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You're mine - I'm yours

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Asahina Futo
14.05.2014
15.08.2015
18
28.683
4
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15.03.2015 2.050
 
Ehrlichkeit und Hochzeit | 28. Februar ꞌ13


Obwohl heute die Hochzeit meiner Mutter war, ließ ich es ganz normal wie jeden Morgen angehen. Gähnend und mich streckend ging ich ins Wohnzimmer, setzte mich an den Tisch, der schon gedeckt war – teilweise zumindest. Mom und Rintarou-san waren mitten in der Nacht hier eingeflogen und Mom hatte sich heute Morgen wohl ziemlich abgehetzt, um zum Frisör zu kommen. Das erklärte auch das Durcheinander auf dem Wohnzimmertisch.
Lustlos starrte ich an die Wand. Seit dem Vorfall mit Fuuto zeigte ich ihm die kalte Schulter. Noch immer war ich verletzt und hatte Angst vor ihm. Und er schien eingesehen zu haben, dass ich dadurch nicht mehr dieselbe war wie vorher. Momentan war unsere Wette auf Eis gelegt und wenn sie wieder weiter gehen sollte, müsste das Idol wieder von vorne anfangen. All das, was ich immer gefühlt hatte, wenn wir uns näher gekommen waren, erschien mir jetzt unglaubwürdig, manches sogar lächerlich.
Gestern war beinahe die ganze Schule ausgeflippt, als Fuuto dort als neuer Erstklässler erschienen war. Der einzige Vorteil an dieser Sache war, dass es kein riesiges Gedrängel vor den Noten- und neuen Klassenaushängen gab. Eine schlechte Schülerin war ich noch nie gewesen, nur in Politik, Physik und Biologie schwächelte ich ein bisschen – meine Noten spiegelten das auch wider. Trotzdem gehörte ich nicht zu den zehn Besten der ersten Klasse, aber das war in Ordnung, denn als zu schlau wollte ich auch nicht gelten. Dennoch war Platz 15 auch noch ziemlich gut. Meine neue Klasse war die 2-1, wo ich nach ein paar Überprüfungen feststellte, dass alle 14 Plätze vor mir nicht in dieser Klasse vertreten waren. Genervt seufzte ich auf, damit hatte ich den Rang der schlauesten Schülerin in dieser Klasse inne. Daran ändern konnte ich aber auch nichts. Also war bis auf Fuutos Erscheinen und die Verabschiedung der Drittklässler nichts Interessantes geschehen.
So langsam hatte sich in meinem Kopf die Theorie eingenistet, dass Fuuto nur so eifersüchtig auf meinen Laptop und das Spiel gewesen war, weil er mich schlicht und ergreifend besitzen wollte – und den wollte er offensichtlich nicht teilen. Es konnte einfach nicht sein, dass er aus einem anderen Grund eifersüchtig war. Neben der Sache mit dem Besitzen gab es nur die Möglichkeit, wegen Liebe Eifersucht zu empfinden. Aber als ob der mich lieben würde. Er kannte bestimmt noch nicht mal das Schriftzeichen für Liebe!
Allerdings hatte ich das Gefühl, dass er mir das nicht absichtlich angetan hatte. Er war so anders als sonst gewesen – definitiv nicht er selbst. Moment ... Warum nahm ich ihn denn schon wieder in Schutz? Maso-Eve, hör auf, meine Gedanken zu verdrehen! Ja, Maso-Eve spukte nach wie vor in meinem Kopf herum und ließ sich von ihrer Meinung auch nicht abbringen, auch wenn sie es jetzt schwieriger hatte, damit zu mir durchzudringen. Oh Gott, das klang ja, als wäre ich schizophren! So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt ... Das war alles Fuutos Schuld! Wegen dem Idioten war mein Leben nicht mehr so sorglos wie vorher. Aber- Klappe, Maso-Eve, du wirst gerade nicht gebraucht!
»Ich will mein altes Leben wieder ... Wo Fuuto noch nicht da war ... Dann wäre ich jetzt nicht so zerrissen ... Ohne ihn wäre nie in so eine Situation geraten ...«, murmelte ich und ließ den Kopf hängen. »Es könnte so viel einfacher sein. Nur ich und meine Spiele, damit war ich immer wunschlos glücklich gewesen. Aber jetzt? Jetzt ist dieser dämliche Vollidiot von Idol in mein Leben getreten. Hat mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt und dabei fand ich es zum Ende nicht mal mehr so schlimm ... Wenn ich schon nicht in mein altes Leben zurück kann, dann soll es wenigstens wieder so sein ...«
Jetzt hatte ich es doch tatsächlich ausgesprochen. Mir wurde erst jetzt bewusst, wie sehr es mir doch letzten Endes gefallen hatte. Es stimmte tatsächlich, dass Tatsachen erst dann richtig real für einen wurden, wenn man sie aussprach. Gut, momentan könnte ich Fuuto nicht mehr so leicht an mich heranlassen, aber sobald ich das wieder zulassen könnte, wäre es ein Leichtes für ihn, mich wieder um den Finger zu wickeln.
Okay, ja, er hatte mir Angst gemacht und in dem – viel zu langem – Augenblick wollte ich nie wieder etwas von ihm wissen, aber irgendwie musste ich Maso-Eve doch recht geben. Das war wirklich nicht er selbst gewesen. Fuuto war zwar ziemlich pervers veranlagt, aber das hatte nichts mehr mit Perversität zu tun. So war er nicht, auch wenn ich es die erste Zeit geglaubt hatte. Nein, das hatte er definitiv nicht aus Absicht getan. Trotzdem hatte er sich bis jetzt noch nicht entschuldigt, aber vielleicht vermutete er, dass ich es nicht hören wollte.
Langsam hob ich den Kopf wieder an – und begegnete einem Blick, der mir deutlich sagte, dass mein Gemurmeltes nicht für mich alleine blieb. Dieser Blick, leicht entsetzt, leicht überrascht, etwas reuevoll, war echt, daran war nichts falsch, ich konnte ihm dieses Mal nicht schauspielerische Fähigkeiten unterstellen. Das ging einfach nicht.
»Würdest du mir verzeihen, wenn ich dir eine angemessene Entschuldigung entgegen brächte, Eve-san?«
Erschrocken riss ich die Augen auf. Eve, er nannte mich Eve. Das konnte doch nicht sein. Ich war doch ›seine Nee-san‹, oder nicht?! Alles außer Nee-san aus seinem Mund klang einfach falsch.
»Ich ... ich weiß nicht ... aber nenn mich nicht so, das passt einfach nicht ... Weißt du, Fuuto, du hattest so ein leichtes Spiel mit mir und ich sträube mich eigentlich dagegen, das zu sagen, aber ich will wieder dahin, bevor ... das passiert ist. Du hast mein Vertrauen missbraucht. Ja, ich hatte wirklich darauf vertraut, dass du niemals so eine Sache bringen würdest, ganz besonders nicht wegen einem dämlichen Computerspiel. Doch die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern, aber die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Ich will dir so gerne wieder vertrauen, also versuche dein Bestes ...« Okay, das hatte ich gerade wirklich gesagt, oder? Hatte ich wirklich nichts besseres zu tun, als ihm meine Gefühlslage zu unterbreiten? Offensichtlich nicht. Siehst du, du willst ihn doch haben. Jaja, du hast ja recht.
Das nächste, was ich spürte, waren Fuutos Lippen, die sich ganz leicht und kurz auf meine legten. Sein rechter Daumen strich vorsichtig über meine linke Wange, sein Blick war offen und ehrlich. Jedoch war ich nicht in der Lage, mich zu rühren.
»Es tut mir Leid, Nee-san.« Die Worte waren zwar nur gehaucht, aber meine Dämme waren fast gebrochen.
»Ich ... ich muss mich fertig machen ...« Dann stand ich ruckartig auf und rannte in mein Zimmer. Idiotischer hätte meine Reaktion nicht sein können.

Es klang zwar unhöflich, aber ich hatte Hunger. Ich liebte meine Mutter, natürlich, aber sie ließ jetzt seit fast drei Stunden Fotos machen, nachdem wir bei ›Chez‹ angekommen waren. Gut, es gab Finger Food, aber das war halt kein richtiges Essen. Wenn ich wenigstens jemanden zum Reden hätte. Aber nein, bis auf Fuuto und die Tochter der Trauzeugin meiner Mom war niemand in meinem Alter. Mit Fuuto konnte ich mich nach dem Vorfall heute Morgen nicht unterhalten und die andere war einfach komplett eingebildet – strohdumm noch dazu. Ach ja, und sie war ein ultimativer Fuuto-Fan. Und hey, ich saß genau zwischen den beiden. Was hatte ich mal wieder für ein Glück ...
»Fuuto-kun, was hältst du von meinem Kleid?«, fragte sie gerade und riss mich somit aus meinen mitleidigen Gedanken. Sie, ich hatte ihren Namen schon längst wieder vergessen, trug ein marineblaues, trägerloses Kleid – war der nicht kalt? –, welches ihre zu breiten Schultern unschön betonte.
»Es ist ein schönes Kleid«, antwortete Fuuto, »aber ich finde Nee-sans Kleid schöner. Ich mag die Farbe von Pfirsichen und diesen unschuldigen Schnitt.«
Hallo, ich sitze auch noch hier! Und Mist, ich wurde gerade von Blicken erdolcht. Ich wollte nicht wissen, was sie gerade dachte. Allerdings wollte ich auch nicht wie ein verschrecktes Reh wirken.
»Das Kleid ist wirklich schön, aber es passt nicht zu dir. Und ist dir nicht kalt in dem Kleid?« Ihr Geduldsfaden riss gerade. Das hatte ich nicht ganz damit bezwecken wollen.
»Kaa-san! Eve-san ist gemein zu mir!« Okay, das war kindisch. Ihre Mutter drehte ihr Gesicht zu uns und sah uns fragend an.
»Du fasst es nur als gemein auf, dabei habe ich nur meine ehrlich Meinung dazu gesagt«, erwiderte ich.
»Nein, du warst gemein zu mir«, beharrte sie auf ihre Meinung.
»Also ich fand nicht, dass Nee-san was Gemeines gesagt hat, sie war wirklich nur ehrlich«, mischte Fuuto sich mit ein.
»Aber, aber, du hast das doch auch nicht gesagt!«
»Weil du mich gefragt hast, wie ich das Kleid finde, nicht, wie ich dich in dem Kleid finde.«
»Boah, du bist gar nicht so cool und nett, wie du auf der Bühne immer tust!«
»Bedenke, wenn du meinen Ruf schädigst, kann ich dich anzeigen«, gab Fuuto gelassen zurück. Er stellte sich gerade echt gegen einen Fan, um mich in Schutz zu nehmen? Siehst du, ihm liegt doch etwas an dir. Ja, ich hab’s verstanden. Fuuto ist toll, ich weiß, und wenn ich ihm wieder vertrauen kann, wird es wieder besser werden. Okay, wie oft wollte ich mir das noch eingestehen?

Danach war Ruhe gewesen und das Mädchen hatte sich eingeschnappt umgesetzt. Irgendwann war Mom auch vollkommen zufrieden gewesen, was die Fotos anbelangte und so konnten wir endlich essen. Ich war zwar nicht so der Suppen-Fan, aber etwas Hühnersuppe aß ich dann doch. Der Hauptgang und der Nachtisch waren eh das Beste am Essen. Besonders der Stracciatella-Pudding hatte es mir angetan – den musste ich bei Gelegenheit mal selber machen.
Nachdem auch das letzte Geschirr wieder von den Tischen verschwunden war, wurde die Musik, die die ganze Zeit über leise im Hintergrund gelaufen war, leise gedreht, um den Reden des Brautpaares und der Trauzeugen zu lauschen. Es waren schöne Reden gewesen, die auch etwas Witz enthalten hatten, sodass wir Zuhörer auch etwas zu lachen hatten.
In dieser aufgelockerten Stimmung gingen Rintarou-san und meine Mom in die Mitte des Saales, um dann mit dem Beginn einer romantischen Ballade ihren Hochzeitstanz auszuführen. Mom war schon immer eine talentierte Tänzerin gewesen, sodass sie problemlos ihren Kopf auf Rintarou-sans Schulter legen konnte. Ich war irgendwie ganz froh, dass ich  nicht dieses Tanztalent geerbt hatte, denn sonst hätte es die Tanzstunden mit Fuuto nie gegeben. Apropos, war damit nicht unser Tanz als nächster dran? Ich will nicht!
Doch Fuuto wäre nicht Fuuto, wenn er nicht nach einem kleinen Applaus für unsere Eltern aufgestanden wäre und mir seine Hand hinhielt. Dann war es jetzt wohl soweit. Die Blicke aller klebten förmlich an uns. Etwas unsicher ließ ich mich auf die Tanzfläche führen, den Blick konsequent auf meine Füße gerichtet. Oh hoffentlich trat ich ihm damit nicht auf die Füße und knickte um!
Nagami Eve, hör auf, dich so verrückt zu machen! Du bist doch sonst auch nicht so. Das Training hat doch immer ganz gut geklappt, also warum sollte jetzt etwas schief laufen?
Mit neuem Mut legte ich meine andere Hand auf Fuutos Schulter und sah ihm endlich in die Augen; er lächelte. Seine zweite Hand, die sich nun an meiner Hüfte befand, zog mich noch etwas enger an ihn und dann begannen wir zu tanzen.

Es war wirklich alles ohne Probleme verlaufen und ich hatte mich beim Tanzen so wohl gefühlt, dass ich nicht mal mitbekommen hatte, welche Musik eigentlich gelaufen war. Nach unserem Tanz kamen dann auch andere Tanzpärchen auf die Tanzfläche, aber ich wollte mich noch nicht von Fuuto lösen, so tanzten wir noch ein wenig weiter.
Ja, ich glaube, ich konnte ihm doch verzeihen, egal, wie sehr er mich erschrocken hatte. Er hatte mich einfach in der Hand und so schlimm fand ich es gar nicht mehr.
~~~~~~~~


Äh, ja, Resa lebt noch. ^^'
Es tut mir verdammt Leid, dass ihr so lange warten musstet, aber ich hatte einfach nicht den Anreiz schreiben. Es wollte einfach nicht und dabei wusste ich, was in dem Kapitel vorkommen sollte. ._. Und außerdem muss/musste ich noch meine Facharbeit schreiben und selbst dafür konnte ich die ersten vier der sechs Wochen nicht nutzen, weil ich einfach keinen Elan zum Schreiben hatte. v.v
Ich versuche jetzt wieder, schneller ein Kapitel hinzudeicheln, auch wenn ich gerade keinen Plan hab, wovon das nächste handeln soll ... Aber nun ja, ich finde immer irgendwas. ^^
Also, bis dahin,
eure Resa~ :3
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