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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.12.2015 3.876
 
Fröhlichen 4. Advent.
Danke Sweety und holy-Shinoda. :)

Durch den diesjährigen NaNo habe ich erneut tausende neue Wörter zu FOL geschrieben, sprich ca 10 neue Kapitel. Ich werde sie nach und nach mal posten, je nachdem wie Interesse besteht. Dieses Kapitel ist allerdings das Letzte vom "NaNo-Puffer-2014" - es wurde auch nicht nochmal durchgelesen.

! Anmerkung für dieses Kapitel:  entnommen von *otaku-welt.de
Stop! -   yamete
Vater -   otou-san
Depp -   aho
Ich mag dich nicht -   Watashi wa, anata ga daikiraidesu


Damit wünsche ich euch ein besinnliches Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


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Previously on FOL:
Ryan und Sean sind zu Besuch.

Mike machte Chester eine Überraschung, nachdem er endlich kein Hausarrest mehr hatte.

Sie sahen sich ein Accoustic Konzert von den Stone Temple Pilots mit Q&A auf dem Dach des Hyatt Regency Hotels an (btw ein STP Accoustic Konzert fand dort wirklich mal statt - 1996).

Chester fühlte sich nicht gut. Mike vermutete sein Freund hat einen Sonnenstich.

Sie sagten zum ersten Mal 'Ich liebe dich' zueinander.



22. Kapitel



Es hatte nicht sehr lange gedauert, da war Chester in einen unruhigen Schlaf abgedriftet. Mike hatte ihm über die Wange gestreichelt und hatte ihn mit sanften Worten beruhigen wollen, doch der Ältere reagierte nicht auf diese und wachte auch nicht auf. Seine Stirn glühte und geplagt von einem unangenehmen Traum warf er seinen Kopf etwas hin und her.

Mike sah dem sorgenvoll zu und biss sich überlegend auf die Lippen. Sanft begann er wieder an Chesters Schulter zu rütteln. „Schatz, wach auf. Bitte, Chaz. Du träumst schlecht.“, meinte er zaghaft. Er mochte es eigentlich nicht gerne, jemanden aus dem Schlaf wecken zu müssen, doch Chester quälte sich. Er beugte sie etwas zu ihm und küsste ihn sanft auf die Stirn. Sie war verschwitzt und Mike vermutete, dass der Sonnenstich an Chesters Misere hauptsächlich Schuld trug.

Mit Tränen in den Augen wachte der Ältere auf und zitterte, obwohl er schwitzte. Leidend blickte er zu seinem Freund und war noch immer müde. Er sagte nichts kuschelte sich nur gegen den Jüngeren. Mike löste sich jedoch und zog seine Decke über Chester und deckte ihn sorgfältig zu. „Ich mache dir Suppe und Tee.“, meinte er und verschwand dann aus seinem Zimmer.

In der Küche nahm er sich aus der Speise eine Dosensuppe und begann diese in einem Teller in der Mikrowelle zu erwärmen, während nebenbei der Wasserkocher brodelte. Während der Emcee darauf wartete, dass beides fertig wurde, stellte er besorgt fest, dass es bereits neun Uhr war. Sicherlich würden seine Eltern in der nächsten Stunde nach Hause kommen und Chester bei ihm vorfinden. Er hatte Angst vor den Konsequenzen und überlegte schon nach Wegen, wie er Chester vor ihnen verstecken konnte. Vielleicht kamen sie nicht einmal in sein Zimmer hoch und doch bestand ein gewisses Risiko. Mike entschied sich dazu, es einzugehen. Chester ging es nicht gut, er wollte für ihn da sein und ihn nicht allein nach Hause schicken müssen. Zudem wollte er den Abend mit ihm verbringen.

Er nahm ein Tablett zur Hand und wackelte dann wieder schnell in sein Zimmer zurück. Chester war noch wach und zitterte etwas, obwohl er sich tief in die Decke eingehüllt hatte und ihm Schweiß auf der Stirn stand. Mike sah ihn an und litt selbst. „Hier bitte, Chaz…“, murmelte er und setzte sich an den Rand des Bettes. Irgendwie fühlte er sich schuldig, dass es dem Sänger nun so schlecht ging.

„D-Danke…“, meinte der Ältere mit rauer Stimme und griff langsam nach der Tasse. Mike stand wieder auf und lief ins Badezimmer, aus dem er einen kühlen Waschlappen holte. Er legte in auf Chesters Stirn und streichelte ihm dabei über die weichen Locken. Sanft grinste er und genoss das starke Kribbeln in seinem Bauch. Danach reichte Mike ihm die Suppe.

Zögerlich nahm Chester sie. Er rümpfte missmutig die Nase und spielte erst mit dem Löffel. Sie roch gut und auf der Oberfläche schwammen große Fettaugen. Der Sänger schielte zu seinem Freund, der ihn nur auffordernd ansah. „Mir geht es eigentlich schon besser.“, meinte er kleinlaut und wollte sich einfach nur vor dem Essen drücken. Er mochte Suppen nicht so gerne.

„Muss ich dich etwa füttern?“, meinte Mike und Chester wollte auflachen, doch Mike hatte dies nicht ironisch gesagt. Der Emcee sah seinen Freund ernst an und wollte seine Androhung offenbar vermeiden, doch er würde sie auch durchziehen insofern er nicht zu essen begann.

Chester seufzte. „Ich bin nicht wirklich krank.“, murmelte er beleidigt und begann langsam die Suppe zu löffeln. Der Jüngere nahm ihm den Waschlappen wieder ab, tupfte dabei etwas über seine Stirn. „Ich fühle mich eigentlich auch… ganz gut.“, schimpfte er etwas weiter und schlürfte widerwillig weiter.

Mike nickte nur unbekümmert. „Ich denke meine Eltern sind bald zurück.“, stellte er trocken fest und schmiss den feuchten Lappen auf sein Nachkästchen und ließ sich in sein Bett fallen, sodass er nur mit dem Rücken auf diesem lag. Er hob seine Arme über den Kopf.

„Dann gehe ich eben.“, meinte er begleitet von dem Klirren des Löffels im leeren Teller, als Chester diesen zur Seite wegstellte. Seine Stirn schien noch immer zu glühen, doch er fühlte sich tatsächlich relativ fit. Er kroch etwas aus seiner Decke hervor zu Mike legte seinen Kopf schließlich auf dessen Brust. „Mom pflegt mich schon auch, keine Angst.“

Leicht grinsend schloss er einen Arm fest um Chester und streichelte ihm mit den Fingerkuppen sanft über die warme Stirn. „Ich möchte aber bei dir sein.“, murmelte er grinsend und sah dabei zu, wie Chesters Augen bereits wieder kleiner wurden und immer wieder zufielen. „Schlaf, Baby.“

-

Am nächsten Morgen wachte Mike auf, als sich Chester sanft an seinen warmen Körper schmiegte. Ein kleines Lächeln zog sich auf seinen Mund, doch seine innere Ruhe wurde jäh gestört, als er Töne aus dem Erdgeschoss vernehmen konnte. Seine Eltern waren zu Hause und am Abend zuvor hatte er Chester in dem kränklichen Zustand nicht wegschicken wollen.

Sanft streichelte er seinem Freund über die Stirn, die glücklicher Weise nicht mehr zu glühen schien. Er drückte ihm einen liebevollen Kuss auf, um ihn sanft aufzuwecken. „Chaz.“, hauchte er leise.

Chester brummte zufrieden und drückte sich näher an den warmen Köper. Mike räusperte sich sanft und spürte, wie er etwas errötete, als er Chesters morgendliche Erregung gegen seinen Oberschenkel drücken spürte. Auch wenn Mike bereits selbst bemerkt hatte, dass sich zwischen ihnen immer mehr sexuelle Spannung aufbaute und er es nunmehr kaum erwarten konnte, bis es endlich geschah, war es ihm dennoch etwas peinlich.

Mike schielte hinab und überlegte, ob er denn vielleicht sogar schon etwas inszenieren sollte. Chester war sein Freund, den er liebte und ihn auch verwöhnen wollte. Warum also traute er sich nicht ihn anzufassen? Der Halbjapaner atmete tief durch und blickte wieder auf. Erschrocken zuckte er bitterlich zusammen und fühlte sich ertappt, als er in Chesters schokobraune Augen blicken konnte. „Hey…“, nuschelte er.

Chester schmunzelte sanft und musterte die geröteten Wangen von seinem Freund. Ihm war bewusst, woran er gedacht haben musste, da er seinem Blick gefolgt war. Mutig drückte er sich nun ganz bewusst gegen Mike. „Gefällt dir… das?“, hauchte er mit rauer, noch etwas verschlafener Stimme und Mike entfloh ein Keuchen.

Der Jüngere nickte sanft und drehte sich auf die Seite, um seinen Freund besser in dessen wunderschönes Gesicht sehen zu können. Er fühlte sich ermutigter und kam ihm langsam näher und vereinte ihre Lippen in einen hauchzarten, aber dennoch sehr intensiven Kuss. Seine Hand schmiegte sich gegen Chesters Wange und sein Daumen streichelte ihn dort. Vorsichtig, als wäre er sich noch unsicher, ließ er seine Hand von der Wange über den noch nackten Oberkörper des Älteren wandern. Er spürte, wie Chester unter seinen Fingerspitzen zuckte und nachdem er in ihren Kuss keuchte, wusste Mike, dass dies durchaus positiv zu deuten war.

Vorsichtig biss er den Sänger und neckend  strichen seine Finger nun oberhalb der Boxershort. Fast schon lauernd und dennoch verzagt. Mike löste sich und hauchte ihm einen Kuss gegen die Stirn. „Darf i-ich?“, flüsterte kaum hörbar und konnte seinen Blick nicht in Chesters Augen richten. Er spürte, wie sich seine Wangen erneut röteten und presste seine Lippen zusammen.

Chester schmunzelte schnaubend. Sein Magen krampfte, was der unglaublichen Nervosität, aber auch dem atemberaubenden Kribbeln zu verschreiben war. Tief atmete er ein und schaffte es genauso wenig, seinen Blick zu heben. Er zögerte, doch dann war es seine eigene Hand, die sich fast schon selbstständig gemacht hatte und Mikes einfing. Kurz spielte er mit ihren Fingern und führte ihn dann in seinen Schritt. Mikes Hand umfasste die bekleidete Wölbung und zuckend drückte er sich sanft keuchend gegen Mike. „Shit…“, knurrte er, als ihn ein erregtes Zittern erfasste. „M-Mikey…“

Hart schluckte Mike und schloss die Augen. Er drückte einen Kuss gegen Chesters Schläfe und musste sich erst selbst sammeln. Es war überwältigend Chester in dieser Art nahe zu sein und zögerlich begann er seine Hand massierend gegen die Erregung des Älteren zu bewegen. Nur sehr vorsichtig und fast noch etwas testend. Chester krallte sich an ihn und Mike gefiel diese Reaktion des Älteren.

„Michael!“, ertönte plötzlich die Stimme seiner Mutter aus dem Erdgeschoss.

Blitzartig drückte er sich von Chester und saß augenblicklich in seinem Bett. „Fuck.“, knurrte er und sah zu Chester, der ihn mit traurigen Augen musterte. Mike überlegte und beugte sich kurz zu ihm. Er küsste seinen Freund für eine Sekunde und streichelte über dessen Wange. „Versteck dich in meinem Badezimmer, bitte.“

Chester schnaubte und rollte sich aus dem Bett. „Das ist fucked up.“, brummte er und zog sich zügig an. „Ich verpiss mich. Lenk deine verdammten Eltern ab, dann schleich ich mich raus.“

„Chaz…“

„Nein. Ich will das nicht so. Ich liebe dich und… versuch es deinen Eltern zu erklären. Ich will nicht dein Geheimnis sein müssen.“, seufzte er und sah Mike flehend an. Der Jüngere stand daraufhin selbst auf und kam auf ihn zu. Chester schloss die Augen, als er von dem Emcee an den Hüften herangezogen wurde. „Ich habe eh Besuch da, wir sehen uns später. Ich verlasse dich nicht, aber… deine Eltern, müssen mich irgendwann wenigstens tolerieren.“

„Es ist noch relativ frisch mit uns. Gib mir Zeit. Im Moment ist ihnen noch nicht mal bewusst, dass ich mich nicht ihren Regeln beuge.“, flüsterte Mike etwas unsicher und legte seine Lippen sanft auf Chesters.

„… wir hätten miteinander geschlafen.“, hauchte Chester fast schon betrübt über den Fakt, dass sie auseinander gerissen worden waren. Der Sänger war sich sicher, dass er es so gewollt hatte und es endlich auch so weit gekommen wäre. Er hatte den Jüngeren bereits zwei Mal zurückweisen müssen, jedoch war diese Zeit der Unsicherheit nun vorbei. Chester wollte Mike auf diese intime Weise nahe kommen. Er wollte ihm alles schenken und nur allein der Gedanke daran, entfachte ein nervöses, aber auch sehr stark verlangendes Kribbeln.

„Das werden wir… schon bald.“, flüsterte Mike versprechend.

-

Trübsal blasend saß der junge Emcee am Frühstückstisch und stocherte in den kalt werdenden Rührei, das von seiner Mutter zubereitet worden war. Ihm entfloh immer mal ein leises Seufzen, während sich seine Gedanken ausschließlich um Chester drehten. Der Ältere hatte sich glücklicherweise ohne großes Aufsehen hinausschleichen können, da seine Eltern und auch Jason bereits gefrühstückt hatten, ehe er sich zu seiner Familie gesellt hatte.

„Ist dir nicht gut, Michael?“, fragte Donna mit sanfter Stimme und blickte ihren Jungen sorgenvoll an. Sie hatte Mike nun bereits einige Zeit gemustert.

Muto sah nunmehr ebenfalls über seine Zeitung hinweg, deren obere Kante er dazu umgeschlagen hatte. Michael sah von seinem unberührten Essen auf und blickte durch die Runde. Er sagte nichts, während sein Puls plötzlich bis zum Hals ging. Räuspernd legte Muto die Zeitung beiseite und nahm sich seinen dampfenden Kaffee. Er nippte abwartend an diesem. „Antworte deiner Mutter, Michael.“, forderte er streng.

„Uhm… alles okay, Mom.“, murmelte er und senkte seinen Blick wieder. Er machte sich auf seinen Stuhl unbewusst klein. Chesters Worte schwirrten unaufhörlich durch seine Gedanken und er hatte sich auch vorgenommen, das Thema ihrer Beziehung erneut aufzubringen. Doch er wusste was sie darüber dachten und befürchtete, dass sie ihn weiterhin nicht verstehen wollten.

„Was ist dann mit dir, Liebling?“, hakte sie nach. „Ich sehe doch, dass etwas nicht stimmt.“

Mike hielt inne und atmete tief durch. Sein Puls überschlug sich mittlerweile und mit einem plötzlichen Schub Mut ließ er klirrend seine Gabel auf den Teller fallen. Mit funkelnden Augen sah er seine Eltern an. „Es stimmt überhaupt nichts, Mom!“, keifte er auf einmal und sah wie seine Mutter überrascht zuckte und ihn mit ungläubigen Augen anstarrte. „Ich habe vermutlich die Liebe meines Lebens gefunden und ich muss ihn vor euch verstecken, weil ich für euch missraten bin. Und ihr es abscheulich findet, dass ich endlich wirklich glücklich bin!“

Muto spannte sich bei den Worten seines ältesten Sohnes merklich an. Seine Zeitung lag auf seinem noch unbenutzten Frühstücksteller und seine Hände ballte er immer wieder zu Fäusten. Mit einem plötzlichen Ruck, der durch den Körper von Muto zog, stand er und packte blitzartig seinen Sohn am Kragen und zog ihn von seinem Stuhl.

Der junge Emcee keuchte erschrocken. Sein Herz schlug nunmehr nervös und bis zu seinem Hals, doch sein Mut war dennoch nicht verflogen. Herausfordernd blickte er seinem Vater in die hasserfüllten Augen. Diese Abneigung zu sehen, machte ihm in diesem Moment noch nicht einmal etwas aus. Alles woran er denken konnte, war es seine Liebe zu Chester zu verteidigen. „Ich liebe Chester, Dad. Und ihr könnt einen Scheißdreck dagegen ausrichten!“

Jason schüttelte den Kopf und schrumpfte bei der angespannten Situation immer tiefer in seinen Stuhl. Mikes jüngerer Bruder schielte zu ihrer Mutter, die einerseits ziemlich mitgerissen schien und dennoch zeigte sie ihr großes Missfallen von Michaels Worten. Sie schnaubte und stand mit einem Augen rollen von dem Frühstückstisch auf. Sie wollte sich abwenden, als sie jedoch mit einem Fingerdeut zu Mike zeigte. „Du bist nicht mehr mein Sohn, wenn ich noch einmal diesen grässlichen Namen aus deinem Munde hören muss. Hast du das verstanden, Michael Kenji!?“

Noch immer in den stahlharten Griff seines Vaters gefangen, schielte er trotzig in die Richtung von Donna und schenkte ihr nur ein abfälliges Schnauben und grinste dann sogar noch frech.  „Chester…“, hauchte er und lachte dann leise. In diesem Moment waren ihm die harten Konsequenzen kaum bewusst. „Chester… Chester… Mom, ich liebe Chester!“, meinte er beinahe trotzig und mit jedem Mal lauter und deutlicher.

Mit einem empörten Keuchen, sah sie ihren Erstgeborenen abschätzig an und drehte sich dann offenbar verletzt von ihm ab. Sie rieb sich über die Augen und verließ hastig den Raum. Muto verstärkte nur seinen Griff an Michaels Kragen und als Letzterer wieder zu ihm sah und Muto das selbstgefällige Grinsen erkannte, hatte dieser sich nicht mehr beherrschen können. Es klatschte laut und Mike hielt sich keuchend die brennende Wange, als sein Vater ihm eine Ohrfeige mitgegeben hatte.

„Dad…“, kam es von Jason, der nunmehr selbst erschrocken aufgestanden war und das Szenario mit großen Augen begutachtete. Er litt mit seinem Bruder mit und auch wenn er selbst mit Mikes überraschender Homosexualität noch nicht wirklich zurechtkam, so war er dennoch tolerant und verstand die starke Abneigung ihrer Eltern nicht.

„Halte dich da raus, Jason!“, befahl Muto in einem strengen väterlichen Ton und riss an Mikes Kragen. Mit einem schmerzenden Griff langte er ihm nun ihn den Nacken und er drückte ihn voran. Aus dem Esszimmer hinaus zu den Treppen. „Müssen wir mit dir wirklich wieder alte Seite aufziehen, ja Michael? Ich bin so enttäuscht und das von meinem eigenen Sohn. Du bist eine Schmach für unsere Familie.“

„Dad, bitte… lass Mike doch-“, versuchte sich Jason noch ein weiteres Mal miteinzumischen. Er konnte kaum dabei zusehen, wie Muto mit Mike umging. Es schmerzte ihm selbst. Doch er kam nicht an seinen Vater heran, als er von diesem nur einen warnenden Stoß zur Seite bekam.

„Verschwinde nun Jason. Das hier geht nur deinen Bruder und mich etwas an.“, knurrte Muto und drückte seinen älteren Sohn die Treppen zu dessen Zimmer hinauf.

Mike biss kräftig die Zähne zusammen und drückte seine Augen schmerzerfüllt zusammen. Er keuchte leise und blieb allerdings standhaft. Er wollte nicht einknicken und würde alles über sich ergehen lassen, was nun auf ihn wartete. Als kleines Kind wurde er des Öfteren bestraft und er würde daher damit umgehen können.

Sein Vater schleifte ihn durch das Haus und sein Griff verstärkte sich immer mehr um seinen Nacken. Mike rollte eine Träne über die Wange, als er die Treppen zu seinem Zimmer hinauf gedrückt wurde. Mit einem kräftigen Schubs stieß ihn sein Vater in dieses und plünderte sogleich all seine elektronischen Geräte, mit denen er sich irgendwie die Zeit vertreiben könnte.

„Nimm! Nimm alles, mir scheiß egal!“, schnauzte Mike und wischte sich durch das Gesicht. Er spürte wie es vor brodelnder Wut nur so glühte und trotzdem kämpfte er tapfer gegen die Tränen an.

Muto blickte ihn warnend an. „Yamete!“, zischte er und deutete mit einem Zeigefinger zu seinem Sohn. „Ich will dich nicht wieder in den Schrank sperren müssen.“

„So wie du es früher gemacht hast? Als wir noch klein waren? Ich lass das nicht mehr mit mir machen, otou-san!“, schrie Mike zurück. „Watashi wa, anata ga daikiraidesu.“, knurrte Mike leise in sich hinein und ballte seine Hände zu Fäusten.

Muto blickte ihn nur perplex an. Er kannte seinen Sohn nicht dermaßen hartnäckig und ungehorsam. Er hatte ihn nicht so erzogen. Seine Worte verletzten ihn tief in der Seele und er wusste nicht mehr, wie er noch mit seinem Jungen umgehen sollte. Er presste seine Lippen zusammen. „Du wirst ihn nicht mehr sehen!“

„Aho!“, keifte Mike zurück und ehe er sich versehen konnte, dröhnte ein Klatschen durch Zimmer und seine Wange glühte. Sein Kopf war zur Seite geflogen und seine Wange begann nunmehr schmerzhaft zu pulsieren. Mike hob stöhnend seine Hand an die Stelle und blickte seinen Vater immer noch überheblich an. „Ich lass ihn mir nicht nehmen.“, hauchte er.

Muto wandte sich schnaubend ab und knallte die Zimmertür seines ältesten Sohnes hinter sich zu. Mike hörte, wie er ungeduldig den Schlüssel in das Schloss steckte und ihn einsperrte.

Mike sog seinen nächsten Atemzug tief ein und schloss die Augen. Einen Moment benötigte er um sich wieder zu sammeln und trat dann an seine Zimmertür heran. Er lauschte kurz durch das kühle Holz und sah dann zu seinem Zimmerfenster zurück. Chester war lebensmüde genug, um tagein und -aus über den Baum in sein Zimmer einzusteigen, doch Mikes Herz rutschte bei dem Gedanken in die Hose.

Er biss sich zögernd auf der Lippe herum und nickte dann etwas. Für Chester musste er sich das auch wagen. Mike musste zu ihm. Er brauchte seine Nähe und Zuneigung.

-

„Hey, wo kommst du denn mit Suzan her?“, grinste Elisa mit einem strahlendem Lächeln und schüttelte ihren Kopf verwirrt. Sie arbeitete im Tierheim und ließ gerade ein paar der Hunde aus ihren Käfigen, damit sich diese im Hintergarten etwas austoben konnten.

Brad zuckte mit den Schultern. „Ach ich war schon vor einer halben Stunde hier, aber du noch nicht, deswegen hab ich Suzan spazieren geführt.“, meinte er und beugte sich zu der Hündin hinab und kraulte sie kurz hinter den Ohren. Genießend drückte sie ihre Augen zusammen. Brad hatte die Hündin ziemlich schnell in sein Herz geschlossen.

Elisa grinste und kam auf die beiden zu. Sie band Suzan von der Leine und ließ sie mit den anderen Hunden wegtraben. Brad saß ihr in der Hocke gegenüber und sie sahen sich plötzlich an. Es war dieser gewisse Moment. Der Gitarrist spürte es in dem Blick den sie austauschten, der Moment, in dem sie sich beide unsicher fühlten. Unsicher darüber was als nächstes kommen musste.

Brad grinste und sah weg, als er aufstand. Damit die prekäre Situation nicht komplett komisch endete, nahm er Elisas Hand und zog sie nach außen auf eine kleine Holzbank, auf der sie bereits saßen, als Brad hier das allererste Mal gewesen war. „Wir sollten reden.“, meinte er geradewegs heraus und neigte seinen Kopf etwas mit einem schiefen Grinsen.

Elisa bekam große Augen. „Oh… sollte ich mir- Sorgen machen?“, meinte sie etwas eingeschüchtert.

Brad lachte leise auf und schüttelte den Kopf. „Im Gegenteil; hoffe ich jedenfalls.“, antwortete er und wurde etwas rot. Nun doch etwas verunsichert rieb er sich im Nacken und zuckte hilflos mit den Schultern. „Ich weiß, dass geht vielleicht etwas schnell. Aber ich mag dich wirklich sehr gern, Elisa-“

„Oh, nein Brad… d-das geht mir zu wirklich zu schnell.“, meinte sie und schüttelte abwehrend mit dem Kopf. Sie sah ihn entschuldigend an. „Eine Beziehung- und was ist mit-…“

Zuerst war Brad erschrocken zusammengezuckt, doch nun entspannte er sich wieder. „Ich wollte nur nach einem Date fragen.“, lächelte er charmant und nun war es Elisa die überrascht zuckte und rot anlief.

„Wow.“, lächelte sie und fühlte sie sehr geschmeichelt. Sie spielte nervös mit ihren Fingern und ließ ihren Blick in ihren Schoß fallen. „Aber Brad-… was ist denn mit, nun ja… ihr?“

Der Gitarrist atmete tief durch und kaute etwas auf seiner Lippe. „Ich will ehrlich sein. Ich konnte noch immer nicht mit ihr reden… also in dieser Hinsicht bin ich quasi noch in einer Beziehung. Aber – Elisa… ich sehe in dieser keinen Sinn mehr. Ich fühle mich von Liv hintergangen und… nun ist noch ein… viel bezauberndes Mädchen in mein Leben getreten.“, hauchte er schmalzig und streichelte vorsichtig und mit zittrigen Fingern eine Haarsträhne von ihr hinter ihr Ohr.

Elisa lachte leise und sah mit schimmernden Augen wieder zu ihm auf. „Du bist doof.“, hauchte sie mit glühenden Wangen. „Okay. Einverstanden. Ein Date.“, nickte sie und schenkte ihm eine Umarmung.

Brad hatte gar nicht mitbekommen, wie er erwartungsvoll die Luft angehalten hatte, erst als sie ihm zusagte und er nach dem nötigen Sauerstoff schnappte. Er grinste freudig und erhob sich dann. Etwas außer sich wusste er nicht, was er zuerst tun sollte und lachte dann auf. „Okay- uh… dann sollte ich gleich los.“

„Gleich heute?“, keuchte sie erschrocken, aber schien nur überrascht und nicht abgeneigt.

„Hast du denn an diesem Freitagabend schon etwas Besseres vor?“, fragte er und versuchte keine Zweifel aufkommen zu lassen.

Sie kicherte etwas und neigte ihren Kopf überlegend, doch schüttelte dann ganz sanft den Kopf. „Außer mit Eskil auf der Couch, vor dem Fernseher zu kuscheln, eigentlich nicht.“, hauchte sie und sah ihn mit funkelnden Augen an. „Ich denke, Eskil kann es mir verziehen, wenn ich ihn versetze.“

„Sehr schön.“, lächelte er und trat wieder näher auf Elisa zu. Sie saß noch auf der Bank und sah zu ihm auf. Ihre Wangen schimmerten in sanften ròse und ihre Augen strahlten voller Aufregung und Rührung.

Brad schluckte schwer, doch zögerte keine Sekunde, als er sie vorsichtig an ihrer Schläfe küsste. Er hörte, wie sie leise nach Luft schnappte und musste grinsen. Ihre Wangen färbten sich noch ein ganzes Stück röter. „Komm doch einfach später zu unserer Bandprobe.“, schlug er vor und musterte Elisa. „Treff die Jungs, hör uns zu und danach, machen wir etwas zu zweit.“

Elisa presste ihre Lippen zusammen und unterdrückte ihr überwältigendes Strahlen. „Ja, bis… bis dann, Brad.“, hauchte sie.

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tbc -    Rückmeldung wäre lieb.
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