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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
10.05.2014 4.392
 
Wahnsinn, danke für euer tolles Feedback! ♡ Ich bin begeistert. Die Story liegt mir mittlerweile sehr am Herzen, ich kann mich nicht glücklicher schätzen, dass sie euch auch so zusagt!

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel. :)


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3. Kapitel


Brad hetzte stolpernd durch den gut gepflegten Rasen der Shinodas. Er hatte keinen zweiten Gedanken an Chester verschwendet. Er wusste nicht, ob es wirklich okay war, ihn zurückzulassen und ob sich Mike und er überhaupt verstehen würden. Ferner würde seine Mutter auch nicht erfreut sein, falls sie es in Erfahrung bringen würde, dass er ihn einfach bei einem seiner Freunde praktisch absetzte, nur um seinem eigenem Vergnügen nachzugehen.
Doch er wusste, dass Olivia für diesen Tag zurück war und er hatte sie seit vier Wochen nicht mehr gesehen. Diese Gelegenheit musste er einfach für sich nutzen, ehe sie für den Rest der langen Sommerferien wieder weg war.

Er stieg zurück in sein Auto und zögerte einen kleinen Moment den Schlüssel zu stecken. Er hatte schließlich an einem Joint gezogen, doch es war nur einmal gewesen und wirklich spüren tat er auch nichts. Er biss sich auf die Lippe und zuckte dann mit den Schultern. Von Mike aus war es nicht mehr weit bis zu seiner Freundin, er würde es einfach riskieren.

Er startete den Wagen und fuhr langsam los. Als er ohne Probleme an ihrem Elternhaus ankam, parkte er am Straßenrand und eilte sogleich zur Haustür, die sich noch im selben Moment öffnete. Lachend kam sie auf ihn zu und schmiss sich dem Gitarristen um den Hals. „Braddy!“

Augenblicklich schloss er seine Arme eng um ihren zierlichen Körper und vergrub sein Gesicht in ihrer Mähne von Haaren, aus denen er einen Hauch von Rosenduft erschnüffeln konnte. Er schloss genießend seine Augen und spürte sein Herz schwer schlagen. „Hey Babe.“, murmelte er leise und zufrieden.  „Was machst du hier?“

Zärtlich löste sie ihre Umarmung wieder und lächelte ihn breit an. Sie musterte ihren Freund und streichelte ihm etwas durch seine lockigen Haare, ehe sie ihm einen unschuldigen Kuss auf die Lippen setzte. „Freust du dich?“, kicherte sie fragend. „Wir sind von meinen Großeltern einen Tag früher zurück, weil Dad schon eher von seiner Geschäftsreise daheim ist… deswegen sind wir heute nochmal zuhause.“

Brad sehnte ihren sanften Lippen nach und nickte verständnisvoll. „Und morgen bist du wieder weg?“

Sie nickte etwas traurig über diesen Umstand. „Dad muss weiter nach New York. Wir beziehen das Apartment in Manhattan über den Sommer.“

„Ich werde dich vermissen.“, jammerte er etwas und hielt sie an ihren Hüften eng bei sich. Seufzend lehnte er seine Stirn gegen ihre und kostete ihre Nähe aus.

„Ich bin gerade zurück, genießen wir diesen Tag.“, forderte sie und drückte ihn wieder von sich. Sie schloss ihre Hand mit seiner und er und verwob ihre Finger.

„Klar. Was willst du machen, Liv?“, grinste er und musterte sie. Olivia war die Tochter reicher Eltern. Sie war groß und schlank. Sie trug ein luftiges Sommerkleid, das weiß war mit bunten Farbtupfern in Form von Blüten. Es schmeichelte ihren sanften Teint und ihren langen blonden Haaren. Brad grinste verrucht und drückte ihre Hand sanft.  

Sie funkelte ihn an und kam wieder näher um ihn einen schnellen, aber sanften Kuss zu geben. „Alles was uns heute so einfällt.“, grinste sie und zog ihn dann ins Haus. „Ich hab dir was aus Santa Cruz mitgebracht.“

„Wie war es denn? Warst du wieder am West-Cliff-Drive?“, fragte er und ließ sich von ihr führen. Er grinste etwas, als sein Augenmerk für ein paar Sekunden auf ihrem Po fiel. Er leckte sich unbewusst über die Lippen und grinste schief.

„Wundervoll, bei Granny ist es immer schön. … uhum, ich war mit Abby und Cathy dort…ow hmm, Braddy da waren so viele heiße Surfer!“, lachte sie und schwungvoll drehte sie sich zu ihm. Sie lupfte neckend eine Augenbraue und schüttelte dann amüsiert den Kopf. „Nur keiner besser als du.“

Brads Augen funkelten mit sanfter Eifersucht. Olivia war jedoch sehr treu und vor allem verliebt in ihn, weswegen er sich keine Sorgen machte. Dennoch war der Gedanke an die vielen gutaussehenden Typen unbehaglich, vor allem wenn er durch so eine große Distanz von ihr getrennt war. Er lächelte dennoch ehrlich und freute sich auch, dass sie schöne Wochen dort verbringen hatte können. „Sag mir bitte es ist der berühmte Chocolate Cheesecake mit Cranberry Swirl deiner Oma?“, lenkte er wieder auf das bereits angeschnittene Thema und streichelte sich schon mit wässrigem Mund über den Bauch.

Olivia lachte vergnügt auf und nickte schließlich wild. „Ja.“, meinte sie und zog ihn dann in die Küche. „Gran bestand darauf dir einen zu backen.“, erklärte sie.

„Perfekt.“

-

Mike schimpfte gedanklich. Dieser Tag hatte wirklich überaus gut begonnen und hatte auch eine schöne Aussicht auf den weiteren Verlauf gehabt. Seine Freunde hatten vorbeigesehen, sie hatten einen gekifft und etwas getrunken. Sie hatten einfach Spaß gehabt und gechillt. Anna war bei ihm und nun stand er plötzlich alleine da, mit einem Jungen, den er überhaupt noch nicht kannte. Er wusste nicht, was er mit ihm anstellen sollte.

Fragend hob er seine Arme und zuckte mit den Schultern. „Willst du… uhm, in den Pool, ist verdammt warm…“, schlug er etwas hilflos vor und nahm sich noch einmal einen Zug von dem Joint, als Chester ihm diesen noch einmal hinhielt. Er bedankte sich schmal lächelnd.

Chester grinste schief. „Pussy.“, lachte er und schüttelte den Kopf. „Du warst wohl noch nie im Sommer in Arizona. Wir haben Juli, da kann es bei uns durchaus durchschnittlich 104°F* geben.“

Mike verdrehte die Augen und stieß ihn etwas gegen die Schulter. „Mir scheiß egal. Ich wohne hier und alles ab 85°F*² reicht um mich halb umzubringen.“, murrte er und schnipste unbekümmert den Stummel des Spliffs in das Planschbecken zu den gekühlten Getränken. Es zischte etwas, als das Wasser ihn löschte und Mike sah schließlich fragend zurück zu Chester.

Der Ältere musterte sein Gegenüber. Die Augen waren ein dunkles Rehbraun und schimmerten nun glasig von der Droge. Mike biss sich auf seiner Lippe herum. Chester glaubte es war eine schlechte Angewohnheit, von der er schon gar nichts mehr mitbekam. Sie gefiel ihm jedoch. Es wirkte, als wäre er verunsichert und dies wiederum zeigte Schwäche, obwohl Mike auf ziemlich cool machte.

„Okay, Pool.“, willigte er schließlich ein und lachte etwas. „Aber ich brauch eine Badeshort von dir.“

Mike fuhr sich brummend durch die Haare und nickte. „Hol ich dir.“, murrte er seufzend und wandte sich ab. Chester grinste breit und da ihn das Marihuana eben so lustig machte, ließ er sich es nicht nehmen, dem anderen zu folgen. Selbst wenn er vermutete, dass Mike dies nicht wirklich wollte. Außerdem wusste er gar nicht genau was er anderes tun sollte, solange er auf den anderen wartete.

Der Ältere wusste nicht genau warum, vielleicht war es auch nur der Zustand von Mike, doch dieser schien es zuerst gar nicht mitzubekommen. Erst als sie durch das großzügig geschnittene Einfamilienhaus in Mikes großes Jugendzimmer geschlendert waren und er seine Bewunderung für diesen Raum kundgab.

„Wow!“, entfloh ihm mit glasig funkelnden Augen. Dann entfloh ihm ein heiteres Kichern. „Noch ein Zimmer. Ich liebe es zu schnüffeln!“

Mike war bitter zusammengefahren und starrte nun ungläubig auf den Älteren. Er schüttelte langsam den Kopf und versuchte angestrengt durch seinen vernebelten Verstand, dessen Aussage zu filtern. „Bleib meinen Sachen fern.“, murrte er dann und begann nach einer Badehose für seinen ungewollten Gast zu suchen.

Chester bleckte ihm unbekümmert die Zunge und begann sich umzusehen. Dieses Zimmer gefiel ihm sehr gut, nicht so wie Brads. Es war viel heller und freundlicher. Er wimmerte unzufrieden und verzog den Mund. „Und ich muss bei Brad pennen.“, grummelte er beleidigt.

Chester fand Mikes Zimmer viel cooler. An den Wänden hingen Gemälde und ein paar Poster und Konzertkarten. Neugierig ging er näher. RunDMC. Anthrax. Public Enemy. Led Zeppelin. „Oh mein Gott!“, rief er aus und holte sich somit Mikes Aufmerksamkeit zurück.

„Was?“, knurrte dieser nur und seine Augen blitzten zu dem anderen, nachsehend ob dieser etwas anfasste.

„Du hast Led Zeppelin schon mal gesehen?“, hauchte Chester mit begeistert funkelnden Augen, als er auf das Konzertticket deutete und anschließend einen Schmollmund zog. „Ich bin ein Fan.“

Mike wurde lockerer und grinste nickend, als er näher zu dem unbekannten Jungen trat. „War richtig gut.“, meinte er und spürte bereits, wie er sich nun doch langsam zu öffnen begann. Chester tat wirklich nichts, was sein abwehrendes Verhalten gegenüber ihm rechtfertigen würde. Auch wenn es Mike nicht gern zugab, wenn auch nur für sich. Er schob es einfach auf seinen nicht ganz nüchternen Zustand. „Welche Bands hast du denn schon gesehen?“, fragte er und deutete dann auf Chesters Shirt. „Pilots?“

Seufzend starrte der fremde Junge auf sein T-Shirt hinab und zögerte etwas. Langsam und ganz offensichtlich enttäuscht begann er seinen Kopf zu schütteln. Getrübt zupfte er an dem Saum seines Oberteiles. „Nein, ich… konnte noch nicht auf ein Konzert.“, meinte er leise.

Mike presste seine Lippen zusammen und legte seinen Kopf mitfühlend schief. Es tat ihm augenblicklich Leid für Chester, er klang sehr niedergeschlagen.  „Eine andere Band?“

Chester seufzte. „Nein.“, wiederlegte er. „Keine berühmten Bands zumindest. Nur unsere unbekannten, uhm naja sozusagen ‚Supportacts‘.“

Nun horchte Mike auf. „Was meinst du?“

Nun breitete sich wieder ein riesen Grinsen auf Chesters Gesicht aus und er kicherte etwas dämlich. „Meine Grunge-Band. Ich bin Sänger.“

„Wirklich?“, hinterfragte Mike und lächelte allerdings auch begeistert. Er freute sich und war erleichtert, den anderen auf ein offenbar erfreulicheres Thema gebracht zu haben. Zudem wurde Chester immer interessanter und Mike merkte, wie sein Interesse an ihm wuchs. „Erzähl.“

„Grey Daze hießen wir – also eigentlich noch, aber ich bin ja nicht mehr da. Wir haben zwei Alben aufgenommen in einem dreckigen und stickigen Keller. Ein Bekannter unseres Schlagzeugers hatte ein Studio daraus gemacht. Richtig schäbig, aber hey es klappte… in unserer Region waren wir bekannt. Aber nichts besonders.“, erzählte Chester völlig begeistert und Mike spürte seine Leidenschaft für diese Band, selbst wenn er es im Nachhinein wieder abschwächen wollte.

Mike bewunderte ihn. Selbst Emcee in seiner Garagenband, mit der sie es nicht einmal zur Schulband geschafft hatten, schien der Neue schon viel mehr Erfahrung gemacht zu haben.
„Cool. Mehr als wir bisher geschafft haben. Brad hat dir von Xero erzählt?“, fragte er und sah Chester schließlich dabei zu, wie er langsam das Interesse verlor und sich weiter in seinem Zimmer umsah. Nur knapp nickte dieser. Mike seufzte und hätte am liebsten noch viel mehr darüber gehört.

„Oh man Mike!“, keuchte er erneut und blieb schließlich vor einem Basketball stehen.

Mike sah zuerst nur langsam dabei zu, wie sich Chesters Hände danach ausstreckten, ehe er es verstand und er schnell ein paar Schritte auf ihn zu machte. „Nicht anfassen!“, rügte er und schnappte nach ihm. Er umfasste das tätowierte Handgelenk und spürte einen warmen Schauer durch ihn durchfahren. Räuspernd ließ er wieder von ihm ab und schob diese ungewöhnliche Reaktion auf seinen Zustand.

Chester blieb erstarrt in seiner Bewegung. Er hatte die kurze etwas beklemmende Situation gar nicht erfasst und nickte nur einverstanden. „Der ist signiert…“, hauchte er begeistert und deutete auf den Ball.

Der Jüngere nickte grinsend. „Von Magic Johnson.“, meinte er und fühlte wie stolz er auf dieses Souvenir war, das er von seinem Dad zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, nachdem er seinen Sohn zu einem Los Angeles Lakers Spiel mitgenommen hatte. „Bist du auch ein Lakers Fan?“

Chester lachte herzhaft, als er sich kurz an das Gespräch mit seiner Mutter erinnern musste. Er schüttelte gespielt empört den Kopf und zeigte ihm neckend den Vogel. „Mein Herz gehört zu den Suns, Mike. Aber der Ball ist trotzdem richtig cool.“

Mike verzog etwas das Gesicht. „Ach, die Phoenix Suns sind vergleichsweise richtig schwach. Noch keine Meisterschaft.“

„Ich bin aber von dort, sie sind mein Heimatverein. Ich bin stolz und treu. Man kann nicht immer nur Fan von den Besten sein.“, klärte Chester ihn auf und grinste. „Ich glaube auch nicht, dass du kein Fan der Lakers mehr wärst, würden sie die Meisterschaft schlecht spielen.“

Mike deutete nickend zu Chester und legte ihm dann einen Arm um die Schultern. „Da hast du wohl recht.“, meinte er und rieb sich dann über den Bauch. „Wir haben kalte Pizza unten.“

-

Langsam erwachte Joe wieder und er spürte sanfte Lippen gegen seine Stirn. Er brummte genießend und öffnete langsam seine Augen. Er blickte in das lächelnde Gesicht von Mark und fühlte sich eng an diesen gedrückt. Einerseits weil sie sich zusammen auf eine Liege gequetscht hatten, andererseits weil Mark ihn an sich gezogen hielt. „So würde ich gerne immer aufwachen.“

„Überrede deine Mom.“, zuckte der Ältere mit den Schultern und streichelte ihm dann sanft über die Wange. Er grinste und musterte den koreanischen DJ, in den er sich ziemlich überraschend Hals über Kopf verliebt hatte. Sie waren nun bereits eineinhalb Jahre zusammen und sie funktionierten perfekt als Paar, auch wenn viele gegen sie gewettet hätten.

Zuerst war es schwierig für sie gewesen. Besonders für Joe, der erst mit dem Gedanken homosexuell, oder zumindest bisexuell, zu sein klar kommen musste. Mark war zwei Jahre älter und hatte dies bereits bei einer Runde Flaschendrehen herausfinden können, der Kuss hatte sogar in einer Beziehung geendet. Joe hingegen hatte sich damit schwer getan, doch seine wachsende Zuneigung hatte es damals schnell schwierig werden lassen, es geheim zu halten. Sie haben es daraufhin offiziell gemacht. Ein paar haben sich abgewandt, sie verspottet und ausgelacht, doch die ihn wirklich wichtigen standen hinter ihnen.

Dennoch hatte es auch bei diesen Personen hin und wieder für peinliche Situationen gesorgt, wenn sie sich von ihren Gefühlen hatten hinreißen lassen und sie diese offen vor den anderen einander gezeigt hatten. Es waren nur simple Küsse gewesen, vielleicht auch einmal ein paar leidenschaftlichere. Nichts was bei einem heterosexuellem Paar verwerflich gegolten hätte, dennoch hatte es bei ihnen für unangenehme Momente gesorgt, doch nur so lange bis sich alle an diese Sicht gewöhnt hatten.

„Auch wenn Mom dich noch so vergöttert - sie wird zur Furie nur bei dem Gedanken, du würdest über Nacht bleiben.“, brummte Joe traurig und zog sich etwas näher in die starken Arme des Älteren. Er drückte seine Nase in dessen Halsbeuge und atmete den süß-herben Geruch von Aftershave ein.

Mark lachte leise. „Es ist doch nichts anderes, wenn du bei mir übernachtest.“, meinte er einerseits amüsiert, doch war dennoch enttäuscht, nicht bei Joe schlafen zu dürfen. Es machte einfach keinen Sinn für ihn. „Vor was hat sie eigentlich Angst? Entschuldige, aber ist sie wirklich so naiv und denkt wir hätten noch nicht?“

Joe rümpfte die Nase und küsste seinen Freund sanft auf die Wange. „Ich erzähle ihr immer ich wäre bei Mike oder einen von den anderen Jungs.“, gestand er und rutschte dann etwas reuevoll von ihm weg. Mark nickte und schnaubte resigniert.

Der Jüngere seufzte leise und spürte wie sich nun seine Wangen erröteten. „Außerdem weiß sie es.“, nuschelte er und schüttelte sich nur bei der Erinnerung daran, wie sie neugierig nachgefragt hatte, ob ihre Vermutung der Wahrheit entsprach.

„Sie weiß was?“, grinste Mark amüsiert und musterte seinen Freund, der sich nun ziemlich unwohl zu winden begann. Er genoss es den Jüngeren liebevoll aufzuziehen, mit ihm Spielchen zu treiben. Auch einfach, weil dieser es mit sich machen ließ.

Joe rieb sich über den Nacken und zuckte mit den Schultern. „Das wir… Sex haben. Total krank, als würde ich es auf der Stirn stehen haben. Sie sieht es mir an!“

„Wirklich jedes Mal? Fragt sie nach, wie es war?“, neckte er ihn weiter. Er lachte laut auf und zog den Jüngern etwas auf seinen Schoß. „Erzählst du dann, wie unheimlich gut ich bin?“

Joe sah ihn mit verengten Augen an und schüttelte kaum merklich den Kopf. Auch ihm war es nun bewusst, dass Mark ihn nur etwas ärgerte. „Depp – du bist mir eindeutig zu nüchtern.“

„Ich liebe dich.“, lachte Mark laut auf und zog den Jüngeren verlangend zu sich, um ihre Lippen zu vereinen.

-

Ihr eigentliches Vorhaben in den Pool zu springen und sich etwas von der Mittaghitze abzukühlen, hatten sie nun völlig verworfen, als sie kichernd auf den Weg in die Küche waren. Sie beide erlagen nun ihrem Bedürfnis zu essen, dass ein Joint meist mit sich brachte. Mike hatte Chester dabei seinen Arm freundschaftlich um die Schultern gelegt und zog ihn neben sich her.

„Ich will Kekse… und Schokolade, ganz viel Schokolade!“, forderte der Ältere und genoss die plötzliche Nähe des anderen. Chester konnte nicht genau sagen, wann  die kühle Distanz so plötzlich zwischen ihnen verschwunden war, doch er wusste es  musste irgendwann in Mikes Zimmer gewesen sein. Mike war in seiner Gegenwart lockerer geworden und ließ sich auf ihn ein. Sie hatten sich normal unterhalten können und Chester empfand ihn nun viel sympathischer und begann sich wohlzufühlen. „Marshmallows!“

„Oh Gott, ich muss erst schauen, was wir überhaupt da haben.“, lachte Mike und führte sie beide die Treppen hinab und durch das Erdgeschoss. In der Küche angekommen ließ er von dem anderen ab und begann sämtliche Küchenschränke seiner Mutter zu durchforsten. Er suchte alle Süßigkeiten hervor, die sie im Haus hatten und drückte die Tüten schließlich Chester in die Hände. Er grinste breit und nickte, als er sich selbst die versprochene Pizza schnappte, die sie noch vom Vorabend übrig hatten, und nach außen nickte.

Gemeinsam liefen sie in den Hintergarten raus. Sie nahmen auf den Gartenmöbeln einander gegenüber Platz und verteilten ihr Essen mittig auf den Tisch. Chester griff schließlich nach den Marshmallows und funkelte Mike an. Ein schiefes Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht und er deutete auf den Jüngern. „Ich fordere dich heraus!“, prallte er und riss schließlich hastig die Tüte auf. Er nahm sich einen der weißen Schaumzuckerstücke heraus und stopfte sich diesen in den Mund. „Chubby Bunny!“, rief er lächelnd aus ohne zu kauen.

Mike lachte lauthals auf und schüttelte sich etwas. „Du bist voll das Kind!“, betitelte er ihn und musterte Chester schließlich. Er faszinierte ihn. Seine Art war Mike neu. Er kannte viele und jeder einzelne hatte seinen Stempel abbekommen. Doch der Neue war nicht einfach irgendwo einzugruppieren. Er hatte viele Facetten. Er konnte ernst sein, freundlich und sogar beinahe unverschämt handeln. Dann wirkte er plötzlich klein und verletzlich, bis seine Laune in eine sehr lockerer wechselte und seine Art kindliche Begeisterung ausstrahlte.

Mike war davon völlig eingenommen. Er grinste und rieb sich sanft über die Unterarme, als ihn eine leichte Gänsehaut eingefangen hatte. Er räusperte sich und unterdrückte das ihn überwältigende Bedürfnis nach Nähe. Er fühlte sich gut. Entgegen seiner ersten Befürchtungen, war es sehr schön mit Chester Zeit zu verbringen. Obwohl er ihn noch nicht kannte, war es leicht locker zu sein und einfach Spaß zu haben. Vielleicht lag es einerseits einfach an der Droge, die sie intus hatten, aber das gute Gefühl von Wohlsein und Vertrauen in Chester konnte nicht von dieser rühren.

Noch immer breit grinsend, ließ sich Mike schließlich auf das Spiel ein. Er zog sich die Tüte heran und nahm sich einen heraus. Er schob sich diesen in den Mund und schleckte kurz seine Finger von dem klebrigen Zeug frei. Er zuckte mit seinen Augenbrauen und grinste schon jetzt überlegen. „Chubby Bunny.“, zwinkerte er.

Chester lachte vergnügt auf und Mike bescherte dies erneut eine Gänsehaut. Dennoch wurde es ihm warm und er genoss es. Er freute sich dem anderen mit so etwas Simplen Freude zu bereiten. Chester nahm sich nun seinen zweiten und steckte sich diesen in den Mund. Es war noch einfach, jedoch merkte er schon, wie sich der erste mit Speichel vollsaugte und größer wurde. „Chubby Bunny.“

„Wer spielt denn noch den Scheiß?“, kam es plötzlich und ziemlich abwertend von der Seite, als Mike gerade dabei war sich einen neuen Marshmallow zu angeln. Der DJ trat an den Tisch heran und ließ sich schließlich auf einen Gartenstuhl neben Mike fallen. Er griff nach den Pipes und dem Tütchen voll mit Gras, um sich erneut einen Joint für sich und Mark zu drehen.

Mike ließ seinen Blick zu Chester wandern und erkannte noch, wie seine vorherige Freude an ihrem Spiel erlosch. Es schmerzte komischerweise und verärgerte ihn. Auch er selbst fühlte sich angegriffen und er atmete tief durch. „Halt die Fresse, Joe. Es ist lustig und wir sind high, verdammt.“

Joe hob abwehrend die Hände in die Luft und schüttelte den Kopf. „Schon gut.“, brummte er und verdrehte seine Augen etwas. „Ich wollte euch nicht den Spaß verderben…“, seufzte er und sah dann zu Chester.

Chester zuckte etwas, als er bemerkte, dass er von dem anderen angestarrt wurde. Schnell kaute er und schluckte hastig die Süßigkeit herunter, beinahe so als wäre es ihm peinlich ertappt worden zu sein. „Mein Name ist Chester. Ich bin bei-“, lächelte er daraufhin unsicher und fühlte sich dennoch gekränkt über den Fakt, dass er und Mike gestört wurden.

Sehnsüchtig wartete er sogar darauf, bis Joe sie beide wieder verließ. Er sah ihm gespannt bei dem Drehen des Joints zu und verfolgte seine Zunge, als er ihn ableckte um ihn zusammen zu kleben. Chester lächelte und hoffte, gleich wieder alleine mit Mike sein zu können. Er mochte den anderen mittlerweile sehr. Es machte Spaß mit ihm Zeit zu verbringen. Er genoss den Fakt nicht nach den Gerüchten über ihn ausgefragt zu werden. Einmal nicht der zu sein, den sie zumindest durch Hörensagen schon kannten. Nicht bereits verurteilt worden zu sein. Er war ein echter Fremder. Mike lernte ihn kennen, nicht seine Geschichte.

Joe nickte. „Bei Brad. Er hat schon was darüber gesagt.“, unterbrach er ihn. Er war nicht wirklich interessiert an ihm. Nur flüchtig sah er nochmals zu ihm. „Joe. Dort hinten ist mein fester Freund, Mark.“, erklärte er und deutete wage in die Richtung von Mark. Chester lächelte freundlich und beugte sich etwas zur Seite, um Joes Freund auf der Liege dösen zu sehen.

Der DJ nickte. Er schnappte sich ein Feuerzeug und entflammte den Joint. Er zog tief, hielt den Rauch und pustete den bläulichen Rauch wieder in die Luft. „Wenn du damit ein Problem hast, brauchst du nicht mehr herkommen.“

„Joe.“, brummte Mike warnend und blickte ihn düster an. Er wollte nicht einmal daran denken, nicht wieder Freizeit mit dem anderen zu verbringen. „Chester ist cool…“, nahm er ihn in Schutz, wie auch schon zuvor Brad, als er gegenüber Chester noch skeptisch war.

Chester nickte bestätigend. „Uh – ja, alles cool. Ich komme klar damit.“, versicherte er ihm und lächelte. Unschuldig biss er sich auf die Lippe, als hätte er zuvor etwas Schlechtes verlauten lassen und wäre nun beschämt darüber. Er sah kurz zu Mike und zuckte dann mit den Schultern. „Fangen wir nochmal an?“, hauchte er bittend und blickte kurz zu den Marshmallows.

„Nur zu, macht ruhig.“, nickte Joe und fuchtelte etwas mit den Händen. Er stand wieder auf und schenkte ihnen beiden erneut einen Blick, ehe er sich zurück zur Liege und somit auch zu Mark machte.

Mike wartete kurz und blickte auf die Tüte zurück. „Lieber nicht.“, murmelte er und sah die Enttäuschung in Chesters Augen. Er seufzte lautlos und fühlte sich ungut ihn offensichtlich enttäuscht zu haben. „Willst du-“

„Oh Gott!“, kreischte Chester bitter zusammenzuckend auf. Hastig rutschte er mit seinem Stuhl vom Tisch fort und zog seine Beine zu sich hinauf. „Fuck… verdammt.“, keuchte er und versuchte sich wieder zu sammeln. „Da war was! Mike!“, meinte er aufgebracht und deutete unter den Tisch.

Mike hatte ihn erschrocken zugesehen und lachte schließlich laut auf, als auch er etwas in seinem Augenwinkel vorbeihuschen sah. Er drehte sich auf seinen Stuhl und beugte sich hinab. „Beruhig dich, man.“, grinste er, nachdem er seine Katze angelockt hatte und das friedliche Tier auf seinen Schoß setzte. „Das war nur Milkshake. Er schlüpft gerne zwischen Beine hindurch.“

Langsam kam Chester zurück an den Tisch gerutscht und musste nun doch etwas kichern. Er kniete sich auf den Stuhl und lehnte sich zu Mike und den dunkel getigerten Kater. „Deiner?“, fragte er und begann dem Tier sanft hinter den Ohren zu kraulen. Bewundernd blickte er Milkshake zu, wie dieser genießend die Augen zusammendrückte und zu schnurren begann.

„Uhum… das mag er.“, meinte Mike leise und sah seinem Haustier zu, wie es seinen Kopf näher zu Chester streckte. Er sah schließlich auch zu ihm auf und musterte den fremden Jungen, wie er nun ganz von dem Kater eingenommen war. Es schien beinahe so, als interessierte Chester nur noch das Tier. Seine Augen funkelten und er zeigte seine leicht schrägen Zähne in einem breiten, verspielten Lächeln.

„Willst du ihn mal?“, fragte er daher und Chester schreckte zurück, ehe er begeistert nickte. Er nahm Mike Milkshake sofort ab, hob ihn über den Tisch auf seinen eigenen Schoß. In diesem Moment wirkte er ein klein wenig übermütig, wie ein begeistertes Kind. Mike lehnte sich zurück und sah ihm fasziniert zu.

„Hey Milkshake.“, begrüßte er ihn und streichelte ihn nun über den kompletten Rücken. Der Kater drückte sich der Hand entgegen und machte sich ziemlich lang auf Chesters Oberschenkeln. Vergnügt schweifte sein Schwanz und sein Schnurren wurde tiefer. „Ich liebe Katzen.“, erwähnte er und ließ sein Augenmerk dabei auch nicht von dem Tier schweifen. „Er ist wunderschön… ich hätte auch gerne eine.“

Mike lächelte zufrieden und nickte einfach nur etwas. Er sagte nichts, es reichte Chester zu zusehen, wie begeistert er von seinem Haustier zu sein schien. Erneut erwischte er sich dabei, wie glücklich er sich fühlte, nur weil es Chester war. Es erschreckte ihn und er wusste damit nicht wirklich umzugehen.

Chester war fremd. Ein Junge den er heute Morgen noch gar nicht gekannt hatte und er verstand einfach nicht, wieso er so sehr mit dem anderen mitfühlte. Er fühlte sich gut, wenn Chester fröhlich war und fühlte sich unwohl, wenn Chester traurig schien. Mike wusste er mochte den anderen. Daran gab es nun nichts mehr auszusetzen. Der Ältere war nett und sehr unterhaltsam, er kam mit ihm gut aus. Doch das Befinden seiner anderen Freunde beeinflusste ihn auch nicht so sehr.

Mike schnaubte leise und schüttelte den Kopf, als würde dies seine Gedanken abschütteln. Er versuchte sich selbst etwas vorzuspielen, in dem er zu lächeln begann und räuspernd aufstand. „Ich hole dir eine Badeshort. Gehen wir in den Pool.“

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