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Three Rooms

von Die Meg
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Draco Malfoy Hermine Granger
12.05.2014
28.05.2014
24
142.856
105
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12.05.2014 4.020
 
Kapitel 23

Sie wusste nicht, warum es passierte, aber sie wollte ihn unbedingt spüren. Seine Hände umfingen ihr Gesicht, fast zärtlich, und er küsste ihre Lippen, als wäre es ein Abschied. So lange und sanft, während sie verrückt wurde unter seinen Berührungen.
Sein Jackett war auf dem Boden gelandet, und schon zog sie sein Hemd aus der schwarzen Anzughose.

„Hey, hey…“, hielt er sie behutsam auf, fing ihre Hände ab, und sie sah ihn an, mit großen, waidwunden Augen, die sie von sich schon kannte, und sie war in dieser Sekunde höchst verwundbar, denn… wenn er sie ablehnen würde…! Draco Malfoy stand vor ihr und strich eine braune Locke hinter ihr Ohr. Auch nur die leiseste Berührung von ihm, ließ sie erschaudern und sie befeuchtete ihre Lippen.
Sie versank in seinen grauen Augen, hob ihre Hände zu den Seiten seines Gesichts und zog ihn vorsichtig zu sich hinab.

Er ließ es zu, ohne den blickkontakt zu brechen, und sie küsste seinen Mund erneut. Ihre Lippen rutschten zwischen seine Lippen, und sie strich mit ihrer Zunge über seine volle Unterlippe. Sie hörte ihn unterdrückt stöhnen.

Und dann öffnete er seinen Mund, gewährte ihr Einlass, und sie presste sich enger gegen ihn, als sie ihre Zunge verlangend in seinen Mund gleiten ließ. Seine Hände griffen um ihre Taille, und sie spürte, wie seine Finger zu den vielen Haken und Ösen glitten.

Er beendete den Kuss. „Hmm“, sagte er und betrachtete mit gerunzelter Stirn die Seite des Kleids. Sie befürchtete, dass er sie nicht mehr wollte, oder dass er das Kleid zerstören würde, aber er hielt seine Hand Zentimeter über den Verschluss, und sie spürte plötzlich eine seltsame Macht.

Er zauberte zauberstablos, und ein goldener Schimmer ging von seinen Fingerspitzen aus, als sich die Ösen, ein nach der anderen, von selber öffneten. Ihr Mund hatte sich fasziniert geöffnet, und sie fragte sich, ob wirklich nur Reinblüter ohne Zauberstab zaubern konnte, aber… der Gedanke verflüchtigte sich schnell, als sie spürte, wie das Kleid ihren Körper hinabzugleiten drohte.

Sie hob den Blick zu seinem Gesicht, und ein Ausdruck war auf seine Züge getreten, den sie nur als wohlwollend und ehrfürchtig deuten konnte. Wieder schloss sie den Abstand zu ihm, ehe das Kleid fallen konnte, verschloss seinen Mund und zog anschließend das Hemd aus seiner Hose. Ihre Finger öffneten ein paar der Knöpfe, aber zog es schließlich ungeduldig über seinen Kopf.

Ihre Hände glitten über seinen schönen, muskulösen, bloßen Körper, während sich seine Hand um ihren Nacken schlang, um den hungrigen Kuss zu vertiefen. Sie zog ihn mit sich zurück. Gegen welches Bett sie stießen wusste sie gerade nicht, aber sie nahm an, es war Harrys. Es stand am nächsten zur Tür, aber sie dachte darüber weiter nicht nach, als plötzlich genug Luft zwischen ihnen war, dass das wunderhübsche Kleid zu Boden fallen konnte.

Ihr Herz schlug verräterisch schnell, und sie hatte plötzlich Angst. Angst, dass er immer noch nein sagen würde, dass er sie immer noch ablehnen könnte, aber er betrachte sie mit den neugierigen Augen eines Jungen, und seine Hand fuhr behutsam über ihren flachen Bauch. Sie hielt vor Angst die Luft an. Er sagte gar nichts, senkte plötzlich den Kopf und küsste ihr Schlüsselbein. Sie schloss die Augen vor Aufregung, denn anscheinend sagte er nicht nein!

„Granger, ich…“, murmelte er gegen ihre warme Haut, aber sie schüttelte den Kopf.

„Shht, nein. Nicht sprechen, Draco“, befahl sie heiser, zog ihn mit sich zurück auf die Matratze, und er fiel über sie, verharrte vor ihren Lippen.

„Du bist… so verdammt schön“, flüsterte er rau, und sie ertrank in seinen grauen Augen, während ihr Herzschlag wieder schneller wurde. Und sie wusste, er sagte das bestimmt zu allen Mädchen. Als hätte sich mit diesen Gedanken ein Schatten über ihr Gesicht gelegt, reagierte er sofort. „Was? Was ist?“, fragte er sofort, die Augen verengt. Aber sie wollte nicht sprechen. Sie wollte das hier! Sie wollte ihn! Egal, wie absurd und unlogisch es war!

Und sie wollte es nicht mit dem Gedanken versauen, dass er schon hunderte gehabt hatte!
Sie schüttelte nur den Kopf, und ihre Finger glitten zu seiner Hose, begannen den Gürtel zu öffnen, aber er hielt sie auf.

„Willst du mich nicht?“, flüsterte sie erstickt, denn er hatte sich aufgerichtet, war auf denen Knien zwischen ihren Beinen auf dem Bett.

„Bist du verrückt?“, erkundigte er sich ernsthaft und öffnete zögernd den Gürtel, den Reißverschluss und schien ihre Reaktion zu beobachten, als er die Hose mitsamt der Shorts seine Beine hinabschob. Seine Erektion war hart und pulsierte steif in der Luft. Ihr Mund öffnete sich, denn sie hatte so etwas noch nie gesehen.

Sie stützte sich auf die Ellenbogen, und ihre Hand schnellte vor, um sich um seinen Schaft zu legen. Fast brach er bei der Berührung über ihr zusammen, schloss keuchend die Augen, und umfing ihre Hand mit der seinen. „Granger, verdammt!“, keuchte er. „Langsam, oder ich…“ Er schluckte hart, als er mit größter Beherrschung ihre Hand zu führen begann, wie er ihr zeigte, wie sie zu pumpen hatte, und Erregung löste ihre Panik ab. Wie er reagierte, nur weil sie ihn berührte!

Und all die Dinge, die sie sonst schon in Erzählungen widerlich fand, wollte sie plötzlich alle mit ihm ausprobieren! Sie wollte ihn berühren, sie wollte ihn spüren, sie wollte… ihn ganz. Und sie schämte sich kaum für diese Gedanken!
Sie wollte ihn sogar schmecken, auch wenn es ihr Angst bereitete.

Sie sah gespannt zu, wie sich ein Tropfen von der Spitze löste, und ehe sie nachdenken konnte, schnellte ihr Kopf vor, und sie leckte den Tropfen mit der Zunge fort. Sofort schnellte sein Kopf zurück, und sie hob so tapfer sie konnte ihren Blick zu seinen aufgerissenen Augen.

„Granger, ich…“, stammelte er zusammenhanglos, und es entstand eine Pause. Eine Pause, in der er nicht wusste, ob er sie wohl aufhalten sollte, ihr die Chance geben sollte, zu übersehen, dass sie das gerade getan hatte, aber… der Mut überkam sie plötzlich. Sie war Hermine Granger, versessen darauf, zu lernen. Also beugte sie kurzerhand den Kopf vor und nahm seine Spitze in ihren Mund. Es dehnte ihre Mundwinkel, und er keuchte über ihr auf, griff sofort in ihre Haare und zog sie sanft zurück.

„Was… was zur Hölle tust du!“, keuchte er, und seine Brust hob und senkte sich sehr unregelmäßig.

„Ich…“, begann sie unschuldig, und er schüttelte den Kopf.

„So läuft das nicht! Ich… ich kümmere mich um dich! Du musst das nicht tun, nur weil du denkst…!“, begann er außer sich, aber sie spürte, wie sich ihre Mundwinkel hoben.

„Halt den Mund, Malfoy“, sagte sie lächelnd, und er gab ihre Haare frei. Er fluchte so freizügig, dass sie rot wurde, als er sich kaum beherrschen konnte, nicht weiter in ihren Mund zu stoßen, als sie ihn wieder aufnahm. Es war so… unglaublich beflügelnd! Sie wusste, dass sie alles von ihm würde verlangen können! Es war nicht so unangenehm, wie sie angenommen hatte! Ihre ganzen Ängste vor Oralsex, Blowjobs oder wie man es eben nannte, verflogen mit jeder Sekunde mehr. Mit jeder Sekunde, in der er ihre Aufmerksamkeiten voll und ganz zu genießen schien.

Sie testete, wie weit sie ihn aufnehmen konnte, aber sie nahm an, es war nicht besonders tief. Es ging nicht, sie spürte, dass sie sonst würde würgen müssen, aber es schien ihm egal zu sein, denn er knurrte tief.

„Hör auf, oder ich komme gleich, und das willst du nicht!“, knurrte er rau und zog sich zurück. Ihr Herzschlag hatte sich verdoppelt, und sie spürte einen gewissen Stolz in der Brust, denn wie er sie ansah, war… unbezahlbar. Der Hunger sprach aus all seinen Poren, und er schob sie ungeduldig an den Schultern zurück auf – tatsächlich Harrys – Bett.

„Ich hoffe,… es tut nicht weh“, flüsterte er rau neben ihrem Ohr, als er sanft ihr Höschen ihre Beine hinab schob, ihre Innenoberschenkel streichelte, und sie starb innerlich vor Ungeduld! Sie war so bereit für ihn, und es war ihr egal, wie weh es tat! Wirklich!

„Bitte…“, flüsterte sie heiser und zog ihn zu einem Kuss heran. Er kam der Aufforderung nur zu gerne nach, ließ seine Zunge in ihren Mund gleiten, strich an ihrer entlang, und sie spreizte die Beine für ihn. Es war unglaublich, wie wenig sie störte, wo sie war und was sie hier tat! Sie wollte einfach nur ihn! Sie wollte ihn spüren, sie würde noch zerspringen vor Lust!

Sie merkte wie er sich vor ihrem Eingang platzierte. Sie vertiefte den Kuss, wollte nicht weiter darüber nachdenken, und seine Hände krallten sich in ihre Hüften, als er Zentimeter um Zentimeter in sie stieß, sie dehnte, sie ausfüllte, und… der Schmerz, auf den sie wartete, blieb aus….

Er unterbrach den Kuss, sah sie an, lehnte seine Stirn gegen ihre, und sie sah hinauf in seine grauen wunderschönen Augen. Er verharrte völlig still in ihr. Sie gewöhnte sich langsam an seine Größe, und wusste… es war passiert.

Draco Malfoy war in ihr! Sein warmer Körper war über ihr, sein Duft hüllte sie völlig ein, und sanft überwand sie den Abstand zu seinen Lippen. Es fühlte sich so… richtig an, sie konnte es nicht anders sagen! Und erst als er sich wieder zurückzog spürte sie einen winzigen Stich. Nicht schmerzhaft, nicht lange. Und dann war es vorbei. Kraftvoll stieß er wieder in sie, und alle ihre Nerven reagierten auf ihn.

Mit jedem Stoß spürte sie, wie sie sensibler für seinen Rhythmus wurde, und begegnete ihm schließlich. Keuchend küsste er ihren Hals hinab, murmelte irgendwelche Liebkosungen in ihre Haare, aber sie musste den Kopf zurücklegen, als sie es plötzlich spürte. Als sie spürte, wie es sich in ihr aufbaute. Und sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie so fühlen würde!

Nach dem ernüchternden Gespräch mit ihrer Mutter, hatte sie angenommen, Frauen empfänden so gut wie nie Höhepunkte, aber… oh Merlin! Was für eine Lüge! Sie spürte es!
Ihre Finger krallten sich in das Laken unter sich, während lustvolle Geräusche ihren Mund verließen, die sie vorher noch nie von sich gehört hatte.

Er reagierte auf sie, pinnte sie härter gegen die Matratze, und der süße Schmerz mischte sich mit der Lust, mit den Höhen ihres ersten Orgasmus‘, den sie bei ihrem ersten Mal haben würde, und es war unglaublich! Sie keuchte auf vor Überraschung, klammerte sich an ihn, legte die Beine um seine Hüften, und er kam in derselben Sekunde, stöhnte ihren Namen in ihr Ohr und wurde ruhiger über ihr.

Sie hörte ihren Herzschlag in ihren Ohren leiser werden und strich abwesend durch seine dichten Haare, kitzelte seinen Nacken mit ihren Fingerspitzen, und träge hob er den Kopf aus ihrer Halsbeuge. Er betrachtete sie kopfschüttelnd, als wäre er verwundert, dass sie noch immer da wäre.

Sie hielt ihn umschlungen mit ihren Armen, ihren Beinen.

„Ich...“, begann er rau, aber sie strich ihm eine Strähne zurück.

„Ich liebe dich“, flüsterte sie, und er mied ihren Blick und nickte lediglich. Er konnte es nicht sagen. Sie wusste es. Aber… es war nicht ganz so schlimm, nahm sie an. „Soll ich es nicht sagen?“, fragte sie still, aber er hob den Blick wieder zu ihrem Gesicht. Er schüttelte den Kopf.

„Nein, du… kannst es sagen“, erwiderte er ungewöhnlich verhalten. „Wir sollten runtergehen“, schloss er langsam. Sie nickte nur. „Oder… willst du noch hier liegen und… wir…?“

„Kuscheln?“, beendete sie den Satz mit einem kleinen Lächeln. „Nein, schon gut. Wir sind sowieso zu spät.“ Er entfernte sich aus ihr, stand vom Bett auf, und sie war froh, dass sie kein Siebtklässler hier überrascht hatte. Aber… alle Siebtklässler waren ja unten auf der Feier.

Sie würde ins Bad müssen.

„Du… weißt, wie man einen Verhütungszauber anwendet?“, fragte er jetzt wohl sicherheitshalber und verschloss seine Hose.

„Ja, Malfoy“, erwiderte sie, ohne ihn anzusehen. Sie bereute es nicht. Keine Sekunde davon. Aber sie hatte Angst, dass… dass es nicht noch einmal passieren würde. Hatte es ihm nicht gefallen? Vielleicht war sie ihm zu unerfahren? Sie wusste keine Antwort darauf und stieg in ihr Kleid. „Das zu verschließen dauert ohnehin noch. Wieso gehst du nicht schon mal vor?“, schlug sie ihm also seufzend vor.

„Ich soll vorgehen?“, wiederholte er. „Bist du sicher?“, fügte er unschlüssig hinzu, und sie verdrehte die Augen. Sie verstand. Er war nicht gut mit netten Worten nach dem Sex.

„Geh schon, du Esel“, sagte sie lächelnd, und er sah sie kurz verwirrt an. Dann nickte er.
„Oh, Malfoy?“, hielt sie ihn schließlich noch am Türrahmen auf, und er wandte sich langsam wieder um. „War… war es gut?“, fragte sie letztendlich doch, denn sie war Hermine Granger. Ihre Stimme war am Ende der Frage unüberhörbar höher gerutscht. Sie hatte ein wenig Angst vor seiner Antwort, würde sie denn überhaupt eine bekommen. Aber sein Blick nahm keine arrogante oder spöttische Note an, als er antwortete.

„Ohnegleichen“, erwiderte er ernst. Sie tauschten noch einen Blick. Oh, er war so schwer zu deuten! Also… hatte es ihm gefallen? Und sie vermied es, die nächste Frage zu stellen, die in ihrem Herzen brannte.

Würde es dabei bleiben? War es nur… einmal, weil sie sein Mitleid geweckt hatte? Konnte er ihr noch mal in die Augen sehen, wenn er erst einmal gegangen war?

Aber sie sagte nichts weiter und senkte den Blick.

Er ging, ohne ein weiteres nettes Wort. Sie war allein.

~*~

Er betrat die Große Halle und hielt sofort Ausschau.

Nach irgendwem, der es ihm würde ansehen können, und ihn sofort von der Schule werfen lassen würde. Er wusste, er hatte sich verhalten wie ein Arschloch! Aber sie hatte ihm keine Chance gelassen! Sie hatte es unbedingt gewollt! Sie hatte ihn in ihren verdammten Mund genommen, verflucht! Er war bereit, das zu seiner Verteidigung auszusagen, überlegte er dumpf.

Er hätte anders sein können! Aber sie hatte ja nicht gewollt, dass er noch länger blieb! Er lockerte die Krawatte, denn er hatte Probleme, zu atmen. Und langsam verlor der Zauber, der ihn nüchtern werden ließ die Wirkung, und er fühlte sich etwas schlapp.

„Wo warst du?“ Pansy erschrak ihn bis ins Mark.

„Was?“, fuhr er sie abwesend an, und sie verdrehte die Augen.

„Das Buffet ist so gut wie leer geräumt, Draco! Du verpasst alles! Sogar den Schokoladenbrunnen!“, ergänzte sie böse. Er nickte nur. „Und wo ist Granger?“, fragte sie jetzt weniger enthusiastisch.

„Kommt gleich“, erwiderte er und behielt die Halle weiter im Blick.

„Also habt ihr gesprochen?“, schloss sie aus seinen Worten.

„Mhm“, machte er nur, und Pansy seufzte auf. Sie schien böse oder enttäuscht oder… ach, was wusste er schon, was Pansy war?!

Todesser-Masche… Potters Worte spukten in seinem Kopf rum wie ein böser Geist. Er hatte keine Todesser-Maschen.

„Draco?“ Anscheinend hatte Pansy ihn etwas gefragt, und nun sah sie wirklich höchst gereizt aus.

„Was, Pansy?“, knurrte er und sah sie an. Sie erwiderte seinen Blick. Und für einen Moment glaubte er, Panik in ihren Potter-grünen Augen aufblitzen zu sehen.

„Oh nein. Was hast du getan?“, flüsterte sie plötzlich. Sie schüttelte langsam den Kopf, ohne ihn sprechen zu lassen. „Ich kenne diese Blick, Draco Malfoy!“, sagte sie tonlos.

„Was willst du von mir?“

„Was hast du mit Granger gemacht?“, fuhr sie ihn an. Draco lachte hart auf.

„Was denkst du? Dass ich sie vom höchsten Turm baumeln lassen, während ich es mir auf der Party gemütlich mache?“, wollte er übertrieben humorlos von ihr wissen, aber sie verdrehte die Augen.

„Du hast mit ihr geschlafen, oder?“

Pansy traf immer ins Schwarze. Und das mit so viel Präzision, dass er manchmal keinen Konter parat hatte. Immer noch hielt ihn ihr zorniger Blick gefangen. „Und du hast sie sitzen gelassen“, schloss Pansy fast verzweifelt und brach den Blickkontakt. „Sie wird zu Potter gehen. Oder Weasley!“ Das schien eine grauenhafte Aussicht für Pansy darzustellen. Draco runzelte die Stirn. Was war das für eine Sache mit Weasley und Pansy?! „Sie wird…“ Aber Pansy sprach nicht weiter. Etwas am Eingang hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. „Ihr… Kleid…?!“, entfuhr es Pansy entgeistert, und Draco fiel ein, dass Pansy das Kleid kannte. Seine Mutter hatte es vor einigen Jahren auf ihrem Geburtstag getragen, und Pansy hatte sie mit Komplimenten überschüttet.

„Entschuldige mich.“ Er ließ Pansy stehen. Eilig durchschritt er die Halle.

Bevor er Granger erreichen konnte, hatten es Weasley und Potter schon getan.

„Alles in Ordnung?“, vernahm er Potters leise Stimme, als er näher kam.

„Hey“, sagte Draco einfach und unterbrach somit das Gespräch des Trios. Hermine hob den Blick. Hatte sie geweint? Hatte sie nicht geweint? Merlin, seine Handflächen wurden feucht.

„Hey“, erwiderte sie gleichmütig. Er hatte nur Augen für sie. Potter und Weasley waren ihm scheiß egal. Keine Todesser-Masche. Er hatte sie nicht sitzen gelassen! Er… sie hatte gewollt, dass er ging!

„Hermine, woher hast du das Kleid?“, entfuhr es der kleinen Weasley, die einfach neben ihn getreten war. Und er sagte nichts, erfand keine Ausreden und sah sie einfach nur an. Kurz schien sie in seinen Augen nach einem Vorwand zu suchen. Einem Befehl, dass er wollte, dass sie log aber er sah sie einfach nur an.

„Ich… ähm… es gehörte Dracos Mutter“, sagte sie schließlich, und er spürte Potters Blick auf sich. Rechtschaffener Bastard, dachte Draco zornig.

„Oh?“, erwiderte die kleine Weasley mehr als überrascht. Hermine sah ihn immer noch an. Sag etwas! Irgendwas. Egal, was, Draco! Sein Blick fiel auf ihre hohen blauen Schuhe.

Und plötzlich hoben sich seine Mundwinkel unwillkürlich. Granger runzelte die Stirn, als sie es bemerkte. Gerade fiel ihm ein, dass… sie im Schlafsaal der Gryffindors gewesen waren. Und dass sie auf dem Bett grandiosen Sex gehabt hatten, unter dem Granger ihren Karton mit Sachen versteckt hatte.
Er musste also davon ausgehen, Sex mit Granger auf Potters Bett gehabt zu haben.
Und nichts war so unpassend, wie jetzt zu lachen, aber er konnte gar nicht anders.

„Was?“, wollte sie von ihm wissen, und er musste sein Lachen schon hinter seiner Hand verstecken. Er schüttelte abwehrend den Kopf.

„Anscheinend haben Sie noch etwas zu lachen, Draco“, bemerkte Snape säuerlich hinter ihm, und er konnte das Lachen auf ein grinsen minimieren. „Schön, dass endlich beide Schulsprecher die Zeit gefunden haben, der Party hier beizuwohnen.“ Snapes Blick versprach nichts Gutes. „Mr Filch hat mich informiert, dass nicht Peeves das Chaos im Pokalzimmer veranstaltet hat, sondern Sie, Draco“, sagte er knapp. Dracos Grinsen schwand. Woher wusste Filch das? Lag es an der verdammten Katze?!

„Nein, hat er nicht“, sagte Granger sofort. Draco warf ihr einen kurzen Blick zu, aber sie sah Snape entschlossen an.

„Hat er nicht?“, wiederholte Snape gefährlich ruhig.

„Nein, er war bei mir“, erwiderte sie. Snapes Stirn runzelte sich.

„Professor McGonagall sagte mir, sie hätte ihn und Mr Potter im Pokalzimmer angetroffen, als-“

„-das war danach! Harry war da… wegen Peeves! Und Draco wollte mit Harry reden wegen… nun ja, wegen… uns“, sagte sie selbstsicher. Snape atmete langsam aus. Kurz verengten sich seine Augen. Draco nahm an, wahrscheinlich erkannte Snape das verdammte Kleid. Snape hatte es seiner Mutter schließlich extra zum Geburtstag besorgt. Deswegen hatte es sein Vater nie leiden können. Snape sagte Merlin sei Dank nichts Entsprechendes, schenkte ihm nur einen weiteren Blick, den Draco nicht deuten konnte.

„Die ersten Vertrauensschüler sagten mir, dass niemand in den Räumen der Schulsprecher war, als-“

„-wir haben gelogen!“, mischte sich Pansy ein, als sie dazu getreten war.

„Was?“, zischte Snape ungehalten.

„Ja, wir… wollten nichts sagen, weil…“ Sie wandte sich hilfesuchend an Weasley.

„Weil es die Schulsprecher sind!“, sprang Weasley zu Hilfe und nickte ungelenk.

Snapes Augen verengten sich. „Vielleicht wird es nicht gern gesehen, dass die Schulsprecher…“ Weasley machte eine ausladende Handbewegung.

„… ein Paar sind“, schloss die kleine Weasley schließlich, und Dracos Mund öffnete sich eine Spur ratlos. Snape schloss entnervt die Augen.

„Was?“, wiederholte er wieder und schüttelte anschließend den Kopf. „Es könnte mir nicht egaler sein, wer von Ihnen unreifen Bälgern ein Paar ist oder nicht! Diese Verschwörung werde ich schon noch lösen, und ich denke… ich mache keinen Fehler, wenn ich allen fünfzig Punkte abziehe!“

Aber das ließ Draco mäßig kalt. Aber immerhin taten sie alle so, als würden sie betreten auf den Fußboden blicken.

Snape ließ sie alle mit einem letzten genervten Blick stehen.

„Na, das lief besser als ich dachte“, bemerkte die kleine Weasley.

„Sehr gut geschaltet, Weasley“, fügte Pansy spöttisch hinzu.

„Oh bitte!“, knurrte Weasley, aber er sah Pansy länger in die Augen als unbedingt nötig.

„Wirklich? Weasley, Pansy?“, entfuhr es Draco mehr als ungläubig. „Was war es? Die Hochwasserhosen? Der nicht vorhandene Reichtum?“, fuhr er fort, aber Pansy bedachte ihn mit erhobener Augenbraue. Ja, ja… - halt die Klappe, Draco. Er wusste es.

Jetzt standen sie zu sechst in der Runde, und Draco sah sie wieder an. Potter atmete unschlüssig aus.

„Und jetzt was?“, fragte Potter tatsächlich, und auch Weasley wirkte nicht glücklich. Draco hatte andere Sorgen als unangenehme Momente. Er hatte sich bei ihr nicht entschuldigt. Hatte sich nicht bedankt. Er hatte gar nichts getan, außer sich zu verhalten wie ein Arschloch. Er machte einen Schritt auf Granger zu, und Potter und Weasley schienen nur unter großen Schmerzen zusehen zu können, denn sie stöhnten unterdrückt auf.

Er ergriff ihre Hände, und sie schien mehr überrascht darüber als ihre Freunde.
Sie lagen angenehm warm in seinen kühlen Händen.

„Granger, ich…“ Er sah sie an, denn er konnte nicht wegsehen! Er hatte am ersten Tag nicht wegsehen können, und er konnte es jetzt immer noch nicht. Und zum ersten Mal war es scheiß egal, was alle anderen dachten! Sein Atem ging wieder flacher, denn mit aller Macht stieg ihm das Bild ihres Körpers in den Kopf. Ihrer Lippen um seinen Schwanz, ihrer Augen. Ihrer schönen dunklen Augen, die jeden seiner Bluffs durchschauen konnten….

Und es war ihm egal! Es war ihm scheiß egal, dass jeder sehen konnte, dass er Hermine Granger verfallen war!

Er zog sie an den Händen näher, bis sie fast gegen ihn stolperte, und er schlang seine Hand um ihren Nacken, griff fest in ihre dunklen Locken und schloss den Abstand zu ihren Lippen und ignorierte ihre Augen, die sich vor Schreck geweitet hatten.
Seine Lippen trafen auf ihre, und es fühlte sich so befreiend an, dass er alles vergaß. Sein Mal schmerzte nicht mehr. Gar nichts schmerzte ihn mehr!

„Oh bitte nicht!“, hörte er Potters Stimme, aber Draco hatte nicht vor Granger allzu schnell wieder herzugeben. Allerdings stemmte sie sanft ihre Hände gegen seine Brust. Unwillig ließ er von ihren Lippen ab, aber ihr verschleierter Blick sagte ihm, dass es ihr gefallen hatte.

Einige weitere in der Großen Halle starrten sie mittlerweile an. Er rückte nicht von ihr ab, hielt einen Arm um ihre Taille gelegt, und sie versank in seinen Augen, so kam es ihm vor. Er neigte den Kopf zu ihr, und spürte, wie sie die Luft anhielt.

„Lass uns gehen“, murmelte er in ihr Ohr, und spürte, wie sie gegen seine Wange lächelte.

„Malfoy“, sagte sie mit spielerischer Warnung, aber er hatte nicht vor sie loszulassen.

„Ginny, lass uns gehen, bevor mir schlecht wird“, war alles, was Potter noch sagte.

„Ja, das gleiche gilt für mich“, bemerkte Pansy. „Weasley, kommst du?“

„Es war Potters Bett, oder?“, flüsterte Draco in ihr Ohr, und musste wieder grinsen, als er in ihre Augen sah. Und sie hatte den Anstand rot zu werden, als sie nickte.

„Ja“, bestätigte sie leise. Und sie musste auch lachen.

„Weasley?“ Pansy wartete entnervt, während Weasley einen Blick mit Hermine tauschte. Und Weasleys Mundwinkel hoben sich, als er scheinbar gottergeben mit den Achseln zuckte.

„Na komm, Parkinson“, sagte er schließlich, riss sich von Hermines Anblick los und ergriff tatsächlich Pansys Hand, die plötzlich starr vor Schreck wurde. „Angst mit mir gesehen zu werden?“, vermutete Weasley laut, und Pansys Mundwinkel hoben sich leicht. Und tatsächlich schüttelte sie den Kopf. Draco bemerkte wie Lavender Brown vom Rand der Halle hasserfüllte Blicke auf Pansy schoss.

„Komm“, wiederholte er rau und zog Granger einfach mit sich. Sie folgte ihm und versuchte, mit ihm Schritt zu halten.

„Wohin gehen wir?“ Sie klang etwas argwöhnisch.

„Angst mit mir gesehen zu werden?“, wiederholte er Weasleys Worte mit spöttischem Ausdruck, und sie zuckte die Achseln neben ihm.

„Ein wenig“, bestätigte sie lächelnd, und er schüttelte den Kopf.

„Frech, Granger“, erwiderte er. „Ich… wir sollten über ein paar Dinge reden“, sagte er schließlich, und ihr Ausdruck nahm eine panische Note an.

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