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You're mine - I'm yours

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Asahina Futo
14.05.2014
15.08.2015
18
28.683
4
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
14.05.2014 1.623
 
Beinahe wie eine Familie | 16. Februar '13


Irgendwie war an Tanzen überhaupt nicht zu denken, als wir diesen Samstag wieder mit dem Training begannen. Das lag an zweierlei Dinge: Einerseits daran, dass ich die letzten vier Wochen nicht einen Finger dafür krumm gemacht hatte, da es alleine einfach stumpfsinnig war und andererseits daran, dass ich mich dieses Mal nicht bei seinen Berührungen wehrte. Wir knutschten mehr herum, als richtig die Hüften zu schwingen. Dabei war die Hochzeit in weniger als zwei Wochen. Ich sollte mich innerlich schon darauf vorbereiten, dass es in eine Lachnummer ausarten könnte.
Im Moment sah es wenigstens nach einem Engtanz aus – auch, wenn das nicht viel besser war. Meine Hände waren in Fuutos Nacken verschränkt, hatte mich dabei ganz nah an ihn gedrückt, während seine Arme locker um meine Hüfte lagen und seine Lippen sich schon wieder an meinem Hals zu schaffen machten. Ganz toll. Es war schon gestern schwer genug gewesen, den dunkelroten Fleck zu verstecken – mit einem dünnen Schal und der Ausrede, ich hätte Halsschmerzen. Jetzt könnte ich längere Haare gut gebrauchen. Wobei, sie sind in letzter Zeit doch ein ganzes Stück gewachsen.
Anscheinend fand er meinen Hals jetzt nicht mehr so interessant, denn er hatte davon abgelassen und kam meinem Gesicht näher. Unsere Lippen berührten sich fast, als ein »Eve-chan! Fuuto-kun!« durch die Wohnung schallte. So schnell wie möglich riss ich mich von dem Idol los, um völlig rot im Gesicht auf dem Sofa zu sitzen, als meine Mutter und Rintarou-san den Raum betraten. Knapp ... Das war wirklich knapp gewesen. Und mein Herz schlug noch immer wie verrückt.
»Was guckst du so entgeistert? Erkennst du jetzt schon deine eigene Mutter nicht mehr?« Sie lachte leise.
»Äh ...«
»Sie ist nur erschöpft, Miwa-san. Ich verlange vollen Körpereinsatz, damit wir uns nicht blamieren. Stimmt’s?« Der Hellbraunhaarige sah mich an.
Du willst bestimmt einen ganz anderen ›vollen Körpereinsatz‹. Dank diesem Gedanken brachte ich daher nur ein dümmliches »Häh?« heraus.
»Ich glaube, du verlangst etwas zu viel von ihr, Fuuto. Eve-san ist ja völlig fertig«, warf dessen Vater in die Runde.
Ich bin nicht wegen dem Training – auch als herum knutschen bekannt – so aus der Puste, sondern weil ihr beide mir den Schreck meines Lebens eingejagt habt. Hätte Mom nicht durch die Wohnung gerufen, dann ... Ich will es gar nicht wissen ... Ich wäre erledigt, das steht fest. Apropos, warum waren die überhaupt hier?
»Was macht ihr hier?«
»Na, ihr Kinder solltet uns vor der Hochzeit wenigstens nochmal zu Gesicht bekommen. Aber ich kann nur dieses Wochenende – bevor die Frage kommt, wieso nicht nächstes Wochenende, da dann eine Modeschau in Mailand ist. Ich habe etwas von Skandal gehört; das ist ein Muss für mich! Ach ja, also kochen wir heute gemeinsam und haben Spaß.«
»Spaß ist immer gut«, entgegnete Fuuto freundlich und warf mir ungesehen von unseren Eltern einen Blick gut.
Ja, ich kann mir denken, was du meinst. Nicht mit mir ... zumindest nicht vor meinem Geburtstag ... ganz sicher ... hoffe ich ...
»Dann sorge für gute Laune. Dass du kochen kannst, wäre mir neu.«
»Bei deinen großartigen Kochkünsten würde jeder sagen, dass er nicht kochen kann.«
»Ach. Also kannst du doch kochen und lässt mich immer schuften?«
»Nein, ich kann tatsächlich nicht kochen.«
»Dann lern es gefälligst.«
»Wenn du es mir beibringst, gerne.« Mein Stiefbruder in spe und ich starrten uns an – keiner war gewillt, nachzugeben.
»Müssen wir das verstehen?«, fragte Rintarou-san vorsichtig.
»Nein«, kam es synchron von uns beiden.
Meine Mutter hob beschwichtigend die Hände. »Verstehe, verstehe – oder auch nicht. So, Rintarou, wir gehen einkaufen. Was wollt ihr?«
»Gebratene Nudeln mit Geflügel«, kam es nur von mir. Fuuto nickte darauf nur.
»Ist gebongt. Dann bis später, ihr Beiden. Und dass ihr mir ja die Wohnung stehen lasst und euch selbst auch gegenseitig nicht zerfetzt.« Schon waren die Erwachsenen wieder verschwunden.
Der Jüngere kam auf mich zu und beugte sich über mich. »Ich hätte dagegen nichts. Wenn es etwas wilder zugeht, hat das auch was. Nicht, Nee-san?«
Eine Möglichkeit zum Antworten ließ er mir nicht, sondern verschloss stattdessen meine Lippen mit seinen. Man sollte jede freie Sekunde auskosten oder wie es auch immer hieß, richtig? Leider war meine Mutter eine der Frauen, die nicht an jeder Ecke im Supermarkt stehen blieben, sondern schnurstracks ihre Einkaufsliste abarbeitete. Also blieb uns nicht viel Zeit, da die beiden im Groben nur zwei Bereiche aufsuchen mussten: die Fleischtheke und die Gemüseablage. Gewürze, Soßen und Nudeln hatten wir schließlich hier. Aus einer Kurzschlussreaktion aus dieser Feststellung heraus klammerte ich mich regelrecht an den Körper schräg über mir, krallte mich in seine Kleidung.
»Was ist los, Nee-san? Willst du mich gerade etwa so sehr, obwohl du weißt, dass sie bald wieder kommen und es deshalb nicht geht?« Er lachte leise gegen mein Ohr, wodurch ich meinen Kopf zur anderen Seite kippen ließ. Ich war dort viel zu empfindlich.
»Wir haben zwar eine andere Definition von ›wollen‹, aber im Grunde genommen, ja, das ist meine Sorge«, gab ich zurück.
»Dann sollten wir wohl weniger reden und die wenige Zeit besser nutzen.«
Als Antwort nickte nur und zog ihn wieder zu mir.

Leicht murrend löste ich mich von Fuuto, als ich unsere Eltern wieder vernehmen konnte und schlurfte irgendwie lustlos in die Küche. Vermutlich sah ich aus wie sieben Tage Regenwetter.
Schwungvoll stellte meine Mutter die Einkaufstüte auf der Anrichte ab und besah sich unsere Küche.
»Ich glaube, wir vier werden uns gleich definitiv im Weg stehen. Hach, ich freue mich schon auf die Diskussionen deswegen«, schwärmte sie vor sich hin.
»Miwa, bist du dir sicher, dass wir meinen Sohn das Essen mit zubereiten lassen wollen?«
»Er kann Nudeln kochen, das geht ja wohl noch. Oder, Fuuto-kun?«, fragte ich in seine Richtung.
Dieser kam auch in die Küche und besah sich fragend die Schränke. Ich bedeutete ihm, wo Töpfe, Abtropfsieb und etwas zum Rühren waren, ehe er sich an die Arbeit machte. Ein Hoch auf unsere große Herdplatte, denn während er die Nudeln kochte, konnte ich mich gleichzeitig um das Anbraten des Fleisches kümmern und aufpassen, dass wir nachher nicht einen Nudelball oder ähnliches essen mussten. Mom und Rintarou dagegen machten Beilagen. Reisbällchen mit Gurken- oder Karottenfüllung, da wir sonst nichts zu Hause hatten.
Es dauerte nicht lange, bis sich jemand beschwerte, dass ein anderer im Weg stand und dann zu diskutieren anfingen, wer jetzt wem im Weg stand. Ich hielt mich lieber heraus und passte auf, dass das Fleisch nicht zu dunkel wurde, denn das konnte ich gar nicht leiden. Dann noch Gemüse und Gewürze hinterher – fehlten nur noch die Nudeln. Ich sah Fuuto mürrisch an, als er das Wasser überkochen ließ. Mit einer Gabel nach einer Nudel angelnd, stellte ich aber nach dem Probieren fest, dass sie durch waren. Schnell abtropfen lassen und hinterher in den Wok werfen, etwas weiter brutzeln lassen – fertig! Unsere Eltern hatten scheinbar auch ihre Arbeit vollrichtet und trugen die Beilagen auf einem länglichen Teller zum Esstisch, der in der Zwischenzeit auch wieder seinen alten Platz eingenommen hatte. Wann wer den umgestellt hatte ... keine Ahnung.
So wie es hier momentan alles war, war das ein Gefühl von einer richtigen Familie? Es war so ungewohnt, hatte ich doch immer nur eine Mutter gehabt und war die meiste Zeit eh alleine gewesen. Ein Familienleben mit Vater, Mutter und Geschwistern kannte ich doch gar nicht. An sich gefiel es mir wirklich, auch wenn ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen konnte, Geschwister zu haben – dafür war ich zu lange Einzelkind gewesen –, aber das, was zwischen Fuuto und mir war, das lief definitiv nicht mehr unter Geschwistern. Ob das jetzt so besser war, als wenn wir uns die ganze Zeit angifteten, wusste ich nicht so recht. Ich wusste ja noch nicht mal, was das jetzt genau zwischen uns war. Was genau wollte Fuuto von mir? Wollte er mich nur ins Bett kriegen? Wenn ja, warum eigentlich? Wollte er sich selber beweisen, dass er selbst einen ›Nicht-Fan‹ dazu bringen konnte, ihm zu verfallen? Natürlich, es war auch teilweise sein verdorbener Charakter, aber er wollte mich ja offensichtlich ins Bett kriegen. An mir konnte es ja wohl nicht liegen, denn er hatte es ja von Anfang an versucht. Sowas wie ›Liebe auf den ersten Blick‹ gab es in seinem Wortschatz wahrscheinlich gar nicht. Warum war das nur so kompliziert? Vielleicht sollte ich einfach mit ihm reden ... Aber ob das überhaupt möglich war? Schließlich war unser Redebedarf mittlerweile ziemlich gesunken – er war ja eh nie besonders hoch gewesen.
Den Kopf auf der Hand abgestützt, aß ich ein Stück Geflügel und schob dann ein paar Nudeln hinterher. Was um mich herum passiert, bekam ich durch meine Grübelei nicht wirklich mit. Nur, dass plötzlich Essen vor mir gestanden hatte, mehr nicht.
»Eve-chan, worüber denkst du so angestrengt nach?«, fragte meine Mutter mit besorgtem Gesichtsausdruck.
Leicht verpeilt blickte ich zu ihr. »Hmm? Ähm ... mit wem ich nächstes Schuljahr in eine Klasse komme ...«
»Oh, das ist ja schon bald soweit. Am Mittwoch vor der Hochzeit ist ja schon dein letzter Schultag als Erstklässlerin. Und Fuuto-kun, du kommst dann auch in die erste Klasse. Wir können leider nicht kommen, aber Eve-chan, du kümmerst dich um ihn, richtig?«
Abwesend nickte ich. Bleib mir eine andere Wahl? Nein. Fuuto würde schon dafür sorgen, dass ich ihn beachtete. Und wenn nicht in der Schule, dann umso mehr, wenn wir zu Hause sind. Es gab wirklich kein Zurück mehr für mich, oder?

~~~~~~~~

Ja, da bin ich wieder. Entschuldigt, dass es diesmal etwas länger gedauert hat. Mir fiel partout nichts ein und bevor ich mir Stress mache und das Kapitel versaue, lasse ich es lieber ruhen. oô
Wie ihr seht, die Eltern gibt's auch noch. xD
Also, bis zum nächsten Kapitel, Resa~ :3
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