IceFairy

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
24.05.2014
25.01.2020
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Es stürmt. Graue Wolken ziehen über den Himmel. Weiße Schneeflocken rieseln zu Boden. Das perfekte Wetter für mich, aber es ist ein trauriger Tag. Ich stehe fassungslos vor dem riesigen Eisdrachen. Sie blickt mit sanftem Blick auf mich hinab, funkelt mich jedoch ernst aus eisblauen Augen an. „Das meinst du nicht ernst, Drifa“, wiederhole ich kopfschüttelnd. Das war doch idiotisch. „Aisu, du bist alt genug, um auf dich selber aufzupassen“, erklärt mir der Drache erneut, der inzwischen meine Mutter ersetzt hat. Ich war bei ihr, seid ich denken kann. „Nein!“, wiederspreche ich ihr entschlossen. Ich will nicht gehen, will hier, bei ihr bleiben. „Aisu, es wird Zeit. Du bist schon viel zu lange hier bei mir“, redet sie noch immer auf mich ein. Ihre Eisschuppen glitzern in der Sonne, die gerade durch die Wolkendecke bricht. „Nur 10 Jahre“, schmolle ich nun mit verschränkten Armen. „Und das reicht. Komm, geh und finde deinen eigenen Weg“, sie sieht mich ernst an und drückt ihre riesigen Nase gegen mich. „Aber, ich kann dich nicht einfach so alleine lassen, was ist, wenn dir etwas passiert?“, rede ich auf meine Mutter ein. Diese lacht auf und sieht mich sehr ernst an: „Niemand kann einen Drachen besiegen, außer ein Dragonslayer und DU bis einer. Also würdest du mich je töten?“ Ich schlucke und schüttle entschieden den Kopf. Was für eine grausame Frage. „Aber dennoch“, zweifele ich an. Drifa seufzt belustigt und haucht glitzerndes Eis aus ihrem Maul. Überrascht halte ich meine Hände auf und fange die leichte Eisblume auf, die gerade durch die Luft segelte. „Sie wird solange Blühen, bis ich sterbe“, erklärt mir Drifa. Ich stecke mir das Eis ins Haar, danke ihr und mache mich schweren Herzens auf den Weg in ein neues Leben.



Das war schon 5 Jahre her. Seid dem hatte ich nichts mehr von Drifa gehört. Ich seufzte und berührte die Blume in meinem Haar, sie lebte noch, aber wo war sie? Ich hatte von den verschwundenen Drachen gehört, schrecklich. Hoffentlich gehörte Drifa nicht auch dazu. Ich sah mich um. Alles voller Eis und Schnee. Das war das letzte Land in dem ich nach meiner Mutter suchte. Das letzte übrige Land aus Eis und Schnee, in dem sie leben würde. Aber ich hatte wenig Hoffnung, sie hier zu finden. Schmerzhaft schnitten mir die Eissplitter ins Gesicht, aber es machte mir nichts aus. Ich liebte Eis, es war stabil, kühl und wunderschön. Ich stampfte immer weiter und weiter, sackte mit den Füßen kurz in den kalten Schnee, ehe ich mich befreite und weiter ging. Drifa, wo bis du nur? Man sah nichts außer kaltes, weißes Eis. Ich hatte schon so vieles Abgegrast, sie musste hier einfach sein, wo sonst? Ich ging einfach immer weiter. Die Sonne neigte sich bereits dem Horizont, aber wollte ich nicht Ruhen, bis ich meine Mutter endlich wiedergefunden hatte. Aber es wurde immer dunkler, rote Schleider bedeckten den Himmel und der Wind brauste erneut auf. Aber ich ging erbarmungslos weiter. Solange, bis die Sonne vom Horizont verschluckt wurde und einen grünen Lichtstrahl aussendete, wie ein letzter Anker. Eigentlich müsste ich mir ein Lager bauen, etwas Essen und schlafen, aber ich konnte nicht. Ich wollte endlich Drifa finden. Ich musste einfach. Der Wind wurde immer stärker, die weißen Flocken versperrten mir bereits die Sicht. Eis Fror an mir fest und irgendwann sackte ich zusammen. Ich konnte nicht mehr, ich war völlig erschöpft. Ich sank auf die Knie, kippte in den kalten Schnee und ließ mich von den Flocken zudecken und von völliger Dunkelheit umhüllen.



„Natsu! Warte endlich!“, rief das junge Blonde Mädchen empört und versuchte mit dem Jungen vor ihr Schritt zu halten. Doch dieser ignorierte sie gekonnt und ging einfach weiter. „Lucy, nimm ab, dann bist du schneller“, lachte ein blauer Kater neben ihr vergnügt und schwang sich in die Lüfte. „Happy!“, drohte Lucy ihm mit der Faust, doch war der Kater schon längst bei Natsu. „Mach dir nichts draus Lucy, du kennst Natsu doch“, beruhigte das blauhaarige Mädchen neben ihr sie. „Du hast Recht Wendy“, nickte die Blonde und seufzte. Natsu war unbelehrbar wie immer. „Lucy, wieso ist Grey nicht mitgekommen?“, fragte Wendy die ältere und sah zu Natsu, der fröhlich sich mit Happy unterhielt. Lucy lächelte traurig und erklärte ihr: „Ich glaube es liegt daran, dass er hier mit seiner Lehrerin Ul trainiert hatte.“ Wendy nickte langsam. „Er wäre aber eine gute Hilfe gewesen, da er das Land kennt“, mischte sich nun Shalulu ein und zog sich den Pelzkragen dichter an den Kopf. Die weiße Kätzin fierte stark. „Das stimmt. Aber wir werden es auch ohne ihn schaffen“, lachte Lucy und blickte entschlossen in die weite, weiße Ferne. Die Fünf hatten einen neuen Auftrag angenommen, sie sollten hier eine alte Hütte aufsuchen, wo ihr Auftraggeber lebte. Es ging um irgendetwas um Eisbären, aber genaueres wurde nicht gesagt. „Natsu!“, rief Lucy wieder, der Junge würde noch in ein Eisloch fallen, oder ähnliches. Aber er hörte nicht, sondern ging einfach weiter. Wütend fing Lucy an loszulaufen, er sollte nicht immer so auf eigene Faust handeln. „Lucy!“, riefen nun die anderen zwei ihr nach und eilten ihr hinterher. Das Mädchen erreichte schon fast den Jungen, als sich ihr Fuß irgendwo verfing und sie unsanft im kalten Schnee landete.



„Lucy, alles in Ordnung?“, besorgt kam Wendy näher und half ihr aus dem Schnee. „Man, Lucy! Bist du etwa ausgerutscht?“, lachte der rosahaarige auf und kam zu ihr. Er hielt der Blonden eine Hand hin und zog sie aus dem Schnee. „Kalt“, kommentierte die Blonde nur und klopfte sich das Eis aus der Kleidung. Doch dann sah sie auf die Stelle, an der sie gestolpert war. „Was…?“, verwundert starrte Lucy auf den weißen Arm, der aus dem Schnee ragte. „Da ist jemand vom Schnee bedeckt!“, rief Wendy geschockt, ließ sich auf die Knie fallen und schaufelte den Schneeberg weg. Natsu machte es ihr gleich, auch Lucy half sofort. Irgendwann schaufelten sie ein junges Mädchen frei. Sie war fast gänzlich weiß, aber schwache Luftschwaden stiegen aus ihrem Mund. „Sie muss unbedingt ins Warme“, meinte Wendy sofort besorgt.  „Ich werde sie schon warm kriegen“, rief Natsu und holte tief Luft. „Nein! Das muss langsam gehen und du würdest sie nur rösten“, mischte sich Lucy ein und fügte hinzu: „Wir werden sie zurück zur Gilde tragen.“ „Und der Auftrag?“ „Den lassen wir sausen“, erklärte sie Wendy. „Bis wir die Hütte finden, wird sie längst erfroren sein“, mischte sich auch Shalulu mit ein. „Vielleicht will sie einen Fisch“, meinte Happy. Doch alle schüttelten nur den Kopf. Der rosahaarige hob das Mädchen auf seine Arme und meinte: „Dann lasst uns gehen.“ Gemeinsam trugen die fünf das halberfrorene Mädchen durch das Eisland und brachten es zu ihrer Gilde.



Sofort wurden die Magier verwundert angesehen. Nie im Leben hätten sie die Mission so früh erledigt. Aber bevor jemand etwas sagen konnte, sahen sie schon das Mädchen auf Natsu´s Arm. „Wer ist das?“, fragte Levi neugierig und sah sie besorgt an. „Das wisse wir nicht, wir fanden sie unter Schnee begraben“, erklärte Lucy ihr ebenfalls besorgt. „Bringt sie rauf in eines der Zimmer“, meinte Mirajane hinter der Bar genauso besorgt. „Ich werde Grandine holen gehen“, meldete sich Wendy zu Wort und verließ auch schon das riesige Haus, um die alte Heilerin zu holen. Währenddessen schaffte Natsu das Mädchen hinauf und entzündete den Kamin im Raum. „Wer sie wohl ist?“, fragte Lucy besorgt und setzte sich auf die Bettkannte. „Wichtiger ist doch, warum sie alleine, bei dieser Kälte, dort draußen war“, mischte sich Shalulu ein und sprang auf Lucys Schoß. „Vielleicht ist sie genauso wie Gray“, lachte Natsu scherzhaft. Lucy musste schmunzeln und meinte dann: „Warten wir, bis sie aufwacht.“
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