Die Darcys auf Pemberley Teil I

von Bihi
GeschichteRomanze / P16
Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Georgiana Darcy
14.05.2014
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14.05.2014 5.114
 
Lehrzeiten der Gutsherrin

So ging Fitzwilliam Darcy, der so hochmütige Herr von Pemberley, daran, seine Träume von den Räumen für seine Elizabeth Schritt für Schritt umzusetzen. Nur, dass er nicht mehr hochmütig war, jedenfalls nicht, was seine Elizabeth betraf. Er machte sich mit Eifer an die Planung. Da er sich nicht beraten ließ, war er sehr gespannt auf die Wirkung. Er wollte nur das Beste für seine Elizabeth, und so wartete er auf die gewünschten Dinge zum Teil ziemlich lange, da sie extra angefertigt werden mussten. Da er das gegenwärtige Schlafarrangement liebte, hatte er es absolut nicht eilig. Er gab bei den Bestellungen extra an, dass ihm die Qualität wichtiger war als die Geschwindigkeit. Er wusste aus Erfahrung, dass er bei dem Tonfall stets nur allerbeste Qualität bekam.
Zu Weihnachten wurden diese Arbeiten unterbrochen. Die Gardiners waren zu Besuch. Die vier Erwachsenen zogen sich gerne in den kleinen Salon zurück und unterhielten sich. Sie hatten bereits eine gemeinsame Vergangenheit und freuten sich auf eine gemeinsame Zukunft. Allerdings behielt sich Mr. Darcy vor, dass zukünftige Reisen seiner Gattin in einer Darcy-Kutsche stattfinden sollten, mit ihm zur Begleitung. Er hatte genügend Reisekutschen, die größer und bequemer waren als die Gardiner-Kutsche, das wäre für die vier Personen doch komfortabler. Man könnte Pemberley zum Ausgangspunkt für eine Reise in den Lake Distrikt wählen. Dagegen hatten die Gardiners keinen Einwand. Er forderte sie auch auf, die Kinder und die Nanny dann mit nach Pemberley zu bringen. Dann wäre die Trennung um etwa sechs Tage kürzer. Er erinnerte sich daran, wie im Jahr zuvor Mr. Gardiner sich darauf freute, die Kinder wieder im Haus zu hören. Die Gardiners freuten sich über diese Rücksichtnahme.
Er dankte ihnen noch einmal herzlich, dass sie im Sommer den Lake Distrikt zugunsten von Pemberley aufgegeben hatten. Wer weiß, wann er sonst seine Elizabeth hätte heiraten dürfen. Der liebevolle Seitenblick auf seine Elizabeth zeigte den Gardiners, dass das keine Floskel war. Sie waren von Herzen froh, ungewollt zu dieser Ehe beigetragen zu haben. Sie schien die einzig richtige Entscheidung sowohl für die Nichte als auch ihren Gatten gewesen zu sein.

Es wurden auch Ausfahrten mit der Kutsche gemacht, um das ganze Ausmaß des Parkes zu zeigen. Das war seit dem Sommer ja der Wunsch von Mrs. Gardiner gewesen. Im Winter wirkten die Wälder natürlich nicht so sehr beeindruckend. Die Gardiners sollten zu einer günstigeren Jahreszeit wiederkommen. Bis zum Sommer hätte Mrs. Darcy sicher gelernt, die Gig zu lenken. Da sie auch von Ponys gezogen werden konnte, war sie von der Erntezeit unabhängig einsetzbar. Fast hätte Mr. Darcy doch 'mein Elfchen' statt 'Mrs. Darcy' gesagt. Diese Anrede hatte er sich angewöhnt, weil sie einerseits immer noch sehr schüchtern, andererseits doch sehr unkonventionell war. Elizabeth nahm den Kosenamen als Liebesbeweis entgegen, ohne den Sinn dahinter ergründen zu wollen.
Georgiana kümmerte sich gern um die vier Kinder, die es tatsächlich bis zum Geschenke-Tag aushielten, sich still und gesittet zu benehmen. Nach Empfang der Geschenke wurde es ihnen schon sehr viel schwerer. Elizabeth war viele Geschwister gewöhnt und liebte den Trubel. Georgiana war entzückt und bedauerte, dass ihre Mutter nur zwei Kinder geboren hatte. Mr. Darcy dachte nur wehmütig daran, dass noch viel Zeit vergehen musste, bis seine eigenen Kinder das große Haus mit Leben füllten. Er konnte es kaum erwarten und fragte sich immer wieder, wie seine Gattin dazu stand.

Das Thema stand für sie auch auf der 'peinlichen Liste'. Darum hatte er sich noch nicht mit ihr besprechen können. Wenn sie in seinem Bett lag, hatte er wichtigere Dinge im Sinn als 'peinliche Themen' anzuschneiden. Er hatte nicht bei jedem Thema verstanden, warum es peinlich war, aber es war ja auch ihre Liste und nicht seine. Er fragte sich nur mitunter, ob die 'Peinlichkeit' in dem Unterschied zwischen Mann und Frau begründet war oder in ihrer Erziehung. Er hatte ja lange angenommen, dass sie gar nicht erzogen wurde und sie sich mühselig selber erzogen hatte, aber die Hochzeitsnacht hatte ihm bewiesen, dass sehr wohl eine sehr strikte Erziehung gegriffen hatte. Da sie peinliche Themen nur bei Dunkelheit besprechen konnte, ging es nur spätabends, und dann, wie gesagt …
Bisher schien sie keine Angst vor der Mutterschaft zu haben. Jedenfalls hatte sie sich noch nie verweigert, was seiner Meinung nach ein sicheres Anzeichen für eine solche Angst gewesen wäre. Außerdem war sie sicher dazu erzogen, zumindest einen Sohn für die Familie zu gebären. Er hätte zwar gerne einen Erben für Pemberley, aber wenn das bedeutete, dass sie sich dann von ihm zurückzog, sollten doch lieber erst einmal drei oder vier Mädchen geboren werden. Dann wären wohl ein oder zwei Jungen angebracht und bis dahin hatte er noch viel Zeit, sich weitere Gründe auszudenken. Andererseits wären sechs bis sieben Kinder durchaus ein Grund, auf ihre weiteren Wünsche Rücksicht zu nehmen. Nun ja, erst einmal musste eines geboren werden.

Plötzlich fiel ihm ein, dass er lange Einzelkind war. Er war sich sicher, dass über lange Zeit keine Babys im Haus waren. Für seine früheste Kindheit konnte er das ja nicht genau sagen, aber ab so etwa sieben Jahren hatte er bestimmt keine Geschwister gehabt. Dann war er mit elf Jahren schwer erkrankt. Seine Schwester wurde im Jahr darauf geboren. War sein aufkommender Verdacht gerechtfertigt?
Nein, so ein Leben wollte er seinen Eltern nicht unterstellen und erst recht nicht mit seiner Elfe führen. Er musste ihr einfach immer wieder zeigen, dass 'Nachtaktivitäten' auch für eine Dame schön sein konnten. Jedenfalls vermutete er das. Sehr große Fortschritte hatte sie im letzten Monat ja nicht gemacht, aber sie schien sich doch in seinen Armen gut aufgehoben zu fühlen. Bei Elfen dauerte die Gewöhnung vielleicht etwas länger. Außerdem wusste er nicht, ob es bei Damen wirklich schneller ging.

Im neuen Jahr gingen die Renovierungsarbeiten noch langsamer voran. Es regnete so heftig und andauernd, dass die Straßen immer schlechter wurden. Dazu kamen noch niedrige Temperaturen, die es den Zugtieren erschwerten, die üblichen Lasten zu ziehen. Die Lieferanten schrieben Entschuldigungen, der Herr antwortete ungewohnt langmütig, dass man gegen die Widrigkeiten des Wetters eben nichts ausrichten könne, und er volles Verständnis für die Verzögerung habe.

Elizabeth gewöhnte sich nicht nur an die merkwürdigen Dinge, sondern auch daran, eine gute Gutsherrin zu sein. Georgiana half ihr dabei und erklärte, wann welche Besuche bei den Armen gemacht wurden. Sie erklärte auch, welche Frauen bei bestimmten Tätigkeiten bevorzugt angestellt werden sollten. Da ging es nicht nur um die Fähigkeiten der Frauen, sondern auch darum, dass besonders bedürftige Familien eine Chance auf Verdienst bekommen mussten. So gab es eine Schneiderin für Kleider, eine für die Weißwäsche und eine für die Tisch- und Bettwäsche. Alle anderen Arbeiten würden von Mrs. Reynolds vergeben. Eigentlich wäre das auch die Aufgabe der Gutsherrin, aber …

Mrs. Darcy verstand sofort. Es war ihr einfach nicht möglich, die mütterliche Mrs. Reynolds anzusehen und ihr zu sagen, dass sie jetzt nach mehr als sechzehn Jahren nur noch eine bevorzugte Bedienstete war, statt die Leiterin des Hauses. Deshalb bat sie die Haushälterin, doch bitte bei den Belangen des Hauses weiterhin selber zu entscheiden, soweit möglich. Das wollte die Haushälterin nicht annehmen, da sich es nicht gehörte, die Hausherrin zu übergehen.
Mrs. Darcy fand aber eine gute Lösung: Da sie keine Erfahrung in der Führung eines so großen Hauses hatte, bat sie Mrs. Reynolds, ihr jeden Morgen die anstehenden Entscheidungen mitzuteilen und ihr Vorschläge zu unterbreiten, vielleicht mit einem dezenten Hinweis, welcher sich in der Vergangenheit als besonders gut erwiesen hatte. Sie wollte nicht das ganze Haus durch Veränderungen in Aufruhr stürzen.
Mrs. Reynolds war von dieser Hausherrin sehr angetan. So rücksichtsvoll! So freundlich!! So gar nicht hochmütig!!! Eine Zeit lang hatte sie ja befürchtet, Miss Bingley würde die neue Hausherrin. Mr. Darcy hatte sich zwar nicht so verhalten, aber die Dame. Einige Damen erreichten ihre Ziele ja auch, wenn der Herr es eigentlich nicht wollte. Und Miss Bingley schien von dieser Sorte zu sein. Sie hätte sich keine großartigen Gedanken um die Gefühle anderer gemacht, hätte das Anordnen aus Prinzip genossen. Ein Neffe hatte ihr einmal erzählt, dass bis vor fünf oder sechs Jahren ein angesehener Händler, ein gewisser James Bingley, in Yorkshire gelebt hatte – mit drei Kindern, zwei Töchtern und einem Sohn. Dann hatte er sein Geschäft aufgegeben und nur noch als Privatier gelebt. Die Töchter sollen ziemlich arrogant gewesen sein. Ob das die gleichen Bingleys waren? Aber das war gleichgültig, weil sie ja nun mit den Darcys nichts mehr zu tun hatten. Nun, von der jungen Mrs. Darcy war sie ja von dem Tag angetan, an dem sie zu einer Besichtigung hierher kam, so freundlich – und so verträumt, wenn die Sprache auf Mr. Darcy kam … So verträumt sah sie jetzt nicht mehr aus, wenn man von ihm sprach; nur beim Frühstück oder wenn sie seine Schritte hörte, stahl sich dieser Blick wieder in ihr Gesicht.

Lehrzeiten des Gutsherrn


Mr. Darcy dagegen zeigte sich jetzt seinen Aufgaben viel besser gewachsen. Er reiste nicht mehr ständig durch England, sondern blieb bei seiner Familie und kümmerte sich um das Gut. Er kümmerte sich wirklich so verantwortungsvoll um alle Gutsbelange, dass der Verwalter schon befürchtete, arbeitslos zu werden.
Dieser Angst wurde durch ein Gespräch im Arbeitszimmer Mr. Darcys ein Ende gemacht. Er lobte den Verwalter ausdrücklich für die umsichtige Arbeit. Aber wenn der Gutsherr verantwortlich handeln sollte, musste er den Betrieb gut kennenlernen. Mit der eigentlichen Arbeit war er nicht vertraut, das war nie in seiner Erziehung inbegriffen gewesen. Er wollte schlicht und einfach kein Gutsherr sein, der den ganzen Tag in der Bibliothek saß, während andere seine Erträge erwirtschafteten. Er wollte auf die Arbeitsbedingungen und das Wohlergehen der von ihm Abhängigen achten, der Verwalter war von nun an für die Qualität und für den reibungslosen Ablauf der Arbeit zuständig und in der Abwesenheit seines Herrn natürlich weiterhin für die Leitung. Das einzige, was sich geändert hatte, waren die Zeiten, in denen der Herr nicht auf Pemberley sein würde.
Der Verwalter war erleichtert. Es war eine Ehre, für einen so umsichtigen Gutsherrn arbeiten zu dürfen. Als er hier die Arbeit aufnahm, wurde er in Lambton gewarnt, dass die Familie fürchterlich stolz und unnahbar wäre. Diese Fassade war auch notwendig, um den Respekt vor dem zweitreichsten Mann von Derbyshire zu erhalten. Aber hinter der Fassade war er ein fürsorglicher Herr. Wenn der Wandel zu mehr Fürsorge nicht schon zwei Jahre vorher eingesetzt hätte, könnte man direkt meinen, das wäre der Einfluss der neuen Herrin. Welcher Gutsherr hätte denn die Pacht gesenkt bei schlechter Ernte? Normalerweise wurde doch ein Kredit zu hohen Zinsen gewährt. Das hatte der junge Herr aber offensichtlich nicht einmal in Erwägung gezogen. Nein, auf diese Arbeitsstelle konnte er so stolz sein wie die Darcys auf ihr Pemberley. Er war bereit, alles zu tun, um den Ruhm der Darcys zu mehren und seine Position zu erhalten – oder auch umgekehrt. Aber das Ergebnis blieb dasselbe.

Mr. Darcy hätte viel lieber jede wache Minute mit seiner geliebten Elizabeth verbracht. Aber das hätte den Namen Darcy, auf den er immer noch ungeheuer stolz war, zum Gespött der Umgebung gemacht. So trachtete er danach, sich in seinem Verantwortungsbereich sinnvoll zu beschäftigen. Er wollte nicht seinem Schwiegervater nacheifern, der sich fast den ganzen Tag in der Bibliothek aufhielt, um so wenig wie möglich mit dem Gut oder der Familie zu tun zu haben. Nun, das Gut konnte man, Erfahrung vorausgesetzt, wirklich von der Bibliothek aus leiten. Aber er war nicht gewillt, sich mehr als unbedingt notwendig von seiner Elizabeth fernzuhalten. Er konnte sich auch nicht vorstellen, dass er jemals diesen Wunsch haben würde.
Allerdings befand er sich nun fast täglich für kurze Zeit in ebendieser Bibliothek – aber gemeinsam mit Elizabeth. Sie wählten Bücher aus, die sie beide lesen wollten, um sich dann darüber unterhalten zu können. So zeigten sie sich gegenseitig ihre Lieblingsbücher. Wenn Elizabeth eines nicht fand, das sie gerne las, stellte er sich ganz dicht hinter sie, um ihr beim Suchen zu helfen.
Eines Tages sagte sie mit leichtem Vorwurf in der Stimme: „Wie soll ich denn mein Buch finden, wenn Eure Nähe mich so ablenkt, dass ich sogar den Titel vergesse?“ Daraufhin fand sie ihre Bücher noch seltener. Fitzwilliam hatte mitunter den Verdacht, dass sie gar kein Buch suchte, sondern nur so tat als ob. Er ging gerne auf dieses Spielchen ein. Es war eben ihre schüchterne Art, um seine Nähe zu bitten. So gekonnt sie ihre Meinung auch zum Ausdruck bringen konnte, wenn es um Gefühle ging, hatte man ihr beigebracht, diese auf gar keinen Fall preiszugeben. Er versuchte, sie zu ändern, und in gewissem Rahmen versuchte sie auch, seine Wünsche zu erfüllen. Aber es fiel ihr sehr schwer – und es fiel ihm fast noch schwerer, die kleinen Fortschritte anzuerkennen. Er vergaß immer wieder, das kleine Elfchen eben auch nur kleine Schritte machen konnten.
Wenn aber ein Buch tatsächlich gesucht wurde und nicht in der Bibliothek war, wurde es gekauft. Er hatte ja schon vor über einem Jahr in Netherfield gesagt, dass man die Pflege einer Bibliothek nicht vernachlässigen dürfe. Allerdings hatte er das der Nervensäge Miss Bingley gesagt, die sich so bewundernd über den Umfang seiner Bibliothek geäußert hatte, obwohl ihr Bücher fast völlig egal waren. Sie kannte von einigen wohl genug vom Inhalt, um intelligente Konversation zu machen, aber er hatte den Verdacht, dass sie im Gegensatz zu Elizabeth nicht wirklich Ahnung hatte, wovon sie sprach. Hätte er versucht, mit ihr eine Bücherliste zu erstellen, ohne seine Präferenzen anzudeuten, wäre es sicher eine Liste der seichten Literatur geworden.
Auf dem Ball in Netherfield hatte Elizabeth geglaubt, dass ihre Buchvorlieben zu verschieden waren, um ein gutes Gesprächsthema abzugeben. Nun lernten sie voneinander. Da sie seichte Literatur nicht mochte, waren die Opfer, die Fitzwilliam ihr brachte, in Wirklichkeit keine. Sie musste auch nicht erst an ernste Literatur herangeführt werden, weil sie die schon immer mit ihrem Vater gelesen und diskutiert hatte. Aber sie beide erweiterten ihre Interessen. Sie lernten nicht nur voneinander, sondern auch einander noch besser kennen. Die Abende, die sie lesend oder diskutierend verbrachten, waren so anregend, dass Elizabeth nicht die Abendgesellschaften und Bälle vermisste, wie es ihr besorgter Gatte zuerst befürchtet hatte. Sie lebte förmlich auf, wenn sie einen ganzen Abend lang einfach nur Elizabeth sein durfte, vielleicht mit einer gehörigen Portion Puck, statt der Gutsherrin, bei Gesellschaften mit einer Prise Titania.
Die Diskussionen erinnerten an die Abende in Netherfield, nur dass jetzt der kämpferische Unterton fehlte, den Elizabeth damals hören ließ, aber auch von Fitzwilliam gepflegt wurde. Er versteckte ihn einfach nur besser unter seinem Hochmut. Aber, wie gesagt, diese Zeiten waren nun lange vorbei, und sie diskutierten durchaus liebevoll, ohne unbedingt auf der eigenen Meinung beharren zu wollen, aber auch nicht zurückzustecken, wenn persönliche Ansichten als unverzichtbar galten.
Auch Georgiana profitierte davon, weil sie einerseits versuchte, auch die 'Literaturliste abzuarbeiten', und andererseits den Diskussionen aufmerksam folgte. Sie hatte das Gefühl, nun etwas zu lernen, das weder Schulen noch Gouvernanten lehrten. Sie hatte Recht: Sie lernte, dass in einer Partnerschaft der gegenseitige Respekt wichtiger war als die gleiche Meinung. Allerdings hörte sie stets nur zu, ohne sich einzumischen. Sie wollte keinen der beiden durch eine Parteinahme verletzen. Ihr kam nicht in den Sinn, dass weder Elizabeth noch Fitzwilliam das so gesehen hätten.

Zur Freude seiner Schwester erkundigte sich ihr Bruder auch nach Bällen in Lambton oder Kympton. Wenn ihm die Gästeliste zusagte, erschien er dort mit seinen beiden Damen. Die gehobene Gesellschaft fühlte sich geschmeichelt, dass die Darcys jetzt doch häufiger bei offiziellen Anlässen zu sehen waren. Sie schrieben dies dem Stolz des Gutsherrn auf seine ausnehmend hübsche Gattin zu, womit sie nicht so ganz unrecht hatten.
Er fand es hervorragend, dass er jetzt jederzeit mit seiner Elfe tanzen konnte, sie ihm nicht mehr auswich und vor allem keine Körbe mehr gab. Wenn jetzt ein Herr mit ihr tanzen wollte, musste er nicht mehr machtlos und eifersüchtig zusehen. Man musste ihn fragen und er konnte ablehnen, wenn er wollte. Er lehnte die Herren ab, bei denen Elizabeth zu erkennen gab, dass sie mit ihnen nicht tanzen mochte. Entweder er tanzte dann selber mit ihr oder er erklärte, dass seine Gattin nach all den Tänzen einmal aussetzen müsste, um eine Erfrischung zu sich zu nehmen. So wurden diese Bälle zur Quelle reinster Freude für ihn und auch für sie. Sie ersparten sich die Etikette der Tanzkonversation, hatten sich aber trotzdem meist viel zu sagen, wenn nicht mit Worten, dann zumindest mit Blicken.

Mrs. Darcy war sich ihrer neuen Würde sehr bewusst und bemühte sich, dieser neuen Rolle gerecht zu werden. Ihr Gatte war stolz auf seine repräsentative Gutsherrin. Wieso hatte er einmal geglaubt, die Größe wäre entscheidend? Bei ihrer Persönlichkeit kam niemand auf die Idee, ihre Würde vom Zollstock abhängig zu machen. Da die Elfe immer ein wenig durchschien, gerade wenn sie eher Titania war, waren auch die Familien der Umgebung von der neuen Herrin bezaubert. Miss Bingley wäre sicher vor Neid erblasst, hätte sie gesehen, wie die Gesellschaft auf Mrs. Darcy reagierte.

Sie waren auch schon mehrfach beim Earl of Derby eingeladen worden, alle zwei Wochen, um genau zu sein. Onkel und Tante wollten sicher überprüfen, ob diese kleine Elizabeth sich auch standesgemäß zu verhalten wusste. Und wie sie das wusste! Ohne dass ihr das jemand gesagt hatte, kehrte sie bei jedem der Besuche die Titania heraus. Darcy wurde sich immer sicherer, dass er sie nicht geheiratet hätte, wenn sie immer nur die Titania gewesen wäre. Das war ihm viel zu damenhaft und wohlerzogen. (Hin und wieder dachte er verlegen an seine arrogante Liste mit Ansprüchen an eine zukünftige Gattin.) Aber Onkel und Tante waren hellauf begeistert. Sogar die Cousine ließ sich Darcy gegenüber huldvoll zu einem gnädigen: „Kaum zu glauben, dass eine Dame, die nicht aus unseren Kreisen stammt, sich so hervorragend zu benehmen weiß“, herab. Der wurde kreideweiß, sah sich um, ob sein Elfchen das auch ganz sicher nicht gehört hatte, und zischte: „So ähnlich habe ich das auf unserer Hochzeit auch schon gehört. Die Dame sah Dir sehr ähnlich. Das kann aber nur eine Seelenverwandtschaft sein. Ihr Vater war nämlich nur ein kleiner Krämer, auch wenn sie immer einen auf adlig machte!“ Damit ließ er seine Cousine stehen, ohne abzuwarten, ob sie etwa geruhte, in Ohnmacht zu fallen. Am Ende des Ganges sah er sich nach ihr um. 'So sehen also Salzsäulen aus!'
Der Hinweis auf seine Hochzeit war so nicht korrekt gewesen und der Vater besagter Dame war kein kleiner Krämer, sondern ein wohlhabender Händler gewesen, aber der Rest war die reine Wahrheit gewesen. Die Verfälschungen machten ihm kein Kopfzerbrechen. Er wollte nur sichergehen, dass sein Elfchen nicht von der Arroganz der Cousine behelligt wurde. Diese würde sich nun hüten, sich herablassend zu verhalten, weil sie nicht mit einer Krämerstochter auf einer Stufe stehen wollte.
Dann hielt er entsetzt inne: genau so hatte er selber auch gedacht und gehandelt, als er seine Elizabeth vor nicht ganz anderthalb Jahren kennengelernt hatte. Kurz vor dem ersten Antrag hatte er ja sogar noch gemeint, das Verhalten dieser Cousine hätte sich positiv verändert. Er konnte sich wirklich glücklich schätzen, dass seine Elfe ihm das Verhalten nicht mehr nachtrug. Sie hätte jedes Recht dazu. Aber das war wieder ein Beweis dafür, dass sie ihn wirklich liebte. Nur des Geldes wegen hätte sie bestimmt nicht darüber hinweggesehen. Dann hätte sie ihn ja schon beim ersten, arroganten Antrag erhört. Aber dann wäre seine Ehe wohl nicht so schön, wie sie jetzt – trotz der elfenhaften Schüchternheit – war.

Gewöhnung an das Eheleben


Sobald sie sich mit Georgiana in das Musikzimmer zurückzog, war die Gutsherrin aber wieder die Elizabeth, die sie in Hertfordshire gewesen war. Dann genossen die beiden vergnügte Plaudereien und erzählten sich gegenseitig aus dem bisherigen Leben. Aus dem Musikzimmer ertönte fast genau so viel Gelächter wie Musik. Da war so viel Leben in diesem Raum, wie die vergangenen achtundzwanzig Jahre nicht – mindestens! Wenn es dann auf einmal still wurde, hieß das, dass Elizabeth unter einem Vorwand das Zimmer verließ, ins Nebenzimmer huschte und ihrem Fitzwilliam schnell einen Kuss gab oder ihn zumindest kurz umarmte, damit ihr die Zeit bis zum Abend nicht zu lang wurde. Er stellte sich innerlich darauf ein, dass sie hereinkam, wenn ihre Stimme nicht mehr aus dem Musikzimmer zu hören war und hielt sie in einer Umarmung zurück, wenn sie ihm gar zu schnell wieder entwischen wollte. Beide genossen diese kurzen Sekunden des Glücks.
Sie hoffte, dass Fitzwilliam nicht zu ungehalten über diese Störungen war, aber sie wollte einfach nicht ihre Liebe auf die Zeit bis zum Frühstück und nach dem Abendessen beschränken. Immerhin hatte er nicht protestiert, als sie auf die Idee kam, an ihn gelehnt zu lesen. Sie brauchte einfach diese Nähe. Sie wusste nicht, ob ihr Vater so oft alleine in der Bibliothek saß, weil die Ehe nicht gut war oder umgekehrt. Sie jedenfalls wollte vermeiden, dass eine solche Trennung vom Gatten normal wurde. Sie mochte nicht darüber sprechen. Sonst hätte Fitzwilliam sie sicher beruhigen können, dass er nicht vorhatte, das Verhalten seines Schwiegervaters zu kopieren. Er liebte das Gefühl ihres warmen Körpers an seinem Arm. Wenn Georgiana nicht anwesend war, legte er einen Arm um seine Elfe und zog sie noch näher an sich heran. Dann strahlte sie ihn an, als ob er ihr das größte Geschenk gemacht hätte, schnurrte fast vor Behagen und freute sich, dass er so liebevoll auf ihre Schrullen einging.

Er freute sich, dass sein Vater vor vielen Jahren das Arbeitszimmer neben das Musikzimmer verlegen und eine Zwischentür mit einer Lederpolsterung einbauen ließ. Der Vater konnte sich so, wann immer er wollte, mit seiner Gattin auch während seiner Arbeit unterhalten. Das schien in den ersten Jahren sehr häufig der Fall gewesen zu sein. Wenn er Ruhe brauchte, wurde die Tür geschlossen. Das war wohl in den letzten Jahren der Ehe häufiger der Fall, um nicht zu sagen, der Dauerzustand. Die Tür war so angebracht, dass vom Musikzimmer aus nicht auffiel, wenn sie nur angelehnt war.

Dadurch konnte nun der Sohn seinen beiden Herzensdamen zuhören. Ja, er belauschte sie schamlos, aber nicht, um Geheimnisse zu erfahren. Er hatte nur festgestellt, dass sie in seiner Gegenwart oder bei geöffneter Tür anders sprachen. Er wollte doch so gerne seine Elizabeth noch besser kennenlernen, um sie noch besser mit seiner Liebe verwöhnen zu können, so wie sie sich bemühte, ihm täglich aufs Neue ihre Liebe zu zeigen.
Er ließ sie zwar kaum aus den Augen und hörte ihr auch aufmerksam zu, wenn sie sprach, aber sie war so sehr auf ihn und ihre Liebe zu ihm konzentriert, dass es ihr nie in den Sinn gekommen wäre, ihm etwas über sich und die Jahre seit ihrem ersten Ball zu erzählen. Das war zwar verständlich, aber da sie sehr lebendig erzählte, waren diese 'Mädchenthemen' unterhaltsam. Lehrreich waren sie allemal. Für ihn und ganz sicher auch für seine Schwester, die doch ziemlich isoliert aufgewachsen war, tat sich eine neue Welt auf. So konnte man also auch in der Gentry leben!
Auch wenn sie unterhaltsam berichtete, glaubte er doch die Mühen herauszuhören, die es sie gekostet hatte, in einem solchen Elternhaus mit einer solchen Erziehung zu einem so entzückenden Wesen zu werden. Schließlich kannte er ja ihre Mutter und ihre Schwestern und hatte auch bemerkt, dass der Vater sich aus der Verantwortung zurückzog. Erziehung war zwar eigentlich Frauensache, aber bei einer solchen Gattin hätte er eingreifen müssen und wenn auch nur durch die Einstellung einer Gouvernante.
Die Achtung vor ihrer Leistung wuchs, leider auch die Abscheu vor sich selber, dass er sie nicht von Anfang an so gewürdigt hatte, wie sie es verdiente. Nein, das stimmte jetzt nicht so ganz. Auf ihrem ersten Besuch in Netherfield wünschte er ihr einen Herrn und Gatten, der sie aus der Familie herausholte. Allerdings weigerte er sich damals noch, sich einzugestehen, dass er der Herr sein könnte, sollte, wollte. Er war froh, dass er das noch rechtzeitig erkannt hatte. Nicht auszudenken, wenn er es erkannt hätte, nach Longbourn gegangen wäre – und sie nicht mehr angetroffen hätte, weil sie gerade mit ihrem Gatten in ein neues Heim gezogen wäre. Womöglich noch mit einem Herrn wie Collins, der so eine Dame doch gar nicht zu würdigen wusste. Nur noch sein eigener Cousin George wusste sie zu würdigen, aber sonst? – Aber auch seinem Cousin war so ein Juwel nicht zu gönnen.
Bevor er sich in eine grundlose Eifersucht auf alle Männer der Welt hineinsteigern konnte, rief er sich ins Gedächtnis, wie viel Liebe in Elizabeths Blicken lag. Er hatte den Eindruck, es würde täglich mehr. Nur mit großer Mühe gelang es ihm, in seinem Arbeitszimmer zu bleiben, weil er am liebsten kontrolliert hätte, ob es seit dem Frühstück wieder mehr geworden war. Seine Liebe zu ihr konnte nicht mehr wachsen. Sie war seit dem April letzten Jahres so groß, dass eine Steigerung nur hätte schmerzhaft genannt werden können. Außerdem bereitete der Gedanke ihm Schmerzen, dass er manchmal wegen der Geschäfte für einen oder mit viel Pech auch einmal zwei Tage auf ihre Anwesenheit verzichten musste. Dann fehlte ihm die Luft zum Atmen. Es war aber unüblich, dass die Damen mit auf Geschäftstreffen kamen, sodass er leider auch seine Elizabeth nicht mitnehmen konnte.

Seine Elizabeth schien sich nicht mit irgendwelchen schlechten Erinnerungen herumzuquälen. Ihre Maxime, sich nur der Dinge zu erinnern, die angenehm waren, war also tatsächlich ihrer Persönlichkeit und nicht nur ihrem Zitatenschatz zuzuschreiben. Sie erwähnte den Trubel und den Spaß, den sie hatten, wenn sie sich für Bälle oder Abendgesellschaften herausputzten – seit Sommer des vorigen Jahres alle fünf Schwestern, da auch Lydia ab ihrem fünfzehnten Lebensjahr mit auf die Bälle durfte, und Georgiana hörte mit großen Augen zu.

Wie schön musste es doch sein, mit so vielen Schwestern aufzuwachsen. Auch die fehlende Gouvernante war eher Grund zu vorübergehendem Neid. Immer dann an das Instrument gehen zu dürfen, wenn einem danach war und nicht, wenn man seine Etüden spielen musste, klang sehr angenehm. Auch die lästigen Französisch-Stunden hätte sie gerne aufgegeben. Sicher, eine Dame sprach auch Fremdsprachen, also lernte sie, aber warum sollte man die Sprache des Feindes lernen? Für einen Jungen sah sie es ein, wenn er zum Militär ging, aber für eine Dame? Dann fiel ihr wieder ein, dass Französisch auch die Sprache des Hochadels in ganz Europa war, nein, es war schon gut, dass sie sich damit abgemüht hatte.
Dann erzählte sie von ihrer Kindheit. Sie bemühte sich um einen ebenso leichten Ton. Sie wollte nicht, dass Elizabeth ihr ihre Gedanken anmerkte. Sie versuchte, die Familie ehrlich zu schildern aber doch so, dass ihre neue Schwägerin froh war, in diese Familie gekommen zu sein. Sie musste doch bestimmt Heimweh nach all ihren Schwestern haben und Georgiana wollte ihr gerne vermitteln, dass sie die Liebe der fernen Schwestern zu geben bereit war. Sie hatte jahrelang so viel Liebe in sich angesammelt, das reichte sicher für den Ersatz.

Fitzwilliam war mitunter erschrocken, was er von den Darcys aus Georgianas Sicht erfuhr. Kein Wunder, dass sie immer so still gewesen war und nun die muntere Schwägerin so verehrte. Er war immer der Meinung gewesen, dass er sehr liebevoll mit seiner Schwester umgegangen war, das gab sie auch Elizabeth gegenüber unumwunden zu, aber für ihn klang es eher so, als ob er nur geringfügig freundlicher als sein gestrenger Vater zu ihr gewesen war. Sie sagte nie etwas wirklich Böses über ihren Vater, aber wenn schon das geringe Entgegenkommen des Bruders als liebevolle Behandlung geschildert wurde … Nur gut, dass seine Elizabeth die Hintergründe nicht ahnte.
Wenn er selber Kinder hatte, wollte er es unbedingt anders machen. Er hatte in einem Buch über eheliches Verhalten in höheren Kreisen gelesen, dass eine schickliche Gattin ihrem Gemahl eine Schwangerschaft so lange wie möglich verheimlichte. Er hoffte nur, dass Elizabeth nicht nach dem Buch erzogen wurde. Er wollte die Vorfreude – und auch die vielleicht auftauchenden Sorgen – mit ihr teilen. Andererseits machte sie nicht den Eindruck, als ob sie sich das Buch zu Herzen nahm, falls sie es gelesen hatte. Wie dem auch sei, er wollte seine Elizabeth in Freud und Leid so gut wie möglich begleiten und vor allem beschützen. Er konnte nur hoffen, dass sie das zulassen würde. So, wie sie sich ihm gegenüber verhielt, würde sie Sorgen vor ihm eher verbergen, weil sie ihn nicht unnötig belasten wollte.

Vorsichtshalber versteckte er das gewisse Buch in seiner Bibliothek in der obersten Reihe. Da kam seine kleine Elfe nicht so ohne weiteres heran. Er hat sie zwar schon auf einem Stuhl ertappt, damit sie diese bewusste Reihe erreichen konnte, aber er hatte sie gewarnt, dass das Männerliteratur sei. So verschämt wie sie war, würde sie bestimmt nicht noch einmal nach einem der Bücher greifen wollen, auch wenn sie offensichtlich eines dieser Bücher gerade zurückgestellt hatte.
Das Buch über eheliches Verhalten war absolut nicht gut, weder für sie noch für ihn: Es würde sein Elfchen nur in ihrem verschämten Verhalten bestärken – und sie würde dann wohl auch noch glauben, dass sie ihm damit ihre Liebe bewies, weil das Buch Eigentum der Darcys war. Das Buch hatte nur Erinnerungswert für ihn, weil eine Widmung seiner Großmutter Darcy an seine Mutter darin stand. Wenn es nach dem Inhalt ging, hätte er es am liebsten fort gegeben. Aber Bücher waren kostbar und wurden nicht einfach fortgeworfen. Vielleicht wäre ja die neue Mrs. Bingley mit so einem Buch zu beglücken gewesen. Seine Elizabeth sollte jedenfalls solche Bücher besser nicht lesen.
Er durfte außerdem feststellen, dass das Eheleben inzwischen Fortschritte machte. Sie konnte immer noch nicht aktiv sein, aber sie deutete ihm nun meistens an, was ihr gefiel, was sie nur hinnahm – und ganz selten einmal, was ihr absolut nicht gefiel. Meist gefielen ihr die neuen Dinge nicht so sehr. Dann ließ er sie erst einmal sein und nahm sie in den nächsten Nächten immer wieder einmal kurz auf, bis sie seinem Elfchen offenbar doch gefielen. Nein, es ging zwar sehr langsam voran, aber sie war doch eine süße, willige Schülerin.
Am schönsten war es, wenn es ihm gelang, sie zu einem wohligen Räkeln zu verführen mit Liebkosungen, die ihr noch eine Woche zuvor nicht so angenehm waren. Wenn die Liebkosungen ihr auch nach einer Woche noch unangenehm waren, unterließ er sie. Dann war es einfach noch viel zu früh dafür. Gut, dass sie inzwischen das Licht akzeptierte und teilweise sogar selber anzündete. Da konnte er immer ihr Gesicht beobachten, wenn er sie an etwas Neues heranführen wollte. Sie war nämlich immer noch zu schüchtern, über 'Bettdinge' zu sprechen, im Positiven wie im Negativen.
Wenn er ihr auch immer wieder neue Dinge zeigte, wollte er kein fügsames Elfchen. Er wollte eines, das sich bei ihm wohlfühlte wie nirgendwo sonst. Wenn seine Elfe ihn unvermittelt anstrahlte, auch ohne jeden offensichtlichen Anlass, und damit ihre Liebe zeigte, fühlte er sich dem Himmel sehr nah.
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