Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
10.05.2014 4.501
 
Update! Danke für Review, Klick oder Fav.
Let's have fun. :*

Ah! Ich habe meinen Nick zurück. I'm happy! ♡


x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x

7. Kapitel


Trunken drehte er sich im Kreis, tanzte ausgelassen zu der laut dröhnenden Musik. Der Alkohol rauschte zusammen mit Endorphinen durch seine Venen. Ein Grinsen strahlte unentwegt auf seinem Gesicht und zum ersten Mal seit langem fühlte er sich wirklich gut. Nichts schien ihn zu bedrücken, er war einfach ausgelassen und genoss den jetzigen Moment und die für ihn völlig neue Umgebung.

Chester war von der kleinen Strandparty, von Talinda und deren Freunden, so eingenommen, dass er kaum bemerkte, als Mike sich von eben dieser entfernte. Sie hatten ihn gut in ihrer kleinen Gruppe aufgenommen, selbst wenn sie kaum miteinander sprachen, schien es so, als ob sie sich verstanden. Es schien beinahe wie ein Zauber zu sein. Oder vielleicht lag es einfach nur an der rockig-grungigen Musik, die über ihre Köpfe hinweg auf das offene Meer hinausplärrte. Sie schienen auf einer Wellenlänge zu sein und ihm wurde freudig ein Bier nachdem anderen angeboten.

Er trank viel, doch schlug die ein oder andere, neue Flasche auch mal aus. Er wollte nicht sturzbetrunken werden. Er schwebte ohnehin viel lieber in einer leichten Angetrunkenheit, bei der nur ein Surren auf der Zunge lag und man jedoch noch nicht lallte. Einem leichten, weichen Rausch bei dem man noch alles gut erfassen konnte, aber man lockerer wurde.

Chester genoss lieber in Maßen und ließ sich viel lieber nur von guter Musik treiben und fesseln. Weswegen er auch kaum mitbekommen hatte, als Mike sich von ihrem Platz entfernte.  Er fing dessen Rückenansicht nur durch einen flüchtigen Blick ein und dennoch verstand er nicht völlig, war viel zu eingenommen von Musik, Alkohol und seinen neuen Bekanntschaften. Er lachte auf, als man ihn von hinten umarmte und schon war der Jüngere vergessen.

Er genoss die große Aufmerksamkeit von Talinda, die sich liebevoll um ihn kümmerte. Sie schien sich einen Narren an ihm gefressen zu haben. Er grinste sie an, tanzte etwas mit ihr. Sie war sein Beachgirl. Chester dachte schelmisch an das Gespräch mit seiner Mutter. Möglicherweise könnte er sie tatsächlich einmal Charlene vorstellen. Chester fühlte sich toll und stolz. Zuerst hatte er es doch einfach nur unsinnig gefunden, was seine Mutter gesprochen hatte, und nun lag er in ihren Armen.

Sie war wirklich hübsch. Talinda war sehr schlank und dennoch besaß sie an den richtigen Stellen Kurven. Sie wirkte dadurch zierlich, aber keineswegs gebrechlich. Ihre langen dunklen Haare umschmeichelten ein offenherziges Gesicht mit einem umwerfenden, weißen Lächeln. Und nett, sie war aufmerksam und ihr Umgarnen schmeichelte Chester, der ihre streichelten Hände auf seiner Haut genoss, als sich nun ein recht langsamer Song einstellte.

Sie hielt ihn von hinten umschlungen, bewegte sich mit ihm im Takt der ruhigen Melodie und er schloss genießend die Augen. Sie schmiegte sich enger an seinen Rücken. Ihre langen, schlanken Finger streichelten über seinen Oberkörper. Talinda holte tief Luft und roch seinen herb-süßen Geruch, der ihren Magen aufgeregt kribbeln ließ. Sie leckte sich über die Lippen. Beinahe sah es hungrig aus, als sich ein Lächeln auf ihre vollen Lippen schlich.

Hingerissen brummte sie und schlang ihre Arme kurz noch enger um den zierlichen Jungen. Sie drückte ihr Gesicht in dessen Halsbeuge und verträumt begann sie federleichte, sanfte Küsschen gegen seine warme Haut zu setzen.

Chester brummte genießend. Seine geliebkoste Haut schien zu kribbeln und er vergaß Zeit und Ort, als er sich einfach in diese sanften Berührungen fallen ließ. Unwillkürlich befeuchtete er seine plötzlich trocken gewordenen Lippen mit seiner Zunge. Er lehnte sich noch stärker gegen den zarten Frauenkörper, der ihn so feste umschlungen hielt.

Chester spürte ihre wohlgeformten Brüste an seinem Rücken. Ein neckisches Grinsen zierte sein Gesicht, als er seinen Kopf neigte, um ihr mehr Platz an seinem Hals zu geben. Sie küsste und neckte ihn mit sanften Bissen, während sie saugte. Er atmete schwerer, spürte bereits ein Ziehen in seinen Lenden, als sich eine Erregung anbahnte.

Talinda grinste nur und ließ ihre Finger zärtlich tippelnd über seinen Oberkörper wandern. „Öffne deinen Mund, Babe.“, hauchte sie leise in sein Ohr, das sie nun mit ihren sanften Küssen übersäumte. Ihre flinken Finger waren nun an seinem Kinn und sie ließ diese zart an seinem Kinn tippen, um ihre Forderung zu unterstreichen.

Angetan brummte Chester und fühlte sich schon ganz kribbelig unter ihren Handlungen. Er schluckte schwer. Seine Ohren glühten. Die Hände schwitzten. Sein Magen war flau. Sein Glied bettelte beinahe halberregt und drückte schon leicht gegen die Badeshort, formte bereits eine andeutende Wölbung. Sie war nicht auffällig, doch nicht zu verleugnen, falls man es erkannte.

Gerne folgte er ihrer Forderung. Fast schon aufgeregt auf das Folgende. Er verschwendete keinen weiteren Gedanken. Chester war für rationelles Denken zu angetan und doch ein wenig zu betrunken. Talinda war nett. Es würde heiter werden.

„Fein.“, kicherte sie aufgedreht und dennoch hatte es liebevoll geklungen. Sie hob ihre andere Hand und ihre zuvor noch neugierigen Finger hielten nun vorsichtig sein Kinn umfasst.

Er spürte etwas auf seiner Zunge. Es klebte sich sofort gegen diese, als es sich beinahe augenblicklich begann aufgrund seines Speichels festzusaugen. Sein Atem stockte während sein Puls erschrocken zu rasen begann, sobald sie seinen Mund zu klappte. Ein Bitzeln spürte er auf seiner Zunge, es war wie kleine Nadelstiche. Das Plättchen klebte sich an seinen Gaumen und er wartete ungeduldig bis es sich zersetzte.

„Schluck es.“, lachte Talinda auf und Chester tat schließlich wie von ihm gefordert wurde. Er fühlte sich paralysiert und seine Gedanken waren erschreckend klar. Er fühlte sich nicht mehr betrunken und sein Herz klopfte schwer. Seine Gedanken drehten sich nur noch um die Frage, was sie ihm verabreicht hatte und warum er es zugelassen hatte.

„W-Was… war das denn?“, hauchte er unsicher und musterte sie mit fragenden Augen. Plötzlich fühlte er sich so klein und schwächlich. Sie lächelte nur zufrieden und Chester wurde ängstlich, suchte augenblicklich nach Mike, doch dieser schien noch immer nicht zurückgekommen zu sein. „Talinda…“, murmelte er und sah sie mit großen, ängstlichen Augen an.

Sie legte mitfühlend ihre warmen Hände gegen Chesters Gesicht und umfasste sanft dessen Wangen. „Nichts Schlimmes. Komm entspanne dich, es wird schön sein…“, meinte sie und ließ ihre Hände streichelnd über seinen Oberkörper fallen. Sie nahm schließlich seine Hand und zog ihn auf ein Strandtuch.

-

„Das Ding?“, keuchte Ashley. Ihr Gesicht war in Ekel verzogen und etwas bleich, als sie nahe an einer Glasscheibe stand und ihre Nasenspitze beinahe daran drückte. Sie sah dabei zu wie es sich bewegte und auf quietschend wich sie panisch zurück. Sie schüttelte sich am gesamten Körper und hielt sich stark an ihrer Handtasche fest.

Joe grinste nur begeistert und lächelte. „Das ist eine Vogelspinne, kein Ding.“, rügte er und sah dem Tier gespannt zu, obwohl dieses im Moment kaum mehr tat, als still zu sitzen und das ein oder andere Beinchen immer mal zu heben. Kurz blickte er sich prüfend um, doch konnte er keinen Angestellten des Zoofachhandels auffinden. Er nahm seine Hand zu der Glasscheibe und tippte sanft dagegen, doch die Spinne ließ sich davon nicht beirren.

Mark trat heran und schlang seine Arme von hinten um seinen Freund. Grinsend schmatzte er ihm einen kleinen Kuss gegen die Wange und schielte zu dem Tier, dass wieder zurückgenommen worden war. Sie war nun etwa vier Jahre und ihre schöne orangerote Musterung an den Beinen kam gut zur Geltung. „Eine Goldknie-Vogelspinne… sie ist wirklich niedlich.“

„Niedlich, Mark? Um Himmels Willen. Das Ding ist grässlich.“, protestierte Marks ältere Schwester augenblicklich und starrte unverständlich zu ihrem Bruder und dessen Freund. „Und überhaupt, das ist eine dämliche Idee, kommt schon ihr beiden… wir gehen und so ein Ding kommt mir nicht mit ins Auto!“

„Ash!“, brummte Mark langgezogen und ließ von Joe ab. Er drehte sich mit bittendem Blick zu ihr. „Spidey muss mit! Wir brauchen ihn.“

Ashley starrte den Jüngeren fassungslos nieder. Sie schüttelte den Kopf und seufzte. „Spidey? Erstens, hat sogar so ein Ding…“, begann sie und zeigte bereits mit dem Autoschlüssel in der Hand in Richtung Terrarium. „…einen schöneren Namen verdient. Zweitens, ist das irrsinnig. Diese Viecher sind nur für Terrarien, dafür um sie dämlich anzuschauen, mehr nicht... und Drittens, sollte ich euch nur Alkohol kaufen.“

„Sei nicht so, Ash. Das geht schon mal, wenn man die auf die Hand nimmt.“, mischte sich nun wieder Joe mit ein und drehte sich dazu allerdings nur sehr ungern von seiner neuen Liebschaft weg. „Die Brachypelma auratum-…“

„Joe.“, seufzte sie und verdrehte ihre Augen über dessen Fachkenntnisse. „Nenne es einfach Vogelspinne.“

Der DJ grinste schelmisch und hob erfreut das Kinn ein wenig an, als er merkte ein wenig mehr Ahnung zu haben und damit stichelnd angeben zu können. „Die Brachypelma auratum ist eine recht ruhige und friedliche Art und das Gift ist in etwa so stark, wie von einer Biene. Ich zwinge dich nicht sie anzufassen Außerdem ist sie so mini! Fast fünf Zentimeter… Köperlänge, Ashley.“

Ashley kniff ihre Augen zusammen und stöhnte genervt auf. Fast ein wenig wütend, da sie merkte, sie könnte sich gegen das Pärchen nicht durchsetzen, zeigte sie auf Mark. „Bring deinen Freund endlich zur Vernunft.“, brummte sie. „Mom bringt dich um, Mark.“

„Ach quatsch, Joey nimmt sie später zu sich mit.“, grinste er und sah Joe, wie dieser bereits nach einem Verkäufer suchte.

-

Dachte er an Anna war da ein warmes Gefühl, doch dieses zog eher zwischen seinen Schritt und es ließ seine Männlichkeit kribbeln. Sie war ein andächtiges Mädchen, mit einer sehr verruchten, sexy Art. Sie war gut aussehend und begehrt auf der Schule. Sie wusste was sie wollte und Mike imponierte all das. Er mochte sie, das stand außer Frage.

Sie war seine feste Freundin. Mike war sehr stolz und präsentierte sie gerne. Und plötzlich stolperte einfach ein neuer Junge in sein Leben. Ganz ungeachtet von seinen Umständen. Er war vergeben. Er war glücklich. Er führte ein ganz normales Teenagerleben. Mike wollte sich nicht neu verlieben und doch passierte es offensichtlich.

Chester war umwerfend. Seine Art wirkte im Gegensatz zu Anna irgendwie hilflos, obwohl er dies gar nicht unbedingt war. Er wusste was er wollte, machte es nur nicht so stark deutlich wie sie. Er konnte seinen Mann stehen und versteckte dennoch nicht das Kind in sich. Er wirkte ausgelassener, fröhlicher.
Chester war er selbst. Anna war jedoch strukturiert und folgte einem Bild, was von ihr erwartet wurde. Nicht umsonst gehörte sie zu den beliebtesten Mädchen des Juniorjahrs und sie würde es auch im kommenden Seniorjahr bleiben.

Mike merkte erst, nachdem er einen gefühlvollen Menschen kennengelernt hatte, wie marionettenhaft Anna eigentlich war. Es gefiel ihm nicht mehr und wenn er an Chester dachte, verspürte er nicht einfach nur Lust und Verlangen. Chester wollte er in den Armen nehmen und bei ihm sein. Er wollte dessen Nähe, Aufmerksamkeit und Liebe spüren. Er wollte auf ihn aufpassen, ihn in Sicherheit wiegen und ihm alles erzählen können. Und dasselbe wollte er von ihm. Ein echtes Geben und Nehmen. Wobei ihm ersteres wichtiger erschien.

Er hatte sich in Chester verliebt. Oder zumindest war er dabei. Es fühlte sich gut an und dennoch erschreckte es ihn. Chester war noch immer ein Junge und Mike war sich nicht bewusst gewesen, solche Neigungen in sich zu tragen. Er wusste noch nicht, wie er damit klarkommen sollte. Mike schluckte schwer und entschied, dass ein stilles Eingeständnis schon einmal ein Anfang war.

Er seufzte und spürte einen sanften Windzug, der vom Meer auf das Land wehte und sein Gesicht dabei sanft umschmeichelte. Es holte ihn wieder aus seinen Gedanken und er bemerkte, dass er schon viel zu lange diesen hinterher hing. Dennoch hatte es ihm gut getan, einfach einmal loszulassen und für sich zu sein.

Langsam stand er auf und klatschte sich von dem Sand frei, bevor er zurücktrottete. Mike verdrehte bereits die Augen, als die Musik wieder an seine Ohren drang und entschloss sich dazu, Chester noch eine gute Stunde zu lassen, bevor er sie wieder nach Hause fahren würde. Zur Not zog er ihn einfach von Talinda und deren Freunden weg.

Er kam immer näher und fühlte schon, wie sehr er sich eigentlich dagegen sträuben wollte. Doch Chester lachte und hatte Spaß und er wollte einfach kein Spielverderber sein. Mike atmete tief durch und kam schließlich wieder hinter den Felsen hervor und sah das kleine Lager. Sofort sahen sich seine Augen suchend um. Er stockte und sein Herz stolperte für einen Moment, als er den Älteren nicht sofort entdecken konnte. Alle anderen saßen zusammen und ließen sich etwas am entzündeten Lagerfeuer grillen.

Nur Talinda und Chester fehlten in dieser Gruppe und schließlich fand er sie ein wenig weiter hinten auf einem Strandtuch liegen. Sein Mund wurde augenblicklich trocken, als er mit großen, fassungslosen Augen auf die beiden starrte. Er fühlte einen schmerzhaften Stich in seiner Brust und seine Hände zuckten zu Fäusten. Er brauchte nur einen weiteren Moment, bevor er beinahe wutentbrannt auf sie zu stampfte.

Talinda saß auf Chester und hatte ganz offensichtlich ihre Zunge in dessen Mund. Mike wurde schlecht und ganz unverhohlen stieß er sie von ihm weg. „Lass ihn!“, knurrte er.

Chester sah ihn mit großen, wachen Augen an und wischte sich langsam ein wenig Speichel von seinem Mund. Er fühlte sich unheimlich gut und war gefangen in einem serotonin Rausch. Er begriff nicht einmal wirklich, was Mike nun plötzlich hier tat und vermisste bereits die vollen Lippen von Talinda, die so gut nach Pfirsichlipgloss geschmeckt hatten.

Talinda keuchte und sah ihn wütend an. „Was?“, zischte sie. Unverständlich schüttelte sie den Kopf und beschloss, sich nicht von ihm stören zu lassen. Sie sah zu Chester und lächelte zärtlich, als sie wieder näher zu ihm kam. Sie wollte sich erneut auf seinen Schoß bequemen und dort weitermachen, wo sie gestört worden waren. Doch Chester schien daran nicht mehr interessiert zu sein. Umständlich begann er sich aufzurappeln und torkelte schließlich über den Strand, als er sich völlig begeistert umblickte.

Chesters Freundin stand selbst auf und sah ihm zu, während sie ihre Arme vor ihrer Brust verschränkte. „Na endlich.“, murmelte sie nur und sah dem berauschten Jungen zu. Sie schnappte den Blick von Mike auf, der verletzt und angewidert wirkte. Sie seufzte genervt. „Was bist du? Sein heimlicher Lover, du Schwuchtel?“

Bitter lachte Mike auf und lupfte seine Augenbrauen. Fassungslos deutete er umher und fasste sich dann gegen die Stirn. „Hohes Niveau, ehrlich. Kein Wunder, dass du ihn abschnullst. Das ist widerlich, du kennst Chester gar nicht – lass ihn einfach in Ruhe.“

Talinda musterte den anderen. Sie fühlte sich seltsam entblößt vor ihm, obwohl er sie in einem sehr falschen und konservativen Licht sah. Sie räusperte sich und schnappte nach ihrer dünnen Bluse, die sie sich über die Schultern legte. Diese jedoch auch nicht viel ausrichtete, dennoch konnte sie sich an dieser festhalten. „Du kennst mich gar nicht… und ihn offenbar auch nicht so gut, wie du dachtest. Ihm gefiel es doch sehr gut!“, protestierte sie.

Gerade als Mike zu einer Antwort ansetzen wollte, unterbrach Chester sie mit einem ausgelassenem Lachen. Interessiert sahen Talinda und Mike zu ihrem Freund, der in Schlangenlinien durch den Sand wanderte und seine Hände offen in die Luft streckte. Er blickte nach oben gen Himmel und begann sich dann langsam um seine eigene Achse zu drehen. „Es regnet Salz!“, rief er euphorisch aus.

Mike verschluckte sich beinahe und blickte genauer zu ihm. Chester war nicht er selbst und redete völligen Stuss. Zuerst schien er nicht wirklich zu verstehen, doch schnell bahnte sich eine Erklärung an, die Mike aber lieber von sich schob. „Wie bitte?“, empörte er sich deswegen verwirrt.

Chester sah zu ihm und lächelte strahlend. Er ließ sich in seinem Tun nicht stören und war dennoch überrascht. „Spürst du es denn nicht, Mike?“, fragte er und hielt seine Hände in einer Kuhle zusammen. Es schien so, als ob er etwas auffangen wollte und kam schließlich auf den Jüngeren zu. „Voller Salz, Mike… das aus dem Meer. Es regnet auf uns. Mike, es ist viel schöner wie Schnee.“

Perplex sah Mike ihm zu. Es fiel ihm sogar der Mund kurz auf, als er seine Fassung kurz verloren hatte. Er räusperte sich stark und sah derweilen Chester dabei zu, wie er die ‚Salzflocken‘ mit der Zunge auffangen wollte. Ein ausgelassenes und begeistertes Kichern drang zu ihnen. „Probiert es, mein Gott, es schmeckt nach purer Schokolade!“

Sein Herz raste vor Panik. Es war schließlich nicht mehr zu leugnen und er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte. Mikes Blut rauschte und ließ seine Wangen vor Wut und Angst glühen, als hätte er eine Ohrfeige bekommen. Indirekt hatte er dies sogar. Er schnappte nach Luft.  Sein Mund war nunmehr staubtrocken und als er schluckte kratzte es nur und er musste sich räuspern. „Was hat er… genommen?“, fragte er mit kratziger Stimme.

Chesters augenscheinliche Freundin grinste nur breit. Sie nickte offenbar sehr zufrieden und sah dem berauschten Jungen begeistert zu. Sie zuckte unbekümmert mit den Schultern, als sie zu dessen Freund zurückblickte. „Acid…“

„LSD?“, keuchte Mike erschrocken. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Am liebsten hätte er diese um Talindas dünnen Hals gelegt. Chester schrie wieder vergnügt auf und Mike sah zu ihm.

„Das blaue Meer. So wunderschön. Azurblau, grün… und die Wellen, die der Wind heranträgt. Fühlt er den Wind? Er fährt in mich, es kitzelt.“, quasselte er beinahe schon poetisch vor sich hin.

„Ja, sagte ich doch, Mike, und er hat etwas Feines von mir bekommen. Das fickt ihn auch gerade so gut.“, meinte sie plötzlich, als sie ihm fasziniert zusah. Sie beugte sich zu ihrer Tasche und hob sie hoch. Talinda begann in dieser wühlend zu suchen und fand schließlich ein Döschen in dem sie die LSD-Plättchen aufbewahrte. „Nimm dir den Stock aus dem Arsch und nimm dir eine.“

„Fuck you.“, knurrte er und zeigte ihr den Mittelfinger. Leicht abwesend griff er dennoch nach seinen Strandsachen und trat dann vorsichtig an Chester heran und nahm ihn sanft an den Schultern. „Chaz, komm mit. Sorry, wir müssen nun gehen.“

„Hey, meinetwegen verpisst du dich, aber lass Chester bei uns.“, schrie Talinda. Mike sah flüchtig zu ihr zurück und beobachtete noch, wie sie sich etwas aus ihrem Döschen einschmiss. Sein Blick flog weiter, doch auch die anderen schienen auf irgendeinen Trip zu sein und kümmerten sich schon kaum mehr um sie. Er würde nicht aufgehalten werden.

Er schüttelte den Kopf und zog den Älteren mit sich. „Ich gehe nicht ohne ihn.“, brummte er noch und lief dann mit Chester zum Auto zurück.


Acid gehört zu der Gruppe der Halluzinogene. Es wird abgeleitet von dem Mutterkornpilz, ein Getreideschmarotzer, der sich bei feucht, warmer Witterung bildet. Bei Einnahme kommt es nicht nur zu körperlichen Reaktionen, sondern gibt es auch einen sehr starken Effekt auf das Gehirn. Es führt zu einer vorübergehenden und sehr stark qualitativen Veränderung der Wahrnehmung des Konsumenten.
Die Zeit vergeht langsamer und der Körper stellt keine klare Grenze zur Umwelt dar. Die Natur wird als ein komplexer Organismus wahrgenommen, der filigran geschlossen ist. Kleinigkeiten empfindet man sehr bewusst, Dinge, die im nüchternen Zustand an einem ungeachtet vorbeiziehen würden.

Chester war in einem guten Flow. Die Droge verhalf ihm aus seinem starren, isolierten Sein auszubrechen. Er war offenherzig und dennoch ließ er noch lange nicht alles aus sich heraus und verschloss einiges, was seine Persönlichkeit definiert hatte.

Nichts drehte sich oder war verschwommen. Er musste sich nicht anstrengen etwas zu begreifen, wie in einer völligen Besoffenheit. Alles war klar und es kam ihm eher wie ein wunderschöner Traum vor. Er sah heller. Farben waren kräftiger und er glaubte sie durch Schwingungen, vielleicht spiritueller Natur, zu spüren und zu schmecken. Die einzige Vermischung die stattfand, war die der Sinne.

Chester fand es faszinierend. Er saß auf Mikes Bett. Der Jüngere hatte ihn nach einer stundenlangen Fahrt zu sich gebracht. Ständig hatte er genörgelt, dass er nicht so langsam fahren sollte, doch der Emcee meinte nur, er würde bereits 70 mph schnell fahren und es angeblich nur eine knappe halbe Stunde dauerte.

Mike erklärte ihm, dass er ihn nicht zu den Delsons bringen wollte, da er unter Drogeneinfluss stand und er nicht wollte, dass sie deswegen Ärger bekämen. Chester machte es nichts aus, es war schließlich schön mit Mike zusammen zu sein. Ferner genoss er dessen umsorgende Art.

Gerade war er jedoch allein. Chester fühlte sich allein, abgestellt und wurde nervöser. Sein aufgeschlossenes Bewusstsein wurde zur Qual, als er irgendeiner Hip Hop-lastigen Musik zu hörte, die Mike eingeschalten hatte. Das Zimmer war nicht nur aufgrund der Temperatur warm, auch die Möbel und dennoch begann Chesters Herz ungeduldig zu rasen und seine Hände zu schwitzen, als er länger und länger auf Mike warten musste.


‚Hey Mike.‘ Wurde er am anderen Ende der Leitung begrüßt. Nervös hatte er auf seiner Unterlippe gekaut, als er warten musste, bis Dave von seiner Mutter an das Telefon geholt worden war.

Mike nickte für sich und trat von einem Fuß auf den anderen. Er stand im Hausflur und blickte immer wieder die Treppen hinauf und versuchte zu lauschen, ob es Chester gut ging. „Hey.“, murmelte er schließlich und rieb sich gestresst über seine Schläfen. „Kannst du mit Evan vorbeischauen?“

Es blieb still und Mike schluckte. Ihm war bewusst, wie dumm sich dies anhören musste. Er wurde ungeduldig und seufzte. ‚Was brauchst du von Lillys Bruder?‘, fragte der Bassist endlich nach.

„Ich…“, begann Mike und schluckte schwer. Ungern wollte er sein Problem erklären und wollte auch nicht, dass zu viele davon erfuhren und dennoch brauchte er das Wissen des Ex-Junkies. „Chester hat LSD eingeschmissen, i-ich… ich weiß nicht, was ich tun soll, Dave.“

Ein Lachen erklang, doch es hörte sich eher sarkastisch an. Dave schüttelte sicherlich den Kopf. ‚Chester unser Neuer? Ehrlich, macht er schon so einen Stress?‘

Mike knurrte und fühlte sich selbst angegriffen, ehe ihm wieder einfiel, dass Dave ihren Ausreißer aus Phoenix noch gar nicht kennengelernt hatte. Er seufzte. Was musst das für ein erster Eindruck sein? „Komm bitte einfach mit Evan vorbei…“

‚Gibt mir ein paar Minuten, Mike.‘,  seufzte der Bassist und legte schließlich sofort auf.

Tief durchatmend legte er auf und rieb sich die Hände nervös aneinander. Er nickte zu sich selbst, als er an der ersten Stufe stand und die Treppen hinaufstarrte. Er hatte Angst vor der großen Ungewissheit, was er noch mit Chester durchleben musste. Er wusste doch nicht, wie er sich verhalten musste. Mike wollte ihm doch nur helfen und doch fühlte er sich von seiner eigenen Unsicherheit gehemmt. Er hoffte nur, dass Dave tatsächlich schnell mit Evan da sein würde, als er langsam Stufe um Stufe erklomm.

Er schlich zurück zu seinem Zimmer. Chester saß im Schneidersitz auf seinem Bett und streichelte über seine Decke, als er seinen Blick panisch hob. „Stopp!“

Bitter zusammenzuckend hielt er gerade noch auf der Schwelle zu seinem Zimmer. Sich völlige überrumpelt fühlend, blickte er sich flüchtig um. Mike versuchte ausfindig zu machen, warum Chester ihn aufhielt in sein eigenes Zimmer zugehen, doch fand keinen Grund dazu. Verwirrt sah er zu seinem Freund zurück, der bereits wild gen Boden zeigte und schließlich völlig erleichtert seine Hände gegen seine Brust drückte. „Du wärst fast in die Lava gelaufen.“

Mike atmete tief aus und schloss kurz die Augen. Er fragte sich, warum er kurzzeitig so naiv gedacht hatte. Schließlich war sein Freund noch immer auf der Droge und er hatte gerade eben erst nach Hilfe gebeten. „Schon gut, mir passiert nichts, Chester.“

„Nein. Bitte, Mike… bleib stehen, das ist viel zu heiß. Du würdest verbrennen.“, bat Chester weinerlich, nur allein von der Vorstellung seinen Freund eines so schrecklichen Todes zu verlieren. Seine Augen schimmerten mit blankem Horror, als er ihn flehentlich anblickte. Er beugte sich etwas nach vorne. „Das Monster, will mich leiden sehen.“, flüsterte er daraufhin und deutete in die gegenüberliegende Ecke.

„Chester, das ist Einbildung.“, murmelte er gestresst und auch genervt. Mike lief schließlich in sein Zimmer und auf ihn zu.

„Nein! Nein! Nein!“, kreischte Chester wie von der Tarantel gestochen los und Mike zuckte erneut erschreckend zusammen. Er sah zu seinem Freund, dessen Augen nun glasig schimmerten und Tränen über seine Wangen liefen. Er zog seine Beine zu seiner Brust, versteckte sein Gesicht an diesen und hielt seine Ohren zu. „Schrei nicht so laut, hör auf… i-ich will dich nicht schreien hören, Mike! Warum?“

„Shh, Chaz! Fuck.“, brummte er und krabbelte hastig auf sein Bett. Sanft legte er eine Hand auf Chesters Knie und veranlasst den Älteren dazu aufzusehen. Er rutschte weg, seine offensichtliche Trauer wurde nun von schierer Panik ersetzt, als er sich in das Eck quetschte so weit wie möglich von Mike weg.

Chesters Herz raste und sein Kopf schwindelte. Auf dem Bett, dass er als so sicher befunden hatte, saß nun ein riesiger Feuerball, durch dessen blutorangen Flammen ein schemenhaft zu erfassender Körper zu erkennen war, der jedoch schwarz verkohlt war. Das Feuer erfasste die leicht zu entflammende Decke und fraß sich nun hungrig auf ihn zu. Ängstlich begann er mit seinen Füßen zu treten, wollte es irgendwie löschen, doch nichts half. Chester sah sich wild um und rappelte sich dann auf und hüpfte schließlich mit Schwung auf den Bürostuhl, dessen Rollen in Fahrt kamen und er gegen Mikes Schrank schepperte.

Durch die Wucht des Aufpralls und weil er ohnehin nicht richtig auf dem Stuhl gelandet war, fiel er von diesem und in die von ihm erdachte, tausendgrad heiße Lava. Schreiend begann er seine Gliedmaßen umher zu werfen und sich zu rollen.

Mike sah ihm überfordert zu, als er sich fragte, ob sein Rausch nun zu einem Horrortrip geworden war. Selbst gepeinigt, seinen Freund so sehen zu müssen, schluckte er schwer und kam wieder auf ihn zu. Er nahm ihn, ungeachtet von den Schlägen die er abbekam, und half Chester zurück auf sein Bett. Er setzte ihn ab und streichelte ihm liebevoll durch die Haare. „Shhh, Chester… uns geht es gut. Hier ist keine Lava, wir sind in meinem Zimmer.“

Chester verspannte sich unter seinen Berührungen und er sah ihn nicht mehr an. Er zitterte bitter am ganzen Körper und immer wieder erklang ein herzzerreißendes Schluchzen. Tränen liefen ihm kontinuierlich über die bereits geröteten Wangen. Er hielt sich selbst umarmt und schaukelte sich selbst vor und zurück. Es ergab sich ein verstörendes Bild. Mike schluckte und umarmte ihn schließlich. Er wollte ihn nicht so gepeinigt sehen.

„Nicht…“, kam es kaum hörbar und wurde beinahe von einem neuen, bitteren  Schluchzen verschluckt.

„Shh, schon gut.“, murmelte Mike beruhigend.

„Fass mich nicht an, du dreckiger Bastard!“, kreischte Chester jedoch auf einmal los und schlug sich drückend aus den Armen des Jüngeren.  Erneut suchte er Zuflucht in der Ecke des Bettes. Eng zog er seine Beine an sich und umarmte diese.

Mike stand der Mund perplex offen. Er spürte nicht einmal den kräftigen Schlag, den er unterhalb seines Auges abgekommen hatte.

x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x

tbc
by the way, falls ihr Accounts besitzt, dürft ihr auch gerne off-Anon reviewn :)

Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast