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[Oneshot- Sammlung] Leyandra Abendwind

von Lenasira
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
10.05.2014
10.05.2014
7
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10.05.2014 705
 
Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch die kleinen runden Fenster und landeten auf dem Bett. Leyandra hielt ihn noch immer in ihren Armen. Sie hatte sich ein wenig aufgerichtet, ihn jedoch nicht losgelassen. Ihre Augen waren rot und dunkle Ringe darunter. Ihre Hand strich noch immer, wie die Stunden davor, sanft durch sein Haar. Sie starrte vor sich. Spürte das Brennen in ihren Augen. Spürte die Müdigkeit in ihrem Körper. Doch sie fand keinen Schlaf.

Die Ereignisse in ihrem Kopf überschlugen sich. Die Nacht davor und die Gewissheit, dass er sie niemals lieben würde. Der letzte Abend an welchem er sie so sanft und zärtlich berührt hatte. Mit ihr geschlafen. Sie seine Nähe so unendlich genossen hatte, auch wenn sie wusste, dass dies alles war, was er ihr geben könnte. Nähe ja. Liebe nein. Doch danach, war er plötzlich wieder so distanziert. Etwas stimmte nicht, doch er sagte nichts bis er einschlief.

„Ylaria“ erklang es leise von ihren Lippen und sie blickte auf ihn hinab. Die Tränen waren auf seinen Wangen getrocknet und hinterließen salzige Spuren. Er hatte von ihr geträumt. Er hatte wegen ihr geweint und nun wusste sie den Namen der Frau, die er so unendlich liebte.
Leyandra schloss die Augen und atmete tief ein. Vielleicht ist es ihr Schicksal, dass sie jemand liebte, der sie nie lieben würde. Vielleicht ist es ihre Prüfung, damit umgehen zu müssen ohne zu zerbrechen und sie würde es schaffe. Irgendwie.

Plötzlich hörte sie ein leises Geräusch und öffnete die Augen wieder. Sie sah Aerilya wie sie die Wasserschüssel auf dem Tisch platzierte. Die Dienstbotin wand den Kopf zu ihr und kam auf den Vorhang zu. Vorsichtig öffnete sie diesen und sah Leyandra überrascht an. Leyandra legte ihren Finger auf die Lippen. Aerilya nickte und schloss den Vorhang wieder. Vorsichtig rutschte Leyandra unter Solisar heraus. Bettete seinen Kopf sanft auf einem Kissen und zog die Decke über ihn. Sie küsste ihn sanft auf die Stirn und verließ das Bett. Aerilya stand vor dem Tisch als Leyandra heraus tratt.

„Ihr sehr schlimm aus Madame… „
Leyandra versuchte leicht zu lächeln. „Ich habe nicht geschlafen…“, sprach sie und rieb sich die geröteten Augen.
„Geht es dem Herrn gut… kann ich etwas tun.“, flüsterte Aerilya und Leyandra ging auf sie zu.
„Ich denke er wird noch schlafen. Vielleicht könntet ihr schon alles für einen Tee richten und ein leichtes Frühstück. Ich möchte ihn noch nicht wecken und…“ Leyandra rieb sich die Schläfe und hielt sich am Tisch fest.
Aerilya zuckte zusammen und ergriff ihren Arm, als Leyandra leicht zusammen sackte.
Leyandra sah sie an.“Aerilya… vielleicht könntet ihr mir einen Tee bringen…“ Sie nickte und verschwand aus dem Zimmer.
Leyandra hielt sich an der Tischplatte fest und starrte darauf. Immer wieder hörte sie ihn den Namen dieser Frau sagen. Er klang so schön. Sie muss wundervoll und edelmütig gewesen sein. Nicht wie sie selbst, eine einfach Bauerntochter. Sie tauchte eine Hand in die Wasserschüssel und spritzte sie das Wasser ins Gesicht. Tränen schossen in ihre Augen und sie presste ihre Hände auf das Gesicht. Nicht weinen.
Aerilya betrat das Zimmer und stellte den Tee auf den Tisch.
„Madame kann ich noch etwas für sie tun…?“
Leyandra nahm die Hand von ihrem Gesicht und rieb sich die Tränen aus dem Gesicht, schüttelte leicht den Kopf. Aerilya schien zu verstehen und verließ das Zimmer.

Leyandra blickt sich um. Sie musste nun das tun was sie immer tat, wenn es ihr nicht gut ging. Sie suchte auf seinem Schreibtisch nach Papier und Feder. Dann setzte sie sich hin. Sie tunkte die Feder in die Tinte und starrte auf das leere Blatt. Tränen flossen erneut über ihre Wangen als sie die Feder ansetzte und schrieb. Die Tinte vermischte sich mit dem Wasser der Tränen und Leyandra hielt nach einigen Worten inne. Sie ließ die Feder aus der Hand fallen und ihr Kopf sank auf ihren Arm und sie weinte. Weinte über seinen Schmerz und dass er die Liebe seines Lebens verloren hatte. Und weinte weil sie so töricht war sich in ihn zu verlieben. Unter Tränen sank sie in den Schlaf und die Tränen trockneten auf dem Papier auf welchem, in zittriger Schrift geschrieben stand.

- Ich muss ihn vergessen… mich entlieben… es wird niemals …
Ylaria… -
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