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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
08.08.2015 4.111
 
✌ danke für alles.

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21. Kapitel


Sean nickte interessiert und sah durch die vielen verschiedenen Gesichter. Chester hatte seine neuen Bekanntschaften ausführlich vorgestellt. Ryan und er haben dadurch einen großen und im Allgemeinen ziemlich positiven Eindruck von Chesters Umgebung bekommen. Ihnen waren die Jungs sympathisch.

Etwas das besonders Sean zu beruhigen schien. Sie sind von Phoenix losgefahren und hatten sich schon viele Szenarien vorgestellt. Chesters leicht verzweifelte Stimme am Telefon, hatte sich in Seans Gehörgang gebrannt und da er den Kleinen kannte, wusste er, dass ihr Sänger gern beschönigte. Weswegen er seinen Erzählungen nicht allzu viel guten Glauben geschenkt hatte.

Sie hatten befürchtet, dass Chester wohin gelangt war, wo er sich nicht richtig etablieren konnte. Einfach aus dem simplen Fakt heraus, dass er einen ganz anderen nicht so exklusiven Lebensstil gewohnt war. Es gab nun einmal die Vorurteile, die wie ein Stigma auf der Stirn prangten. Doch er schien gut aufgenommen worden zu sein und auch sie selbst, wurden freundlich begrüßt, wenn auch zuerst etwas kritisch beäugt.

Ryan nickte und sah sich neugierig um. Drehte sich kurz um seine eigene Achse und sah die Instrumente. Die Garage wirkte nicht wie eine, sie war gut in einen Proberaum umfunktioniert worden. Es sah gemütlich aus. „Ihr seid also Xero…“, nickte er und lächelte dann zu der Band.

„Sie sind genial. Sie mischen Rap mit Rock!“, rief Chester begeistert hervor und sah dabei zu wie sich Xero etwas zurückhaltender verhielten. Beinahe erschien es ihm so, als würden sie sich nun etwas vor seinen Freunden und seinem großen Lob zieren.

„Uh, ja…“, nickte nun Joe und rieb sich etwas unbeholfen im Nacken. Brad war kurz zurück ins Haus gelaufen und kam nun wieder mit einem Tablett mit Getränken hinaus. Im Kühlschrank hatte er eine Glaskaraffe mit selbstgemachter Limonade von seiner Mutter gefunden und brachte diese nun mit ein paar Gläsern.

„Wir sind ziemlich stolz Chester nun unseren Sänger nennen zu dürfen.“, meinte der Gitarrist, als er das Tablett auf den Tisch abstellte, als sie sich nun alle auf den Sofas verteilten.

Chester sog scharf die Luft ein und spürte wie sein Herz stehen blieb. Er schüttelte erschrocken und fast schon etwas panisch den Kopf und hielt seine Hände symbolisch aufhaltend von sich weg. „Uh, das ist noch nicht geklärt, man… es tut mir leid, Sean, Ryan…“, meinte er und verhaspelte sich fast mit den Worten. Sein Puls stieg rasant und er schluckte schwer. Bittend sah er zu seinen alten Freunden. „I-Ich… möchte Grey Daze nicht hintergehen, Jungs. Ich liebe unsere Band!“, versprach er mit viel Nachdruck in der Stimme.

„Oh.“, murmelte Brad und presste seine Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Er sah zwischen den beiden Parteien hin und her und befürchtete etwas Falsches gesagt zu haben. „… sorry. Es ist mehr oder weniger der Wunsch von uns… da Mark gerne gehen würde.“, setzte er nach, um eventuell einen entfachten Streit noch einmal gerade so aus dem Weg gehen zu können.

Ryan atmete tief durch und blickte vielsagend, aber dennoch nur flüchtig zu seinem Kumpel und lehnte sich etwas zurück. Er verzog den Mund kritisch, doch begann schließlich zu grinsen. „Nein, man…“, meinte er und schüttelte den Kopf. „… die ganze Scheiße ist so fucked up, Chaz… mit deinem Dad… und man, deine Mom hat richtig gehandelt.“

Sean nickte zustimmend. „Wir sind froh darum. Besonders nun, wo wir uns sicher sein können, dass es dir auch wirklich gut geht. Ehrlich keiner aus der Band hat mehr damit gerechnet, dass wir weitermachen können. Das du je zurückkommst… ich mein, wir sind doch auch froh, dass du und deine Mom von dort weg seid.“

Chester seufzte und rieb sich nunmehr gestresst über die Schläfen. Grey Daze war seine Band gewesen. So viel Leidenschaft hatte er in diese gesteckt. Jeder einzelne Songtext, die er oft  auch zusammen mit Sean geschrieben hatte, bedeutete ihm so viel. Ungern wollte er den Fakt hinnehmen, dass die Band sich wohl doch wirklich ganz offiziell auflösen würde. Zuvor hatte er zumindest noch die Hoffnung besessen, irgendwann zurückgehen zu können. Doch damit musste er sich nun wohl abfinden.

Er zuckte etwas, als Mike ihm einen Arm um die Schultern legte. Er grinste kurz zu ihm und dankte ihm still für seine Unterstützung. „Okay, dann… sucht ihr jemanden für mich, oder…?“

„Nein. Kein Chester, kein Grey Daze…“, meinte Sean nickend und sprach damit auch für die restlichen Mitglieder von Grey Daze, mit denen er besonders in den letzten paar Tagen darüber diskutiert hatte.

Es schmerzte, dies zu hören und Chester atmete tief durch. „Und wie läuft Orgy, Ryan?“, fragte er schließlich nach dessen Band, einfach um sich ablenken zu können.

Ryan lächelte etwas. „Gut, gut… sind momentan vermehrt im Studio. Habe mir heute mal freigenommen, um meinen Chazman zu besuchen.“, meinte er mit einem Augenzwinkern und brachte Chester dazu sanft zu grinsen.

„Ja? Das… das ist gut.“, nickte Chester und Mike zog ihn nunmehr an seine Seite und hauchte ihm einen Kuss gegen die Schläfe. Der Jüngere spürte, dass die Sache mit Chesters alter Band diesem ziemlich nahe ging. Er wollte ihm wenigstens ein klein wenig Aufmunterung schenken.

„Sorry, wegen eurer Band.“, murmelte der Emcee und sah dabei auch Sean an. Dieser nickte ihm dankbar zu und zuckte allerdings die Schultern. Sie könnten ohnehin nichts daran ändern.

„Chaz sollte bei euch singen.“, meinte Chesters Kumpel dann überzeugt und der Sänger lupfte eine Augenbraue. Etwas überrascht über die Aussage von Sean und beinahe auch etwas gekränkt. Er musste noch mit dem endgültigen Gedanken Grey Daze komplett aufgeben zu müssen, klar kommen und dieser steckte ihn schon in die nächste Band. Etwas, dass er bisher noch abzuwimmeln versucht hatte. Sean grinste ihn aufbauend an. „Schau nicht so, du würdest nur am Rad drehen, wenn du nicht mehr singen könntest…“

„Aber-“

„Kein Aber, Chaz. Sie wollen dich und du scheinst auch ziemlich begeistert von diesem Stil zu sein, versuch es. Tu dir diesen Gefallen… du hintergehst uns damit nicht. Es ist nun einmal so gelaufen. Und es ist schade, aber okay.“, versicherte ihm Sean zuversichtlich nickend, bevor er auffordernd in seine Hände klatschte und alle durch die Bank ansah. „… aber lasst doch mal etwas hören. Wir sind ganz neugierig.“, meinte er nun und schien plötzlich wie ausgewechselt. Neugierig und euphorisch sah er Xero an und stieß Ryan an, der weniger enthusiastisch, aber dennoch interessiert nickte und grinste.

-

Charlene schritt den Gehweg zügig entlang. Ihn ihren beiden Händen trug sie braune Einkaufstüten, da sie am frühen Morgen von Rebecca gebeten worden war, ein wenig einzukaufen, wenn sie nach dem Arbeiten nach Hause gehen würde. Sie blies erschöpft ihre Wangen auf und war ziemlich erleichtert, als sie das Haus der Delsons schon sehen konnte. Das Garagentor stand offen und an ihr Ohr drang der Klang der Bandprobe.

Als sie näher kam, bemerkte sie einen Wagen, der ihr auf den ersten Blick bekannt vorkam. Verwirrt begutachtete sie ihn näher und bemerkte dann das Kennzeichen aus Arizona. Sie schluckte und war kurz dem furchtvollen Gedanken erlegen, dass ihr Mann sie hier gefunden hatte. Doch dafür war alles viel zu friedlich und als sie sich von ihrem ersten Schock erholt hatte und einen zweiten genaueren Blick darauf warf, fiel ihr auch auf, dass es sich um Chesters Kumpels handeln musste.

Scharf sog sie die Luft ein und verfluchte ihren Sohn für ein paar Sekunden. Sie wollte Chester nichts Schlechtes und doch war es schlecht, wenn immer mehr Leute aus ihrem alten Leben wussten, wo sie sich aufhielten. Denn damit wuchs auch einfach die Gefahr, dass Lee sie wiederfand. Charlene glaubte nicht einmal daran, dass ihr Mann sie wegen des Familienlebens suchen würde, sondern nur aus dem reinen Fakt heraus, um sich für ihre Aktion zu rächen.

Charlene wusste, dass er in seinem Umfeld nicht gut dastand und in seinem Stolz ziemlich gebrochen war. Es klang einfach nicht gut, wenn die Ehefrau mit dem jüngsten Sohn mitten in der Nacht ohne jegliche Spur das Weite suchte. Chester Mutter atmete tief durch und lief zur Garage. Lächelnd sah sie den Jungs bei ihrer Probe zu und entdeckte schließlich auch Sean und Ryan auf den Sofas sitzen. Chester war bei ihnen und sie kam auf die drei zu.

Chester lächelte sie freudestrahlend an, als sie ihre Tüten erst einmal abstellte und die Jungs begrüßte und dann zu ihm kam. Flüchtig streichelte sie ihm wie bei einem kleinen Jungen über die Haare und ließ sich dann erschöpfte neben ihn auf die Couch plumpsen. „Ich sehe du hast Besuch?“, meinte sie freundlich, doch sah ihn vielsagend an.

Chester lehnte sich etwas an ihre Seite und legte seinen Kopf auf die Schulter seiner Mutter. „Sie wissen es von Brian, sorry Mom.“, erklärte er knapp.

Seufzend zupfte sie ein paar Fusel von ihrer Hose und schenkte ihm einen weichen Kuss auf die Stirn. „Schon gut, ich möchte nur nicht, dass Lee an die Adresse kommt…“

„Wissen sie.“, beruhigte Chester und grinste leicht zu ihr hinauf. Der letzte Song der Probe verklang in der nicht schalldichten Garage. Ryan und Sean schienen völlig begeistert zu sein und begannen zu klatschen und zu jubeln. Chester lachte etwas, da die beiden beinahe schon so laut waren, als hätte Xero nun vor einem kleinen, aber gut gefüllten Club gespielt.

„Das kling wirklich wahnsinnig gut!“, lobte Sean und Ryan nickte.

Charlene schloss sich nun dem klatschen grinsend an. Sie stand nun auf und lächelte zu den beiden Besuchern. Sie ließ ihre Hände durch deren Haare fahren. „Später kommt ihr beide quatschen.“, meinte sie und nahm dann ihre Einkäufe, um diese in der Küche und er Speise zu verstauen.

Da Brian bei seiner Freundin lebte, hatte dieser auch keinen genaueren Einblick in das alte Viertel von Charlene und Chester. Daher entschied sie sich dazu, dass es okay war, ein paar alte Kontakte wieder etwas mehr aufleben zu lassen. Einfach um auf den neusten Stand zu bleiben, wie Lee agierte und ob er sich darum bemühte, seine Familie ausfindig zu machen. Sean und Ryan hatten sich als sehr gute Freunde ihres Sohnes bewiesen. Sie liebten ihren jüngsten Sohn und wenn er bei den beiden gewesen war, hatte sie sich auch selten Gedanken um dessen Wohlbefinden gemacht. Charlene vertraute ihnen.

„Klar, Mom…“, zwinkerte Sean Charlene nach und spürte dann, wie Chester sich zwischen ihn und Ryan quetschte.

Er grinste bereit und sah die Jungs an. „Die Songs find ich gut… ich freue mich schon, die einzustudieren.“

Mike lachte leicht und stellte seine Gitarre in deren Ständer zurück. Er lief zu seinem Freund und beugte sich zu ihm, um ihn sanft zu küssen. „Du Probe ist nun aus, wir sollten los…“, meinte er und sah Chester grinsend an.

Der Ältere schien es in der ganzen Aufregung schon wieder ganz vergessen zu haben und sah verwirrt zu ihm. Zögerlich drückte er sich von der Couch auf und stand auf. Er sah sich etwas um und zuckte unwissend mit den Schultern. „Wohin? Ich mein Sean und Ryan sind doch nun hier.“

Mike verzog entschuldigend den Mund und rieb sich mit einem Schultern zucken über den Rücken. „Sorry, Babe… aber ich hatte doch eine Überraschung für dich. Ich kann das… nun nicht einfach verschieben.“

„Oh!“, keuchte Chester mit großen Augen und begann zu nicken. „Fuck. Uhm…“

„Geh doch, wir brauchen keinen Babysitter, Chazman… wir bleiben schon noch ein wenig, wir haben ein Motel.“, beruhigte Ryan seinen Kumpel sofort und sprang mit auf. Er klopfte ihm auf die Schulter und sah vielsagend zu Mike. „Lass dich von ihm verwöhnen.“

Der Emcee sah peinlich berührt zu Boden hinab und räusperte sich etwas. „Komm…“, hauchte er dann und schnappte nach Chesters Hand. Er drückte sie fest und grinste flüchtig zu seinem Freund.

Chester winkte nur seinen beiden Kumpels und den Jungs aus der Band und schritt Mike zügig nach. Der Jüngere schien beinahe von ihren Freunden flüchten zu wollen und Chester lachte etwas überrumpelt, als sie sich dann in Mikes Wagen setzten. Er zog den Gurt um sich und schnallte sich an. „Was hast du geplant?“, fragte er neugierg und biss sich auf die Unterlippe.

Mike atmete tief durch und schielte zu ihm, bevor er den Wagen anließ, um loszufahren. Er schüttelte den Kopf und bleckte ihm neckend die Zunge. „Kennst du nicht die Definition von Überraschung, Chester?“, grinste er und  legte ihm dann beruhigend seine Hand auf den Oberschenkel. „Sagen wir so, ich konnte in letzter Zeit viel Radio hören und… ein Bekannter, der mir noch etwas schuldete, arbeitet bei dem Sender.“

Chester hatte ihm genau zugehört und legte seine Hand nun über die des Jüngeren. Er verschlang seine Finger mit Mikes und sah überlegend aus dem Fenster. „Du bist mies, das sagte mir so viel, wie gar nichts.“, brummte er und seufzte. „Gib mir einen Tipp, Mikey bitte… Babe.“

„Mich zu babe’n bringt dir dabei auch nichts, Chaz. Warte einfach ab.“, lachte Mike und ergötzte sich schon an dessen Ungeduld. Sie mussten etwa eine knappe dreiviertel Stunde fahren, um ein Stück  nach Los Angeles zu kommen. Chester hörte in dieser Zwischenzeit nicht auf zu quengeln und Mike amüsierte sich köstlich über dessen Flehen und seinen Mutmaßungen.

„Avenue of the Stars…“, las Chester den Straßennamen und verzog das Gesicht. „Mikey, hast du vor-, warum… hey parken wir?“, quasselte er und sah dann aus dem Beifahrerfenster. „The Hyatt Regency Hotel… Mike. Zum Ficken hätten wir auch zu dir gekonnt… oder Brad, dem wollte ich es ohnehin noch heimzahlen…“

Mike klapste ihn auf den Oberschenkel und schüttelte tief durchatmend den Kopf. „Du kannst verdammt anstrengend werden, wusstest du das?“, lachte er und scheuchte seinen Freund anschließend aus dem Wagen. Er kam zu Chester und schnappte sich wieder dessen Hand. Zusammen liefen sie in das Hotel und Mike ließ den Älteren anschließend nochmals kurz stehen, als er an die Rezeption lief.

„Welches Zimmer haben wir? Du hast doch gar keinen Schlüssel.“, stellte Chester fest, als der Jüngere wieder zu ihm zurück gelaufen kam. Er hatte sich bereits in der großen Lobby umgesehen. Chester war begeistert es sah wirklich gut und sicherlich nicht billig aus.

„Wir sind auf dem Dach, Babe…“, zwinkerte Mike und nickte zu den Aufzügen. Erneut nahm er Chesters Hand und zog ihn mit sich.

Der Ältere japste etwas und verstand den ganzen Aufwand den Mike betrieb nun überhaupt nicht mehr. Er atmete tief durch und verdrehte die Augen. „Was willst du da oben… sag mir doch endlich, was abgeht.“, brummte er. So langsam riss ihm die Geduld und er wurde etwas unleidlich.

Der Emcee zog ihn in deinen Fahrstuhl und drückte ihn an dessen Wand. Er schob sein Knie zwischen die Beine des Älteren und drückte sanft nach oben, in Chesters Schritt. Mit großen Augen starrte der Ältere ihn an und keuchte. Seine Augen flatterten genießend zu und Mike küsste ihn flüchtig. „Es wird dir gefallen, warte nur ab, bis wir oben sind.“

„Du bist so fies.“, nuschelte Chester, als sie Mike nun auch wieder von ihm löste. Er atmete tief durch und versuchte sich wieder etwas zu sammeln. Ihm war gerade eben heiß und kalt auf einmal geworden. Er wünschte sich Mike zurück. Er biss sich auf die Lippe und schluckte schwer. Chester versuchte ruhig zu bleiben und nun war er es, der Mikes Hand in seine nahm.

Chester fühlte, wie sich immer mehr Spannung zwischen ihnen aufbaute und mit einem schelmischen Grinsen sah er zu Boden. In Mikes Wagen hatte er noch einen ironischen Witz darüber gerissen, doch eigentlich war er sich sicher, dass sie bald Sex haben würden. Er fühlte sich jedenfalls sicher. Chester wollte so weit gehen. Er grinste und sah zu wie sie nun endlich in der letzten Etage ankamen. Sie traten in den Flur hinaus und der Sänger sah sich gespannt um. Alles wirkte ganz normal, nur die Tür zum Treppenhaus hinauf zum Dach stand offen. „Komm…“, meinte Mike und zog ihn mit sich.

Chester nickte und folgte. Sie gingen ein paar Treppen und Chester konnte nunmehr schon Stimmen hören. Es verwirrte ihn weiterhin. Offenbar schienen sie nicht alleine zu sein. Mike grinste nur und schickte ihn dann vor. Chester schluckte und trat auf das betonierte Dach hinaus.

Er blinzelte kurz. Die Sonne schien heiß auf das Dach hinab. Der Himmel war strahlend blau. Es waren hölzerne Klappstühle aufgestellt. Ein paar grüne Pflanzen stand dekorativ herum und dann erblickte Chester eine Art Podest. Ein Banner war daran befestigt, den er laut vorlas: „World famous KROQ 106.7 fm…“, nuschelte er und drehte sich dann japsend zu seinem Freund um. „Wer spielt hier? Das ist eine Bühne, Mike.“

Stolz grinste Mike breit und schloss ihn in seine Arme. Der Jüngere schenkte seinem Freund einen sanften Kuss. „Ein kleines Event, moderiert von 'Breakfast in Bed with Kevin & Bean' KROQs Morning Show. Sie präsentieren… die Stone Temple Pilots, Baby.“, hauchte er und grinste dann breit.

Chester japste mit großen Augen und wurde ziemlich unruhig in Mikes Armen. Überwältigt lachte er auf und warf sich dann wild um Mikes Hals. „Oh Gott, Michael!“, keuchte er überaus überrascht. „Oh fuck, verarsch mich nicht… ehrlich… i-ich sehe STP?“

„Ja, du siehst deine Lieblingsband. Aber-…“, begann er und befürchtete schon Chester würde das ‚Aber‘ wieder stutzig machen, doch dieser kam kaum aus seiner Freude heraus. Mike hatte Mühe ihn ruhig in den Armen halten zu können und lachte selbst sanft. „Hey, beruhig dich für einen Moment, Chaz. Sie spielen nur ein Acoustic Set von ein paar Songs, dafür gibt es aber dann noch ein Q&A.“

„Oh Gott,… fuck, ich liebe dich, Mike!“, platzte Chester mit Freudentränen in seinen Augenwinkeln hervor. Er schluckte etwas, als ihm die magischen Worte praktisch aus dem Mund gefallen waren und versteifte sich kurz. Es war die Wahrheit, er liebte Mike und dennoch hatten sie sich dies noch nicht gegenseitig eingestanden. Vorsichtig löste er sich und sah mit roten Wangen zu Boden.

Zärtlich ließ er seine Hände über Mikes Schultern fallen und streichelte zu seinem Oberkörper. Chester sah dabei jedoch nicht auf und schluckte schwer. Mikes Herz hatte sich beinahe überschlagen und er nahm Chesters Hände in seine. „Gern geschehen, Chaz. Komm die Band ist sicherlich gleich da. Wir sollten uns den anderen anschließen.“

Die Band war ganz gut drauf gewesen. Die Fans hatten breit geschmunzelt, als Kevin und Bean sie angesagt hatten und Stone Temple Pilots in gemütlichen Schlafanzügen und Bademänteln auf das Dach gestiegen waren. Sie begrüßten und bedankten sich bei den anwesenden Fans und begann ihr kurzes Set mit einem Cover von Gilberto & Getz's  'Girl From Ipanema'.

Chester lachte leise und schüttelte sanft den Kopf, als Scott den Text nicht ganz zusammen brachte und schließlich anfing nur noch 'do do do' über die Melodie hinweg zu singen. „So typisch Scott und er ist mein Idol.“, lachte Chester sanft und hielt sich an Mikes Hand fest. Danach folgten noch Songs wie ‘Lady Picture Show’ ; ‘Seven Caged Tigers’  und ‘Creep’. Die sie fehlerfrei performten. Chester bekam die Chance eine Frage zu stellen und Mike sah glücklich dabei zu, wie Chester die Zeit auf dem Hoteldach völlig zu genießen schien.

Er hatte einen guten Einfall gehabt und war froh, diesen auch so durchgezogen zu haben. Es machte ihn überaus glücklich, Chester so entspannt zu sehen. Der Ältere strahlte voller Freude und Spaß und Mike wusste, dass seine Überraschung gut angekommen war. Besonders, als er Chester ‚ich liebe dich‘ sagen hören konnte. Etwas mit dem er nicht gerechnet hatte. Sein Herz flatterte noch immer aufgeregt, wenn daran dachte. Grinsend lehnte er sich zu seinem Freund und küsste dessen Wange.

Chester sah grinsend zu ihm und biss sich sanft auf die Lippe. „Danke für das hier.“, hauchte er und rieb sich kurz über die Augen, da seine Sicht etwas verschwommen war. Etwas ausgelaugt lehnte er sich zufrieden seufzend an Mikes Schulter.

Der Jüngere lächelte stolz auf sich selbst und streichelte seinem Freund über den Kopf. „Oh.“, murmelte er und sah Chester etwas besorgt an. „Du bist ganz warm. Wir sollten langsam gehen, vielleicht tat dir die viele Sonne hier oben nicht gut.“, meinte er fürsorglich und blinzelte zu seinem Freund. Er schenkte ihm einen sanften Kuss gegen die warme Stirn. Die Band war ebenfalls wieder verschwunden und die Veranstaltung begann sich allmählich aufzulösen.

„Ok.“, hauchte Chester und blinzelte etwas. Er streckte sich etwas und stand langsam auf. Ihm wurde etwas schwindelig und schnell hielt er sich an Mike. „Mir… geht es auch nicht so toll gerade, gehen wir.“

Mike nickte und gemeinsam liefen sie wieder hinab zum Auto. Der Jüngere kramte eine Wasserfalsche von den hinteren Sitzen hervor und reichte sie dem Sänger, bevor er losfuhr. Chester trank beinahe die ganze Flasche leer und fiel dann während der Fahrt zurück nach Agoura Hills in einen sanften Schlaf. Mike schielte immer wieder zu ihm, um sicher zu gehen, dass alles okay war und schmunzelte dann etwas.

Er parkte vor der Garage seiner Eltern und sah zu seinem Freund zurück. Er sah niedlich aus und Mikes Herz erwärmte sich bei dessen Anblick. „Hey Babe… aufwachen, wir sind bei mir daheim.“, hauchte er zu ihm. Andächtig hob er seinen Arm und begann ihm zärtlich über die Wange zu streicheln.

Chester hatte nicht wirklich tief geschlafen und wachte daher von Mikes sanften Berührungen schnell auf. Er blinzelte etwas schlaftrunken und schluckte dann. „Bei dir?“, hauchte er und sah kritisch zu seinem Freund zurück, der ihn nur sanft anlächelte.

„Schon okay. Meine Eltern sind noch lange auf Arbeit, wie immer.“, beruhigte er ihn und stieg dann aus. Mike umrundete seinen Wangen und öffnete dann die Tür für Chester, der noch zu zögern schien. Langsam hupfte er aus dem Auto und sah noch immer unsicher umher. Mike grinste und gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. „Scheiß doch auf meine Eltern, Chaz. So wie auf Dave.“, meinte er und zog seinen Freund dann mit sich.

Chester atmete tief durch und folgte Mike zu dessen Zimmer. Noch immer erschöpft legte er sich auf das Bett des Jüngeren und rieb sich über die Schläfe. Umständlich zog er sein Shirt aus und öffnete seine Jeans.

„Fuck Chester!“, keuchte Mike und starrte ihn mit großen Augen an. Er schluckte schwer und kam näher. Der Ältere war erschrocken zusammen gezuckt und sah fragend zu ihm auf. Der Emcee kam zu ihm und kniete sich vor den Älteren. Zitternd ließ er seine Finger über einen großen Fleck an Chesters Seite schweben. Er traute sich kaum es anzufassen. Es schimmerte lila und sah schmerzhaft aus.

Verwirrt blickte Chester und drückte überrascht an der Stelle herum. Er zuckte unbekümmert mit den Schultern. „Muss ich mich wohl irgendwo angestoßen haben. Tut nicht mal weh. Vergeht wieder von selbst.“, meinte er gelassen und grinste etwas zu seinem Freund. Er nahm ihn an dessen Arme und zog ihn mit sich auf das Bett. „Kuschel lieber mit mir, um den Tag perfekt enden zu lassen.“

Mike atmete tief durch und musterte seinen Freund. Er sah nicht sehr gut aus und er legte ihm nochmal die Hand gegen die Stirn. Der Ältere war noch immer ziemlich warm und er schüttelte den Kopf. „Du hast bestimmt einen Sonnenstich abbekommen. Ist dir übel?“

„Nicht wirklich. Wird schon, komm her, Baby. Du bist eh die beste Medizin.“, forderte Chester seinen Freund auf und streckte seine Arme breit aus. Mike sah ihn eindringlich an und gab sich dem Älteren dann jedoch hin. Vorsichtig kuschelte er sich gegen dessen nackten Oberkörper und war ganz angetan davon.

Alles kribbelte  und sein Herz schlug schwer in seiner Brust. Er drehte sich mit seinem Kopf so, dass er zu ihm auf sehen konnte. Etwas geistesabwesend, zog er sanfte Kreise mit seinen Finger auf Chester Brust. Seine Haut fühlte sich so weich an. „War es nun ein schöner Tag für dich?“, fragte er interessiert nach.

Chester spürte schon wieder, wie seine Augen schwerer wurden. Er fühlte sich unglaublich wohl, als sie so aneinander gekuschelt da lagen. Er hob einen Arm und streichelte seinem Freund durch die schwarzen Haare. Der Ältere grinste strahlend zu ihm und nickte sanft. Kurz überlegte er, was er ihm antworten sollte und atmete dann tief durch. „… ich liebe dich, es war perfekt.“, hauchte er mit verliebt funkelnden Augen.

Genießend flatterten Mikes Augen für einen kleinen Moment zu. Chesters Liebesbekunden brachte ihn um den Verstand. Sanft drückte er sich von dem Sänger. Er sah ihm tief in die schokobraunen Augen, in denen er sich verlieren konnte und legte dann ganz langsam seine Lippen auf Chesters. Der Halbjapaner küsste ihn langsam aber intensiv und ließ seine Fingerspitzen über dessen warme Haut tanzen.

„Ich liebe dich auch, Baby.“, hauchte er grinsend.

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tbc
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