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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
10.05.2014 4.715
 
Fortune Of Life klettert tapfer bei den Stats an die Spitze, ein paar Hürden sind aber noch zu überwinden. :)
Tausend Dank für die zahlreichen Reviews, ihr seid unheimlich toll!

Viel Spaß mit dem nächsten Kapitel!


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5. Kapitel


Die Sonne schien warm durch seine Fenster und weckte Mike am späten Vormittag. Er brummte noch immer müde und war noch nicht dazu gewillt aus dem kuschligen Bett zu steigen. Er drehte sich zur Seite und verzog schließlich sein Gesicht. Er schlug seine Augen auf und sah an sich hinab. Er schlief nur in seinen Boxershort, durch die sich nun eine ersichtliche Beule zeichnete.

Er grinste leicht über seinen Zustand und mit einem kurzen Schulterzucken, ließ er auch schon seine Hand über seinen flachen Bauch unter das Gummiband der Short schlüpfen. Wohlig brummte er auf und schloss genießend die Augen, als er seinen Kopf wieder etwas in das Kissen zurückdrückte und seine Männlichkeit umfasste. Langsam streichelte er sich selbst und ließ ein erstes leises Keuchen verlauten.

Er brummte genießend, als er allmählich mehr Druck auf sein Glied ausübte und seine Hand schneller auf und ab bewegte. Das Kribbeln in ihm wurde stärker und heiße Hitzewellen durchzogen seinen Körper und ließen ihn immer mal wieder aufbäumen. Ein Bild von Anna zeichnete sich vor seinen geschlossenen Augen ab und er spürte, wie erste Lusttropfen den Stoff beschmutzten.

Es dauerte nicht lange, ehe er kaum mehr aus dem Gestöhne kam. Mikes Hand wurde immer schneller und unruhig zuckte er auf seinem Bett. „Ah fuck!“, schrie er stöhnend auf, als er anschließend in seiner Hand kam. Entspannung breitete sich augenblicklich in ihm aus und leicht außer Atem blieb er in seinem Bett ausgestreckt liegen. Der Emcee schnappte nach Luft und kostete die Nachwirkungen des Orgasmus aus, als er leise das Telefon durch das Haus klingeln hörte.

Seufzend nahm er seine Hand zurück und betrachtete sie etwas. Er presste seine Lippen zusammen und wischte sie kurzerhand einfach an seiner Boxershort ab. Diese würde er ohnehin in die Wäsche geben müssen. Er hastete auf und als es ihm kurzzeitig schwarz vor den Augen wurde, merkte er, dass er zu schnell aufgestanden war.

Er schüttelte sich etwas und begab sich dann, etwas langsamer zu ihrem Haustelefon. Gähnend hob er den Hörer mit seiner sauberen Hand ab. ‚Shinoda.‘

„Das du auch immer so lange brauchst…‘, motzte ihn die Stimme von Joe an. Der DJ telefonierte gerade mit dem Küchentelefon, dessen Schnur glücklicherweise bis zum Kühlschrank reichte. Er begutachtete dessen Inhalt, als sein Bauch schon knurrend demonstrierte. Joe entdeckte einen Teller mit Steaks, die von ihrer Grillparty übrig geblieben waren.

Mike schnaubte. „Was willst du, Hahn?“, brummte er fragend und sah Jason in seinen Augenwinkeln vorbeihuschen. Er verdrehte die Augen und befand, dass auch sein kleiner Bruder an das klingelnde Telefon hätte gehen können, selbst wenn es schlussendlich doch für ihn war, so hätte er sich nicht beeilen müssen.

Joe presste den Hörer zwischen Kopf und Schulter, um sich den Teller zu nehmen und ein Brötchen aus dem Brotkorb zu holen. Er begann dieses aufzuschneiden, um das Fleisch dort reinzulegen und es kurz in die Mikrowelle zu stecken. ‚Ich soll Bescheid geben, dass wir Samstag ein fetzten Barbecue machen. Alle unsere Bekannten, ihr seid auch dazu eingeladen.‘, erzählte er, als er die Mikrowelle auf zwei Minuten einstellte.

Mike nickte etwas und begann nach einem Stift und einem Zettel zu suchen, um diese Information für seine Eltern festzuhalten. „Klar… der Keller gehört wieder uns?“

‚Ja, auf jeden Fall. Bring Anna mit, wenn du möchtest. Und besorg was zu kiffen, ich werde mich um den Alk kümmern.‘

„Werde ich. Gibt es irgendeinen Anlass?“, fragte er und bemerkte, dass er seine eingesaute Hand benutzt hatte. Er rümpfte die Nase, als er den Stift zurücklegte grinste er allerdings nur dreckig.

Es klingelte kurz auf, als Joes Essen fertig war und er schnappte sich sein belegtes Brötchen. Er biss sofort hinein, da es nur lauwarm war. ‚Chesters Mom. Meine Eltern haben mit Mrs Delson geredet und wollen sie und Chester unbedingt kennen lernen und in der Nachbarschaft begrüßen.‘, presste er durch seinen vollen Mund und verdrehte dabei die Augen. ‚Du magst den Typen?‘

Augenblicklich beschleunigte sich Mikes Puls, als Chesters Name fiel. Er spürte wie es ihm warm wurde und er glaubte sogar, dass sich seine Wangen erröteten. Er schluckte und versuchte seine unnormale Reaktion auf den neuen Jungen zu ignorieren. „Chester ist echt locker… und lustig. Fuck Joe, zickt nicht rum, wie eine echte Tunte! Er kommt klar mit dir und Mark, ehrlich.“

‚Er ist ja nett.‘, grummelte Joe etwas.  ‚Wirklich.‘

„Na also… hey, bock nach Malibu heute?“, fragte er, als er wieder seinen Bruder sah und ihn stumm zu sich winkte. Jason verzog fragend sein Gesicht und biss in das mit Nutella beschmierte Brötchen, das ihm so gleich von Mike abgenommen wurde. „Danke und jetzt verzieh dich wieder.“, flüsterte Mike.

Jason knurrte und versuchte sein Frühstück wieder zurückzuerlangen, doch scheiterte. „Michael!“, schrie er und bekam nur einen bitter bösen Blick von seinem Bruder geschenkt und einen Stoß. Jason taumelte drei Schritte zurück, was ihn schließlich schnaubend aufgeben ließ. „Arsch!“

„Hab dich auch lieb, kleiner Bruder!“, lachte Mike und sah ihm nach. Die Geschwister verstanden sich zumeist sehr gut, dennoch ließ es sich keiner nehmen, den anderen hin und wieder mal zu ärgern.

‚Lass doch Jay in Ruhe, der hat doch gar keine Chance gegen dich…‘, lachte Joe auf, als er es etwas durch das Telefon mitbekommen hatte. Er räusperte sich schließlich ein wenig. ‚Uhm…ach ja – also nein, ich gehe mit Mom in die Stadt. Ich hoffe etwas für mein DJ-Pult zu bekommen. Ich muss sie nur irgendwie überreden.‘, lachte der DJ, als er bitter an seine leere Spardose denken musste.

Mike grinste. „Okay, kannst du mir Plecs mitbringen?“

‚Mach ich… gut Mike, bis spätesten Samstag, man.‘

Mit einem letzten bestätigenden Brummen legte Mike schließlich auf. Chester. Der neue Junge in der Nachbarschaft. Mike seufzte tief, als er merkte, dass er nun wieder in seinen Gedanken spukte und sich ein sehr starkes Bedürfnis in ihm aufbaute ihn wiederzusehen. Erneut einen schönen Tag mit ihm zu verbringen.

-

„Bradford Philipp Delson, du hast heute Hausarrest und es gibt keine Wiederrede mehr!“, schrie ihn seine Mutter mit wutentflammten Gesicht an. Er schluckte und fühlte sich unheimlich gedemütigt, als sie vor allen anderen so ausgetickt war.

Er war gestern Nacht erst sehr spät nach Hause gekommen. Rebecca hatte mütterlich besorgt auf ihn gewartet gehabt. Doch als sie sah, dass es ihm gut ging, schenkte sie ihm nur einen sehr enttäuschten Blick und strafte ihn mit Schweigen, als sie in ihr Bett geschlürft war.

Brad hasste dies. Da hatte er es um einige Male lieber, wenn sie ihn anschrie, doch dies verwünschte er sich gerade eben auch. Immer wieder schielte er peinlich berührt zu dem Frühstückstisch an dem sein Vater mit Charlene und Chester saß. Der andere Junge stützte seinen Ellenbogen auf den Tisch und hatte seinen Kopf darauf gestützt. Er wirkte nicht sehr glücklich, eher als würde er Trübsal blasen.

„Mom!“, protestierte er dennoch. „Mom, bitte! Ich muss mich von Olivia noch verabschieden. Sie fahren in zwei Stunde schon zum Flughafen… Mom! Ich… ich hatte sie doch so lange nicht gesehen!“

Sie schüttelte nur vehement ihren Kopf und stemmte ihre Hände gegen ihre Hüfte. „Ich hatte dich gebeten dich um Chester zu kümmern, Bradford. Du hast ihn einfach alleine gelassen. Ich hätte von dir mehr erwartet. Er hat doch hier noch niemanden, Bradford!“

Chester knallte seine Hand auf den Tisch und ließ damit alle Anwesenden zusammenzucken, als das Geschirr dabei klirrte. Er hörte nun schon viel zu lange den Streit zwischen Brad und Rebecca an und befand diesen für überaus lächerlich und ungerechtfertigt. Er hatte noch immer schlechte Laune und konnte diese auch nur sehr schlecht überspielen. Er hatte auch nicht vor irgendetwas gut zu reden. Da dies auch nicht der Wahrheit entsprechen würde. Er würde dennoch seine Freunde und seine Band vermissen.

„Oh fuck, haltet die Fresse, verdammte Scheiße! Ich bin kein verficktes kleines Kind mehr, ich komme auch schon gut alleine zu Recht! Ich brauche keinen verfluchten Babysitter!“, keifte er nun laut auf und funkelte sie alle an.

Erneut waren sie erschrocken zusammengefahren, als er so laut und sehr vulgär aufgeschrien hatte. Perplex starrten sie den Jungen aus Phoenix an, der stürmisch vom Frühstückstisch aufstand und zu den beiden Streithähnen deutete.  „Fuck, es ist beschissen sich nicht zu verabschieden…“, meinte er und man hörte nunmehr auch seine Bedrücktheit. Er blickte flüchtig zu seiner Mutter und schimpfte sich gedanklich daraufhin. Denn er wollte sie nicht verantwortlich machen, er verstand ihr Vorgehen und dennoch hätte er sich so gerne persönlich verabschieden wollen. Wenn Chester nur Bescheid gewusst hätte, dann hätte er sich besser darauf einstellen können und die letzte Zeit mit seinen Freunden besser nützen und genießen können. Er atmete tief durch und blickte zurück. „Also lass ihn gehen, Rebecca!“

„Ch-Chester!“, mischte sich nun auch Charlene dazu und ärgerte sich über ihre errötenden Wangen, als sie sich ein klein wenig über ihren Sohn schämte. Sie legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter und zog ihn etwas gegen sich. Doch Chester wehrte sich gegen sie und drückte sie weg. Entschuldigen sah sie zu ihrer Freundin, als Chester den Küchen- und Essbereich stürmisch verließ.

Rebecca schnaubte und rieb sich kurz überfordert über die Stirn. Sie fühlte sich in ihrer Autorität untergraben und das auch noch von einem Jugendlichen. Brad versuchte ein triumphierendes Grinsen zu unterdrücken und traute sich dabei kaum in die Augen seiner Mutter zu blicken. Sie seufzte und verdrehte die Augen. „Du verabschiedest dich und kommst danach augenblicklich nach Hause. Für den restlichen Tag wirst du auf jeden Fall Hausarrest haben. Jetzt geh, Bradford.“, schickte sie ihren Sohn aus ihrem Blickfeld und widmete sich dann Charlene. Sie lachte leise auf und schüttelte den Kopf. „Chester hat ein loses Mundwerk, Charlene.“, rügte sie. Ihr Lachen war aufgesetzt gewesen und erlosch, als sie ihre Freundin darauf hinwies.

Seufzend ließ sich Charlene auf ihren Stuhl fallen und zuckte leicht unbeholfen mit den Schultern. „Es tut mir ausgesprochen leid, Becca.“

„Beruhige dich, Liebling. Chester ist ein netter Junge, ihm geht es gerade nicht sehr gut und er ist einfach gereizt. Er muss sich erst zurecht finden. Nimm es ihm nicht übel… zudem hatte er gewissermaßen Recht.“, verteidigte Dan, die beiden Ausreiser aus Phoenix und lächelte aufbauen zu Charlene.

„Dan!“, keuchte Rebecca und schüttelte verständnislos den Kopf. Sie zog sich ihren Stuhl zurecht und setzte sich an den Tisch. Seufzend nahm sie ihre Tasse, deren Kaffee sicherlich schon kalt geworden war.

„Danke Dan.“, nickte Charlene seufzend und sah erneut entschuldigend zu ihrer Freundin. „Chester hätte dich trotzdem nicht so angehen sollen, es tut mir leid.“, meinte sie weiter. Charlene war überaus dankbar über die Unterkunft, die Rebecca und Dan ihr und ihrem Sohn boten, weshalb sie es sich nicht mit ihnen verscherzen wollte. Da sie auch noch kein Geld besaß und erst ab kommender Woche den Job antreten konnte, den Rebecca ihr verschafft hatte, würde sie auch nicht wirklich wissen, was sie tun könnte, würden sie rausfliegen. „Ich werde ihn auch nochmals darauf ansprechen.“

Rebecca lupfte eine Augenbraue und nickte schließlich. „Gut.“

Brad war noch kurz stehen geblieben und hatte dem Gespräch seiner Eltern und Charlene gelauscht. Er war froh um Chesters Einschreiten, da er somit doch noch gehen durfte, um sich von seiner Freundin zu verabschieden. Trotz allem, wusste er wie seine Mutter tickte und wusste sie fühlte sich gedemütigt. Seufzend schlich er zu seinem Zimmer und traf dort auch wieder auf Chester.

Stramm saß er auf seinem Schlafplatz. Er hatte die Beine angezogen und umarmte diese. Sein Kinn hatte er auf seine Knie abgelegt und sein Blick schien weit entfernt im Nichts zu verschwinden. Brad presste seine Lippen zusammen und setzte sich vorsichtig neben ihn. Er wusste nicht, was genau er nun sagen sollte und blieb deswegen einfach nur stumm neben ihm sitzen.

„Ich brauch dich nicht.“, brummte Chester abwehrend und rückte etwas von dem Jüngeren ab.

Brad nickte etwas. Es war nichts Neues für ihn. Chester war alt genug, um auf sich selbst aufpassen zu können. „Ich darf gehen. Zumindest um mich zu verabschieden.“

„Warum bist du dann noch da und nervst mich?“, knurrte der Ältere.

„Ich mache mir eben Gedanken.“, seufzte Brad und spielte ein klein wenig nervös mit seinen Fingern. Er wollte Chester nicht zu nahe treten, aber ihm gleichzeitig auch helfen. „Du solltest dich bei meiner Mom entschuldigen. Es war… nicht nett – also wie du gesprochen hast, aber ich danke dir trotzdem dafür.“

Chester schluckte etwas und ließ von seinen Beinen ab. Er streckte sie aus und für Brad wirkte es so, als würde er sich öffnen. Er schien zu verstehen und als der Gitarrist zu ihm schielte, nickte er sogar leicht. „Alte Gewohnheiten.“, grinste er verschämt.

„Gewohnheit?“, wiederholte Brad etwas verwirrt. „War das etwa normal für dich, sprichst du auch so mit deiner Mom?“

Chester verdrehte die Augen. „Nein. Ich weiß, es war scheiße– sorry, nicht respektvoll von mir.“

Brad nickte und stieß ihn freundschaftlich an. „Gut, ich muss los. Damit ich noch rechtzeitig zu Liv komme, bevor ich meinen Hausarrest absitzen muss.“

„Deine Mom ist nicht wirklich logisch.“, lachte Chester und schüttelte den Kopf, als er dabei zusah, wie Brad aufstand, um sich noch etwas anderes anzuziehen. Der Jüngere begann seinen Schrank zu durchsuchen und blickte fragend über seine Schulter. „Meinte sie nicht, es wäre unverantwortlich von dir gewesen, mich alleine zu lassen?“

„Ja…“, nickte Brad und zog ein Shirt hervor. Er begutachtete es und hielt es dann zu Chester. Dieser nickte einverstanden und zufrieden zog er sich um.

„Dann solltest du aber auch heute die Gelegenheit dazu haben, mich zu babysitten. Schlecht, wenn du nun nicht darfst.“, lachte Chester amüsiert auf und ließ sich auf die Couch zurück fallen, um Brad nicht weiterzusehen zu müssen, als er aus seiner Hose schlüpfte und schließlich nur mit Pokémon bedruckter Boxershort da stand.

Brad stieg in das helle Lachen mit ein und zuckte dann allerdings mit den Schultern. „Magst du Baseball? Wir könnten ein paar Bälle im Garten werfen, was meinst du?“

Die Bäume und Büsche des Tempe Beach Parks erstrahlten mit frischen, grünen Blättern. Eine für den Frühling ungewohnt warme Prise rauschte durch die Kronen und lockte viele Menschen in den Park. Alle wollten den schönen Tag dort genießen und den kalten Winter aus ihren Knochen vertreiben.

Hunde bellten und rannten spielend umher. Viele hatten Picknickdecken auf dem saftigen Gras ausgebreitet und ließen sich von den ersten Sonnenstrahlen umschmeicheln. Der kleine Spielplatz war voll. Kinder lachten laut, spielten Fangen, kletterten oder bauten im Sand.

„Bist du bereit? Pass auf, den wirst du nie fangen! Das ist ein Spezialtrick.“

Charlene saß mit Brian auf einer Decke, an einen dicken Baumstamm gelehnt, der ihnen Schatten spendete. Sie hielt ein Buch in den Händen aufgeschlagen, doch konnte sie sich nicht auf die mitreißende Geschichte konzentrieren, die dort geschrieben stand. Sie schmunzelte über ihren Älteren, der offenbar ein paar Mädchen beobachtete und sah dann zurück zu ihrem Jüngsten, der mit seinem Vater spielte.

Sie sah wie erwartungsvoll Chester auf den Ball wartete und wie dessen Vater ausholte und die typischen Bewegungen eines echten Baseballprofis vollzog. Es ließ sie leise kichern, da es nicht sehr elegant wirkte. Es war eindeutig kein sehr scharfer Wurf, doch für den Neunjährigen fühlte es sich sicherlich so an.

Chester kicherte und schätzte die Weite des Wurfs ein. Er machte ein paar schnelle Schritte nach hinten und konnte den Baseball mit seinem Handschuh fangen. „Ja!“, schrie er freudestrahlend auf und hielt den Ball triumphierend in die Luft, während sein Vater stolz grinste. „Sieh nur Daddy!“

„Den hätte doch jeder gefangen!“, verdrehte Brian die Augen, als er sich aufrappelte, um zu gehen. „Tony kommt vorbei, bis heut Abend.“, verabschiedete sich und gab nichts auf den rügenden Blick seines Vaters.

Chester bleckte seinem großen Bruder nur die Zunge und ließ sich nicht von diesem beirren. Er hüpfte lachend umher und schließlich in die Arme seines Vaters, der ihm durch die Haare wuschelte. „Super gefangen, Chaz.“


Chester war verstummt. Er musste schwer schlucken und räusperte sich leise. „Lieber nicht.“, murmelte er und schüttelte den Kopf.

„Okay.“, brummte Brad. „Was willst du dann machen?“

„… was macht denn Mike?“, fragte der Ältere dann zaghaft. Er hatte den Halbjapaner schon die ganze Zeit im Kopf und fragte sich, ob dieser wohl wieder Zeit für ihn hatte. Es hatte ihm sehr viel Spaß gemacht mit dem Halbjapaner abzuhängen und er musste ehrlich zugeben, dass dieser ihm sogar lieber war als Brad. Vielleicht weil er Mike nun ein wenig besser kannte als den Jungen mit dem er sich das Zimmer teilte. Chester hatte ja tatsächlich noch nicht viel Zeit mit Brad verbringen können.

Brad grinste. „Lass mich nur allein in meinem Elend.“, meinte er spaßend und bewarf Chester mit einem Shirt, das er schnell aus seinem Schrank genommen hatte. Lachend zuckte sein Zimmergenosse zusammen und mit einem Augenverdrehen, bekam er es wieder zurück. Brad fing es und legte es wieder schön säuberlich zurück, ehe er  unwissend mit den Schultern zuckte. „Keine Ahnung… du verstehst dich wohl gut mit ihm, huh?“

Brad musterte den Älteren. Er stutzte ein wenig. Irgendetwas hatte sich bei Chester verändert. Er konnte es jedoch nicht genau ausmachen, so stand er nur da und starrte den Jungen verwundert an.

Chester glaubte leicht rot geworden zu sein. Es fühlte sich sehr danach an, doch er hoffte es war nicht auffällig. Er war augenblicklich hibbeliger geworden, doch auch dies versuchte er zu unterbinden. Er nickte nur sanft und schluckte, als er genau wusste, was seine Reaktionen bedeuteten, es allerdings nicht zu lassen wollte. „Ja, er ist nett.“, nickte er und seufzte dann. Chester stand auf, als ein lautes Hupen in zusammenschrecken ließ.

Brad sah flüchtig aus dem Fenster. Lachend lief er an dem Älteren vorbei und er stieß ihn dabei sanft an. „Wenn man vom Teufel spricht, huh? Dein Mikeylein.“, meinte er und schenkte ihm einen sehr zweideutigen Blick.

„Was? Mike?“, quietschte er ziemlich unmännlich auf, als er noch einmal zusammenschreckte und nun tatsächlich butterrot wurde. Er wusste nicht, wie er Brads Anmerkung auffassen konnte und wie viel dieser zu wissen glaubte. Ferner wusste Chester selbst nicht was er zu wissen glaubte. Zögerlich begann er dem Jüngeren zu folgen und lugte nur kurz zurück zum Esstisch, an dem noch seine Mutter mit Brads Eltern saß.

„Hey, man… normal klingeln hast du nicht gelernt, oder?“, begrüßte Brad Mike lachend und schlug mit ihm ein.

Chester zuckte wieder und er fragte sich, warum er so schreckhaft war. Er schluckte und folgte schließlich ebenfalls nach draußen. „Hey, Mike.“

Mike sah zu dem Neuen und lächelte, als er ihm sanft zu nickte. „Hi.“, murmelte er und Brad sah etwas skeptisch zwischen den beiden hin und her. Er schüttelte den Kopf und machte sich weiter auf, um sich bei Olivia zu verabschieden. „Muss weiter – hey Mike, viel Spaß mit Chester.“, zwinkerte er und stieß ihn leicht mit der Schulter an, als er an ihm vorbei ging. „Was auch immer bei euch durchgebrannt ist.“, flüsterte er.

Geschockt schnappte Mike nach Luft und sah seinem Freund verwirrt hinterher. Er presste seine Lippen zusammen und sah dann zögerlich wieder zu Chester zurück. Der ihn mit großen erwartungsvoll schimmernden Augen ansah und Mike schmeichelte dieser Blick.

Chester sah sich etwas um und zuckte dann mit einer Schulter. „Was hast du vor? Darf ich mit?“, fragte er dann hoffnungsvoll. Unruhig trat er von einem Fuß auf den anderen und biss sich auf die Lippe.

Mikes Puls verstärkte sich, als er Chester dabei zusah, wie er sich offensichtlich etwas zierte. Er konnte es einfach nur unheimlich niedlich finden und er grinste etwas. „Ich wollte an den Strand.“, erklärte er und nickte zu seinem Wagen. „Komm steige ein. Ich hab sogar die Badeshort für dich wieder dabei.“

„Ans Meer?“, keuchte Chester überrascht und Mike blieb perplex in seiner Bewegung stehen und sah zu ihm zurück. Er nickte leicht und sah zu wie sich ein breites Lächeln auf Chester Gesicht ausbreitete. „… ich war noch nie am Meer!“

Mike entspannte sich wieder und grinste sanft. Er hob seinen Arm und winkte Chester zu sich. Der Ältere folgte dieser Aufforderung und er legte seinen Arm um dessen Schultern. Mike schluckte, als er bei der Berührung ein warmes Kribbeln genießen konnte und sich daraufhin etwas anspannte, als ihm auffiel, dass er Chester vorher noch nicht so nah gewesen war und er nicht so etwas dabei fühlen sollte. „Mit mir ist dein erstes Mal?“

„Was?“, keuchte Chester und sah ihn amüsiert an. Er knuffte ihn lachend in die Seite und sah dabei zu wie Mikes Wangen einen sanften róse Ton annahmen. Chester lehnte sich weiter zu dessen Ohr. Absichtlich ließ er seinen heißen Atem über dieses streichen. „Ich hoffe du bist sanft.“, hauchte er schließlich leise.

„Fuck you!“, knurrte Mike, als er den Älteren von sich schubste und die Augen verdrehte. Es machte ihn wirklich ein wenig wütend, wie der Neue ihn nun aufgezogen hatte. Vor allem weil ihm schlagartig die Vorstellung gekommen war, wie es denn mit Chester sein würde. Noch viel schlimmer war der Fakt, dass sich wirklich etwas in seinem Hosenbereich getan hatte und er nun einfach nur verzweifelt versuchte all das zu unterbinden. Es war schwachsinnig.

Auch wenn er sich mit dem anderen gut verstand. Er kannte ihn einfach nicht, nicht zuletzt war er noch dazu ein Junge. Er hatte noch nie so gefühlt. Wobei Mike dies nicht einmal als Gefühl betiteln wollte, es war eher eine … wirklich nur ganz leicht ausgeprägte Attraktion zu ihm. Nichts besonders, dass er sich nur einbildete und sicherlich schnell wieder verfliegen würde.

Vielleicht war es nur deswegen, weil Chester einfach der neue Junge war, aus einer anderen Nachbarschaft. Er war interessant und das reizte Mike einfach. Nicht zuletzt hatte er Anna und am Morgen hatte er sich auch mit ihr in seinen Gedanken befriedigt.

Chester begann laut aufzulachen und warf ihm eine Kusshand zu. „Sorry.“, meinte er dann.

„Sei lieber wieder so… befangen, wie eben noch.“, grummelte Mike weiter und musste ein paarmal tief durchatmen, um sich wieder etwas sammeln zu können. Er blinzelte zu Chester rüber, der in diesem Moment offensichtlich noch immer den Spaß seines Lebens hatte und schien so kindlich unverhohlen glücklich. Sein Lächeln zahnreich und seine Augen sprühten beinahe die Freude aus. Er sah wirklich wunderschön aus. Und Mike kam nicht umhin dieses Lächeln nicht selbst mit einem schmalen Grinsen wiederzugeben.

„Steig ein.“

-

„Wir fahren ans Meer, wir fahren ans Meer!“, lachte Chester in kindlicher Aufregung auf und hopste etwas in seinem Beifahrersitz auf und ab. Seine Augen waren groß und sahen ständig durch die Gegend, erwartungsvoll auf das blaue Meereswasser wartend.

Mike schielte nur zu ihm und befand die helle Aufregung von dem Älteren außerordentlich ansteckend und sehr amüsant. Er hätte wohl jeden ausgelacht, der so unruhig neben ihn gesessen hätte und rumschrie, doch bei Chester machte es ihm nichts aus. Er fand es sogar wirklich mitreißend und lustig. „Ja, ja!“, lachte er und deutete dann aus der Frontscheibe. „Warte… Moment…“, meinte er, während er fuhr. „Da! Der Pazifik, Chester.“

Sie folgten einer Straße am Küstenrand, sie lag etwas höher und man sah hinab zum Strand und das azurblaue Meereswasser, das vom Sonnenschein beschienen wurde und in Chesters Augen wunderschön glitzerte. Es ließ den neuen Jungen nun komplett erstaunt verstummen, als er nun schon beinahe andächtig diese Aussicht genoss. Er konnte so weit hinaus sehen und alles war nur Meer bis zum Horizont, in dem das Wasser in das strahlende Blau des Himmels wechselte.

Mike lachte leise und konzentrierte sich weiter auf die Straße. „Sprachlos?“, meinte er und fragte sich einen Moment, wie er wohl reagieren würde, wenn er das Meer zum ersten Mal in echt sehen würde. Er war schon von klein auf immer am Strand gewesen. Damals noch mit seinen Eltern. Für ihn war es ganz normal. Doch für Chester war es etwas Besonderes und Mike fühlte sich stolz darüber, diesen Moment mit ihm erleben zu dürfen.

Chester konnte sich kaum von dem Anblick abwenden und seufzte tief. „Wow.“, murmelte er und biss sich auf die Unterlippe. Sie fuhren noch ein weiteres Stück. Bis sie parkten und ausstiegen. Es war ein recht verlassener Ort, im Gegensatz zu den fast schon überfüllten Stränden, die Chester aus Zeitschriften oder dem Fernsehen kannte. Auf dem kleinen Parkplatz standen nur ein paar weitere Autos, deren Besitzer vereinzelt auf dem Strand zu sehen waren. Chester grinste und sah zu, wie Mike die Badesachen aus dem Kofferraum holte und folgte ihm dann leise zum Strand. „So leer.“, murmelte er.

Mike lief mit seinem neuen Freund über den Sand, der unter ihren Sohlen knirschte. Langsam näherten sie sich dem Meer und das Rauschen der sanften Wellen wurde lauter. Eine salzige Prise umschmeichelte ihre Gesichter und Mike atmete die frische Luft tief ein. „Ja. Ich mag es hier. Man ist ungestört und es ist einer der sehr wenigen Plätze, die nicht im Privatbesitz sind.“, murmelte Mike und sah sich um. Er fand den Platz gut, da die anderen Strandgäste weiter weg lagen.

Chester  musterte den Jüngeren und bekam von diesem dann ein Strandtuch in die Hände gedrückt, dass er auf dem warmen Sand ausbreitete. „Einen eigenen Strand?“

Der Jüngere ließ sich lachend nieder und packte zwei Bierdosen aus. Er sah zu, wie Chester sich neben ihn setzte und reichte ihm eine und die Badeshort, die er ihm schon für den Pool ausgeliehen hatte. „Hier und ja… gehören zu den Strandhäusern… Marks Eltern besitzen eines ein paar Meilen weiter von hier. Manchmal verbringen wir dort ein Wochenende. Ist sehr cool.“

„Mark – Joes Freund, der von gestern… im Liegestuhl, oder?“, murmelte der Ältere nachdenklich und tippte gleichzeitig mit Mike auf die Dose, damit diese beim Öffnen nicht überschäumten. Es knackste und nachdem sie miteinander angestoßen hatten, tranken sie einen langen Schluck. „Joe ist… uhm, schwierig…“

„Nein, eigentlich nicht. Er und Mark haben nur viel durch, wegen ihrer Beziehung. Sie sind lässig… oh hey, weißt du schon? Joes Eltern schmeißen eine Party für dich und deine Mom! Die wird fetzen, man… immer echt cool, wenn die feiern.“, plapperte Mike munter und steckte seine Bierdose in den Sand, um sich von seiner Kleidung zu entledigen.

„Nein – wann denn?“, fragte er und tat es dem Jüngeren gleich. Er biss sich auf die Lippe und überlegte, wie er seine Boxershort mit der Badehose wechseln sollte. In seiner kleinen Not wurde er leicht rot und schluckte.

„Samstag.“, antworte Mike und bemerkte Chesters Unbehagen. Er lachte ein wenig höhnisch und warf seine Hände in die Luft, als er sich wegdrehte. „Ich schau schon nicht. Mach schon!“

Der Ältere überprüfte zweimal, ob Mike auch wirklich nicht zurücksah und wechselte dann zügig die Hosen. „Hm, nein wusste ich noch nicht. Aber okay.“, meinte er dann und tippte den anderen wieder an.

Mike nickte und zog dann eine Sonnencreme hervor. Er begann sich einzuschmieren. Er hasste es eigentlich und mochte das Gefühl von schmierigen Händen auch nicht, doch die Sonne war kräftig und er spürte schon jetzt die starke Hitze, die sich auf seiner Haut einbrannte. Er reichte sie an Chester weiter, dessen Haut noch um einiges anfälliger war. „Du leuchtest ja regelrecht, so hell bist du!“, zog Mike ihn etwas auf und nahm sich wieder einen Klecks.

„Halt den Mund.“, grummelte es nur zurück.

Mike sah grinsend zu ihm und musterte seine neue Bekanntschaft. Als sie im Pool waren, hatte er Chester bereits nur in Badeshort gesehen und doch fielen ihm erst jetzt Chesters Tätowierungen so richtig auf. Vermutlich weil er gestern einfach viel zu betrunken und high gewesen war. Die Farben schimmerten beinahe prachtvoll in der hellen Sonne und Mike konnte kaum von ihm wegsehen. Er sah den Muskeln zu, wie sie sich unter seiner Haut bewegten, als er sich einschmierte. Chester war zierlich. Beinahe drahtig und er spürte, wie sehr ihm dieser Anblick gefiel.

„Hilfst du mir mit dem Rücken?“, riss ihn Chester zurück und als Mike seinen Blick nicht mehr nur auf ihn fokussiert hatte, sah er dass der Ältere ihm die Sonnencreme entgegen hielt und ihm einen verwirrten Blick schenkte. Ein verzagtes Lächeln schlich sich schief auf seine Lippen und räuspernd nickte er. „Klar.“

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tbc.

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