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You're mine - I'm yours

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Asahina Futo
14.05.2014
15.08.2015
18
28.683
4
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14.05.2014 1.504
 
Weihnachten mal anders – ganz anders | 24. Dezember '12


Wasser umfing mich von allen Seiten, als ich mich in die Wanne gleiten ließ. Wieder ein Weihnachtsfest alleine. Nun ja, wenn man von dem Idol, welches vermutlich noch schlief, im Zimmer nebenan mal absah.
Das Leben mit Fuuto war gar nicht so einfach. Wann immer er da war, kommandierte er mich herum und machte seine Späße mit mir, indem er mir irgendwelche zweideutigen Kommentare ins Ohr flüsterte. Als wäre es nicht schon genug, meine empfindlichen Ohren anzuhauchen – was beim Sprechen ja schließlich passierte –, sondern auch diese Sprüche hinterher zu schieben. Das machte das ganze definitiv nicht einfacher. Und dann hatte er sich noch eine Angewohnheit angeeignet ...
»Nee-san?« Und das war diese Angewohnheit. Nannte mich Schwester, ging aber mit mir um, wie mit seinen Fans – nur halt mit seinem wahren Ich und nicht auf die Art und Weise, wie er es als Idol tun würde.
Moment mal, hatte ich ihn nicht gerade gehört? Wahrscheinlich hatte ich mir das auch nur eingebildet.
»Nee-san!?« Oder auch nicht.
Warum konnte er nicht ein bisschen länger schlafen? Nicht mal ein ruhiges Bad war mir vergönnt.
»Was ist?«, rief ich leicht genervt zurück. Ich konnte es gar nicht leiden, wenn man mir mein Bad nicht gönnte. Dann schwand meine Höflichkeit immer teilweise.
»Nee-san wird zickig, was?« Förmlich sah ich sein Lächeln vor meinen Augen. »Aber das beiseite. Jetzt beeil dich, meine Körperpflege ist wichtig! Gutes Aussehen ist wichtig für ein Idol!«
Also nee, das konnte der vergessen. Ich wollte schließlich auch nicht mit unreiner Haut durch die Gegend laufen. Und das nannte sich fröhliches Weihnachten ... »Vergiss es, ich war zuerst hier.«
»Weißt du, Nee-san, ich habe letztens gelernt, wie man Schlösser knackt. Diese Tür ist kein Hindernis und so kann ich sogar noch sehen, was sich unter deiner Uniform verbirgt.«
Schlagartig färbte sich mein Gesicht rot und ich ließ mich vollständig ins Wasser sinken. Natürlich musste er wieder meine Arbeit ansprechen. Zudem glaubte ich ihm in Sachen Schlösser knacken. Wenn ich mich recht erinnerte, hatte er das mal in einer Sendung erzählt. Aber das wichtigste war: Wie konnte ein fünfzehnjähriger Junge so verdorben sein? Ich wusste darauf echt keine Antwort.
»Nee-san, gefällt dir etwa die Vorstellung, dass ich das Schloss knacke?« Ich konnte seine Stimme immer noch schwach vernehmen, aber ich antwortete nicht. »Okay, wenn das so ist, Nee-san ...«
Schnell riss ich meine Augen auf – war leider nicht sehr taktvoll, da ich mich in einem Schaumbad befand, aber das war jetzt nicht so wichtig. Der meinte das echt Ernst. Ich zog den Stöpsel aus der Wanne, damit er bloß nicht die Idee bekam, ich wollte, dass er in meinem Wasser baden könnte, und wickelte mich in ein Handtuch ein. Ausgerechnet heute musste ich meine Kleidung im Zimmer liegen lassen. Das war noch zum verrückt werden!
Halbwegs beruhigt schloss ich die Badezimmertür auf, das Idol lehnte grinsend an der Wand gegenüber – natürlich nur in einer Jogginghose.
»Das Bad ist frei«, versuchte ich möglichst freundlich zu sagen.
Er kam auf mich zu. Instinktiv hielt ich mein Handtuch fest, ehe er sich wieder einmal zu meinem Ohr beugte. »Nasse Haare stehen dir nicht, Nee-san.« Sein Atem kitzelte mein Ohr und seine Haare meine Wange.
Ich wandte mich schnell von ihm ab, um endlich in mein Zimmer gehen zu können. In diesem angekommen, zog ich mir erstmal eine gemütliche Schlafhose, ein Top und eine warme Strickjacke an. Gemütlich, warm und hoffentlich schreckte es Fuuto ab.

»Was machst du da, Nee-san?«
»Hm?«, fragte ich wenig schlau, ließ meinen Blick aber auf den Fernseher gerichtet. »Ich spiele Mario Kart Wii.«
Der Braunhaarige ließ sich auf den Boden neben mich fallen. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass er mich mal grinsend beobachtete.
»Ist was? So kann ich mich nicht konzentrieren.« Und schon wurde meine Rosalina von der Fahrbahn abgelenkt.
»Oh, verliert Nee-san in meiner Gegenwart ihre Konzentration? Ich fühle mich geschmeichelt. Und was gibt es zu essen? Schließlich ist heute Weihnachten.«
»Raclette. Ist Tradition bei Mom und mir. Da wirst selbst du nicht drum herum kommen.« Seufzend startete ich die Runde erneut. Wie ich den Regenbogenboulevard hasste, besonders mit Motorrad.
»Raclette? Für zwei Personen? Bist du dir sicher, dass du Raclette meinst, Nee-san?«
»Ja, bin ich.«
»Und was als Nachtisch? Wie wäre es mit Herrencreme?« Wie schön, er wollte mich mit Pudding betrunken machen. Hallo? Er kannte mich noch nicht mal drei Tage und führte sich auf, als würde er mich schon ewig kennen. Und Pudding, in dem Alkohol war, war doch die Höhe!
Okay, Eve, beruhig dich und tu so, als wüsstest du nicht, was das ist und schlag etwas anderes vor. »Tut mir Leid, aber Vanillepudding ist ebenfalls Tradition.« Und schon wieder verlor ich meine Position als Erste, als Rosalina zum zweiten Mal ins Weltall fiel. Genervt schaltete ich die Konsole aus, ehe ich mich erhob, um mir aus dem Kühlschrank eine weiße Trinkschokolade zu nehmen. Glücklich das Getränk trinkend lehnte ich mich gegen die Arbeitsplatte der Küchenschränke.
Es wunderte mich nicht, dass Fuuto hinter mir herkam und vor mir stehen blieb.
»Nee-san hat ganz schön kurze Haare«, sagte er, während er einfach nach einer gerade mal schulterlangen, hellblonden Strähne von mir griff. »Aber es steht dir. Weißt du, normalerweise kann ich Mädchen mit kurzen Haaren nicht leiden, aber du bist eine Ausnahme, Nee-san.«
»So kurz sind meine Haare doch gar nicht«, erwiderte ich. »Sag mal, Fuuto, wir kennen uns noch nicht mal drei Tage und sind Stiefgeschwister in spe, also was machst du da eigentlich?«
Er kam meinem Gesicht so nah, dass nur noch weinige Zentmeter zwischen uns waren. »Ach, Nee-san, ich weiß doch, dass du es auch willst.«
Ich verschluckte mich an meinem Getränk und sah ihn völlig entgeistert an. »Bitte was?«, fragte ich hustend.
Wieder dieses Lächeln. »Du hast mich schon verstanden, Nee-san.« Er ließ von mir ab und ging aus dem Raum.

»Fuuto, so kann ich nicht das Gemüse schneiden, wenn du so dicht hinter mir stehst.« Mit wenig Aussicht auf Erfolg, versuchte ich, ihn von mir weg zu drücken, damit ich in Ruhe weiter Sachen klein schneiden konnte.
»Aber es ist so faszinierend, wie Nee-san das Messer führt. Mit so viel Elan. Aber verschwende deine ganze Energie nicht nur für das Essen, schließlich bin ich auch noch da, Nee-san.«
Einfach nicht darauf eingehen, nicht darauf eingehen. Du hast überhaupt nichts gehört, gar nichts. Es ist alles in Ordnung.
Ich vertiefte mich so sehr in diese Gedanken und schmiss mich förmlich in meine Arbeit, dass ich geschockt innehielt, als sich ein stechender Schmerz durch meinen linken Zeigefinger zog. Warum musste ich mir ausgerechnet jetzt in den Finger schneiden?
»Nee-san, sag doch gleich, dass meine Anwesenheit dich nervös macht.« Fuuto griff nach meinem linken Handgelenk und zog es zu sich nach hinten. Mein Gesicht färbte sich scharlachrot, als ich etwas Feuchtes um meinen verletzten Finger spürte. Hinzu kam, dass der Hellbraunhaarige seinen rechten Arm um mich legte und an sich presste.
»H-hör auf damit. Das kannst du doch nicht machen. Wir sind schließlich Stiefgeschwister – oder zumindest fast ...«
Aber er hörte nicht auf mich, vielmehr schien es ihm richtig Spaß zu machen, seine Zunge um meinen Finger streichen zu lassen. Sahen wir es positiv, er schmerzte wenigstens nicht mehr.
»Das sind doch nur Ausflüchte, Nee-san. Jedes andere Mädchen wäre spätestens jetzt umgekippt, aber du nicht. Wehre dich nicht, ich weiß, dass es dir gefällt, Nee-san.«
»Fuuto, jetzt lass mich bitte los, ich möchte das Essen fertig machen.«

Letztendlich hatte ich es geschafft, etwas zu Essen zu machen und saß nun satt auf dem Fußboden. Wie immer hatte Mom mein Weihnachtsgeschenk in ihrem Schrank versteckt, da sie wusste, dass ich es nicht vorher öffnen würde. Sie hatte mir ein wunderbares Back-Set in hellblau geschenkt – backen tat ich für mein Leben gern.
»Nee-san, du bist die perfekte Hausfrau. Du kannst kochen und backen und siehst selbst in solchen Klamotten gut aus. Da kann man doch gar nicht anders, als dich am liebsten mit ins Schlafzimmer zu nehmen.«
Wie bitte, ›Hausfrau‹? Ja, ich ignorierte gekonnt den Rest seines Gesagten.
»Und mein Vater schenkt mir einfach ein Buch darüber, wie man Damen zu behandeln hat. Sowas brauche ich nicht. All die Mädchen da draußen liegen mir doch zu Füßen und du, Nee-san, du magst doch sowieso lieber mein wahres Ich, nicht?«
»Hmm? Was hast du gesagt?« Ich war zu vertieft darin gewesen, zu gucken, was alles in dem Set enthalten war, dass ich nur am Rande mitbekam, dass er überhaupt etwas sagte.
»Nee-san, ignorier mich nicht.« Plötzlich griff Fuuto nach meinen Handgelenken und drückte mich auf den Boden.
Entgeistert sah ich ihm in die hellbraunen Augen. »Hey, was soll das werden? Lass mich los! Das ist nicht witzig!«
»Das soll es auch nicht sein, Nee-san«, flüsterte er und wieder näherte sich sein Gesicht dem meinen. Diesmal war noch weniger Platz zwischen ihnen als am Morgen.
Er wollte doch nicht etwa ...?
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