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Un événement inhabituel

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aramis Athos Porthos
18.05.2014
24.07.2014
18
28.973
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.05.2014 1.475
 
Hihi :3 ich dachte mir, zur Feier des Wochenendes, gibts nochmal ein Kapitel. Bis zum nächsten wirds aber dann eine Weile dauern, aber das warten lohnt sich. Hoffe ich doch...
Ach ja und noch was: Haut mir bitte Rezensionen um die Ohren, dass es knallt. Merci :)



Seit nun mehr zwei Tagen war Aveline nun schon unterwegs. In tiefster Nacht hatte sie den Ausgang des Gangs erreicht und hatte nicht gewusst wo sie war. Umgeben von hohen Bäumen musste es aber schon weit entfernt vom Palast sein. Sie hatte sich den Staub vom Kleid geklopft, den Degen etwas fester umklammert und war los gelaufen, bis sie im Osten einen sanften Lichtschimmer erkennen konnte. Mit dem anbrechenden Tag, keimte auch Angst in ihr auf, was mit ihrem Vater und ihrer Mutter passiert war und all den anderen Menschen im Schloss. Trotz Rousels frechem Kuss und ihrer Wut darüber, dass er es derart ungestüm und in einer solch unpassenden Situation hatte tun müssen, machte sie sich doch Sorgen um ihn. Sie hoffte, dass das Volk mit sich reden ließ und zu einer Einigung bereit war.

Doch es quälte sie noch eine ganz andere Sorgen, die Frage nach Verpflegung und Unterkunft. Bis jetzt führte ihr Weg sie nur über Felder und Wiesen, durch dichte Wälder und an kleinen Höfen vorbei. Zu diesen hielt sie aber immer  Abstand, da sie nicht wusste, ob sich die Revolution bereits bis auf das Land ausgebreitet hatte.

Nach langen Überlegen beschloss sie, nach Süd- West,  Richtung Orlèans zu gehen. Es schien ihr unmöglich, das Haus des Freunds ihres Vaters zu finden, Verweilen wollte sie aber auch nicht.
Ihr war bewusst, dass es ein langer Weg werden würde, von Paris bis nach Orlèans war es schon mit dem Pferd  ein vier Tagesritt. Zu Fuß würde es mehr als zwei Wochen dauern.
Als es dämmerte steuerte sie auf einen großen Tannenwald zu, wo sie sich über die Nacht verstecken wollte.

Sie setzte sich an eine große Tanne und lehnte ihren Kopf dagegen. Ihr Augen stachen und brannten vor Müdigkeit und Durst, auch ihre Kehle schrie nach Wasser, doch sie war an keinem Fluss mehr vorbei gekommen. Auch zu Essen hatte sie seit dem Morgen nichts mehr gefunden und voll Sehnsucht dachte sie an ihr Zuhause, wo man das Gefühl Hunger nie wirklich gekannt hatte.
Ihre Füße waren dieser Anstrengung auch nicht  gewachsen, sie waren geschwollen und blutig. Ihre Schuhe hatte sie noch in der Nacht ihrer Flucht zurück lassen müssen. Voll von düsteren Gedanken fiel sie in einen leichten Schlaf, der durch zogen war von schrecklichen Vorahnungen und Träumen.

Plötzlich schreckte sie hoch. Ein Rascheln und  Stimmen hatten um sie herum angehoben. Rasch richtete sie sich auf und lauschte. Die Lärmquelle schien schnell näher zu kommen. Sie blickte sich um. Nicht weit von ihr entfernt, nur im Licht des Mondes zu erkennen, das durch die Bäume fiel, stand ein kleinerer Baum, dessen Äste leicht zu erreichen schienen. Dies schien ihre einzige Möglichkeit sein. Mit einem ungeheuren Kraftaufwand schaffte sie es tatsächlich, sich auf einen den höheren Äste zu schwingen, dort verharrte sie dann lautlos und horchte.

Drei Männer kamen nur ein paar Meter vor ihrem Versteck stehen und schienen sehr außer Atem zu sein. Es war zu dunkel, um sie genau zu erkennen, doch an ihren Stimmen erkannte man es schnell. Sie waren tief und die drei unterhielten sich nicht sehr leise.

„Ich mir ziemlich sicher, dass sie uns nicht bis hier her verfolgen werden!“ sprach der eine und die anderen stimmten ihm brummend zu. „Welch ein Chaos herrscht dort draußen!“

„Das Volk in ganz Frankreich scheint auf den Beinen zu sein und nach allem zu schlagen, was nur im Entferntesten etwas mit dem König zu schaffen hat.“

„Als Musketiere werde wir hier nicht mehr glücklich. Es ist zu gefährlich für uns, hier zu bleiben!“

Aveline, hoch oben im Baum, wäre vor Überraschung fast herunter gestürzt. Welch ein glücklicher Zufall das doch war. Doch die Männer würden sofort angreifen, wenn sie plötzlich auftauchen würde. Sie hätte kaum Zeit, sich zu erklären.

„Dann müsste ich wohl schneller sein!“, dachte sie im Stillen und umklammerte den Griff ihres Degens. Die Überraschung hatte sie auf ihrer Seite.

Es war ein leichtes gewesen, die zwei Männer zu überwältigen und sie von ihren Degen zu trennen. Sie waren vollkommen unvorbereitet und vermutlich auch erschöpft von ihrer vorherigen Flucht, dass sie schon nach einigen heftigen Degenschlägen zusammen brachen und stöhnend liegen blieben.

Nur der letzte, ein Mann etwas größer als sie mit einem leichten Bartwuchs, blockte ihre Angriffe ein ums andere Mal ab und drängte sie zurück. Als sie schon in ihrem Rücken die Rinde eines Baumes spürte, beugte sie sich hinunter und schleuderte ihrem Gegner eine Hand voll Erde in sein Gesicht. Er stolperte zurück und konnte so ihren harten Schlag nicht mehr abblocken. Sein Degen flog hoch durch die Luft und blieb mit der Spitze zitternd in der Erde stecken. Keuchend stürzte er zu Boden und blinzelte seine Angreiferin  zornig an.

Auch leicht außer Atem betrachtete Aveline die drei Männer, wie sie geschlagen auf dem dreckigen Boden lagen.

„Welch eine Schande ihr für das französische Königshaus doch seid!“, lachte sie, mit neu gewonnenem Mut, „Lasst euch von einer Frau besiegen und auf die Knie zwingen.“

„Einen solch feigen Angriff von oben herab, hätte niemand parieren können!“, sagte der Mann mit breiten Schultern und einer tiefen, dunklen Stimme. „Für wen haltet ihr euch, dass ihr uns angreift, die Leibgarde des Königs von Frankreich?“

„Für die Tochter des Königs!“

Sie spürte die Überraschung der drei aber auch das Misstrauen. „Wie war das?“, fragte ein anderer, groß und schlank, mit einem feinen Schnauzbart.

„Ich bin Aveline, einzige Tochter des Königs von Frankreich!“ Zum Beweis fasste sie sich an ihr Dekolleté und offenbarte eine silberne Halskette, fein gearbeitet und mit dem berühmten Wappen darauf.

Die beiden Männer standen auf und verbeugten sich tief vor ihr.
„Aramis, zu euren Diensten!“, sagte der Dünnere.
„Porthos, zu euren Diensten!“, ertönte die tiefe Stimme des Kräftigeren.
Auch der dritte erhob sich, verbeugte sich jedoch nicht und bot ihr auch nicht seine Dienste an.

„Darf ich euren Namen nicht erfahren?“, fragte Aveline.

„Athos!“
Sie nickte und wandte sich wieder an die beiden anderen. „Wenn ich diese Frage stellen darf, aber was tun sie hier? Sollten sie nicht den König verteidigen?“

Schrecken breitete sich auf den Gesichtern der beiden aus: „Ihr wisst es noch nicht?“

„Was?“, Doch Aveline hatte bereits eine dunkle Vorahnung gepackt.

„Der König wurde in der Nacht vor zwei Tagen geköpft, kurz danach seine Frau und mehrere seiner Berater.“ Athos Worte schienen durch ihre Haut zu fahren und tiefe Wunde zu hinterlassen. Ein Schluchzer bahnte sich durch ihre Kehle nach oben, doch sie schaffte es, ihn zu unterdrücken. „Was?!“, war das einzige, was sie heraus brachte.

„Ihr habt schon richtig verstanden. Ganz Frankreich sucht nach euch, damit euch das gleiche Schicksal ereilt, wie eurer Familie.“ Mit zitternden Fingern umfasste sie ihre Kette und riss sie sich vom Hals. Ein letztes Mal sah sie auf das Wappen, dann ließ sie es auf den Boden fallen.

„Ihr dürft nicht in Frankreich bleiben!“, sagte Aramis und trat auf sie zu, „Ihr müsst fliehen!“

„Ich weiß nicht, wohin.“, flüsterte sie.

„Nach England, dort seid ihr geschützt. Ihr könnt mit uns kommen, wir wollen ebenfalls dorthin.“

„Aramis!“, sagte Athos erbost und trat  vor, „Hör auf, solch einen Unsinn vor dir zu geben! Wir gehen nicht nach England. Unser Platz ist hier, in Frankreich.“

„Wir können hier nicht bleiben Athos, sonst blüht uns das gleiche Schicksal wie dem König. Lieber ehrenvoll fliehen, als unehrenhaft sterben. Wir haben diesem Land alles gegeben und so dankt uns es nun? Welch eine Gerechtigkeit ist das?“

Athos blickte ihn nur stumm an und presste die Lippen aufeinander.

„Hier können wir auf jeden Fall nicht bleiben“, sagte Porthos und blickte sich um, „zu kalt zum Schlafen. Lasst uns doch sehen, ob wir eine Bleibe finden und morgen früh sehen wir weiter.“

„Einer meiner Berater berichtete mir von einem Freund meines Vaters, der hier ganz in der Nähe leben soll. Ihm können wir vertrauen!“

„Wenn ihr Monsieur Du Plomb meint, dessen Haus steht tatsächlich ganz hier in der Nähe, etwa eine Stunde Marsch.“, sagte Aramis und deutete nach Westen. „Wir könnten ihn um Hilfe bitten.“

„Dann los!“, sagte Porthos und lief vorne weg, die anderen hinter ihm her.

„Ist alles in Ordnung mit euren Füßen?“, fragte Aramis nach einer kleinen Weile stummen nebeneinander Hergehen und deutete auf sie. „Ich bin das nicht gewöhnt!“, versuchte Aveline sich zu erklären und musste ein wenig lächeln, „Ich war nicht auf eine Flucht eingestellt!“
„Das waren wir alle nicht!“, knurrte Athos vor ihr und warf einen raschen Blick auf ihr sehr unvorteilhaftes Kleid. Aveline verschränkt die Arme vor der Brust und schlug die Augen nieder. In welch ein Schlamassel war sie da nur hinein geraten.
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