrahlung brachte, fiel mit einen dumpfen Geräusch zu Boden.

Ganta lehnte sich weinend zu seiner Freundin hin, und Shiro öffnete ihre blutroten Augen.



„Ich erkenne jetzt, was „Sünde“ bedeutet.“



Ihre helle Stimme hatte einen merkwürdig tonlosen Klang.

Ein 15jähriges Mädchen durfte nicht so sprechen, nicht diesen Klang von kalter Erkenntnis in seiner Stimme haben. Ja, dieses Mädchen kannte die Welt.

Der Junge schüttelte unglücklich den Kopf, seine braunen, zerzausten Haare bewegten sich schnell hin und her.

Er streckte die Hand nach ihr aus, wollte ihre Hand ergreifen, sie in den Arm nehmen.

Er wollte Shiro vor dieser Welt beschützen.



„Ich habe Dinge getan, für es keine Vergebung gibt, ich habe dir dein Leben genommen.

Wieso musste ich das tun? Wieso reichte es für mich einfach nicht aus, mich, und nur mich, aus dieser Welt zu verbannen?“



Aus ihren schrecklichen, glühenden Augen liefen Tränen.

Die Flüssigkeit ran ihren runden Wangenknochen hinunter, an ihrer kleinen Nase vorbei und betupfte die violette Kleidung mit dunklen Flecken.

Ganta berührte ihre Hand, seine dunkle Haut bildete einen scharfen Kontrast zu ihren bleichen Körper.



„Wieso quälst du dich so? Ich mache dich für deine Verbrechen nicht mehr verantwortlich, seit ich weiß, dass ich…“

„…“

„Shiro, bitte! Es ist doch egal, was in der Vergangenheit passiert ist? Lass diese unheilvollen Schatten in den Tiefen deines Verstandes!“

„Du weißt doch auch, dass das nicht gehen wird… Denk an die, die ich dir gestohlen habe.

Deine Freunde, stell dir vor, wie sie reagieren würden, wenn sie wüssten, dass du ihrer Mörderin vergibst!“

„Eben weil sie meine Freunde sind, würden sie wollen, dass ich glücklich werde! Verstehst du denn nicht? Mit deinen Weg werden wir niemals wieder Glück erleben! Es ist einfach an der Zeit, das Geschehene auf sich beruhen zu lassen.“

„Ganta. Ich habe nicht vor, jemals wieder Glück zu erleben. Ich habe schon längst abgeschlossen. Ich liebe dich, Ganta.“



Der Junge sank auf seinen Sitz zusammen, schlug sich die Hände über den Kopf.



„Ich liebe dich doch auch!“

„Würdest du mir meinen tiefsten Wunsch erfüllen? Einen Wunsch, der so tief ist, dass er Wretched Egg und Shiro vereint hat.“

„Ja, ich würde alles für dich tun.“



Das Mädchen hob den Kopf.

Von ihrer anfänglichen Verzweiflung war nichts mehr zu sehen.

Sie schlug ihre funkensprühenden Augen auf und warf grinsend dem Kopf zurück.

Ihre Haare umgaben ihr Gesicht wie ein Vorhang aus Glas.



„Töte mich.“

„Wenn du wirklich sterben willst, dann werde ich dir diesen Wunsch erfüllen. Lass uns ein letztes Spiel spielen.“



Fin
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