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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.05.2015 4.370
 
Mitten in den Prüfungen, habe ich nun etwas Ablenkung gebraucht, daher der Post.
Ich bedanke mich bei meinen Reviewern und allen die einen Favoriteneintrag da gelassen haben.


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19. Kapitel



„Mike hat schon drei Tage von seinem Hausarrest abgesessen. Das alles nur weil er mit Chester geht.“, seufzte Rob verständnislos und rieb sich flüchtig über das Gesicht. Der junge Drummer konnte die Entscheidung von Donna und Muto Shinoda keineswegs nachvollziehen und aufgewühlt über den Fakt, dass einer seiner besten Kumpels in ein Zimmer gesperrt war, tigerte er aufgebracht vor Daves Nase umher.
Eigentlich war heute erneut eine Bandprobe angestanden, doch Brad hatte bei ihm zu Hause am Morgen angerufen und seine Mutter unterrichtete den Drummer anschließend, dass Mike sowie Dave nicht konnten und die Probe daher ausfiel. Dave mied noch immer die Garage, solange die Sache mit Chester nicht geklärt war und da Rob glaubte von allen in der Band, am besten mit dem sturen Bassisten auszukommen, war er bei dem Älteren vorbeigekommen.

Dave schnaubte unbekümmert und stopfte sich einen Löffel von seinem Müsli in den Mund, das er gemütlich noch in Schlafhose und Shirt auf seinem Bett aß, obwohl bereits Mittag vorbei war. „Scheiße gelaufen. Ist mir aber verdammt egal.“

Abrupt blieb Rob in der Mitte des Zimmers stehen und sah nur zögerlich zu seinem Freund. Fassungslos warf er daraufhin seine Hände über den Kopf und begann fast schon wild den Kopf zu schütteln. „Das verstehe ich nicht.“, brummte der junge Drummer aufgebracht. „Du hilfst mir mit Melissa und Mike gönnst du es nicht?“, stellte Rob fragend fest und gestikulierte wild durch die Luft um seine Aussage damit zu unterstreichen. „Mike wirkt mal wieder so richtig glücklich mit Chester.“

„Rob, der Typ… ist echt nicht gut.“, schmatzte der Ältere als er sein Frühstück gemächlich weiter aß. Er rührte etwas in der Schüssel und zuckte dabei mit einer Schulter. „Er drängt sich in unsere Gruppe… mischt sich ein, und ein Junkie noch dazu…“

„So ein Bullshit, man.“, brummte Rob unzufrieden und schüttelte ziemlich entschlossen den Kopf. Mit gerunzelter Stirn ließ er sich auf die Bettkante plumpsen und schielte zu seinem besten Freund. „Chester nimmt keine Drogen, so sieht er gar nicht aus.“

„Sorry, Robbie…“, seufzte der Rothaarige und drückte dann die Schüssel in Robs Hände. Langsam rutschte er von seinem Bett herunter und schlüpfte aus seinen Schlafsachen. Nur noch in Boxershorts lief er dann zu seinem Schrank, um sich frische Kleidung herauszusuchen. „… vor der Party rief mich Mike an. Er meinte ich müsste dringend mit Evan vorbeikommen. Chester würde einen Trip schieben, Acid scheiße…ey, man. Ich hab’s live gesehen.“

„Aber Phoenix-…hm, ehrlich?“, murmelte Rob, als er mit einem sanften rot Schimmer auf den Wangen seinen Blick in die Schüssel senkte. Unruhig spielte er mit dem Rest von Daves Frühstück und schob sich dann einen kleinen Löffel voll selbst in den Mund. Zögerlich kaute er und schielte kurz auf.

Dave stellte sich, nunmehr völlig bekleidet, vor den Jüngeren und stemmte seine Hände in seinen Hüften. Für eine Sekunde lag ein sehr ernster Ausdruck in seinem Gesicht, ehe er sanft lächelte und dem Kleineren die Schüssel wieder aus den Händen riss. Gleichzeitig beugte er sich zu ihm und wuschelte ihm etwas zu liebevoll durch das Haar. „Kleiner, sei nicht immer so naiv…“

Knurrend schubste der Drummer Dave zurück und stand mit einem wütenden Schnauben von dem Bett auf. Er drückte seine Hände zu Fäusten und spürte, wie er plötzlich von purer Wut ergriffen wurde. Er hatte einfach keine Lust mehr. „Fick dich, Farrell, vielleicht bist du auch nur paranoid und hör endlich auf mich, wie ein kleines Baby zu behandeln!“

Robs Augen funkelten kraftvoll und doch nahm der andere ihn nicht für voll. Unbekümmert setzte Dave sich auf das Bett zurück und wirkte nicht sonderlich überrascht. Fast fühlte er sich schon amüsiert über Robs Gefühlsexplosion. „Chill, Robbie… hast noch nicht mal deine Sweet 16.“

Rob erstarrte für einen Bruchteil einer Sekunde, in der er seinen Freund perplex musterte und ihn nicht wiedererkannte. Der Bassist war für gewöhnlich ein sehr umgänglicher und optimistischer Freund und Rob verstand nicht, was in letzter Zeit mit ihm nicht stimmte. Der Jüngere schüttelte langsam den Kopf und schnappte dann tief nach Luft, als er die Augen etwas mehr zusammenkniff. „Warum bist so scheiße, huh? Komm mal wieder runter, man!“, brummte er.

Dave lachte sanft und machte sich nicht einmal die Mühe zu Rob aufzusehen. „Wie wäre es wenn du mir erst Vorschriften machst, wenn du endlich mal richtig gefickt hast?“, murmelte er ziemlich plump und sah dann plötzlich mit einem ernsten Gesichtsausdruck zu seinem Bandkollegen auf.

Die verbale Ohrfeige ließ Rob erschrocken zuckte und sich beinahe verschlucken. Es verletzte den Jüngeren tief und er fühlte sich beschämt über den Fakt noch immer jungfräulich zu sein, während all seine Freunde bereits sexuelle Erfahrungen machten. An sich war es nichts Schlimmes und doch fühlte er sich oftmals hinter her.

„Arschloch.“, knurrte Rob und unterdrückte sich die Tränen solange er noch vor Dave stand. Mit verletzten Gefühlen stürmte er anschließend aus dem Zimmer und schluchzte dabei etwas. Er war es nicht gewohnt von Dave so angesprochen zu werden. Der Ältere war normalerweise immer derjenige gewesen, der ihm half sobald er mit anderen in Schwierigkeiten kam und  eigentlich behauptete Rob auch immer, der zwei Jahre ältere Bassist wäre sein bester Freund.

Der Schlagzeuger atmete tief durch, als er die Haustür der Farrells leise und fast andächtig schloss. Kurz hatte er sogar gezögert und sich gefragt, ob er nicht doch zu heftig reagiert hatte. Doch er schüttelte den Kopf und wischte sich zwei kleine Tränen an dem T-Shirt-Ärmel ab und fasste sich daraufhin wieder.
Langsam schlich er zu seinem Fahrrad und nahm den Helm von dem Lenker. Er setzte ihn auf und vermisste noch immer sein Skateboard, das seine Mutter noch unter Verschluss hielt. Nur flüchtig schielte er zu dem Zweitwagen von Amber und Paul, Daves Eltern, den dieser oft fahren durfte. Er schluckte und riss etwas grob sein Fahrrad von der Hauswand und setzte sich auf.

Ein halbes Jahr noch und wenn sich Dave nicht wieder ein bekam, würde er ihn nicht zu seinem Geburtstag einladen.

-

Mit ausgestreckten Armen setzte er bedacht einen Fuß vor den anderen. Vorsichtig schielte er hinab und seufzte etwas. Er spürte seinen Puls schwer pumpen und grinste allerdings, als das Adrenalin durch seine Venen rauschte. Er lachte leise und sah zum Fenster. „Gott sei Dank, bin ich so ein Fliegengewicht…“

„Du bist auch langsam geübt darin, Babe…“, brummte Mike nervös und musste grummelnd feststellen, dass Chester mit jedem Mal mutiger wurde. Etwas das ihm gar nicht gefiel, da Chester dabei auch unvorsichtiger wurde. Doch egal was er sagte, der Ältere hörte ihm nicht zu und ließ sich in diesem Punkt auch nichts sagen. Chester wimmelte ihn mit der Aussage ab, dass er nur bei ihm sein wollte und bitter hatte Mike festgestellt, dass der Sänger ziemlich stur sein konnte.

„Oh ung, f-fuck…“, keuchte der Sänger und ruderte etwas mit den Armen, als er ins Wanken gekommen war. Chester balancierte sein Gewicht schnell wieder aus.

Mike zischte Luft aus, als er erschrocken seine Augen zusammendrückte und Chester vor seinem inneren Auge dennoch fallen sah. Seufzend blinzelte er und wandte sich dann Kopf schüttelnd von dem Fenster ab. „Fick dich.“, zischte er wütend und fuhr sich aufgewühlt durch die Haare „Du sollst hier nicht auf Akrobat machen, man…“

Der Sprung durch das Fenster an sich, war nicht mehr das große Problem. Es war mehr nur ein kleiner Satz und doch war es nicht ganz ungefährlich, besonders auf dem Ast so weit nach vorn zu kommen. Mit einem dumpfen Geräusch war Chester schließlich wieder in dem Zimmer und wütend drehte sich Mike zurück zu ihm. „Volltrottel - Vollidiot!“

Chester grinste nur stolz über sich selbst und zuckte mit einer Schulter. Er war weniger besorgt, um die leicht waghalsige Aktion die er Tag ein und aus brachte, nur um bei seinem Freund sein zu können. Langsam schritt er näher und legte seine kribbelnden Finger an Mikes Hüfte. Sanft zog er ihn an sich und schloss genießen die Augen. „Ich habe dich auch vermisst.“, murmelte er und kuschelte sich in Mikes Arme, die dieser langsam um ihn gelegt hatte.

„Lieber vermisse ich dich, bevor du noch fällst…“, knurrte Mike und hielt seinen Freund eng an sich. Er vergrub sein Gesicht in Chesters Halsbeuge und küsste ihn dort sanft, während er seinen süß-markanten und warmen Duft einsog und ein wahrer Schwarm von Schmetterlingen in seinem Bauch explodierte.

„Reg dich ab. Ich weiß, dir gefällt das. Ich bin quasi dein Prinz.“, lachte Chester sanft und löste sich etwas von dem Jüngeren. Mit leuchtenden Augen sah er ihn liebevoll an und kam dann näher. Gierig verschloss er ihre Münder und küsste Mike intensiv. „… hat was von Rapunzel, huh?“, lachte er und Mike verdrehte die Augen, als Chester an seinen Haarsträhnen herumzupfte. „Lass sie dir doch wachsen, Princess.“

„Gott Chester…“, brummte Mike und stieß sich sanft von dem Älteren weg. Der Emcee war nicht wirklich amüsiert darüber. Er machte sich ehrlich Sorgen und Chester nahm es einfach auf die leichte Schulter und witzelte sogar darüber. Das war gar nicht okay.

Chester legte seinen Kopf etwas schief und zog den anderen mit einem mitfühlenden Blick in den Augen zurück.

„Mike?“, wurden sie nun durch eine rufende Stimme auseinander gerissen. Chester zog verwirrt seine Augenbrauen zusammen und sah fragend zu seinem Freund, der nun langsam von ihm abließ und an das noch offenstehende Fenster trat. Der Emcee sah hinab und erkannte Rob in der Wiese stehen. „Hey Mike…“

„Rob?“, fragte er verwirrt und spürte, wie Chester zu ihm kam. Sanft legte dieser eine Hand auf seinen Rücken und quetschte sich neben ihn, um hinabzusehen.

„Oh, hey Chester…“, murmelte Rob und seufzte leise, als er zu ihnen hinaufsah. Kurz brauchte er etwas bis er registrierte, dass der Neue eigentlich gar nicht bei Mike sein könnte. „Was… uhm, wie bist du-?“

Chester grinste stolz. „Über den Baum.“, rief er mit geschwollener Brust und deutete auf diesen. Rob musterte den Baum und verzog den Mund. „Komm halt auch rauf, ist ganz einfach.“

„Lass Rob in Ruhe, nur weil du so lebensmüde bist.“, brummte Mike und sah seinen Freund warnend an, doch Rob schien bereits zu überlegen und trat an den Baum heran.

Chester zuckte entschuldigend mit den Schultern und sah dann zu dem Drummer zurück. „Versuch es. Links ist eine kleine Einkerbung, steig darauf und dann geht es ganz gut.“

„Chester!“, zischte Mike und sah ihn nun mehr wütend an. Rob schien dies jedoch noch etwas mehr anzuspornen und er folgte dem Tipp des Ältesten. Vorsichtig begann er am Baum hochzuklettern. „Und jetzt…?“, meinte er unsicher, als er schon ziemlich weitgekommen war.

„Halt dich an dem… kleinen Ast links über dir fest und zieh dich an diesem etwas hoch, dann kannst du ein Bein über den großen Ast legen… und dich dann setzen…“, erklärte Chester weiter und sah dem Jüngeren dabei zu, wie er seinen Anweisungen nachging und es recht gut, wenn auch unsicher hinbekam.

Als Rob saß atmete tief durch und grinste etwas stolz über sich selbst hinab. „Cool.“, murmelte er und Mike schlug nur seine Hände über den Kopf zusammen. Manchmal könnte er jeden einzelnen seiner Freunde erwürgen. „Hier rein springen lasse ich dich aber nicht. Was willst du eigentlich hier, Rob?“

Rob zuckte mit den Schultern und begann etwas traurig an der Rinde zu zupfen. „Ich war bei Dave… er war echt scheiße drauf…“, beschwerte er sich leise und wollte einfach nur reden und wieder etwas Positives hören. „Der hat mich wie ein blödes Baby behandelt und so… und, also… ich weiß nicht, er – sorry, Chester – aber er kommt nicht mit dir klar.“

Mike schüttelte den Kopf. „Sorry, Rob. Was sagt er denn?“

„Dass er sich Chester überall miteinmischt und reindrängt und… uhm – egal…“, murmelte Rob und sah weg. Er hatte sich eindeutig versprochen. Er wollte nicht auf Daves Vermutung eingehen. Erst recht nicht, da Chester nun sogar mithörte.

„Und was, Rob?“, drängte Mike weiter und hob abwartend seine Augenbrauen in die Stirn.

„… das Chester ein Junkie wäre…“, flüsterte er ganz leise und fast hätten sie es überhört. Chester schluckte und sah weg. Er rieb sich etwas unangenehm berührt den Nacken und seufzte. Mike hielt ihn zurück, in dem er eine Hand auf seine Schulter legte, doch Chester schüttelte den Kopf. Rob blickte verunsichert zu ihnen. Er schluckte und bekam das Gefühl nicht los, Dave Unrecht getan zu haben, als die beiden etwas verdächtig reagierten. „A-Acid… meinte er, uhm… w-was ist das… eigentlich genau?“, fragte er leise nach und schämte sich auch etwas über seine Unwissenheit.

Chester atmete tief durch und wäre das Thema gerade nicht so ernst, hätte er über Robs Art gelächelt. Er blickte kurz zu Mike und seufzte dann. „Das ist LSD, Rob… und so Unrecht hat Dave nicht… sorry. Aber ehrlich ich bin kein Junkie. Es war… wirklich nicht gewollt. Ich… wir waren am Strand und ich habe nicht aufgepasst und hab mir… den Scheiß verabreichen lassen, Rob… es war nur das eine verfickte Mal.“, erklärte er dem jungen Drummer, der ihn mit großen schimmernden Augen entsetzt ansah. Er lächelte gezwungen und hörte Mike tief durchatmen, doch Chester war es lieber ehrlich zu sein. Es lag nun an Rob, ob er ihm glaubte, doch es war auf jeden Fall besser so, besonders wenn Dave ohnehin so sehr gegen ihn vetterte.

„Okay…“, hauchte Rob verunsichert und biss sich auf die Unterlippe. „B-Bist du… w-wirklich nicht abhängig von solchem Zeug?“, fragte er kleinlaut nach.

Chester neigte seinen Kopf angetan von dem Jüngeren und schüttelte versichern den Kopf. „Ehrlich nicht.“

„Hm.“, brummte er sanft nickend. „Na gut, danke für… also das du mir es halt gesagt hast.“, nuschelte er und zeigte ein schwaches Lächeln. Rob atmete tief ein und aus und wusste dennoch nicht so wirklich, wie er mit dieser Information umgehen sollte. Er glaubte dem Neuen und doch fühlte er sich auch schuldig, Dave dies nicht abgekauft zu haben. „Wie lange hast du noch Hausarrest, Mike?“, lenkte er schließlich vom Thema ab.

„Die Woche noch… ich weiß nicht, was sie noch tun… wenn sie merken, dass ich mir nichts von ihnen sagen lasse.“, meinte Mike unwissend und lächelte zu Chester. Er beugte sich etwas zu ihm und drückte ihm einen Kuss gegen die Wange. Er sog den guten Geruch des Älteren ein. Dies reichte vollkommen, um sich selbst zu bestätigen, dass er das Richtige tat, wenn er sich gegen seine Eltern auflehnte. Chester war besonders. Er war ihm in so kurzer Zeit so immens wichtig geworden. Er liebte ihn.

-

Joe stand vor dem Terrarium von Sir Archibald Chang und beobachtete diesen. Die Spinne hatte schon seit einigen Minuten kaum etwas gemacht und doch langweilte er sich nicht. Eher fühlte er sich genauso. Er war so lustlos und getrübt, sanft tippte er gegen das Glas und erschrak schließlich selbst, als es an seiner Zimmertür klopfte. „Lass mich in Ruhe, Mom!“, rief er stur.

Marion Hahn versuchte schon die letzten paar Tage ihren Sohn aus seinem Zimmer zu treiben. Immer wieder blockte er sie ab und schickte sie wieder weg. Sie konnte nicht einmal mit ihm reden. Joe schwieg sie einfach an. Dies war Marion gar nicht gewohnt von ihm und da sie auch von Mark nichts hörte, glaubte Joes Mutter er würde mit diesem streiten.

Ihre Vermutung bestätigte sich, als sie die Haustür öffnete und Mark ziemlich fertig vor ihr stand. Sie ließ ihn eintreten und ohne viele Fragen zu stellen, begleitete sie ihn zu Joes Zimmer. „Joseph, Mark ist hier.“, meinte sie und lehnte sich etwas mehr gegen die Tür.

Joe verdrehte die Augen und knurrte. „Schick ihn weg!“

Mark atmete tief durch und schluckte schwer. Er legte seine Hand sanft auf Marions Schulter und nickte ihr zu. Stillschweigend kommunizierten sie und Joes Mutter ließ ihn alleine zurück. Vorsichtig öffnete er die Zimmertür seines Freundes und kam mit einem schwachen Lächeln herein. „Joey…“, seufzte er. „Ich dachte, alles wäre okay zwischen uns… und dann… meldest du dich die letzten Tage einfach nicht.“

Schnaubend sah Joe bitterböse zu ihm auf. Er fühlte sich verletzt und hintergangen. Der DJ verdrehte die Augen, als er Mark sah und wie dieser offenbar Entschuldigungsgeschenke mitgebracht hatte. „Fuck off.“, knurrte er und sah wieder weg, da er gemerkt hatte wie sein Herz gestolpert war. Joe hatte ihn ziemlich vermisst. „Wie kannst du so etwas eigentlich ohne mich entscheiden, huh?“

Tief atmete Mark durch und zuckte mit den Schultern. Er setzte sich langsam auf den Bettrand und sah durch das Zimmer zu Joe. „Ist doch meine Zukunft und… wir sind nicht- nun verheiratet oder so… ich muss so etwas nicht mit dir-… nun besprechen...“, meinte er leise und hob die Augenbrauen.

Joe schniefte etwas und schüttelte den Kopf. Stur starrte er zu seiner Vogelspinne. „Nach mehr als zwei Jahren und all den Dreck, den wir durch haben, kommst du mit so einer Scheiße? Ganz ehrlich, fick dich! Es war doch unser gemeinsamer Traum – unsere gemeinsame Zukunft, Mark.“

Mark schüttelte den Kopf und kam auf seinen Freund zu. Er setzte sich zu ihm und streichelte ihm liebevoll über die Haare. „Ist es doch noch immer, ich stehe vollkommen hinter dir, Joey. Ich will dich nicht verlassen.“, hauchte er und verstand nun Joes Angst. Mark hatte mit etwas abgeschlossen, dass ihnen beiden viel bedeutet hatte. Der Jüngere befürchtete ihn zu verlieren. „Ich habe mich der Band schon lange nicht mehr völlig hingegeben. Es wurde mir mit Chester klar, wie kraftvoll und leidenschaftlich er unsere Texte sang… ich stehe einfach nicht mehr völlig hinter dieser Idee einer Musikkarriere. Ich sehe mich nicht in diesem Business, als Sänger. Joe bitte. Ich liebe dich.“

Joe schloss seine Augen, als Mark ihm zärtlich die Hand streichelnd auf die Wange legte. Er brummte und als er wieder aufsah, grinste sein Freund und hielt ihm ein Stofftier entgegen. „Ein Frosch?“, meinte er und Mark lachte nickend.

„Magst du doch, weiß ich doch. Ich hätte dir am liebsten einen echten gekauft.“, gab Mark zu und sah, wie Joe ihm langsam zu vergeben begann.

Der DJ grinste kurz und zuckte mit den Schultern. „Der hätte Archibald bestimmt geschmeckt.“, murmelte er und grinste dann etwas. Er schnappte nach dem flauschigen grün, weißen Tier und drückte es etwas. Joe atmete tief durch und schüttelte über sich selbst den Kopf. Er schielte zu seinem Freund und begann langsam zu nicken. „Tut mir leid, ich… kann es verstehen – einerseits… gib mir nur etwas Zeit, um… es zu akzeptieren oder so. Der Gedanke wir beide, berühmt. Es war ein Traum, den du mir nun kaputt gemacht hast.“

Mark nickte verstehend und kam näher. Sanft küsste er ihn und musterte seinen Freund dann mitfühlend. „Sorry, Baby. Ich liebe dich und unterstützte dich weiterhin.“, meinte er.

Joe genoss die Zärtlichkeit und nickte. „Chester ist wirklich genial. Er wäre tatsächlich der perfekte Ersatz… müssen nur die anderen mitmachen.“

„Werden sie schon. Nach einer Weile merken sie, was für Talent in Chester steckt. Er ist perfekt.“, drang Mark mit strahlenden Augen. Er schluckte schwer nur bei der Erinnerung an dessen umwerfende Stimme. Sie war immerhin so gut gewesen, das ihm bewusst wurde, dass der Neue besser zu Xero passte. Noch dazu war Chester wirklich nett.  Er mochte ihn und er war der erste, den er sich als seinen Ersatz vorstellen konnte. Für die Proben oder eben auch für immer.

„Wir proben einfach wieder mit ihm… also wenn Mike dann wieder raus darf.“, nickte Joe zuversichtlich und lehnte sich seufzend an Mark. Er schloss die Augen und hielt sich an sein Wiedergutmachungsgeschenkt fest. „Ich mag den Frosch. Ich denke ich nenne ihn Mr. Froggy, kling doch gut.“

„Auf jeden Fall.“, nickte Mark erleichtert. Er lächelte sanft und zog Joe kurz in seine Arme.

„Dann begleitet mich eben Mr. Froggy auf die Bühnen.“

-

Los Angeles Department of Animal Care & Control gehört zu den drei größten Organisationen in den gesamten USA. Wir nehmen Streuner auf oder Haustiere, die uns die Besitzer bringen, da sie entweder keine Zeit mehr haben oder ihnen aufgefallen ist, dass so ein Tier auch Verantwortung und Kosten mit sich bringt.“, seufzte Elisa, als sie ihre neue Bekanntschaft durch das Heim führte. Sie grüßte ihre Kollegen und lief mit Brad zusammen zu den Gehegen. Es war laut. Es miaute, bellte und zwitscherte überall. Es roch nach Tier und Futter.

Brad sah sich interessiert um und kniete sich schließlich vor ein Gehege. Ein noch ziemlich jung wirkender Hund saß in diesem. Ein aufgestelltes und ein geknicktes Ohr. Seine Augen dunkel und gepeinigt. „Hey, Kleiner…“, murmelte der Gitarrist und steckte seinen Finger wackelnd durch das Gitter.

„Suzan.“, meinte Elisa und kam neben ihn. Sie neigte ihren Kopf etwas und sah zu der Hündin, die zögerte bevor sich dennoch auf Brad zu kam und als sie ihn vorsichtig etwas beschnüffelt hatte, begann sie ganz aufgeregt mit ihrem Schwanz zu wackeln. „Wir schätzen sie ist fast ein Jahr. Wir fanden sie mit der Leine an die Eingangstür gebunden.“

Brad schüttelte den Kopf und sah mitfühlend zu Suzan. „Wie herzlos…“, schnaubte er und stand dann langsam wieder auf. Seine Knie waren etwas eingeschlafen und er zog sie etwas an.

Elisa zuckte mit ihren Schultern. „Immerhin wurde sie hergebracht.“

Brad nickte und lief mit ihr weiter. Sie liefen in einen großen Hintergarten hinaus, in dem ein paar der Tiere freien Auslauf bekamen und miteinander spielten. „Und… das ist dein Job nach der Schule oder so etwas?“

Elisa lachte sanft und steckte ihr Hände in die hinteren Taschen ihrer Jeans. Sie atmete tief durch und sah zufrieden den gut gelaunten Tieren zu. „Nein, das mache ich freiwillig.“, erklärte Elisa und sah Brad grinsend an. Sie legte eine Hand kurz gegen seinen Oberarm und fand es schön, wie interessiert er sich gab. „Vor zwei Jahren habe ich Eskil in den Straßen aufgelesen und ihn hier hergebracht. Ich bin nach der Schule dann immer her um mich um ihn zu kümmern. Ich wollte sichergehen, dass es ihm bestens ging. Irgendwann habe ich ihn mit nach Hause genommen. Er hat mir einfach mein Herz gestohlen und die Arbeit hier blieb einfach ein Teil von mir.“

Elisa nickte auf eine kleine hölzerne Bank im Schatten eines Baumes. Sie liefen dorthin und setzte sich. Sie drehte sich etwas zu ihm und grinste ihn etwas an. „Nun du, was bedrückt dich?“

„Huh?“, brummte Brad und sah überrascht zu ihr auf. Sofort wurde er etwas rot und zuckte unbeholfen die Schultern. „Nicht- nichts…“, schüttelte der Gitarrist abwehrend den Kopf.

„Komm schon, Brad.“, seufzte sie und legte ihm aufbauend eine Hand auf den Rücken. Sie schüttelte den Kopf und sah ihn eindringlich an. „Ich sehe dich nur lächeln, wenn du mit Eskil im Park spielst. Das war heute schon der dritte Tag, an dem du im Park auf uns gewartet hast… deswegen nahm ich dich heute mit her. Ich dachte, ich würde dir damit etwas Gutes tun.“

Knurrend entwand Brad sich der freundlichen Berührung. Er sah sie bitter an und war kurz davor aufzuspringen und sie anzufahren. Doch dazu hatte er kein Recht. Sie hatte Recht. Er lungerte im Park, bis sie mit Eskil dort spazieren ging. Mit ihrem Hund zu spielen, der so offen und freundlich wirkte, war im Moment seine größte Freude. Beinahe war es ihm peinlich und seufzend versteckte er sein glühendes Gesicht hinter seinen Händen. „Meine Freundin ist in Manhattan und ich höre nun seit über einer Woche nichts mehr von ihr…“, nuschelte er kleinlaut. Doch dies stieß eine Welle in ihm an. Er lehnte sich zurück. „Zwei Jahre und wir haben schon ein paar Mal eine Fernbeziehung geführt, nie war es schon mal so. Ich glaube sie betrügt mich.“

„Das tut mir ehrlich Leid, Brad.“, flüsterte sie und zog ihn unangekündigt in eine enge Umarmung. Es überraschte den Gitarristen sehr, vor allem da sie sich noch nicht sehr lange kannten. Dennoch fühlte es sich gut an. Er wusste er hatte in Elisa eine Freundin gefunden und musste sie dafür noch nicht einmal ewig kennen lernen.

Selbst schloss er nun seine Arme eng um ihren femininen Körper und zog sie haltsuchend an sich. Er schloss die Augen und genoss das geschenkte Vertrauen und Mitgefühl.  „Danke…“, hauchte er und atmete zittrig durch. Nach einer Weile löste er sich wieder und schüttelte den Kopf. „Ich habe mit ihr schon abgeschlossen.“, zuckte er plötzlich ziemlich unterkühlt die Schultern. Seine Augen blitzten verletzt auf. „Ich weiß, sie wird mit mir Schluss machen sobald sie wieder zurück ist.“

Elisa sah ihn bittend an. „Vielleicht solltest du sie noch nicht so schnell aufgeben, Brad.“

Entschlossen blickte er zu der Tierliebhaberin. Er grinste und hob zögernd seine Hand. Sanft streichelte er ihr eine blonde, lockige Strähne hinter die Ohren. „Zeitverschwendung… ich bin mir sicher, und… nun ich mag Eskil.“, grinste er und spürte wie ihm ganz warm wurde.

Räuspernd stand er hastig auf und biss sich kräftig auf die Lippen. Er mochte Elisa. Brad kam wunderbar mit ihr aus und ihre Art war so einnehmend. Ihm gefiel dieser große Helferdrang gegenüber verlorener Tierseelen, das helle Lachen von ihr.

Natürlich vermisste er Olivia, sehr sogar und dies konnte er wohl nicht leugnen. Doch er war von ihrem Verhalten tief verletzt. Der Gitarrist hatte sich nun dafür entschieden seine Freundin hinter sich zu lassen. Sie meldete sich nicht und dies schon eine lange Zeit. Dafür gab es nunmehr keine plausiblen Ausreden mehr. Sie wollte wohl einfach den Kontakt nicht mehr zu ihm. Und so begann auch Brad langsam von ihr zu lassen.

„Morgen wieder um drei im Chumash Park?“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Brad grinste strahlend, wenn auch etwas verunsichert, doch er überspielte dies gut. Es klang weniger wie eine Frage und war eher ein Versprechen an Elisa und Eskil.

Brad lächelte breit. Es erstrahlte nunmehr und zeigte keine gepeinigten Gefühle mehr. „Ich freue mich schon. Ich werde Eskil eine Karotte mitbringen, die mag er doch so gern.“, grinste er und verschwand dann, noch bevor Elisa ihm zusagen oder gar absagen hätte können.

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tbc - Progress: 19/~31 in Progress, etwa 61 %
♛ Happy belated Birthday to 'Fortune Of Life ':)
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