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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
29.03.2016 5.095
 
An alle die reges Interesse an dieser Story haben: Entschuldigt die lange Pause.
Es ist alles ein bisschen wirr bei mir momentan.

Danke Aurory, holy-Shinoda, platinlocke und Sweety13 für die Unterstützung und die Reviews.
Besonderen Dank an -Ryuzaki- für die liebe und besorgte Mail und nein, keine Angst, Fortune Of Life wird beendet im Sinne von fertiggetellt. ;)

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24. Kapitel


Chester wischte sich über die Augen, die bereits rot unterlaufen waren und lehnte sich schwächelnd gegen Mike. Es war ihm peinlich so zusammenzubrechen, obwohl es doch Mike so ergehen sollte, doch dieser schien es viel besser zu verkraften von seinem Vater rausgeschmissen worden zu sein.

Chester fühlte sich schuldig. Er drückte die Augen zusammen und verschlang seine Finger mit Mikes, als er seinen Kopf müde an die Schulter des Emcee lehnte. Er spürte wie der Jüngere ihm einen Kuss auf den Kopf drückte. Im selben Moment, in dem er seine nassen Augen wieder öffnete, wurde ihnen die Tür geöffnet. Rebecca stockte und japste, als sie das elende Abbild von dem eigentlich so glücklichen Pärchens sah. „Mrs Delson, d-darf… Mike… bitte, bitte hier bleiben?“, schluchzte Chester etwas leidlich und Rebecca blickte überrascht zu dem besten Freund ihres Sohnes.

Mike hatte beschämt seinen Kopf gesenkt und nickte sanft. „Meine Eltern haben mich…“, versuchte er zu erklären und atmete tief durch. Ganz so kalt ließ ihn die Reaktion seiner Familie auch nicht. „Sie haben mich rausgeschmissen. Ich bräuchte nur… nun, kurzfristig einen Platz zum Schlafen.“

Rebecca schnappte nach Luft und setzte ihren mütterlich-fürsorglichen Blick auf. Sie hob ihre Hand und streichelte Chester beruhigend über den Rücken und drückte auch Mikes Schulter aufbauend. „Beruhige dich Chester. Alles ist okay, kommt schon… rein mit euch beiden.“

Mike und Chester liefen in das Wohnzimmer der Delsons, in dem Charlene über einem Buch hing. Ein Glas Wein stand vor ihr auf dem Couchtisch. Alarmiert stand sie auf, als ihr Sohn völlig fertig in den Raum trat. „Baby?“, fragte er sie und kam augenblicklich auf ihn zu. Fragend blickte sie zu Michael.

Der Emcee schüttelte den Kopf und grinste schwach, dann drückte er seinem Freund wieder einen Kuss gegen die Schläfe. „Er macht sich zu viele Sorgen um mich.“, meinte er knapp und fühlte sich allerdings auch gerührt davon und auch ein wenig stolz. Chester gehörte zu ihm – dieser herzensgute Mensch war an seiner Seite.

„S-Sie… hab- haben i-ihn rausgeschmissen, Mom… Mommy…“, hauchte er und Charlenes Blick wurde weich und wanderte zwischen den beiden hin und her. Chester musste unheimlich gerührt sein, sobald er sie ‚Mommy‘ nannte, wusste sie, dass es ihm nicht gut ging.  „…we-wegen mir.“

„Es ist doch okay, Chester.“, schüttelte Mike den Kopf, als auch er plötzlich von Chesters Mutter in eine Umarmung gezogen wurden. Charlene zog sie dann mit zu der Couch und als das Pärchen saß, kuschelte sich Chester haltsuchend an Mike und murmelte ständig, dass es ihm Leid täte.

„Das ist furchtbar.“, schüttelte Charlene den Kopf und sah zu dem festen Freund ihres Sohnes. „Wie kann man nur das eigene Kind verstoßen?“, keuchte sie und sah dann zu Rebecca auf, als sie das Wohnzimmer betrat und bereits frisches Bettzeug in den Armen trug, das sie aus dem Gästezimmer geholt hatte.

„Hier bitte, Michael. Du kannst natürlich bei uns bleiben, bis alles geklärt ist. Die Couch ist nicht mal so unbequem, ab und an wandere ich wegen Dans Schnarchen aus.“, meinte sie und lächelte den Jungen an. Sie atmete tief durch  und setzte sich dann neben Charlene.

„Darf… Mikey a-auch mit in Brads Zimmer?“, nuschelte Chester und Mike grinste, er wollte ihm über die Stirn streicheln, doch schreckte zurück.

„Du glühst schon wieder!“, schimpfte er besorgt und stand auf, um ihm Platz zu machen. Sanft nahm er ihn an den Schultern und beorderte ihn sich hinzulegen. Charlene kam an seine Seite. „Gestern hatte er bereits Fieber, ich… es ging runter und heute Morgen, war alles wieder okay. Ich glaube er hat sich wohl noch nicht ganz erholt und die Anstrengung hat es wieder ausbrechen lassen.“, erklärte Mike, noch bevor Chesters Mutter ihn danach fragen konnte.

Charlene nickte und hielt ihn dann auf. „Schon okay, bringen wir ihn einfach gleich rauf ins Bett.“, meinte sie knapp und gemeinsam halfen sie Chester schließlich in Brads Zimmer und auf die Schlafcouch. Rebecca blieb kopfschüttelnd zurück.

Unschlüssig biss sich Mike auf der Lippe herum. „Dürfte ich bitte bei ihm bleiben?“

Charlene deckte ihren Sohn fürsorglich zu und streichelte ihm über den Kopf, bevor sie ihn auf die Schläfe küsste. Chester war bereits in einen fiebrigen Halbschlaf abgerutscht und grinsend sah sie zu Mike. Sanft streichelte sie über dessen Oberarm und seufzte. „Könnte ich dich denn davon abhalten, hm?“, fragte sie rhetorisch.

Mike bedankte sich mit einem schmalen Lächeln und eilte ins Erdgeschoss, um die Decke und das Kopfkissen von unten zu holen. Rebecca beäugte ihn etwas kritisch, doch Charlene hatte es ihm bereits erlaubt bei Chester bleiben zu dürfen. Er lächelte erneut schwach und sprach ihr nochmals seinen Dank aus, bevor er mit vollen Armen das Wohnzimmer verließ. Er machte es sich gemütlich und zog Chester sofort an sich. Sanft streichelte er ihm über die Haare und seinem Nacken.

Charlene stand noch im Raum. „Ich danke dir, dass du so sehr auf meinen Sohn achtest- ihn liebst.“, hauchte sie und blinzelte dann ein paar Tränen weg. Sie setzte sich an den Rand der Couch und drückte Mikes Unterarm sanft und aufbauend. „Weißt du Mike… ich hätte nicht damit gerechnet- ich mein, dass er sich in einen Jungen verliebt, jedoch akzeptiere ich das. Für mich zählt einzig, dass er glücklich ist.“

Schwer schluckend starrte er Chesters Mutter mit großen Augen an. Charlene akzeptierte ihn und aus ihrem warmen Blick schwang so viel Liebe mit. Sie vermittelte ihm willkommen zu sein und dies ließ ein paar glitzernde Tränen in seine Augen springen. Sie schenkte ihm so viel mehr, als seine eigenen Eltern und dieser Fakt ließ ihn bitter aufstoßen.

Charlene streichelte seinen Unterarm sanft. „Es ist vermutlich völlig kitschig und überschwänglich, aber ich habe nicht damit gerechnet einen so perfekten Schwiegersohn zu bekommen. Ich habe dich bereits in mein Herz geschlossen, Michael – du bist mir mittlerweile genauso wichtig, wie mein kleiner Engel hier und…“, sie stockte leicht und unterdrückte ein kleines Schluchzen, als sie bedrückt lächelte. „… ich möchte dir d-damit einfach nur sagen, dass… dass ich für euch da bin, egal was auch kommen mag. Michael, ich unterstütze dich.“, endete sie mit einem schweren Seufzen. Es schien so als müsste auch sie um ihre Fassung kämpfen.

Im Gegensatz zu ihr konnte Mike die kleinen Tränen nicht mehr länger aufhalten, die nunmehr über seine Wange kullerten. Vorsichtig löste er sich von Chester und setzte sich wieder auf, um Charlene dankbar zu umarmen.

„Danke, Charlene. D-Das bedeutet… mir wirklich so u-unendlich viel.“, schniefte er etwas und kämpfte darum sich nicht völlig zu verlieren. Mike genoss die Geborgenheit und den Halt, die er nur von dieser taffen Frau vermittelt bekam. Just in diesem Moment wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er seine Familie verloren hatte, weil er an seiner Liebe zu Chester festhalten wollte.

Etwas brach in ihm und es schmerzte. Am liebsten wäre er schluchzend in weitere Tränen ausgebrochen und doch hielt ihn dieser Moment zurück. Er spürte Chesters warmen Körper neben sich und Charlenes Umarmung und es fühlte sich richtig an. Charlene hatte ihn in ihrer Familie aufgenommen. Es gab ihm Mut. Es war mehr als er sich von ihr hätte wünschen können.

-

Leise schlich sich Brad durch das düstere Haus. Erst als er seine Zimmertür schloss atmete er erleichtert auf, da seine Eltern nicht aufgewacht waren. Er zog sein Shirt über den Kopf und ließ seine schwere Jeans hinabfallen und stieg dann aus dieser. Das Zimmer war vom Mondschein gerade hell genug, damit er die Konturen der Einrichtung erkennen konnte und  ohne sich zu stoßen huschte er zu seinem Bett.

„Hey Brad.“

„Fuck… verflucht- Michael?“, keuchte er erschrocken und drehte sich zur Schlafcouch. Auf dieser konnte der Gitarrist eine dunkle Gestalt ausmachen. Sie saß und streichelte über den Kopf einer anderen Person. Aus Reflex kniff er die Augen etwas mehr zusammen, doch natürlich half ihm das nicht wirklich weiter. Dennoch war sich Brad sicher, dass sein bester Freund in seinem Zimmer war. „Was?… Was machst du denn hier? I-Ich dachte… wenn ihr die Nacht gemeinsam verbringt, bleibt ihr bei dir. Hey, nimm’s mir nicht übel, man, aber das fand ich eigentlich ganz cool so.“

„Wie war dein Date?“, fragte Mike ausweichend. „Sorry, man… ich wollte nicht mit dir streiten.“, setzte der Ältere noch eine Entschuldigung an. Brad plumpste seufzend auf sein Bett.

„Alles cool, Mike. Und… ja, es war einfach schön… dieses Mädchen, Shinoda, sie ist hinreißend und ich weiß, du bist nicht begeistert davon, aber wir haben demnächst ein Date für einen Videoabend, mit Popcorn und Gummischlangen.“, grinste Brad mit strahlenden Augen, die der Emcee durch die Dunkelheit jedoch nicht sehen konnte. Der Gitarrist hopste ein wenig aufgeregt auf seinem Bett und zog dann seine Füße zu sich in einen Schneidersitz hinauf.

Mike beugte sich zu seinem schlafenden Freund und küsste dessen Schläfe. Brad hatte am Nachmittag nicht ganz Unrecht gehabt und daher wollte er sich auch gar nicht weiter in sein Tun einmischen. „Klingt gut, Delson.“, murmelte er, als er stärker an Chester festhielt.

Brads Grinsen verlor an Kraft. Mikes Stimme hatte einen gedämpften Unterton und er merkte, dass etwas mit seinem Freund nicht stimmte. „Hey Mikey, ist alles okay zwischen dir und… Chester? Du klingst bedrückt.“

Mike schloss die Augen und rügte sich gedanklich selbst. Eigentlich wollte er nicht darüber reden, was bei ihm zu Hause vorgefallen war. Dennoch hatte ihn seine Stimme verraten. Der Emcee atmete tief durch. „Zwischen ihm und mir ist alles in Ordnung.“, hauchte er und kraulte Chesters Nacken. „Wir waren bei meine Eltern und… sie haben überhaupt kein Verständnis für unsere Beziehung. Mein Dad… hat mich schließlich rausgeschmissen.“

„Bitte was? Scheiße, nein… fuck… oh Gott, Mike. Das tut mir leid.“, quasselte er aufgebracht und schüttelte den Kopf.

„Ach halt die Klappe…“, nuschelte Mike seufzend und wollte es ein wenig runterspielen. „Ist schon ok. Chester machte sich mehr Gedanken darüber als ich es getan habe. Bisher jedenfalls… fuck, keine Ahnung, Brad. Es überrollt mich erst… ich kann nicht schlafen, weil meine Gedanken so rasen…“, begann er leise darüber zu reden. Er schüttelte leicht den Kopf und lehnte diesen dann gegen die Sofalehne. Eine Gänsehaut erfasste ihn plötzlich und er musste schwer schlucken. „Irgendwie habe ich es wohl noch nicht so ganz realisiert, denke ich. Es fühlt sich richtig an – also zu Chester zu stehen. Immerhin ist er alles was ich möchte u-und dann… dann i-ist es eben so, dass…“ Mike brach ab als er eine Träne seine Wange hinabkullern spürte. Er schniefte unterdrückt und schluckte weitere Tränen. Er fühlte sich zerrissen. Der Emcee wusste, dass es falsch war, wie seine Familie reagierte und er suchte verzweifelt den Sinn seinen eigenen Sohn zu verstoßen, nur weil er in ihren Augen die falsche Person liebte. Trotzdem wollte er stark sein und Chester verteidigen.

Brad spürte wie die Stimmung zwischen ihnen kippte und biss sich kräftig auf die Lippe. Tief einatmend stand er auf und kam auf Zehenspitzen zu seinem Freund hinüber. Vorsichtig ließ er sich am Rand der Schlafcouch nieder. „Ich weiß ehrlich nicht, was ich sagen soll. Das ist krass, man.“, hauchte er und wusste, dass diese Antwort Mike nicht gerade weiterhalf. „Du- nein, ihr werdet das schaffen. Scheiß auf die Zweifler. Sieh dir Joe und Mark an, was die beiden am Anfang ihrer Beziehung durchmachen mussten… und ihr werdet das auch meistern. Ihr seid geschaffen füreinander, Mike. Du bist stark. Deine Eltern lieben dich und… es mag nun schwer für sie sein, aber ich bin mir sicher, sie wollen dich nicht verlieren… sie werden bestimmt lernen damit umzugehen.“, nickte Brad zuversichtlich in die Dunkelheit und legte seine Hand auf Mikes bedeckten Oberschenkel. Er drückte sanft zu. „Und egal wie lange das bei ihnen dauern mag… in der Zwischenzeit unterstützen wir dich alle, besonders ich, Mikey… ich bin für dich da, man. Du bist mein bester Kumpel.“

Mike lachte sanft und blinzelte ein paarmal um die Tränen in seinen Augen wieder loszubekommen. Er beugte sich ein Stück nach vorn und klopfte Brad sanft auf die Schulter. Chester grummelte und bewegte sich etwas in seinem Schlaf. Mike musste lächeln und beruhigend streichelte er ihm durch die sanften Locken. „Sie sagen ich wäre zu jung, um zu wissen, dass es echte Liebe ist und das es womöglich sogar nur eine Phase ist.“, begann er zu erklären. Er atmete tief aus und spürte sein schwer pochendes Herz. Sein Magen fühlte sich verknotet an und immer wieder versuchte er mit schlucken den Kloß aus unterdrückten Tränen in seinem Hals loszubekommen. „Bullshi-shit-… Brad.“, drückte er hervor. Brad rückte noch ein wenig näher und Mike ließ es zu, dass der Jüngere ihn ein wenig an sich zog. Der Emcee lehnte seine Stirn gegen dessen Schulter und streichelte weiter über Chesters Schopf.  „Ich… li-liebe ihn.“

„Shh, ich weiß.“, flüsterte Brad sanft nickend.

„Nein.“, murmelte sein Freund. „Das ist… keine verfluchte Phase. Es ist… überwältigend. Vielleicht ist es kitschig, a-aber… das Wort Liebe reicht… doch g-gar nicht mehr aus… es klingt falsch, w-wenn ich es zu ihm sage, aber es ist das einzige… Wort, da-das unsere Sprache hergibt. Verstehst du? Gott-… fuck.“ Der Halbjapaner verfluchte seinen Gefühlsausbruch, da er nunmehr keine einzige salzige Träne mehr zurückhalten konnte und doch fühlte es sich gut an. Das erste Mal, nachdem er von seinen Eltern rausgeschmissen wurde, ließ er die wirren Gefühle so richtig zu. Nachdenklich streichelte er Chester weiter und ein schmales Lächeln schlich sich auf seine Lippen, obwohl er leise weinte. „Es ist unbeschreiblich… was- was ich fühle. Wie glück-glücklich ich mich fühle… das- das Schlimmste an allem i-ist, dass ich das meinen Eltern nicht… erklären kann, dass ich es… i-ihnen nicht begreiflich machen kann. Sein Geschlecht ist… egal.“ Mikes Stimme war immer dünner geworden und er brach ab, als er sich enger an den Gitarristen schmiegte und verzweifelt schluchzte.

„Shh, Mike, ist ok.“, hauchte Brad erneut und zog seinen Freund in eine Umarmung. Er fühlte sich eben genauso verloren wie Mike. Durch dessen Worte konnte er seinen Schmerz nachempfinden und dennoch war es ihm nicht möglich diesen zu lindern. Er streichelte ihm beruhigend über den Rücken und spürte das Beben des anderen Körpers. Mike zerfiel gerade in seinen Armen und dennoch hielt er sich zurück, um Chester nicht doch noch zu wecken. „Ich weiß, was du meinst. Du musst diese Gefühle nicht erklären, nicht aussprechen können. Man sieht das ihr zusammengehört, wie ihr miteinander umgeht, wie ihr strahlt wenn ihr zusammen seid. Kein Mensch, der das sehen möchte, braucht es in Worte gefasst. Es ist wie ein Band zwischen euch. Es ist… irgendwie magisch.“

Mike lauschte den Worten von Brad und sie wirkten wie Balsam für seine zerrüttete Seele. Er wollte sie glauben, obwohl es surreal klang. Auch seine eigenen Beschreibungen. Es klang als würden sie beide die wahre Liebe beschreiben – etwas das oftmals als Hirngespinst abgeschrieben wurde, etwas das sich jeder wünscht und kaum jemand fand. Und er sollte wirklich so viel Glück haben? Schlief sie wirklich neben ihm? Die wahre Liebe? Es war beinahe unfassbar, dass gerade er so jemand Besonderen gefunden hatte. Alles andere musste daher irrelevant sein. Er tat das Richtige. Er musste für seine Gefühle einstehen und seinen Eltern den Rücken kehren.

„Ich liebe ihn.“, hauchte er stockend und seine Stimme klang überzeugt und dennoch irgendwie fassungslos, als er voll und ganz verstand, was er mit Chester gefunden hatte. Er löste sich von Brad und zog Chesters schlafenden Körper noch etwas näher an sich. Der Sänger murrte, doch kuschelte sich reflexartig gegen seinen Freund. Mike begann sofort zu lächeln.

„Danke Brad… das, uhm, tat gut darüber zu reden…“, murmelte er und schniefte. Ein sanftes Gähnen folgte und er rutschte vorsichtig zu Chester hinab. Dieser grummelte nur erneut und ließ sich nicht wecken. Mike küsste seine Stirn. „Lass uns… schlafen. Gute Nacht, Brad.“

Brad schnaubte ein wenig überrascht über die rasche Wendung, doch stand dann nickend auf, um in sein eigenes Bett zurückzuwandern. „Du wirst denen Weg machen. Gute Nacht, Mike.“, riet er ihm noch und kuschelte sich dann in sein Bett ein.

-

„Robert?“, rief Sara als sie hastig in ihre High Heels stieg und sich vor dem Spiegel im Hausflur noch schnell ein paar Ohrringe ansteckte. Sie nahm ihre Tasche  und zupfte nochmal an ihrem Stiftrock. Stöhnend sah sie die Treppen hinauf als sie ihren Sohn nicht hören konnte. Sara schlupfte doch noch einmal aus ihren unbequemen Schuhen und tapste die Stufen hinauf.

Mit einem sanften Klopfen kam sie in sein Zimmer gelaufen und schüttelte den Kopf. „Robert…“, schnaufte sie und durchquerte den Raum schließlich nicht mehr leise. Sie riss den Vorhang auf und ließ die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster fallen und beim Zurücklaufen riss sie ihrem schlafenden Jungen die Decke vom Leibe.

„Moooom…“, stöhnte er und kugelte sich ein, als die kalte Luft seine warme Haut berührte.

Sie lachte auf und setzte sich zu ihm an den Rand des Bettes. Ihre Tasche stellte sie daneben ab. Sara beugte sich über ihren Sohn, um dessen Gesicht zu sehen und stupste liebevoll seine Nase an. „Wie gern ich mich nun zu dir gesellen würde, aber das würde meinem Chef nicht sehr gut gefallen.“, nuschelte sie verträumt und atmete tief durch.

„Darum… geh weg, Mom.“, grummelte ihr Sohn verschlafen und vergrub den Kopf mehr in das Kissen. Sanft aber bestimmend nahm sie ihm am Kinn und drückte ihm einen dicken Kuss gegen die Wange. Absichtlich hinterließ sie dabei Spuren ihres roten Lippenstifts.

„Schatz, du wolltest dass ich dich wecke, wegen irgendeiner Radiosendung.“, erinnerte sie ihn und streichelte ihrem kleinen Drummer durch die wuscheligen Haare, als sie dann wieder aufstand und sich erneut richten musste.

Grummelnd setzte sich Rob langsam auf. Er rieb sich müde über die Augen und gähnte laut. Seine Mutter stand bereit im Türrahmen und grinste verschmitzt zu ihm. „Dein Dad hat dir noch einen Zettel auf den Küchentisch gelegt, mit Hausarbeiten die du erfüllen sollst, wenn du schon so früh auf bist.“, warnte sie ihm mit einem Augenzwinkern vor. Sie warf ihm einen Luftkuss zu. „Ich muss nun wirklich los, bye, Liebling. Ach und, das Skateboard steht im Flur. Mach keinen Unsinn.“, rief sie ihm zu und verschwand schließlich wieder aus dem Zimmer. Es dauerte noch einen Moment bis auch die Haustür zu fiel und Rob seufzte.

Er war noch überhaupt nicht ausgeschlafen und mit kleinen Augen drückte er auf seinen Radiowecker. Murrend ließ er sich zurückfallen und lauschte zwei Liedern bis die Moderatoren wieder zu reden begannen. Sie sagten an, dass man nun anrufen konnte und mit viel Glück konnte der Anrufer in der richtigen Leitung Karten für das Basketballspiel der Lakers gewinnen. Rob sog die Luft tief ein. Die Nummer hatte er schon Tage zuvor geübt und nun doch hellwach hastete er aus einem Bett. Beinahe wäre er noch hingefallen als sich seine Füße mit der Decke verwirrten. Rob eilte zum Telefon und tippte mit zittrigen Fingern die Nummer.

Rob war wütend und ausgelaugt. Sein Vater hat die Chance vollkommen ausgenutzt und seinen Sohn den Garten mähen, die Hecke stutzen und den Zweitwagen waschen lassen, zwischendrin war Staubwischen und Staubsaugen auf den Zettel angereiht gewesen und für ein paar Sekunden verfluchte er seine lieben Eltern.

Immerhin hatte er sein Fahrrad zurück in den Schuppen schieben können, da er sein geliebtes Skateboard zurück hatte. Mit eben diesem rauschte er auch über den Asphalt. Ein breites Grinsen lag auf seinen Lippen, als der Fahrtwind seine Wangen umschmeichelte und sanft rot färbte. Die Straßen waren so gut wie leer und er nahm sie völlig in Anspruch als er in Schlangenlinien zu Brad fuhr.

Gekonnt sprang er mit dem Board über den Randstein und fuhr das letzte Stück der Einfahrt. Der Drummer sprang ab und nahm es unter den Arm. „Du schaust grimmig.“, kommentierte Brad und ließ ihn seufzen, als er sich zu ihnen setzte.

Brad schenkte sich erneut sein Glas mit Limonade voll und sah erwartungsvoll zu seinem Freund. Mike kümmerte sich fürsorglich um Chester. Letzterer lag mit dem Kopf im Schoß des Emcees, der einen Waschlappen über seine Stirn tupfte während er ihm ab und an eine Weintraube fütterte.

Chester stöhnte sanft. Sein Körper war unheimlich schwer und seine Glieder schmerzten. Immer wieder driftete er in einen leichten Schlaf ab und es war ihm ständig viel zu warm, obwohl Mike ihm versicherte, dass er wohl kein Fieber hatte. Mike lächelte mitleidend zu ihm und wandte sich vorsichtig unter seinem Freund hervor. „Ich hole dir einen neuen kühlen Lappen.“

Chester grummelte, als sein Freund verschwand. Der andere sorgte sich viel zu sehr. Es war sicher nur eine hartnäckige Erkältung. Gerade er war schon immer recht anfällig für Krankheiten gewesen. „Was ist los, Rob?“, fragte nun auch der Sänger.

„Meine Eltern versklavten mich, weil ich heute Morgen so bald aufgestanden bin für scheiß Lakers Karten, die ich sogar gewonnen habe, aber einen Scheißdreck kann ich da hin!“, knurrte er und sumpfte mehr in der Couch. Chester und Brad sahen sich nur etwas verwirrt an.

Der Sänger stützte sich mühevoll etwas mehr in der Couch auf. „Warum kannst du wo nicht hin?“

„Zum nächsten Lakers Spiel. Ich wollte da unbedingt hin, aber Melissa möchte, dass ich mit ihr zum Punk Rock Picnic in Long Beach gehe. Sie hat dafür auch Freikarten von ihrem Dad bekommen, oder so… ach fuck.“, knausterte er weiter vor sich hin und schien immer mehr in sich zusammenzufallen.

Brad schüttelte nur lächelnd den Kopf. „Robert, oh Robert. Ich habe dich doch vor den lieben Mädchen gewarnt. Aber komm schon, das Punk Rock Picnic wird auch cool werden.“

„Seid ihr nun ein richtiges Paar?“, fragte Chester und ließ sich wieder zurück in die Couch fallen. Alles war irgendwie einen Tick zu anstrengend für ihn. Er schnaufte erschöpft.

„Ich weiß nicht, ich denke schon. So wirklich haben wir darüber nicht geredet.“, murmelte Rob und zog dann ein Kuvert aus seinem Rucksack und schmiss es auf Chesters Bauch. Der Sänger zuckte leicht erschrocken und nahm es verwirrt in die Hände. „Das sind die Tickets. Ich habe sie bereits beim Sender abgeholt… geh lieber du mit Mike.“

„Das Picnic oder die Lakers?“

„Lakers, du Trottel.“, knurrte Rob schnaubend.

Chester verzog anerkennend den Mund. „Das ist… gut, ja doch. Er hat mir das Konzert bei STP ermöglicht. Und Ablenkung würde ihm sicher gut tun. Danke Rob.“, murmelte er und linste in den Briefumschlag. Ein Grinsen zog sich auf seine Lippen. „Ich überrasche ihn später damit…“

„Er wird ausflippen.“, zwinkerte Brad wissend und Rob lachte nun auch wieder etwas. „Das stimmt.“

„Wer würde wegen was ausflippen?“, fragte Joe als er mit Mark Händchen haltend zu den Jungs in die Garage gelaufen kam. Chester legte das Kuvert beisete und sah sich nach Mike um bevor er es dem Pärchen erzählte. Joe grinste wissend und nahm dann Chester Füße und zog sie von der Couch. „Mach Platz.“

„Hahn!“, zischte Mike warnend und erschrocken zuckten alle.

„Ich habe ihn nicht angemacht, Shinoda. Er ist süß, aber deswegen möchte ich nicht mit ihm ins Bett. Ich habe nur sein Bein berühr-… autsch!“, quasselte Joe als er von Mark einen Klaps gegen den Hinterkopf bekam.

„Halt den Mund.“, warnte Mark mit einem sanften Lächeln.

Mike kam dennoch säuerlich zu Chester Seite. „Ihm geht es nicht besonders.“, erklärte er knapp und Chester atmete tief durch und presste seine Lippen zusammen. Er würde es schon überstehen.

„Ja, ich bin krank. Oh mein Gott. Die Welt geht unter.“, murmelte er als Mike sich an seine Seite setzte und ihn in eine halbe Umarmung zog. „Du bist gerade ein bisschen überfürsorglich, Babe.“, hauchte er und küsste ihn dankend gegen die Wange. Mike presste seine Lippen zusammen und legte ihm den Waschlappen gegen die Stirn.

„Dir gefällt es doch so verhätschelt zu werden.“, brummte er. Chester verzog die Lippen und grinste dann schelmisch, als er sich näher gegen seinen Freund schmiegte. Mike drückte ihn näher und zog dabei sein Shirt etwas am Rücken hinauf.

„Fuck Chester!“, keuchte Joe. Erschrocken fuhren sie zusammen und folgten dem Fingerdeut des Koreaners. Alarmiert sah Mike an Chester Rücken. Dort prangte erneut ein großer blauer Fleck und Mike zog scharf die Luft ein. Er sah schmerzhaft aus.

„Chaz… da ist schon wieder so ein großer Fleck. Tut der nicht weh?“, hauchte er besorgt und Chester verdrehte sich etwas um den Fleck ebenfalls sehen zu können. Spüren konnte er ihn jedenfalls nicht. Der Sänger schnaubte. „Keine Ahnung…“, grummelte er und wandte sich von Mike ab. Er zog sein Shirt wieder hinab und stand auf und lief zu seinem Mikro. „Fangen wir an?“

-

Etwas atemlos hing Chester an seinem Mikroständer fest, als die letzten Töne der Instrumente verklangen. Die Probe war lang und er war überrascht wie lange er durchgehalten hatte. Mike forderte immer wieder Pausen für ihn, also war es schon ganz gut gegangen.

„Sorry Jungs. Ich muss aber nun doch schlussmachen. Ich treffe Elisa im Park.“, warf nun Brad ein und Chester nickte ganz erfreut darüber. Nun war wirklich Ende. Chester spürte ein paar Arme die sich um ihn schlingen.

Verträumt lächelte er zu Mike. „Park klingt gut. Picknick.“, murmelte er zu seinem Freund und drehte sich in dessen Armen und kuschelte sich dann an ihn.

„Du bist ganz fertig. Die Probe war zu anstrengend.“, meinte Mike verneinend.

Chester grummelte enttäuscht und entzog sich ihm. „Hast recht, beschissene Idee…“, meinte er und verschwand dann zügig im Haus.

Mike ließ seine Hände fallen und sah dem anderen mit zusammengepressten Lippen hinterher. Kritsch wurde er beäugt als er zu seinen Freunden zurücksah. „Es ist süß, aber er braucht keine zweite Mom.“, riet ihm Joe als sie sich alle voneinander knapp verabschiedeten.

Der Emcee gab Chester noch ein wenig mehr Zeit für sich. Er half Brad noch kurz beim Aufräumen, aber der Jüngere klopfte ihm nach einer Weile auf die Schulter. „Geh nun zu ihm, den Rest schaffe ich alleine und hau dann ab.“

Er nickte und lief zögernd zu Brads Zimmer. Mike klopfte sanft und drückte dann die nur angelehnte Tür vorsichtig auf. „Ches…?“, hauchte er leise. „Hey, Babe… es tut mir leid. Schläfst du?“, murmelte er und sah in den Raum.

Chester saß in einem Schneidersitz auf der Schlafcouch und starrte traurig auf ein paar Karten, die er vor sich ausgebreitet hatte. Als Mike zu ihm trat hob er langsam seinen Blick zu ihm und biss sich dann auf die Lippen. Der Emcee schielte auf das was vor seinem Freund lag, doch erkannte es nicht.

Der Sänger atmete tief durch und beugte sich zu ihm. Sanft küsste er den anderen und streichelte über dessen Wange, bevor er sich zurücksetzte und ihm eine Karte reichte. „Ich wollte sie dir romantischer übergeben, aber wir bleiben ja daheim.“, murmelte er neckend, aber nicht mehr wirklich böse.

„Lakers Karten?“, keuchte Mike überrascht und starrte auf das Ticket. Er ließ sich perplex auf die Couch plumpsen und sah zwischen dem Ticket und seinem Freund aufgeregt hin und her. Es waren sogar noch richtig gute Plätze. „Ches- wie?“

Chester schüttelte den Kopf und grinste etwas. „Freu dich einfach.“, hauchte er und rückte näher an ihn heran. Der Sänger legte sein Kinn auf Mikes Schulter und umarmte ihn von hinten. „Ich liebe dich.“

„Babe.“, murmelte Mike und legte die Tickets beiseite. Lächelnd drehte er sich zu seinem Freund und kuschelte sich eng an dessen schmächtigen Körper. Der Halbjapaner küsste ihn gierig. „Danke Ches.“, hauchte er und drückte ihm gleich erneut einen heißen Kuss auf.

Chester küsste gierig zurück und Mike ließ seine Hände wandern. Er hielt seinen Freund an dessen Hüfte und schob sie beide schließlich ein Stück auf die Couch. Er drückte Chester in die Kissen und stützte sich über ihn zwischen seine Beine.

Der Sänger keuchte atemlos in den hitzigen Kuss als Mike ihre Unterleiber aneinander rieb. Der Ältere erschauderte bitterlich und ließ von ihrem Kuss ab. „Baby…“, hauchte er zittrig und zuckte als sich dessen neckischen Finger unter sein Shirt stahlen.

Mikes braune Pupillen sprühten feurige Leidenschaft und Sehnsucht nach so viel mehr. Chester schlang seine Arme um Mikes Nacken und krallte sich an ihn, während der Jüngere sich nur weiter an ihm rieb. Mike saugte sich an seiner Halsbeuge fest, küsste ihn dort und neckte die Haut sanft mit seinen Zähnen. Dann verteilte er federleichte Küsschen auf seinen Kiefer entlang und über seine Wange.

Chesters Körper kribbelte feurig, als würde er glühen. Jede einzelne Pore lechzte nach mehr von diesen Berührungen. Es zog in seinen Lenden. Eine Erregung bahnte sich an und zeichnete sich mit jeder vergehenden Sekunde deutlich in seiner Hose ab. „Mike…“, raunte er erneut, völlig hingerissen von dessen Berührungen.

Mike stöhnte leise, als er spürte wie hart Chester wurde. Nach mehr heischend rieb er sein Unterleib mehr an seinen Freund. Er wollte endlich wieder Sex haben. Der Emcee war in diesem Thema ein wenig ausgehungert und doch war ihm bewusst, dass er warten musste. Selbst wenn die Spannung zwischen ihnen eben wirklich heiß war.

Chester keuchte atemlos und glaubte unter Mikes Berührungen zu zerschmelzen. „Willst d-du… mit mir schlafen?“, fragte der Ältere endlich erwartungsvoll. Sanft stöhnte er auf und schloss die Augen genießend. Mit zittrigen Fingern umfasste er schließlich Mikes Gesicht und zog ihn sanft zu sich. Er küsste ihn kurz und blickte fragend, aber auch bittend in dessen dunkles Braun.

Mike erhaschte sich einen weiteren Kuss und war schon ziemlich angeheizt. Seine Hose spannte und bei jeder noch so leichten Berührung ihrer Unterleiber erschauderte er heftig. „Babe…“, flüsterte er und schmiegte sein Gesicht gegen Chesters. „Fühlst… du dich bereit dafür?“

„Shit… ja, b-bitte… ich will dich endlich spüren.“, keuchte Chester eifrig nickend. Er stöhnte als er sich nur vorstellte gleich mit Mike Sex zu haben. Er bäumte sich sanft gegen den Jüngeren auf, als sein Glied heiß zuckte. Chester drückte seinen Freund von sich und zog ihm dabei das Shirt über den Kopf, bevor er sein eigenes auszog.

Atemlos sah Mike mit bereits lüsternem Blick seinem Freund zu, wie dieser nun ungeduldig an ihren Hosen zupfte. Grinsend beugte er sich nach vorn und fing Chesters Lippen wieder in einen hitzigen Kuss ein. Er legte seine Hände über Chesters. Er drückte ihn zurück und pinnte ihn unter sich in die Matratze.

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