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Three Rooms

von Die Meg
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Draco Malfoy Hermine Granger
12.05.2014
28.05.2014
24
142.856
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12.05.2014 6.137
 
Kapitel 14

Hermine wusste, was richtig und was falsch war.

Aber… konnte das hier wirklich so falsch sein, wenn es sich so gut anfühlte?! Und sie wusste, was sie Harry gesagt hatte. Und sie wusste, was sie ehrlich in ihrem Innern fühlte.
Denn sie wollte es nicht! Aber sie konnte nicht aufhören. Ihre rationalen Sensoren schienen ausgeschaltet zu sein.

Und jetzt küsste er sie wieder. Verlangend und erbarmungslos. Immer wieder musste sie seine Lippen spüren, und nur am Rande hatte sie bemerkt, wie er sie zu seinen Stufen bugsiert hatte. Sein Arm lag fest um ihre Taille, während sie die Stufen rückwärst empor stolperten, während er sie hielt, mit der anderen Hand den Zauberstab aus der Hose zog und sie gegen die verschlossene Tür lehnte.

Er schlug seine Hand praktisch gegen das Holz neben ihrem Kopf, um den Zauber zu aktivieren.

„Alohomora“, keuchte er atemlos, als er seine Lippen eine winzige Sekunde von ihren löste, um seine Tür zu öffnen. Sie sprang auf, und ehe sie nach hinten fallen konnte, hatte er seinen Arm wieder um sie geschlungen.

Erneut fanden seine Lippen die ihren, und ihre Arme legten sich um seinen Hals. Um Dracos Hals!

Diese Tatsache war endlos weit entfernt. Und tatsächlich ließ sie zu, dass er sie in sein Zimmer brachte. Es war hier dunkel, denn die Vorhänge waren noch nicht aufgezogen. Sein Bett war noch ungemacht, und seine fantastischen Berührungen lenkten sie wieder einmal davon ab, dass er Draco Malfoy war! Oh Merlin!

Sie ließ sich von ihm rückwärts zum Bett führen. Seine Hände waren unter ihr Oberteil geglitten, berührten ihre bloße Taille, und sie fühlte eine Gänsehaut, zum allerersten Mal. Das konnte nicht richtig sein! Aber… falsch fühlte es sich nicht an.
Seine Lippen ließen ihr keine Zeit, noch einmal nachzudenken. Ihre Finger griffen in seine dichten Haare, und seine Haut fühlte sich so unglaublich weich an.

Er war perfekt. So perfekt. Und es war so ungerecht.
Sie spürte die Bettkante in ihren Kniekehlen, aber ehe sie dies zur Sprache hätte bringen können, umfing er ihren Körper, während sie rückwärts auf seine weiche Matratze fiel. Er war keine Sekunde später über ihr. Und sie roch sein Parfum, seinen Duft in seinem Bett.
Es benebelte sie fast, so verführerisch war es.

Sie blickte hoch in sein Gesicht, als er über ihr innehielt.

Ja, es war Draco Malfoy. Und fast schämte sie sich, dass sie es ihm so einfach machte.
Fast. Denn ihre Beine waren weich wie Pudding. Sie wusste nicht, ob sie überhaupt noch einmal würde aufstehen können. Und tatsächlich zeichnete milde Überraschung seine Züge.
Ihr Körper kribbelte unter seinem Blick. Unter seinen dunkelgrauen Augen.

Und ehe sie sprechen konnte, ehe sie irgendeinen Gedanken ausformulieren konnte, legten sich seine Lippen fast sanft auf die ihren. Seine vollen, perfekten Lippen.
Er lehnte sich bedingungslos in diesen Kuss, und in ihrem Magen flatterten tausend Schmetterlinge, denn sie musste die Luft anhalten.

Seine Hand schlang sich um ihren Nacken, während er sie küsste, und sie spürte seinen gesamten, harten Körper gegen sich gepresst, in seiner vollen Schönheit.
Und sie konnte nicht fassen, dass sie darüber nachdachte, ihm sein Shirt über den Kopf zu ziehen, nur um seinen Körper anfassen zu können. Sofort wurde ihr ziemlich heiß in ihren Wangen, und in diesem Moment stieß Draco seine Zunge zwischen ihren Lippen.

Überrascht reagierte sie auf ihn, erlaubte seiner Zunge Einlass, und alles Sanfte war verschwunden. Er presste sich fester gegen sie, presst sie runter gegen die Matratze, und sie spürte seine Erektion gegen ihren Bauch.

Oh Merlin! Ihr Herz schlug so laut in ihrer Brust, während sie sich unter ihm aufbäumte, während sie ihm kaum nahe genug sein konnte.
Und seine Hand wanderte unter ihrem Oberteil höher. Ihr Atem ging flach, mischte sich in ihrem Mund mit seinem Atem, und er unterbrach den Kuss keine Sekunde, als er unter ihrem BH angekommen war. Fast ungeduldig rieb sein Daumen über das weiche Material ihres BHs, genau über die Stelle, wo ihre Brustwarze war.

Sie keuchte in seinen Mund, denn… es war unglaublich! So verboten und… so unglaublich erregend. Ihr Kopf löste sich von seinem und fiel hilflos zurück auf die Matratze. Seine Finger schoben das Material des BHs zur Seite, und sein Daumen traf auf ihre Haut.

„Draco!“ Die Stimme kam von draußen. Und sie gehörte Gregory Goyle.

Erschrocken flogen ihre Augen auf, und sein Kopf sank erschöpft auf ihre Halsbeuge. Sie spürte seinen unregelmäßigen Atem.

„Merlin“, knurrte er zornig gegen ihre Haut, ehe er sich über ihr aufrichtete.

„Deine Freund sind hier“, hauchte sie heiser. Und fast war sie froh, denn sie wüsste nicht, wohin das hier geführt hätte. Und sie spürte tatsächlich einen Stich der Enttäuschung in ihrem Innern. Neben all den Schuldgefühlen….

„Ja“, murmelte er. Seine Haare hatte sie erfolgreich durcheinander gebracht. Und er sah perfekt aus. Seine Augen wanderten über ihr Gesicht. So offen, dass ihr Herz einen Satz machte.

„Draco, äh… Pansy und ich… machen uns Sorgen?“, hörte sie Goyles Stimme von draußen.

„Mach die verdammte Tür auf, Draco!“ Das war wieder Pansy, und sie klang nicht wirklich besorgt, stellte Hermine fest. Sie atmete aus. Und er gab sie frei. Einfach so. Er setzte sich auf seine Bettkante, vergrub kurz die Hände in seinen kurzen Haaren, und sie setzte sich etwas ratlos neben ihn.

„Malfoy?“, begann sie zögerlich, denn mit ihm zu sprechen war etwas ganz anderes als ihn zu küssen. Er sah sie nicht an, als sie sprach, und sie fühlte sich so falsch in seinem Bett. Dort, wo er all die anderen gehabt hatte. Ihr Blick wanderte ebenfalls ins Leere, nach vorne über seinen unordentlichen Schreibtisch, über seinen Teppich, wo vereinzelte Quidditchklamotten lagen. Ja, er hatte hier in diesem Zimmer schon so viele andere Mädchen gehabt. Das Wissen schmeckte bitter in ihrem Mund. Sie war nur irgendeine von so furchtbar vielen. Und sie fühlte sich plötzlich sehr schlecht. Sie hatte sich für besser gehalten, als das.

Für so viel besser. Oh, wie dumm sie gewesen war. Sie war nicht besser! Nein, sie belog Harry, und sie war noch viel schlimmer, als sie angenommen hatte.

Ihr Blick senkte sich. Sie blinzelte überrascht und griff nach unten. Dort hatte sie etwas Glänzendes entdeckt.

Sie öffnete ihre Hand, als sie wieder aufrecht saß.

Es war sein Abzeichen. Das silberne S schimmert in ihrer Hand. Schulsprecher. Sie waren Schulsprecher. Beide gleich. Sie wollte den Schulsprecher. So wie jedes andere dumme Mädchen auch! Hastig, als hätte sie sich verbrannt legte sie das Abzeichen zwischen sich und ihn auf das Bett.

Wieder klopfte es laut gegen die Tür im Wohnzimmer. Und sie wusste, eigentlich mussten sie reden, denn wo waren sie jetzt? Was hatten sie jetzt Hals über Kopf entschieden? Dass sie… am Freitag ausgehen wollten? Dass sie… - Hermine wusste es nämlich nicht. Und es bereitete ihr Magenschmerzen es nicht zu wissen. Und sie wusste, er meinte es nicht ernst. Nichts davon. Denn er war… Malfoy. Und sie war einfach… zu dumm. Etwas, was sie überhaupt nicht gerne war!

„Ok, dann…“, sagte sie zögerlich und konnte den Ärger aus ihrer Stimme nicht verbannen. Endlich hob er den Blick zu ihrem Gesicht. Natürlich musste sie als erstes etwas sagen, denn er würde ja niemals den Mund aufmachen! Und der unverwundbare Malfoy war wieder zurück. Fast beruhigte es sie. Seine Kälte kannte sie immerhin.

„Ja?“ Und seine Stimme klang misstrauisch. Sie sah, dass er sich zurückzog, irgendwo hinter seine kalte Fassade zurück, irgendwo hinter die hohen Mauern eines Todessers, die sie nicht bezwingen konnte. Sie atmete aus. Sie wollte es nicht erklären. Sie wollte nicht immer die sein, die irgendetwas aussprach, was er begonnen hatte. Sie wusste nicht mal, ob er noch wusste, was sie vorhin besprochen hatte! Ob er sich noch daran erinnerte, dass er mit ihr zu der Party gehen wollte! Sie biss auf ihre geschwollene Unterlippe. Oder ob er nur bis hierhin geplant hatte. Ob er nur mit ihr schlafen wollte, um sich jeder weiteren Konsequenz zu entziehen, und ob er jetzt einfach nur gestört worden war! Ahrg!

„Ich… nichts. Ich werde gehen“, erklärte sie gepresst, und sie hasste, dass er nicht sprach, wo es hundert Dinge zu besprechen gab! Sie hasste, dass Pansy vor der Tür stand, als wäre es ihr Zuhause! Seine Augenbraue hob sich. Sie fühlte sich seinem Blick hilflos ausgesetzt und schob sich eine lockige Strähne über ihre Schulter. Und sein Blick war ihr unangenehm. Wie immer.

„Ok“, bestätigte er fast gleichmütig. Sie erhob sich ruckartig.

„Du bist ein Arschloch!“, sagte sie nur, aber er erhob sich augenblicklich. Sie hatte nicht an sich halten können. Denn er war ein Arschloch.

„Was?“, fuhr er sie zornig an, und sie wandte sich wütend um.

„Was ist das alles hier? Du… du…“

„Was, Granger?“

„Hast du jetzt wieder alles vergessen?“, rang sie sich ab, und seine Stirn runzelte sich ungläubig.

„Was konkret?“

„Oh, vergiss es, Malfoy!“, knurrte sie und hatte seine Tür erreicht. Er folgte ihr in derselben Sekunde, riss sie am Arm zurück, so dass sie unsanft gegen den Türrahmen krachte.

„Was spielst du hier, verdammt noch mal? Was soll das jetzt?“ Und tatsächlich war er wütend! Auf sie! Sie fasste es nicht!

„Nichts, Malfoy! Gar nichts!“ Sie würde ihm die Worte nicht in den Mund legen. Garantiert nicht! Sie versuchte unter ihm abzutauchen, aber er ließ es nicht zu.

„Du benimmst dich wie ein kleines Miststück!“, informierte er sie kopfschüttelnd. Sie schlug ihm die Hände vor die Brust.

„Ja? Dann lass mich gehen! Mach die scheiß Tür auf und nimm dir Pansy!“, rief sie wütend, und belustigt hob sich seine Augenbraue.

„Du bist eifersüchtig?“, stellte er glatt fest, und sie schüttelte den Kopf.

„Nein! Nein, ich-“

„Granger“, unterbrach er sie beherrschter als zuvor. „Ich habe keine Lust auf ein Drama, hast du verstanden?“

Und fast hysterisch lachte sie auf. „Du hast keine Lust auf Drama? Lord Malfoy hat keine Lust auf Drama? Gut, dann lassen wir es einfach. Ok? Wäre dir das Recht? Ich komme ab und an vorbei, du wirfst mich auf dein Bett, bis deine nächste Schlampe an die Tür klopft?“ Woher ihre Wut kam war ihr nicht ganz klar, aber jetzt hatte sie all diese Worte gesagt. Merlin, war sie wütend!

„Granger, am besten gehst du jetzt.“ Sie sah ihn an. Es hämmerte wieder gegen die Tür. Sie nickte nur. Ja, sie wollte gehen. „Reg dich wieder ab“, ergänzte er gepresst. Zornig biss sie die Zähne zusammen, um nicht zu schreien.

„Erzähl mir nicht, dass ich mich abregen soll!“, knurrte sie tonlos.

„Wir reden heute Abend…“, begann er, ohne auf sie zu achten, „wenn McGonagall mit der Besichtigung durch ist“, ergänzte er streng.

„Weil du es so willst?“, wollte sie herausfordernd von ihm wissen, und Zorn trat offen in sein Gesicht.

„Weil ich gleich mit Potter die scheiß Strafe absitzen muss, Granger!“, entgegnete er mit einem scharfen Unterton. Ihr Herz schlug laut. So war es also jetzt? Er küsste sie und dann schrien sie sich an. Seine Augen schlossen sich kurz, während Pansy wieder nach ihm schrie.

„Was auch immer, Malfoy. Kümmer dich um deine Freunde“, erwiderte sie kalt und hasste ihn! Hasste ihn einfach! Seine grauen Augen brannten sich zornig in ihren Blick, und sie wusste, sie war hoffnungslos verloren. Sie war eifersüchtig. Und sie konnte es nicht ändern.
Er ließ sie gehen, war resignierend zurückgewichen, und es war ihr egal!

Bevor sie noch vor Wut platzen würde hatte sie sich abgewandt und war die Stufen hinabgeeilt.

Sie durchquerte das Wohnzimmer hastig, bis sie ihre Stufen hinauf war und die Zauber von ihrer Tür löste. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie er zur Tür schlenderte, wartete, bis sie verschwunden war, und als sie in ihrem Zimmer gegen ihre Tür gesunken war, hörte sie, wie er öffnete.

Pansy war wohl als erstes im Zimmer. Ihre Stimme klang schrill durch Hermines Tür.

„Wo ist sie?“, hörte sie Pansy rufen, und Hermine wich hastig von der Tür zurück, belegte sie stumm mit den Flüchen und wartete.

„Wer, Pansy?“ Draco klang so gleichgültig, und sie fragte sich, wie er es zustande brachte. Wahrscheinlich weil er so etwas schon seit Jahren tat, nahm sie bitter an. Wahrscheinlich versteckte er Mädchen, seitdem er bemerkt hatte, dass er verdammt gut aussah! Sie war nur eine von vielen. Oh, sie hasste ihn!

„Wer?“, vernahm sie Pansys Stimme, und Hermines Herz klopfte laut. „Das Mädchen, das du versteckst!“

„Hey, Draco“, begrüßte Goyle Draco kaum vernehmlich, und Hermine wich weiter in ihr Zimmer zurück, während Pansy draußen Tobsuchtsanfälle bekam.
Abwesend kaute sie auf ihren Fingernägeln und setzte sich an ihren Schreibtisch.

All die Dinge, die Harry gesagt hatte. Harry hatte es zugegeben. Er hatte Gefühle für sie! Was tat sie nur? Sie fing an zu zittern. Sie kaute auf ihrer Unterlippe und hatte plötzlich das Bedürfnis zu duschen. Was sie Harry gesagt hatte! Sie hatte ihn angelogen! Sie schloss verzweifelt die Augen. Was sie hier tat, konnte unmöglich richtig sein! Dass sie überhaupt in der Lage war, Draco Malfoy zu… haben… - das war doch unmöglich!

Sie hatte das Gefühl, sie machte nur noch Fehler!

Wieso nahm ihr niemand ihre Entscheidungen ab?! Und gleich würde er Harry sehen! Und sie kannte Malfoy. Er würde es nicht schaffen, nett zu Harry zu sein, und innerlich hoffte sie schon fast, dass er es nicht war. Dann wäre es vorbei.

Ihr Herz klopfte lächerlich laut.
Und es war so absurd! Denn… sie hatte bestimmt keine Schmetterlinge im Bauch, wenn sie an Blaise oder Harry dachte! Sie spürte die Tränen kommen. Sie weinte viel zu viel in letzter Zeit. Aber sie war sich sicher, Malfoy würde versagen. Er würde ihr die Entscheidung schon abnehmen. Sie traute ihm nicht zu, dass er sein Wort halten würde.

Und sie glaubte, dass sie deswegen weinte. Und das war wirklich schlecht.

~*~

„Draco, du hast es versprochen!“, beteuerte Pansy, und Draco wusste, dass es ein verdammter Fehler gewesen war, Pansy jemals anzufassen!

„Pansy, heute Abend-“

„-was?“, unterbrach sie ihn scharf. „Was ist heute Abend? Es ist Sonntag, Draco“, informierte sie ihn überflüssigerweise.

„Ich habe zu tun“, erwiderte er und konnte nicht fassen, dass Pansy ihn sogar bis zum Quidditchfeld begleitete.

„Zu tun?“, wiederholte Pansy ungläubig und fixierte ihn zornig.
„Draco Malfoy, willst du mich verarschen?“ Er blieb stehen und sah sie an. „Wenn das deine Art und Weise sein soll, mir zu erklären, dass du dich heute Abend mit einem anderen Mädchen treffen solltest, dann kannst du das vergessen!“ Er fixierte sie wütend. Pansy Parkinson brachte es fertig, den gesamten Slytherin-Gemeinschaftsraum von einem Quidditchspiel fernzuhalten, weil sie glaubte, er wäre an Granger interessiert.

Er wollte nicht wirklich wissen, zu was Pansy in der Lage war, wenn sie wüsste, dass er tatsächlich an Granger interessiert war. Und das war ziemlich milde ausgedrückt, für die Selbstmord-Mission, zu der er aufgebrochen war. Merlin, und er war ziemlich wütend auf Granger. Sie war ein Miststück gewesen. Was hatte sie von ihm gewollt? Pansy hatte vor der verdammten Tür gestanden! Hätte er sie in seinem Bett liegen lassen sollen, während er Pansy in aller Ruhe erklärte, dass er jetzt beschlossen hatte, verrückt zu werden und ein Schlammblut zu wollen?!

„Pansy, ich denke, du missverstehst das alles“, begann er vorsichtig.

„Ja?“, wollte sie glatt von ihm wissen. „Und was genau verstehe ich nicht? Dass du mich benutzt hast, Draco? Dass du mir versprochen hast, dass du mit mir schlafen würdest? Dass du mir gesagt hast, ich wäre das einzige Mädchen in Slytherin, für das es wert wäre, zu warten?“

Das hatte er gesagt? Merlin, was er mit einer Erektion für einen Mist stammeln konnte!

„Pansy-“, aber sie hob die manikürte Hand.

„Was? Draco, ich hasse es, wenn du mich anlügst! Ich hasse es wirklich! Welches andere Mädchen willst du? Welche andere Slytherin ist besser als ich?“, wollte sie beleidigt wissen, und er konnte zumindest auf diese Frage ehrlich antworten.

„Keine, Pansy“, versicherte er.

„Gut, wo ist das Problem? Und am besten sagst du es mir jetzt, Draco!“ Und er wusste, er hatte mehrere Möglichkeiten. Er war in der Lage, Pansy Angst zu machen. Er könnte ihr drohen, er könnte sogar mit ihr schlafen. Er könnte sie benutzen, aber leider war Pansy nicht dumm. Zumindest nicht dumm genug. Sie war ein verdammter Bluthund, und er wusste, Pansy würde sich nur zu bald wundern, dass er noch nicht geschrien hatte.
„Und glaub mir, ich habe kein Problem, Elizabeth Gresham zu ruinieren oder Charlotte George, oder welches andere Mädchen noch in die Gunst deiner flüchtigen Aufmerksamkeit gekommen ist!“

„Pansy, du bist paranoid“, erklärte er entnervt.

„Ja? Dann haben wir heute ein Date, Draco. Du schuldest mir so viel!“ Und er erkannte auch das unsichere Mädchen hinter der bissigen Fassade.

„Pansy-“

„-wenn du mir diesen Gefallen abschlägst, dafür, dass ich deinen Schwanz in meinem Mund hatte, und es dir gefallen hat – dann verspreche ich dir, werde ich das Mädchen finden, auf das du es abgesehen hast, und glaub mir, ich kann sehr überzeugend sein!“

„Willst du mir drohen?“, fragte er jetzt amüsiert, aber er wusste, wie wahnsinnig Pansy werden konnte. Hätte er sie doch nie angerührt! Hätte er doch nie seinen Pakt gebrochen! Und daran war auch Granger schuld!

„Nein, Draco. Ich will dein Bestes. Und du weißt, wir passen perfekt zusammen.“ Und leider erkannte Draco Potter aus dem Quidditchzelt kommen. Scheiße.

„Pansy, ich kann heute nicht“, beendete er gepresst das Thema, und ihr Blick verengte sich.

„Draco, du-“

Aber er hatte keine Zeit mehr. Seine Hand umfing grob ihren bloßen Oberarm und zerrte sie näher zu sich. „Halt deinen Mund! Du willst, dass ich dich will? Wie wäre es, wenn du mich dafür arbeiten lassen würdest, anstatt dich vor meine Füße zu werfen?“, knurrte er durch zusammen gebissene Zähne und gab sie wieder frei. Sie rieb sich schmerzhaft über ihren Oberarm. „Ich habe jetzt zu tun, Pansy. Wir reden später“, ergänzte er zornig. Potter hatte ihn entdeckt.

„Ich werde rausfinden, was du verheimlichst!“, versicherte sie ihm, allerdings stiller als zuvor.

„Du bist verrückt, Parkinson!“, knurrte er lediglich und setzte sich in Bewegung, ließ sie einfach zurück. Und er hoffte, sie meinte es nicht ernst. Wirklich nicht. Denn er glaubte nicht, dass es Pansy noch auf seine Prüfungen ankäme, seinen Ruf oder seine Stellung, wenn sie erst mal herausgefunden hatte, was sie so dringend wissen wollte. Er legte Wut in jeden weiteren Schritt. Pansy würde ihn nämlich ruinieren und wäre auch noch stolz darauf. Er atmete entnervt aus, als er vor Potter angekommen war.
Sein Unheil ging nahtlos weiter.

Sich entschuldigen. Merlin, das… wäre absolut unmöglich, entschied er bitter.

„Fast pünktlich“, bemerkte Potter abschätzend. „Ich sehe, wie immer Mädchen-Probleme?“ Und Draco biss die Zähen fest zusammen. Granger. Grangers Lippen, Grangers Gesicht. Grangers lange Beine. Grangers verschleierte Blick, wenn er ihre verflucht glatte Haut berührte…. Potter runzelte die Stirn vor ihm. Merlin sei Dank kamen die Flugeinsteiger bereits über die Wiesen.

Draco schälte sich die Jacke von den Armen, denn ihm war ziemlich heiß geworden. Er würde es nicht überleben. Vielleicht könnte er mit Granger abmachen, dass er Potter nur noch halb so oft verprügelte, wie er es verdiente. Das wäre doch ein guter Deal, dachte er dumpf.

„Harry Potter!“, riefen einige Erstklässler aufgeregt, und Draco spürte, wie seine Mundwinkel tiefer sanken. Richtig. Fast hatte er vergessen, dass nicht alle einen natürlichen Hass auf Potter empfanden.

Überall ein scheiß Held, dachte er kalt.

„Wieso sind keine Mädchen unter den Einsteigern?“, erkundigte sich Potter verwirrt. Und Draco atmete aus, ehe er antwortete. Er zählte innerlich bis drei.

„Weil Erstklässlerinnen nicht fliegen können“, erwiderte Draco so gleichmütig wie er konnte.

„Wo steht das? Im Todesserhandbuch für mittelmäßige Sucher?“, wollte Potter abschätzend wissen, und wieder zählte Draco. Eins – ich schlag dir nicht aufs Maul. Zwei – ich ruinier nicht meinen scheiß Tag wegen dir. Drei – ich vögel deine Prinzessin, Arschloch.

Und er atmete aus.

„Es hat sich kein Mädchen beworben“, entgegnete er, sogar mit einem Lächeln. Verdammt, er sollte eine scheiß Medaille bekommen! Potter schien ihm nicht zu glauben. Aber Potter glaubte ja nie irgendetwas, was irgendjemand anders sagte! Und Potter wollte Granger. Arschloch!

„Ach ja? Und damit hast du nichts zu tun?“

„Potter“, begann er gepresst, aber er spannte hart den Kiefer an. Fuck.
Dann atmete er wieder aus. „Lass uns einfach anfangen, ja?“, ergänzte er gereizt, und Potter runzelte die Stirn. Die Erstklässler formierten sich vor ihnen, und Draco war wirklich dankbar, dass keiner dieser Idioten Potter nach einem Autogramm fragte.

„Wie viel Mal hat Gryffindor schon den Hauspokal gewonnen?“, wollte ein Junge begierig wissen, und Potter wandte sich lächelnd an ihn. Draco wusste nicht, wie er es schaffen sollte. Er wusste, er hatte das Temperament seiner Mutter geerbt. Sein Vater war in der Lage gewesen, seine Feinde sogar im Schlaf für sich zu gewinnen, wenn er es darauf angelegt hatte. Seine Mutter hatte… lieber direkt Köpfe rollen sehen.

„Hm, wie oft, Malfoy?“, erkundigte sich Potter seelenruhig. Aber Draco wusste, es half nichts. Und er wusste, er wollte etwas anderes. Heute wollte er Potter auf keinen Fall schlagen. Heute wollte er… Granger. Auf seinem Bett. Verflucht noch mal nackt! Während sie seinen verdammten Namen schrie. Und so schwer konnte es nicht sein! Es konnte nicht so schwer sein, wie er es sich vorstellte. Also, egal, was Potter in seinen Weg werfen würde, Draco würde ausweichen, denn Granger wollte von ihm lediglich, dass er Potter Honig um sein scheiß Maul schmierte, und das wäre keine Kunst für Draco. Absolut keine Schwierigkeit.

Und er zählte wieder, ehe er antwortete.

„Sieben Mal, Potter“, erklärte er also mit einem Lächeln, von dem er wusste, dass es zumindest Mädchen irritierte. Aber auch Potter schien überrascht, dass Draco noch nicht zugeschlagen hatte. Draco war selber am allermeisten überrascht, aber er hatte ein Ziel.

„Wow!“, rief der Junge aus.

„Ihr fliegt heute in Vierer-Teams und übt Pässe“, erklärte Draco, um mögliche Lobeshymnen abzukürzen. Die Jungen tuschelten aufgeregt.

„Kann Harry Potter mit fliegen?“, wollte ein anderer Junge begeistert wissen, und Draco dachte nur noch daran, wie Granger seinen Namen schreien würde, wenn er ihre Zunge in sie stoßen würde.

„Wenn er will“, gab Draco gönnerhaft zurück, und Potter hob die Hand.

„Alle in die Luft. Ihr fliegt in paar Kurven!“, befahl er knapp. Er wartete bis alle in der Luft eilig seinem Befehl nachkamen und fixierte ihn dann unangenehm genau. „Was ist los mit dir?“, wollte Potter eisig wissen.

„Was?“ Draco sah ihn an. „Wir sitzen diese Strafe ab. Ohne Zwischenfälle“, ergänzte er glatt. Potter starrte ihn regelrecht an. Draco schritt zu den Schulbesen, die unter den Rängen lehnten und reichte Potter einen der besseren. „Hier“, bemerkte er ohne jeden Spott.
„Die Jungs wollen, dass du mitfliegst“, fügte er ruhig hinzu.

Und Potter zögerte noch einen Moment, ehe er den Besen nahm.

„Ist er verflucht?“, erkundigte er sich freudlos, und Draco lächelte.

„Merlin, nein“, erwiderte er am Rande der Ungeduld. Potter machte keine Anstalten den Besen zu nehmen. Draco verdrehte die Augen. „Lass uns trainieren. Keine Tricks“, fügte er tonlos hinzu. Endlich griff sich Potter den Besen.

„Wenn er verflucht ist-“, begann Potter warnend, und Draco atmete gereizt aus.

„-gehe ich persönlich zu Snape und lasse mich von der Schule werfen!“, knurrte Draco.

„Ich traue dir nicht.“

Und damit hatte Draco überhaupt kein Problem, denn er würde sich auch nicht trauen. Und genau wie Pansy war Potter auch nicht dumm. Und Draco fand es unmöglich, noch entgegenkommender zu sein. Er würde sich nicht entschuldigen. Potter hatte sich noch nie bei ihm entschuldigt.

„Ok.“

„Wirklich nicht, Malfoy.“

„Ok, Potter!“ Langsam wurde er zornig. Dann stieß sich der elende Held vom Boden ab. Gott, Draco hasste ihn! Grangers Lippen. Denk einfach nur an Grangers Lippen….

~*~

Sie drückte sich am Fenster rum. Seit einer Weile schon. Rons Blick hob sich ab und an irritiert. Denn er war sich nicht sicher, ob sie aus einem bestimmten Grund hier war.
Zwar hatte sie ein Buch in der Hand, aber… - das musste nichts bedeuten. Es war nur auffällig, dass sie seit einer Viertelstunde in seiner nächsten Nähe stand.

Die Bibliothek war nicht besonders voll. Er saß allein an den beiden großen Arbeitstischen, vor sich Zaubertränke im Wandel und den halbfertigen Aufsatz für Snape, den er – ohne Hermine – bestimmt nicht zu Ende bringen würde. Er hatte schon letzte Woche bei McGonagall so schlecht abgeschnitten.

Aber Harry hatte sich ja entschieden, ehrlich zu sein, und jetzt sah Ron keine gute Möglichkeit mit Hermine zu reden. Oder mit Harry. Es war so anstrengend, dass er froh war, für sich zu sein. Auch wenn das bedeutete, dass er alleine in der Bibliothek sitzen musste, um einen Aufsatz zu schreiben, von dem er keine Ahnung hatte.

Pansy hatte den Blick ins Leere gehoben, direkt an ihm vorbei, seufzte und senkte den Blick zurück in das Buch in ihrer Hand, während sie sich wieder dem Fenster zuwandte.
Ron legte die Feder beiseite.

Was wollte sie hier? Er konnte nur annehmen, sie führte irgendwas im Schilde. Er hatte Pansy Parkinson noch nie in der Bibliothek gesehen und noch nie so lange und so ruhig in seiner Nähe. Er sah sie jetzt offen an und wartete, bis sie sich wieder umwandte. Und er wusste, solche Mädchen wie Pansy brauchten die Aufmerksamkeit, aßen sie mit Löffeln und waren nur deshalb auf der Welt.

Ihr Rock saß kürzer, als er es bei Hermine tat. Ihre Beine waren brauner als es Hermines Beine waren. Pansys Ausstrahlung besaß etwas, dass Hermines nicht besitzen würde.
Pansy war sich bewusst. Bewusst darüber, wie sie aussah.
Und das machte sie fast schon wieder unattraktiv.

Sie erwiderte seinen Blick. Vorsichtig und mit Bedacht. Dann kam sie zum Tisch und legte das Buch auf die Tischplatte. Es war ein Buch über Kräuterkunde für die Erstklässler, stellte Ron mit gerunzelter Stirn fest.

„Was willst du?“, fragte er jetzt unfreundlich, denn er wusste, Pansy wollte bestimmt nichts Gutes.

„Vielleicht will ich dir ja bei deinem Aufsatz helfen, Wieselkopof?“, entgegnete sie, die Stimme gedämpft, so dass Madame Pince sich nicht beschweren würde.

„Ja? Und ich würde Hilfe annehmen, von jemandem, der mich Wieselkopf nennt? Und jemand, der selber noch schlechter in Zaubertränke ist, als ich es bin?“, erwiderte er ungläubig, und Pansy atmete aus.

„Ich bin nicht schlechter als du!“, zischte sie und strich sich anschließend angespannt die glatten dunklen Haare über die Schulter. Ihre grünen Augen sahen direkt in seine. Ron verengte die Augen.

„Was willst du, Parkinson?“

„Ich habe ein Anliegen“, rückte sich schließlich mit der Sprache raus, machte aber keine Anstalten, näher zu kommen, oder sich zu setzen, wofür Ron dankbar war.

„Bestimmt keines, was mich auch nur im Entferntesten interessiert“, erklärte Ron und schenkte ihr ein freudloses Lächeln, um sich weiter mit seinem Aufsatz zu beschäftigen. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Pansy sich eine Haarsträhne um den Finger wickelte.

„Gut. Dann interessiert dich Hermines Wohl also nicht?“, platzierte sie ihre Frage sanft, zurückhaltend und mit einem wissenden Nicken, ehe sie sich abwandte und ihr Buch mit sich nahm. Rons Blick fixierte keinen Punkt auf seinem Pergament.

Wovon sprach Pansy? Hermines Wohl? Höchstens lag Pansy das genaue Gegenteil am Herzen. Aber niemals Hermines Wohl! Und was könnte Pansy schon über Hermine wissen, was für Ron Bedeutung hätte?

Er würde nicht –

- oh verflucht.

Er erhob sich und folgte Pansy langsam zum Fenster. Sie hatte ihm den Rücken zugewandt, aber er war sich sicher, sie wusste, dass er ihr gefolgt war.

„Was ist mit Hermine?“, fragte er nach der einzigen Sache, die ihn hier auf Hogwarts überhaupt noch interessierte. Langsam wandte sich Pansy um. Sie trug einen gefährlichen Ausdruck auf den künstlich hübschen Zügen.

„Willst du es wirklich wissen?“, flüsterte Pansy, und Ron atmete ungeduldig aus.

„Sicher. Wenn du von Hermines Wohl sprichst, dann kannst du nur etwas Schlechtes im Schilde führen, Parkinson. Also spuck’s aus“, gab er gepresst zurück. Kurz wirkte sie beleidigt.

„Ich bin erste Vertrauensschülerin. Ich führe nie etwas Schlechtes im Schilde. Meine Position erlaubt es mir nicht, dass ich-“

„- sag es!“, unterbrach er sie genervt.

„Draco verbringt zu viel Zeit mit ihr“, erklärte Pansy schließlich, ohne mit der Wimper zu zucken. Das wusste Ron. Es überraschte ihn jedoch, dass auch Pansy es zu wissen schien. „Und ich bin mir sicher, das gefällt dir genauso wenig, wie es Potter gefällt“, fuhr sie fort. Ron erlaubte sich keine Reaktion auf ihre Worte.

„Und weiter?“, wollte er jetzt von ihr wissen, und sie lächelte.

„Es gibt eine einfache Lösung zu all unseren Problem, Weasley.“

Und das bezweifelte Ron stark. In diesem Fall gab es keine einfache Lösung. Und wenn, dann wäre es die Falsche, da war er sich sicher.

„Wirklich? Was soll das Problem sein?“, wich er Pansy aus, und diese lächelte jetzt beinahe nachsichtig.

„Hör zu, du willst bestimmt genauso wenig, dass Draco mit ihr schläft, oder nicht?“, sprach sie jetzt seine größte Angst offen aus, und er schwieg. „Natürlich können wir Snape nichts sagen, was wir nicht hundertprozentig wissen. Ich glaube auch, Snape hat andere Dinge im Kopf“, fuhr sie nachdenklich fort.

„Parkinson, ich habe kein Interesse an deiner Verschwörung“, sagte er jetzt, mit unterdrücktem Ärger in der Stimme. Sie sah ihn an.

„Was?“

„Du hasst Hermine, ok? Und alles, was aus deinem Mund kommt, wird nur dafür gut sein, ihr Ärger zu bereiten!“ Und Pansy betrachtete ihn mit erhobener Augenbraue.

„Wirklich nobel, Weasley. Aber denkst du wirklich, ich bin so dumm, zu dir zu kommen, wenn mein einziger Plan ist, Hermine Granger fertig zu machen?“ Und Ron konnte Slytherins nicht leiden. Es gab einen guten Grund, weshalb er nicht in diesem Haus war.
Er war nicht hinterhältig und kaltblütig. Genauso wie Pansy jetzt aussah.

„Was ist dein Plan?“, wollte er gereizt wissen.

„Draco muss seine Stellung verlieren.“ Und sie sagte es mit einer Selbstverständlichkeit, die Ron kurz überraschte. „Denn wenn er seine Schulsprecherposition verliert, muss er ausziehen“, erläuterte sie. „Er kommt wieder in unseren Gemeinschaftsraum, und Granger ist ihn los.“

Ron starrte sie an. Pansy würde dafür sorgen wollen, dass der Schulsprecher aus Slytherin sein Abzeichen verliert, weil sie – Pansy – eifersüchtig war? Das war ein weiter Weg, den sie gehen wollte. Und Ron würde ihr bestimmt nicht helfen!

„Und was hat das mit mir zu tun?“, wollte er jetzt tonlos wissen.

„Ich brauche deine Hilfe“, sagte sie schlicht, als läge es auf der Hand.

„Ach ja? Und wie soll das aussehen? Ich provoziere ihn, schlage sein Gesicht ein, fliege von der Schule, damit er lediglich sein Abzeichen verliert?“, erkundigte er sich kopfschüttelnd, aber Pansy lächelte.

„Natürlich nicht“, erwiderte sie glatt, und Ron sah sich um, aber sie waren noch immer alleine in diesem Bereich der Bibliothek. „Potter wird es tun“, schloss sie lächelnd.



Er starrte sie an.

„Was?!“, entfuhr es ihm, und er wich vor ihr zurück. „Vergiss es!“

„Snape würde Harry Potter niemals von der Schule werfen, egal, wie er oft er es beteuert“, erklärte Pansy unbeeindruckt. „Das weißt du.“

„Er hat es aber gesagt!“

„Ja, Snape war auch einmal Todesser. Manche halten nie ihr Wort“, entgegnete sie achselzuckend, und Ron sparte sich, zu diesem Thema seine Meinung abzugeben.

„Ich werde Harry bestimmt keinen Anlass dazu geben, in einen Streit mit Malfoy zu geraten!“, fuhr er sie jetzt gepresst an.

„Du möchtest lieber dabei zusehen, wie Draco und Granger gemütlich zusammen wohnen, schmutzigen Sex in ihren romantischen drei Räumen haben, während du zu ihren Füßen am gebrochenen Herzen zu Grunde gehst?“, erkundigte sie sich überheblich, und Rons Nasenflügel blähten sich zornig.

„Ich gehe nicht zu Grunde, Pansy, keine Angst!“ Er hatte sich abgewandt. Er hätte niemals mit ihr sprechen sollen!

„Er hat mir heute Abend abgesagt, Weasley!“, rief sie ihm nach. „Um alleine mit ihr zu sein“, fügte sie stiller hinzu, und Ron hielt widerwillig vor dem Tisch inne, ohne sich umzudrehen.
Pansy log. Pansy musste lügen. Sie würde niemals zu ihm kommen, für seine Hilfe. Wahrscheinlich wollte sie nur ihn und Harry von der Schule werfen lassen.
Sie hatte sich schließlich neben ihn gestellt, während er ausdruckslos nach unten auf den Tisch starrte. „Er wird sie heute-“

„- dann werde ich sie überreden, mit mir Zeit zu verbringen“, unterbrach er Pansy knurrend.

„Ach ja? Und was ist morgen? Und übermorgen? Und dem Tag danach?“, erwiderte sie nur, und er sah sie wieder an.

„Wieso ist es dir so wichtig?“, fragte er plötzlich. „Du musst doch wahrscheinlich nur zu ihm gehen, deine Hüften schwingen und das Arschloch nimmt dich auf der Stelle!“, knurrte er, denn tatsächlich einzugreifen, tatsächlich seine Theorie auch nur im Ansatz durchzuführen, Hermine über seine Schulter zu werfen und rauszutragen, bereitete ihm Angst.
Und sie antwortete nicht. Stattdessen wirkte ihr Gesicht nun verschlossen, ihre grünen Augen kalt.

„Es war ein Angebot, Weasley. Ein ziemlich freundliches. Denn glaub mir, wenn er sie gehabt hat, werde ich es wissen. Und dann gehe ich zu Snape. Und dann fliegt nicht nur Draco Malfoy von der Schule!“, zischte sie jetzt, ohne Gnade in ihren Worten.

Und Ron begriff.

„Er will dich nicht“, schloss er lächelnd und nickte. „Muss bitter sein“, ergänzte er und packte seine Unterlagen in seine Tasche. Und Pansy Parkinson hatte neben ihm die Fäuste geballt.

„Du gibst Granger einfach so auf?“, wollte sie wütend wissen, und er seufzte schließlich. Nein, er wollt sie nicht aufgeben. Aber… was für eine Wahl hatte er schon? Wenn sein einziger Weg darin bestand, mit Pansy Parkinson zusammen zu arbeiten, dann tat er lieber gar nichts! „Du lässt Draco gewinnen, weil du nicht die Eier in der Hose hast, für sie zu kämpfen?“, fuhr sie ihn an, als Ron sich bereits zum Gehen abgewandt hatte, aber jetzt drehte er sich wieder um.

„Halt deinen Mund“, informierte er sie kalt. „Ich werde nicht meine oder Harrys schulische Karriere aufs Spiel setzen, nur damit Hermine am Ende vielleicht ganz alleine hier zurückbleibt!“, informierte er sie. Und bevor er gehen konnte, hatte Pansy zu ihm aufgeschlossen und Ernsthaftigkeit war auf ihre Züge getreten.

„Es gibt noch einen anderen Weg“, begann sie jetzt.

„Parkinson, verschon mich, ich will nicht-“

„- Granger gibt ihr Abzeichen freiwillig auf!“, unterbrach sie ihn schnell. Und Ron wollte nicht! Er wollte nicht, dass Pansy ihm Worte vorgaukelten, die er nur zu gerne selber wollte! Es wäre nicht möglich. Es wäre nicht fair. Nicht gegenüber Hermine oder irgendwem. Er wollte es nicht hören! Und Hermine würde niemals die Stellung als Schulsprecherin aufgeben. Er schüttelte vehement den Kopf.

„Nein!“, sagte er abwehrend.

„Wenn er sie verletzt! So sehr verletzt, dass sie sieht, dass er nur ein verlogener Mistkerl ist… - zu wem würde sie gehen?“, flüsterte Pansy jetzt verzweifelt, ohne ihn aus den Augen zulassen. Ron schüttelte erneut den Kopf, und sein Mund öffnete sich stumm. „Denn er wird sie nur benutzen! Sie ist eine Muggel! Und Draco ist… er ist…“ Sie ließ den Satz unbeendet, und Ron sah in ihr Gesicht hinab. Und es war fast traurig, wie verloren auch Pansy war. Dass sie wusste, was für ein Scheißkerl Malfoy war, und dass sie ihn dennoch wollte.

Und vielleicht musste Hermine einfach einsehen, dass Malfoy ein Scheusal war, ehe sie zurückkommen konnte. Vielleicht musste es so sein!
Und er würde es nicht machen, um Pansy einen Gefallen zu tun. Auf gar keinen Fall! Aber es befand sich ein Korn Wahrheit in Pansys Plan. Draco Malfoy war ein scheiß Todesser und würde seinen Hass niemals überkommen können. Ron spürte, wie er den Rücken durchstreckte, wie seine Züge sich anspannten. Und er vertraute darauf, dass Malfoys Vater seinen Sohn so verdorben hatte, wie es nur irgend möglich war.

„Ich nehme an, du spielst eine entscheidende Rolle in diesem Plan, Parkinson?“, wollte er abschätzend wissen, und freudlos zuckten Pansys Mundwinkel.

Er tauschte einen weiteren Blick mit ihr, ehe ein paar Hufflepuffs flüsternd die Bibliothek betraten. Und Ron war klar, er befand sich nun selber auf dunklem Terrain.
An einem gebrochenen Herzen starb man nicht, das wusste er. Aber Pansy Parkinson schien ein gebrochenes Herz so sehr zu verändern, dass sie sogar bereit war, Hilfe bei ihm zu suchen.

Und er griff nach dem letzten Strohhalm.

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tbc...

A/N: also, ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber ich liebe die Ron/Pansy connection.. :>

@Gina: boah. ich fühle mich unheimlich geschmeichelt... :> vielen lieben dank! (mit langen kommis habe ich kein problem, auf meiner page äußern sich die leute auch lieber lang... ich mag es sehr :>) oh, und ich selber bezweifel aber ganz stark, dass das die beste dramione ist. aber ich nehme das kompliment einfach mal grinsend entgegen! und weißt du, ich habe selber angefangen dramione zu schreiben, weil mich andere stumpfe plots so sehr genervt haben... ha ha! oh, ich mag es, dass sie durch dein schlafzimmer laufen. durch meines liefen sie auch ab und an. also, ganz ganz dickes dankeschön für deinen lieben kommi! komme mir wahnsinnig toll vor :> und im moment hänge ich mit den updates hinterher, denn ich habe die woche theateraufführungen bis mitternacht und falle nur noch ins bett...
aber die story ist komplett auf meiner page. (ich wiederhole es immer gern.) aber ich versuche hier zumindest alle paar tage zu posten!
da haste deinen langen gegen-kommi :>
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