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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
10.03.2015 4.669
 
Hi, willkommen zurück nach dieser Art von "Midstory-Pause".  Entschuldigt, die lange Wartezeit und danke für jegliche Unterstützung!
Keep on rocking.
:*


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Previously on FOL:
Mike küsste Chester, nachdem er dazu von Anna beim Flaschendrehen aufgefordert worden war.  Da es ziemlich eindeutig war, dass die beiden Gefühle für einander hegten, suchte Mike ein Gespräch mit Anna.

Daraufhin meldete sich Mike einige Tage nicht bei Chester und Letzterer nahm es anschließend selbst in die Hand und stellte den Jüngeren zur Rede.  Mike entschuldigte sich und sie entschieden sich für eine Beziehung.

Da es nun eine ernst zunehmende Sache zwischen Mike und ihm war, entschied sich Chester dafür, dem Emcee von seiner Vergangenheit zu erzählen.

Chester wurde als kleiner Junge von seinem Vater auf einen Motorradtrip mitgenommen. In einer fremden Stadt vergnügten sie sich auf der Kirmes. Als Chesters Vater gehen wollte, rannte Chester aus Protest weg und wurde von einem Mitglied des hiesigen Motorradclubs auf eine Jägerhütte entführt und dort misshandelt.




15. Kapitel


Überforderung steckte in jeder einzelnen Zelle seines Körpers, sie ließ ihn zittern und mit großen Augen starrte er seinen festen Freund an. Mike hatte sich nie wirklich schwach gefühlt und glaubte seine Coolness übertrumpfte jegliche Gefühle. Doch Chester war bitterlich in sich zusammengefallen, suchte regelrecht Schutz in seinen Armen und weinte einfach. Er zeigte seine Gefühle offen und ehrlich und Mike konnte sich bei den schwer gesprochenen Worten von Chester auch nicht mehr zusammenreißen. Ein paar kleine Tränen kullerten ihm ebenfalls über seine Wangen.

Purer Schock saß in ihm. So etwas gab es doch nicht wirklich, man hörte solche schrecklichen Geschichten nur aus den Nachrichten, weit entfernt von einem selbst. Man empfand Mitleid für die Opfer und Sympathie für die Angehörigen, doch es  war nicht nah, sodass man es nicht wirklich realisierte. Nun hielt Mike seinen festen Freund in den Armen, der solch ein Leid am eigenen Leibe hatte erfahren müssen und plötzlich war er selbst involviert. Selbst wenn es nur Chesters Vergangenheit war, so war dieser davon geprägt und geformt worden.

Chester war in so kurzer Zeit, so immens wichtig für ihn geworden. Es schmerzte, dessen Alptraum von Vergangenheit zu hören. Es war kaum zu glauben. Mike war fassungslos. Er fand ihn perfekt. Chester war ein so liebenswerter Mensch, wie hatte ihm damals so etwas Schreckliches zustoßen können? Unter all dem Schmerz, den er fühlte, als er Chesters von Schluchzern geschüttelten Körper eng in seinen Armen hielt, empfand er tiefe Ehrfurcht gegenüber dem älteren Jungen. Er besaß einen starken Charakter, es hatte ihn nicht gebrochen oder zumindest hatte er sich erholt.

„Es tut mir so leid.“, hauchte er gegen Chesters Ohr und drückte sich stark an ihn. Hielt ihn. „Ich bin froh, dass du… dass du es geschafft hast… dass du nicht daran zerbrochen bist, dass… dass ich dich nun habe, so wie du bist. Du bist wundervoll, Ches.“
Chester nickte leicht und fing sich langsam wieder. Er drückte sich sanft von dem Jüngeren und wischte sich die Tränen von den Wangen. Er platzierte einen flüchtigen Kuss auf Mikes Nasenspitze und lehnte dann seine Stirn gegen dessen. „Mein Dad… hat es nicht wirklich verkraftet. Zuerst war er froh, um meine Genesung, aber er verfiel dem Alkohol und… in seinem Suff, hat er mir die Schuld gegeben und hat seine Wut dann an mir ausgelassen.“, erklärte er dann. Wieder füllten sich seine Augen mit Tränen, doch diese blinzelte er weg. „Ich bin d-damals weggerannt. Er… es ist wirklich meine Schuld.“

„Shh… hey, nein.“, unterbrach ihn Mike sofort. Liebevoll legte er eine Hand gegen die Wange des anderen und streichelte mit seinem Daumen über diese. Er schüttelte den Kopf. „Du warst doch noch ein Kind. Kinder sind manchmal so. Es ist nicht dein Schuld.“
„Ich hätte ihm aber einfach nur gehorchen sollen.“, protestierte er und war froh um die Unterstützung seines Freundes. Es schmerzte diese alten Erinnerungen aufzurütteln und zu erzählen, doch es tat ihm auch gut.
Schon damals hatte er durch eine Therapie gelernt, wie er damit umgehen musste. Er hatte gelernt dieses Schicksal weitestgehend zu akzeptieren, um damit dann das bestmöglichste Leben führen zu können. Chester erzählte nicht sehr gerne davon, doch wenn er darüber erzählen musste, schloss er noch immer ein Stück weiter damit ab.

„Hör auf, Chaz. So darfst du nicht denken. Wir alle waren nicht immer brav… nur weil dir das… passierte, warst du nicht schuld daran. Hey, komm her.“, säuselte Mike verstehend. Er stellte das Tablett zur Seite und zog den Älteren dann wieder fest in seine Arme zurück. Sie legten sich zurück und Chester platzierte seinen Kopf auf Mikes Brust, während dieser über seinen Rücken streichelte.

Mike steckte seine Nase in Chester Haar und sog seinen Geruch genüsslich ein. Der süß-herbe Duft nahm ihn für ein paar Sekunden völlig ein. Ein rauschendes Kribbeln wurde durch seinen starken Puls durch seine Venen gepumpt und wohlwollend seufzte er leise. Mike fühlte für ihn mit und trotz allem war sein großes Glück, Chester küssen und in seinen Armen halten zu dürfen, viel präsenter. Mike war sich ziemlich sicher, dass es einer seiner besten Entscheidungen gewesen war, mit Chester eine Beziehung führen zu wollen – sich seiner neu gefundenen Sexualität zu stellen. Es fühlte sich so umwerfend gut  und vor allem richtig an.

„Ich erzählte es dir, weil… es wichtig ist… i-ich möchte keine Geheimnisse haben… u-und weil du dir bewusst sein musst, auf wen du dich einlässt.“, nickte Chester und schniefte etwas. Er zupfte unruhig an Mikes Shirt.

Mike schmunzelte und drückte einen Kuss auf Chesters kitzelndes Haar. Er drehte sich auf die Seite und zog ihn somit noch näher an sich. „Und auf wen lasse ich mich ein?“, spielte er mit und war sich schon bewusst, dass er seinen Chester nicht mehr aus dem Armen gab, egal welche Geschichte er ihm noch erzählen würde. „… du gehörst nun zu mir.“, hauchte er.

„Auf eine zerstörte Seele.“, flüsterte Chester bitterlich. Seine Stimme hatte sich wieder so dünn angehört, als ob  er wieder kurz vor den Tränen stünde.

Mikes Lächeln schwand nicht. Er schüttelte sanft den Kopf und verdrehte die Augen. „Hör zu, Chaz.“, begann er leise und atmete tief durch. Die Geschichte schreckte ihn nicht ab, wie Chester wohl zu glauben vermutete. Es fühlte sich eher so an, als würde sie sich Band zu dem Älteren verstärken. „Ich kenne dich noch nicht sehr gut, gerade eben hast du mir dies mit deiner Geschichte sehr gut bewiesen. Aber du öffnest dich, du vertraust mir. Du hast mir dein verletztes Ich gezeigt… und kennen gelernt habe ich einen fröhlichen, liebenswerten Chester. Jeder hat schon ein paar Schrammen vom Leben abbekommen. Der eine tiefer, der andere noch nicht. Ich komme klar damit. Ich habe mich für dich entschieden und so schnell gebe ich nicht auf. Ich bin sehr stur, Bennington.“

Chester presste seine Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Wieder blinzelte er heftig und doch verfingen sich Tränen in seinen Wimpern und purzelten. Er drückte sich auf und kam Mike näher. Sanft legte er seine Lippen über die des Halbjapaners. „Danke, Mike.“, hauchte er überwältig und sah ihn liebevoll und tief in die Augen. „Ich hätte mir keinen besseren festen Freund aussuchen können.“

„Ich danke deiner Mom, dass sie dich von deinem Vater weggebracht hat… direkt in meine Arme.“, grinste Mike und rümpfte verspielt die Nase. Es zauberte ein kleines und scheues Lächeln auf Chesters Lippen. Es war ein Anfang.

„Ich bin schon achtzehn. Sie hätte mich nicht retten müssen…“, widerlegte er nickend. „Ich lasse sie nur nicht im Stich. Die Scheiße von damals und die mit meinem Dad schweißte uns noch mehr zusammen. Auch Brian, selbst wenn ich zuerst dachte, dass er mich im Stich ließ, als er auszog. Aber… er hat sich selbst vor dem Alkoholiker gerettet und mich nie vergessen.“

Mike nickte verstehend. „Deine Mom und dein Bruder sind wirklich tolle Menschen. Ich bin froh, dass du sie hast.“

Chester lächelte und schenkte dem Jüngeren erneut einen flüchtigen Kuss. „Und nun gibt es noch dich.“, murmelte er. Seine Augen blitzen begeistert auf und er kuschelte sein Gesicht tief in Mikes Halsbeuge. Federleicht legte er dort seine Lippen gegen die warme Haut und brummte wohlig. „Ich wollte dich schon küssen, als du die Nacht bei mir verbracht hast…“, gab er leise zu und schnaubte dann über sich selbst amüsiert. „Ich hab mich nur nicht getraut…“

Mike brummte und sah gegen die Decke. Er neigte seinen Kopf etwas zur Seite, damit Chester mehr Küsschen verteilen konnte. Seine Augen waren halb zugefallen und er genoss es. „…ich war mir selbst unsicher und hätte ich nicht mit Joe gequatscht, hätte ich dich auch nicht beim Flaschendrehen geküsst.

Chester hauchte grinsend gegen Mikes Hals und küsste sanft weiter. „Du hast… mit Joe geredet?“, hinterfragte er und begann sich sanft an Mikes Hals zu saugen, knabberte und leckte versöhnlich mit seiner Zunge über die penetrierte Stelle.

„Uhg… fuck, Chaz!“, keuchte Mike genussvoll und neigte seinen Kopf noch ein Stück weiter. Sein Herz stolperte und eine hitzige Welle rauschte durch ihn. „Uhm ja, so… wie es bei ihm mit Mark war… und so. Weil ich wusste vor dir nicht, dass… ich so für einen Jungen fühlen kann. Und du? Bist du… schwul?“, fragte er immer leiser werdend. Mike schluckte und errötete sanft. Er wollte nicht zu neugierig sein, doch ihm fiel der Name wieder ein, den Charlene an dem Abend erwähnte, als er Chester nach dem LSD-Trip nach Hause gebracht hatte. „Sean?“

Chester lachte leicht auf und musste sich dabei unterbrechen. „Ich kennzeichne mein Territorium.“, murmelte er und setze einen Kuss auf Mikes Lippen. „Sean… fuck, das war Blödsinn zwischen meiner Mom und mir. Er ist mein bester Kumpel. Ich habe aber eine Ex-Freundin, Samantha… sie war meine einzige Beziehung. Damals dachte ich, sie wäre meine große Liebe. Sie machte allerdings Schluss, wegen dem Getuschel über mich.“

„Mein Glück, dass sie dich gehen ließ. Küss mich.“, raunte Mike angetan. Seine Augen strahlten voller Freude und Leidenschaft für den Älteren. Er zog ihn an sich und küsste Chesters weiche Lippen

Chester nickte und schnappte nach Luft. Sie war ihm weggeblieben, weil er so überwältig von dem intensiven Kuss war. Alles hat sich kribbelnd entfacht. „Ja… uhm, hier weiß es keiner und ich möchte auch, dass es so bleibt. Hier ist mein Neuanfang… mit dir.“

Mike nickte leicht und lächelte sanft. „Klar.“, hauchte er und streichelte Chester über seine zarten Gesichtszüge. „Chester?“, fragte Mike nun leise. Er lehnte seinen Kopf sanft gegen Chesters Stirn. „Ich will, dass das hier wirklich klappt und… ich frage mich nur, wegen… den Unis.“

„UCLA, Mike… UCLA.“, nickte er. Erneut küsste er ihn und kuschelte sich wieder an ihn. Versteckte sein Gesicht wieder in Mikes Halsbeuge. Er klang wirklich sehr entschlossen. „Ich bleibe hier in Cali… für Standford ist es zu spät. Nun bist du noch da. Es wird schon funktionieren.“, ergänzte er gegen die warme Haut nuschelnd und löste sich wieder, atmete tief durch und grinste ihn frech an, als er seine Augenbrauen auffordernd anhob.

Mike war erleichtert, über diese Entscheidung und grinste breit, bevor Chesters Gesichtsausdruck Verwirrung stiftete. „Was?“, hinterfragte er und musterte den Älteren. Er war so hübsch und Mike fühlte sich stolz ihn als  seinen festen Freund bezeichnen zu dürfen.

Er zuckte lapidar mit den Schultern, lachte leise und etwas zu vergnügt. „Ich hörte, deine Stärken liegen nicht so wirklich in Mathe.“, meinte er leicht amüsiert.

Mike verzog das Gesicht und stöhnte auf. „Machst du dich lustig? Ich dachte du willst eine funktionierende Beziehung?“, meinte er halbernst und sah ihn mit zusammengezogenen Augen an.

„Will ich auch.“, murmelte er und küsste Mikes Wange versöhnlich. „Ich gebe dir Nachhilfe und nächstes Jahr, kommst du zu mir auf die UCLA.“

„Nachhilfe? Von meinem Freund? Das ist das Letzte, was ich will. Ich will nicht, dass du denkst, ich wäre ein Vollidiot.“, brummte Mike wehleidig und drückte seinen Kopf etwas mehr in sein Kissen.

„Mathe ist für viele nicht leicht. Komm schon, für jede richtig gelöste Aufgabe, küsse ich dich. Klingt das nach einem guten Deal?“, schlug Chester offenherzig lachend vor. Er drückte sich nun ganz von dem Jüngeren weg und streckte sich nach dem Tablett auf dem noch ihre Getränke und die Kekse standen. Chester nahm sich eine Tasse und setzte sich auf seine Unterschenkel und nahm einen großen Schluck.

Mike verdrehte nur die Augen und setzte sich nun ebenfalls auf. Er grinste leicht, als Chester einen Schnurrbart von der braunen Milch hatte. Sanft wischte er diesen mit seinem Daumen weg und schlechte diesen wieder sauber. „Du bist so süß.“, hauchte er und handelte sich einen leichten Schlag ein.

„Wieso sagen das immer alle? Ich bin cool und hart!“, protestierte er.

Mike lachte laut auf beugte sich zu ihm. Sanft leckte er über seine Ohrmuschel und hauchte darüber. Chester erzitterte bitterlich. „Weil es einfach so ist, Babe.“, raunte er und Chester keuchte angetan, klammerte sich stark an die Tasse. „Das einzige wo du hart bist, Chazzy… ist zwischen deinen Beinen.“, flüsterte er und griff in dessen Schritt.

Chester japste und riss die Augen auf. Beinahe hätte er seine Tasse fallen lassen. Mike begann seine Hand durch den Stoff seiner Hose sanft zu bewegen und stöhnend fiel der Ältere gegen die Wand. Seine Augen waren kurz zu gefallen. „Mike…“, keuchte er und zitterte wieder, doch es behagt ihm nicht. „Bitte noch… nicht.“

Der Jüngere küsste ihn flüchtig und ließ von ihm ab. „Nur Vorboten..“, grinste er und nahm sich nun auch seine Tasse. „Auf unsere Beziehung, Chaz.“, murmelte er feierlich.

-

Brad zog gerade seinen Stuhl zurück, um sich ebenfalls zu seinen Eltern und Charlene an den Frühstückstisch zu setzen. Er sah etwas fragend in die Runde, da er besonders von Rebecca gemustert wurde. Ihr Junge räusperte sich und faltete seine Hände, als er unwissend begann seinen Kopf zu schütteln. „Was ist denn Mom?“

„Ein Platz ist frei.“, meinte sie trocken und deutete ausschweifend neben Brad. Ein Stuhl, den in letzter Zeit immer Chester eingenommen hatte. Charlene hob grinsend eine Augenbraue und kicherte zufrieden in sich hinein.

Rebecca bekam es mit und warf ihr sofort einen Blick zu. „Wo ist dein Sohn… ich mein, du weißt Bescheid? Es ist okay, das er nicht hier ist?“, meinte sie fürsorglich und mit einer gewissen Strenge in der Stimme.

Brad seufzte laut über seine Mutter. In mancher Hinsicht war sie wirklich einfach streng. Er zuckte die Schultern und schnappte sich nun als Erster ein Brötchen aus dem Korb und begann es aufzuschneiden. Sein Vater grinste seinen Sohn breit an und tat es ihm gleich. „Chester war nicht im Bett- … oh mein Gott, Charlene – glaubst du…?“

Das Grinsen von Chesters Mutter überzog ihr ganzes Gesicht und sie nickte leicht. „Ich denke schon.“, meinte sie begeistert und schlürfte an ihrem Kaffee.

Brad grinste und Rebecca ging beinahe in die Luft, so ausgeschlossen zu werden. „Kann mich jemand aufklären?“, knurrte sie und Dan brach nun ebenfalls in ein sanftes Gelächter aus. Sie schnaubte und sah ihn mit großen Augen an. „Weißt du auch Bescheid, ja?“

Dan lachte und schüttelte dabei hysterisch den Kopf. „Nein… nein, das nicht…“, meinte er und wischte sich zwei Tränen von den Augen.

„Chester ging gestern Abend noch zu Michael, Rebecca.“, klärte Charlene ihre Freundin nun auf. Sanft streichelte sie ihr beruhigend den Oberarm entlang und lächelte glücklich. „Die beiden haben sich ein wenig in einander verguckt, verstehst du?“

„Oh.“, brummte Dan verblüfft und verzog den Mund. Er blickte zu seinem Sohn und stupste ihn an. „Das hätte ich gar nicht von Michael erwartet. Was ist denn mit seiner Freundin?“, fragte er neugierig nach und biss dann herzhaft in eine Hälfte seines belegen Brötchens.

Auch Rebecca war etwas überrascht und stützte ihren Kopf auf ihre Hand. „Chester ist also… schwul? Und das… ist okay für dich?“, meinte sie und atmete tief durch. Sie hatte nichts gegen Homosexualität und war mit dieser Art der Sexualität schon durch Joseph und Mark vertraut, , doch diese wohnten nicht vorrübergehend bei ihr und sie wusste nicht so recht, wie sie damit umgehen sollte.

Brad presste seine Lippen zusammen und seufzte. „Ich denke das hätte keiner, Dad. Aber man hat es Mike irgendwie angemerkt. Seit Chester hier ist-… er war anders. Ich habe es nur nicht gleich verstanden, bis Mike Chester beim Flaschendrehen auf der Party küssen musste. Fuck, das war intensiv… die haben sich richtig verliebt.“, meinte er überzeugt und nickte besonders in Charlenes Richtung.

„Lieben? Meinst du nicht, es könnte nicht einfach eine gewisse Anziehung sein – eine Phase?“, fragte Dan weiter, da er empfand, dass Brad so etwas nicht vorschnell behaupten sollte.

Charlene lächelte sanft und nickte zu Rebecca. „Ja. Ich finde es völlig okay. Ich liebe meinen Sohn und ich liebe jeden, der ihn gut behandelt. Ich möchte einfach nur ein Lächeln auf seinen Lippen sehen, seine Augen die strahlen. Wenn er glücklich ist, bin ich es, egal mit wem an seiner Seite.“, erklärte sie und wurde bei dem Thema immer nervöser. Sie und Brad vermuteten bereits, dass Chester mit Mike zusammengekommen war und anschließend gleich bei ihm übernachtet hatte. Doch sie wollte Bestätigung und sich mit ihrem Sohn freuen dürfen. Charlene lächelte zu Brad und hörte schließlich dessen Gespräch mit Dan zu.

Brad schüttelte mit sehr ernstem Gesicht den Kopf. „Nein, Dad.“, meinte er und schüttelte auch seine Hände verneinend. „Das ist so ein… keine Ahnung, ‚Wahre-Liebe-auf-ersten-Blick-Scheiß‘. Echt, Dad. Die gehören zusammen und ich freu mich für beide, wenn es so ist.“

„Wow, das ist selten und so kostbar.“, murmelte Dan anerkennend und widmete sich dann wieder seinem Frühstück.

-

Mike wachte langsam auf, da er seinen Bruder laut durch den Flur laufen hörte. Er stöhnte auf, da es ihn nervte, dass Jason so unachtsam war. Der Emcee atmete tief durch und realisierte erst dann, dass jemand an ihn gekuschelte lag. Er grinste als ihm der Vorabend wieder in den Sinn kam. Chester hatte sich in seinem Schlaf nicht stören lassen und schlief noch seelenruhig in seinen Armen. Mike begann ihn sanft über den Rücken zu streicheln und küsste seine Stirn liebevoll.

Wieder einmal konnte er ihn in seinem Schlaf beobachten. Mike merkte, wie es zu einem seiner liebsten Hobbies wurde. Nun war es noch schöner, mit dem Wissen, dass Chester zu ihm gehörte.  Dass sie zusammen waren und er ihn nun ganz offiziell in seinem Schlaf anschmachten durfte. Er grinste schwach und hob seine Finger zu Chesters Gesicht. „Du bist so wundervoll, Chaz.“, hauchte er zu sich und konnte sein Glück kaum fassen. Vorsichtig und ein wenig zittrig legte er seine Fingerspitzen gegen die warme und weiche Haut von Chesters Wangen. Zart fuhr er dessen Gesichtszüge nach und legte seine Finger dann unter das Kinn. Er zog Chester zart zu sich und legte einen federleichten Kuss gegen die süßen Lippen. „Hey, Babe… wach auf.“

„Hmm, Mikey…“, hauchte er und zauberte Mike ein strahlendes Lächeln ins Gesicht. Chester war noch nicht einmal richtig wach und war sich bereits bewusst in welchen Armen er lag. Es ließ Mikes Herz schwer stolpern und ein aufgeregtes Kribbeln durchzog ihn. Er fühlte sich so überaus glücklich. Chester war sein Freund. Sein fester Freund. Er verstand gar nicht, wie er nur so lange nach ihrem überwältigenden Kuss auf der Party warten und überlegen hatte können.

Der Ältere verzog missmutig das Gesicht und entzog sich Mikes Fingern, damit er sich stärker gegen seine Brust kuscheln konnte. „Fün‘ Minut’n…“, nuschelte er müde und sog den guten Geruch des Jüngeren in sich ein. Dies und Mikes Wärme waren ziemlich einlullend und er schlief beinahe sofort wieder ein.

„Du bist abartig süß.“, lachte Mike und neckte ihn damit liebevoll, als er seine Arme eng um ihn legte. „Du kannst auch zehn haben… ich möchte dich nicht loswerden, Chaz.“, erklärte er säuselnd und nässelte sein Gesicht in Chesters Haar. „Wir sind nur eingeschlafen. Deine Mom vermisst dich vielleicht.“

Chester brummte und begann ihn sanft zu schlagen. Er wollte einfach nur seine Ruhe und noch ein wenig mehr Zeit, bevor er sich irgendwelche Gedanken machte und in den neuen Tag startete. „Charlene vermisst… mich nich‘…“, knurrte er entschieden. Bei Mike zu schlafen war zwar nicht sein Plan gewesen, doch seine Mutter wusste, wohin er gegangen war und würde sich wohl nicht sehr sorgen. „Sie weiß bestimmt schon… Ruhe…“

„Bist du mein kleiner Morgenmuffel?“, säuselte Mike amüsiert über Chester, der sich nunmehr beleidigt von ihm drückte und sich mit dem Rücken zu ihm wandte. Er zog die dünne Decke mit sich und über den Kopf. Mike seufzte zufrieden und schielte nun hinter sich auf seinen Wecker. „Es ist schon halb zehn.“

„Lass mich!“, fauchte er nunmehr mit ziemlich viel Energie und Mike lachte nur.

„Schon gut. Gib mir einen Kuss, Chaz… ich mache dir Frühstück und nerve dich dann wieder. Komm her.“, meinte er nun versöhnlich und setzte sich auf. Vorsichtig zupfte er etwas an der Decke und sah wie Chester ihm schon entgegen kam. Er spitze seine Lippen, aber hielt seine Augen geschlossen. „Süß.“, hauchte er und schmatzte ihm einen Kuss auf. „Schlaf weiter.“

„Ich werde nie wieder richtig einschlafen, Shinoda!“, knurrte es nur, doch Chester zog die Decke dennoch wieder über sich.  Mike verdrehte nur belustigt die Augen und rutschte aus dem Bett um seiner Versprechung nachzugehen und Frühstück vorzubereiten.

-

An Joes Zimmertür klopfte es sanft und der junge DJ sah auf. Er saß noch halb im Schlafanzug auf seinem Bett und hatte Sir Archibald Chang gerade einen Guten Morgen gewünscht. Er bewunderte seine Spinne und auch wenn er sie mit einem anderen Hintergrund gekauft hatte, möchte er sie nun nicht mehr hergeben. „Ja?“, rief er und ließ Sir Chang über seine Hände krabbeln, darauf bedacht ihn nicht fallen zu lassen.

„Hey, Babe.“, grüßte ihn eine wundervolle Stimme, die ihm sogleich einen warmen Schauer den Rücken hinab jagen ließ. Mit einem breiten Strahlen sah er zu Mark auf, der gerade durch die Tür schlüpfte und auf ihn zukam. Er setzte sich neben ihn und küsste ihn flüchtig auf die Lippen.

„Hey, du bist früh hier.“, stellte Joe fest, doch war überaus glücklich darüber. Er lehnte sich etwas mehr an Marks Seite und sah wieder zu der Vogelspinne in seinen Händen.

Mark schlang einen Arm um Joes Rücken und zog ihn etwas näher an sich. Er küsste seine Schläfe und grinste zu der Spinne. „Sir Chang hat Chester regelrecht in Mikes Arme getrieben.“, murmelte er und umging Joes Aussage. Er fand sie nicht wichtig und war einfach nur froh bei seinem Freund sein zu können.

„Ich habe von beiden schon seit der Party nichts mehr gehört.“, seufzte Joe theatralisch und blickte zu Mark auf. „Mike ist so verschossen in den Jungen. Wir hatten vor der Party ein Gespräch, so wie es mir anfänglich mit dir ging und all dem. Ich frag mich, warum er so schnell abgehauen ist, nachdem er mit Anna gesprochen hatte. Ich hatte gedacht, Mike ist sich der Sache mit Chester sicher.“

Mark brummte leise und zuckte eine Schulter. „Ist er bestimmt. Aber er war mit Anna lange zusammen, es ist eben doch nicht ganz so leicht, dass mit ihr so schnell abzuschließen. Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich so super finden soll, wenn sie zusammenkommen.“

„Hey, warum denn?“, keuchte Joe verwirrt und drückte sich etwas von Mark. Er freute sich für Mike sehr. Er war einer seiner besten Kumpels. Joe wollte nur, dass dieser glücklich war. Und offenbar machte ihn der neue Junge aus Phoenix ziemlich glücklich.

Mark grinste und wurde etwas rot um die Nase. Er wusste, dass solche Gedanken unfair waren und er dazu auch kein Recht hatte. Mike durfte selbst entscheiden mit wem er zusammen war, beziehungsweise konnte er ja nicht steuern, in wen er sich verliebte. „Wir waren immer etwas Spezielles in unserer Nachbarschaft, Joey. Nun wird es nochmal ein schwules Pärchen geben.“

Joe grinste und verdrehte die Augen. Seufzend stand er auf und schlürfte durch sein Zimmer um, die Spinne wieder in ihre rechtmäßige Umgebung zu bringen. „Ich liebe dich, Mark.“, seufzte er glücklich und drehte sich wieder zu ihm. Er kam zurück und setzte sich rücklinks auf dessen Schoß, schlang seine Arme um dessen Hals und küsste ihn flüchtig. „Ich find es eigentlich ganz angenehm nicht mehr so allein zu sein. Ich mein die meisten Sympathien haben wir uns nun erkämpft, aber die letzten paar bösen Blicke mit einem weiteren Pärchen teilen zu können, wäre doch irgendwie… angenehm.“, tat Joe seinen Standpunkt dazu bei. „Sieh nur, homosexuell zu sein wird doch immer normaler, um es den letzten homophoben Arschlöchern zu zeigen, ist es doch auch nur von Vorteil Mike und Chester im Boot zu haben.“

Mark nickte etwas. „Hm. Sie passen gut zusammen, huh?“, gab er mit einem seichten Lächeln zu. Es stand ihm wirklich nicht zu so zu denken. Es war auch ein wenig lächerlich, wie er nun selbst empfand.

Joe grinste und küsste ihn wieder flüchtig. Mark brummte zufrieden und ließ seine Hände über Joes Rücken streicheln. „Ich würde mich so sehr für Mike freuen… und natürlich auch für Chester. Aber Mike, er konnte ja kaum erwarten den Neuen wiederzusehen, nachdem ich ihm Mut zu gesprochen hatte. Er war so süß und Mark… oh Gott, er wurde so rot bei unserem Gespräch. Es war schon amüsant. Aber ich half ihm gerne.“

„Ja.“, hauchte Mark und sah seinen festen Freund mit liebevollen und strahlenden Augen an. Fest hielt er ihn an seinen Hüften. Vorsichtig kam er näher, lehnte seine Stirn gegen Joes und ließ ihre Nasenspitzen sanft berühren. „Du bist in jeder Hinsicht ein wundervoller Freund, Joe. Ich liebe dich auch, Baby.“

„Das hoffe ich doch.“, hauchte Joe ebenfalls und spürte eine gewisse Spannung zwischen ihnen. Er gab sich dieser hin und begann seinen älteren Freund gierig zu küssen. Er keuchte in diesen und drängte sich mit seinem Unterleib stärker gegen Marks. Seine Finger gingen auf Wanderschaft und streichelten die warme Haut unter Marks T-Shirt. „Bist du dafür her…?“, lächelte Joe süffisant. Ein erregtes Grollen raunte durch seine Kehle und er knabberte kurz an Marks Ohrläppchen.

Bereits angeheizt keuchte Mark und schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht, aber… scheiß drauf, Baby.“

„Joseph?“, rief plötzlich seine Mutter und Joe ließ stöhnend von Mark ab. Er rutschte komplett von ihm und schmiss sich auf das Bett und rieb sich über das Gesicht. Nicht lange dauerte es, bis sie an seiner Tür klopfte und er nur wütend brummte. „Ich möchte nur wissen, wie lange Mark bleibt. Dann koche ich mehr zu Mittag.“

Joe atmete tief durch und sah sie deutlich genervt an. „Wir sind wahrscheinlich hier, bis wir zur Probe müssen, Mom.“

Sie lächelte zufrieden und verschwand genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht war. Nur leider war sie zuvor ziemlich störend gewesen. Mark grinste nur etwas in sich hinein und räusperte sich. Er rutschte mehr auf das Bett und lehnte sich gegen die Wand. Die Stimmung konnten sie nun ohnehin in die Tonne treten.

„Genau deswegen hatten wir bei mir noch nie Sex. Sie ahnt so etwas, das wette ich!“, knurrte Joe völlig erzürnt und krabbelte dann wieder näher an Mark und legte sich wieder. Seinen Kopf bettete er auf dessen Oberschenkeln. „Was wolltest du denn eigentlich?“

„Ich möchte mich endlich um den neuen Sänger kümmern, und zwar bevor ich wieder auf der Uni bin.“, erklärte Mark nun sein Anliegen. Sanft ließ er seine Hand durch Joes Haare fahren, zupfte etwas an ein paar Strähnen. „Letztes Jahr, war ich nicht da für die Entscheidung und der Typ sprang euch auch wieder ab. Ich möchte mitentscheiden. Mit wem ihr probt, wenn ich nicht da bin.“

Joe seufzte und nickte. „Wir brauchen auch gar keinen. Das ist eh eine beschissene Idee. Du bist unser Sänger, niemand anderes.“, brummte der DJ etwas und atmete dann durch und lächelte verliebt. „Wir reden mit den Jungs heute.“, gab er nach und kuschelte sich dann gegen Marks Bauch. „Ich will nicht, dass du wieder gehst.“

„Ich auch nicht, wir haben noch etwas Zeit.“, versprach er ihm flüsternd und genoss ihre Zweisamkeit.

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tbc
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