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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
21.04.2015 4.433
 
"Zünd' den Knaller! - beng! - Irre!" -  x

Ihr seit wirklich unbeschreiblich toll!  Ich danke ganz ♡-lich:
jANE963   Sweety13   platinlocke   Smiley   Streifenhoernchen   SherryTenshi  
holy-Shinoda   Steampunk
 und JustCallMeDelta

Da ihr wohl noch so zahlreich an der Geschichte dabei seit, habe ich ein  # Lern-freies-Schlupfloch ausfindig gemacht, um euch schnell das nächste Kapitel da zu lassen.

Ich würde mich natürlich erneut um reges Feedback / Favos / Empfehlungen whatever freuen!  :*  Das macht die
   # aufgewendete Zeit belohnt. Danke.   :)

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18. Kapitel


Müde wälzte sich Chester etwas über die Couch und wachte dabei allmählich auf. Er gähnte und blinzelte dann, da er von dem hell flimmernden Fernseher in Brads Zimmer geblendet wurde. Er brummte und rieb sich über seine schmerzenden Augen. Lauschte schließlich etwas, der Ton war sehr leise gedreht. Es hörte sich danach an, als würde Brad etwas spielen und verwirrt setzte er sich auf. Mit kleinen Augen sah er aus dem Fenster. Es dämmerte gerade einmal und die Gegend lag daher noch in frühmorgendlichem blauem Schein.

Brad saß ganz am Rand seines Bettes im Schneidersitz und hielt einen Kontroller in seinen Händen, auf dem er wild herumdrückte. Neugierig wanderte Chesters Blick durch den Raum. Auf dem Bildschirm flackerte ein Kampf zwischen zwei muskulösen und halbnackten Spielfiguren. Chester wurde schnell wacher und er krabbelte auf seiner Schlafcouch ebenfalls bis zu ihrem Ende. „Tekken?“, murmelte er mit noch verschlafener Stimme. „Du hast eine PlayStation?“, keuchte er daraufhin bewundernd.

„Sorry, wollte dich nicht wecken.“, murmelte Brad und kämpfte währenddessen weiter gegen seinen Gegner. Er schnaubte und drückte einmal kräftiger, als seine Figur etwas abbekommen hatte und er versuchte daraufhin gleich zu kontern.  Er ging nicht auf Chesters Fragestellung ein, da es auch unnötig  und offensichtlich war.

„Hmm, nein schon gut.“, brummte Chester und rieb sich nochmal über die Augen. „Die PS ist sau cool. Ich durfte einmal bei einem alten Kumpel spielen. Da ich keine eigene haben durfte, zu teuer.“, erzählte der Neue leise und ein wenig verunsichert. Chester fühlte sich noch immer von dem gestrigen Tag geprägt und wusste nicht so recht, wie nun alle zu ihm standen.

„Wenn die Nintendo 64 im September raus ist, wünsche ich sie mir zum Geburtstag.“, grinste Brad strahlend und reichte den Kontroller zu seinem Zimmergenossen rüber. Er lehnte sich entspannt auf seine Ellenbogen zurück auf die Matratze und sah nun Chester zu, wie er sich darum bemühte seinen Gegner zu erledigen.

Doch leider hatte Chester kaum Übung darin. Er fand nicht schnell genug die richtigen Knöpfe und wusste auch kaum Kombinationen, die er drücken konnte, um gewisse Bewegungen auszuführen. Schnell war er ‚Game Over‘ und seufzend legte er den Kontroller vor sich auf den Boden. „Sorry.“, murmelte er und sah zurück auf seinen zerwühlten Schlafplatz. „Wo ist Mikey?“, fragte er vorsichtig nach und vermisste seinen Freund.

„Er musste nach Hause. Seine Mom hat hier angerufen.“, erklärte der Gitarrist und sprang nun auf. „Ich hab auch Ridge Racer und Tomb Raider oder wir spielen Tekken zusammen. Ich hab noch einen Kontroller.“, meinte er und war mehr als nur begeistert, nun einen realen Spielgegner zu haben. Grinsend suchte er die Sachen aus seinem TV-Schrank und sah dann fragend zu Chester zurück, als dieser nicht sofort antwortete.

Chester atmete tief durch und wollte am liebsten bei Mike sein. Er sah zu Brad auf. Nun war dieser wieder freundlich zu ihm, aber gestern war auch er nicht von der Idee begeistert, dass er für Mark sang. „Tut mir Leid wegen gestern.“, murmelte er kleinlaut und spielte etwas unsicher mit seinen Fingern. Es bedrückte Chester und er wollte diese kleine Last von seinen Schultern haben.

Brad grinste nur und verdrehte die Augen. „Muss es dir doch nicht. Sorry, wenn es gestern blöd rüberkam, aber wenn Mark ehrlich keinen Bock mehr hat, dann freue ich mich wenn du für ihn einspringst. Und jetzt spiel mit mir!“, lachte er auf und steckte den zweiten Kontroller ein und reichte ihn Chester.

Chester hatte sich auf seinen Bauch gelegt und ließ seine Arme mit dem Kontroller in den Händen von der Schlafcouch auf den Boden hängen. Seine Beine hatte er angewinkelt und ließ sie in der Luft baumeln. Sie spielten etwas und Chester verbesserte sich mit jeder Runde, gewann sogar immer wieder. Irgendwann fand Brad sich wieder als Sieger vor und war darüber verwundert, wie leicht er den Älteren erneut besiegen hatte können. Als er zu dem Neuen sah, erkannte er, dass der Ältere abermals tief eingeschlafen war. Er schnaubte amüsiert und schielte zur Uhr - halb acht.

Das Telefon begann im Untergeschoss zu klingeln und drang dumpf zu Brad ins Zimmer. Er hatte vorhin schon etwas gehört. Seine Eltern und wohl auch Charlene waren bereits schon außer Haus und so stand er seufzend auf, um das Telefonat anzunehmen. Er hetzte hinab, um den Anrufer noch zu erwischen. „Delson?“, keuchte er etwas aus der Puste.

‚Brad?‘, wimmerte es ihm leise entgegen. ‚Oh fuck Brad!‘

Brad war verwirrt und schüttelte den Kopf. „Uh Mike? Alles klar, man?“

‚Ist Chester wach? Darf ich mit ihm reden?‘, fragte er leise und klang ziemlich verzweifelt. Als hätte er Chesters Stimme schon eine Ewigkeit nicht mehr gehört.

Seufzend blickte der Gitarrist die Treppen hinauf. „Ehrlich gesagt, nicht. Was ist denn los?“

‚Weck ihn, bitte.‘, bat Mike flehend.

„So leichtfertig setzte ich mich nicht dem Tod aus, Shinoda.“, lachte Brad auf und atmete tief durch. „Komm doch einfach gleich vorbei, man.“

‚Meine Eltern wissen Bescheid, verdammt. Ich hab Hausarrest. Sobald sie das Haus verlassen, sperren sie mich ein, um sicherzugehen, dass ich wirklich in meinem Zimmer bleibe, wenn sie auf der Arbeit sind.‘, murmelte Mike und seufzte. Gestresst rieb er sich über die Schläfen.

„Fuck, Jason?“

‚Nein, Anna.‘

Brad schüttelte den Kopf und atmete tief durch. Dass sie so weit ging, hätte auch er nicht erwartet. „Ich hol ihn.“, murmelte er und hörte noch ein leises ‚Danke‘ durch den Hörer bevor er immer zwei Treppenstufen nach oben nahm. Vorsichtig rüttelte er an Chesters Schulter. Der Ältere wachte schnell wieder auf und Brad erklärte ihm es ihm, noch bevor dieser sich beschweren hätte können.

„Mikey?“, murmelte Chester und hielt das Telefon fest gegen sein Ohr gedrückt. Er lächelte sanft. „Ich vermiss‘ dich.“

‚Sorry, Babe… meine Eltern, wissen schon über uns Bescheid. Sie sind leider nicht so cool, wie deine Mom. Ich habe Hausarrest und… nun eigentlich darf ich auch keinen Kontakt zu dir haben.‘, erklärte er und atmete zittrig ein und aus. Chester Stimme klang so wundervoll. Dennoch wollte er das Telefonat nicht sehr viel länger hinauszögern, da ihn seine Eltern jederzeit erwischen konnten. Mike hatte sich auch nur kurz vom Frühstückstisch entschuldigen können.

„Oh.“, brummte Chester und riss die Augen auf. Er hielt sich die Hand erschrocken vor den Mund und überlegte. „A-Aber…“, begann er mit rasendem Herzen. Seine Hände wurden ganz schweißig. „D-Du… w-wir sind noch zusammen?“

Mike nickte leicht und fand es beinahe süß, wie Chester sich sorgte. ‚Fuck ja. Ich… hey, Babe ich gebe dich nicht mehr her. Keine Angst, Chaz. Dann sollen mich meine Eltern enterben oder sonst einen Scheiß tun...‘

Chester drückte die Augen zusammen und setzte sich auf den Boden und lehnte sich gegen die Wand. Unruhig spielte seine freie Hand mit dem Kabel des Hörers. „Ich möchte nicht Schuld haben, wenn du… deine Eltern verlierst, wegen mir… vie-vielleicht klappt das mit… u-uns nicht.“

‚Sei zuversichtlich, Chaz. Im Moment sind wir zusammen und du bedeutest mir so viel und deswegen werde ich um dich kämpfen und dich nicht aufgeben.‘, beruhigte Mike und war stolz über seine eigene Aussage, die in seinen Ohren sogar etwas heldenhaft und weise geklungen hatte.

Chester lächelte und fühlte sich tatsächlich davon aufgebaut. „Okay, dann… komme ich einfach zu dir.“

‚Geht nicht sobald meine Eltern das Haus verlassen, sperren sie mich ein. Jason ist auch nicht da.‘, seufzte Mike.

„Fenster, Mikey. Ich hab diesen Baum davor bemerkt.“, grinste Chester und kicherte etwas.

‚Der ist aber noch ein Stück weg…‘

„Geht schon. Ich fall nicht. Bis gleich.“, meinte Chester zuversichtlich und legte schnell auf. Grinsend beeilte er sich und ging ins Bad um sich fertig zu machen. Er stellte sich noch ein paar Minuten in die Küche und füllte seinen Rucksack. Er gab Brad Bescheid und schnappte sich dann schnell sein Skateboard, um dann zu den Shinodas zu gelangen.

Chester kam zügig an und schlich sich um das Haus. Er sah den benannten Baum und roch das Chlorwasser aus dem Pool, dessen Wasser sanfte Wellen schlug. Seine Schuhsohlen quietschten unter dem Tau, als er dann zu Mikes Zimmerfenster hinauf sah und Gänsehaut verspürte, da er ihm Schatten stand und es dort noch frisch war. „Mikey!“, rief er hinauf und scherte sich auch nicht darum leise zu sein. Offenbar war ohnehin keiner mehr von Mikes Familie zu Hause.

Er ließ sein Skateboard ins Gras fallen und begann dann den Baum hinaufzuklettern. Er setzte sich auf einen Ast, als Mike nun sein Fenster öffnete und den Kopf schüttelte. „Du bist verrückt.“, rügte er ihn und nickte nun in seine Richtung. „Und jetzt?“

Vorsichtig rutschte Chester näher zum Fenster, doch der Ast war tatsächlich ein Stück zu weit weg. Betrübt atmete er durch und biss sich auf die Lippe. „Du hattest Recht. Ist doch nicht wie im Film.“, murmelte er traurig und spielte mit seinen Fingern, während er seine Beine baumeln ließ.

Mike grinste. „Du bist süß.“, meinte er und setzte sich auf sein Fensterbrett. „Schön, dass du hier bist. Wir können uns so wenigstens sehen.“

Chester zupfte etwas an der Rinde und schüttelte den Kopf. „Ich möchte dich küssen.“, grummelte er beleidigt und zog nun seinen Rucksack von seinem Rücken. Er öffnete ihn und zog zwei Thermostasse hervor. „Kaffee, Baby.“, grinste er und holte dann noch eine Dose hervor. „Und Nutella Toast und Gummibrächen!“

Mike sah ihn verliebt an und schüttelte den Kopf. „Du bist unmöglich. Gummibrächen zum Frühstück?“, lachte er und wünschte sich gerade nichts sehnlicher als ihm seine Lippen aufzudrücken.

„Gummibären gehen immer, Mike. Hier fang.“, meinte er und warf dem Jüngeren schließlich den Kaffee zu. Mike fing und bedankte sich. Er öffnete den Deckel und nahm einen genüsslichen Schluck daraus.

Chester nahm sich zwischenzeitlich ein Toast und biss hin dieses. Er sah sich etwas um und schnaubte. „Irgendwie komme ich schon noch rüber.“

„Vergiss es, Chaz. Ich möchte nicht, dass du fällst. Warten wir auf Jason.“, meinte Mike und hoffte sein kleiner Bruder würde ihm aushelfen.

Chester sah mit zweifelndem Blick zu ihm und trank nun auch von seiner Tasse etwas Kaffee. „Ich glaube nur, er mag mich nicht.“

„Wenn er uns nicht hilft, werde ich klein Jason bestechen.“, nickte Mike und grinste schelmisch in sich hinein. Er wusste vieles über seinen jüngeren Bruder, dass ihren Eltern nicht gefallen würde. Da musste er einfach nach Mikes Nase tanzen. „Der hat keine Wahl. Ich will dich in meinen Armen halten…“

„Hey, wenn du eh nichts darfst, können wir Mathe üben.“, schlug Chester lachend vor und warf ihm nun auch die Box mit den beschmierten Toasts zu. Er schenkte Mike einen Luftkuss, als dieser mit düsterem Blick zu ihm sah und hielt gleich noch den gesamten Rucksack hin, den er dann ebenfalls zu Mike schmiss. „Wo ist Jason?“

„Bei einem Kumpel, keine Ahnung, kann auch sein, dass er sogar erst Morgen wieder herkommt.“, erklärte Mike etwas vertieft in den ganzen Dingen, die er zugeworfen bekommen hatte.

„Mach Platz.“, forderte Chester auf und Mike blickte zu ihm. Er sah seinem Freund erschrocken zu wie er sich auf den Ast stellte und versuchte sein Gleichgewicht zu halten. Mike blickte ihn mit großen, panischen Augen an und aus lauter Schock, als dieser Sprungkraft holte folgte er Chester Aufforderung und hastete von dem weitgeöffneten Fenster weg, durch das Chester nun plötzlich sprang.

„Fuck Chaz!“, schrie er ihn lauthals an, als er zittrig zu ihm kam und ihn in seine Arme zog hielt. Alles was er noch in seinen Händen hielt, ließ er dabei einfach fallen. Chester lachte nur, als er gegen den warmen Körper gedrückt wurde. „Was denn? Ist doch alles gut…“

Mike zitterte noch immer geschockt, über die Aktion, die sein Freund gebracht hatte und hielt ihn fest in seinen Armen. Er begann ihn sanft hin und her zu wiegen und spürte, wie die Panik und der Schock langsam wieder von ihm abließen und er es stattdessen genoss den Älteren in einer Umarmung zu halten. Langsam schloss er seine Augen und brummte etwas. Mike küsste Chesters Schläfe. „Du Vollidiot.“, knurrte der Emcee ernst, doch war nunmehr auch froh, um Chesters waghalsige Entscheidung und Mut.

Chester schloss seine Arme um Mikes Hals und grinste ihn breit an, als er nun endlich seinen lang ersehnten Kuss bekam. Sanft legte er seine Lippen über Mikes und streichelte mit seiner Zunge über die Unterlippe des Jüngeren. Er bekam sofort den gewünschten Einlass. Seine Augen flatterten zu und er gab sich Mike hin. Brummte genießend und sprang sanft auf, sodass er seine Beine um Mikes Hüfte schloss. Der Jüngere hielt ihn hingegen sicher um dessen Hintern. Langsam brachte Mike sie zu seinem Bett und legte den Älteren sanft auf dieses. „Du riechst so gut…“, hauchte Mike  nun säuselnd und vergrub seine Nase in dessen Halsbeuge. „Ich konnte nur einschlafen, weil ich an dem Kissen gerochen hatte, das du benutzt hattest, Chaz.“

„Was ist gestern denn passiert?“, fragte Chester und blickte zu Mike auf. Er hob seine Hand und ließ seine Fingerkuppen sanft über sein Gesicht streicheln, spielte kurz mit ein einer kleinen Strähne von Mikes schwarzem Haar.

Mike atmete tief durch und rollte sich zur Seite und legte sich neben Chester. Er suchte nach dessen Hand, um sie zu halten. „Anna ist zu ihren Eltern gerannt. Die wiederum haben meine angerufen. Daher wissen sie Bescheid. Sie finden es überhaupt nicht gut, man… mein Dad meinte… ich sollte nicht zum Schwulenpack gehören, Chaz.“, meinte er leise. Auch wenn es Mike absolut nicht gewollt hatte, so hatte seine Stimme dennoch zu zittern begonnen. Die Erzählung nahm ihm etwas die Luft und er musste stark blinzeln, da er ein paar Tränen spürte. Doch er wollte es nicht zu sehr an sich heranlassen. Seine Eltern verstanden einfach nicht. Sie wussten nicht, wer Chester war, da sie ihn nicht wirklich kannten. Und sie wussten auch nicht, was Chester für ihn war, was er fühlte, wenn der Ältere bei ihm war. Reine Überwältigung. Ein Kribbeln. Er liebte ihn.

Chester spürte, wie sich Mikes Stimmung wieder verschlechterte und er von seinen Eltern offenbar ziemlich verletzt worden war. Er presste seine Lippen zusammen und stützte sich auf. Der Sänger legte eine Hand auf Mikes Brust und beugte sich zu ihm. Sanft küsste Chester dessen Lippen und schmiegte sein Gesicht gegen Mikes. „Sorry dafür.“, murmelte und umarmte ihn nun. Eng kuschelte sich Chester gegen seinen trauernden Freund. „Irgendwann sehen sie sicherlich ein. Vielleicht… bringst du sie dazu, mich… nun erst einmal richtig kennenzulernen. Dein Dad darf mir tausend unangenehme Fragen stellen.“, grinste er.

Mike schnaubte amüsiert und hielt den Älteren an sich gedrückt. „Du bist so wundervoll…“

„Ach ich weiß.“, lachte Chester und wurde von Mike in die Seite geknufft. Sie rollten sich wieder und schnell lag Chester wieder unter dem Emcee. Mike grinste schelmisch auf ihn hinab, ehe sein Blick hungrig wurde. Er leckte sich über die Lippen und musterte die schönen Gesichtszüge des Älteren. „Du bist so wunderschön, Chaz.“

Chester verzog das Gesicht. „Sülz‘ mich nicht zu und küss‘ mich einfach, man.“, forderte er und wartete sehnsüchtig auf die wundervoll weichen und vor allem gut küssenden Lippen Mikes.

„Manchmal kannst du wirklich unromantisch sein.“, empörte sich Mike lachend und kam dann jedoch dessen Aufforderung nach. Leidenschaftlich begann er ihn zu küssen und begann dabei auch seine Hände auf Wanderschaft zu schicken. Sanft streichelte er an Chesters warmer Haut, oberhalb seines Hosenbundes entlang, ehe sie sich weiter unter dessen Shirt stahlen. Mike spürte, wie Chester unter seinen begehrenden Berührungen zuckte und sich eine sanfte Gänsehaut bildete. In dem Moment löste sich Chester aus ihrem erhitzten Kuss, um schwer zu keuchen.

„Mike…“, brummte er und hielt seine Augen in puren Genuss geschlossen. Chester drückte sich kaum merklich gegen Mikes Hände und verlangte nach mehr.

„Du reagierst so heftig.“, stellte Mike angetan fest. Sanft begann er nun Chesters Wangenknochen entlang zu küssen, hinab zu dessen Halsbeuge. Liebevoll knabberte und saugte er dort an der weichen Haut.
„Du machst- hm, Mikey… mich auch… verrückt.“, hauchte er zitternd vor Wohlgefallen zurück. Seine Hände lagen an Mikes Seiten und gingen nun ebenfalls auf Wanderschaft. Sie streichelten unter das Shirt des Jüngeren. Chester fühlte sich wie unter Strom. Alles kribbelte feurig unter seiner Haut und seine Lenden begannen sehnsüchtig zu ziehen, als sich langsam aber sicher eine Erektion aufbaute. Ängstlich schluckte Chester, als ihm dies bewusst wurde und schnell drückte er sich wieder sanft von dem Jüngeren weg. „Nicht.“

Zuerst begriff Mike nicht, war viel zu sehr gefangen, von Chester. Er wollte ihn begehren und zeigen, wie sehr er ihn mochte. Er wollte, dass sein Freund auf Wolken schwebte und wundervolle Gefühle verspürte. Doch Chester stemmte seine Hände plötzlich gegen ihn und verwirrt löste sich Mike schließlich. „A-Alles okay?“, fragte er selbst etwas außer Atem. Er lächelte ihn sanft an, als er Chester Unsicherheit bemerkte.

„Ich kann das noch nicht, Mike.“, murmelte Chester kleinlaut und sah schließlich beschämt zur Seite weg. Langsam entzog er sich dem Jüngeren und rutschte auf dem Bett hinauf ins Eck. Seufzend zog er seine Beine an und umarmte diese. Traurig legte er sein Kinn auf die Knie. „Sorry.“

Mike folgte ihm und schob das Kissen etwas zur Seite, um sich zu ihm setzen zu können. Er zog ihn in eine halbe Umarmung und schenkte ihm einen unschuldigen Kuss gegen die Stirn. „Ich hab das auch noch nicht gemacht. Mit einem Jungen. Ich hab auch Angst davor, Ches. Wir warten, bis wir uns sicher sind… bis es einfach passiert. Ich glaube… gerade eben… das wäre nicht sehr viel weitergegangen. Dir muss nichts peinlich sein.“

„Danke.“, hauchte Chester nur leise und lehnte sich an seinen Freund. Nach einer Weile grinste er klein. „Es war aber… sehr schön, Mikey. Ich mochte es sehr.“, lobte er seinen Freund und küsste ihn liebevoll auf die Lippen.

Mike lächelte sanft. „Ich mochte es auch. Wie willst du eigentlich wieder rauskommen?“, fragte er nun und sah zweifelnd zum Fenster zurück. Tief atmete er durch und drückte Chester stärker gegen sich. „Ich lasse dich nicht wieder springen, du Irrer.“

Sanft lachte Chester gegen Mikes Schulter und schloss genießen die Augen. „Deine Eltern dürften dich doch gar nicht einfach einsperren…“, stellte er nun fest und rümpfte die Nase. „Was ist wenn du Hunger oder Durst bekommst, oder auf die Toilette musst oder irgendetwas passiert… wenn zum Beispiel das Haus brennt?“

Mike zuckte mit den Schultern. „Da sie arbeiten, können sie es nicht anders gewährleisten, dass ich mein Hausarrest einhalte. Ich hatte Glück, dass ich dich anrufen konnte… sie waren noch da gewesen und hatten nicht aufgepasst… und ein kleines, eigenes Bad habe ich ja…“

Chester brummte. Ihm gefiel diese Art der Bestrafung nicht. Schon allein, weil er keinen triftigen Grund sah. Nur weil Mike mit ihm zusammen war, sollten sie nicht so viel Macht über ihn haben. Sie sollten nicht entscheiden können, mit wem Mike ging. „Unsere erste Hürde…“, nuschelte er traurig und vergriff sich haltsuchend an Mikes T-Shirt. Er küsste dessen bekleidete Schulter und atmete tief durch.

„Ich bin mir sicher mit dir, Ches.“, versicherte Mike ihm nickend.
Chester atmete tief durch.

-

Brad hatte dabei zugesehen, wie Chester ganz aufgedreht durch das Haus gewuselt war. Er war von Küche ins Badezimmer zu seinem Zimmer hin und her gehetzt und hatte sich fertig gemacht, um bei Mike vorbeizusehen. Seine Augen strahlten begeistern, wenn auch ein klein wenig besorgt aufgrund der Situation in der Mike sich befand. Dennoch erkannte Brad die sprühende Leidenschaft und Chester Vorfreude Mike zu sehen.

Er vermisste genau diese Gefühle, wenn es um Olivia ging. Noch immer hatte er erfolglos versucht sie an das Telefon zu bekommen und mittlerweile war er sich ziemlich sicher, dass sie ihn absichtlich ignorierte und ihre Beziehung zum Scheitern geweiht war. Irgendetwas musste in Manhattan vorgefallen sein. Wahrscheinlich war ihr ein netter Typ begegnet und die große Entfernung zu ihm hatte sie verlockt.

Brad lag auf seinem Bett. Starr blickte er gegen die Decke und hörte nur leise die Melodie seines Spiels laufen. Lustlos hatte er sich zurückgelegt und seine Hände miteinander verschränkt auf seinen Bauch gelegt. Tränen säumten seinen Blick und ließen diesen verzerren, bevor sie ihm über die Wangen kullerten. Er vermisste sie unheimlich und die Ungewissheit machte ihn nur noch mehr fertig.

Es dauerte lange bis er sich wieder etwas gefangen hatte. Seine Brust krampfte eng zusammen und er glaubte kaum Luft zu bekommen. Er schluchzte zittrig und fühlte sich einerseits auch gut, da er seine angestauten und verletzten Gefühle einmal herausgelassen hatte. Bisher hatte er es immer tapfer geschluckt oder war einfach nicht ungestört genug gewesen.

Der Gitarrist stand auf, um seinen Fernseher und die leise dudelnde Spielkonsole auszuschalten. Den Kontroller kickte er sanft zur Seite weg, damit dieser nicht störend in mitten seines Zimmers lag. Flüchtig macht er sich etwas im Badezimmer zurecht und zog sich neue Sachen an, ehe er das leere Haus verließ. Er schlenderte durch die Gegend und wusste nicht so recht was er tun sollte. Zu Mike wollte er nicht, da er dem glücklichen und frisch verliebten Pärchen nicht zusehen wollte, doch eigentlich schien es liebestechnisch für jeden seiner Bandkollegen gut zu laufen.

Er entschied sich dazu, einfach für sich zu bleiben. Brad schlenderte langsam und getrübt durch die Gegend und suchte schließlich den Chumash Park auf. Dieser war immer gut besucht und auch wenn er dort niemanden zu treffen glaubte, den er kannte, so fühlte er sich nicht ganz so allein. Seine düsteren Gedanken isolierten ihn schon genug.

Mit seinen Händen tief in die Taschen seiner Shorts gesteckt, lief er den geteerten Weg durch die Grünanlage. Eine sanfte Sommerbrise ließ die Baumkronen rascheln und Brad beobachtete die tanzenden Schatten, der Blätter die auf den Boden fielen. Er atmete tief durch und gab nicht sonderlich viel Acht auf den Weg, den er ging. Gerne hätte er nun Olivia an seiner Seite.

„Eskil!“

Brad zuckte bitterlich, als ihn eine schräge weibliche Stimme erschreckte. Sie war geradezu durch seinen Körper gefahren und mit großen Augen hatte er aufgesehen. Gerade noch im richtigen Moment, um zu sehen, wie ein weißer American Staffordshire Terrier mit schwarzen Flecken auf ihn zu gerannt kam. „Eskil aus. Platz, Eskil!“, wurde ihm offenbar von seiner Besitzerin nachgerufen.

Brad grinste breit. Er mochte Hunde und hatte auch von den größeren Arten keine Angst, selbst wenn sie so entschlossen auf ihn zu gerannt kamen. Er beugte sich etwas hinab und hielt dem Hund seine Hand hing. Er beschnüffelte sie. Sein Schwanz wedelte aufgeregt und freudig hin und her, als er ihn umrundete. Als Brad merkte, dass tatsächlich keinerlei Gefahr von Eskil ausging, ging er in die Hocke und begann ihn zu streicheln.

Das Mädchen kam ihrem Hund nachgerannt und stützte sich etwas außer Atem auf ihre Knie. Sie verdrehte die Augen genervt und schüttelte den Kopf. „Entschuldigung. Er muss noch einiges lernen…“, meinte sie und klopfte nun gegen ihre Oberschenkel. „Komm Eskil, lass ihn in Ruhe… oh, er scheint dich gern zu haben…“, seufzte sie und lächelte beschämt.

Brad gefiel es jedoch. Es brachte ihn auf andere Gedanken und so schüttelte er den Kopf. „Schon okay.“, murmelte er und schielte kurz zu ihr. Ein Grinsen nahm auf seinem Gesicht Platz, als der Hund mit seiner Hand spielte. Irgendwann ließ er sich auf den Rücken fallen und wartete geduldig, bis Brad ihn am Bauch kraulte.

Sie musterte den Jungen, der ihr gegenüber saß. Irgendwoher kam er ihr bekannt vor. Sie überlegte etwas. „Hey… kennst du Rob Bourdon?“, fragte sie leise nach und sah ihm zu wie er mit ihrem Hund umging.

„Huh?“, brummte er verwirrt und sah zu ihr. Langsam begann er bestätigend zu nicken.

„Bist du ein Typ aus dieser Band, in der er spielt?“, fragte sie neugierig weiter und stand nun wieder auf. Sie beugte ihren Rücken durch und seufzte.

„Uhm, ja ich bin Brad Delson. Xero’s Gitarrist. Rob spielt die Drums… wieso fragst du?“, meinte er überrascht von ihr erkannt worden zu sein. Er überlegte selbst schwer, doch er war sich sicher das Mädchen nicht zu kennen. Sie zuckte nur unbekümmert mit den Schultern und als Brad von Eskil abgelassen hatte und wieder neben ihr stand, holte sie ihren Hund mit strengem Befehl an ihre Seite.

„Nur so. In der Schule bin ich in ein paar Kursen mit Rob… irgendwie, kamst du mir bekannt vor. Er quatscht manchmal davon und… man bekommt es einfach mit. Schön dich kennen zu lernen.“, lächelte sie breit und streckte ihm die Hand entgegen.

Brad musterte sie etwas verwirrt. Sie schien wirklich nett zu sein, aber wirkte eigentlich älter als dass sie in die gleiche Jahrgangsstufe wie Rob ging. Doch dies wiederrum erklärte, warum er sie nicht zu kennen schien. Sie war groß gewachsen und war nur ein kleines Stück kleiner, als er selbst. Sehr schlank und ihre Arme wirkten sehnig. Offenbar machte sie viel Sport. Ihre Haare waren lang und fielen ihr locker in hübschen blonden Locken über die Schultern.

Er spürte wie er sich sanft auf die Lippen biss, als er sie so ungeniert musterte. Sein Starren wurde er allerdings erst bewusst, als sie ihren Kopf leicht fragend neigte. Sofort färbten sich seine Wangen in ein beschämtes Rot und brummend rieb er sich über den Nacken. Grinste dann dämlich. „Uhm… wie heißt du denn eigentlich?“, hauchte er dann, um etwas abzulenken.

„Elisa.“, grinste sie und spürte, wie Eskil unruhiger an ihrer Seite wurde. Offenbar hatte er schon wieder etwas Interessantes entdeckt. Sie seufzte, da sie die Hundeleine an ihrem Platz gelassen hatte. „ich hab eine Decke dort hinten in der Sonne ausgebreitet. Ich bin gern dort und lasse Eskil etwas Auslauf, normalerweise rennt er auch nicht so allzu weit weg.“, erklärte sie und deutete hinter sich. „Wir können gern dort weiterquatschen.“

Kurz war der Gitarrist etwas überrascht über ihr Angebot. Doch sie war wirklich nette Gesellschaft und er fand sie bereits sympathisch. Eskil bellte, als hätte er sie verstehen können und Brad lachte. „Uh, klar. Eskil scheint diese Idee ja auch ziemlich zu gefallen.“, stimmte er schließlich zu und folgte den beiden über die saftig grüne Weise hinüber zu seiner Decke.

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tbc - Progress: 18/~30 in Progress, etwa 60 %

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