Cold Case "Bittersweetsymphonie"

GeschichteDrama, Romanze / P16
Lilly Rush Scotty Valens
22.05.2014
12.06.2019
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22.05.2014 2.612
 
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Hallo, meine Lieben!

Da bin ich wieder ;)

Dies ist der dritte Teil meiner Cold Case Reihe „Lucky Stars“,
der Folgeteil zu „Das Ende Ist Erst Der Anfang“, dem Castle/Cold Case
Crossover, und nun also „Bittersweetsymphonie“!

Es ist soweit: Nun vermelde ich also stolz:

Meine eigene Triologie!

(Ha, nimm das, George Lucas! Und ich werde bestimmt nicht an Disney verkaufen!)

Disclaimer: Mir gehört wie immer Nix, keine Personen, Lyrics, Songs-was auch immer!
Und ganz neu dazu: Diese Geschichte ist frei erfunden, jedwede Ähnlichkeit mit Orten,
Personen, ob lebendig oder tot, ist rein zufällig und vom Autor nicht beabsichtigt

Dramatics Personae:

Lilly Rush Valens
Scotty Valens
Hailey Valens
John Valens

Elizabeth Margery „Izzie“ Cooper
Truck Sugar

Diverse andere Personen aus Cold Case, teilweise Castle, sowie Ereignisse aus allen
Cold Case Folgen, insbesondere 4 11 The Red and The Blue, Lucky Stars und DEIEDA
werden vorkommen



Prolog

Ride into the sunshine


Song: Truly Lionel Richie and Friends in Concert
by Lady Antebellum
http://youtu.be/JCny-8D5AB4



„Wir sind hier bei euch echt in der Pampa.“

Elizabeth pustete eine kurze, haselnußbraune Strähne aus dem Gesicht.
Ihr Antlitz lag in der warmen, goldgelben Mittagssonne und Lilly betrachtete ihre jüngere
Schwester eingehend von der Seite.

„Nur, weil es nicht New York ist, ist es noch lange nicht die Pampa, meine Liebe.
Wir sind hier zwar in den Südstaaten, aber das hier ist immer noch Nordamerika.
Die Pampa ist in Südamerkia, Argentinien, Brasilien und Uruguay.
Soviel Ortskenntnis musst sogar du an den Tag legen, wenn du als Yankee hier überleben willst.“

erklärte Lilly mit typischem, breiten Südstaaten- Akzent.

Izzie hob missbilligend eine Augenbraue.

„Yankee?!“

echote sie ungläubig und stieß ihrer Schwester den Ellenbogen in die Rippen.

„Nordstaatenschönheit dann eben.“

grinste Lil und beschleunigte das Tempo des SUV.

Die Straße wand sich sanft die Hügel von Knoxville aus zu ihrem Haus, ganz in der Nähe,
hinauf, in der Ferne waren die dunkelgrauen Ausläufer der Great Smokey Mountains erkennbar.

Gott, was war sie froh, wieder daheim zu sein, statt in den Straßenschluchten
der Wüste New Yorks.

Selbst Nashville, wo sie und Scotty
für das Nashville Police Department arbeiteten,
kam ihr mittlerweile manchmal schon einengend vor.

„Bloß, weil du jetzt also eine Südstaatenschönheit bist,
muss ich ja nicht auch eine noch werden,
Schwesterchen.“

erwiderte Izzie gerade und sah abwesend aus dem Fenster auf die grünen Wiesen hinaus,
deren Halme sich unter der sengenden Sonne sicher bald golden färben würden.

Der Frühsommer hier ging schnell zu Ende,
der Sommer war kurz und heiß, der Herbst stürmisch und golden,
der Winter viel zu früh wieder da, hier oben, in den Bergen.

„Mich kriegen keine zehn Pferde dazu, wie du in Flanellbluse, Cowboystiefeln und Stetson
rum zu rennen, und das bei der Hitze!“

Doch Lilly lachte nur gutmütig.

„Wenn man schon morgens um halb sechs im Pferdestall steht,
ist das nun mal am Praktischsten.“

gab sie zu bedenken und konzentrierte sich auf die Straße.

Ihr Herz klopfte, als sie die nächste Hügelkuppe überwanden
und ihr Haus, eingebettet von einem kleinen Fluss,
Weidefläche und Bäumen in einem kleinen Tal,
noch relativ weit entfernt, in Sicht kam.

„Ich würde sowas einfach im Bikini erledigen.“

Die beiden Frauen lachten amüsiert.

„Oh, ich wette, das wäre eine Attraktion hier:
Du mit Mistgabel und im Bikini! Wenn du versprichst,
das wirklich zu tun, dann werde ich von den männlichen Besuchern,
die das ganz sicher anlocken würde, Eintritt verlangen und wir würden reich!“

Ein Schatten huschte über Elizabeths Gesicht
und Lilly hätte sich am Liebsten selbst gegen die Stirn geschlagen.

Stattdessen griff sie nach der Hand ihrer Schwester
und drückte diese kurz.

„Entschuldige bitte.“

Tränen glitzerten in den Augen der Jüngeren.

„Es geht schon. Ich bin darüber hinweg.“

erklärte Elizabeth mit fester Stimme,
sie presste die korallenroten Lippen zusammen
und strich ihren kurzen, ebenfalls korallenroten Bleistiftrock glatt.

Ihre apricotfarbene Bluse war genau einen Knopf zu tief offen,
um züchtig zu sein, nur ihre mittlerweile wieder kinnlangen,
aber glatten, haselnußfarbenen, Haare hatte sie aus der strengen
Hochsteckfrisur gelöst.

„Izzie, so schnell ist man nicht darüber hinweg,
wenn man die Liebe seines Lebens verliert.“

gab Lilly eindringlich zu bedenken,
aber Elizabeth funkelte sie hochnäsig an.

Ihre dunkelgrünen Augen blitzten
und etwas des alten Feuers trat in sie.

„Ich habe ihn nicht verloren...
Man kann nichts verlieren, das nie existierte!“

erwiderte sie und klang, wie ein trotziges, kleines Kind.

„Er ist angeschossen worden,
lag im Koma und konnte sich an nichts mehr erinnern,
als er aufwachte, Izzie. Truck ist nicht tot, auch,
wenn du manchmal so tust, als wäre es so!“

fuhr Lilly sie an und presste die Hände ums Lenkrad.

Warum mussten sie sich,
wo sie Elizabeth erst vor knapp zwei Stunden
vom Flughafen aufgelesen hatte, schon wieder streiten?

Sie hatte sich so darauf gefreut,
ihre kleine Schwester wieder zu sehen,
und dann das.

Aber das Thema Truck Sugar
war nun mal kein Einfaches und
Lilly wusste von ihrer Stiefmutter Celeste,
dass Izzie beschlossen hatte,
einen Schlußstrich darunter zu ziehen,
ganz egal, was sie fühlen mochte.

Im Gegensatz zum ersten Mal,
als Izzie sich freiwillig von ihm verabschiedet hatte,
war der Cut dieses Mal tiefgreifender und aus Lillys Sicht erzwungen,
obwohl beide Parteien das eigentlich gar nicht wollten.

Wenigstens war Elizabeth äußerlich in Ordnung,
sah nicht, wie damals, aus, wie ein Gespenst.

Natürlich war sie wie immer sehr dünn,
aber das war auch kein Wunder, wenn man wie sie von 24 Stunden
ungefähr 14 arbeitete und den Rest nur auf irgendwelchen
Charitygalas in glitzernden Coktailkleidern versteckt damit verbrachte,
winzige Häppchen zu sich zu nehmen und Champagner zu schlürfen.

„Ich wurde aus seinem Leben eliminiert,
wie mit einem Radiergummi, Lil!
Als hätte alles, was uns je verbunden hat,
niemals existiert.“

knurrte Izzie und hob die Hand, ehe Lil etwas dazu sagen konnte.

„Und wenn es nach mir geht, hat es das auch nicht.
Ich will in meinem raren, kostbaren Urlaub
nicht ein Sterbenswörtchen mehr darüber hören,
verstanden?! Es ist aus und vorbei, endgültig.“

Lilly seufzte und gab, zumindest für dieses eine Mal, nach.

Sie machte sich immer Sorgen um Izzie,
seit den Ereignissen, als Lilly und Scotty
ihre Schwester damals, vor achtzehn Monaten, in New York besucht hatten,
aber Elizabeth lehnte diese Fürsorge
rundweg ab.

Der Psychologe hatte der Familie erklärt,
dass sie noch nicht bereit sei, das Trauma,
welches sie durch den Verlust ihres Verlobten
und die Entführung erlitten hatte,
zu verarbeiten und sich
stark dagegen wehrte.

Und solange sie nicht selbst zu der Einsicht kam,
dass es besser für sie wäre, sich dem zu stellen,
konnte er nichts für sie tun,
außer immer wieder Sitzungen anzubieten.

Lilly war Detective, ach, nein, Sergeant Katherine Beckett
sehr dankbar für die Vermittlung des Mannes, Dr.Carter Burke,
der laut Beckett ein Traumaspezialist war
und einen sehr besonnenen und vertrauensvollen Eindruck machte.

Insgeheim, dachte Lilly,
hätte sie auch so jemanden gebrauchen können: -
Nach der Schussverletzung damals und den Erlebnissen
nach der Geburt der Zwillinge.

Oder jetzt, nach dem Tod ihrer Schwester Christina.

Aber genau wie Elizabeth fiel es auch Lilly schwer,
sich nicht einfach mit ihrer Aufgabe als Mutter und Ehefrau
heraus zu reden, um nicht zugeben zu müssen,
dass sie vielleicht Hilfe bräuchte.

Doch im Gegensatz zu früher hatte Lil Hilfe
und ein stabiles, soziales Netz aus Freunden und Familie,
das sie diesmal in ihrer Trauer und ihrem Schmerz
über Christinas Tod, auffing.

Allen voran natürlich ihr Ehemann Scotty,
ihre wundervollen Kinder,
Hailey und John, die jeden Tag,
und mochte er noch so schwarz sein,
mit Leben, Lachen und Sonnenschein füllten.

Die Nachbarn, Honey und ihr Mann Angelo,
die gerade vor fünf Monaten selbst
eine kleine Tochter bekommen hatten,
kamen regelmäßig zu Besuch,
natürlich in Begleitung von Sue, Honeys Mutter, die Lil und Scotty
immer wieder als Babysitter „missbrauchen“ durften und die,
wie Celeste, immer ein liebevolles und offenes Ohr für Lilly hatte.

Auf der Arbeit hatte Captain Brown,
besser bekannt als „Big Daddy“,
seinem Spitznamen alle Ehre gemacht
und kümmerte sich aufopferungsvoll
um seine Detectives Rush und Valens.

Alle Leute hier nahmen Anteil
und entgegen Lillys erster Überzeugung,
damit überfordert oder gar davon abgeschreckt zu sein,
hatte der dicke Eispanzer, den sie sich über Jahrzehnte hinweg
zugelegt hatte, viel schneller zu schmelzen begonnen,
als sie sich das je hätte vorstellen können.

Wie hatte Scotty es einst so schön formuliert:

Die Leute im Süden sind einfach freundlich.

Und das war eine Tatsache.

Und aufgrund dieser unbefangenen,
ehrlichen Freundlichkeit
war sogar die Ice Queen
of Homicide aufgetaut.

Inzwischen hatte das Ehepaar Rush Valens
auch Alexis, Christinas kleine Tochter,
Lillys Nichte, zu sich genommen.

Die Kleine blühte als „große Cousine“ enorm auf.

Durch ihr blondes Haar und die großen,
blauen Augen, waren die Leute stets verwundert,
wenn Lexi Lil nur mit „Lilly“ oder „Tante Lil“
ansprach und nicht mit „Mummy“,
wie Hailey und John es taten.

Durch die enorme Ähnlichkeit glaubten automatisch alle,
denen die Familie Rush Valens begegnete,
sie müsse ebenfalls Lillys Tochter sein.

Schwungvoll parkte Lilly jetzt den SUV in der Einfahrt
und obgleich man hätte meinen können,
Elizabeth machte sich vielleicht Sorgen
um ihr schickes New Yorker Anwältinnen- Kostüm,
sprang diese regelrecht aus dem Auto,
als sie den aufgeregt bellenden Bordercollie Sam entdeckte.

Der, wie ein echter Hütehund,
wie verrückt mit der Rute wedelnd,
um das Auto im Kreis herum lief.

„Sam, alter Kumpel!“

rief Izzie aus, kickte ihre Pumps von den Füßen,
kümmerte sich nicht darum, dass ihre La Perla Strumpfhose
zerriss und tollte mit dem Hund herum,
den sie so lange nicht mehr gesehen hatte.

„Was machst du denn hier?
Warum bist du nicht Zuhause bei Honey und Angelo,
wo du hingehörst?!“

lachte sie, kniete nieder und kraulte ihn enthusiastisch
zwischen den Ohren, was der sich,
hechelnd die rosa Zunge seitlich
aus der Schnauze heraus hängen lassend,
nur zu gern gefallen ließ.

„Ach, ist das schön, mal wieder hier zu sein!“

Lilly lehnte sich ans Auto, verschränkte die Arme vor der Brust
und sah der Wiedersehensfreude grinsend zu.

Von der Veranda erklangen laute Kinderstimmen,
die alle wild durcheinander riefen.

Sogleich flog die Tür auf und Elizabeth
wurde von drei kleinen Kindern regelrecht
umgerannt.

„Tante Izzie, Tante Izzie! Tante Izzie ist endlich da!“

schrien die Zwillinge im Chor und
auch Lexi hüpfte im Kreis um Elizabeth herum,
hatte sich von dem Enthusiasmus ihrer
Cousine und ihres Cousins anstecken lassen.

Laut lachend landete die Angesprochene
auf ihrem hübschen Hinterteil
und nahm die Rasselbande
kollektiv in die ausgestreckten Arme.

„Hast du uns was mitgebracht?“

wollte die freche Hailey sofort wissen und ihre großen,
eisblauen Augen funkelten gierig.

Zärtlich fuhr Elizabeth ihrer Nichte
durch die wilden, dunklen Locken und fast so etwas,
wie Melancholie stand ihr ins Gesicht geschrieben,
als sie sich in die eigenen, kurzen, glatten Haare griff
und sich eine Strähne hinters Ohr schob,
ehe sie, fröhlich bemüht tuend,
entgegnete:

„Natürlich, Cowgirl.“

Jubel brandete auf und Lilly entdeckte nun Scotty,
der, ein Geschirrtuch in den Händen,
nach draußen trat und sein typisches Valens Grinsen
bei dem Anblick des bunt zusammen gewürfelten Haufens
aufblitzen ließ.

Gott, ihre Knie wurden immer noch weich bei diesem Anblick.

Er fing ihren Blick auf,
und seine Gesichtszüge wurden noch eine Spur weicher,
und seine dunkelbraunen Augen nahmen diesen ganz speziellen,
nur für sie gedachten, Ausdruck an,
der ihr immer mehr sagte,
als tausend Worte.

Lilly warf ihrem Mann einen kurzen Luftkuss zu
und machte sich dann daran, ihre Schwester
aus dem Knäuel aus Hund und Kindern zu befreien.

„Kinder, lasst eure Tante aufstehen.
Izzie muss sich erst einmal frisch machen und umziehen gehen.
Danach wollen wir Mittagessen und dann ist Siesta angesagt!“

schalt sie die Bande aus und half Elizabeth,
sich wieder aufzurichten.

„Ich möchte aber erst noch die Pferde sehen!“

gab Izzie fröhlich zu bedenken
und klang dabei selbst,
wie eines der Kinder.

„In dem Aufzug?
Ich dachte, du wolltest erst deinen Bikini anziehen!“

konterte Lilly vergnügt
und sah Scotty verwirrt die Stirn
darüber runzeln.

Sie lachte leise in sich hinein.

Ja, es war schön, Izzie hier zu haben.

Drei volle Wochen, um den lebenslustigen, lockigen Wirbelwind,
der sie vor ein paar Jahren selbst hier her begleitet hatte,
wieder zu finden.

„Aber gut, gehen wir zu den Pferden.
Kinder, ihr helft beim Tischdecken und wascht euch die Hände!
Und der Hund bleibt draußen!“

kommandierte Lilly,
ehe Lexi Sam am Halsband mit sich ins Haus ziehen konnte.
Die schmollte, tat aber, wie ihr gehießen.

Scotty kam zu ihnen herunter,
nahm seine Schwägerin in den Arm
und drückte sie an sich.

„Es ist schön, dass du da bist.
Willkommen Zuhause.“

flüsterte er ihr zu
und diesmal wischte sie sich ein paar Tränen
von den staubigen Wangen.

„Danke, Scotty.
Ich freue mich wirklich, hier zu sein.“

Lilly rief den Hund und Izzie zog ihre Schuhe wieder an.

Dann machten sie sich auf den Weg zur Weide hinter dem Haus.

Der einzelne Ahornbaum,
an dessen dicken Ästen die Kinderschaukel befestigt war
und in dessen Schutz Scotty eine Baumhaus gebaut hatte,
rauschte in einer leichten Brise,
die den Geruch nach Sirup zu ihnen hinüber wehte.

Seine dicht gewebten Zweige spendeten
dem Sandkasten und einem Pavillion mit Tisch und Stühlen
Schutz und Schatten vor der gleißenden Sonne.

Scotty hatte wohl mit den Kindern
draußen Limonade getrunken,
denn ein einladender Krug und kristallklare Gläser
luden geradezu dazu ein, sich zu setzten.

Nicht weit entfernt, hinter dem Zaun,
rauschte der kleine Bach.

„Es ist so unglaublich schön hier.“

seufzte Elizabeth und schritt neben Lilly durchs Gras.

Sie hatte die Schuhe doch wieder ausgezogen
und auch die Strumpfhose abgelegt, schien das Gefühl
des Grases unter ihren Fußsohlen zu genießen.

„Komm schon, Yankee-
Noch ein alter Freund erwartet deine Ankunft.“

meinte Lilly sanft und hielt vor dem glatten Holzzaun,
stellte sich mit den Zehenspitzen auf die oberste Latte
und stieß einen gellenden Pfiff aus.

Hinter sich hörte sie Elizabeth glockenhell lachen,
als ein lautes, aufgeregtes Wiehern dem Pfiff antwortete.

Gleich darauf erhob sich so etwas,
wie eine Staubwolke, über der hinteren Ecke der Weide
und mehrere Pferde kamen in unglaublich hohem Tempo
nach vorne zum Zaun galoppiert.

Quietschend, buckelnd, die hübschen,
schlanken Köpfe stolz erhoben, die Nüstern rot gebläht,
sogen sie die warme Luft ein.

Und wieder erfüllte das trompetenartige Wiehern die Luft,
als sie kurz vor den Besuchern die Hufe ins Gras gruben
und langsamer wurden.

Black Jacks Devil blubberte eine königliche Begrüßung.

Den Hals elegant gebogen,
mit den kleinen, harten grauen Hufen
den Boden kaum noch berührend,
tänzelte der Wallach auf Lilly zu.

Neben ihm entdeckte Izzie ein Falbenfarbenes Quaterhorse
und einen Dunkelfuchs, ebenfalls ein kräftiges Quater,
welche sie noch nicht kannte, die sie beide aus großen,
freundlichen Augen musterten und interessiert die Ohren spitzten.

Zwei gescheckte Ponys streckten neugierig die Köpfe
durch den Zaun vor und eines zupfte spielerisch
an Izzies Bluse.

Ganz hinten hielt sich noch ein weiteres Quater Horse auf,
ein Appalosa, mit bunten Flecken und Ringen im Fell.

„Was für eine Herde!“

lachte Izzie und brachte sich in Sicherheit.

Dann beugte sie sich zu Black Jack vor,
der sie vorsichtig beschnuppern wollte,
und strich ihm die Stirnlocke
aus der schmalen Vollblut-Stirn.

„Hallo, Shadow, alter Junge.
Kennst du mich noch?
Wie ich sehe, geht es dir gut!“

flüsterte sie und er stupste sie sanft an,
schnoberte durch ihr kurzes, glattes Haar.

Izzie kicherte.

„Was ihr Männer nur immer mit meinen Haaren habt!
Gefällt es dir nicht, so kurz?
Du mochtest die langen Locken lieber, ich weiß.
Mit denen konnte man viel besser spielen
und sie mir lang ziehen, schon klar!“

verkündete sie gedankenverloren
und eine große Traurigkeit breitete sich
plötzlich auf ihrem Gesicht aus,
ehe sie es verhindern konnte.

Lilly hielt den Atem an.

Doch dann klopfte Elizabeth kräftig den Pferdehals
und drehte sich zum Haus um.

„Kommst du, Lils?
Ich habe einen Bärenhunger!“

Seufzend verabschiedete sich Lilly von ihren Tieren
und folgte Izzie ins Haus.
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