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Darksiders

GeschichteFamilie, Fantasy / P16
24.05.2014
25.05.2014
3
3.238
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24.05.2014 511
 
Sie sah ihn mit weinerlichen Augen von unten herauf an, „Du hast es versprochen!“ Ihre Stimme schallte hohl über den verlassenen Platz der vor der Schmiede lag. Sie zitterte, auch wenn ihr nicht kalt war. Seine Züge veränderten sich nicht – selbst seine Haltung blieb kalt und steif. Das einzige was leuchtete und irgendeine Reaktion an ihm zeigte, waren seine roten Augen, die kalt und stur auf das kleine Mädchen hinabschauten. Sie klammerte sich an seine Hand, die von einem dicken Handschuh, der aus Stahl bestand und zum Nahkampf oder Abblocken geeignet war, umhüllt wurde.

Eigentlich war er kalt, doch durch ihren festen Griff wärmte sich das Metall schnell wieder auf, „Nein!“ In seiner Stimme hallte etwas nach, das bewusst ausgedrückt wurde. War es dieses Pflichtbewusstsein? Doch nicht allein der Ton ließ sie schwer atmen. Dieses eine kleine Wort schnitt ihr tief ins Herz – nichts bereitete ihr mehr Schmerzen als seine pure Abweisung. Und seine Stimme klang so rau.. beinah als würde sie ihm egal sein. „Warum nicht?“, auch wenn sie wusste, dass sie stark sein und ihn gehen lassen musste, blieb sie stur.

Das kleine Mädchen ließ seine Hand los und wich zurück – erneute Tränen in den Augen. Sie hatte die Frage gewimmert, das hatte sie gehört, aber er hatte sie dennoch verstanden. Sie wusste, dass er es gehört haben musste. Die Hand die sie zuvor nicht umklammert hatte, zog plötzlich in einer einzigen, langen, eleganten und fließenden Bewegung eine Waffe. Sie zuckte zusammen, während sie die Klinge der Sense mit großen Augen musterte. Sie wich keinen Schritt zurück und beobachtete Tod, wie er die große Schneide mit einer Hand festhielt und sie dem Mädchen genau vor die Nase stellte.

Die Sense war fast vierfach so groß wie sie selbst, also hatte sie Mühe hinauf zuschauen, „Kannst du sie halten?!“ Seine Stimme klang hol, noch immer. Das Mädchen überlegte, auch wenn sie wusste das die Sense zu schwer für sie war – sie hätte sofort nein sagen sollen, doch ihre Sturheit ließ nicht locker. Mit einem Mal waren alle Trauer und Enttäuschung weg, ihre Augen leuchteten. Die kleine Hand umschloss zunächst recht zaghaft, dann jedoch mit immer mehr Selbstvertrauen den Schaft der Sense. Tod ließ los und die Sense stand fest in den Boden gerammt stumm da.

Sie schaute ungläubig zur Schneide hinauf, ihr Mund halb offen vor erstaunen, „Ich kann sie halten!“ Kleinlaute Töne in Begeisterung ausgesprochen. Doch Tod musste unwillkürlich hinter seiner gesichtslosen Maske schmunzeln, „Nein, Kleines – Sehnsucht steht, weil ich es so will! Hör mir bitte gut zu, Destiny.. Sehnsucht wird hier stehen bleiben, bis du es schaffst ihn zu heben, zu schwingen und mit ihm zu kämpfen. Eher wirst du mir nicht folgen! Eher wirst du nichts mehr von mir hören, geschweige denn erfahren oder sehen – verstanden?“

Tod hatte sich zu dem kleinen Mädchen hinab gebeugt und ihr eine Hand auf den zierlichen Kopf, mit den pechschwarzen Haaren gelegt. Wieder standen ihr Tränen in den Augen, doch sie bliebt stark und nickte, „Ich werde weder dich, noch deine Geschwister enttäuschen!“
Und dann war er gegangen. Einfach so.
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