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Schicksalskampf

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12 / Gen
14.05.2014
22.05.2014
4
6.048
 
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14.05.2014 815
 
Peter Parker saß gemütlich auf seinem Bett und ließ sich von dem Fernsehfilm berieseln, in dem eine US-Militärtruppe  bei ihrem Auslandseinsatz gerade dabei war, ein mutmaßliches Terroristencamp im Schutze der Dunkelheit zu infiltrieren. Eine durchaus spannend inszenierte Abendunterhaltung, die Peter sich nach dem anstrengenden High School – Tag durchaus verdient hatte, wie er fand. Allerdings war er froh darüber, an diesem Einsatz im Fernseher nicht beteiligt sein zu müssen. „Es ist doch ganz nett,  ab und zu mal anderen dabei zuzusehen, wie sie die bösen Jungs hochnehmen“ murmelte er so vor sich hin, als das Handy klingelte. Wenig erfreut über die Störung, riss er es aus der Hosentasche und stöhnte, als er „Gwen is calling“ in leuchtend grüner Schrift auf dem Bildschirm las. Nicht, dass er nicht gerne mit seiner Freundin spräche, aber ihm war klar, dass das vermutlich ein langes Gespräch werden würde, als er sich das Handy ans Ohr hielt.
„Äh... hi, Gwen“, murmelte er.
„Alles ok, Peter? Du klingst so... überrascht“ kam es durch das Mobiltelefon zurück.
„Nein nein, alles gut... was liegt an?“
„Nun ja, ich wollte dich nur fragen ob du schon eine Idee hast, wo es heute Abend hingehen soll?“
Heute Abend? Hingehen? Peter war froh, dass Gwen sein mit Sicherheit mehr als verwirrtes Gesicht nicht sehen konnte.
„Unser Date, Peter... heute, 20 Uhr, haben wir doch vorhin ausgemacht. Du hast es doch nicht vergessen, oder?“
Der Ton, in dem die Frage gestellt war, ließ Peter nichts gutes erahnen. Er war nur froh, dass seine Erinnerung an die Verabredung wieder da war und dass Gwen ihn diesbezüglich rechtzeitig angerufen hatte. Wenn er nichts hätte hören lassen bezüglich des Dates, dann... nun, das wollte er sich lieber nicht ausmalen.
„Was, nein, wie könnte ich das denn vergessen? Äh, ja... ich... wir könnten... ach, also da hat doch jetzt dieser Italiener aufgemacht, gleich an einer Straßenecke nördlich des Central Parks... tolles Ambiente, wenn du mich fragst, also...“
„Gut, abgemacht... dann um 20 Uhr bei mir, holst du mich ab?“ fiel Gwen ihm ins Wort. Peter schielte auf seine Armbanduhr. Viertel nach Sieben. Das war es dann wohl gewesen mit dem ruhigen Fernsehabend.
„Ja, geht klar, mache ich. Bis dann!“
„Bis dann Pete, ich freue mich... ich liebe dich!“
„Ich dich auch, Gwen!“

Und das tat er wirklich. Dieses Mädchen war die größte Freude seines Lebens... und der einzige Mensch, mit dem er sein größtes Geheimnis bereitwillig teilen konnte... das Geheimnis seiner zweiten Identität. Dennoch brachte genau dieses Mädchen ihn nun in ernsthafte zeitliche Bedrängnis. Oder war er das nicht vielleicht doch selbst gewesen, indem er das geplante Date vergessen hatte? Wie auch immer, Peter wusste, dass er sich beeilen sollte. Er sprang vom Bett auf, schaltete den Fernseher aus und trat mit hastigem Schritt aus seinem Zimmer heraus... so hastig, dass er um ein Haar Tante May umgestoßen hätte. Dieser gelang es, unter einem erschreckten Schrei gerade noch zurückzuweichen und ein unfreiwillig komisches Bild abzugeben, wie sie mit einem Teller Kekse in der einen, einem Glas Milch in der anderen Hand da stand und einen verdatterten Blick zu ihrem Neffen hoch warf.
„Peter, was ist denn in dich gefahren? Ich wollte dir grade einen kleinen Snack hochbringen“.
„Äh, das ist wirklich sehr nett von dir, Tante May... aber ich habe leider keine Zeit, ich gehe aus mit Gwen und möchte noch duschen“ stammelte Peter, so schnell es Mund und Stimme ihm erlaubten.
„Alles klar... ich stelle dir die Milch und die Kekse in dein Zimmer, ja? Vielleicht hast du ja danach noch Appetit drauf“. Peter lächelte und drückte seiner Tante einen Kuss auf die Wange.
„Du bist so fürsorglich, Tante May“.

Nachdem er sich geduscht, geföhnt und in frisches Hemd und Jeans gekleidet hatte, blickte Peter Parker erneut auf die Uhr. ´Schon nach halb acht... mit der Straßenbahn schaffe ich es wohl kaum mehr´, ging es ihm durch den Kopf. Sein Blick fiel in den noch geöffneten Kleiderschrank und dort auf jenes Outfit, das untrennbar mit seinem Schicksal verbunden zu sein schien. Sein Segen und sein Fluch gleichzeitig. ´Es muss sein´. Er öffnete sein Zimmerfenster, um das Haus möglichst rasch und unauffällig verlassen zu können. Dann zog er sich das rot-blaue Kostüm über seine Klamotten, vergewisserte sich, keine Schritte von Tante May am Flur draußen zu hören und ging zum Fenster. Langsam wurde es dämmrig, aber es war noch genug Licht da, um die Straßen beobachten zu können. Er wartete einen geeigneten Moment ab, einen Moment, in dem kaum jemand, weder Autofahrer, noch Fußgänger, noch sonst jemand, seinem Zimmerfenster wohl Beachtung schenken würde. Als der Moment gekommen war, der ihm passend erschien, zog er sich die Maske über das Gesicht und richtete die Netzdüse an seinem linken Arm an die obere Hausecke des Gebäudes schräg gegenüber. Die Netzleine flog rasch und präzise, blieb an an der vorgesehenen Stelle haften und Spider-Man katapultierte sich hinaus in die anbrechende Nacht.
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