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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
26.01.2016 4.298
 
Einfach nur aus Langweile heraus und ganz allein für platinlocke! Nur für platinlocke.

Author Note am Ende.

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23. Kapitel



Keuchend stützte sich Mike am Türrahmen ab und klingelte bei den Delsons. Ungeduldig wartete er und verzog schmerzerfüllt das Gesicht, als eine weitere pochende Schmerzenswelle durch seinen Körper zog. Es dauerte ihm zu lange, weswegen er erneut klingelte.

Nach einer weiteren Weile öffnete ihm schließlich Chester und erleichtert lächelte er schief und humpelte in dessen Arme. „Hey, Mikey…“, grüßte ihn sein Freund etwas überrascht klingend und schloss ihn in seine Arme.

.„Ich würde dich umbringen, würde ich dich nicht so sehr lieben, Idiot.“, schimpfte Mike und zog sich enger an den warmen, schmächtigen Körper seines Freundes. Er vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge und sog Chesters Geruch tief ein. Ein Schauer viel augenblicklich seinen Rücken hinab und er brummte genussvoll.

„Nette Begrüßung, Shinoda.“, lachte Chester und drückte den Jüngeren wieder ein wenig von sich. „Was ist los?“, fragte der Sänger besorgt und sah in Mikes bleiches Gesicht.

Mike verdrehte genervt die Augen und stieß sich schließlich komplett von dem Älteren weg und lief in das Wohnzimmer der Delsons. Stöhnend fiel er auf die Couch. Erst dort zog er seine Schuhe aus und war bei seinem rechten Fuß dabei besonders vorsichtig. Chester folgte ihm. „Du humpelst ja.“, stellte er fest und Mike sah ihn nur warnend an.

„Ich hab… shit.“, schnaubte Mike und fuhr sich dann über sein Gesicht. „Ich wollte dich verteidigen – vor meinen Eltern. Ich hab übertrieben und otousan hat mich in mein Zimmer gesperrt. Ich wollte zu dir und da… da musste ich eben auch über den verfickten Baum und nun habe ich mir den Fuß verknackst.“

Chester verzog das Gesicht und versuchte nicht zu grinsen. Er setzte sich zu seinem Freund und zog ihn an seine Seite. „Otousan?“, fragte er nur und wollte gar nicht weiter auf die Sache mit dem Baum eingehen.

„Sorry.“, nuschelte Mike und schloss die Augen. „Mein Vater.“, erklärte er und atmete tief durch. „…  beim Streiten sind wir in seine Sprache abgerutscht.“

Chester nickte und küsste Mikes Schläfe. „Komm, ich suche eine Salbe für deinen Fuß und dann gehen wir raus. Sean und Ryan warten auf mich.“, schlug der Sänger vor und stand dann auf. Er lächelte auf seinen Freund hinab und war schon ziemlich stolz auf ihn. Er holte eine Salbe aus dem Spiegelschrank im Badezimmer und holte dann noch einen Kühlakku aus dem Gefrierfach und steckte diesen in einen Waschlappen.

„Hier.“, murmelte er und kniete sich vor seinen Freund. Vorsichtig nahm er Mikes Fuß auf sein Knie und verzog den Mund, als er dessen bereits geschwollenen Knöchel sah. „Was heißt ‚Ich liebe dich‘ auf Japanisch?“, fragte Chester interessiert als er den Fuß seines Freundes versorgte.

„Das sagt man dort nicht wirklich.“, murmelte Mike und ließ sich zurück in die Couch fallen. „Man sagt eher, dass man sich sehr gern hat, also dai suki, was quasi aber gleichbedeutend ist.“

Chester nickte und atmete tief ein. Vorsichtig legte er Mikes Fuß wieder von seinem Knie ab und stand von seiner Hocke auf. Er beugte sich über den Emcee und grinste. „Dai suki.“, hauchte er und schmatzte ihm einen Kuss auf den Mund. Mike grinste und ließ sich dann von seinem Freund hochziehen.

„Versuch nicht zu sehr aufzutreten.“, meinte der Ältere noch und half ihn raus in den Hintergarten zu kommen. Ryan und Sean saßen am Gartentisch und grüßten ihn bereits und sprangen ebenfalls auf um ihm zu helfen. Ryan zog ihm einen Stuhl zu Recht und Sean kam an seine andere Seite. Chester gab ihm schließlich den Kühlakku als er endlich saß.

Es war Mike etwas unangenehm, doch sein Fuß schmerzte tatsächlich zu sehr um die viele Hilfe dankend abzulehnen. Knapp erzählte er nun auch Chesters Freunden, wie er sich verletzt hatte und was geschehen war. Bedrückt schüttelten sie den Kopf. Chester hielt ebenfalls den Kopf gesenkt.

„Es tut mir leid, Mikey.“, murmelte er und atmete tief durch. „Hätte ich dich heute Morgen nicht so blöd angemacht, wäre das nicht so eskaliert.“

„Ja, vermutlich.“, murmelte Mike zustimmend und nahm dann aber Chester Hand in seine. „Aber du hattest Recht. Du bist nicht schuld.“, erklärte er ihm, doch der Sänger schien sich nicht wirklich aufmuntern zu lassen. Mike seufzte betrübt und rückte in seinem Stuhl näher. Er zog Chester sanft am Kinn näher und küsste dessen himmlisch weichen Lippen sanft. „… ich liebe dich, Dummkopf. Nichts anderes zählt.“

„Kennen deine Eltern Chester denn, also so richtig?“, fragte nun Sean und musterte das Pärchen ihm am Tisch gegenüber. Mike und Chester waren eindeutig etwas Besonderes. Die enge Verbundenheit die sie ausstrahlten war beinahe überwältigend. Es musste wohl keinen einzigen Menschen geben, der dies nicht augenblicklich spürte. Es war unbeschreiblich und Sean konnte es sich einfach nicht vorstellen, dass man diese beiden so stark liebenden Menschen trennen wollen würde. Sie gehörten in seinen  Augen einfach zusammen.

„Flüchtig. Sie haben ihn mal auf der Willkommensparty für ihn und seine Mom gesehen.“, meinte Mike und legte dabei seinen Arm um Chesters Nacken und zog ihn somit an sich. Er platzierte einen Kuss in die Haare des Älteren und als er dessen frisches Haarshampoo roch, fielen ihm für einen Moment die Augen zu.

„Hm, vielleicht würde es etwas helfen, wenn du Chester ihnen mal vorstellst, dass sie mit ihm reden, ihn kennen lernen können.“, schlug Sean dem Freund des Sängers vor. Die beiden mussten einfach miteinander glücklich werden. Mike tat Chester gut. Der Jüngere war so viel lebhafter.

Ryan nickte ebenfalls und grinste, als er auf die beiden flüchtig deutete. „Ich denke, dass wäre gar keine so schlechte Idee. Sie müssen euch gemeinsam sehen, denn ihr… ihr seit-… irgendwas, wie Seelenverwandte, das erkennen sie vielleicht erst dann.“

„Was hältst du davon, Mikey?“, fragte Chester und blickte zu Mike auf. Er sah die leichte Sorge in dem dunklen Braun, in dem er sich viel zu schnell verlieren konnte. Er küsste seine Wange sanft. „Wenn du es möchtest, bin ich dabei.“

Mike schluckte schwer und ließ seinen Blick nachdenklich fallen. Er fühlte sich unruhig. Die Frage, wie seine Eltern reagieren würden machte ihn unheimlich nervös. Doch die Idee klang an sich nicht einmal so schlecht und er würde alles versuchen, damit er mit Chester zusammen sein konnte. „Ich befürchte, dass könnte schiefgehen, aber…“, hauchte er nachdenklich. Er atmete tief durch und spürte den sanften Kuss von Chester noch auf seiner Wange. Es brachte ihn zum Grinsen und gab ihm mehr Mut. Der Emcee schielte zu seinem Freund. „… du bist es mir eindeutig wert.“

„Chester!“, wurde der Sänger gerufen und er schreckte auf und drückte sich von Mike fort. „Wo ist mein neuer schwuler bester Freund?“, hörten sie Brad erneut aus dem Haus rufen.

Chester verzog verwirrt die Augenbrauen und lachte etwas. „Wir sind hier!“, rief er informierend zurück und sah in diesem Moment Brad schon raus auf die Terrasse laufen. Er grinste und joggte dann zu ihnen. „Wie hast du mich eben genannt?“, empörte sich der Sänger grinsend.

Brad zuckte nur knapp mit den Schultern. „Joe ist nicht zu erreichen und ich wusste nicht dass Mike auch hier ist, und es stimmt doch. Ich brauch dich- oder am besten gleich euch beide, Schwule haben doch immer einen super Klamottengeschmack. Ich hab ein Date.“

Ryan lachte auf und schüttelte den Kopf. „Das ist etwas diskriminierend.“, meinte er amüsiert und Chester sah Brad nur mit einem gespielt warnenden Blick an. „Das ist es allerdings.“

„Ist Liv schon wieder zurück?“, mischte sich dann Mike mit in die Unterhaltung und legte dazu seinen Kopf in den Nacken um seinen besten Freund anzusehen.

Brad biss sich auf die Lippe. „Eh- nope. Lange Geschichte.“, murmelte er und rückte dann ertappt ab. „Egal. Ich muss mich fertig machen, sie kommt zur Probe.“

„Oh, dann beeil dich.“, rief Mike ihm nur nach.

-

Während Brad sich für sein Date hübsch machte, waren Chester und Mike noch im Garten sitzen geblieben. Sie unterhielten sich mit Sean und Ryan und diskutierten auch darüber, wie das Pärchen Mikes Eltern am besten gegenüberstehen sollten. Mike war in dieser Hinsicht nervös und war erleichtert dies noch etwas hinauszögern zu können.

Chester stand auf und schickte seine beiden Freunde aus Phoenix in die Garage voraus und half dann Mike wieder. Er küsste ihn zärtlich und lächelte sanft. „Beraten wir schnell Brad, damit er seinen Seelenfrieden hat.“, meinte der Sänger dann und nahm den Jüngeren wieder um die Hüfte.

Mikes Fuß war bereits ein wenig besser geworden, schmerzte jedoch noch immer. Mit jedem Schritt spürte er ein leichtes Pochen, aber es schwand. Brad kam ihnen bereits im Haus entgegen und Chester pfiff begeistert. Mike schlug ihn gegen die Brust und blickte ihn mit großen Augen, aber grinsend an.

„Autsch. Sexier wie du kann doch niemand sein Shinoda. Ich bin dir voll und ganz verfallen.“, lachte Chester, was Mike mit einem Kuss ersticken ließ. Genießend fielen Chesters Augen zu und brummend vertiefte er den aufgedrückten Kuss.

„Mit euch beiden als Freunde, braucht niemand mehr Seifenopern.“, stöhnte Brad und quetschte sich absichtlich durch die Mitte der beiden und riss sie dabei aus ihrem Kuss.

Mike gab ihn einen leichten Schubs mit und schnappte dann nach Chesters Hand, als sie ihrem Gitarristen leicht humpelnd folgten. „Wenn wir für den Schmalz zuständig sind, dann bist du wohl für das Drama verantwortlich, huh? Erzähl, wer ist dein Date und was ist mit Liv?“

„Olivia kann mich mal. Keine Ahnung, sie ignoriert mich und Elisa habe ich im Park kennen gelernt. Ich mag sie und ich möchte sehen, was daraus noch werden könnte. Verschreckt sie nicht.“, meinte Brad dann knapp, als sie in die Küche liefen. Brad schnappte sich ein Tablett und stellte ein paar Gläser darauf und zog dann Rebeccas selbstgemachte Limonade aus dem Kühlschrank.

Mike stützte sich auf der Kücheninsel ab und winkelte seinen verletzten Fuß etwas an, um diesen wieder ein wenig zu entlasten. „Wieso ignoriert sie dich?“, fragte er perplex und handelte sich nur ein unisones Stöhnen seiner beiden Freunde ein, plus einen zärtlichen Klaps von Chester auf seinen Hinterkopf.

„Woher sollte er das denn wissen, wenn sie ihn doch ignoriert.“, grinste Chester den Kopf schüttelnd und schenkte ihm dann für seine Geste einen entschuldigenden Kuss gegen die Wange.

Brad atmete tief ein und wollte das Thema über Olivia beenden. Er nahm das Tablett, nachdem er noch eine Schüssel mit Snacks hinzugestellt hatte und führte erneut den Weg in die Garage an. „Seit sie nach Manhattan geflogen sind, habe ich kein Sterbenswörtchen von ihr gehört. Ich habe schon x-mal angerufen – nichts. Es ist nicht normal… und… nun, ich gehe davon aus, dass sie dort vermutlich einen neuen Typen kennen gelernt hat und nun keine Eier hat mir das mitzuteilen.“, murmelte Brad etwas betrübt und kickte die Tür auf. Er lief durch die noch geschlossene Garage und stellte das Tablett auf ihrem Couchtisch ab, bevor er sich daran machte, das Tor zu öffnen.

Mike ließ sich auf die Couch plumpsen und atmete tief auf, als die Anstrengung von ihm fiel. Chester teilte währenddessen bereits die Gläser aus und schenkte für sie drei und auch Sean und Ryan, die bereits auf der anderen Couch auf sie gewartet hatten, etwas von der Limonade ein.

„Aber dann bist du doch nicht besser als sie, oder?“, stellte Mike nachdenklich fest und nahm dankend, das Glas von Chester an. Er nippte an dem erfrischenden Getränk und sah Brad dabei zu wie er begann die Instrumente vorbereitete, den Strom anschloss und die Verstärker ansteckte, um dann proben zu können, wenn sich die gesamte Band zusammengefunden hatte.

„Leg deinen Fuß etwas hoch.“, murmelte Chester und setzte sich dann zu seinem Freund. Augenblicklich hatte er ihn wieder an sich gezogen. Ryan grinste darüber nur. Die beiden schienen wie zwei Magneten zu sein.

Der Gitarrist knurrte nur genervt und sah Mike warnend an. „Und wenn dem so ist? Fuck, scheiß drauf. Weißt du, ich renne ihr doch nicht die ganze Zeit hinterher, wenn ich doch merke, dass das Interesse, dass diese Beziehung weiterhin funktioniert, nur von mir aus kommt.“, versuchte er sich zu rechtfertigen.

„Punkt für Brad.“, murmelte Sean und nickte, als er zwischen dem Gitarristen und dem Emcee hin und hersah.

„Danke.“, nuschelte er und setzte sich dann mit in die Runde, als er mit seinen Vorbereitungen fertig war. „Ich merke doch, dass etwas nicht mehr stimmt, zwischen uns. Wir waren während unserer Beziehung schon so oft, auf längere Zeit hinweg, getrennt gewesen. Nie war es so wie dieses Mal. Ich warte doch nicht, nur damit sie dann Schluss macht.“

Mike brummte und war offenbar mit dieser Erklärung noch immer nicht ganz zufrieden. „Und wenn dem nicht so ist und es doch einen anderen Grund gibt, dass sie sich nicht meldet?“

„Fuck Michael!“, schnauzte Brad und sah ihn nunmehr wütend an. „Lass das mein verficktes Problem sein! Hattest du nicht bereits mit Chester angebandelt, als du noch mit Anna zusammen warst, huh? Spiel dich nicht als Moralapostel auf!“

Ganz unwillkürlich fiel Mikes Hand in Chesters Schoß und suchte sich dessen Hand, um ihre Finger miteinander zu verschränken. „Ich habe Schluss gemacht, sobald ich wusste, dass ich mehr für ihn empfinde.“

Brad warf seinen Arm auf den Emcee deutend in die Luft. „Da ist der Punkt, Shinoda. Es ist nur eine verfluchte Verabredung… ich habe sie noch in keiner Hinsicht betrogen und ganz ehrlich, Michael, hätte ich Liv bereits erreichen können, seit ich Elisa kenne, hätte ich sie schon längst in den Wind geschossen. Ob es mit Elisa nun mehr wird oder nicht.“

Mike schüttelte dennoch verständnislos den Kopf. „Du warst doch so glücklich mit ihr.“

„Genauso glücklich wie du mit Anna.“, murmelte Brad schnaubend.

„Schon gut, Brad. Hört auf.“, mischte sich nun wieder Chester dazu und rutschte dabei unruhig auf der Couch umher. Er hatte sich über das Streitgespräch der beiden ziemlich verspannt und blickte sie nun auch mit strengen Gesicht an. Er mochte es nicht, wie Brad nun Anna zum Thema gemacht hatte.

„Was?“, zischte Brad. „Ich lass mir von ihm nichts sagen, wenn er doch nichts anderes mit dir und Anna abgezogen hat. Niemand hätte gedacht, dass sich das über-Pärchen wegen einem daher gelaufenen Jungen trennt.“

Zuvor war es nicht wirklich laut gewesen, doch die Stille die sich nun über die kleine Runde legte, war ohrenbetäubend. Ryan und Sean neigten ihre Blicke bedrückt gen Boden und fühlten sich bei dem Thema viel zu sehr außen vor, als das sie hätten einschreiten können.

Mike war fassungslos und fand einfach keine Worte auf Brads Aussage und Chester fühlte sich nur seltsam gekränkt. Der Sänger entwand sich Mike und als dieser ihn zurückhalten wollte, drückte er ihn nur wieder weg. „Nicht.“, murmelte er und atmete tief durch.

Mike wollte aufstehen und ihm dennoch folgen, doch Chester schüttelte nur vehement den Kopf. „Schon dein Fuß. Ich-… möchte nur eine Kippe.“, erklärte er und wollte ihm ein wenig die Sorge nehmen, als er dann die Gruppe verließ, um sich die Zigaretten zu holen und dann im Gras des Vorgartens sich eine davon anzustecken.

„Sorry-“, hauchte Brad und rieb sich über den Nacken. „… war nicht so-… war nicht böse gemeint.“

„Dann überleg das nächste Mal erst, bevor du dann so etwas sagst.“, knurrte Mike nur und sah seinem Freund nach. Er stöhnte genervt auf und rieb sich dann über die Schläfen. „Er hatte nun gar nichts mit der scheiß Diskussion zu tun.“

„Er nimmt es dir nicht übel.“, meinte nun Sean wieder und Ryan nickte nur knapp. „ich mein, es hat ihn getroffen, aber würde er sauer sein, hätte er anderes reagiert.“

Brad tauschte einen wissenden Blick mit Mike aus und dann mussten sie beide doch wieder grinsen, als sie begannen zustimmend zu nicken. Die beiden Freunde hatten sofort den Vorfall mit Dave vor Augen, der den Sänger viel zu sehr gereizt hatte.

-

Nachdem Chester die Zigarette geraucht und er kurze Zeit für sich gehabt hatte, war auch langsam der Rest eingetrudelt und sie begannen gleich zu proben. Elisa kam, als sie gerade eine Pause machten und Brad ging grinsend auf sie zu. Sie schien etwas verunsichert, doch der Gitarrist zog sie die Einfahrt hinauf und stellte sie seinen Freunden vor.

Rob hatte Melissa mitgebracht und als sich die Jungs wieder hinter die Instrumente begeben hatten, konnte sich Elisa gut mit ihr unterhalten, während sie der Musik lauschten. Mike und Chester verabschiedeten sich nach der Probe ziemlich schnell und Ryan nahm die beiden in seinem Auto mit zu Mikes Elternhaus, als er mit Sean zurück zu ihrem Hotel fuhren.

„Na dann. Viel Glück.“, meinte Ryan, als er vor dem Haus hielt und sich zu dem Pärchen auf der Rückbank drehte. „Chester kann man doch nur süß finden.“, zwinkerte er aufmunternd was Sean auflachen ließ.

„Mike tut es jedenfalls.“, meinte dieser nur und Chester verdrehte nur grinsend die Augen, als sie sich verabschiedend ausstiegen. Tief durchatmend liefen sie gemeinsam zu der Haustür und Mike sperrte die sie auf und ließ Chester zuerst eintreten.

„Mom, Dad?“, rief er und konnte Jason neugierig aus dem Wohnzimmer in den Flur spitzen sehen.

Muto folgte und hatte dabei schon einen feuerroten Kopf. „Woher kommst du? Hatte ich dich nicht in dein Zimmer gesperrt?“, raunte er und stockte dann, als sein giftiger Blick auf Chester landete. Er kniff seine Augen noch ein wenig mehr zusammen. „Was will er hier?“

Mike merkte wie Chester zuckte und sich verspannt. Er legte ihm eine Hand auf den Rücken und hoffte ihm damit etwas Halt zu geben. „Ich möchte ihn euch vorstellen, otousan.“, meinte er ruhig und respektvoll. „Ich möchte, dass ihr kareshi erst einmal richtig kennen lernt,  bevor ihr ihn verstoßt.“

„Nani kuso…“, nuschelte Muto und rieb sich über die Stirn. Donna kam nun ebenfalls in den Flur hinausgelaufen und legte einen Arm in einer halben Umarmung um ihren Ehemann. Ebenfalls etwas überrumpelt starrte sie zu ihrem Sohn, der seinen von ihnen verachtenden Freund bei sich hatte. „Um Himmels Willen.“

„Ihr seid so scheinheilig. Wo ist euer Respekt und Freundlichkeit, die ihr mir und Jason immer gelehrt habt?“, beschwerte sich Mike und schüttelte den Kopf. Er drückte Chester sanft vorwärts und zog ihn dann in das Wohnzimmer der Shinodas. Muto und Donna sahen dem nur widerwillig zu.

„Michael.“, keuchte Donna. Ihr war bewusst, dass dies nur hässlich enden konnte.

„Setz dich.“, meinte Mike zu dem Sänger.

„Nein. Er geht.“, forderte Muto und deutete aus dem Haus. „Jetzt sofort. Diese Schande will ich nicht in meinem Haus willkommen heißen!“

„Mike?“, hauchte Chester leise und fühlte sich ziemlich verunsichert. Er begann an der Idee sich vorzustellen stark zu zweifeln. Mikes Eltern schienen nicht offen genug dafür zu sein. Sie verabscheuten ihn. Beschämt senkte er den Kopf und spürte dann allerdings wie Mike seine Hand aufbauend nahm und sanft drückte.

„Hentai; Michael.“, schnitt Jasons junge Stimme durch den Raum. Wie geschlagen zuckte Mike und blickte durch den Raum und fand seinen kleinen Bruder dann wieder zurück am Essenstisch sitzend. Er starrte zu ihnen hinüber ins Wohnzimmer. Sein Vater hatte ein japanisches Gericht gekocht. Eigentlich hasste dieser die Küche und zauberte daher nur zu besonderen Anlässen etwas von den anspruchsvollen Gerichten, die seine Mutter nicht so gut konnte.

Mike sah entsetzt zu seinem Vater zurück. „Was ist denn bitte der Anlass? Feierst du, dass du mich schlägst und einsperrst?“

Muto trag ein paar Schritte näher. „Eingesperrt bist du ja offenbar nicht mehr und wenn dich ein paar Schläge wieder zur Vernunft kommen lassen…“, knurrte er, doch Donna mäßigte ihn wieder, als sie einen Hand auf seine Schulter legte.

„Wir wollten dir etwas Gutes tun, dir mit dem Essen entgegenkommen – soweit kam es nur nicht.“, schnitt nun Donna erklärend mit ein. Sie presste bedrückt ihre Lippen zusammen und ließ ihren Blick fallen. Am liebsten würde sie ihren Ältesten einfach fest in die Arme schließen, ihn hin und her wiegen und über seinen Rücken streicheln. Sie mochte Chester genauso wenig wie ihr Ehemann, dennoch spürte sie, dass sie beide Michael gerade eben verloren. Schniefend trat sich näher. „Versuchen wir es doch, Muto.“

Muto knurrte und deute zu Chester. „Vorstellen?“, keifte er wutentbrannt. „Ich weiß gut genug, wer dieser zu verachtende Junge ist. Er wird nicht zur Familie gehören- nicht zu Michael. Er schädigt unsere Familie, unseren Ruf. Ich werde ihn niemals akzeptieren und für diesen Hohn Spot entgegennehmen!“

„Dad!“, betonte Mike und sah seinen Vater bittend an. Er konnte nicht verstehen, wie uneinsichtig Muto war. „Chester ist ein ganz besonderer Mensch, otousan. Er trat in mein Leben und ich-… ich wusste uns verband etwas-“

Chester schüttelte den Kopf. Schmerz stand in seinen Augen, als er sich an seinen Arm krallte. „Lass gut sein, i-ist nicht… so schlimm. Gehen wir…“, bat er aufgewühlt über die beklemmende Situation. Die Luft schien wie erstarrt und abgekühlt. Der Sänger glaube zu sehen, wie die hasserfüllten Blicke von Mikes Familie messerscharf durch den Raum schnitten und sich labend an seinen klaffenden Wunden nagten. „Schon gut… schon g-gut… e-es war eine dumme Idee, lass uns gehen… Mikey bitte. Bring mich weg.“

Mike schüttelte den Kopf und nahm Chester in seine Arme. Er schien plötzlich so verstört. Sein Blick wandte sich klagend über seinen Freund hinweg zu seinen Eltern. „Chester ist alles was ich möchte. Ich möchte mit keinem anderen Menschen meine Zukunft verbringen. Ich möchte nicht mehr suchen, wenn ich meinen Seelenverwandten doch gerade eben in den Armen halte.“

Muto setzte bereits wieder zu donnernden Schwall an Anklagen an und wieder war es Donna die ihren Mann ein wenig zügelte. „Michael, du bist doch noch so jung.“, argumentierte sie mit flehender Stimme. „Das kannst du doch noch gar nicht sagen, vielleicht ist das sogar nur eine Phase.“

Chester stand gegen Mikes Seite gedrückt und hielt seinen Kopf gepeinigt nach unten. Ständig flüsterte er, dass es gut sei und sie gehen sollte, sanft drückte er seinen Freund, um ihn zum Gehen zu animieren, doch der Jüngere blieb standhaft. „Ich bin hier… nicht w-willkommen… Mike.“

„Eine Phase? Zu jung?“, empörte sich Donnas Junge. Er schnaubte und wandte sich von Chester weg. „Chester.“, zischte er leise zu ihm. „Wir ziehen das durch.“, nuschelte er weiter und sah ihn warnend an. „Ich bin aber nicht dumm und ich weiß was ich fühle. Und es ist überwältigend. Ich würde mich für ihn aufgeben. Sobald er eine Sekunde weg ist, vermisse ich ihn bereits so sehr, dass es schmerzt. Versteht ihr das? Fühlt ihr nicht so füreinander? Er erfüllt mich, er macht mich glücklich.“

„Michael…“, hauchte Donna und schüttelte verzweifelt den Kopf.

Muto schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust. Seine Wut verließ ihn augenblicklich und Mike schluckte, als er Resignation und kühle Verachtung aus seinem Blick lesen konnte. Sein Vater wandte seinen Blick auf das Essen und schien kurz zu überlegen. „Dann…“, begann er plötzlich und seine dunkle, kraftvolle Stimme ließ sie alles erzittern. „Dann werden wir nun wohl den Anlass herannehmen müssen, nur noch einen Sohn in der Familie zu haben. Und ich möchte das ihr mein Haus verlasst.“

Mikes Atem stockte und überrumpelt starrte er auf seine Augen. Donna japste und hielt sich die Hand vor den Mund, als Tränen aus ihren Augen kullerten. Sie blickte zu ihrem Sohn und tat dennoch nichts gegen Mutos Entscheidung. Der Emcee blinzelte etwas und nahm Chesters Hand in seine. Der Sänger war ganz bleich geworden. Auf seiner Stirn standen Schweißperlen und Mike merkte, dass dieser von der unangenehmen Situation stark mitgenommen worden war.

„Wenn das dein Wille ist, Muto.“, murmelte Mike und sah erneut zu seinem Freund. Sein Herz stolperte dennoch und lechzte nach diesem, selbst wenn er nun offenbar von seinem Vater verstoßen wurde. Es schmerzte, doch fühlte es sich auch unerwartet richtig an. „Lass uns gehen, Babe.“, lächelte er zu Chester und küsste dessen Schläfe, dann zog er ihn mit sich aus dem Haus. Ein freudloses Lächeln schenkte er noch seiner Mutter, die ihnen schluchzend nachsah.

„E-Es tut mir leid… Baby, es t-tut mir leid…“, stotterte Chester und schüttelte wild den Kopf, als der Sänger ihm vor dem Haus, um den Hals fiel und schluchzend sein Gesicht in seiner Halsbeuge vergrub. „I-Ich wollte das nicht. Du… du k-kannst doch nicht-… d-deine Familie, Baby.“

Tief durchatmend schloss Mike seine Arme um den schmächtigen Körper des Älteren und nickte nur. Er wollte stark sein und auch wenn sein Vater es nicht mitbekommen würde, er wollte ihm nicht den Triumph gönnen ihn verletzt zu haben. „Ich liebe dich, es ist okay, Ches.“, hauchte er ihm beruhigend ins Ohr. Dann drückte er sich wieder etwas von ihm und streichelte ihm über das Gesicht. „Du beginnst schon wieder zu glühen- komm, gehen wir… Brads Mom wird mir schon einen Schlafplatz geben. Wir kuscheln und du kurierst dich mal richtig aus.“

Chester rieb sich über die Schläfen und sah ihn blinzelnd an. „Kümmere dich jetzt doch nicht um mich.“, hauchte er mit dünner Stimme, Tränen glitzerten noch in seinen Augen. Er blickte zurück zu dem Haus der Shinodas. „D-Dein Dad-“

„Doch.“, nickte Mike und packte ihn dann sanft aber bestimmend am Handgelenk und zog ihn weg. Nicht einmal der noch immer leicht pochende Schmerz in seinem Fuß war in diesem Moment präsent genug. „Ich werden mich immer um dich kümmern. Vergiss ihn, ich hab dich. Chester, du bist alles was ich brauche.“

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Das Interesse hat verdammt stark abgelassen, was ist los? Ist die Story so schlecht geworden? Es spornt mich gar nicht mehr an überhaupt zu posten, obwohl die Kapitel vorhanden wären.

Sorry.

Ich werde FOL beenden, einfach weil ich selbst trotzdem irgendwie stolz darauf bin. Auch wenn euere Hingabe zu FOL nachgelassen hat, habt ihr sie zu meiner bisher erfolgreichsten Geschichte gemacht. Daher gebe ich sie nicht auf, dennoch werden Update relativ spontan und sehr sporadisch kommen.

Schade bei dem Hammer Start.

tbc
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