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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.06.2015 4.279
 
Wow! Eine weitere Empfehlung. 7 neue Favouriteneinträge. 3 neue Reviews. Das ist eine geniale Statistik, die euch zu verdanken ist. ♡
FOL ist auch kurz vor der 100ter Marke von den Reviews. Wow, ehrlich, wow! :)

'Fortune Of Life' hat hiermit Perfectly Imperfect vom Thron gestoßen. ♛

Noch dazu feiere ich heute  mein insgesamt 100. Kapitel!


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20. Kapitel



Mikes erster Tag in Freiheit. Sein Hausarrest war nun abgesessen und der junge Emcee war deswegen  besonders Früh aus den Federn gesprungen. Seine Vorfreude ließ ihn keine Müdigkeit verspüren und selbst wenn er noch zu Hause in seinem Zimmer stand, so fühlte e sich bereits frei.

Übermütig riss er sein Fenster auf und atmete tief durch. Heute würde er endlich wieder zur Bandprobe dürfen und dort würde er Chester in seine Arme ziehen und ihn küssen. Obwohl der Ältere täglich bei ihm gewesen war vermisste er ihn unheimlich. Ohne dessen ständige Präsenz fühlte er sich schon fast einsam und einfach nur leer. Chester erfüllte seine Tage mit einem blendenden Licht, sein Lächeln schenkte ihm eine unbeschreibliche Unbeschwertheit und seine schokobraunen Augen eine unfassbare Wärme.

Mike war unheimlich stolz ihn seinen festen Freund nennen zu dürfen und würde ihn niemals mehr hergeben wollen. Denn Chester gab sich nicht einfach auf und auch die Baumaktion, zeigte dem Halbjapaner, dass der Sänger auch ihn nicht aufgeben würde.

Die Zeit, die er alleine in seinem Zimmer verbringen hatte müssen, hatte er damit verbracht mit etwas Musik im Hintergrund zu zeichnen. Für Motive hatte er kaum Zeit verschwendet. Es war ziemlich schnell klargestanden, dass Chester ihm als Vorlage dienen würde. Mit seinem ersten Versuch war er gar nicht zufrieden gewesen und Mike hatte für sich festgestellt, dass er den Älteren nicht genug betrachtet hatte, sodass er die feinen, wunderschönen Gesichtszüge zu studieren begann, wenn Chester bei ihm gewesen war und sich mit jeder Musterung und jedem Pinselstrich mehr in ihn verliebte.

Normalerweise schaltete er nach ein paar Minuten völlig ab. Mike bekam dann von seiner Umgebung kaum etwas mit und konzentrierte sich nur auf den Pinsel oder den Stift in seiner Hand. Doch diese Male hatte er sich immer wieder dabei erwischt, wie er bei einer ganz besonders interessanten Werbung aufgehört hatte, die im Radio alle halbe Stunde geschalten worden war. Er hatte bei dieser an Chester denken müssen und ihn überraschen.

Er wollte ihm eine Freude machen und so, konnte er es kaum mehr erwarten, das Haus endlich verlassen zu können. Die Probe fand schon ziemlich früh statt. Es war erst um Mittag, obwohl sie außerhalb der Ferien immer erst gegen Abend probten.

Als Mike bei den Delsons ankam, war das Garagentor bereits offen und die meisten seiner Bandmitglieder warteten schon geduldig. Brad brachte Getränke und grüßte ihn. „Ich hau Chester gleich nochmal aus den Federn.“, zwinkerte er ihm zu.

-

Chester wusste, dass ein sehr warmer Tag bevorstand, als er noch auf seiner Schlafcouch lag und um seinen Schlaf kämpfte. Dieser wurde ihm allerdings jäh von den hellen Sonnenstrahlen geraubt, die in das Zimmer drangen und dieses langsam erwärmten. Die Vögel zwitscherten munter und gerade als er sich umdrehte, platzte sein Zimmergenosse zurück in das Zimmer. Knurrend zog er die Decke mehr über sein Gesicht, doch Brad schien unerbittlich und ließ sich auf seine Schlafcouch plumpsen.

„Hey, man… komm schon, fuck, wach auf, alter.“, weckte ihn der Gitarrist grob und begann dann sogar noch an ihm zu rütteln. Dessen penetrantes Benehmen riss ihn nunmehr ganz aus seinem friedvollen Halbschlaf, um den er so gerungen hatte.

Chester knurrte miesmutig und verzog das Gesicht gepeinigt. „Oh, fuck you… Brad, verpiss dich. Verdammte Scheiße!”, motzte er und drückte seine Augen zusammen, doch Brad ließ sich davon nicht abhalten, weiter zu rütteln und zu schütteln.

„Es ist schon 11 und wir haben gleich Probe, komm schon.“, lockte der Gitarrist und grinste. Ebenfalls wusste er, dass er den Älteren am besten mit Michael ködern könnte. „Ches, steh auf. Mike ist schon da und wartet. Na, schon vergessen? Er hat ab heute kein Hausarrest mehr.“

Mit gequälten Brummtönen schlug er Brads Hände von sich und setzte sich schnaubend auf. Müde rieb er sich durch sein Gesicht und sah seinen Zimmergenossen dann bitterlich durch kleine Augen an. „Bin ja schon wach…“, murmelte er und begann dann schmatzend zu gähnen. „Ich komm, aber nur für Mike. Was soll ich sonst dort? Ihr wollt mich nicht als Sänger.“

„Natürlich. Mike und Mark und ich möchte dich auch als Sänger. Die Anderen werden ihre Meinung schon auch noch ändern.“, nickte Brad zuversichtlich und stand dann auf. Seufzend schnappte er wahllos irgendwelche Kleidung für den Älteren und warf sie ihm zu. „Zieh dich nun endlich an und freu dich wenigstens auf Mike.“, forderte der Jüngere und verschwand wieder.

„Tu ich doch.“, nuschelte Chester noch und verdrehte ein wenig genervt die Augen über Brad. Noch mit fahrigen Bewegungen griff er nach den Sachen, die ihm ausgesucht worden waren, und nickte diese mit einem Schulterzucken ab, ehe er sie anzog und anschließend ins Badezimmer verschwand.

Chester warf sich einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht und starrte sich kurz im Spiegel an. Die letzte Probe war in großem Desaster geendet und wie er empfand trug er daran eine gewisse Mitschuld. Als er die ersten Töne gesungen hatte, entschied sich Mark für seinen Ausstieg und Chester selbst hinterging seine eigene Band.

Chester war mit seiner Mutter nach Agoura Hills geflüchtet. Er war nicht mehr zu Hause in Phoenix und konnte dort die Proben und Konzerte von Grey Daze besuchen. Es war ein überstürzter Abgang gewesen. Nicht einmal eine echte Verabschiedung, geschweige denn eine Erklärung gab es. Und auch wenn sich der Sänger nun bereits gut eingelebt hatte, so gab es Momente wie solche, bei denen er einfach nur starkes Heimweh verspürte.

Sehr gerne würde er für Xero singen wollen. Immerhin war er Sänger. Es war eine seiner größten Leidenschaften und es wäre für ihn eine Qual dies aufgeben zu müssen. Trotz allem fühlte er sich stark verbunden mit Grey Daze. Nicht zuletzt weil Sean und er diese Band gegründet hatten und Chester war loyal. Er fühlte sich noch nicht bereit dies aufzugeben, selbst wenn er keine Möglichkeit hatte für seine alte Band da zu sein.

Tief durchatmend schüttelte er seine trüben Gedanken fort und machte sich weiter fertig, damit er endlich in die Garage kam. Die kurze Ruhe hatte ihm dennoch gut getan und mit einem Lächeln betrat er den Proberaum.
„Hi.“, warf er grüßend in die Runde. Dann begann er breit zu grinsen, als er Mike entdeckt hatte und kam auf ihn zu.  „Mikey…“, hauchte er und zog ihn an den Hüften zu sich. Lächelnd streichelte er über die Wange des Halbjapaners und küsste ihn daraufhin flüchtig. „So schön dich hier zu sehen.“, säuselte der Sänger.

Mike drückte sich stark gegen seinen Freund und vergrub sein Gesicht in die Halsbeuge des Älteren. Er sog den herben Geruch von Chesters Aftershave ein und begann sanft an der weichen, blassen Haut an seinem Hals zu knabbern. Sanft brummte er und genoss es bei Chester zu sein. Er vergaß dabei auch seine Umgebung und gab sich einfach seinem Freund hin.

Chester lachte sanft und kostete jede Sekunde aus, doch nach einer kleinen Weile löste er sich. „Ich habe dich vermisst, Mikey.“, grinste er und hauchte ihm einen liebevollen Kuss auf.

„Du warst doch jeden Tag bei mir, Babe.“, amüsierte sich Mike hingegen und zog den etwas Kleineren wieder an sich.

„Na und?“, lachte Chester laut auf und drückte sich stark an ihn. Fast schon haltsuchend. Er sog Mikes wundervollen Geruch ein, spürte sein Herzschlag stolpern und fühlte sich einfach nur gut.

„Ich habe für später noch etwas für dich geplant.“, gab der Jüngere stolz zu und zeigte ein breites Grinsen. Er wog Chester etwas in seinen Armen und genoss die Überraschung, die sich auf dem hübschen Gesicht seines Freundes abzeichnete. Er wirkte perplex.

„Wie…?“, meinte er überrascht japsend. Chester zog seine Augenbrauen in angenehmer Verwirrung zusammen und lachte nur etwas auf. „Okay? Uhm, cool…“

„Oh fuck, könnten wir endlich mal anfangen?“, motzte Dave und hatte seine Arme verschränkt. Dieses gesäuselte und verliebte Getue konnte er nicht wirklich ab haben. Er hatte bereits Geduld gezeigt, doch diese hatte nun ihr Ende gefunden. „Wir sind hier schließlich um zu proben…“

Dave sah jeden auffordernd an. Er fühlte sich nicht sonderlich wohl und glaubte in gewisser Weise ausgeschlossen zu werden. Keiner schien seine Meinung zum Beitritt von Chester zu verstehen oder zu teilen und nicht zuletzt hatte er es sich offenbar ziemlich mit Rob verscherzt. Der Jüngere ging ihm ganz offensichtlich aus dem Weg und Dave verstand auch, dass er das letzte Mal ziemlich hart zu dem Drummer gewesen war und doch war er einfach zu stolz sich bei ihm zu entschuldigen.

„Wir haben doch Zeit.“, meinte Brad und sah seinen Bandkollegen warnend an. Dieser wandte sich nur mit einem Kopfschütteln ab und nahm seinen Bass zur Hand und hing sich diesem um. Langsam folgte ihm die anderen nun doch und Dave presste seine Lippen zufrieden zusammen.

Zögerlich ließ Mike von seinem Freund ab und schenkte ihm noch einen Kuss gegen die Wange, ehe er sich dazu gesellte und Mark Chesters Oberarm sanft berührte. „Singst du nun wieder?“, fragte er und legte seine Hand nunmehr freundlich auf die Schulter. Begeistert und mit großen Erwartungen sah Mark ihn an und nickte dann zum Mikrofon.

Mark war ganz hibbelig auf die Probe gewesen und hatte gehofft Chester erneut singen hören zu dürfen. Er war sehr fasziniert von dessen kraftvollen und wandelbaren Stimme. Er würde sich sogar geehrt fühlen, würde Chester sich für den Platz hinter dem Mikrofon entscheiden. Der Neue wäre sein perfekter Ersatz.

Der jüngere Sänger sah flüchtig durch die Garage und schluckte schwer. „Soll ich denn wirklich? Ich möchte keine Streitereien verursachen.“, meinte er flüsternd zu dem Älteren. Doch dieser drückte nur seine Schulter sanft und drückte ihn in die Richtung von dem Mikro.

„Verdammte Scheiße, nicht dein verfluchter Ernst, man?“, knurrte Dave schnaubend und sah Mark eindringlich an. Er schüttelte den Kopf und hob seinen Bass dann wieder über seinen Kopf und stellte ihn ab. Er schüttelte mit seinen Händen. „Wirklich nicht – ohne mich… ich mach bei so einem  fucking Bullshit nicht mit!“

Im ersten Moment zuckte Chester erschrocken von dem Mikrofon zurück und atmete tief durch. Es gab keinen Grund sich von dem Bassisten so verunsichern zu lassen. Er war ein verdammt guter Sänger und jeder schien ihn zu mögen und sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass er für Mark singen würde.

Chester hatte keine Lust mehr, sich von Dave niedermachen zu lassen und kurz blickte er zu Mike, der offenbar selbst damit kämpfte sich zurückzuhalten. Doch Dave sollte keine Schonzeit mehr bekommen. „Fick dich, was willst du eigentlich von mir, huh?“, platzte es aus ihm und alle sahen überrascht zu dem Neuen.

„Wer hat gesagt, du sollst mit mir reden, du verfluchtes Arschloch?“, schnaubte der Bassist giftig und kam sich breitmachend auf den Älteren zu und ohne zu zögern stieß er ihn kräftig zurück. Seine Augen funkelten wütend.

Chester war überrascht und taumelte etwas und fing sich jedoch noch. Im Augenwinkel sah er bereits, wie Mike zu ihm kam. Doch er konnte sich durchaus selbst wären und noch bevor der Emcee ihn schützend an sich ziehen konnte stürmte er auf den hämisch lachenden Bassisten zu.

Mit einer zur Faust geballten Hand traf Chester ihn sauber und heftig gegen den Wangenknochen. Während Chester den leichten Schmerz aus seiner Hand schüttelte, taumelte Dave erschrocken keuchend zur Seite weg. Der Ältere kam ihm schnell nach, packte ihm am Kragen und pinnte ihn mit einem starken Prall gegen die Garagenwand. Dave blieb kurz die Luft weg. Er spürte seine pochende Wange und dann einen Unterarm gegen seine Kehle drücken, sodass er nicht weg konnte.

Alle schienen viel zu überrascht um einzuschreiten und Chester glühte vor Wut. „Ich wollte Verständnis für dich haben, aber du wolltest mich lieber hassen als mich erst einmal kennen zu lernen. Jetzt habe ich auch keinen verfickten Bock mehr darauf! Ich bin hier für einen Neustart. Ich habe keine Lust auf Gerüchte. Ich bin kein Junkie und ich dränge mich nicht mit Absicht irgendwo rein! Ich bin einfach nur neu. Jeder hier gab mir eine Chance, nur du nicht und ich möchte dir nun auch keine mehr geben. Verpiss dich! Hau ab und lass mich endlich in Ruhe!“, schrie er den anderen an und ließ dann von dem Bassisten ab.

Dave hustete etwas und hielt sich kurz am Hals. Er sah wütend zu seinen Freunden und dem Neuen. Er atmete tief durch. Die Worte von Chester hatten ihn erreicht. Aber er war einfach zu stolz. „Tasty Snax suchen einen Bassisten. Ich mach die ganze verfluchte Scheiße hier nicht mit. Der ist irre.“, meinte er. Dave nahm nur schnell sein Instrument und verschwand.

Joe atmete tief durch und warf seine Hände über den Kopf zusammen. „Jetzt haben wir einen perfekten, neuen Sänger, aber leider keinen Bassist mehr.“

Bitter sah Chester in die Runde zurück. Die meisten haben ihre Blicke abgewandt und schienen in Gedanken versunken zu sein oder sie waren von seiner Aktion einfach nur unangenehm berührt und waren im Konflikt gestanden, zu helfen oder nicht. Er schüttelte noch immer aufgebracht den Kopf und deutete aus der Garage, den Weg entlang, den Dave gegangen war. „Ich lass mir die Scheiße nicht gefallen.“

Mike atmete tief durch und kam nun auf seinen Freund zu. „Schon okay, Ches. War nur etwas… heftig.“, meinte er und zeigte ihm ein gezwungenes Lächeln. Der neue Sänger verstand das Verhalten der Band, immerhin hatten sie ein Mitglied wegen ihm verloren. Einen guten Freund. Nur dieser hatte es regelrecht herausgefordert.

Chester verdrehte genervt die Augen und entwand sich zügig der Hand, die Mike zärtlich gegen die Wange hatte legen wollen. „Ich hab mich nur gewehrt, Mike.“, brummte er und ließ seinen Freund stehen. Er flüchtete ins Haus zurück und sagte kein Wort mehr. Die Jungs ließen ihn gehen.

Auch Mike sah ihm seufzend nach und war dazu hingerissen ihm zu folgen, doch er entschied sich dafür, dem Älteren etwas Ruhe zu lassen und war sich sicher er würde wieder zu ihm zurückkommen. Langsam lief er zu den Sofas und ließ sich niedergeschlagen auf eines davon plumpsen.

Rob grinste nur und stolperte von seinen Drums auf und kämpfte sich zwischen diesem und vielen Kabeln nach vorn. „Kyle springt bestimmt gerne eine Weile für Phi ein.“, schlug er dann begeistert für und räumte seine Drumsticks beiseite. Auch wenn er selbst mit Dave verstritten war, so glaubte er,  dass dieser irgendwann einsichtig sein würde.

Chester kam da schon wieder zurück. Seine Zigarettenschachtel in den Händen, da der Stress ihn nach giftigem Nikotin verlangen ließ. Er zog sich eine Kippe hervor und entflammte diese mit einem silbernen Zippo.  Lang sog er den Rauch in seine Lungen und blies diesen kurz darauf wieder aus. Es schien ihn beinahe augenblicklich zu beruhigen.  „Leute, es tut mir leid.“, murmelte er schließlich und ließ dabei die Zigarette auf und abtanzen, als diese zwischen seinen Lippen klemmte.

„Wärst du es nicht gewesen, hätte ich ihm eine mitgegeben…“, beruhigte Brad ihren neuen Sänger und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. Ein Lächeln zierte die Lippen des Gitarristen und er zuckte mit den Schultern. „Es war scheiße von ihm.“

Chester spürte mal wieder leichte Müdigkeit, die allerdings noch von dem starken Adrenalin unterdrückt wurde. Er rieb sich flüchtig über ein Auge und seufzte, als er die Kippe wieder zwischen seine Finger nahm.
„Es war aber-“, begann Chester und wollte sich nochmals dafür entschuldigen. Er hatte sich eigentlich nur durchgesetzt und Konter gegeben und dennoch tat es ihm nun leid, wie sehr es dabei ausgeartet war.

Plötzlich Durchschnitt ein Quietschen ihre Unterhaltung  und kaum das Chester aufgesehen hatte, hörte man schon Autotüren kraftvoll zuschlagen. Die Jungs wurden unruhiger und der Sänger spürte, wie sie sich alle anspannten, während er nur immer mehr zu grinsen begann. Mike stand auf einmal an seiner Seite und Chester hatte ihn gar nicht zu ihm kommen bemerkt und er spürte, wie dieser sich ein wenig schützend vor ihn stellte.

„Chazman!“, rief einer der Neuankömmlinge laut und mit durchdringender Stimme. Sie war tief und mit einem Slang vermischt. Chester grinste und wollte nun zu seinen Gästen, als Mike ihn aufhielt. Er lachte sanft auf.

Überforderung wusch über Mike hinweg. Er konnte die Gesichter nirgendwo einordnen. Sie waren ihm fremd und ein unsicheres Gefühl machte sich in ihm breit. Chester drückte seinen aufhaltenden Arm nun einfach weg. „Fuck, lass mich zu meinen Freunden, Mike.“, meinte er bestimmend, aber dennoch mit einem liebevollen Nachdruck in der Stimme. Er blies ihm dabei etwas Rauch ins Gesicht und Mike rümpfte die Nase.

Überrumpelt ließ er ihn gehen und sah dabei zu wie Chester die Auffahrt der Garage hinunter lief, dabei seine Zigarette wegschnipste und dem einen, für Mikes Geschmack, viel zu euphorisch um den Hals fiel. Er sprang ihn regelrecht an und schloss ihn fest und lauthals lachend in die Arme. „Waterface!“, hörte man ihn glücklich rufen und Mike verzog nur die Augenbrauen und schüttelte den Kopf. Er verstand noch immer nichts und dies störte ihn gewaltig. Langsam sah er zu den anderen, die neugierig wirkten, aber sich dennoch erst einmal abwandten.

Unentschlossen atmete Mike schwer durch und nahm sich seinen Mut zusammen. Er folgte Chester nunmehr und gesellte sich zu ihm und den zwei Fremdlingen.

Chester umarmte seinen Freund fest und konnte kaum von ihm ablassen. Schwerfällig drückte er sich weg, doch begrüßte den anderen nicht weniger intensiv. Mike beäugte ihn kritisch, doch sagte dazu nichts. Immerhin schien der Sänger sehr glücklich die beiden Neuankömmlinge zu sehen. Sein Freund strahlte regelrecht und diese Freude wollte er ihm auch nicht nehmen.

Chester löste sich anschließend wieder aus der Umarmung und grinste breit zu dem unsicher wirkenden Emcee. Der Sänger merkte dies und um ihm wieder etwas Sicherheit zu geben stellte er sich zu ihm und nahm dessen Hand und drückte diese liebevoll. Er wollte sie alle gerade vorstellen, als er jedoch unterbrochen wurde.

„Fuck Chaz, wo bist du hier gelandet?“, lachte einer der Beiden und sah sich grinsend um. „Feine Sache hier, aber das du nicht auch so ein Bonzen-Schnösel wirst, man…“

„Shit, halt die Klappe, Sean!“, lachte Chester und ließ wieder von Mike ab, um seinen Kumpel warnend in die Seite zu knuffen. Er schüttelte den Kopf und verdrehte amüsiert die Augen. „Also Sean hat es ich gerade verbock, aber das ist Ryan, Mikey…“, meinte er dann lächelnd zu seinem festen Freund und deutete auf seinen alten Freund aus Arizona.

Mike reichte ihm zögerlich, aber höflich die Hand und noch bevor er auch diesem Sean die nötige Höflichkeit zeigen wollte, lachte Chester laut auf. Erschrocken blickte Mike zu seinem Freund, der sanft von Sean an den Schultern geschüttelte wurde. „Was, du willst mich nicht vorstellen?“, fragte Sean gespielt empört und beugte sich etwas neben das Ohr von Chester.

Verheißungsvoll lupfte er eine Augenbraue, während er Mike besonders intensiv musterte. „Das ist also der verdammt coole Mike?“, stellte er fest und erinnerte sich an ihr Telefonat, das er mit Chester vor einer Weile geführt hatte.

Mit einem zärtlichen Lächeln sah Chester ebenfalls zu Mike. Es amüsierte ihn beinahe, wie verloren dieser wirkte und wie er etwas nervös zwischen ihm und seinen Freunden hin und her sah. Sean zog ihn stärker heran, sodass Seans Arme locker über seinen Schultern hingen und er sanft gegen dessen Oberkörper gelehnt stand.

Chester merkte Mikes Unruhe und wie dieser offenbar ein wenig Eifersucht verspürte. Die Augen des Halbjapaners blitzten verräterisch auf und der Ältere beobachtete auch, wie er immer wieder an seiner Unterlippe kaute. Der Emcee unterdrückte seine abwehrenden Gefühle, doch Chester konnte diese dennoch in seinem Benehmen lesen.

Es amüsierte den Sänger sehr, doch zugleich fand er es einerseits auch sexy. Er fühlte sich begehrt und umsorgt. Mike lag wirklich viel an ihm. Er grinste sanft und erlöste seinen Freund, als er sich von Seans Nähe löste und stattdessen an Mikes Seite kam. „Er ist nicht nur verdammt cool, Sean.“, verneinte er. „Er ist mehr als das. Oder etwa nicht Baby?“, fragte er an Mike gewandt, doch ließ ihm keine Zeit zu antworten und drückte ihm demonstrativ einen sehnsüchtigen Kuss auf die Lippen.

Mike keuchte erschrocken, als er Chester weiche Lippen auf seinen widerfand. Augenblicklich spürte er wie sich seine Wangen stark erhitzten und er sicherlich ganz bitterlich errötete. Doch Chester ließ sich davon nicht stören und schnell hatten sie sich beide in dieser Zärtlichkeit verloren. Mike brummte genießend und setzte nach. Er zog seinen Freund an den Hüften näher gegen sich und leckte nach Einlass bittend mit der Zunge über Chester Unterlippe.

„Wow - shit… okay, ist gut… Chaz…“, schluckte Sean und sah den beiden mit offenhängendem Mund zu. Nun waren Ryan und Sean diejenigen die überrascht dreinsahen. Chester jedoch schien sich in dem Kuss verloren zu haben und Ryan grinste nur breit und schüttelte den Kopf. Er klopfte auf die Schulter von Sean und zwinkerte ihm zu. „Chester, komm schon… wir sind nicht hier um einen fucking Porno live zu erleben!“

Leise lachend löste sich Chester und lehnte jedoch seine Stirn nochmal kurz gegen Mikes. „Du bist so ein verdammt guter Küsser, Mikey.“, murmelte er zu ihm und atmete tief durch, um seine sanfte Erregung wieder von sich zu schütteln.

Ryan nickte. „Seit wann gehört unser Chazman zur Regenbogenfraktion, huh?“, meinte er, jedoch keineswegs abwertend. Ein Lächeln hatte auf seinen Lippen Platz gefunden und er freute sich für seinen jüngeren Kumpel, den er seit Samantha nicht mehr dermaßen glücklich erlebt hatte.

Chester zuckte unbekümmert mit den Schultern und blieb dabei immer an Mikes Seite. Er schnappte nach dessen Hand und hielt diese fest in seiner eigenen. „Seit ich Mike kennen gelernt habe.“, meinte er knapp und sah seine beiden Kumpels dann eindringlich an. „Fuck, was macht hier überhaupt hier… ich mein, shit – mein Dad-“

„Hey keine Panik.“, beruhigte ihn Ryan schnell und hielt seine Hände abwertend von sich. „Einen verfickten Scheißdreck, weiß dein Dad… wir haben die Adresse von Brian bekommen.“

Der Sänger atmete tief durch und fühlte sich dennoch nicht wirklich wohl. Er schluckte schwer und sah zu Boden. Nun war es Mike, der seine Hand sanft drückte, als er dessen Unruhe spürte. „Mom wird sich nicht freuen…“

„Oh Chazy, Charlie wird ausflippen, sie liebt uns, man…“, grinste Sean und Mike blickte mit funkelndem Blick auf. Er fand dessen Aussage unpassend. Chester fühlte sich nicht gut. Er machte sich Sorgen und diese konnte der Emcee auch gut nachvollziehen. Zudem machte ihn die Vorstellung, dass Charlene die beiden so gern hatte, ebenfalls eifersüchtig.

„Es sollten nicht so viele erfahren…“, murmelte Chester weiter und sah mit angsterfüllten Augen auf. Ryan und Sean schüttelten ihre Köpfe.

„Nur wir, man. Kein anderer weiß es. Dieser Arsch wird nichts von uns erfahren, Chaz. Hey, komm her.“, meinte Sean wieder und winkte ihn zu sich. Mike biss sich auf die Lippe und Chester verließ tatsächlich seine Seite und ließ sich in eine Umarmung ziehen. Der Emcee schluckte und sah dem kritisch zu. Ryan zwinkerte ihm nur zu. Er schien Mikes Gemüt zu durchblicken.

Der Halbjapaner verdrehte nur die Augen und seufzte unter seinem Atem, sodass es niemand außer ihm selbst mitbekam. Er wusste, dass Ryan und Sean Freunde waren, offenbar sehr gute, die Chester noch aus Phoenix kannte und er freute sich auch, dass sie seinem Freund die Freude gemacht hatten, bis hier her zu fahren. Dennoch konnte er die leichte Eifersucht nicht abstellen, wenn er dabei zusehen musste, wie nahe vor allem Sean Chester sein durfte.

„Oh, dein süßer Freund wird etwas eifersüchtig, Chaz…“, murmelte Ryan nur und lachte sanft, als er Sean auf den Rücken klopfte.

Empört japste Mike und starrte ihn mit großen Augen an. „Fuck you.“, knurrte er und hatte nun erst einmal genug. Er sah nur flüchtig zu seinem Freund und hoffte mit einem Blick alles gesagt zu haben, bevor er sich umdrehte und sich wieder zu seinen eigenen Leuten begab. Ryan und Sean waren wohl nett, aber sie kamen ihm dennoch komisch vor. Man merkte einfach dass sie aus der Parallelgesellschaft stammten, aus den ärmeren Vierteln. Bei Chester war es ihm nie so stark und besonders negativ aufgefallen. Mike schluckte als ihm jedoch bewusst wurde, dass sein Freund lange in solch einer Gegend mit solchen Typen gelebt hatte.

„Wer sind die?“, wurde er direkt von Brad gefragt, der die beiden Ankömmlinge ebenfalls kritisch musterte. Dennoch schien ihnen allen diese Frage auf der Zunge gebrannt zu haben. Neugierig kamen sie zu ihm und schienen sich bei ihm zu horten. Mike verdrehte die Augen und stieß sich durch die Gruppe und ließ sich dann auf die Couch fallen. „Ryan und Sean, gute Freunde aus Phoenix, Arizona…“, schnaubte er.

Mike schrumpfte immer mehr in die Couch und schlug seine Hände genervt über den Kopf zusammen. Besonders als ihm nunmehr klar wurde, dass er Chester wohl nicht mehr überraschen konnte, da dieser nun Besuch bei sich hatte.

Sean lachte nur leise, über Mikes Abgang und schüttelte den Kopf. Er blickte zu Chester und seufzte. „Na hatte ich es dir nicht versprochen, dass wir uns wiedersehen, Chazman?“, fragte er und grinste stolz über sich selbst. Er hatte Chester wirklich sehr vermisst. Nicht nur zu ihren Bandproben, die in letzter Zeit zu Diskussionsrunden geworden waren, da sie nicht wussten, wie es ohne Chester weitergehen sollte. Der Jüngere war beinahe wie ein kleiner Bruder für ihn.

Chester grinste und nickte leicht. „Ich hatte nie gezweifelt.“, hauchte er und strahlte zu seinem Kumpel auf. Er nickte zur Garage hinauf und lief dann voraus. „Komm, genug Begrüßung, ich stelle euch den Rest vor.“

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tbc
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