Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.08.2016 4.359
 
:3 tight cuddles for BlackEternity, yep.

26/~35 Kapitel


x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x

26. Kapitel


Leicht nach vorn gebeugt, stellte er seine teuere und klobige Videokamera ein. Seine Konzentration spiegelte sich dadurch, dass er seine Zunge in den Mundwinkel steckte. Dave stand gelangweilt im Bild. Er dehnte seinen Nacken etwas, der verspannt war, da er seinen schweren Bass umgehängt hatte. Es knackste laut und er seufzte.

„Foire…“, knurrte er schnaubend. „Fuck, mach hin.“

Sein Freund der Mitglied der Band Tasty Snax war grinste nur breit und nickte langsam. Er entfernte sich selbstsicher von seiner Kamera und tat mit seinen Händen so als hätte er eine dieser Klappen bei Hollywoodfilmen. Er gab ihm noch den Daumen hoch und wartete gespannt auf Daves Können.

Phoenix starrte ihn mit einem dunklen Blick an. Er ließ sie beide für ein paar lange Sekunden in der Stille stehen, starrte dann genau in die Kamera auf ihrem dreibeinigen Stativ und fletschte kurz genervt die Zähne, bevor er endlich ansetzte und ein paar Töne aus seinem Bass zupfte.

Der Rothaarige spielte Akkorde aus verschiedenen Songs um ein bisschen Variation in sein Schauspiel zu bringen und besser überzeugen zu können. Nach etwa drei Minuten sprang Mark schon wieder auf und fuchtelte mit den Armen, sein Blick äußerst zufrieden. „Cut!“

Seufzend starrte Dave seinen Kumpel mit hochgezogenen Augen an. Mark hantierte derweilen schon wieder mit seiner Kamera umher, während er seinen Bass beiseite stellte.  Er steckte seine Hände tief in seine Hosentaschen und trat an ihn heran. Dave sah in die riesige Linse, die nur ihn selbst widerspiegelte.

„Musst du alles flimen, du drehst voll am Rad.“, murmelte er und blickte wieder zu Mark auf. Eine Hand zog er wieder hervor und rieb sich durch die Haare.

„Phi, ey ich hab ab so eine Vision, man. Junge, die ist grandios und – alter… ich sag’s dir, ich kann damit Hahn endlich mal in den Arsch treten.“, erzählte er aufgebracht und euphorisch. Dave lupfte eine Braue und wandte sich dem Fenster zu. „… wir sind doch in der gleichen Projektgruppe.“

„Es sind fucking Sommerferien, Foire.“, brummelte Dave zurück. „Und Joe ist genial in diesen Filmsachen.“

Mark grinste hämisch und nahm nun seine Kamera vom Stativ. Er stellte das schwere Ding auf seinen Schreibtisch ab und kam auf seinen Freund zu. Er legte ihm einen Arm um den Nacken und zeichnete mit seiner freien Hand etwas in die Luft, als würde er ihm gerade seine Vision offenbaren. „Deswegen darf ich nicht glauben ich könnte mir eine Pause gönnen. Außerdem Keller und Pfeiffer wollen auch dein Können beurteilen können, aber chill, man. Du bist sicher drin.“

Dave starrte in den sonnigen Tag hinaus. Er konnte den Vorgarten erkennen und sah über die Starße hinweg zu dem Garten der Nachbarn. Mark schien noch irgendetwas zu ihm zu sagen, doch seine Aufmerksamkeit galt nunmehr dem Mädchen, das dort lag und sich zu sonnen schien.

Mark folgte dem Blick des Bassisten. Schnaubend grinste er breit und tippte mit seinem Zeigefinger gegen die staubige Scheibe. Von ihrem Standpunkt sah es so aus, als würde er genau auf sie treffen. „Die süße Neue. Linsey wirst du bei unseren Proben kennenlernen.“, zwinkerte er ihm zu und wandte sich schließlich ab.

Dave räusperte sich und fühlte eine sanfte Röte in seine Wangen steigen. Er nahm seinen Bass und verstaute ihn wieder in seinem Instrumentenkoffer. „Gut… ich hau wieder ab. Meld dich.“

-

Die Stimmung war gekippt. Es lag eine passive Aggression in der Luft, so dick, dass man sie beinahe schneiden konnte. Die Lust zum Proben war verflogen. Es brauchte keiner Worte, dass sie sich auch nicht mehr dazu animieren konnten. Rob machte schließlich den Anfang und begann wortlos zusammenzupacken.

Gerade als sie sich voneinander verabschieden wollten, parkte ein Auto im Straßenrand. Überrascht blickten sie alle zu ihrem Freund. Dave stieg aus und kam lässig die Einfahrt hinaufgelaufen.

Robs Augen begannen zu funkeln und ein fröhliches Lächeln breitete sich auf seinen Gesichtszügen aus. „Dave!“, rief er dezent fassungslos aus. Er vermisste seinen Bassistenfreund. „Hey, man wie geht’s dir?“

Dave lächelte sanft und atmete einmal tief durch. Er nickte Rob zu und vermied den Blick zu Chester zu wenden. Er hob seine Hand. „Hey Jungs.“, murmelte er eine knappe Begrüßung. Plötzlich wurde ihm heiß und betreten starrte er gen Boden. Er steckte seine Hände in die Hosentaschen. „Ich… also, ich bin ganz offiziell raus. Ich steige nun definitiv bei den Sax ein.“

Mike sog die Luft tief ein und rieb sich gestresst über die Stirn. „Pheonix…“, seufzte er lang. Er kam auf Dave zu und wollte ihm gerade eine Hand auf die Schulter legen, als dieser sich jedoch abwandte. Ein giftiger Blick traf ihn. Der Emcee biss sich verwirrt auf die Lippe. „Mach keinen Scheiß, alter. Du gehörst zu uns.“

Dave zischte und warf seinen wütenden Blick nun Chester zu. „Ich hab euch gesagt mit dem komme ich nicht klar.“, knurrte er. Der Sänger blickte dämlich drein und hielt an Milkshake fest. Er kraulte ihn hinter den Ohren und der Kater schien dies schnurrend zu genießen.

„Sein Name ist Chester.“, betonte Mike während sich auch sein Blick allmählich verfinsterte. Es verärgerte ihn wie abweisend Dave gegenüber seinem Freund war. Langsam verschränkte er seine Arme vor der Brust. Dave hatte ein perfektes Timing gewählt, gerade nachdem Jason wiedergegangen war. „Zeig wenigstens so viel Anstand ihn beim Namen zu nennen!“

Pheonix‘ Augen verengten sich, sein Blick wurde dunkler und Mike erkannte wie sich die pure Abneigung in seiner hellen Iris spiegelte „Einen Scheiß mache ich, Shinoda. Lasst mich einfach in Ruhe, ich kack auf euch und den verdammten Shit hier.“

Der junge Drummer schreckte bei den harschen Worten zurück. Enttäuscht ließ er seinen Kopf hängen und zog mit seinem Fuß Halbkreise über den Boden. „Du…“, hauchte er und traute sich kaum zu seinem Freund aufzublicken. „Phi?… Du hast Chaz gar keine Chance gegeben…“, murmelte er und linste nur zögerlich auf.

Dave schnaubte abschätzig. „Die Schwuchtel ging mir doch an die Gurgel!“, schnauzte er und bekam im Augenwinkel mit, wie Joe, Mark und Mike bei der Beleidigung zusammenzuckten. Chester blieb ruhig, wirkte zerknirscht und streichelte bedächtig über Milkshake.

Brad fühlte sich immer als am rationalsten denkend, wenn zu viele Emotionen hochkochten. Er atmete tief durch und mit beruhigend erhobenen Händen trat er in den Mittelpunkt hervor. „Ganz ehrlich, man… wir alle waren skeptisch. Aber Chester ist ein super Freund und hat ein geniales Talent fürs Singen. Du hast es so eskalieren lassen, zwischen dir und ihm.“, erklärte Brad und sah ihn eindringlich an. „Keiner ist das Opfer, ihr habt beide Fehler gemacht.“

Der DJ brüstete sich ebenfalls und begann auf den großen SUV von Dave zu deuten. „Du hast nur Stress verursacht. Ich werde dir nicht nachtrauern. Komm mal wieder klar, man.“

Dave schnappte nach Luft und mit einem Augenrollen und einem flüchtigen Handwinken wandte er sich ab und verschwand.

Rob starrte seinem Freund hinterher und blickte er von ihm ab, als er seine Hand auf seiner Schulter spürte. Brad lächelte ihn aufbauend an, doch es half nur wenig. Er war einfach nur enttäuscht und auch wütend auf sich selbst, da er Dave so falsch eingeschätzt hatte. „Ich kümmere mich dann… wohl darum, dass… dass Kyle für Phi einspringt.“, nuschelte er niedergerungen und bekam nur ein stummes Nicken der Band.

„Ich erkenne ihn gar nicht wieder.“, murmelte Joe nur kopfschüttelnd und ließ sich von Mark mit einer sanften Umarmung trösten. Brad blickte zu ihrem Sänger und seufzte. „Sorry, man.“, meinte er. „Ich mein, weil heute alle gegen dich sind.“

Mikes Kater schien sich langsam wieder von der Aufregung des Transportes zu erholen und hüpfte daher von Chester weg und begann seine neue Umgebung zu erkunden. Der Sänger blickte ihm trüb nach und ließ seine Arme in den Schoß fallen. Er hustete etwas und zuckte mit den Schultern. „Ich hab euch.“, hauchte er als Mike zu ihm kam und ihm einen Kuss gegen die Wange hauchte. „Lieb dich, Mikey.“

„Dei suki.“

-

Rob schien die ganze Situation mit Dave ziemlich nahe zu gehen und verschwand daraufhin recht schnell, um etwas Ruhe zu haben. Er wollte nachdenken und vielleicht sogar schon Kyle besuchen, um seinen Klassenkameraden für seine Band anzuwerben. Brad verabschiedete sich daraufhin ebenfalls und meinte er würde noch beim Tierheim vorbeischauen. Mark schloss sich an, da er noch einen Arzttermin hatte und nahm Brad auf den Weg dahin gleich mit.

Joe blieb mit ihrem Pärchen zurück und sie chillten noch etwas auf den Sofas. Chester war mal wieder weggedöst, während sein Kopf in dem Schoß des Emcees gebettet lag und letzterer ihm zärtlich durch seine leicht lockigen Haare streichelte. Der Halbjapaner blickte verliebt auf die feinen Gesichtskonturen hinab und blickte erst auf, als Joe sich räusperte.

„Was war heute los mit euch beiden, huh? Ihr wart so aufgedreht.“, grinste der DJ verschmitzt und lehnte sich mit herausforderndem Blick nach vorn.

„Nichts, was meinst du damit?“, meinte Mike und schien tatsächlich nicht zu wissen auf was sein Freund hinaus wollte. Er schüttelte unwissend den Kopf.

Joe lachte sanft auf. „Ach komm schon, Shinoda. Da lief doch irgendwas zwischen euch. Man merkt es… eure Ausstrahlung ist ganz anders. Heftiger… stärker wie zuvor… gibt’s doch zu!“ Noch immer schien der Emcee seinem Kumpel nicht ganz folgen zu können und Joe stöhnte leicht und wackelte dann vielsagend mit den Augenbrauen. „Ihr habt es getan, nicht wahr? Ihr hattet Sex!“

Mike schnappte nach Luft und lief innerhalb von Sekunden knallig rot an. Er biss sich kräftig auf die Lippen, sodass es bereits zu schmerzen begann und jede Faser verspannte sich. „Wo-… Joe! Shit!“

„Oh ja, Shinoda. So offensichtlich. Jedenfalls für Mark und mich.“, grinste Joe und freute sich für die beiden. „War es gut? Ich bin stolz auf euch, man. Nein ehrlich, man.“ Die Augen des DJs begannen aufgeregt zu funkeln. Er wollte die Details von Mike. Immerhin war er auch der Einzige der sie nachvollziehen konnte. Kurz erinnerte er sich an sein erstes Mal mit Mark zusammen. Der Ältere war zärtlich mit ihm umgegangen, es hatte nicht allzu sehr geschmerzt und da er noch nicht einmal mit einem Mädchen geschlafen hatte, konnte er den Sex nicht vergleichen. Damals fand er es gut, da es ihm mit Mark vielleicht dann gar nicht so sehr gefallen hätte. Doch er erwischte sich immer mal wieder, wie er sich fragte wie es den wäre und ob er vielleicht irgendwann einmal Mark toppen würde.

„Es war… gut – sehr gut.“, murmelte Mike knapp. Sein Kopf war feuerrot. Seine Wangen glühten und er begann nervös zu schwitzen.

„Warum? Was war so toll, Mike?“, drängte Joe zu erfahren.

„Du bist zu neugierig.“, wehrte Mike widerwillig ab.

„… hey, ja vielleicht. Aber willst du nicht darüber reden? Über Sex mit Anna hast du immer rumposaunt – also zumindest kein Geheimnis daraus gemacht.“, kommentierte der Jüngere und neigte seinen Kopf.

„Das war auch nur Sex.“, hauchte Mike und sah dann zu dem Sänger hinab. „… das gestern Abend, war… so viel mehr, Joe. Es war überwältigend, so viel mehr leidenschaftlich… und auch befriedigender.“, erzählte er nun doch ein wenig, damit sein Bandkollege beruhigt sein konnte. Er ließ seinen Blick wieder auf seinen Freund fallen und etwas nachdenklich fuhr er dessen Gesichtszüge nach.

Der Koreaner merkte Mikes Stimmungsschwankung sofort. „Was ist?“

„Ich bin mir nicht sicher, ob es ihm gefallen hat.“, seufzte Mike und dachte an ihr Gespräch am Morgen. Was wenn der andere doch nur gelogen hatte, um ihm kein schlechtes Gewissen zu machen?

Joe presste die Lippen zusammen und nickte verstehend. „Das glaube ich nicht, Mike. Nicht so wie er heute an dir geklebt ist.“, schüttelte der DJ zuversichtlich den Kopf und beugte sich dann noch etwas mehr über den Tisch. „Es war euer erstes Mal, Mike. Solange er nicht schreiend wegrennt ist doch alles gut.“

Mike schmunzelte etwas und nickte dann einsichtig. „Ja vermutlich hast du Recht, Joe… ich bringe ihn wohl mal ins Bett.“, murmelte er und streichelte dem Älteren sanft über die Stirn, bevor er einen Kuss auf diese setzte. „Chaz, wach auf. Leg dich lieber etwas ins Bett. Ich mach dir Tee.“, schlug er vor und nickte dann nochmals zu Joe.

Chester wälzte sich etwas und drückte sein Gesicht brummend an Mikes Bauch. Der Emcee grinste und streichelte ihm über den Rücken. „Würdest du mir den Gefallen tun, mit mir zu meinen Eltern zu gehen? Sobald Chester im Bett ist?“

„Klar.“, nickte Joe und lächelte sanft.

Mike schenkte ihm ein dankbares Lächeln, ehe er sich wieder um den Älteren in seinem Schoß kümmerte. Sanft rüttelte er ihn an der Schulter. Chester knurrte und krallte sich in das T-Shirt seines Freundes. „Nich‘-“, murmelte er mit trockenem Mund.

„Doch, Chester, kommt du kannst oben weiterschlafen.“, meinte Mike etwas ungeduldig und rutschte von unter dem anderen hervor. Chesters provisorisches Kissen verschwand und daher blieb ihm gar nichts anderes übrig, als sich schwerfällig aufzusetzen. Gähnend rieb er sich über die Augen und stöhnte gequält. „Sadist.“, knurrte er.

Ein plötzlicher Schmerz zog sich blitzartig durch seinen Körper, als er sich sitzend streckte. „Shit…“, keuchte er und langte sich an seinen Hintern. „Ich glaub bei mir ist unten rum alles wund.“

Joes Augen wurden groß und leise prustete er, als er zwischen dem Paar wissend und mit verschmitzten Grinsen hin und her blickte. Mike lief erneut rot an. „Halt die Klappe, Ches!“

Chester erhob sich gemächlich und grabschte weiter an seinen Hintern. „Ja, mein Arsch – der schmerzt… ich kann noch nicht mal richtig sitzen, man.“, maulte er und grinste allerdings dennoch breit. „Kannst mir meinen Arsch massieren.“

„Halt jetzt die Klappe.“ Mike schnaubte und packte ihn kräftig am Handgelenk. Er zog den Sänger ins Haus und schüttelte den Kopf. Er wusste, dass sein Freund nicht sehr diskret und dies ihm auch nicht unangenehm war, dennoch mussten solche Aussagen nicht vor dem DJ sein. Mike befand sie als zu privat. Jedoch auch weil Mike leise Zweifel hatte, ob Chester der Sex genauso gut gefallen hatte wie ihm.

Wütend führte er stampfend den Weg in Brads Zimmer an und stieß den anderen zu grob Richtung Bett. „Geh pennen, wir sehen uns später.“, kommentierte er giftig und würdigte ihn keines Blickes mehr, als er sich abwandte und den Raum wieder verlassen wollte. Mike kam nicht weit, als sich Arme um seine Mitte schlangen.

„Es war nur dumm daher geredet, Mike.“, hauchte Chester lieblich und nibelte sanft an der weichen Haut in Mikes Halsbeuge. Hauchfeine Küsse verteilte er dort und schnurrte dabei wohlig. Seine Hände streichelten dem anderen beruhigend über den Bauch und stahlen sich dabei auch immer mal wieder neckend unter das Shirt. Seine Fingerkuppen kribbelten sobald er dort die warme Haut zucken spürte.

Mike atmete schwer aus und ein, lange konnte er nicht sauer sein und bezwungen neigte er seinen Kopf, um seinem Freund mehr Platz zum Liebkosen zu geben. Chesters Berührungen gefielen ihm, trotzdem wollte er noch nicht ganz nachgeben. Seine Muskeln waren noch angespannt und er presste seinen Lippen fest aufeinander. „Egal, der Sex hat dir  ja einigermaßen gepasst.“, schnaubte er und packte Chesters Hände und riss sich dann von ihm fort.

Der Sänger verdrehte, genervt mit der Zunge schnalzend, die Augen und schnaufte. „Es war doch schön, ehrlich. Klar spüre ich es noch etwas, aber es ist geil.“, bestätigte er ihm erneut, doch Mike verzog keine Miene. Finster blickte er drein. „Babe, ich will dich wieder-… es war scharf, dein heiß pulsierenden Schwanz in mir zu spüren.“

Der Halbjapaner starrte ihn überrascht an, fast war er angwiedert von dessen Aussprache, doch sie ließ seinen Penis auch verheißungsvoll zucken. Ein schmales Grinsen brach auf seinen Lippen aus. Langsam trat er näher und schlang einen Arm um den Älteren, kräftig packte er in seinen Hintern, zog ihn an sich und drückte ihm die Lippen kräftig auf. Er spürte wie Chester heftig erschauderte und in seinen Kuss schmolz. „… hoffentlich spürst du meinen Schwanz noch lange.“, raunte er dann.

Der Braunhaarige lächelte halb und ziemlich süffisant. „Bis du mich wieder nimmst...“

Mike schüttelte nur den Kopf mit einem kleinen Grinsen und küsste ihn gegen die Schläfe. „Leg dich hin, ich bin nochmal mit Joe unterwegs.“

-

Hände tief in seine langen Taschen der Baggy gesteckt, schlenderte Mike neben Joe durch die Straßen. Unbewusst trödelte er um die Ankunft bei seinen Eltern hinauszuzögern. Eigentlich wollte er sich gar nicht mit seinen Eltern abgeben müssen. Dennoch wollte er mit ihnen reden. Mike fand es eine feige Unverschämtheit Jason vorgeschickt zu haben, um ihm ein paar Sachen vorbeizubringen und ihn quasi ganz aus der Familie verwiesen zu haben.

Joe sollte einen kleinen Dämpfer darstellen. Der Halbjapaner hoffte darauf, dass sie aufgrund dessen Anwesenheit nicht ganz so sehr austicken würden. Immerhin kannten sie die Hahns schon jahrelang. Muto und Donna haben sich  mit den Hans seit Jahren für asiatische Abende verabredet, bei denen er und Joe immer gespielt hatten. Mikes Eltern liebten Joe und akzeptierten auch seine Sexualität.

Umso weniger konnte er es noch immer nicht nachvollziehen, warum es gerade bei ihm so eine große Schande darstellte. Mehr noch war Chester ein anständiger, sehr liebevoller Mensch. Seine Eltern konnten sich niemanden besseren als Schwiegersohn wünschen.

Joe fühlte, dass Mike nicht in Stimmung war mit ihm zu reden und schwieg daher. Der Emcee hing seinen Gedanken nach. Joe war sich bewusst, dass Mike reden würde, wenn er sich danach fühlte und o folgte er einfach still und wartete ab bis dieser sich bereit dazu fühlte.

Sie wanderten den Weg zur Haustür der Shinodas. Mike klingelte und benutzte aus Prinzip nicht seinen eigenen Schlüssel. Er wohnte nicht mehr hier und er fühlte sich auch nicht willkommen. Donna riss enthusiastisch die Tür auf und fiel ihrem Sohn überschwänglich um den Hals. „Michael, oh mein lieber Junge.“, trällerte sie und küsste seine Wange.

„Mom!“, keuchte Mike und drückte sich bestimmend von ihr.  Er sah wie er sie mit dieser Reaktion verletzte. Es schimmerte in ihren Augen, selbst wenn sie es nicht offen zeigen wollte. „Ich bin nicht zurück um mich zu versöhnen.“

„Ich weiß, schon gut, Michael.“, meinte sie verstehend und streichelte ihm über die Wange. „Dein Vater war sehr harsch und…  auch wenn es mir nicht gefällt, das mit diesem Jungen. Ich will dich nicht verlieren. Hier ist dein zu Hause, Schatz.“, meinte sie und Mike rümpfte die Nase. Ihm passte es nicht, wie sie sich nun wieder einzuschleimen versuchte. Vor nicht allzu langer Zeit  hatte sie nicht einmal den Mut erweisen können,  sich ihre eigene Meinung zu bilden und vor allem vor ihrem Mann zu zeigen.

„Du bist so verdammt schwach, Mom…“, keuchte er und fremdschämte sich für sie. Er nahm ihre Hand weg. „Schämt ihr euch denn nicht? Wie ihr mit mir umgeht? Es ist bitter, dass Jason mir meine Sachen bringen muss.“

„Das war dein Vater, Michael.“, schüttelte sie den Kopf vehement. Donna verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust.

Mike schnaubte. „Als hättest du keine eigene Meinung. Aber du hast nur viel zu viel Angst vor Dad! Du willst ihn nicht enttäuschen, indem du einmal nicht auf seiner Seite bist.“, schnaufte der Junge aufgebracht und sah zu seinem Freund hinüber, der sich bisher aus dem Gespräch gehalten hatte.

Joe machte augenblicklich ein paar Schritte nach vorn und legte ihm aufbauend und unterstützend eine Hand auf die Schulter. Knapp nickte er, doch entschied sich noch immer dagegen, sich in das Gespräch zwischen Mutter und Sohn zu mischen. Mike holte tief Luft. „Sag mir, Mom, verabscheust du mich genauso sehr?“

„Nicht doch.“, schüttelte Donna beinahe empört den Kopf. „Das tun wir gar nicht, auch dein Vater nicht. Du bist noch immer unser Sohn. Wir sind einfach nicht von diesem Jungen begeistert.“

„Hör auf!“, keifte er und wutentbrannt stapfte er mit dem Fuß auf, als er seine Fäuste ballte. „Sein Name ist Chester!“, rief er aus und ließ seine Mutter und Joe erschrocken zusammenfahren.

Donna biss ihre Zähne fest zusammen, sodass ein Muskel in ihrer Wange zuckte. Sie ließ ihren Blick durch die Nachbarschaft schweifen und ging dann einen Schritt zur Seite. „Nun kommt erst einmal herein.“, meinte sie und sah zu wie die beiden Jungs in ihr Haus eintraten. Sie bedeutete ihnen ihr in die Küche zu folgen. Im Flur roch es bereits lecker nach etwas frisch gebackenem und in der Küche standen selbstgemachte Cookies auf dem Tisch.

„Wozu genau bist du nun heute nach Hause gekommen, Michael.“, fragte sie und sah ihn bitterernst an. Sie verschränkte die Arme wieder vor der Brust. Donna straffte sich und baute sich vor ihrem Sohn auf. Sie wollte selbstsicher wirken. „Ich kann und möchte das Hirngespinst nicht unterstützen. Du bist nicht homosexuell. Und das ist auch wirklich meine eigene Meinung, Michael.“, meinte sie klar und tippte dabei gegen ihre Brust um ihre Aussage damit noch ein wenig mehr zu unterstreichen. Sie schüttelte den Kopf und seufzend wandte sie sich zur Kaffeemaschine.

„Mom.“, meinte ihr Sohn sanft. „Ich verstehe das Problem nicht. Hier – Joe… ihr liebt ihn.“

Sie schielte zu dem DJ und Joe fühlte sich etwas unwohl. Das Thema war wirklich äußerst heikel in der Familie Shinoda. Er presste seine Lippen zusammen und nickte mit einem verklemmten Lächeln.

„Michael, das geht uns ja auch nichts an. Aber du bist unser Sohn und so etwas gehört sich nicht. Wie oft sollen wir es dir noch sagen, dass du Schande über unsere Familie bringst. Wir haben einen so guten Ruf, du beschmutzt ihn mit dieser ekelhaften Idee  diesen Jungen zu lieben.“, schüttelte sie den Kopf.

„Dann waren Sie aber niemals ehrlich zu mir, Mrs Shinoda. Und, nun wo ich Ihre eigentliche Meinung, die Sie über mich haben, weiß, bin ich mir nicht mehr sicher, ob es nicht doch einfacher gewesen wäre, hätte ich dies von Anfang an gewusst.“, hauchte Joe und fühlte sich schon etwas gedemütigt und hintergangen.

Sie nahm einen langen Atemzug. „Joseph – das ist nicht persönlich gegen dich.“

„Oh, ich sehe das aber doch verdammt persönlich. Sie können hier nicht einzelne Ausnahmen machen. Das ist einfach ihre Meinung über Homosexuelle und ich gehöre einfach zu dieser Gruppe.“, erklärte Joe sich mit wilder Gestikulation. „Entweder sie verabscheuen mich oder nicht, und wenn Sie sich dagegen entscheiden, dann dürfen sie auch ihren eigenen Sohn nicht aus diesem Grund verstoßen.“

Donna schnaufte und kniff ihre Augen zusammen, als sie einsehen musste, dass der junge Koreaner Recht behielt, egal wie sie es drehte und wendete „Wir gaben dir alles, Michael – dir stand eine erfolgreiche Zukunft bevor. Du wärst zu einer guten Uni gegangen, hättest einen tollen Job bekommen… aber mit dem Jungen verbaust du dir alles. Wie glaubst du werden deine Großeltern reagieren?“

„Meinst du wegen ein bisschen Gelderbe? Nichts kann mir wertvoller als Chester sein.“, schnaubte er und schüttelte den Kopf. Seine Mutter versuchte ihn doch tatsächlich mit einem materiellen Lebensstil zu locken. Es schockte ihn und er schnappte nach Joes Arm. „So einen Scheiß gebe ich mir nicht, gehen wir. Das hat eh keinen Zweck.“, maulte er empört.

Donna keuchte nur. „Ich möchte nicht, dass du solche Wörter benutzt, Michael.“

„Ich möchte auch nicht, dass du mich bestichst oder mich verstoßt, Mom.“, motzte er trotzig zurück und schmiss dann die Haustür hinter sich und dem DJ zu. Stöhnend wischte er sich über das Gesicht und raufte sich dann die Haare. „Fuuck.“, stieß er wutentbrannt hervor und kickte in die Luft.

„Mike.“, hauchte Joe und legte ihm eine Hand gegen den Rücken. Er sah seinen Freund besorgt an und registrierte, die aufgekommenen Tränen in Mikes Augen, die er versuchte vehement zurückzuhalten.

Er seufzte mitfühlend und zog den Älteren einfach in eine Umarmung. Leider konnte er dem Emcee sehr gut nachempfinden. Joe hatte zwar nicht mit solcher Abweisung zu kämpfen gehabt, doch seine Eltern waren mehr als nur enttäuscht gewesen. Sie hatten ihn kaum ansehen können. Sein Vater hatte damals eine Zeit lang kein Wort mehr mit ihm gewechselt, doch mit der Zeit hatten sie sich mit dem Gedanken angefreundet, Mark kennen und sogar lieben gelernt.

Joe hielt ihn fest, bis er sich wieder ein wenig beruhigt hatte und sie wieder zurückgehen konnten. „Ich hoffe, deine Eltern werden früher oder später auch noch zur Einsicht kommen.“, murmelte er und konnte sich aber kaum vorstellen, dass er Mike damit wirklich aufmuntern konnte. „Soll ich meine Eltern mal fragen, ob sie mit deinen reden würden? Ich mein-… deine Mom und dein Dad machen eben das Gleiche durch, wie meine vor zwei Jahren.“

Mike blinzelte und sog scharf die Luft ein. „Ich-… weiß nicht. Lass gut sein. Erstmal… ich habe gerade keine Motivation sie auf meine Seite zu bringen. Ich warte wohl noch… ein wenig.“, erklärte er sich und wusste allerdings nicht wirklich was in dieser Situation das Beste wäre.

Joe nickte verstehend. „Sag einfach Bescheid, ich bin jederzeit für dich da, Mike.“, stellte er klar und unterstrich seine Aussage mit einem freundschaftlichen Klopfen auf die Schulter. „Du packst das. Und  gemeinsam mit Chester bist du unschlagbar.“

Mike lächelte kaum merklich. „Danke, Joe. Das… bedeutet mir wirklich viel. Ich-“

„Ja?“, hakte Joe nach und neigte seinen Kopf fragend.

„Ich… fühle mich etwas verloren und hab Schiss. Wo soll ich denn hin? Ich kann nicht für ewig bei den Delsons bleiben. Ich weiß aber… dass das mit Chester das Richtige ist. Ich liebe ihn so sehr. Aber ich habe einfach nichts.“, seufzte er und senkte den Kopf beschämt.

„Ja, verständlich. Aber wir machen das. Es ist beängstigend, aber ich lass dich nicht hängen. Irgendwie wird das schon – versprochen.“, munterte Joe seinen Freund auf, als sie gerade wieder bei dem Haus der Delsons ankamen. Er presste seine Lippen zusammen und schenkte dem Emcee nochmals eine starke Umarmung. „Ich muss los. Wir sehen uns, Mike.“

Mike nickte und verabschiedete sich ebenfalls. Dann ging er in Brad Zimmer und schmunzelte. Chester hatte brav seinen Tee ausgetrunken, den er ihm noch gebracht hatte und lag nun völlig mit der Decke verzwirnt, schlafend auf der Couch. Er schlupfte aus seinen Sachen und legte sich dann zu seinem Freund. Vorsichtig zog er ihn an sich, Chester brummte und kuschelte sich augenblicklich an seinen warmen Körper, doch wachte dabei nicht auf. Mike lächelte und küsste seine Schläfe. „Ich gebe dich nicht auf.“, hauchte er.

x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x

tbc
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast