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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
07.04.2015 4.286
 
Vielen lieben Dank an Smiley und jANE963 für ihre lieben Reviews! ♡

!  Pls Note:
Leider muss ich feststellen, dass das Interesse an 'Fortune Of Life' zuletzt stark rückläufig war. FOL liegt mir sehr am Herzen und ich weiß sie hat eigentlich einige Fans.

Ab nun an opfere ich hierfür Zeit , die ich nützen sollte um für wichtige Abschlussprüfungen zu lernen, die in wenigen Wochen anstehen.
Daher erbitte ich einfach mal kleine Rückmeldungen - damit diese Zeit nicht umsonst gewesen war - ansonsten muss ich die Updates zunächst einstellen.               (Natürlich allgemein gülitg, aber FOL ist meine Hauptstory momentan.)

Liebe Grüße und Viel Spaß, Rayden. :)

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17. Kapitel



Ein ziemlich erschrockenes Raunen ging durch die Runde und Xero starrten ihren Sänger überrumpelt an. Keiner hatte schließlich mit einem Ausstieg von ihm gerechnet und der ein oder andere, fragte sich vermutlich, ob Mark nicht vielleicht sogar nur bluffte. Doch Mark starrte entschlossen seinen Freunden entgegen und lächelte entschuldigend.

„Mark!“, empörte sich Joe lautstark und hatte seinen Mund offenstehen. Mit großen Augen starrte er seinen Freund an und begann den Kopf zu schütteln. Mark log nicht, dass hatte er schon verstanden. Es war sein purer ernst. Schnaubend ließ er von dem Älteren und wandte sich ab. Enttäuschung rollte über ihn ein und er warf seine Hände über den Kopf, raufte sich die Haare, während er ein paar Schritte lief.

Xero war ihr Traum gewesen, schon immer. Er hatte mit Mark schon einige Nächte philosophierend verbracht, wie es denn sein würde, wenn sie eventuell den Durchbruch in ein paar Jahren schafften.

Von diesem Wunschdenken hatten sie sich ohnehin distanziert. Nie konnte sie etwas sicher prophezeien und so konzentrierten sie sich auch um andere Dinge, wie Schullaufbahn und später College. Doch ganz abgeschrieben hatten sie die Band nie und kümmerten sich um ihre Ausbildung im Prinzip nur als Plan B.  Falls es mit der Band tatsächlich nichts werden würde.

Und nun gab sein Freund auf. Joe verstand es nicht. Ganz und gar nicht. Immerhin waren sie alle noch schulisch involviert. Mark ging zum College. Da war noch keine Zeit gewesen, um besondere Aufmerksamkeit auf ihre Karriere mit Xero zu konzentrieren. Joe wollte nicht ohne seinen festen Freund als Sänger an seiner Seite in Xero sein.

„Joey…“, seufzte Mark langgezogen und neigte seinen Kopf etwas, als er seinem Freund zusah, wie er etwas verzweifelt wirkte. Auch die anderen hatte es die Stimme verschlagen und er schenkte ihnen noch immer ein kleines Lächeln und zuckte mit den Schultern. „Hey, Chester ist perfekt für euch.“, meinte er lobend.

Chester schluckte schwer und konnte sie darüber gar nicht freuen. Eher hatte er ein schwer lastendes, schlechtes Gewissen, das nun stark an ihm nagte. Er wollte doch niemanden aus der Band stoßen oder vertreiben. Er wollte nicht der neue Sänger werden, wenn die Band an sich Mark noch nicht gehen lassen wollte. Sanft schüttelte den Kopf.

„Ich kann das nicht…“, flüsterte er nur und sah mit schimmernden Augen durch die Gesichter. „Ich bin nicht hier, um in eine neue Band einzusteigen. Ich… i-ich habe doch eigentlich meine eigene. I-Ich bin nur gerade für sie nicht… verfügbar.“, meinte er mit wummernden Puls. Er wollte nicht, dass sie ihn nun anfingen zu hassen. „Ich bin nicht geeignet für euch.“, hauchte er und schüttelte energisch den Kopf.

Mike presste seine Lippen zusammen und musste feststellen, dass er den Gedanken mochte, wenn Chester dabei war. Er schnappte sich dessen Hand und verschlang seine Finger, Halt schenken mit Chesters. Sanft hauchte er ihm einen Kuss auf die Wange. Trotz allem, wollte er natürlich auch nicht, dass Mark ging. Er hatte sie in kaltes Wasser geschmissen und Mike war sich gar nicht bewusst gewesen, dass der Sänger Ausstiegsgedanken gehegt hatte.

„Nein Mark.“, keuchte Joe und drehte sich zurück. Mit traurigem und wütendem Blick deutete er zu dem Angesprochenen. „Das ist verdammt mies. Das ist so unfair.“, keuchte er. Seine Unterlippe zitterte. Er wollte ihn nicht gehen lassen.

Mark ließ die Schultern hängen. „Ist es nicht. Ich hörte Chesters Stimme und war so hin und weg von diesem Stimmvolumen, da wurde mir einfach bewusst… dass ich keine echte Perspektive mehr für mich in dieser Band sehe. Ich liebe mein Studium, ich möchte es gut hinbekommen und einen tollen Job ausüben. Chester ist ein Glücksgriff. Ich bin raus, nehmt ihn und macht euer Ding weiter.“

„Mark. Das war auch dein Ding, man. Warum gibst du uns auf?“, murmelte Rob nun traurig und Dave neigte seinen Blick enttäuscht zu Boden. Brad schüttelte fassungslos den Kopf und hatte genug. Er verließ die Garage um sich ebenfalls mit ein paar Schritten abzuregen.

Mike atmete schwer durch. „Bullshit, Mark. Aber wenn du so illoyal bist, dann möchte ich dich auch gar nicht dabei haben.“, knurrte er ziemlich verletzt von dessen Entscheidung, die er in Wut zeigte.

Dave schnaubte und schüttelte den Kopf. Verachtend sah er zu dem Emcee und dessen Freund. „War mir schon klar, dass es dir gefällt, wenn dein Sexspielzeug-auf-Probe die Chance hat in die Band zu kommen.“

„Farrell!“, knurrte Mike zurück. Er fühlte sich angegriffen und stellte sich sofort schützend vor seinen Freund, der immer kleiner zu werden schien. Chester blickte schon gar nicht mehr auf. Diesem war es doch genauso unangenehm.

Dave lachte dreckig und baute sich vor dem Emcee auf. „Ist doch so. Aber wenn der fucking Junkie wirklich für Mark singt, bin ich raus. Der hat sie doch nicht mehr al-“

Der Bassist hatte es nicht mehr geschafft auszureden, als er bereits zu Boden taumelte. Mike hatte reflexartig ausgeholt gehabt und hatte ihm seine geballte Faust gegen die Wange geschlagen. Keuchend konnte er sich noch mit einer Hand auffangen und hielt sich die schmerzende Gesichtshälfte. Er spürte Blut. Offenbar war etwas aufgeplatzt. „Arschloch…“, knurrte er.

„Rede nie wieder schlecht über meinen Freund!“, warnte Mike nur und schüttelte seine schmerzende Hand. Seine Knöchel waren ganz rot, da sie unangenehm mit Daves Wangenknochen kollidiert waren.

Chester zuckte bitter und sah dem zu. Für all das war er verantwortlich und seine Schuld wuchs ins Unermessliche. Er schlang seine Arme um sich selbst und fühlte sich plötzlich ziemlich klein. Er biss sich stark auf die Unterlippe und wollte einfach nur, dass alles vorbei war. Er hätte nie vorsingen dürfen.

Rob kniete sich schnell zu Dave und half ihm schließlich auf. Überrascht über Mikes Verhalten blickte er unsicher zu ihm und schüttelte enttäuscht den Kopf. Dave schüttelte ihn ab, als er wieder stand. Immer wieder tastete er über seine Wange, die langsam anschwoll. Womöglich bekam er ein schönes Veilchen. „Färbt sein Einfluss schon auf dich ab, huh… fuck… ich habe heute keinen Bock mehr auf diesen verdammten Scheiß!“, knurrte er und ging schließlich ebenfalls. Er verließ die Garage und lief zügig durch den Vorgarten, zu seinem Wagen, den er am Straßenrand geparkt hatte.

Mike senkte den Kopf und sah durchatmend zu Mark. „Ich kann dich einerseits verstehen, Mark. Aber es war echt mies von dir.“, nickte er und wandte sich wieder zu Chester. Sein Herz krampfte sich bei dessen Anblick zusammen. Er sah so mitgenommen und überaus traurig aus. Vorsichtig kam er zu ihm. Er küsste seine Stirn liebevoll und zog ihn an sich. „Mach dir keine Gedanken, Chaz. Die bekommen sich alle wieder ein und dann reden wir in Ruhe darüber. Ob du überhaupt wirklich zu uns willst und jeder damit einverstanden ist.“

Chester schaffte ein kleines Lächeln und fühlte sich durch Mikes liebevolle Unterstützung besser. Das alles war ein großes Dilemma und er hatte sich darüber wirklich schlecht gefühlt. „Euer Stil ist jedenfalls interessant. Ich mag ihn.“, lächelte er ganz leise flüsternd. Seine Stimme war kaum mehr wie ein Hauchen, lauter traute er sich seine Sympathie für Xeros Musik gar nicht auszudrücken.

Mark stand nunmehr alleine da. Dave war komplett gegangen. Brad tigerte aufgebracht durch den Vorgarten, Melissa tröstete Rob und Joe schien sich mittlerweile bedrückt hingesetzt zu haben. Er konnte ihre Reaktionen in gewisser Weise nachvollziehen, doch hätte nicht mit solch heftigen gerechnet. Langsam ging er auf seinen Freund zu und ließ sich neben ihm nieder. „Es tut mir ehrlich Leid.“, murmelte er und stützte seinen Oberkörper mit den Ellenbogen auf seinen Knien ab. Er blickte zu Boden und zuckte die Schultern. „Hört sich zwar scheiße an, aber diese Entscheidung kam einfach über mich und sie fühlt sich gut an. Das hier – euer Sänger zu sein, ist nicht mehr das Richtige für mich. Meine Wünsche und Ziele haben sich eben verändert. Joey… verstehe das doch bitte.“

Joe schnaubte und wischte sich über das Gesicht. Sein Herz schlug kraftvoll und auch wenn er gerade eben ziemlich sauer auf ihn war, so lehnte er sich dennoch gegen seinen Freund. „Ich wollte das hier immer nur mit dir, Mark.“

„Hey…“, säuselte er und legte ihm einen Arm um die Schultern. Mark zog den DJ näher an sich und küsste beruhigend die Stirn des Jüngeren. „Chester passt viel besser.“

„Er ist super, das gebe ich zu… aber er ist nicht du… warum bist du dir so sicher, dass wir auf dich verzichten können und Chester dein guter – deiner Meinung nach sogar, der bessere Ersatz wäre?“, grummelte Joe und blickte ziemlich unsicher über Marks Entscheidung zu Mike und Chester hinüber. Der Neue schien selbst kaum damit klarzukommen und man merkte ihm auch stark an, dass er sich nicht dazwischen drängeln wollte. Doch Joe konnte seine kleine Wut auf ihn, dennoch nicht ganz abschalten.

„Weil Chester leidenschaftlicher ist. Sein Herz gehört zur Musik. Meines nicht mehr. Ihr würdet ohnehin mit ihm proben.“, erklärte Mark und war froh, dass sich Joe nicht wieder von ihm wegdrückte. Sein Freund ließ die Nähe zu, die er ihm schenkte. In der Hoffnung, er würde sich beruhigen und einsehen. „Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung, Joe. Ich möchte gehen und ich möchte Chester. Alles ist okay.“

„Nein eben nicht!“, knurrte Joe und schlug ihn etwas stark gegen den Oberschenkel, blieb jedoch an ihn gelehnt. „Keiner will, dass du gehst, verstehst du das denn nicht, huh?“

„Es ist aber mein Wunsch und zudem meine Entscheidung, Joseph. Ich bitte dich, dies zu akzeptieren.“, murmelte Mark nun noch etwas intensiver. Joe schnaubte und verstummte. Nach ein paar Sekunden nickte Joe langsam und Mark lächelte. „Danke, Baby. Ich liebe dich.“

„… ich dich auch.“, grummelte er noch immer etwas beleidigt, über den Fakt, dass Mark ganz sicher ging.

Mike hatte seine Arme eng um seinen Freund geschlungen und sein Gesicht lehnte gegen Chester Kopf. Der Ältere hatte sich in die Halsbeuge des Jüngeren gekuschelt und ließ sich sanft im Stand wiegen. „Ich bin müde, Mike.“, hauchte er schließlich leise und mit träger Stimme. Seine Augen brannten und schwer schloss er sie.

„Du kannst doch offenbar immer schlafen, hm?“, grinste Mike leise und streichelte ihm nun über den Rücken.

„Stress macht mich eben müde.“, kommentierte Chester und drückte sich nunmehr mit kleinen Augen von ihm. Er nickte zum Haus zurück. „Gehen wir rein? Ich hab so ein ganz gemütliches Schlafsofa bei Brad.“, lockte er mit schlaffen Lächeln.

„Wir haben aber eigentlich noch immer Probe. Ich muss wenigstens hier bleiben.“, lehnte Mike ab und nahm Chesters Hand in seine zurück. Er lächelte verliebt und deutete auf die Couch hinter ihm und zog den Älteren anschließend dort hin. Er setzte sich und nahm Chester wieder zu sich. Der sich auch augenblicklich wieder an ihn kuschelte. „Der ganze Stress, tut mir leid, Chaz.“

„Ich bin kein Junkie.“, murmelte er nur versichernd, auch zu Mark und Joe, die ihnen gegenüber saßen. Dabei umging er Mike etwas. Doch es lag ihm auf dem Herzen und er wollte es loswerden und klarstellen. „Und ich werde auch nicht singen, wenn nicht alle einverstanden sind.“

Mark nickte und schenkte dem Neuen ein nettes Lächeln. „Schon okay.“, meinte er nickend. „Ich habe euch alle nur ziemlich überrascht. Wenn sich die Aufregung legt, wollen sie dich alle – selbst Dave. Wer dich abschlägt, ist verrückt.“, grinste er mit kleinem Lob.

Joe seufzte und setzte sich wieder auf. Er wuschelte sich etwas durch die Haare und zuckte mit den Schultern. „Sorry, Chester. Du bist gut, aber ich hoffe du verstehst… dass es für mich einfach nur Mark gibt, auch wenn ich mich freue, wenn du für ihn in die Band kommst.“

Es schenkte dem neuen Sänger ein kleines Lächeln. „Danke.“, murmelte er und gähnte etwas. Er kuschelte sich zufriedener gegen seinen Freund und schloss wieder seine Augen. Es dauerte noch nicht einmal lange, bis er wieder tief gegen Mike eingeschlafen war.

Mike grinste nur und wuschelte ihm sanft durch die Haare. Er genoss Chester vollkommenes Vertrauen zu haben und dessen angenehme Wärme. Obwohl es ohnehin ziemlich warm war, doch Chester wollte er dennoch nicht von sich drücken.

Als er aufsah, traf er mit den etwas neugierigen Blicken von Mark und Joe zusammen. Sie lächelten beide ziemlich angetan von der Szene die sie beobachteten. Mark nickte zu ihm. „Ungewohnt dich mit ihm zu sehen. Mit einem Jungen, meine ich. Aber… ich sehe euch schon jetzt gerne zu. Du gehst so gut mit ihm um… du liebst ihn sehr, huh?“

Mike schluckte heftig und spürte sogar eine Gänsehaut. „Lieben?“, hauchte er etwas überrumpelt. Darüber hatte er noch nicht bewusst nachgedacht. Der Emcee wurde schließlich völlig rot und er schluckte schwer. „Ich… d-denke schon, ja.“

Mark grinste. „Hast du es ihm schon gesagt?“

„Nein… oh Gott…“, keuchte Mike und fühlte sich immer mehr unwohler dabei. „Wir sind erst zusammengekommen… i-ich weiß doch selbst-“

„Doch. Mike man sieht es sogar als Außenstehender. Deine Augen verraten dich. Du bist ihm völlig verfallen und hey… er ist wirklich süß.“, nickte Mark aufbauend und grinste breit. Er musterte den Emcee, wie er weiter zu erröten schien und dann zu Chester blickte. Sein Blick wurde wieder weich und ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen, als er zögerlich seinen Kopf beugte und dem Älteren einen sanften Kuss auf die Stirn drückte.

Mike nickte zustimmend. „Ja, dann… liebe ich ihn wohl.“

Melissa und Rob waren schließlich auch schon bald wieder gegangen und Brad hatte sich soweit wieder beruhigt, dass er langsam wieder zu ihren beiden Pärchen geschlürft kam. Seufzend schmiss er sich auf die Couch und breitete seine Beine aus, während er seine Hände über seinem Gesicht zusammenschlug. „Ihr macht mich fertig, man.“, knurrte er aufgebracht und atmete tief durch.

Mark grinste und knuffte ihn die Seite. „Wegen unserem neuen Sänger oder doch Liebeskummer?“, meinte er und zog ganz unbewusst Joe mehr gegen sich. Der DJ grinste und drückte sich allerdings wieder von seinem Freund. Er war noch immer gekränkt von dessen Entscheidung und er wollte es Brad auch nicht zu sehr unter die Nase reiben, dass seine Freundin nicht bei ihm war.

Brad kniff die Augen zusammen und schlug Marks Hand weg. Er schüttelte den Kopf und deutete zu dem schlafenden Chester. „Unser neuer Sänger? Deiner ist er wohl nicht…“, nuschelte er aufgebracht und sah zu seinem Zimmergenossen. Er mochte den Kerl ehrlich und singen konnte er auch gut, aber er wusste noch nicht, was er denn so davon halten sollte. „Er ist Xeros… fuck. Du willst nicht mehr dazu gehören, Mark?“

Joe atmete tief durch. „Hey Brad, Mark war lang genug dabei… er ist unser Freund, er gehört nach wie vor irgendwie dazu.“, meinte er ernst und schützte seinen Freund.

„Scheiß drauf, er hat sich selbst ausgeschlossen…“, knurrte Brad und sprang wieder wütend auf. „Ich will Chester genauso wenig, so gut er auch ist. Mark kann er nicht ersetzen. Scheiße! Verpisst euch. Ich beende nun die fucking Probe!“

Mike atmete tief durch und spürte, wie der Ältere in seinem Schlaf zuckte, als Brad plötzlich so laut geworden war. Er konnte seinen besten Freund einerseits verstehen, doch empfand es ein wenig unfair für Chester, gegen diesen so stark zu vettern. Joe und Mark senkten ebenfalls die Blicke und kamen der Aufforderung ihres Gitarristen zögerlich nach. Sie standen auf und Mark atmete nochmals tief durch. „Beruhigen wir uns alle erst einmal. Übermorgen treffen wir uns wieder und dann reden wir ruhig darüber. Aber egal was ihr macht, ich bin raus. Und Chester ist perfekt.“, meinte er nunmehr bitterlich ernst. Er schlug Brad freundschaftlich auf die Schulter und ging dann, gefolgt von Joe.

Mike blieb weiterhin sitzen, einerseits wollte er Chester nicht von sich drücken und andererseits wollte er ihn auch nicht verlassen müssen. Mit einem kleinen, entschuldigenden Grinsen sah er zu Brad, der düster drein blickte. „Dürfte ich bei ihm bleiben?“, fragte er etwas kleinlaut und Brad sah zu ihm.

Es dauerte ein paar Sekunden bevor er sich entspannte und dann mit einem Schultern zucken nickte. „Ich räum auf, ihr könnt gern in mein Zimmer gehen. Bring ihn ins Bett.“

„Okay, danke man.“, murmelte Mike erleichtert und streichelte dann Chester über die Haare. „Hey, Babe aufwachen, Schlafmütze.“, hauchte er liebevoll und küsste ihn sanft gegen die Lippen. Er keuchte angetan, als sein heftiges Kribbeln seinen Bauch erfüllte und zittrig legte er sein Finger liebevoll gegen Chester Wange. Er küsste ihn, solange bis der andere langsam erwiderte. Es brachte den Emcee zum Grinsen und er musste sich unterbrechen. „Heeey… mein Dornröschen.“, neckte er.

„Hmm fuck you…“, knurrte Chester nicht wirklich belustigt darüber geweckt und so genannt zu werden. Verwirrt blickte er sich um und gähnte. „Wo sind alle?“

„Heim… komm Princess wir gehen kuscheln.“, meinte Mike euphorisch und schnappte nach Chester Hand, während er aufstand und somit den Älteren mit sich zog. Brad verdrehte nur die Augen, als er ihre benutzten Gläser zusammenstellte, um sie dann wieder wegzuräumen.

Chester ging seinem Freund etwas wehleidig nach und gähnte. Er ließ sich bis zu Brads Zimmer führen und Mike sah sich grinsend um. „Wie ist es so mit Brad?“, fragte er und setzte sich auf das ausgezogene Schlafsofa.

Chester knurrte und krabbelte darüber und unter seine dünne Decke. „Scheiße… ohne dich.“, brummte er nur und legte sich auf die Seite. Müde schloss er wieder die Augen und hörte Mike nur sanft lachen. Der Jüngere sah zurück und grinste zu ihm. Er sah so niedlich aus. Er legte sich zu ihm zurück und streichelte sanft über Chester Gesicht. „Bist du wirklich schon so müde? Ist doch noch gar nicht so spät.“

„Halt die Klappe, Mike.“, seufzte er tief. „Nimm mich in den Arm, oder lass es.“

„Schon gut, Babe.“, grinste Mike und fühlte sich nicht wirklich verletzt. Er hörte, bereits heraus, wie ernst er die Beschimpfung nehmen musste und war um dessen etwas vulgäre Ausdrucksweise auch etwas angetan. Irgendwie beruhigte es ihn, da es in seinen Augen nicht ganz so schwul wirkte. Sanft nahm er ihn zu sich und schloss dann einfach ebenfalls die Augen.

Mike hatte sich allerdings von Chesters ruhigen Atemzügen einlullen lassen und war selbst bald ziemlich tief eingeschlafen. Nach einer Weile wurde er allerdings an seiner Schultern gerüttelt und brummend wachte er langsam auf. „Chaz… schlaf weiter…“

„Nein, Mike… ich bin’s Brad, man. Hey, deine Mom rief an. Die vermissen dich…“, erklärte Brad flüsternd.

Mike zuckte und löste sich hastig von Chester. Der sich brummend beschwerte, sich allerdings nur auf die andere Seite drehte und nicht wieder aufwachte. „Wie viel Uhr?“

„10 pm.“

Mike atmete tief durch und seufzte dann. Er wischte sich über die Augen und wuschelte sich über die Haare. Er blickte zu seinem Freund. Er schüttelte den Kopf und setzte sich an den Rand. „Wenigstens weiß ich nun, dass sie sich Sorgen machen, wenn sie von der Arbeit mal nach Hause kommen.“

Brad klopfte ihm sanft auf die Schulter und presste seine Lippen zusammen. „Dafür kannst du alles von ihnen haben.“

Mike sah bitter zu seinem Kumpel auf und schnaubte belustigt. „Heißt nicht, dass ich meine Eltern nicht auch gern mal öfter sehen würde… ich verpiss mich dann mal.“, knurrte er und stand auf. Er schenkte Chester noch einen flüchtigen Abschiedskuss gegen die Stirn und packte dann seine Sachen.

-

Mike schlürfte gelangweilt nach Hause. Er vermisste Chester bereits und ärgerte sich stark über den Fakt sich nicht richtig von ihm verabschiedet zu haben. Doch er wollte ihn nicht wieder wecken müssen. Ein kleines Grinsen umspielte seine Lippen bei dem Gedanken daran, wie mufflig Chester sein konnte, wenn er in seinem Schlaf gestört wurde. Es war wirklich niedlich. Mike seufzte tief, als er vor seiner Haustür stand und es nicht einmal schaffte den Schlüssel ins Schloss zu stecken, da Donna bereits die Tür aufriss. „Michael, endlich…“

„Hallo Mom.“, murmelte er und trat langsam ins Haus. Er schlupfte aus seinen Schuhen und sah zu Donna. Seine Mutter hatte einen strengen Blick aufgesetzt und musterte ihn sehr genau. Es verwirrte ihn sehr und er sah sie fragend an. „Alles in Ordnung?“

Sie atmete tief ein und nahm ihren ältesten Sohn an der Schulter. „Dein Vater und ich müssen mit dir reden, Michael.“, meinte sie nur und ging ins das Wohnzimmer voraus. Schluckend sah Mike ihr nach und konnte sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, um was es dabei gehen könnte. Er folgte langsam. Seine Eltern saßen bereits nebeneinander und warteten geduldig, bis er sich ihnen gegenüber gesetzt hatte.

„Wir würden gerne über den Jungen reden, dem die Willkommensparty gegolten hat.“, brummte sein Vater tief. Er lebte nunmehr seit vielen Jahren auf US-amerikanischem Boden und man hörte dennoch einen leichten Akzent aus seiner Stimme. Sein alterndes Gesicht war ernst verzogen und Mike zuckte.

Ihm gefiel dies hier nicht. Wie konnten sie schon Bescheid wissen? Vermutlich hatte Jason geplaudert. Nervös zuckte er mit seinem Fuß auf und ab und versuchte abgeklärt zu wirken. „Er heißt Chester, Dad. Als würdest du das nicht wissen.“, knurrte er. Er hasste es, wenn Muto sein Desinteresse in gespielter Unwissenheit zeigen wollte. „Was ist mit ihm?“

„Deine Mutter und ich finden er ist kein guter Umgang für dich, Michael. Er kommt aus schlechteren Verhältnissen und ist gewalttätig. Wir haben einen Anruf von Annas Eltern erhalten.“, erklärte Muto streng. Mike schluckte, sein Herz wummerte ihm stark bis zum Hals. Wie viel wussten sie bereits? „Das du dich nicht für sie eingesetzt hast. Michael, wir sind äußerst enttäuscht über dein Verhalten und finden du solltest dir die Zeit nehmen über alles ganz genau nachzudenken, während du die nächste Woche Hausarrest genießt. Wir untersagen hiermit auch den Kontakt zu diesem Jungen.“

„Nein Dad!“, keuchte Mike und sprang auf. Mit großen flehenden Augen sah er zu ihm. Er wollte Chester sehen. Immerhin vermisste er ihn jetzt schon unheimlich. „Anna hatte sich das von selbst eingebrockt. Sie hat angefangen, Chester trifft keine Schuld, er hat sich einfach nur gewehrt, Daaad. Bitte nicht… Mom...“

„Chester trifft sämtliche Schuld, denn mein Sohn gehört ganz sicher nicht zu diesem ekelhaften Schwulenpakt!“, empörte er sich plötzlich wutentbrannt. Er hatte laut geschrien und Mike spürte wie ihm die Farbe aus dem Gesicht fiel. Zitternd stand er vor seinen Eltern und blinzelte überrannt. Er wusste kaum, wie er reagieren sollte, zu geschockt war er über den Fakt, dass Muto doch ganz genau Bescheid wusste.

Donna atmete tief durch und sah offenbar gepeinigt von diesem Fakt zu Boden. Mike schluckte und spürte Tränen. Er hätte nicht damit gerechnet, dass seine Eltern doch so dachten. Sie mochten immerhin auch Joe und Mark. Er starrte zu ihnen. Sein Mund hing überrascht offen. „Ich…“

„Halt den Mund, Michael. Wir wollen uns nicht weiter damit auseinandersetzen. Dieses Hirngespinst von dir und… und ihm… ist nun vorbei.“, nickte Muto und hob abwehrend die Hände. Mit verzogenem Gesicht schüttelte er offenbar angewidert den Kopf und Mike spürte, wie sich etwas in seiner Brust schwer verkrampfte. Es schmerzte so sehr, keinen Rückhalt von seinen Eltern zu bekommen. Zu sehen, wie sie ihn dafür verabscheuten und ihn mehr oder weniger dazu zwangen, Chester wieder fallen zu lassen.

„Dad?… Mom?“, hauchte er und spürte wie seine Unterlippe zu zittern begann. Seine Nase juckte und er versuchte vehement seine Tränen zurückzuhalten. Charlene war so liebenswert gewesen, sie war glücklich ihn an der Seite ihres Sohnes zu haben. Sie unterstützte sie beide. Warum konnten das nicht auch seine Eltern?  Sie mochten doch auch seine Freunde. „Ihr mögt doch… a-auch Joe … oder etwa nicht?“

„Michael, wir bitten dich! Das greift uns nicht persönlich an, du als unser Sohn jedoch schon. “, schnaufte nun auch Donna. Die sich in diesem Thema feige zurückgehalten hatte und ihren Mann auch in ihrem Namen hatte sprechen lassen. „Geh auf dein Zimmer. Wir wollen dich erst mal nicht mehr sehen. Denk doch bitte einmal nach, was du uns mit diesem Jungen antust.“

Mike schluchzte leise und schluckte schwer. Er senkte den Kopf und wandte sich langsam ab. „J-Joe meinte, ich sollte mich gefasst machen… u-um Chaz zu kämpfen, Mom. Es würde sich lohnen. I-Ihr seid mir scheißegal… ihr seid… d-doch nie für Jason und mich da…“

„Michael, ich warne dich. Versuche nicht unsere Autorität zu untergraben.“, brummte Muto wütend. „Wir sind noch immer deine Eltern und wir haben einen sehr guten Ruf zu verlieren.“

„I-Ich lass ihn mir nicht wieder… nehmen…“, brummte Mike nur gedemütigt und lief schließlich zu seinem Zimmer hinauf. Er warf die Tür laut zu und schmiss sich schluchzend ins Bett. Seine Eltern kannten Chester noch nicht einmal wirklich gut. Sie hatten sich noch nicht einmal richtig unterhalten. Nicht auf der Party. Er zog seine Decke über sich und knüllte sie etwas zusammen, um sie umarmen zu können. Am liebsten hätte er nun Chester bei sich. Seinen warmen Körper an seinem, seinen guten Geruch in der Nase. Er vermisste sein Lachen. Mike drückte sein Gesicht etwas mehr in das Kissen das Chester in der Nacht davor benutzt hatte. Ganz leicht hing dort noch Chesters Geruch und er brummte wohlig, als er seine tränennassen Augen schloss. „Ich liebe dich.“

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tbc - Progress: 17/~30 in Progress, etwa 57 %

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