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You're mine - I'm yours

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Asahina Futo
14.05.2014
15.08.2015
18
28.683
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
14.05.2014 1.825
 
Vollidioten, Eingeständnisse und Hoffnung | 16. Januar '13


Am nächsten Tag hätte ich mich für diesen Gedanken ohrfeigen können. Aber erstens befand ich mich gerade in der Öffentlichkeit und zweitens wollte genau diese Öffentlichkeit keine Maid mit einer geschlagenen Wange sehen.
Heute sah mein Arbeitsplatz etwas anders als sonst aus. Die Trennwand zwischen unserem Maidcafé und dem Butlercafé war verschwunden, die Theken wurden zusammengeschoben und die Küche wurde ja eh geteilt. Ja, heute arbeiteten wir mit den Butlern zusammen. Ich hatte zwar nichts davon gewusst bis ich hier im Raum gestanden hatte, aber das hatten sie wahrscheinlich Montag besprochen. Und außerdem wollte letztens doch Itsushi-kun mit Nana-chan reden, wahr wohl auch ein Gespräch über diesen Tag gewesen.
Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte, also stand ich mehr oder weniger verloren im nun doppelt so großen Café. Nana-chan meinte, ich solle mich noch nicht so überanstrengen, da ich Montag echt grauenvoll geklungen hatte – so hatte ich mich auch gefühlt!
Bevor ich hier nur noch weiter herum stand und Wurzeln schlagen konnte, schnappte ich mir lieber ein Tablett von der Theke und räumte das dreckige Geschirr von den Tischen ab. Ich nickte dabei denen freundlich zu, die mich grüßten und sich freuten, dass ich wieder da war. Fuuto war jetzt einfach nicht wichtig; durch ihn wollte ich meine Arbeit nicht vernachlässigen.
Auf dem Weg zur Küche begegnete ich einer mir bekannten Person im Flur. Ryo-kun, einer der beliebteren Butler. Er war immer nett und zuvorkommend, doch seine blonden, etwas längeren Haare ließen ihn rebellisch wirken, während er seine weiblichen Gäste oft mit verführerischen Sprüchen beglückte. Ich hatte mich noch nie lange mit ihm unterhalten. Ehrlich gesagt war das erste und einzige Mal ein Gespräch zwischen uns auf einem dreitägigem Sommerferienauslug aufgekommen. Da hatte ich auch festgestellt, dass er sich vor seinen Gästen nicht verstellte und tatsächlich so war. Einfach Ryo-kun halt.
»Hallo, Eve-san, lange nicht gesehen. Hab gehört, dass es dir Montag nicht gut ging – man konnte einige Kunden bis in unser Café hören – und hoffe, dass es dir wieder besser geht. Zumindest siehst du blendend aus, wenn ich das mal sagen darf«, zwinkerte er mir zu.
»Danke. Ja, mir ging es gestern schon wieder sehr gut. Ich war einfach nur einem ... ähm ... harten Tanztraining unterzogen worden«, erklärte ich etwas verlegen.
Der Blonde hob eine Augenbraue. »Tanztraining? Übst du heimlich für deinen Freund?«
»F-freund? Ich ha-habe ... keinen Freund.«
»Was?«, rief er gespielt entsetzt aus. »Das ist doch eine Verschwendung, dass du alleine bist. Die Jungs von heute haben einfach keinen Geschmack mehr, sag ich dir. Aber ich muss dich jetzt wieder verlassen, mein Typ wird bestimmt da vorne verlangt.« Schon war er weg.
Meine Alarmglocken klingelten leicht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich war ganz genau sein Geschmack. Ach, wahrscheinlich war das gar nicht so. Alles Fuutos Schuld, dass ich so dachte. Ganz sicher! Kopfschüttelnd ging ich wieder weiter.

Meine Schicht war gerade zu Ende gegangen und ich hatte mich schon auf den Weg gemacht, da wurde ich mitten im Laufen von einer Hand an meiner Schulter gestoppt. Erschrocken sah ich nach hinten und erkannte Ryo-kun.
»Ein Glück, dass ich dich noch erwischt habe. Himmel, dafür, dass du so kurze Beine hast, legst du ein ganz schönes Tempo an den Tag«, schnaufte er.
»Oh, entschuldige, aber sonst wird mir kalt. Was möchtest du denn?«
»Du hast ja gesagt, dass du keinen Freund hast. Also, wie wäre es, wenn wir uns mal treffen?«
Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen. »Ähm ... ich weiß nicht.«
»Wie? Bist du in jemanden verliebt oder warum weißt du es nicht?« Er machte mir irgendwie leicht Angst.
»N-nein, aber ...« Wenn ich zustimmen würde und Fuuto würde das herausfinden – das würde er, da war ich mir sicher –, dann wollte ich gar nicht wissen, was der mit mir vorhatte.
»Du hast weder einen Freund, noch bist du verliebt. Was spricht also dagegen?« Er kam etwas näher auf mich zu, die Leute strömten um uns herum vorbei.
»Nichts, aber ... aber ... es geht halt nicht.«
»Warum denn nicht? Wir können es doch wenigstens versuchen.«
Und bevor ich etwas erwidern konnte, hatte Ryo-kun mich an den Oberarmen zu sich gezogen und seine Lippen auf meine gelegt – inmitten all dieser Leute. Ich war viel zu geschockt, um irgendwas zu machen, doch als ich seine Zunge an meiner Unterlippe fühlte, kam ich wieder zu. Wütend stieß ich ihn weg.
»Sag mal, hast du sie noch alle?! Wenn ich ›Nein‹ sage, dann heißt das auch ›Nein‹! Ich habe meine Gründe, abzulehnen, wenn du das nicht verstehen willst, dann bist du schlicht und ergreifend ein Vollidiot!«, fauchte ich und machte auf dem Absatz kehrt, quetschte mich durch die Leute hindurch. Einige reagierten empört, aber das war mir egal. Zog ich tatsächlich nur Vollidioten an oder was?

Immer noch grummelnd schloss ich die Wohnungstür auf. Der Typ machte mich echt sauer. Dank dem hatte ich meine Bahn verpasst und durfte eine halbe Stunde dämliche Blicke ertragen, weil ich im Kreis hin und her gelaufen war, damit mir während der Wartezeit nicht kalt wurde. Dann war natürlich kein Platz mehr frei gewesen und ich konnte die ganze Fahrt lang stehen. Genervt öffnete ich meine Stiefel, zog meinen Mantel aus und lief auf Socken zu meinem Zimmer. Erstmal raus aus den warmen Klamotten, die Heizung reichte hier vollkommen aus.
Mich wieder in meinen Wohlfühlklamotten befindend, ging ich ins Wohnzimmer, um von dort in die Küche zu gelangen. Weit kam ich allerdings nicht. Fuuto saß auf dem Sofa und sah mich mit einem undefinierbaren Blick an. Keine Ahnung, was der hatte, also zuckte ich innerlich mit den Schultern und ging weiter. Ich genehmigte mir einen Muffin und biss lustlos hinein. Bei genauerem Hinsehen bemerkte ich, dass zwei fehlten.
»Haben sie dir geschmeckt?«, fragte ich also.
Keine Antwort. Ich drehte mich um und begegnete noch immer dem selben Blick. Also irgendetwas hatte der. Er hatte mich doch nicht mit Ryo-kun gesehen? Oder etwa doch?
»Sag mal, hast du einen Geist oder so gesehen?«, versuchte ich es nochmal und biss wieder in das kleine Küchlein.
Hah, er bewegte sich! Langsam stand er auf und kam auf mich zu. »Nein, keinen Geist oder so. Nur einen Kerl, der meine Nee-san mitten in der Öffentlichkeit küsst.« Verdammt, ich war geliefert.
»Du ... vertust dich sicherlich.«
»Ich würde Nee-san immer und überall erkennen.« So, wie er klang, konnte man fast meinen, er wäre eifersüchtig. Aber das war Fuuto, der schauspielerte nur etwas.
»Weißt du was? Ja, du hast richtig gesehen, aber ich habe ihn nach einer Schocksekunde von mir wegstoßen und angeschnauzt. Aber bild' dir darauf bloß nichts ein, das habe ich nicht wegen dir gemacht.« Ich war anscheinend immer noch sauer auf Ryo-kun.
»Ich glaube, ich kann das besser beurteilen.«
»Ach? Kannst du? Das bezweifele ich aber mal stark«, gab ich schnippisch zurück.
Der Braunhaarige kam so nah an mich heran, dass es keinen Ausweg zwischen ihm und der Küchenzeile für mich gab. Trotzdem ließ ich mich nicht davon einschüchtern und blickte ihm hoch erhobenen Hauptes fest in die Augen.
»Ja, kann ich. Hast du mich etwa weggestoßen? Nein, das hast du gestern nicht. Du weißt ganz genau, dass du meine Nee-san bist und dich nur von mir anfassen und berühren lassen willst.« Mit diesem feststehendem Fazit von ihm beugte er sich leicht zu mir hinunter und küsste mich.
Unfreiwillig musste ich ihm recht geben, ich konnte ihn einfach nicht abwehren. Nicht einmal ein Versuch klappte. Meine Hände, die miesen Verräter, legten sich lieber um seinen Nacken und zogen ihn noch näher zu mir heran. Im Moment wusste ich nicht, was ich wollte oder nicht wollte. Gerade genoss ich einfach das Gefühl seiner Lippen auf meinen. Ihn stieß ich auch nicht weg, als er mit seiner Zunge über meine Unterlippe leckte. Nahezu willig öffnete ich meinen Mund und ließ mich auf dieses Zungenspiel ein.
Völlig ›berauscht‹ von diesem Kuss machte es mir auch nichts aus, dass das Idol mich etwas hochhob und mich auf die Anrichte setzte. Als er sich zwischen meine Beine drängte, um so nah wie möglich an mir dran zu sein, hatte ich auch nichts dagegen einzuwenden. Meine Hände in seinem Nacken spielten leicht mit seinen – tatsächlich total weichen – Haaren und auch Fuuto fuhr mit seinen Fingern ununterbrochen durch meine Haare.
Erst, als die Luft knapp wurde, lösten wir uns wieder voneinander, doch verharrten wir weiterhin in dieser Position; die Lippen nur wenige Millimeter entfernt. Meine Gedankengänge, die komplett ausgeschaltet wurden, nahmen wieder Betrieb auf und als ich ihm in die Augen sah, wurde mir etwas bewusst. Fuuto würde gewinnen. Er würde gewinnen, das wusste ich, das wusste er. Sobald er mich in seinem Bann hatte, ließ er mich nicht mehr los, bis er hatte, was er wollte. Und ich war komplett machtlos dagegen. Mein Körper machte, was er wollte und mein Verstand verabschiedete sich. Ich würde definitiv verlieren.
Ja, ich gab die Hoffnung auf. Ich gab sie auf, doch ich würde weiter kämpfen, dass war ich mir – und meiner Unschuld – schuldig. So schnell wird er mich nicht ins Bett kriegen, das stand fest.
Völlig in Gedanken versunken, rissen Fuutos Worte mich schlagartig wieder daraus. »Das war der beste Abschied, den ich mir vorstellen konnte – zumindest momentan«, sprach er leise.
Moment, was redete der da? Abschied? »Häh?«, machte ich also sehr intelligent.
»Nun, Nee-san«, begann er, »ich werde gleich abgeholt und dann bin ich für vier Wochen weg. Ich werde in mehreren Städten kleine Konzerte halten.«
»Oh.« Ja, ›Oh‹. Mehr wusste ich darauf nicht zu erwidern. Nicht, weil ich traurig und enttäuscht war – okay, vielleicht ein bisschen –, sondern weil ich mir in diesen vier Wochen wieder einen klaren Kopf beschaffen konnte. »Dann, viel ... Erfolg«, sagte ich noch, als es schon an der Tür klingelte.
»Den werde ich garantiert haben, Nee-san, aber danke.« Er stahl sich noch einen Kuss von mir, dann holte er seinen Koffer – den ich nicht bemerkt hatte –, der neben dem Sofa stand und kurz darauf hörte ich schon die Tür ins Schloss fallen.
~~~~~~~~


Ähm, hallu :3
Ich melde mich auch mal. ^-^'
Wie ihr sicherlich bemerkt habt - wenn nicht, mache ich mir Sorgen xD - ist meine FanFiktion etwas anders, als wie man sie in diesem Fandom erwartet. Da kickt Resa einfach mal zwölf Brüder raus und lässte die arme Eve alleine mit dem versauten Idol. °^° Es ist halt was anderes und das wollte ich erreichen. ^^
Und ja, wie ihr gemerkt habt, also langsam kann Eve ihren Widerstand nicht mehr aufrecht erhalten. Was die vier Wochen wohl mit sich bringen? Das weiß nur ich - so irgendwie. xD
Also, ich schreibe jetzt weiter in meiner stickigen Bude alias Zimmer, ignoriere den Sonnenschein, nutze meine sechs Wochen Ferien und freue mich auf meine Pizza nachher. *^*
Und danke an die Favoriteneinträge und Reviews - entschuldigt, dass ich nie antworte. .-. Bin nich' so der Typ dafür.
Bis dahin,
Resa~ :3
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