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Fortune Of Life

von Rayden
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brad Delson Chester Bennington Mike Shinoda
10.05.2014
03.08.2020
33
153.414
6
Alle Kapitel
125 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
05.01.2015 4.376
 
Mein Baby Perfectly Imperfect feierte ihren 1. Geburtstag und das kleine Geschwisterchen 'Fortune Of Life' kommt sogar noch besser bei euch an! Da wird man zum Jahreswechsel schon etwas sentimental. :) Ich möchte euch für jegliche Unterstützung in ’14 ♡–lich danken -  wirklich, fühlt euch gedrückt. Ich wünsche euch ein Gutes und Gesundes 2015! :* Danke!

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13. Kapitel



Es war Dienstagabend. Ein großartiges Wochenende lag hinter ihm. Seine Mutter war ihren vorläufigen Putzjob angetreten und sein Bruder war bereits schon Sonntagmittag abgereist. Selbst Brads Eltern waren von ihrem Urlaub wieder zurück an ihren Arbeitsplatz gegangen und so hatte er nur Brad und seine Zigaretten.

Gedankenverloren starrte er in den Himmel, der bereits schon sehr dunkel geworden war. Der Polarstern leuchtete bereits kraftvoll herab und bekam langsam Gesellschaft von den anderen Sternen am Nachthimmel. Seine Sicht verschwamm hin und wieder und sein Herz krampfte etwas. Das manchmal schrille Zirpen von Zikaden und die Kippe schienen ihn dann ein wenig zu ebnen.

Brad hatte ihn schon vor einiger Zeit aus dem Zimmer geworfen. Er hatte die Nerven des Jüngeren ziemlich auf die Probe gestellt. Selbst schaffte er es nicht seine schreienden Gedanken zu unterbinden. Chester verstand es einfach nicht, doch der Gitarrist hatte ihm nur sehr bedingt Verständnis entgegengebracht, geschweige denn weiterhelfen können.  Mike meldete sich einfach nicht.

Seit der Party hatte er nichts mehr von dem Halbjapaner gehört. Und diese war bereits Samstagabend gewesen. Drei Tage musste er bereits dessen Nähe und diese unglaublich weichen Lippen missen. Ohne zu wissen was genau los war. Mike war erst nach einiger Zeit, von dem Gespräch mit Anna, zurück in den Keller gelaufen gekommen. Etwas durcheinander hatte er gewirkt und daher hatte Chester auch verstanden, als dieser sich verabschiedet hatte und meinte, er bräuchte nur etwas Zeit, um all das sacken zu lassen.

Doch Chester hatte nicht vermutete, dass dies solange andauern würde. Je mehr Zeit verstrich, desto unruhiger wurde er. Die Funkstille zwischen ihnen brachte ihn nunmehr schier um den Verstand. Zweifel, die er nach diesem atemberaubenden Kuss eigentlich schon ganz tief begraben hatte, kamen wieder in ihm auf.

Der neue Junge begriff Mikes Verhalten kaum. Er konnte ihn nicht erreichen und dies verletzte ihn sehr. Um die Überwältigung zu begreifen, die er noch während der Party verspürt hatte, reichten keine Worte aus. Man hätte Neue erfinden müssen, um sie zu beschreiben. Jede einzelne Pore hatte sich dem Jüngeren verschrieben und schrie nur nach dessen zarten Berührungen und seinem betörenden, maskulinen Geruch.

Chester hatte geglaubt endlich einen signifikanten Schritt zusammen mit dem Hobbyemcee gemacht zu haben. Auch wenn sie den Kuss mehr oder weniger aufgezwungen bekommen hatten, so hätten sie sich dies von selbst wohl in naher Zukunft nicht zugetraut.  Vermutlich hätten sie sich noch einige Zeit lang, von der Ferne angeschmachtet und sich, durch Gewissheit einander stark zu sympathisieren, immer wieder stark verletzt.

Doch sie waren an ihre Aufgabe, sich zu küssen, nicht sehr zimperlich herangetreten. Sie hatten sich einfach fallen lassen. Sich ihre Gefühle einander gezeigt, sogar vor den Augen der anderen. Chester hatte Mike mit diesem Kuss bereits als seinen festen Freund angesehen. In diesem Kuss war einfach so viel Intensität gelegen, dass kaum weitere Zweifel bestehen hätten können. Doch offenbar bestanden noch Hemmungen vor einer vermeidlichen Beziehung. Chester hatte diese schon auf der Party zurückgelassen. Auch war er davon ausgegangen, dass es Mike nicht anders erging. Immerhin hatte er den leidenschaftlichen Kuss überhaupt erst begonnen.

Offenbar hatte sich Chester dabei nur eine kleine Traumwelt gebastelt und voreilige Schlüsse gezogen, die schließlich wieder bitterlich vor seinen Augen zerplatzten. Der Neue befürchtete, dass Mike der Sache vielleicht doch nicht ganz so sicher gegenüber stand als er. Und er fragte sich, was Anna nur zu ihm gesagt haben könnte.

Chester befürchtete, dass Mike sich eventuell doch für Anna entschieden hatte. Er fragte sich, ob der Halbjapaner noch die Beziehung mit ihr führte.  Alles war so ungewiss und er vermisste den Jüngeren stark. Seit seiner Ankunft in Agoura Hills bis zu der Party, war kein Tag vergangen gewesen, an dem sie sich nicht gesehen hatten. Ferner sehnte er sich nach weiteren Küssen, dieser weichen und vollen Lippen.

Er zuckte erschrocken, als ihm plötzlich ein Arm um die Schultern gelegt wurde. Chester lächelte traurig, nachdem er seine Mutter erkannte. „Hey Mom… wie war deine Arbeit?“

„Dreckig, dann sauber.“, grinste Charlene zurück. Ihre Augen schimmerten jedoch Besorgnis aus. Sie nippte an dem dampfenden Kaffee, den sie mit nach draußen genommen hatte. Charlene war schon eine Weile zurück und hatte sich bereits umgezogen. Als sie sich einen Kaffee aufgesetzt hatte, war ihr Chester auf der Terrasse aufgefallen. Sie hatte ihn ein paar Minuten lang durch das Küchenfenster beobachtet und schnell hatte sie festgestellt, dass es ihrem Jungen nicht sonderlich gut gehen musste.

„Was ist denn nur los mit dir, Baby?“, fragte sie sorgenvoll und sah eindringlich zu Chester. Ihr Sohn wandte seinen Blick gen Boden und verweilte still. Charlene seufzte und klaute ihm die Kippe aus den Fingern. Sie beorderte ihn auf einen der Terrassenstühle und ging vorm ihm in die Hocke. „Seit wann redest du nicht mehr mit deiner Mutter, hm?“

Chester schnalzte genervt mit der Zunge und atmete tief durch. Er wollte sich seine Zigarette zurückschnappen, doch er war zu langsam. Stattdessen nahm er ihr die Kaffeetasse ab und trank einen großen Schluck. Warm spürte er das Getränk in seinem Magen. „Ich will nur nicht, dass du dich sorgst…“, grummelte er.

Charlene schnaubte abfällig. „Als Mutter sorge ich mich ohnehin immer und das Gesicht, das du eben ziehst, macht es schlimmer.“, erklärte sie ihm und streichelte ihm über sein Knie. Wartend zog sie an der Kippe und rümpfte die Nase. Sie rauchte selten. „Ich möchte nur für dich da sein und dich aufmuntern, Chaz. Wir sind nun hier, um ein schöneres Leben führen zu können. Ich möchte dein strahlendes Lächeln sehen.“

Chester verstand die Intension seiner Mutter und atmete tief durch. Er ließ sich zu einem kleinen Lächeln hinreißen, das allerdings nur für ein paar Sekunden seine Lippen zieren durfte. Er hielt ihre Kaffeetasse noch immer in seiner Hand und trank sie schließlich leer. Der Junge schindete noch ein wenig Zeit heraus, als er die Tasse auf dem Tisch abstellte und gedankenverloren begann mit Charlenes Hand auf seinem Knie zu spielen. „Auf der Party, haben wir uns geküsst, Mom… Mike und ich…“, murmelte er leise und spürte ein angenehmes Flattern bei der lebendigen Erinnerung, die dabei aufkam. „… es war so schön und ich dachte… danach klärt sich alles.“

Charlene nahm die Hand ihres Sohns und drückte diese sanft. „Oh Baby… ist er etwa noch… mit Anna zusammen?“, fragte sie mitfühlend. Seufzend stand sie auf und drückte ihm einen liebevollen Kuss gegen die Stirn, bevor sie sich nun selbst einen Stuhl heranzog.

„Nein, also eigentlich weiß ich es nicht… Mike wollte Zeit zum Nachdenken und… seitdem hat er sich nicht mehr gemeldet und ist nicht zu erreichen.“, meinte er trübselig.

„Oh Chaz… er hatte nun lang genug Zeit, geh doch einfach mal zu Mike und rede mit ihm.“, schlug sie vor und lächelte nunmehr sanft. „Manchmal musst du dein Glück eben selbst in die Hände nehmen.“

-

Brads Kopf wummerte schwer mit einem unangenehmen Ziehen. Er rieb sich hoffnungsvoll über die Schläfe, um es zu lindern und hoffte es würde sich nicht zu einer Migräne entwickeln. Der Gitarrist war sich ziemlich sicher, dass Chester einen Großteil des Grundes darstellte. Der zugezogene Junge war schlimmer, als seine Schwester gewesen, während sie noch zu Hause gewohnt hatte.

Der Ältere hatte sich mit tausenden Gedanken über die Funkstille zwischen ihm und Mike geplagt. Es hatte den Anschein, dass er  sämtliche Möglichkeiten bis ins kleinste Detail analysieren konnte. Ganz besonders die katastrophalsten Eventualitäten hatten ihm dabei keine Ruhe gelassen. Schlimmer noch - er hatte sich in diese so sehr hineinsteigern können, dass ihm die Tränen in die Augen gesprungen waren, die er daraufhin peinlich berührt weggeblinzelt hatte.

Es war wirklich beinahe niedlich, wie traurig und bestürzt Chester sein konnte. Selbst wenn der Grund natürlich kein schöner war. Brad hatte sich nach langen Überredungskünsten dazu hinreißen lassen, bei Mike anzurufen. Da Chester sich nicht erneut getraut hatte. Niemand hatte jedoch abgehoben.

Irgendwann war es Brad schließlich zu viel geworden und so hatte er ihn knurrend aus dem Zimmer geworfen. Sein Zimmergenosse hatte sich nicht einmal ablenken lassen. Der Gitarrist fand Chester viel zu anstrengend. Der Ältere brauchte extrem viel Zuspruch und Gewissheit, die der Gitarrist ihm allerdings nicht bieten konnte.

Brad hatte erleichtert tief durchgeatmet, als sich sein Zimmer wieder in angenehmer Stille befunden hatte. Er hatte sich nur leise Musik angemacht und ließ sich nun von dieser schon einige Zeit lang berieseln. Nach einigen Überlegungen nahm er das Telefon zur Hand und wählte Olivias Nummer. Jedoch hob niemand ab, obwohl er es fast schon unverschämt lange klingeln ließ.

Seufzend legte der Gitarrist irgendwann auf. Er war es leid, da er sie schon seit einigen Tagen nicht erreichen  konnte. Nicht einmal einen Rückruf bekam Brad. Ein dumpfes Gefühl machte sich in seinem Magen breit und ließ ihn Übelkeit verspüren. Seine Freundin war so weit weg, er vermisste sie und allmählich schwand sein Vertrauen. Es war einfach unüblich. Egal wie lange sie getrennt waren, sie hatten immer regelmäßig miteinander telefoniert.

Gerade jetzt, hätte Brad gern ihre Stimme gehört. Es war viel geschehen, was er ihr gerne berichten würde und eine kleine sexuelle Erlösung hätte er sich auch gewünscht. Im letzteren Punkt fühlte Brad sich etwas frustriert. Und da es ihn auch entspannen würde, entschied er sich dafür ohne sie Hand anzulegen.

Durchatmend macht er es sich gemütlich und legte sich in die weichen Kissen seines Bettes. Er zog seine Hose über seinen Hintern hinab und spürte schon allein bei den Gedanken an sein Vorhaben und Olivia, wie es in seinen Lenden kribbelnd zog und sein Glied sich erregte.

Genießend fielen ihm die Augen zu, als er sich selbst umfasste. Sanft begann er seine Hüften im Rhythmus seiner Hand zu bewegen und sein anfänglich leises Keuchen, wuchs schnell zu Stöhnen heran. Er ließ sich von den guten Gefühlen mitreißen und treiben und bekam schon kaum mehr etwas von seiner Umgebung mit.

„Was? Oh, verdammte Scheiße…“, schrie Chester hysterisch aus und blieb wie angewurzelt im Raum stehen, als er sofort seine Augen mit den Händen überdeckte. „Fuck, Delson! Ehrlich, warum?“

„Hng…“, entfloh ihm, noch bevor Chester begonnen hatte herumzuschreien. Seine Augen sprangen erschrocken auf und blickten den Älteren panisch an. Kurz schien er wie eingefroren, als sein Herzschlag aussetzte. Dann jedoch griff er hastig nach seiner Decke und warf sie über sich. Buttenrot lief er im Gesicht an und schluckte schwer. Vor lauter Schreck, blieb ihm kurz die Luft weg und er traute sich kaum mehr zu seinem Zimmergenossen zu sehen.  „Chester! Du kannst doch nicht einfach…“

„Oh doch, du teilst das Zimmer mit mir… ich hole nur etwas, verdammt.“, knurrte er, etwas angeekelt und ohne nochmals zu seinem Kumpel zu blicken, schnappte er nach seinem Skateboard. Kurz blieb sein Blick im Spiegelschrank hängen. Ganz ungehindert verlor er sich in seinem Anblick und begann sich ein paar Strähnen zu richten. Plötzlich machte Chester sich Gedanken, wie er vor Mike aussah.

Der erste Schock war nun verflogen und der Gitarrist fand wieder ein wenig Mut. Räuspernd klatschte Brad in die Hand und wurde ungeduldig. „Bennington, raus hier!“, knurrte er wütend. Er seufzte und neigte seinen Kopf. „Ich fühle mich frustriert und würde es gerne beenden, verpiss dich endlich.“, grummelte Brad stur und verschränkte die Arme sogar vor der Brust, blickte dunkel zu Chester.

Chester seufzte und folgte Brads angefressener Aufforderung. Während er zur Zimmertür lief, schenkte er dem Jüngeren ein bemitleidendes, aber auch ziemlich hinterhältiges Grinsen. „Schon okay, sorry wegen Liv und hey, ich zahle es dir heim, wenn Mike und ich hier ficken.“

Brad presste seine Lippen aufeinander und atmete tief durch. Nun war er doch etwas neugierig geworden. „Seid ihr endlich offiziell zusammen?“, fragte er und zupfte sich ein Taschentuch aus einer Box. Seine Erregung war nun hinüber und er machte seine Hand sauber.

Der Ältere schüttelte den Kopf und hielt sein Board hoch. „Ich kläre den Scheiß.“, nickte Chester zuversichtlich.

Brad grinste und hob seine Augenbrauen tief in die Stirn. „Mike glaubt die Coolness gepachtet zu haben, obwohl er oft viel zu unsicher ist. Verpass ihm einen Arschtritt.“

Der Ältere nickte und wandte sich dann wieder ab. „Yeah… fuck, lüfte aber bis ich zurück bin.“

-

Das Skateboard ratterte mit einer schnellen Geschwindigkeit über den Asphalt. Ein laues Lüftchen wehte Chester durch die Haare und er hatte nur ein Ziel vor Augen. So schnell wie möglich bei Mike anzukommen, dabei musste er nicht einmal mehr über den Weg nachdenken.

Er bog in die richtige Straße ein, noch ein letztes Mal stieß er sich ab und ließ sich dann ausrollen. Gekonnt hüpfte er ab, trat auf das Ende und fasste das Board, als es dabei aufsprang. Chester klemmte es sich unter den Arm und trat an die Tür heran, um zu klingeln.

Er wartete ein wenig. Sein Herz klopfte stark in seinem Brustkorb, doch er fühlte sich nicht wirklich nervös. Er war eher genervt von dieser ganzen Sache und wollte es endlich ein für alle Mal geklärt haben. Sogar etwas Wut schwang mit in sein Gemüt. Grummelnd stieg Chester von einem Fuß auf den anderen, als ihm schließlich von Jason die Tür geöffnet wurde.

Chesters verhärtete Gesichtszüge erweichten wieder etwas und er lächelte freundlich. „Hi, ist Mike da?“

Jason hob nur etwas zweifelhaft die Augenbrauen und lehnte sich gegen den Türrahmen. Etwas überheblich verschränkte er die Arme vor der Brust und begann Chester zu mustern. „Der Lover, huh?“, grummelte er.

Überrascht zuckte Chester und sah den anderen perplex an. Er wusste nicht einmal genau, wer vor ihm stand. Mutmaßlich Mikes jüngerer Bruder, Jason. Ob der Emcee mit diesem über ihn geredet hatte? Doch es hatte ziemlich unterkühlt geklungen – so abschätzig.

„Zumindest der Typ, der mit ihm im Bett lag…“, schnaubte der offenbar Jüngere, als er keine Antwort bekam.

Für eine winzige Sekunde fühlte sich Chester entlarvt und Scham rauschte durch seine Venen, weil der andere sie so gesehen hatte. Er wollte nicht dümmlich und unbeholfen wirken und er versuchte sich nicht weiter davon irritieren zu lassen und zuckte mit den Schultern. „Wie auch immer… ist Mike nun da?“

Endlich ging der andere einen Schritt zurück und ließ ihn eintreten. „Im Garten.“, murmelte Jason informierend und sah ihn weiterhin komisch an.

Chester nickte und wollte den anderen nun hinter sich lassen, als dieser jedoch nochmal auf sprach. „Ist das Schwulending nun in?“, zischte er und man hörte, wie es ihn vor dem Gedanken krauste.

Irritiert starrte Chester zurück und schüttelte den Kopf. Es reichte ihm nun langsam. „Fuck you! Du weißt einen Scheißdreck und zudem ist es mir scheißegal, ob du ein fucking Problem damit hast!“, platzte es kratzbürstig aus ihm. Chester ließ den Jüngeren daraufhin auch einfach stehen und wartete noch nicht einmal mehr auf eine Antwort.

Gedankenverloren zog Mike gerade an einem Glimmstängel und wanderte leicht ziellos durch den Garten, sah in denSternenhimmel, wie Chester noch vorhin selbst. Kurz fühlte sich der Ältere mit ihm verbunden. Doch dann übertrumpften seine negativen Gefühle wieder und er trat an den Halbjapaner heran. „Mike?“

Überrascht drehte sich der Jüngere zu ihm. Sein Blick war für einen Moment verwirrt, ehe er erweichte. Mikes Magen durchzog ein heftiges Flattern und seine Lippen verzogen sich in ein schiefes Lächeln. „Hi… Chaz…“, hauchte er.

Chester roch den Rauch. Er war etwas stechend und seufzend schnappte er sich dann den Joint, um selbst einen kräftigen Zug davon zu nehmen. Schnaubend lief er dann an dem Emcee vorbei. Chester legte sein Board neben sich in die Wiese, als er sich vor den Pool setzte. Er zog seine Schuhe aus und ließ dann seine Füße in das kühle Wasser hängen, während er erneut an dem Joint zog. „Fuck you, Arsch. Säusle nicht rum und sag einfach, dass ich mich zum Teufel scheren soll.“

Mike japste nach Luft und starrte seinen Freund erschrocken an. Er sprach so unterkühlt und Wut schwang in seiner Stimme mit. Es schmerzte ihn und hastig kam er zu Chester und setzte sich zu ihm. „I-Ich weiß… sorry, Chaz… sorry, man.“

„Ich warte seit verfluchten drei Tagen, Mike!“, keuchte Chester ungläubig und schüttelte den Kopf. Mike hob seine Hand, doch der Ältere zuckte erschrocken weg. Schmerz schimmerte klar in Chesters Augen. „Warum? Willst du mich doch nicht? Ich will dich. Gott, nach diesem Kuss… Mikey… es war doch ganz eindeutig.“

Erneut versuchte Mike ihm näher zu kommen. Er hob seine Hand langsam und mit zittrigen Händen streichelte er Chester schließlich über die Schläfe. Er schniefte trocken. „Ich war unsicher Ches.“, nickte er ziemlich bestimmt. „Das mit… Anna zog mich etwas… runter.“, nuschelte er ehrlich zugebend. Seine Finger streichelten zärtlich über Chesters Wange hinab. Mike sah, wie dem Älteren dabei genießend die Augen kurz zu flatterten. Dann zog er ihn sanft am Kinn zu sich und versiegelte ihre Lippen in einen federleichten Kuss.

Chester löste sich und biss sich auf seine geliebkosten Lippen. Er sah hinab in das schimmernde Wasser des Pools, dann zog er erneut gierig an dem Spliff. Sein Herz pumpte schnell. Es rauschte in seinen Ohren und ein Kribbeln dominierte seinen Körper. Chester legte sich zurück in das Gras und starrte wieder in den Himmel.

Mike sah entnervt zu seinem Freund. Er wusste, er hatte Chester warten lassen. Aber nun hatte er ihm doch gezeigt, dass er für ihn Gefühle hatte. Warum war er dann so abneigend? Mike hatte ihn doch geküsst.

„Ich habe noch nie eine Sternschuppe gesehen.“, hauchte der Ältere plötzlich.

Mike sah verwirrt zu ihm. Er verstand die Situation nicht ganz und legte sich einfach zu dem Neuen. „Ehrlich?“, hauchte Mike nun und spürte plötzlich Chesters warme Finger, die nach seiner Hand griffen. Es ließ ihn wohlig seufzen und sicherer fühlen. „Findest du das schade?“

Chesters Lächeln wirkte engelsgleich und raubte Mike den Atem, als dieser zu ihm sah. Der Ältere zuckte unwissend mit den Schultern und musterte den Jüngeren weiterhin intensiv. Er hatte den Halbjapaner unheimlich stark vermisst. „Ich finde es absurd, aber ich muss mir auch nichts wünschen. Alles was ich möchte, ist gerade eben bei mir.“, hauchte er zärtlich und drückte Mikes Hand sanft.

Mike schnappte nach Luft. Er starrte seinen Freund ungläubig an und begann dann breit zu grinsen. Alles schien sich plötzlich zu drehen. Durch seine Venen rauschten Glückshormone und er fühlte sich wie auf einer Wolke. Chesters Worte hatten so wundervoll geklungen. „Das war… kitschig, richtig schwul, man.“

Der Ältere lachte auf und verdrehte die Augen. „Autsch, du Arsch… obwohl ich wäre gerne schwul mit dir.“, lächelte er liebevoll.

Mike hob seine Augenbrauen. „Ist das nun… deine offizielle Frage, ob ich mit dir gehen will?“

„Fuck you, Shinoda.“, knurrte Chester plötzlich und wollte sich genervt aufrappeln, doch Mike schnappte wieder nach ihm. „Lass mich! … Checkst du’s ehrlich nicht? Fuck, ich will dich. Lass dich nicht ständig bitten und sag einfach Ja oder Nein.“

„Ja, Chester… hey, bitte, i-ich möchte dein Freund sein.“, grinste er zögerlich, doch eindeutig verliebt. Vorsichtig zog Mike den Älteren wieder näher und schließlich an sich. „Sorry, Ches… i-ich möchte es versuchen.“, hauchte er zittrig. Der Halbjapaner fühlte sich noch immer etwas unsicher, doch wusste, dass er wirklich eine Beziehung mit dem Neuen haben wollte. Er vergrub sanft sein Gesicht in Chesters Halsbeuge und sog dessen guten Geruch ein. „I-Ich möchte… es.“

Chester schloss die Augen. Erleichterung und Freude erfassten ihn. Alles kribbelte und fühlte sich gut an. Er lachte leise und drückte schließlich den Joint neben sich im Gras aus. „Ok, w-wir sind… dann ein Paar, Mike. So richtig… ja?“

Chester spürte nur wie er nickte und atmete zittrig durch. Eine Welle von Glück übermannte ihn und er brummte wohlig. Der Ältere drehte sich zu seinem festen Freund und grinste frech. „Besiegeln wir es mit einem Kuss.“, forderte er und blinzelte ihn verlockend an. „Beweis mir, dass du noch besser küssen kannst, als du es auf der Party getan hast.“

„Du hast es aber ziemlich genossen, Chester.“, revidierte Mike lachend und rutschte näher an ihn. Er legte seine Hand wieder einmal gegen dessen Wange und streichelte sanft über diese. Der Emcee musterte den anderen und versank in dessen atemberaubenden Anblick.

„Hmm.“, brummte Chester und verlor sich selbst in Mikes tiefbrauen Augen, die so aufschlussreich wirkten. Sie schimmerten kraftvoll und zeigten ihm, wie sehr der Emcee für ihn fühlte. Es machte ihm fast schon wieder Angst, so viel Gefühl zu sehen und doch fühlte er nicht anders. Er löste sich davon und verzog spielend das Gesicht „Wie ein Fisch hast du geküsst.“, neckte er.

„Ein Fisch? Du bist völlig in meinen Armen zerschmolzen! Du konntest kaum genug bekommen.“, empörte sich Mike. „Wenn überhaupt warst du der Fisch.“, lachte er schließlich herzhaft auf und stieß seinem Freund warnend gegen die Schulter, bevor er ihn mit einem feurigen Kuss attackierte.

Er rollte sie beide, sodass Chester über ihm war. Er packte ihn sanft an den Seiten und setzte sich auf. Mike biss den Neuen spielend und löste sich. Gemein grinste er und verpasste ihm einen kräftigen Stoß. Mit einem erschrockenen Schrei fiel der Ältere von seinem Schoß ins Poolwasser. Spuckend tauchte Chester wieder auf und japste wild nach Luft und sah schmollend auf.

„Fisch, Babe.“, prustete Mike lauthals los.

„Halt die Klappe.“, murmelte Chester und schwamm zum Rand zurück. Er hob sich wieder hinaus und schlug Mike gegen den Arm. Angewidert verzog er seinen Mund, als die nassen Klamotten eng an seiner Haut klebten. Er schüttelte sich etwas und einige Tropfen flogen aus seinen Haaren heraus.

Mike lächelte versöhnlich und zog ihn sanft an den Hüften zu sich. „Du siehst sündhaft aus…“, hauchte er und platzierte einen leichten Kuss gegen Chester dünne Lippen. „Du bist nass…“, brummte Mike und zog ihn dennoch näher an sich. „Musst du bald gehen?“

„Nein, meine Mom weiß das ich hier bin.“, flüsterte der Ältere und schüttelte dann den Kopf. „Außerdem holt sich Brad einen runter…“

Mike stockte und drückte Chester wieder von sich. Ernst blickte er ihn an. „Eww, fuck. War das nötige Information?“

Chester grinste verschmitzt. „Denke nicht. Aber hey, Liebeskummer.“, erklärte er seinem Freund und drückte sich wieder an ihn. Es war warm draußen, sodass die nassen Klamotten nichts ausmachten. „Und den hatte ich bis vor ein paar Minuten auch noch.“

„Sorry Chaz, ich küsse dich heute extra viel.“, schlug Mike ihm vor und schlang seine Arme um Chester. Er lächelte glücklich.

Chester kuschelte sich an Mikes Seite. Es war aufregend in seinen starken Armen zu liegen. Seinen Kopf gegen seine Brust gelehnt. Der Ältere schielte völlig zufrieden in den Himmel hinauf. Sein Herz schlug kräftig und alles kribbelte. Chester fühlte sich wohl und geborgen. „Mike?“, fragte er. Sein Lächeln schwand plötzlich sein Körper verspannte sich und er wurde ernst.

„Huh?“, hauchte Mike, der den Stimmungswechseln noch nicht ganz erfasst hatte. Chester drehte seinen Kopf zu ihm, sodass sie sich anblickten und schluckte schwer. Die Besorgnis stand ihm ins Gesicht geschrieben und alarmierte nun auch den Halbjapaner. „Hey, was ist denn?“

Heftig biss er sich auf die Lippe und erschauderte nun. Mike zog ihn daraufhin unweigerlich enger an sich. „Wenn wir nun wirklich zusammen sind, dann… dann solltest du, a-aber noch etwas erfahren.“, flüsterte Chester mit ehrfürchtiger Stimme. Verbittert sah der Ältere zu ihm und Mike erkannte, dass das Thema ziemlich verstörend, aber auch bedeutungsvoll für Chester sein musste.

Mike zitterte und verbarg aber seine Unsicherheit. Das blühende Braun von Chesters Iris, das Mike so gern mochte, hatte sich schmutzig verschwommen. Sein Körper war angespannt und Mike spürte, wie der andere pure Furcht vor seinen nächsten Worten hatte.

Mike wollte eine ehrliche und offene Beziehung mit ihm führen können, doch der andere sollte sich sicher und umsorgt fühlen. „Okay, erzähle es mir aber erst wenn du in trocknen, warmen Sachen bist. Ich mache uns einen Kakao und wir gehen in mein Zimmer.“, unterbreitete er seinen Vorschlag, doch ließ eigentlich keine Widerrede zu. Er stand zusammen mit Chester auf und nahm dessen Hand fest in seine und zog ihn mit sich.

Sie schnappten sich Chesters Schuhe und schlendernden ins Haus. Mike lachte sanft, als Chesters feuchte Füße quietschende Geräusche auf dem Parkett machten. Auch den Älteren schien es aufzumuntern. Der Emcee führte ihn in sein Zimmer und gab ihm ein Handtuch und frische Kleidung und ließ Chester dann allein, während er sich in der Küche um die versprochene Heiße Schokolade kümmerte.

Mike entschied sich noch dazu einen Teller mit ein paar Keksen und geschnittenem Obst vorzubereiten. Es dauerte etwas, aber nicht viel länger als ihre Getränke. Er glaubte, sich selbst einfach vor dem Gespräch drücken zu wollen. Es war so ernst und Chesters Verhalten behagte ihm ebenfalls nicht. Er seufzte und schüttelte den Kopf. Sie waren doch erst zusammengekommen, konnten sie diese Errungenschaft nicht erst einmal in vollen Zügen genießen?

Als er fertig war, stellte er alles auf ein Tablett und trug es vorsichtig die Treppen zu seinem Zimmer hinauf. „Ich bin zurück, Chazy.“, verkündete er bemüht fröhlich, doch stockte, als er Chester dabei erwischte, wie er sich mit dem zu langem T-Shirt-Ärmel hastig über die Augen wischte. Mike presste seine Lippen zusammen und stellte das Tablett auf das Bett, auf dem es sich auch Chester bequem gemacht hatte.

„Hey, so schlimm?“, hauchte er besorgt und fuhr ihm zärtlich mit seinen Fingerspitzen über die noch glänzenden Wangen. Chester Wimpern klebten aufgrund der salzigen Tränen aneinander. Ein heftiger Anblick, der Mike kurz die Luft aus den Lungen zog.

Fest biss der Ältere seine Kiefer zusammen, jede Sehne war angespannt und er hielt die Luft an, nur um nicht vollends zusammenzubrechen. Doch Mikes zärtliche und liebevolle Art brachte ihn ins Schwanken. Seine Nase begann gefährlich zu jucken und er blinzelte stark.

„Babe.“, hauchte Mike bereits mitfühlend und kam näher, um ihn sanft zu küssen. Dies war zu viel. Chester schluchzte bitterlich auf, als erneut Tränenstränge über seine Wangen flossen und er über dem Tablett in Mikes Arme fiel. „Ja… e-es ist… wirklich s-so schrecklich.“

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tbc

Ups, das nenne ich wohl Cliffhanger - der war mir zuvor gar nicht wirklich aufgefallen, sorry.  ^^°
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