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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
31.03.2015 5.753
 
Hey liebe Leser! Ich bin etwas betrübt über das schmächtige Feedback vom letzten Kapitel im Gegensatz vom vorherigen Interesse an der Story (nicht nur der Reviews wegen, sondern eher allgemein). Ich hoffe natürlich die Story gefällt euch noch. :)
Viel Spaß!


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16. Kapitel



„Ein Knutschfleck.“, brummte er und rieb sich seufzend über die errötete Stelle an seinem Hals. Er saß mit dem Älteren auf seinem Bett und sah ihm zu, wie er zufrieden zu grinsen begann. Mike seufzte und schnipste ihm gegen die Stirn. „Jetzt checkt es doch jeder gleich.“, grummelte er weiter und hörte nicht zu reiben auf, als würde er den Fleck damit wegwischen können.

Chester verzog dann Mund und verdrehte die Augen. Langsam kam er näher und fing Mikes Lippen ein. Er küsste ihn beruhigend. „Fuck you Shinoda, präsentiere mich lieber stolz. So einen geilen, heißen Arsch  wie mich bekommt nicht jeder ab.“

„Manchmal bist du echt stumpf.“, seufzte Mike und ließ nun von seinem Knutschfleck am Hals ab, als er diese Hand nun in Chester Nacken legte, um ihn nahe bei sich zu halten. „Du bist klug und wundervoll, spreche nicht so über dich, als wärst du weniger wert.“

Chester seufzte leise und wandte kurz den Blick von dem Jüngeren. „Ich möchte, dass sie es wissen. Ich dachte… das wäre klar. I-Ich mein-“

„Shht.“, brummte Mike und legte ihm einen Zeigefinger gegen die Lippen. Er lächelte ihn liebevoll an und schenkte ihm einen Kuss gegen die Stirn. „Mach dir nicht so viel Gedanken. Ich bin mir sicher mit dir und ich möchte, dass die Jungs es erfahren, aber nicht… so offensichtlich und nicht jetzt gleich schon. Ich wollte mit ihnen in Ruhe reden.“

Chester entwand sich seinem neuerdings festen Freund dennoch und setzte sich auf seine Knie zurück. „Das halbe Rumgemache auf der Party, war doch wohl schon offensichtlich genug, Mike. Stell dich nicht an wegen einem Knutschfleck. Zeig ihn offen. Du bist nun meins.“, grummelte Chester etwas und rutschte nun vom Bett runter. Beinahe wäre er in das Tablett mit dem schmutzigen Frühstücksgeschirr gestiegen.

Mike biss sich heftig auf die Lippe und zog besorgt seine Augenbrauen in die Stirn, als er dem Älteren zusah. Schnell packte er ihm am Handgelenk, um ihn aufzuhalten. „Hey…“, seufzte er und sah ihn liebevoll an. „Ist das schon jetzt… u-unser erster Streit?“

„Pinkel dir nicht ans Bein, man…“, murmelte Chester und befreite sich aus Mikes Griff. „Sie warten doch alle nur darauf… dann können wir es doch gleich richtig offiziell machen. Ich bin dein Freund, verdammt.“, meinte er und starrte ihn ernst an. Es verletzte ihn etwas, dass Mike nun wieder zögerte und traurig zupfte er nun verunsichert über die ganze Sache, an seinem T-Shirt-Saum.

„Chaz-“, seufzte Mike. Doch Chester schüttelte den Kopf.

„Ich muss pissen.“, brummte er ihn unterbrechend und verschwand zügig aus dem Zimmer des Jüngeren. Mike saß etwas überrumpelt auf dem Bett und fragte sich, was genau geschehen war. Chester hatte vor nicht einmal fünf Minuten noch lauthals gelacht und mit ihm gealbert. Mike hatte bereits mitbekommen, dass Chesters Stimmung schnell wechseln konnte und auch Charlene hatte dies zu ihm gemeint, aber dies war doch etwas überraschend gekommen. Dennoch schlug sein Herz wild nach dem süßen Jungen, der eigentlich viel zu bleich war, um aus dem Staat Arizona zu kommen. Mike hatte genau gewusst, auf wen er sich einließ. Durch die eindeutige Warnung von dessen Mutter, als auch Chesters eigenen Erzählungen aus seiner Vergangenheit. Er wollte ihn und er würde mit allem umgehen können.

Geduldig wartete Mike bis Chester wieder aus dem Badzimmer kam und setzte sich dabei an den Rand seines Bettes. Der Ältere kam nach wenigen Minuten zurück in sein Zimmer geschlürft und Mike lächelte ihn sanft zu und streckte seine Arme aus. „Babe…“, säuselte er und Chester schnalzte offenbar etwas genervt die Zunge, ließ sich aber von Mike, mit einem Augen verdrehen, auf den Schoß ziehen. „Wir haben heute Bandprobe. Ich stelle dich ihnen nochmal ganz offiziell als meinen festen Freund vor, okay?“

Es ließ Chester wieder sanft lächeln. Er nickte etwas und vergrub sein Gesicht in Mikes Halsbeuge, als er sich eng an ihn kuschelte. „Ich liebe es, wenn… du mich Babe nennst.“, flüsterte er leise und küsste hauchzart die Stelle, an dem er Mike am vorherigen Abend einen Knutschfleck gezaubert hatte. „Kosenamen, manchen das zwischen uns so… echt.“

„Ja…“, hauchte er und grinste, küsste ihn flüchtig. „Es ist echt. Wir sind zusammen, Babe.“, murmelte Mike und grinste, als er sich anschließend gemütlich auf den Rücken zurücklegte und zog Chester mit sich. „Ich halte es bei, wenn es dir gefällt. Ich bin es von… nun, Anna eben noch gewohnt.“

Chester schluckte bei dem Namen von Mikes Ex. Er nickte nur knapp angebunden und kuschelte sich gegen Mikes Brust und schloss genießen die Augen. „Gut, dass du es ihnen heute sagst. Ich könnte mich eh nicht von dir fernhalten, Mikey.“, murmelte er und umging damit das Thema Anna schnell. Er wollte wirklich nicht von ihr sprechen müssen. Sie gehörte nun der Vergangenheit an.

Mike spürte Chesters gewisse Abneigung zu Anna und verstand ihn. Er ließ den Themawechsel zu und streichelte ihm über den Rücken. „Du hattest Recht, zu warten wäre Quatsch und… ich wollte dich nicht kränken.“

„Ok.“, sagte er nur und sah zu ihm auf. „Meine Mom, weiß es bestimmt schon. Ich mein, sie wird es sich denken können. Sie wird dich knutschen, nur zur Vorwarnung. Was ist… mit deinen Eltern, sagst du es ihnen?“

Mike musterte Chester lange und schluckte. Er wusste nicht genau, wie er dies mit Donna und Muto anstellen wollte. Er wusste nicht inwiefern sie darauf reagieren würden. Bei Joe waren sie immer etwas skeptisch und distanziert gewesen, hatten sich aber an den Gedanken gewöhnt. Doch er konnte nicht einschätzen, wie ihre Reaktion ausfiel, wenn es plötzlich ihren eigenen Sohn betraf. „Nicht sofort, Chester. Aber ich verspreche es dir, es bald zu tun.“

„Jason hasst mich jedenfalls jetzt schon…“, brummte Chester traurig und drückte sich betrüb wieder gegen Mikes Brust. Der Jüngere zuckte etwas und verwirrt neigte er seinen Kopf, um dem anderen wieder ins Gesicht sehen zu können. Chester spürte die tiefe Verwirrung noch bevor Mike nachhaken konnte. „Ja… er ließ mich schließlich rein, als ich gestern zu dir kam. Er machte mich etwas blöd an.“

Tief durchatmend nahm er dies hin und nickte. Mike streichelte Chester über den Kopf und beugte sich zu ihm und küsste dessen Stirn. „Der hat kein Recht dazu. Ich rede mit ihm. Ihr müsst euch einfach richtig kennen lernen. Jason ist zwar ein nerviger kleiner Bruder, aber wirklich lieb.“

„Ok.“, nuschelte Chester und nickte sanft. Er sog ein letztes Mal Mikes Geruch in sich auf und drückte sich dann von ihm. Er küsste Mikes bekleidete Brust und grinste etwas zu ihm. „Sollte langsam mal zurück zu den Delsons gehen.“

Leidlich verzog Mike das Gesicht und begann seinen Kopf trotzig zu schütteln. „Nicht doch, ich möchte dass du bei mir bleibst, Chaz. Ich vermisse dich doch sonst.“

Chester grinste und küsste Mikes Lippen flüchtig. „Du hast mich dich drei ganze Tage vermissen lassen.“, neckte er ihn und bleckte ihm überlegen die Zunge. Mike stöhnte auf und knuffte ihn in die Seite, was ihn heiter auflachen ließ. „Miiikey!“, quietschte er und drückte sich hastig von ihm.

Mike grinste nur. „Als würdest du es ohne mich aushalten.“, stellte er nun trocken fest.

Chester schnaubte und lag nun neben ihm auf dem Bett. Blind suchte er nach der Hand des Halbjapaners und als er sie fand verschlang er ihre Finger miteinander. Ein sanftes Lächeln war kaum von seinen Lippen zu denken. „Wir sind perfekt, Mike.“, meinte er nun leise und verträumt.

Mike drehte seinen Kopf zu ihm und musterte Chesters hübsches Profil, während er dessen Hand in seiner liebevoll drückte. „Was macht dich da so sicher?“

Chester sah zu ihm. Kurz verweilte er in Stille und schüttelte dann unwissend den Kopf. Sanft rückte er näher und legte seine Lippen gegen Mikes. Ganz zärtlich, aber dennoch unheimlich intensiv. Er legte sämtliche Gefühle für den Emcee in diesen. Seine Augen waren genießend zu gefallen und seicht begann er dem Kuss Bewegung zu schenken. Er leckte bittend über die volle Unterlippe. Mikes Lippen waren so wundervoll weich und dieser öffnete sie augenblicklich für ihn. Chester legte nun seine freie Hand gegen Mikes Wange und intensivierte den Kuss. Ihre Zungen spielten sanft miteinander und Chester grinste, als Mike ihm die Oberhand über ihren umwerfenden Kuss abnehmen wollte und er es nicht zuließ.

„… d-deswegen, Mikey.“, hauchte er atemlos nach dem sie sich wieder voneinander gelöst hatten. Langsam hatte er wieder seine Augen geöffnet und Mike schluckte schwer.

In diesen spiegelten sich so viele kraftvolle Gefühle, sie waren beinahe überwältigender, als der Kuss an sich. Er nickte hastig und lächelte. Sein ganzer Körper war dem Älteren verfallen und war in einem flauen Kribbeln untergegangen. So stark hatte er noch nie gefühlt und er verstand, warum Chester sich so sicher war. „Ich… komme mit dir zu Brad…  ist eh bald Probe.“

-

„Na komm!“, lachte Chester auf und hielt Mikes Hand fest. Er zog ihn mit sich, als er schnell den kurzen Weg zur Haustür der Delsons überwand. Er freute sich darauf, den Jüngeren seiner Mutter als seinen festen Freund vorzustellen und konnte es sogar kaum mehr erwarten. Lachend drehte er sich zu Mike und fiel mit dem Rücken gegen die Haustür, als er seine Arme um Mikes Nacken schlang und ihn gierig zu küssen begann.

Chester erzitterte wohlig, als Mike seine Hände an seine Taille legte und ihn bestimmend an sich zog. Er keuchte angetan in den Kuss und ließ von dem Jüngeren kaum mehr ab. Erst ein Räuspern ließ sie wieder auseinander fahren und Chester drückte sich erschrocken mehr in Mikes Arme, als er über seine Schulter blickte.

Brad stand mit hochgezogenen Augenbrauen in der Tür, gegen die Chester eben noch gelehnt hatte. „Uh, hey… ich hatte noch gar nicht geklingelt.“, stellte Chester fest und hielt sich stark an Mike fest. Er wollte sich kaum von ihm wenden.

„Ach, ihr Turteltauben, habt euch auch so laut genug angemeldet.“, grinste er und schenkte besonders Mike einen intensiven Blick, ehe er zur Seite trat.

Chester lachte und zuckte unbekümmert mit den Schultern, schnell schnappte er sich wieder Mikes Hand und zog ihn mit sich hinein. „Wo ist meine Mom?“

„Terrasse. Seid ihr nun endlich zusammen?“, rief der Gitarrist dem Pärchen hinter her, als er die Tür wieder schloss. Chester kümmerte sich schon kaum mehr um ihn, doch Mike drehte sich noch einmal zu ihm um und nickte mit einem breiten und verliebten Lächeln, ehe er von Chester aus Brads Sicht gezogen worden war. „Wow…“, brummte der Gitarrist nur und folgte ihnen etwas neugierig.

„Mom!“, rief Chester und platzte strahlend hinaus auf die sonnenbeschiene Terrasse. „Wir sind nun ganz offiziell ein Paar, Mom!“, lachte er auf und zog sich nun gegen Mike, um es ihr und auch Dan und Rebecca, die bei ihr saßen zu zeigen und seine Aussage zu unterstreichen.

Etwas errötend, traute sich Mike kaum aufzusehen, besonders aufgrund von Brads Eltern. Sie kannten ihn immerhin schon seit geraumer Zeit und wussten auch, dass er zuvor mit Anna zusammen gewesen war. Er befürchtete ebenfalls, dass die beiden vielleicht noch eher mit seinen Eltern in ein Gespräch kommen würden, als er. Chester jedoch schien sich ganz ungeniert gegen ihn zu kuscheln und war merklich stolz ihn als festen Freund vorstellen zu dürfen. Dies wiederrum ließ sein Herz aufgehen und bemüht schob er alle Gedanken beiseite und genoss einfach Chesters rührende Zuneigung. Mutig drückte er dem Älteren einen liebevollen Kuss gegen die Stirn, während auf ihnen alle Augenpaare lasteten. „Ja.“, bestätigte er schließlich mit dünner Stimme und unsicherem Lächeln.

Brad trat nun hinter seinem langjährigen Freund und dem neuen Jungen aus Phoenix auf die Terrasse zurück. Er verschränkte die Arme und sah zu ihnen. Man spürte das Band zwischen ihnen und sie passten auch wirklich gut zueinander. Obwohl er sich noch an Mikes neuentdeckte Homosexualität gewöhnen musste, doch er war zuversichtlich, da ihm das Thema immerhin nicht unbekannt war und er durch Joe und Mark dieser Art der Sexualität sehr offen gegenüberstand. Er belächelte Mikes Unsicherheit, wobei Chester so enthusiastisch war und Charlenes Augen funkelten fast schon um die Wette mit Chesters.

„Hab ich es doch gewusst, Baby!“, meinte sie glücklich und sprang auf. Augenblicklich hatte sie ihren Jungen und Mike zusammen in ihre Arme gezogen. „Ich freue mich für euch.“, hauchte sie und löste sich dann langsam wieder. Mütterlich streichelte sie den beiden Jungs über die Haare und schenkte ihrem Sohn einen Kuss gegen die Stirn und schenkte Mike einen warnenden Zeigefinger. „Pass du mir gut auf mein Baby auf, Michael.“, zwinkerte sie und lächelte dann.

Mike atmete tief durch, wurde durch ihre Aussage wieder an Chesters Erzählungen erinnert und nickte. Er fühlte sich ermutigt und küsste Chesters Schläfe liebevoll und nickte dann zu Charlene. „Das werde ich auf jeden Fall tun.“

„Hey, Mike.“, mischte sich Brad nun wieder dazu und trat etwas näher. Er nickte in die Richtung der Garage. „Sorry, die Probe fängt gleich an.“, nickte er und lächelte sanft, bevor er dann vorausging.

„Okay.“, meinte der Emcee und zog Chester nochmal kurz an sich. Er hob dessen Kinn sanft an und lächelte verliebt, bevor er seine Lippen zärtlich über die des Älteren legte. Plötzlich waren alle anderen um sie herum vergessen. Es zählte einzig Chester. „Ich gehe dann mal…“, hauchte er und ließ seine Finger verlangend über Chesters Wange streicheln.

Chester grinste und ließ seinen Freund dann gehen. Lange sah er ihm noch nach und strahlte dann zu seiner Mutter. „Er ist sooo perfekt, Mom!“, schwärmte er und hörte dann Brads Eltern leise lachen. Er sah zu ihnen und errötete etwas, doch sie blickten ihn ermutigend an.

„Mein Baby ist wieder in festen Händen.“, seufzte sie und zog ihren Sohn in eine Umarmung. Sanft küsste sie seine Wange. „Ich wollte dich doch gar nicht wirklich teilen müssen.“, seufzte sie theatralisch und freute sich jedoch sehr für ihn. Er wirkte so überaus glücklich. „Geh doch zur Probe und sehe deinem Schatz zu.“

„Mom…“, grinste er leicht beschämt, doch nickte einverstanden, als sie sich voneinander lösten. Er küsste ihre Wange und nickte zu Rebecca und Dan ehe er sich beeilte in die Garage zu kommen. Aufgeregt schlug sein Herz, da Mike schließlich auch vorhatte der Band die Neuigkeit zu erzählen.

Er lief durch das Haus in die Garage und sah bereits schon einige anwesend. Überaus glücklich blickte er sich um. Das Tor stand offen. Der Tag war nicht ganz so heiß und schenkte ihnen immer wieder kühle Brisen. Joe und Mark liefen gerade Händchen haltend die Einfahrt hinauf und der Rest von Xero schien sich schon mit den Instrumenten zu beschäftigen. Sein Blick wanderte weiter und als er zu den Sofas blickte, verging ihm sein glückliches Grinsen.

Anna saß dort. Zusammen mit Lilly und Melissa. Chester vermutete, dass sie mit den anderen beiden Mädels gekommen war. Sie entdeckte ihn und lupfte überheblich eine Augenbraue, grinste hinterhältig. Sie wollte ihn offenbar herausfordern. Es schmerzte. Warum gerade heute, wo noch alles so frisch war, wo er sich doch eigentlich einfach nur freuen wollte?

Chester atmete tief ein und trat mehr in die Garage ein. Er suchte Blickkontakt mit Mike, doch dieser schien ziemlich mit seinem Keyboard beschäftig zu sein. Es wirkte ein wenig gezwungen und Chester vermutete bereits, dass Mike absichtlich nicht zu ihm sah. Vermutlich war er genauso überfordert mit ihrer Anwesenheit.

Nur dieser eine Blick zu seinem Freund, ließ sein Herz stolpern und schenkte ihm neuen Mut. Er biss sich auf die Lippe und marschierte an den Instrumenten zielstrebig vorbei zu den Sofas. „Was willst du hier?“, knurrte er und sie lachte hell auf. Überheblich schmiss sie ihre Haare über ihre Schulter und baute sich vor ihm auf, obwohl sie kleiner war als Chester.

„Meinem Freund zu sehen, Schätzchen. Du glaubst doch nicht wirklich, dass er auf so etwas wie dich steht… geh lieber wieder zurück in das Drecksloch, wo du her kamst.“, lächelte sie und umrundete ihn. Zügig stolzierte sie zu Mike und warf sich diesem um den Hals. Chester sah ihr überrannt hinter her. Er hatte die verletzende Aussage erst noch schlucken müssen und erwischte sie gerade noch, wie Anna dem Emcee ihre nach Lipgloss schmeckenden Lippen aufdrückte.

Es schockte ihn. Sein Herz blieb stehen und es tat weh. Doch Mike war offenbar selbst völlig überrascht von ihrer Tat und Chester wurde unglaublich schnell eifersüchtig. Seine Antipathie gegen Mikes Ex wuchs zu reinem Hass. Er ließ nicht so mit sich sprechen und schon gar nicht, machte sie sich so an seinen Freund ran.

Sie sollte ihre Finger von ihm lassen. Mike gehörte nun zu ihm. Er kam auf sie zu. Wütend blickte er sie an und ohne nachzudenken packte er sie an ihren langen Haaren und riss sie an diesen grob von dem Halbjapaner zurück.
„Aaah!“, schrie sie schmerzvoll auf und wirbelte herum. Wutentbrannt stieß Chester sie noch dazu gegen die Schultern und sie taumelte mit Tränen in den Augen zurück.

„Verpiss dich!“, schrie er sie lautstark und bitter böse an. Ein verachtendes Zittern in der Stimme. Seine Augen blitzen gefährlich und erbarmungslos, als er aus der Garage deute. Mike schluckte heftig und auch alle anderen schienen der Situation nur geschockt beiwohnen zu können. Sie wussten nicht, wie sie eingreifen sollten. Über Annas Wangen fielen Tränen und nur Lilly sprang auf und hielt sie bei den Schultern, um ihr beizustehen. Chesters Wut verblasste nicht, er schnaubte laut. „Merkt dir, Schlampe, aus dem Drecksloch wo ich deiner Meinung nach herkomme… weiß ich, wie ich jemanden fertigmachen kann.“

„Chester.“, hörte er nun doch Mikes sanfte Stimme hinter sich. Der Jüngere trat auf ihn zu und legte seine Hand auf dessen Schulter. Der Ältere atmete ganz erregt und starrte Anna nieder. Doch der Emcee spürte, wie sich sein Freund merklich unter seiner Berührung entspannte. „Hey…“, hauchte er. Er war geschockt, wie sehr Chester sich einsetzte, aber andererseits ehrte es ihn auch sehr und er musste ein kleines Grinsen verstecken.

„Du bist doch krank!“, kommentierte Anna schluchzend und wischte sich über die Wangen. Lilly schüttelte auch nur sanft den Kopf und flüsterte ihr beruhigende Wörter ein, während sie Annas Rücken auf und ab streichelte.

„Lass mich einfach in Ruhe… und Mike.“, meinte Chester mit verengten Augen. Seine Stimme klang nicht mehr ganz so sehr gereizt, doch er war noch immer auf alles gefasst.

„Chaz.“, hauchte Mike wieder und trat nun komplett zu ihm. Sanft versuchte er ihn zu sich zu drehen, doch Chester ließ dies nicht zu und behielt Anna und Lilly im Auge.

Brad atmete tief durch und stellte seine Gitarre in den Ständer zurück. Er trat über die Kabel hinweg auf die zwei Mädchen zu. „Ist besser, wenn ihr erst einmal geht, huh?“, schlug er sanft vor, um wieder Ruhe reinzubringen.

Dave schien dies jedoch auch nicht zu passen und er ging zu seiner Freundin und Anna. „So ein Bullshit. Der soll sich verpissen!“, knurrte er und deutete zu Chester. „Er hat kein Recht sich so dermaßen ätzend aufzuführen!“

Chester atmete zittrig ein und blinzelte stark. Auch für ihn war all das zu viel. Er fühlte sich plötzlich müde und erschöpft. Er wollte doch nur seine Beziehung schützen. Sie war noch so frisch und stand daher noch auf wackligen Beinen. Anna konnte ihm noch hinein funken und ihm Mike wieder wegnehmen. Eine schreckliche Vorstellung.

Mike spürte, wie Chester in sich zusammenfiel und zog ihn nun endlich fest in seine Arme. Er streichelte ihm über den Rücken, als dieser leise gegen seine Schulter schluchzte. Er schloss die Augen, als er Chesters Nähe, trotz seiner Tränen genoss. „Ich gehöre zu dir.“, flüsterte er ihm sanft zu. „Alles okay, Chaz.“

Brad sah zu seinem besten Freund. Chester schien nun plötzlich ziemlich fertig zu sein und er stellte sich auf die Seite von ihm. Er schüttelte sanft den Kopf und legte eine Hand gegen Daves Schultern. „Nein, man… Annas Aktion war auch beschissen. Mike und Anna sind kein Paar mehr. Mike hat sich für Chester entschieden.“, betonte er nickend und sah Anna intensiv an. Sie hatte sich von ihrem Leid bereits wieder völlig erholt und schnaubte nunmehr abwehrend und verließ dann tatsächlich schnell das Grundstück der Delsons.

Lilly sah ihr nach und drehte sich schnell zu Dave. „Probt. Wir sehen uns später.“, meinte sie und küsste ihren Bassisten noch flüchtig, ehe sie ihrer besten Freundin nachlief.

„Ich denke kaum, dass wir dazu heute noch kommen.“, seufzte Dave in sich hinein grummelnd, als er zu Mike und Chester schielte. Brad folgte seinem Blick und atmete tief durch, zuckte mit den Schultern.

„Mikey…“, hauchte Chester und schloss müde die Augen. „I-Ich will… dich nicht wieder verlieren.“

Mike seufzte und vergrub sein Gesicht in Chesters Halsbeuge. „Wirst du nicht, Babe.“, versicherte er ihm zuversichtlich und schloss eine Arme noch enger um den dünnen Körper des Älteren. Er sog dessen guten Geruch ein und genoss dessen Nähe.

„Wahre Liebe, huh?“, flüsterte Melissa zu Rob, der sich in dem ganzen Trubel neben sie auf die Couch gesetzt hatte. Sie lehnte sich zu ihm und sah besonders Chester bewundernd an. Der Drummer zuckte jedoch nur unwissend mit den Schultern. Sie wussten ja noch nicht einmal, dass die beiden nun ein Pärchen waren, doch offenbar war dem so. Rob beschränkte sich lieber auf den Beobachtungsposten, so kam er weniger in Probleme.

Joe hatte Mark stehen gelassen und lief zu dem Emcee und dessen Freund zu. Ihr Sänger hingegen entschied sich dazu, ebenfalls aus dem Spiel zu bleiben und setzte sich zu dem Drummer und Melissa auf die Couch. Rob lächelte seicht. „Hey.“

Mark nickte, grüßte auch Melissa. „Turbulent, hm…“, seufzte er und lehnte sich gestresst seufzend zurück, als alle zu ihrem neuen Pärchen und Joe sahen.

Chester schluchzte leise weiter und ließ sich von Mike trösten. Er fühlte sich zu gut mit dem Jüngeren. Alles erschien ihm so perfekt und er wollte ihn nicht verlieren. Nicht wieder ein Mensch der ihm viel bedeutete. Er hatte bereits die Liebe seines Vaters und die von Samantha verloren. Er konnte den Gedanken nicht verkraften Mike eventuell auch wieder zu verlieren. Vor allem nach so kurzer Zeit.

Nur sehr schwer bekam er sich wieder ein und dabei halfen auch Joes Worte nichts. Nach einer Weile drückte er sich weg. Seine Augen waren schon gerötet und er wischte sich flüchtig über das Gesicht und schluckte schwer. Joe hörte das Quatschen auf und sah Chester einfach nur abwartend an. Mike lächelte sanft.

„Sorry.“, hauchte der Ältere schlicht und hob seine Hände zittrig zu Mikes Gesicht. Er streichelte bedacht über seine Wange und kam ihm vorsichtig näher. Fast etwas verängstig, doch Mike grinste flüchtig und kam ihm dann sofort entgegen. Er fing Chester Lippen gierig ein und zeigte somit seinen Bandkollegen, wer nun an seine Seite gehörte. Er nahm Chesters Hände von seinen eigenen Wangen in seine Hände und löste sich vorsichtig wieder. Kurz lehnte er seine Stirn gegen die seines Freundes und atmete dann durch. „Jungs, um es nun ganz offiziell zu machen. Chester und ich sind fest zusammen.“

-

„Chester willst du nicht mal singen?“, warf nun Brad in die Runde ein.

Die ganze Aufregung hatte sich langsam wieder gelegt. Sie hatten sich zusammengesetzt, etwas Limonade getrunken und Melone schnabuliert, um die erhitzten Gemüter etwas zu beruhigen. Chester hatte sich eng an Mikes Seite gekuschelt und schien kaum von diesem zu weichen, als Mark schließlich seinen Wunsch geäußert hatte, den neuen Sänger zu suchen.

Sie alle mochten diese Aufgabe nicht, wollten lieber Mark als ihren Sänger weite hin dabei haben. Doch sie mussten üben, auch wenn dieser nicht hier war und sie hatten besonders in Mikes Punkt festgestellt, dass es für dessen Einsätze bei den Rap-Parts besser war, wenn jemand für Mark den Gesang übernahm.

Sie diskutierten bereits eine Weile um potenzielle Anwärter, doch keiner schien so wirklich passend zu sein, sodass alle einverstanden waren. Mit einigen hatten sie es auch schon probiert, doch entweder hatte es nicht funktioniert oder derjenige ist ihnen wieder abgesprungen. Bis dem Gitarristen wieder eingefallen war, dass Chester in Phoenix in einer Band als Sänger fungiert hatte.

Chester war ziemlich geschafft von der ganzen Aufregung und hatte die Diskussion gar nicht wirklich mit verfolgt. Müde lag sein Kopf gegen Mikes Schulter und seine Augen fielen ihm schon halb zu. Er reagierte nicht einmal sofort, als Brad ihn angesprochen hatte. Mike grinste angetan und streichelte ihm sacht über die Wange. „Hey, Chaz?“, forderte er ihn sanft auf.

„… w-was?“, hauchte Chester drückte seine Augen kurz zusammen, rieb sich verwirrt mit den Händen darüber und setzte sich wieder auf, um durch die Runde zu sehen. „Oh.“, murmelte er, als ihm die Fragestellung wieder selbst einfiel. Er schüttelte unwissend den Kopf und zuckte mit den Schultern. „Weiß nicht…“, meinte er unsicher.

Ein leises Raunen ging durch die Runde. Er wäre ihre bestmöglichste Lösung gewesen, wenn er auch noch wirklich gut sang. Melissa grinste, sie saß neben Rob und neckte ihn schon die ganze Zeit über. Immer wieder schenkte sie ihm versteckte Berührungen, die ihn rot anlaufen ließen. Rob senkte dann immer seinen Blick und versuchte sich leise zu räuspern. Ganz nervös zuckte er mit seinem Bein auf und ab und ließ sie zufrieden grinsen. „Ach Chester, ich glaube wirklich jeder würde dich erst einmal gern singen hören wollen, bevor du sie ablehnst.“

Mike grinste nickend und wollte seinen Freund ohnehin liebend gerne singen hören. Er beugte sich zu ihm und schenkte dem Älteren einen liebevollen Kuss gegen die Wange. „Sing doch mal für uns, Ches.“

Chester zögerte und schielte zu seinem Freund. Sein Herz schlug ihm schon wieder so sehr bis zum Hals. Er zuckte mit den Schultern und schluckte. „Uh…“, brummte er überlegend. „Dann zeigt mir erst einmal, wie ihr so klingt.“

„Na klar!“, rief Mike gleich euphorisch aus und drückte Chester einen schnellen Kuss auf, ehe er aufsprang und seine Bandkollegen aufhetzte. Sie machten sich bereit und stimmten noch für zwei Lieder ab. Ehe sie anfingen. Chester lauschte gespannt den Tönen und freute sich seinen Freund in Aktion erleben zu dürfen. Er setzte sich näher an sie heran und schloss die Augen, als sie zu spielen begannen.

Auch Melissa genoss die Musik die Xero ihnen vorspielten. Sie war selbst noch nicht oft bei deren Proben dabei gewesen, aber wenn, dann war sie begeistert gewesen. Zu dieser Probe kam sie, da sie Brad und Olivia im Kino getroffen hatte und dieser sie dazu eingeladen hatte. Ihr Date mit Rob war ebenfalls bezaubern gewesen. Der Drummer bemühte sich überaus um sie und war dabei dennoch ziemlich schüchtern. Ihr gefiel das sehr und sie beobachtete ihn gerne hinter seinen Drums.

Sie klangen gut. Melodisch und sie stimmten gut überein. Kleine Fehler hörte er heraus. Doch er besaß ein feines Ohr, da er sich mit den Noten auskannte. Ein Laie würde den Patzer wohl überhören. Mark setzte schließlich mit seinem Gesang ein. Es klang gut. Er besaß eine schöne Stimme, doch Chester vermisste etwas Power dahinter. Die gesungenen Lyrics schienen daher etwas unterzugehen.

Chester hatte den Dreh der Melodie schnell raus und begann mitzusummen. Ganz automatisch begann er bereits zu überlegen, wie er sich dazu einbringen würde. Anders als Mark sicherlich. Penetranter, auffälliger.

Mikes Rap setzte schließlich mit ein und sein Herz stolperte bei der schönen Stimme seines Freundes. Ein breites Grinsen flog auf seine Lippen und er genoss es. Er spuckte seinen Text energisch und schnell hervor, verlor dabei den Rhythmus nicht und Chester fand den Rap gut.

Sprechgesang gefiel ihm, doch er setzte sich nicht viel damit auseinander, sodass er Mike ungern bewerten würde. Einerseits war er nicht objektiv genug und andererseits kannte er sich damit nicht sonderlich gut aus. Doch er fand, Mike klang gut.

Chester kamen immer mehr Ideen und Tipps, doch er wollte keinen verärgern. Er hatte ohnehin kein Recht dazu, sich in die Band einzumischen. Er gehörte nicht dazu. Der Ex-Grey-Daze-Sänger hörte noch den zweiten Song an. Marks Stimme klang bei diesem stärker, doch Chester fehlte noch immer der letzte Schliff in dieser.

Als die Musik langsam wieder verstummte und der letzte Ton ausklang, sah er auf. Mike blickte bereits erwartend zu ihm und er atmete tief durch, nickte anerkennend. „Ihr… kling gut.“, meinte er.

Dave seufzte und verdrehte die Augen. Er war ohnehin nicht gut auf ihn zu sprechen und genierte sich auch nicht dies Chester offen zu zeigen. „Was passt dir nicht, verdammt?“, fragte er und handelte sich nur einen warnenden Blick von Mike ein. Doch der Emcee nickte anschließend ebenfalls auffordern zu seinem Freund.

Chester zögerte und schluckte. Doch er wollte nur helfen und nahm sich zusammen. Er deutete auf Brads Gitarre und sein Zimmergenosse überließ sie ihm. Chester hängte sie sich um und strich vorsichtig über die Saiten. Er genoss es. Schon viel zu lange, hatte er keine Gitarre mehr gespielt. Er zupfte erst noch etwas an dieser und versuchte sich die Melodie wieder zurück zu rufen. Dann begann er sie leicht abgewandelt zu spielen. „Stimmlicher…“, nuschelte er und sah zu Brad auf, der seinen Kopf zu der Musik nickte.

„Ja… hey, ja. Das klingt besser.“, stimmt er ihm grinsend zu und nahm seine Gitarre wieder zurück. Chester deutete dann auf Rob. „Rob du bist ein super Drummer, pass auf, dass du den anderen nicht zu schnell wirst. Dave gefiel mir und Joe rundet mit seinem Scratching schön ab. Mikey… uhm, ich kenne mich mit Rap nicht so gut aus, aber ich mochte es.“, grinste er und biss sich dann stark auf die Lippen, als er zu Mark sah. Er glaubte am meisten Probleme zu bekommen, wenn er ihn kritisierte. Gerade weil sie beide Sänger waren. „Ich mag deine Stimme, Mark… aber sie klingt… schwach“, murmelte er und sofort wurde sie alle unruhiger. Chester räusperte sich und wandte seinen Blick ängstlich zu Boden.

Mark nickte und nahm die Kritik offenbar gut an. „Okay, uh… nun… weißt du jedenfalls wie wir klingen. Versuch es.“, meinte der Xero-Sänger und machte für Chester Platz. Er über gab ihm das Mikrofon und suchte noch aus ein paar Ordner in den Schränken, die auf der Seite aufgestellt waren, nach den Lyricblättern. Als er sie fand reichte er sie Chester weiter, der sie sich daraufhin erst noch einmal durchlas.

Besorgt sah Joe zu seinem Freund, doch Mark nickte nur und zeigte mit einem Lächeln, dass alles okay bei ihm war. Er setzte sich auf die Sofas zu Melissa und lächelte zu ihr und wartete bis Chester den Jungs ein Zeichen gab, um anzufangen. Dieselben zwei Songs, die auch sie gespielt hatten. Die Instrumente setzte ein, vereinten sich zu einer Melodie. Brad versuchte sogar gleich Chesters Tipp umzusetzen und Mark musste zugeben, dass dies tatsächlich besser klang.

Chester war voll konzentriert, hielt die Lyrics vor dem Mikrofon und nickte zum Takt mit. Schließlich setzte er ein. Tief hatte er dazu Luft geholt und raunte mit leicht kratziger Stimme die Worte zu dem Song ‚Crawling‘ hervor. Er presste die Worte mit viel Kraft hervor und verlieh ihnen einen gewissen Charme. Sie klangen intensiv, stimmten sich zu den kraftvollen Instrumental gut ein und gingen daher kaum darin unter. Er legte seine Leidenschaft zum Singen hinein und besonders viel Gefühl.

Mark schluckte etwas, als er diese einmalige Stimme hörte. Man hörte das Chester den Text noch nicht kannte und doch war dies irrelevant. Seine Stimme zog ihn in einen Sog und verblüffte ihn. Er verstand Chesters Kritik nun noch besser. Es war faszinierend wie Chester so kraftvoll und im nächsten Moment doch so sanft klingen konnte. Als Mike auch noch dazu einsetzte schien es unheimlich stimmig. Die beiden Stimmen ergänzten sich perfekt und Mark fühlte sich zurückgedrängt, aber genoss es.

Diesen Moment schien er gebraucht zu haben. Nun wurde ihm erst bewusst, dass er schon seit längerer Zeit einen Weg gesuchte hatte auszusteigen. Er liebte es zu singen, aber insgeheim wusste er auch, dass es nie mit Xero funktioniert hätte. Jedenfalls nicht für ihn. Die Band hatte ihn aber nicht loslassen wollen, selbst als er zum Erstsemester zum College gegangen war und Mark hatte sie nicht enttäuschen wollen.

Doch nun stand sein perfekter Ersatz an seinem Mikrofon. Chester war ein überwältigender Sänger. Offenbar in jeder Stimmlage nahezu perfekt. Es klang sehr gut und er war der Freund des Emcees. Es passte hervorragend.

Crawling verstummte und Chester lachte vergnügt. Er drehte sich mit einem breiten Strahlen zu allen. „Das macht Spaß!“, rief er aus und Mike atmete tief durch und kam zu ihm. Augenblicklich drückte er seine Lippen gierig auf Chesters und legte eine Hand sanft gegen Chester Wange. „Du warst überwältigend…“, hauchte er ihm lobend zu. „Dein Stimmvolumen ist… gigantisch!“

Chester lachte und genoss das Lob und die Küsse von Mike. „Grunge war so anderes, euer Stil gefällt mir!“, meinte er völlig begeistert und lehnte sich gegen Mike, als nun auch die anderen zu ihnen hervortraten und Chester lobten.

Mark nahm Joes Hand und drückte sie sanft. Er küsste die Schläfe seines Freundes und hatte sie nun eindeutig dafür entschlossen, Chester als Sänger haben zu wollen. „Nehmt ihn. Chester, du bist genial.“, lobte er und fühlte sich irgendwie erleichtert, sich von dieser Last zu befreien. Es war ein wirklich schönes Hobby gewesen, doch Mark glaubte, dass seine Zeit mit Xero ein Ende gefunden hatte. Er konzentrierte sich auf eine andere Karriere, studierte, er glaubte nicht mehr an die Band und seinen Platz Chester zu überlassen, erschien ihm nur fair.

Chester errötete sanft und zuckte die Schultern. Sanft begann er einverstanden zu nicken. „Was habt ihr denn noch für Songs?“, fragte er nun ganz angetan von dem Stil, den die Jungs verfolgten. Ihm gefielen auch die Texte sehr gut. Er konnte sich in diese hinein fühlen und ihnen das nötige Gefühl verleihen. „Ich mein, klar ich würde gerne für dich einspringen, solange du auf dem College bist.“

„Gehst du nicht auch?“, warf Joe fragend ein. Er hoffte Chester könnte für Mark einspringen. Er war wirklich super geeignet.

Chester nickte. „Klar, aber zur UCLA. Ich komme heim, also ich kann zu den Proben anwesend sein. Muss nur sehen, wie es dann mit dem Lernen aussieht. Aber man kann auch nicht immer nur lernen.“, grinste er und spürte wie Mike seine Hand sanft drückte.

Mark grinste und atmete tief durch. „Uhm…“, räusperte sich und neigte seinen Kopf etwas. Er blickte den anderen Sänger lächelnd an und schüttelte sanft den Kopf. „Ihr habt mich falsch verstanden. Ich möchte hiermit aussteigen und Chester meinen Platz als Sänger überlassen.“

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tbc
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