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Three Rooms

von Die Meg
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Draco Malfoy Hermine Granger
12.05.2014
28.05.2014
24
142.856
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12.05.2014 5.832
 
Kapitel 7

„Wieso, Harry?“, verlangte sie zu wissen. Sie hatte die Hände in die Hüften gestemmt, und Potter wich ihrem Blick nicht aus. „Harry!“, wiederholte sie mit Nachdruck, und Draco wäre gerne gegangen.

Denn es interessierte ihn kaum, was Potter von sich gab. Was er dachte oder weswegen Granger sich genötigt sah, ihn anzuschreien.

Aber Draco war… milde gesagt, gespannt.

Er zog die Lederhandschuhe straffer, lehnte sich unbemerkt gegen die stabile Zeltwand und wartete in der Dämmerung. Potter trug ebenfalls seine Quidditchuniform. Die Farben waren jedoch Rot und Gold und nicht Silber und Grün.

Potter schien jedoch unnachgiebig zu sein und wohl nicht in der Stimmung für Grangers Wahrheitsfindung. Draco hatte seine Nase gestern noch geheilt, nur um heute in Verteidigung fast noch einmal in einen Kampf mit Potter zu geraten, allerdings hatte Professor Brown es unterbunden und es als Jungenstreich abgetan. Merlin sei Dank, hatte er das.

„Einfach so, Hermine! Wieso muss ich mich vor dir rechtfertigen? Seit wann ist es nötig, dass ich erkläre, weshalb Malfoy irgendwas verdient?“

Richtig. Potter durfte seine Macht ja überall entfalten. Arschloch.

Draco hatte nichts dagegen, dass sich Granger und Potter stritten. Und er hatte kaum noch Lust, länger hier zu stehen. Er tat es nur aus Langeweile, sagte er sich.

„Vergiss es einfach, Harry“, gab sie nach. Ja, Granger gab immer nach, überlegte Draco mit einem freudlosen Lächeln. Aber Potters Arm schnellte vor. Seine Hand ergriff Grangers Arm und hielt sie zurück.

„Du musst dich von ihm fernhalten“, sagte er jetzt. Und Draco hörte weniger die Worte, als dass er registrierte, dass Potter Granger festhielt.

„Harry, das ist nicht so leicht“, erwiderte sie kleinlaut, und Draco spürte, wie er sich wieder aufrecht hinstellte, wie er nicht mehr entspannt an der Zeltwand lehnte, um einen Streit innerhalb des Trios zu beobachten, sondern wie Anspannung sich in seinem Körper breit machte.

„Hermine, versprich es mir!“

Potter hatte sie näher an sich gebracht, und Draco hatte den ersten Schritt getan, ohne es zu merken. Granger versank praktisch in Potters verzweifeltem Blick.

„Na, Potter?“, hörte er sich sagen. „Bringst du Mädchen gegen ihren Willen in deine Gewalt?“, erkundigte er sich glatt, und sah, wie Potter den Blick zu ihm hob.

„Verpiss dich, Malfoy“, sagte Potter warnend. Draco sah, wie Grangers ängstlicher Blick der wohl bekannten Anspannung wich.

„Harry, nicht!“, sagte sie nur, und Draco wusste nicht, was sie ihrem Helden gerade verbot. Mit ihm zu sprechen? Die Chancen abzuwägen, ob Potter ihm eine reinhauen könnte und damit ungeschoren davonkam, aber er nahm an, so etwas in der Richtung müsste sie denken. Etwas anderes gab es in ihrem Kopf doch nicht.

Und sie trug nicht mehr ihre Uniform. Nein. Er stellte es am Rande fest. Irgendwo da, wo es seiner Erektion ernsthaft etwas ausmachen konnte.

Sie trug einen fließenden hellen Rock. Wieder sah er ihre bloßen Beine. Ihr Oberteil war auch nicht unbedingt dafür gemacht, Keuschheit zu bewerben, denn dafür war es zu eng, zu offen, und er wünschte sich, dass es kälter draußen wäre, damit sie gezwungen war, sich eine Jacke überzuziehen. Aber das war nicht der Fall.

„Granger sollte sich wirklich dringend etwas überziehen. Ich denke, das wäre ein klares Foul, wenn das Slytherin-Team sich bei ihrem Anblick übergeben müsste“, fasste er seine Gedanken in Worte. Andere Worte. Worte, die Potter rasend machten.

„Malfoy, halt dein Maul. Verschwinde hier, bevor…“ Potter beendete den Satz nicht. Granger hatte Potter an den Schultern ergriffen.

„Harry! Das ist lächerlich! Hör auf, dich mit ihm anzulegen!“

„Hermine, hör auf, ihn zu verteidigen!“, knurret Potter, und Dracos Mundwinkel hoben sich.

„Das tue ich nicht, Harry!“

„Nein, das tut sie nicht Potter“, bestätigte er, immer noch erstaunlich ruhiger als Potter es war. Und Potters Züge spannten sich an. Und Draco wusste, wie unglaublich es war, sich mit dem Kapitän der Gryffindors vor dem Gryffindorzelt anzulegen.

„Was schleichst du hier draußen rum, Malfoy?“, fragte Potter aufgebracht. „Was versprichst du dir hier?“

„Ich bin Schulsprecher. Ich glaube kaum, dass du-“

„Dann zieh mir Punkte ab!“, unterbrach ihn Potter zornig. „Das ist es doch, was du tust! Das ist doch kleiner Arschkriecher-Job, den Snape dir aus Mitleid verschafft hat! Los, zieh mir Punkte ab, und beweg deinen Arsch zurück zu deinem Zelt, um deiner Mannschaft keine Hoffnungen auf einen Sieg machen, denn-“

„-gegen den Helden Harry Potter sind wir Todesser chancenlos?“, beendete er kalt den Satz. „Möchtest du so etwas sagen?“

„Nein. Nicht alle sind Todesser, Malfoy. Das ist ganz speziell deine Vorliebe, nicht wahr?“

„Es reicht!“, mischte sich Granger wieder ein, und endlich – endlich – ließ sie von Potter ab, um sich ihm zuzuwenden. Und sie machte es tatsächlich mit einer Ernsthaftigkeit, als würden sie so etwas tun! Als würden sie tatsächlich jemals ernsthaft miteinander reden. „Malfoy, geh endlich!“, brachte sie gepresst hervor. „Du verlierst deine Stellung“, fügte sie hinzu.

„Und… das interessiert dich weshalb?“, erwiderte er tatsächlich, und ihre Augen weiteten sich kurz. Wenn sie dachte, es interessierte ihn, was sie sagte, dann lag sie falsch.

Wenn es nur minimal kälter wäre, dann könnte er ihre Nippel durch ihr Oberteil erkennen.

Fuck.

Er sah sie an, die Augen mit aller Macht auf ihr Gesicht geheftet.

Sie war hübsch.

Ja. Scheiße.

Und es war einfach unvermeidbar. Und er fühlte sich gehalten, es zu sagen. Denn das Spiel, was in nur zwanzig Minuten bevorstand, war ihm egal geworden. Potter hatte Recht. Sie würden sowieso verlieren. Das war bitter genug.

„Tut mir leid, Granger“, sagte er wirklich. „Potter bettelt drum. Und dem großen Helden darf man doch keinen Wunsch abschlagen?“ Und ihre dunklen Augen weiteten sich.

„Ist das alles, was du zu bieten hast? Lahme Kommentare und zweitklassige Beleidigungen, Malfoy?“ Potters Gesicht war gerötet und seine Fäuste geballt, bereit benutzt zu werden.
Reden war jetzt absolut nebensächlich geworden. Draco wüsste gar nicht mehr, was er sagen sollte.

Er sprach dennoch zu Potter. Irgendwas. Irgendeine Retour, irgendein weiteres Wort, ohne Freundlichkeit dahinter. Und sie schüttelte den Kopf, versuchte zu schlichten. Für ihn lag es klar auf der Hand. Sein Blut befand sich nicht in seinem Gehirn, jetzt zu diesem präzisen Zeitpunkt. Er hatte nicht mal eine Ahnung, was er an Potter soeben beleidigt hatte. Vielleicht seine furchtbaren Haare, die niemals in irgendeiner atemberaubenden Art und Weise seinen Kopf zieren würden, selbst wenn er hohe Wangenknochen und eine ebenmäßige Gesichtsform hatte. Nicht, dass Draco Potter irgendeine Attraktivität unterstellen wollte.

Soweit ging sein Respekt nicht – wenn er überhaupt vorhanden war. Nein, wenn er darüber nachdachte, dann hatte er nicht mal eine Unze Respekt für den tragischen Helden Potter. Das elende Narbengesicht, das mehr Glück hatte als Gehirnmasse. Und was wirklich interessant war, war folgendes: Potter merkte es nicht mal. Und wahrscheinlich – würde er, Draco, Granger hier auf das Gras werfen, um ihren verfluchten Rock, ihre verfluchten Beine hochzuschieben, um weiß Merlin was zu tun – würde Potter nicht mal begreifen, was vor sich ging!

Draco hatte zwei Dinge gelernt. Und sie standen nicht in Lehrbüchern, nicht im Horoskop der Hexenwoche und bestimmt nicht in der Hausordnung von Hogwarts. Und mit Glück hatten sie nicht das Geringste zu tun. Aber er war sich sicher: Als Junge hatte er sich zu beweisen. In einer Gruppe von Männern musste das Alphatier klar hervorstechen. Und mit Potter waren jetzt gerade zwei Alphatiere auf engstem Raum zusammen gepfercht. Und es machte tatsächlich Spaß. Dumme, männliche Triebe, gesteuert von Testosteron und Muskelmasse waren tatsächlich ein absoluter Höhepunkt.
Er hatte es begriffen. Er hatte seine Theorien, weshalb er Granger haben wollte. Die eine Theorie war: Er war achtzehn Jahre alt.

Und diese Theorie war wesentlich einfacher zu begreifen, als die andere, die er selber nicht verstand. Aber die andere Theorie hatte etwas mit Macht zu tun.

Und das führte ihn zur zweiten Tatsache: Mit dem Beweis, der Stärkere zu sein, das bessere Alphatier, kam auch der Triumph – der absolute Sieg – jedes Mädchen haben zu können, was ebenfalls von ihren Hormonen und Instinkten in so einer Situation übermannt wurde.

Er wusste, es war nicht das klügste, aber er hätte nicht aufhören können, selbst wenn Snape ihn jetzt mit dem Zauberstab gegen den Zeltwand drängen würde. Aufmerksamkeit und gespannte Unruhe putschten ihn förmlich dazu, immer weiter zu gehen.

Und er hoffte, mit all seiner übertriebenen postpubertären Männlichkeit, dass sie noch einmal sprechen würde. Dass sie noch einmal versuchen würde ihn aufzuhalten, dass sie noch einmal mit den Verpflichtungen und Aufgaben der Schulsprecher kommen würde. Mit der unsterblichen Vorbildfunktion, und dass das, was er tat, unmoralisch, dämlich und absolut unverantwortlich war.

„Malfoy, hör auf damit!“

Sie sprach tatsächlich. Sprich weiter, sprich weiter, sprich weiter! Sein Kopf liebte diese Momente. Ihr Gesicht war die Krönung. Rote Flecken der Wut machten sich auf ihren Wangen breit. Ab und an kaute sie unbewusst an ihren sowieso kurzen Fingernägeln, sah von ihm zu Potter und kam näher, nur um sich ängstlich wieder einen Schritt zu entfernen, wenn er ihr einen unkontrolliert wütenden Blick zuschoss.

Sie zupfte an ihren langen, lockigen Haarsträhnen, die voll und wild ihren Rücken hinab reichten, und wohl all den dünnhaarigen Mädchen in Hogwarts Albträume und neidische Wünsche bescherten, biss sich auf die volle Unterlippe, und eigentlich wusste er ziemlich sicher, dass sie es nicht halb so verwerflich und dämlich fand, wie sie behauptete. Er konnte erkennen, wann Frauen komplett angeturnt waren. Und Hermine Granger bestritt keine Ausnahme.
Außer vielleicht eine einzige: Sie sah absolut verflucht unbeschreiblich attraktiv aus, wenn sie vorgab, wütend und besorgt zu sein, wenn ihre ganze weibliche Körpersprache zum Ausdruck brachte, wie sehr es sie – wenn auch nur unterbewusst – erregte, wenn Männer kämpften.

Und Potters ewiger Sidekick kam aus dem Zelt getreten. Weasley erfasste die Situation bemerkenswert schnell, für einen dummen Oger.

Granger atmete so heftig, dass sich ihre Oberweite hob und senkte. Ja, sie hatte einen Körper, der ihn vergessen ließ, was sie eigentlich war. Zu dumm. Wirklich. Der Spaß, den es machte, Hermine Granger an den Rande des Wahnsinns zu treiben, war zu köstlich. Es war ein ewiges Vorspiel. Oh, könnte Potter seine Gedanken lesen…!

Er wusste, das waren kühne Gedanken. Wenn sie nämlich noch näher kommen würde, würde er Potter einfach seinen letzten Nerv rauben, indem er sie an sich riss, und sie küssen würde. Er hatte darüber nachgedacht. Immer und immer wieder, seitdem es passiert war.
Das unglaubliche war, dass Granger überhaupt nicht merkte, wie sie auf Männer wirkte. Der halbe Slytheringemeinschaftsraum durchlitt größte Qualen, denn wahrscheinlich onanierte bereits jeder Junge nachts mit größten Schuldgefühlen auf die Lippen des Schlammbluts, ihre verflucht runden Hüften, die in einem perfekten Hintern gipfelten, den er nur zu gerne mit beiden Händen hochheben würde, um sie auf McGonogalls Lehrertisch zu setzen, um sich einfach nur tief und erlösend in ihrer verfluchten Hitze zu vergraben.
Er wusste, Blaise dachte so, also nahm er an, eine solche Theorie lag nicht besonders fern.

Er war nicht dumm. Denn er wusste, auch Weasley, der keinen Meter von ihm entfernt die Fäuste schwang, hatte solche Gedanken ebenfalls. Und er ging sogar noch einen Schritt weiter, denn er war sich fast sicher, Weasley wusste, dass es ihm selber nicht anders ging.
Und Weasley wusste es schon länger. Denn irgendetwas hatte immer in Weasleys Blick gelegen. Irgendetwas beschützendes, wann immer Draco Granger beleidigt hatte.

Nur Potter, der heilige Potter, würde sein Schlammblut nicht anrühren. Oder würde er? Draco war sich nicht sicher, und er hätte kotzen können!

„Granger, ich gebe ihm nur, was er verdient“, rang er sich eine Antwort ab, nur um sie noch einmal anzustacheln. Los, komm näher. Noch einen Schritt. Du kannst es doch sowieso nicht kontrollieren!

Und sie funkelte zornig aus den dunklen, verlockenden Augen, die ihn seit Monaten schon wütend ansahen. Er glaubte sogar, er wollte nicht mal, dass Hermine Granger ihn anlächelte. Das würde er nicht verarbeiten können. Für ihn funktionierte die zornige-Schulsprecherin-Nummer ganz wunderbar. Und er hatte Recht. Und er wusste, sie wusste, er hatte Recht. Potter bettelte darum, und er verdiente es!
Und gleichzeitig hoffte Draco, Potter würde ihm geben, was auch er nur zu dringend verdiente. Eine Gehirnwäsche. Einfach und ein für alle Mal! Denn Draco brauchte es! Er brauchte es so dringend!

„Nein, Malfoy!“, knurrte sie, während sie näher kam. Er nahm ihre volle Erscheinung in sich auf. Ah ja, Lucius würde ihn wahrscheinlich auslachen, wüsste er, dass sein Sohn mit Absicht Harry Potter provozierte, nur um ein Schlammblut zu beeindrucken, nur um sie dazu zu bringen, rote Flecken der Wut zu bekommen, die Fäuste zu ballen und wieder zu entspannen und vielleicht sogar gegen seine Brust zu stemmen, um ihn aufzuhalten, Potter zu schlagen.

Er war erbärmlich. Er wusste es. Aber er konnte nicht aufhören.

Er liebte es!

„Hermine, geh aus dem Weg! Geh sofort weg von ihm!“, hörte er Weasley sagen.  Draco fragte sich unwillkürlich, ob sein Blick so offensichtlich hungrig war. Eigentlich hatte er sich gut unter Kontrolle, zumindest die meiste Zeit. Potter musste es ganz schön zusetzen, dass seine kleine Schlammblut-Prinzessin plötzlich eine dunkle Schönheit geworden war.

Ob er sich selber vorstellte, sich in ihr zu vergaben? Vielleicht einen Dreier mit der kleinen Weasley zusammen? Unwillkürlich musste Draco grinsen. Seine Mundwinkel hoben sich süffisant, während er Potter musterte. Das Fass lief praktisch über, in dem Potter sich mit einem Grollen nach vorne warf. Endlich traf ihn seine Faust, schlug ihm das Grinsen buchstäblich aus dem Gesicht, und das gesamte Testosteron tränkte förmlich den Rasen vor dem Quidditchzelt.

„Auseinander!“, rief Granger, einige Stimmlagen höher. „Harry, hör auf damit! Er liegt am Boden, Merlin noch mal!“ Ja, richtig. Draco lag am Boden. Das zweite Mal in zwei Tagen. Und er kam in den Genuss, dass sich Hermine Granger neben ihn kniete. Sie betrachtete sein Gesicht, die Augen auf seinen Mund geheftet. Er schmeckte das Blut bereits. Er spuckte es demonstrativ auf den Boden, und Potter verlagerte sein Gewicht.
Es waren diese kostbaren Momente, in denen Hermine Granger einmal nicht die Hände um ihr verfluchtes Abzeichen klammerte und einfach immer Recht hatte. Sie kannte sich mit vielem aus. Der Hausordnung, den Aufgaben der Vertrauensschüler, Klausurinhalten, was man am besten für die Utze lernte – so viel hatte er mitbekommen.

Aber sie war nicht überlegen bei roher, physikalischer Gewalt. Sie verabscheute sie, sicher. Das sagte sie ihm nahezu jeden Tag, wenn er einen Weg fand, um sie zu beleidigen und ihr Vorwürfe zu machen.
Jetzt gerade sah sie ihn nicht allwissend an. Jetzt gerade war Hermine Granger vollkommen ratlos – und den Tränen nahe.
„Ihr seid so bescheuert und widerlich!“, rief sie mit zitternder Stimme. Und er war sich sicher, würde sie noch länger neben ihm knien, würde es Weasley als Anlass sehen, ihn hier und jetzt umzubringen. Aber er sagte es nicht. Er brachte es nicht zu ihrer Erkenntnis.

Sie würde es nicht mal zugeben. Jetzt zu sagen, dass aus ihren Augen Sorge sprach, würde sie auch niemals laut sagen, selbst wenn er ihr damit drohen würde, ihre Zunge aus ihrem Mund zu fluchen. – Dann wiederum, würde er ihr ihre Zunge nehmen, würde sie damit niemals hübsche, schmutzige Kleinigkeiten mit seinem Penis tun können.
Kurz musste er blinzeln, denn sie war wieder so verflucht nah, dass es fast eine Qual war, ob er sie beleidigen oder ihren Duft einatmen sollte.

Er war verwirrt. Er war so wütend. Und es kam alles gleichzeitig.

Und er kannte ihren verdammten Duft so genau. Vanille. Es war ihr Shampoo und erfüllte ihre gesamte Umgebung. Dieser Duft hatte ihn schon vor Monaten das erste Mal benebelt, und jedes Mal wenn er in der Großen Halle Vanillepudding aß, wurde er hart. Es war pervers und ein seltsamer, konditionierte Reiz, dachte er jedes Mal. Aber dieses Mädchen schien unterbewusst auf eine sehr animalische Art zu ihm sprechen.
Und er wollte nicht mal weghören. Er konnte nicht. Er war nur ein Mann.
Ein Mann, der ihr gelegentlich beweisen musste, dass Feminismus an seine Grenzen stieß, wenn es zu der unumstößlichen Tatsache kam, dass Männer eine Sache immer besser können würden als Frauen: Stärker sein. Und er war stärker. Am Rande seines Bewusstsein nagte die Frage an ihm, warum er es beweisen musste, warum er es sein musste, aber natürlich ließ er sich in ruhigen Momenten nicht genügend Zeit, dieses Phänomen zu ergründen. Vor allem… kannte er die Antwort darauf. Er spürte, wie die Bitterkeit an seinen hohen Wänden der Unnahbarkeit gefährliche Wellen schlug, also konzentrierte er sich wieder auf das Wesentliche: Granger.

Und es war absurd.

Aber er hatte nachgegeben. Er hatte seinem persönlichen Wahnsinn nachgegeben. Er lag auf dem Boden, Potter und Weasley wie Türme über ihm, und es störte ihn nicht.
Und die Maskerade, die Fassade – würde jemand aus seinem Team vorbeikommen –, wäre immer noch vorhanden. Denn was sollten die Leute anderes sehen als Draco Malfoy, der sich mit Harry Potter anlegte?

Da gab es nicht sonst. Nichts dahinter. Es war natürlich. So natürlich wie Tag und Nacht.

Und er wusste, sie wollte es. Auch wenn sie es nicht sagte. Sie stand doch drauf! Er wusste, sie wollte keinen Schwächling. Weswegen würde sie sonst an Potters oder Weasleys Seite sein? Weasley sah angsteinflößend aus, mit seiner Größe, seinem Quidditchrücken. Sie verbrachte ihre Tage nicht mit Longbottom im Gewächshaus. Oh nein!
Sie würde es nicht leugnen können. Egal, wie oft sie beteuerte, dass Gewalt für hirnlose Idioten war! Gewalt war zwar die weniger intelligente Lösung, aber wenn es zu Sex kam, dann hatten Intelligenz und Intellekt einfach nicht den Vorrang. Alles passierte unterbewusst.

Und er hatte sie geküsst! Am liebsten wollte er es sagen. Jetzt, wo er benommen Blut spukte, versuchte, nicht ohnmächtig zu werden. Jetzt, wenn Potter ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkte.

Und dann… vielleicht dann würde Potter ihn endlich erlösen.

Denn… Draco wusste, es war nicht richtig. Er wusste, es war nicht richtig über Hermine Granger nachzudenken, zu fantasieren ihren Körper mit Wollust zu verschlingen, sie da zu berühren, wo sie ungeahnte Höhen erwarteten, dunkle Tiefen, von denen sie nicht die geringste Ahnung hatte, jemand, der ihr Orgasmen bescherte, die sie nur noch seinen Namen schreien ließen. Nur noch seinen…!

Und so abgedroschen es klingen musste, Draco hatte das begriffen. Es durfte so nicht sein.

Aber würde ihn niemand aufhalten, dann würde er es nicht verhindern können. Sie würde ihn wollen, ganz einfach, weil sie es irgendwann nicht mehr würde unterdrücken können. Weil ihr Körper sie verraten würde. So wie er sie verraten hatte, als sie ihn geküsst hatte.
So wie er es jetzt tat. Sie hatte sich so nahe vor ihn gekniet, dass er wieder den vertrauten Vanilleduft wahrnehmen konnte. Er unterdrückte ein ungeduldiges Knurren, zwang das Blut wieder in seine Fäuste und raus aus den unteren Regionen seines Körpers.
Der kostbare Moment verstrich, und er verbot sich, sie weiter anzustarren, ihre feinen Züge in sich aufzusaugen. Er wandte den Blick ab von ihren schönen dunklen Augen, die bestimmt ganz hell werden würden, wenn sie unter ihm käme und seinen Namen in wilder Ekstase schrie.

Und mit diesem Gedanken hob er den Blick zurück zu Potters wutverzerrtem Gesicht.

„Steh auf, du scheiß Arschloch!“, forderte Potter eisig, als hätte Draco gerade eben laut gedacht. Draco ließ sich Zeit. Sehr viel Zeit, ließ Granger noch einen Moment in seiner nächsten Nähe hocken, ließ zu, dass sich ihr Blick von einem verurteilenden in einen besorgten verwandelte, ohne dass er sich erlaubte, sie noch einmal anzusehen. Ja, mach dir Sorgen, Schlammblut. Das bringt Potter um. Er sah ihren Mund aus den Augenwinkeln sprechen. Die vollen Lippen sprachen zu ihm, flehten förmlich, drohten ihm an, dass sie ihn verfluchen würde, aber er hörte nur jedes zweite Wort, denn in seinem Kopf stellte er sich bereits wieder einmal vor, wie diese Lippen sich um seinen pulsierenden Penis schließen würden, wie sie ihn genauso aggressiv in den Mund saugen würden, wie sie jetzt gerade sprach.

Zornig mit ihm, aber komplett gefangen von seiner Präsenz. Es gab ihm den nächsten Putsch. Er setzte sich auf.

„Malfoy!“, sagte sie fast verzweifelt. Wie sie seinen Namen sagte. Als könne sie nichts ausrichten. Hermine Granger, völlig hilflos. Fast glaubte er, sie würde ihn aufhalten, ihn tatsächlich anfassen, aber das hatte sie ja erst einmal getan. Er gab sich nicht die Genugtuung, sie noch einmal anzusehen, nur um die goldenen Punkte in ihrer Iris zu erkennen. Aber er lehnte sich einen winzigen Zentimeter näher zu ihr. Er spürte, wie sie sich versteifte. Weasley hatte sich sofort in Bewegung gesetzt, als hätte Draco so eben eine unsichtbare Grenze überschritten.

„Du willst das doch, Granger“, flüsterte er, und stieß sich vom Boden ab. Es war nur ein heiseres Krächzen gewesen, aber er wusste, sie hatte ihn gehört. Sofort war sie ebenfalls auf den Beinen, und er hörte ihren erstickten Schrei als er seine Faust in Weasleys willkommenes Gesicht platzierte, als dieser versuchte ihn von den Füßen zu rammen.

Weasley war einen halben Kopf größer, und vielleicht zehn Pfund stärker, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch. Er konnte die Spannung in der Luft schneiden. Er war wie elektrisiert. Weasley schien keinen Schmerz zu spüren, als er sich schnaufend wieder auf ihn zu bewegte. Zweimal in zwei Tagen.

Die Woche Strafe, der Verlust seines Abzeichens – scheiß drauf!

Er könnte nach Gregory rufen. Er könnte nach Davis rufen, nach dem gesamten Team – aber er wollte nicht. Er wollte es nicht mal! Es ging nicht um den Sieg. Es ging eigentlich darum, dass ihm jemand Vernunft einprügelte! Und darum, Potter sein überlegenes Maul zu stopfen. Aber alles ließ sich herrlich verbinden, nicht wahr?

Es war schwer. Er war das Alphatier. Potter würde es nie begreifen!
Und Draco entschied sich.
Er entschied sich, als er auf Potter zu taumelte.
Seine Hände griffen in Potters Quidditchuniform. Sie fühlte sich an genau wie seine eigene.
Er entschied sich, es zu sagen. Denn er war das Alphatier, also musste er es tun.
Die Wahrheit sagen.
Er musste sagen, was er glaubte, zu wissen.

„Du… hast Angst, oder Potter? Verfluchte Angst!“, krächzte Draco und spürte, wie sich Potter auflehnte.

„Lass mich los, Malfoy, du-“

„Angst, dass sie mich will. Und nicht dich!“

Draco hatte die Worte geflüstert. Die vergifteten, verbotenen Worte, direkt neben Potters Ohr, und er spürte es.

Spürte, wie Potter keine Kraft mehr anwandte.

Draco zog den Kopf zurück, keine Handbreit von Potters Gesicht entfernt. Und echter Horror zierte Potters Züge. Seine grünen Augen waren auf ihn geheftet. Das Licht der untergehenden Sonne spiegelte sich in seinen Brillengläsern. Und Draco wusste, jetzt hatte er Potters Aufmerksamkeit. Seine volle und gesamte Aufmerksamkeit, die über Todesser, Schlammblüter, Krieg und Frieden hinausging. Soweit hinaus, dass es egal war, ob sie sich in Hogwarts befanden oder am Ende der verdammten Welt. Denn es ging um etwas anderes. Es ging nicht um das Kräftemessen.

Und Draco hatte es gesagt! Er schmeckte noch immer sein Blut auf seiner Zunge. Er hatte es gesagt.

Und Potter hatte es verstanden.

Die eingefrorene Zeit begann wieder schneller zu laufen, und rote heiße Wut schien in Potters Augen zusammenzufließen.

Potter schrie eine Beleidigung, die Dracos Sprachzentrum nicht mehr übersetzen konnte, denn alles Blut lag in seiner Faust, lag in dem nächsten Schlag, der Potters Nase brach, aber Potter hatte ebenfalls ausgeholt. Und Potters ungebändigte Wut, der kalte Hass, traf ihn hart in die linke Seite seines Gesichts.

Und verflucht dankbar sah er den Boden auf sich zukommen, spürte die erlösende Bewusstlosigkeit. Granger würde ihn dafür hassen. Dafür, dass er Potter den Wink mit dem Zaunpfahl gegeben hatte. Sie würde ihn hassen….

~*~

Sein Mund war so unglaublich trocken. Er fühlte sich so unglaublich beschissen.

Hatten sie verloren? Wie war das Spiel ausgegangen?!

Seine Augen öffneten sich. Es roch… seltsam? Wo war er?

„Mr Malfoy“, begrüßte ihn der Schulleiter mit der bekannten Enttäuschung in der Stimme. Draco musste husten, stützte sich auf die Ellbogen, und er blinzelte, um seinen Blick zu fokussieren. Es war stockdunkel. Die Lampen beleuchteten den Saal in schwachem orangenem Licht. Er erkannte Potter im Bett neben sich. „Am besten werfe ich Sie beide von meiner Schule“, begann Snape bitter. Potter neben ihm sagte nichts, blickte stur nach vorne, und Draco nahm an, sie hatten beide am Spiel nicht teilgenommen.

Sein Mal pochte das erste Mal seit zwei Tagen wieder, und er verzog den Mund.

Er spürte, dass sein Gesicht frisch geheilt worden war. Das zweite Mal in zwei Tagen.

Weasley war nicht hier, stellte er fest.

„Mir war so, als hätte ich Ihnen diese Woche eine Strafarbeit erteilt, Mr Malfoy“, fuhr Snape fort. Draco sah sich um. Er lag in einem Bett im Krankenflügel. Er trug auch seine Quidditchuniform nicht mehr. Sie lag neben ihm. Zusammen gelegt, und erkannte verblasste Blutspuren darauf. Es war bestimmt schon nachts, nahm er an. „Mr Malfoy?“, unterbrach Snape gereizt seine Gedanken.

„Ja?“, entfuhr es ihm abwesend, während sein Gehirn zu rekonstruieren versuchte, was passiert war. Alles fühlte sich etwas schwammig an, in seinem Kopf. Snape atmete laut aus, und Draco fixierte seinen Blick auf das Gesicht des Schulleiters.

„Professor, ich-“, begann er verteidigend, aber er hatte gerade keine Ahnung, für was er sich entschuldigen musste. Er lag schließlich im Krankenflügel!

„Sie sind Schulsprecher. Vielleicht möchten Sie damit beginnen?“, schlug Snape gereizt vor. Draco sah ihn an. Schulsprecher. Granger! Er hatte es Potter gesagt! Mehr oder weniger gesagt. Nicht wirklich, nein! Aber genug, damit Potter misstrauisch werden konnte. Er wandte den Blick. Potter sah immer noch stur nach vorne.

„Ich…“ Und er beschloss, sich dumm zu stellen. „Was ist passiert?“, sagte er also. Und Snapes Ausdruck verlor an Härte.

„Sie erinnern sich nicht?“, wollte der Schulleiter ungläubig wissen.

„Nicht mehr… im Detail“, wich Draco aus.

„Du bist auf mich losgegangen!“, mischte sich Potter zornig ein. Draco ignorierte ihn. „Du hast…! Du bist…!“ Und Potter schien nicht sicher zu sein, was er sagen wollte.

„Wieso? Wieso ist es immer wieder dasselbe Problem? Mr Potter? Mr Malfoy? Ich kann mir nicht leisten, dass sich Harry Potter und der Schulsprecher immer wieder in die Quere geraten! Das hier ist eine Schule! Und meinetwegen können Sie sich nach Ihrem Abschluss, den sie nur mit einem Wunder bestehen können, sollte ich Sie nicht suspendieren, die Köpfe einschlagen! Bis nichts mehr von Ihnen beiden übrig ist!“, donnerte Snape. Und er war mächtig zornig. In der Stille der Nacht war sein Ausbruch das einzige Geräusch. Es lag sonst niemand im Krankenflügel. Merlin sei Dank nicht.

„Er hat angefangen, Sir-“, beschwerte sich Potter automatisch.

„Das mag stimmen, Mr Potter, aber-“

„-wieso sollte ich angefangen haben?“, entfuhr es Draco zornig, und Snape atmete aus.

„Sie sind keine Kinder mehr! Entweder, Sie sagen mir um was sich Ihre lächerliche Streitigkeit handelt, oder Sie schweigen, und ich denke mir wieder einmal eine entsprechende, vollkommen sinnlose Strafe für Sie aus! Es gibt keinen Grund, sich zu streiten!“

Oh, es gab fünfhundert Gründe sich zu streiten.

„Ich will nicht, dass er mit Hermine in denselben Räumen wohnt!“, sagte Potter schließlich gepresst.

„Warum?“, entfuhr es Snape sofort, und er fixierte ihn wachsam. Draco atmete aus. Potter fing also an. Jetzt ging es los. Er fasste Potter näher ins Auge. Getrocknetes Blut klebte noch auf Potters Wange, und seine Haare waren verstrubbelt, mit vereinzelten Grashalmen darin. Seine Brille war heil geblieben. Aber Draco erkannte, dass Potter unter dem Brillenbügel auf der Nase ein Pflaster trug. Richtig. Er hatte seine Nase gebrochen. Wieder einmal.

„Weil er sie… weil er ein Arschloch ist, Professor!“, knurrte Potter, und Draco verdrehte die Augen.

„Es reicht!“, sagte Snape leidglich und erhob sich. „Miss Granger hat mir von keinerlei Übergriffen von Seiten Mr Malfoys erzählt“, erklärte er. Und Potter stöhnte auf.

„Natürlich nicht! Sie hat ja auch Angst vor ihm!“

„Granger hat keine Angst vor mir, du zurückgebliebener Idiot!“, knurrte Draco jetzt, und seine Mundwinkel hoben sich freudlos. Es wäre verdammt schön, wenn das Miststück genug Angst vor ihm haben würde, aber sie hatten Angst wohl weit hinter sich gelassen.

„Ach nein? Es ist nie sicher, wann du wieder einmal ausrastest! Und ich werde nicht zulassen, dass du sie anrührst!“

„Anrührst?“, wiederholte Snape eine Spur ungeduldiger und mit einem säuerlichen Anflug in der Stimme. „Mr Malfoy-“, begann er warnend, aber Draco hob abwehrend die Hände. Schmerzhaft spürte er einen Muskelkater in seiner Schulter.

„Professor, ich habe Granger noch niemals angerührt! Als ob ich sie anrühren würde!“, wehrte er sich. „Schon alleine dieser Vorwurf ist-“

„Du hast es doch gesagt!“, unterbrach ihn Potter, heiser vor Wut.

„Was hat er gesagt?“, wollte Snape sofort wissen.

„Dass er-“

„-ich habe deine Prinzessin nicht angerührt, Potter!“, knurrte Draco jetzt. Und es war teilweise die Wahrheit, denn… -eigentlich war es gelogen, aber das wusste Potter nicht, und Draco hatte nicht mit ihr geschlafen. Punkt.

„Nein? Du hattest doch auch schon sonst jedes Mädchen im Schloss!“

„Mr Potter!“, fuhr Snape ihn an. „Eine solche Anschuldigung ist-“

„Das ist Malfoy, Professor! Er räumt nicht auf, er erledigt seine Pflichten nicht, er ist ein Todesser, er nennt sie Schlammblut-“

„Mr Potter!“, donnerte Snapes Stimme. „Wieso sagt es mir Miss Granger dann nicht? Wenn Ihre Anschuldigungen stimmen, wieso ist Miss Granger dann nicht zu mir gekommen, wieso würde sie so etwas für sich behalten? Wieso würde sie es sich gefallen lassen?“, wollte Snape am Ende seiner Höflichkeit wissen.

„Weil sie… weil sie Hermine ist, Merlin noch mal! Sie würde niemals petzen! Sie denkt doch, dass… - verdammt!“ Potter schien sauer auf sich selbst, während Draco ihn musterte. Und Potter schien sauer auf Snape.

„Was, Mr Potter?“

„Es ist Malfoy“, knurrte Potter nur. Als würden diese Worte alles auf der Welt erklären können. Und Snape sah Potter an. Lange und wachsam. Aber Draco sah es. Potter wollte es nicht sagen. Er wollte es nicht äußern, wollte es nicht in Aussicht stellen, und es überraschte Draco genauso sehr, wie es wohl Potter überraschte. Und Draco wusste plötzlich, er würde damit durchkommen. Er war Draco Malfoy. Er kam mit allem immer durch. Sei es, weil Granger ihn deckte, weil sie ihn niemals verraten würde, sei es, dass Potter zu stolz war, zuzugeben, dass seine verdammte Schlammblut-Prinzessin vielleicht auf diese Dinge stand, die Draco mit ihr machte, sei es… sei es…, dass Potter so verflucht eifersüchtig war, dass nicht mehr er der Mittelpunkt in seinem kleinen Trio spielen konnte – aber Draco wusste: Ohne irgendeinen Beweis würde das hier für ihn sehr entspannt ausgehen.

„Sie haben beide das Spiel versäumt, was – in Ermangelung der Kapitäne und Sucher – nicht stattfinden und verschoben werden musste.“ Anscheinend war das Thema Granger abgehakt. „Und lassen Sie es mich deutlich äußern, Draco“, fuhr Snape plötzlich fort.

„Das Wort Schlammblut ist hier nicht gestattet. Sexueller Verkehr in Hogwarts ist nicht gestattet. Sollten Sie Ihre Stellung missbrauchen, werde ich Sie entheben! Persönlich und unwiderruflich. Ich kann von Ihnen nicht verlangen, dass Sie miteinander auskommen, das ist mir vollkommen klar. Ich würde sie gerne in einen Laufstall setzen, solange, bis Sie Ihre kindischen Streitigkeiten beigelegt haben. Und Mr Potter“, sagte Snape jetzt.

„Hier sind keine Feinde mehr. Sie kämpfen gegen nichts, außer gegen sich selbst. Draco Malfoy ist so wenig ein Todesser, wie ich es bin-“

„Sir-!“, unterbrach Potter ihn entrüstet.

„Denken Sie, ich hätte einen Todesser Schulsprecher werden lassen? Glauben Sie das ernsthaft, Mr Potter?“

Es war eine Fangfrage, und Potter fiel nicht drauf rein. Schade.

Und sie schwiegen beide. Potter hatte zornig die Arme vor der Brust verschränkt.

„Ich erwarte beide von Ihnen am Freitag noch einmal in meinem Büro. Ich hoffe, Sie wissen, dass ich Sie beide ohne Probleme von der Schule werfen könnte? Ihre Akten sind… so dick, dass ich nicht mal nähere Gründe angeben müsste. Aber…“, fuhr er schwer atmend fort, „-ich denke, dass ich davon absehe. Noch. Ich unterstütze es nicht, ich billige es nicht, und wenn Sie nicht anders können, dann möchte ich Sie bitten, dass sie mich davon nichts mitbekommen lassen, haben Sie verstanden?“ Er sah beide abwartend an. „Draco, Ihr Vater war Schulsprecher“, sagte er mahnend. Als ob Draco es nicht wüsste! „Und auch er hatte oft… Probleme. Meistens mit den Rumtreibern“, bemerkte er bitter. „Und natürlich gab es Streitereien. Natürlich gab es Duelle, Schlägereien, und es ging um Mädchen. Eigentlich immer nur“, fügte er seufzend hinzu.

„Ich möchte, dass Sie begreifen, wie furchtbar es ist, dass ich Ihren Eltern nicht Bescheid geben kann!“ Er sah sie nahezu wütend an. „Für mich, nicht für Sie!“, bemerkte er harsch. „Denn jetzt bleibt es an mir hängen, die gerechte Strafe zu finden. Und ich bin aufrichtig. Ich sehe keinen Grund, weshalb Sie sich nicht hassen sollten. Allerdings“, fuhr er fort, als Potter den Mund geöffnet hatte, „-bitte ich Sie, es außerhalb der Schule zu tun. Wenn Sie es so dringend brauchen, Mr Potter, dann hassen Sie Mr Malfoy, wenn Hogwarts vorbei ist!“, entfuhr es ihm.

„Sie sind nicht die ersten Halbstarken, die den Kampf erfunden haben! Aber wenn ich noch einmal einschreiten muss, wenn ich noch einmal einen von Ihnen im Krankenflügel habe, ohne dass ein Klatscher Sie am Kopf getroffen hat, sind die Konsequenzen, dass Sie Hogwarts verlassen müssen. Endgültig!“, schloss er tonlos. „Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt?

Glasklar. Und er hatte gewonnen!

„Ich werde jetzt gehen. Sie beide können sich anziehen und ebenfalls gehen, denn Madame Pomfrey hat Sie freundlicherweise wieder zusammen geflickt. Sie können die Nacht auch hier verbringen.“ Sie sagten beide nichts, nickten lediglich. Ja, genau. Bevor er die Nacht hier mit Potter verbrachte, müsste die Hölle zufrieren! Vor allem, wenn er an sie dachte, die in ihren Räumen war.

Als Snape zornig davon gerauscht war, hatte sich Potter sofort erhoben. Harry Potter, der ewige Dorn in seinem Auge. Zu eilig stieg Potter in seine Quidditchhosen. Draco stellte fest, dass auch Potters Ausrüstung blutgetränkt war. Und Potter kochte vor Wut.

„Ich bringe dich um, Malfoy!“, drohte Potter gepresst.

Und Draco beschloss, für den Moment, nichts zu sagen.

Er war haarscharf davon gekommen. Und Potter wusste es. Und das änderte einiges.
Er hoffte, Granger wäre noch wach, wenn er kam….

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tbc...

A/N: bitte entschuldigt die rechtschreibfehler. (Das sollte ich als meine signatur einrichten, unter allem, was ich schreibe... - ha ha!) ich sehe es immer wieder erst, wenn es online ist. dachte, ich hätte in den jahren alle vernichtet, aber nein... wohl nicht!
gerne erwähne ich meine homepgae (steht in meinem profil) noch mal :>, wo alle meine 27 storys bereits online sind, aber es freut mich auch, wenn ihr hier lest und gespannt bleibt!

@queenie: davon solltest du ja eniges verstehen... also vom süchtig machen. habe mich hier umgesehen und festgestellt, dass dein name häufig in den foren hier vorkommt... und deine story hat zurzeit 461 teile... ich bin hinten übergekippt! und ich habe sie begonnen. schön düster :> wirklich schön! also, ich danke dir für dein kompliment ;>

@fallada: liebe falla, nein, ich kann meine motivation gar nicht verlieren, denn die story ist ja fertig. schon seit jahren. aber ich überfliege die teile beim posten selber noch mal, und erinner mich wieder. schön, dass du dabei bist, und dass es dir gefällt!

@rose07: ach das mit blaise und draco renkt sich bestimmt wieder ein ;> (glaub ich) vielleicht auch nicht... ach, was verrat ich hier :>>> ich denke, das kapitel nach diesem hier - also, was ich heute abend online stellen werde - wird dir noch besser gefallen, wenn ich so vermessen vermuten darf ;> vielen lieben dank für deinen kommi! freut mich sehr!
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