Das zerbrochene Schicksal

von Kidanra
GeschichteMystery, Fantasy / P16
Itherael Malthael Tyrael
20.05.2014
19.06.2014
4
5.279
 
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20.05.2014 1.567
 
In Ordnung, hier gibts erst einmal eine kleine Anmerkung:
Ich kenne mich im Diablo Universum so gut aus wie eine Maus nähen kann. Natürlich hab ich mich soweit informiert, wie es ging, dennoch gibt es da wahrscheinlich einige Abweichungen.
Was die Zeit angeht, da tappe ich wirklich im Dunkeln. Deswegen kann man diese Story nicht wirklich "ernst" nehmen, zumindest nicht was die Zeitspanne angeht.
Deswegen BITTE ich darum Kommentare zu unterlassen, in denen es darum geht, wie mies es doch ist und das es gar nicht möglich ist.

Aber genug gerdet, viel Spaß beim lesen.


***


Itherael saß in seiner Bibliothek und blickte durch die wohl endlosen Regale. Sie beherbergten das gesamte Schicksal aller, sei es die Vergangenheit, Gegenwart oder die Zukunft. In den unzählbaren Schriftrollen gab es kein Schicksal, welches nicht geschrieben wurde. Niemand konnte sich dem entziehen, nicht einmal der Erzengel des Schicksals selbst. Sie alle waren daran gebunden, ob jung oder alt, Mann oder Frau.

Doch für die Engel war das Schicksal ein etwas anderes Band, als dieses für Menschen. Denn die Bewohner der Hohen Himmel hatten ein längeres Leben, sie erkrankten nicht. Doch sie führten ebenso ein gefährlicheres und härteres. Engel und Dämonen bekämpften sich seit unzähligen Jahren und der Ewige Konflikt würde noch einmal so lange dauern.

Itherael erhob sich von dem kunstvollen Stuhl, welcher sich am hintersten Ende der Bibliothek des Schicksals befand. Er war aus dunklem Holz gefertigt worden, welches man von Sanktuario mitgebracht hatte, auf seinen Wunsch hin. Mit ein wenig Magie und etwas Manipulation war das Holz so geformt worden, dass es der Zeit hier trotzen konnte.

Während er durch die Regale ging und seinen Blick zu den unzähligen Schriftrollen wandern ließ, überkam ihm das Gefühl der Ruhe. Zwischen den ganzen Regalen und Rollen fühlte er sich am wohlsten, was ihm wohl auch nicht zu verdenken war. Immerhin war Itherael auch der Erzengel des Schicksals.
Eine seiner Hände streifte über eine der Rollen, wobei diese einen Augenblick aufleuchtete und aus ihrer Halterung fiel, direkt in seiner Hand. Auf diesen kleinen Rollen war das Schicksal eines Menschen, Engels oder Dämonen aufgezeichnet. Besonders bei letzteren gab es immer wieder etliche Diskussionen im Angiris Rat und immer wieder war es die Selbe Antwort, welche er nannte. Imperius` Vorschlag, die Schicksale der Dämonenanführer zu lesen und diese zu vereiteln, doch war es nicht gestattet.

„Selbst wenn es uns einen Vorteil gegenüber den Dämonen schaffen würde, so würde man alles aus dem Gleichgewicht bringen und all unsere Bemühungen endlich Frieden zu erlangen, wären umsonst gewesen.“, erklärte Itherael immer wieder. Dieses „Gesetz“, welches den Erzengel band war endgültig, Es zu brechen fatal. Natürlich war es nicht bekannt, was genau passieren würde, doch er war nicht wirklich versessen darauf, es zu erfahren.

Behutsam zog er an der kleinen Halterung und diese zog ein Pergament hinter sich her. Für unbestimmte Augen waren diese Rollen leer, doch für ihn... Für ihn offenbarten sie ihre Geheimnisse. Seine Augen nahmen keine Worte, Zeichen oder Symbole wahr, sondern die Geschehnisse selbst. Sie spielten sich vor seinem inneren Auge ab und ermöglichte ihn so auch einen besseren Eindruck davon.
Doch verriet er niemals jemanden, was er gesehen hatte. Selbst wenn diese Person, Engel oder der Dämon das Ende einer Ära einläutern würde, selbst dann ist es sein Geheimnis.

Verstarb eine Seele, so verschwand die Rolle und schuf Platz für eine Neue. Das war, wie der Kreislauf des Lebens, etwas Undurchdringliches. Jeder Versuch ein Schicksal mit Gewalt zu ändern wurde vereitelt. Doch zu seinem Glück, ist dies bisher nur wenige Male passiert und Itherael konnte in Frieden hier leben. Die Ruhe wurde manchmal von Auriel und Malthael zerrissen, wenn sie ihren Bruder besuchten kamen.

Es waren seltene Besuche, dennoch war es immer ein erfreulicher gewesen. Trotz seiner Neutralität, war Itherael mit ihnen verbunden und sie standen, kämpfen und diskutierten seid Jahrhunderten Seite an Seite. Die Menschen würden so etwas eine Familie nennen und manchmal ertappte er sich selbst dabei, sie auch so zu bezeichnen.
Die warmen Gedanken wurden von einen kratzenden Geräusch unterbrochen, welches ihn aufschrecken ließ. Es klang, als wenn man mit einer Klinge über das Gestein fahren würde, doch eine Waffe war es nicht. Es war etwas anderes. Suchend ging er jedes Regal durch, immer auf das kratzende Geräusch gerichtet. Er erreichte den Verursacher und blieb einige Schritte davon entfernt.

Eine der Schriftrollen im vierten oder fünften Stock, er hatte nicht mitgezählt, schien von innen heraus zu brennen. Er nahm sie aus ihrer Halterung und öffnete sie. Doch nichts geschah, weder zeigten sich Bilder vor seinem inneren Auge noch reagierte die Rolle. Das einzige was siech regte war das Pergament, welches in dicken, flüssigen Fäden auf den Boden tropfte und die Hülle der Rolle zu Staub verfiel.

Noch nie ist es passiert, dass eine der Schriftrollen zu Staub zerfallen war. Sie lösten sich auf und verschwanden in blauen Lichtern. Doch diese lag nun zu seinen Füßen und wurde bis auf das letzte Stück Pergament in diese klebrige Masse verwandelt. Sein Blick wandte sich von dem Geschehnis ab und die Schritte führten ihn zum Ausgang. Das würde er wohl doch dem Rat melden müssen.

***


Yalia stand am Rande der Plattform und blickte auf die Hohen Himmel. Die Wolken, welche die Stadt umgaben waren dick und schneeweiß. Nichts konnte diesen Anblick noch majestätischer aussehen lassen. Es war einfach perfekt, zumindest in ihren Augen. Als man ihren Namen rief, drehte sich die Frau herum und blickte zu den Männern hinunter, welche ein Plateau weiter unten waren.

Mit einem beherzten Sprung kam sie vor dem Mann auf, welcher sie gerufen hatte. Der Mann überragte Yalia um gut zwei Köpfe, dennoch respektierten sich die beiden. Seine Rüstung war in einem dunklen grau, doch seine Robe, welche er unter den Platten war in einem strahlenden weiß. Sein Gesicht wurde von der Kapuze verdeckt, obwohl man das Gesicht eines Engels nie sah, da dort absolute Schwärze herrschte. Für manche war es ein unheimlicher Anblick.

Zudem bedeckte diese silberne Rüstung seinen gesamten Körper, bis auf die Ellebogen und den Kopf, ansonsten war er ein wandelnder Panzer. Wobei seine strahlend gelben Flügel ihn etwas ihn etwas harmloser aussehen ließen, aber auch nur etwas. Es änderte jedoch nichts daran, dass man seine Autorität nicht untergraben sollte.

„Hauptmann.“, sagte sie und neigte leicht ihr Haupt.

„Was hast du da oben wieder gemacht? Du solltest die Übungen machen!“

Ah... stimmt ja, die Übungen, dachte sie sich. Yalia war eine Soldatin der Hohen Himmel, eine einfache Kriegerin. Auch wenn sie nur eine Soldatin von vielen war, so nahm sie sich eigentlich schon recht viel heraus. Übungen wurden ausgelassen, fernbleiben und manchmal auch Missachtung von Befehlen. Natürlich gab es immer wieder Ärger, doch etwas Schlimmeres als ein paar Wochen in dem Kasernengefängnis ist bisher nicht passiert.

„Verzeiht, Hauptmann.“, sagte sie.

Dieser blickte stumm auf sie herab und drehte sich dann etwas zur Seite.

„Du bist ein hoffnungsloser Fall. Aber man möchte mit dir sprechen.“, erwiderte er und deutete in Richtung der Silberstadt.

Mit leicht schief gelegtem Kopf drehte sich Yalia in diese Richtung, trat einige Schritte nach vorne und stieß sich dann vom Boden ab. Ihre weißen Flügel spreizten sich und erhob sie in die Lüfte. Einen Moment schwebte Yalia noch über dem Übungsplatz, ehe sie sich auf den Weg zu ihrem Ziel machte. Dabei flog sie über die prachtvollen Gebäude hinweg, welche die Hohen Himmel zierten. Brücken zischten unter ihr hinweg und ebenso die Gespräche von Engeln.

Binnen von Minuten hatte sie die Silberstadt erreicht. Am Tor, welches hineinführte landete sie und ihre Flügel neigten sich hinab. Es war das prächtigste Gebäude, welches die Hohen Himmel hervor gebracht hatten. In diesem Gebäude tagte der Angiris Rat, in dem sich die fünf Erzengel Gesetzte und Regeln aufstellten.

Tyrael, Erzengel der Gerechtigkeit.
Auriel, Erzengel der Hoffnung.
Itherael, Erzengel  des Schicksals.
Malthael, Erzengel der Weisheit.
Und Imperius, Erzengel des Heldenmutes.

Sie waren die Führer der Hohen Himmel. Ihre Worte waren für die normalen Engel Gesetz und man hielt diese auch ein. Verstöße dagegen gab es, erstaunlicher Weise, so gut wie nie. Yalia hatte in ihren „jungen“ Jahren vielleicht zwei oder drei Verstöße miterlebt.

Leicht nervös betrat sie die Silberstadt. Die Wachen, welche die Tore und den Gang bewachten waren in ihren Augen riesig. Wenn sie schätzen müsste, würde sie sagen, dass diese Männer möglicherweise fast drei Köpfe größer waren wie sie selbst. Ihr war nun klar, warum sich niemand mit ihnen anlegen wollte.

Der helle Boden spiegelte das Licht wieder, welches durch die Fenster eindrang. Deswegen nannte man dieses Gebäude auch Silberstadt. Egal ob es draußen dämmerte oder die Sonne von dunklen Wolken versteckt wurde, hier erstrahlte immer in einem silbernen Licht. Mit einem leicht erstaunten Blick ging sie weiter und blieb vor einer großen Tür stehen.

Die beiden Wachen, welche diese bewachten legten ihre Hände an die Griffe und öffneten die Tür. Ein warmer Windhauch kam Yalia entgegen. Einen Moment blieb sie noch vor der Tür und trat dann ein. Das Licht war hier viel greller und blendete den weiblichen Engel.

Als sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten, blickte sie sich kurz um. Die Halle war groß, an Wänden und der Boden hatten goldene Verzierungen. Dennoch war das silberne Licht stärker. Ansonsten konnte sie niemanden erblicken und fragte sich, was genau hier nun passieren sollte.

„Yalia, willkommen in der Silberstadt.“, hallte eine Stimme durch den Raum.

Ihr Kopf hob sich an und blickte hinauf. Auf einer Art Balkon stand Tyrael.
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