Shanks und der Kampf mit den Nadeln

von Arzani92
KurzgeschichteHumor / P16
der Rote Shanks
19.05.2014
19.05.2014
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* Das Betreten dieser Kurzgeschichte erfolgt auf eigene Gefahr.
* Der Zeitpunkt ihres Aufschriebs erfolgte nach 22 Uhr, nachdem mir einzelne Satzfetzen schon seit Tagen durch den Kopf geschwirrt sind.
* Der Inhalt ist absolut sinnfrei und dient lediglich zur Unterhaltung und meiner eigenen Gesundheit, damit ich endlich wieder schlafen kann ohne an Shanks in dieser Situation zu denken.
* Ja, ich bin ein wahnsinniges Shanks Fangirl. Nein, ich heiße nicht Naomi.
* Ja, die Andeutung auf die Mary-Sues ist beabsichtigt. Nein, dass ist nicht ironisch gemeint.
Ihr wollt wirklich weiterlesen? Na gut aber vergesst nicht: Ich habe euch gewarnt!



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„Shanks, könntest du bitte aufhören dich wie ein Kleinkind zu benehmen?“
Ein riesiges Grinsen zog sich auf das bekannte Gesicht und blieb dort auch unerbittlich haften. Derweil drückte sich der Besitzer dieses Grinsens an die hinterste Ecke des Krankenzimmers und versteckte seinen Arm hinter seinem Rücken. Dabei pfiff er schuldbewusst vor sich hin und wich ihrem Blick aus. Genervt zog sich ein mürrischer Schatten über das Gesicht der sportlichen Frau, die der Grund war, dass ihr Kapitän sich verhielt wie ein Knallkopf.
In ihren türkisblauen Augen blitzte Ungeduld auf, während sie sich entnervt durch die schwarzen kurzen Haare fuhr und diese noch mehr verstrubbelte als sie es eh schon waren. Man hätte sie alles in allem als hübsch bezeichnen können, wenn sich nicht eine hässliche Narbe direkt durch ihr Gesicht gezogen hätte. Doch alle auf der Red Force hatten sich daran schon gewöhnt und keinen hatte es davon abgehalten ihr Avancen zu machen. Weit gekommen war eigentlich keiner. Nur einer hatte als Ausnahme mal wieder die Regel bestätigt. Warum auch immer, wenn sie ihn sich so ansah.
„Aber Nomi, es tut so weh.“
Die Angesprochene wusste nicht, ob es ihr mehr auf die Nerven ging, dass Shanks sich so anstellte oder dass er sie tatsächlich wieder Nomi genannt hatte. Sie hieß nicht Nomi, sie hieß Naomi.  Naomi! War das denn so schwer?
„Himmel Herrgott nochmal Shanks, es ist eine Spritze. Eine verdammte Spritze! Du gibst keinen Laut von dir wenn du Schwerthiebe oder Kugeln abkriegst, aber eine Spritze tut weh?“
„Ja natürlich, schau dir doch mal diese lange Nadel an. Da kriegt doch jeder Mann Zustände.“
Wieder zog sich ein spitzbübisches Grinsen über das kantige Gesicht des großen Mannes, bevor er wehleidig eine Grimasse zog. Er versuchte ein Trauerspiel abzugeben, aber es funktionierte nicht, denn immer wieder tauchte der Schalk in seinen Augen auf. Es trieb die Ärztin auf die Palme. Seit einer guten halben Stunde machte sie hier nun schon rum und immer noch nicht hatte sie es geschafft ihrem Käpt’n die nötige Impfung zu verpassen, die er eigentlich benötigte. Hätte sie ihn fesseln können, um ihn die Spritze in den Arm zu jagen, sie hätte es gemacht. Leider war der Rothaarige niemand der sich einfach mal so fesseln ließ. Zumindest nicht von ihr. Eigentlich von niemandem.

Sie wusste, dass Shanks schon längst getürmt wäre, wenn sie nicht vorsorglich das Zimmer abgesperrt hätte. Sofort als er den Raum betreten hatte, hatte sie den Schlüssel gedreht und während des Klickens hatte es dem Mann mit den rubinroten Haaren gedämmert, dass sie ihn nicht herbestellt hatte um ihn eine neue Sakesorte probieren zu lassen. Natürlich konnte eine verschlossene Türe einen der vier Kaiser nicht davon abhalten ein Zimmer zu verlassen, wenn er es wirklich wollte. Doch Naomi verließ sich drauf, dass er nicht sein eigenes Schiff zertrümmern würde. Nicht, dass er das nicht schon im Suff ein, zwei Mal gemacht hatte, aber der Ärger, denn er danach mit Ben bekommen hatte war der ganzen Crew noch bestens im Gedächtnis. Eigentlich war es recht amüsant gewesen, wie der Vize Shanks mit den kreativsten Schimpfwörtern bedacht hatte, die sie seit Jahren gehört hatte. Zu sehen wie der große Mann immer kleiner wurde war doch etwas selten komisches. Man musste dem Ganzen zugestehen, dass Ben normalerweise nicht so ausrastete. Normalerweise zertrümmerte Shanks aber auch nicht den Hauptmast der Red Force. Sie hatten danach geschlagene zwei Monate mit der Reparatur zugebracht. Zum Glück hatte der rote Kaiser gute Schiffzimmermänner an Bord.

Trotzdem änderte es nichts daran, dass sie immer noch genervt im Krankenzimmer stand und Shanks sich weigerte die Spritze in Empfang zu nehmen. Müde ließ sie sich auf das nächstbeste Krankenbett fallen und schaute ihren Kapitän mit einer Mischung aus Zorn und Entnervtheit in die Augen. Dabei stützte sie sich mit den Händen ab und lehnte sich leicht nach hinten.
„Jeder Mann schließt in diesem Fall nur dich ein. Keiner - und ich betone das Keiner extra nochmal nur für dich – KEINER hat mich bis jetzt eine halbe Stunde um den Verstand gebracht, weil er eine Impfung bekommen soll.“
Mit einer wegwerfenden Handbewegung wischte der Angesprochene ihre Worte einfach weg. Als hätte er sie auf dem Weg zu ihm einfach gefangen und in die Ecke geworfen, wusste Naomi, dass ihre Worte nicht bei ihm ankamen. Kein einziges.
„Ach … die sind nur zu feige um sich einzugestehen, dass Spritzen ekelhafte Biester und der natürliche Feind eines jeden Mannes sind.“
Ergeben ließ sich die schwarzhaarige Frau rückwärts auf das Bett fallen. Ihr türkisenes Leinenshirt flatterte dabei um ihren Körper und zeichnete im Liegen ihre Konturen nach. Als Shanks auf sie zu kam - das Grinsen konnte sie durch die geschlossenen Augen sehen - streckte sie eins ihrer Beine aus und hielt ihn so davon ab näher zu kommen.
„Wag es ja nicht! Du bekommst den Schlüssel erst, wenn ich dir die Impfung verpasst habe.“
Kurz hörte sie ein Murren und in Gedanken konnte sie sehen, wie Shanks seinen Arm in die Seite stemmte und beleidigt dreinschaute.
„Ich weiß ja eh nicht wo er ist und suchen lässt du mich auch nicht.“
Schwungvoll setzte sie sich wieder auf um sich dann der Brust ihres Kapitäns gegenüber zu sehen. Sein unverwechselbarer Duft stieg ihr in die Nase und kurz zog sich ihr Herz schmerzvoll zusammen, dann wanderte ihr Blick seinen Brustmuskeln hinauf und blieb an seinen Augen hängen. Fordernd streckte sie ihre Hand aus.
„Ist auch besser so. Arm!“
Sofort verschwand dieser wieder hinter dem breiten Rücken, so das Naomi ihn auf keinen Fall zu fassen bekam. Ein Seufzen entwich ihr, während Shanks sich ein Grinsen mal wieder nicht verkneifen konnte.
„Was krieg ich dafür, wenn ich diese Höllenqualen erleide?“
Sofort wusste die Ärztin worauf der Mann vor ihr hinauswollte. Aber ihr fiel keine Methode ein, wie sie ihn anders dazu bringen konnte sich die Spritze geben zu lassen. Also spielte sie wohl oder übel mit. Shanks bekam eh immer was er wollte. Er hatte das Talent sich alles so hinzubiegen, dass sie ihm daraufhin noch nicht mal sauer sein konnte. Dabei hatte sie schon mehr als einmal Grund genug gehabt sauer auf ihn zu sein. Wenn sie ihn nicht so lieben würde, würde sie ihn eventuell hassen. Tat sie aber nicht. Das tat keiner der in der Crew der Rothaar-Piraten war. Dafür war Shanks ein viel zu guter Kapitän, Freund und Mensch. Jeder auf der Red Force würde alles für ihn tun, wenn er es von ihnen verlangte. Er war ihr schlagendes Herz. Nur manchmal benahm er sich eben wie ein Kind. Wobei … nicht manchmal. Fast immer.
„Ich vermute eine Woche Sakeverbot ist kein Angebot das du annimmst. Auch wenn das deiner Leber gut tun würde. Also, was willst du?“
„Wie wärs mit einem Date. Du, ich, der Mondschein …“
Sie rollte mit den Augen und unterbrach ihn mit verstellter Stimme. Sie klang dabei wie die der Mädchen, die sich Shanks in den Bars an den Hals schmissen. Davon gab es wirklich reichlich und keines davon hatte auch nur den leisesten Hauch einer Ahnung, wie gefährlich der Mann war mit dem sie flirteten. Er hätte ihnen jederzeit die Kehle durch schlitzen können und es so aussehen lassen, als wäre es ein Unfall. Musste er aber eigentlich nicht, denn als einer der stärksten Männer der Grandline brauchte er keinen Grund oder eine Entschuldigung. Sie waren Piraten. Sie konnten tun und lassen was sie wollten. Nicht das Shanks andauernd irgendwelchen leichtbekleideten Frauen die Kehle durchschnitt – dafür war er viel zu anständig – aber er könnte. Manchmal wünschte Naomi er würde es tun. Diese Mary-Sues, wie sie sie insgeheim nannte, waren unsäglich.
„… der Alkohol, der Kater, der Morgen danach. Zu mir oder zu dir Schatz?“
Das Funkeln in den warmen Augen war nicht zu übersehen, als er sich zu ihr runter beugte. Sein warmer Atem strich über ihr Ohr und schaffte es ihr eine Gänsehaut über die Haut zu ziehen. Natürlich bemerkte er es, denn leichte Belustigung schwang in seiner Stimme mit, als er anzüglich die Worte säuseln lies.
„Wie wäre es direkt mit hier?“
Langsam näherte sie sich seinem Gesicht und es fehlten Millimeter damit sich ihre Lippen berührt hätten. Ihre Blicke trafen sich und lächelnd registrierte Naomi wie Shanks seinen Arm ihrer Wange näherte, um sie zu sich her zu ziehen. Es fehlten nur noch Sekunden …

In genau diesem Moment griff sie mit der einen Hand nach der Spritze und zog den starken Arm mit der Anderen zu sich her. Schnell und mit geschickten Handbewegungen schob sie den weißen Ärmel ihres Kapitäns hoch und versenkte die Nadel in Shanks Arm.
Dieser stöhnte schmerzvoll auf und funkelte sie böse an. Doch die Ärztin hatte das Serum schon in seine Blutbahnen gespritzt und die Nadel wieder aus der Haut gezogen.
„Verräterin!“
Beleidigt schlug ihr das Wort um die Ohren, doch Naomi lachte es einfach nur weg. Die Schnute die Shanks zog war wirklich traumhaft und kurz wünschte sie, sie hätte einen Fotoapparat da um ein Bild davon zu machen. Natürlich war das aber nicht der Fall. Schade aber auch, Ben hätte sich köstlich amüsiert. Stattdessen packte sie noch liebevoll ein Pflaster auf die Einstichstelle und gab dann den Arm wieder frei.
„Selbst schuld. Wäre auch einfacher gegangen.“
Ein fieses Grinsen zog sich über ihr Gesicht und ihre Augen funkelten ihren Kapitän schelmisch an. Dann fasste sie sich ins Dekolleté und holte dort den Schlüssel hervor. Als er sah wo sie das kleine goldene Metallstück versteck hatte, bekam Shanks große Augen. Dann kam er auf sie zu und tippte ihr gegen die Nase. Seine Stimme klang immer noch leicht beleidigt.
„Den hätte ich ja doch gerne selbst gesucht und da rausgeholt.“
Natürlich wusste sie, dass er den Schlüssel dort gerne selbst rausgeholt hätte. Immerhin war er auch nur ein Mann und noch dazu ihrer. Sie kannte ihn in und auswendig, hatte ihn immer besser kennen gelernt seit sie vor all den Jahren zu seiner Crew gestoßen war. Ihm gehörte ihr Herz und keinem anderen. Auch wenn es anstrengend war.
Kurz gab sie dem Mann vor sich einen Kuss auf die Lippen, dann beugte sie sich zu seinem Ohr. Ihre Augen blitzten erwartungsvoll auf und spiegelten sich in Shanks eigenen.
„Heute Abend vielleicht. Wenn du brav bist.“
Dann drückte sie ihm den Schlüssel in die Hand und scheuchte ihn hinaus. Yasopp, Lou und Ben brauchten auch noch die Auffrischung für die Impfung. Sie hoffte nur, dass es bei den drei kürzer dauern würde.
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