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[Oneshot- Sammlung] Anaryell Phönixschwinge

von Lenasira
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
09.05.2014
09.05.2014
6
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„Guten Morgen, Lady Abendklang. Schön, dass ihr so schnell wieder zu mir gefunden habt.“ Mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht öffnete Anaryell Phönixfeder die Tür zu ihrem Salon in Silbermond.
Selbst am frühen Morgen wirkte diese Elfe wie das blühende Leben. Das Lächeln auf den Lippen. Die wachen tiefgrünen Augen. Keine Falte auf dem Gesicht. Keine Unreinheit. Einfach nur hell und eben. Die Haare elegant nach oben gesteckt bis auf ein paar verspielte Locken, die ihr Gesicht umspielten. Oft hatte Tianesa versucht das Alter der Elfe zu erraten, doch Anaryell schwieg darüber und schmunzelte jedes Mal, wenn Tianesa schätzende Zahlen von sich gab.
„Guten Morgen. Ihr seht wieder wunderbar aus. Wie macht ihr das nur?“, begrüßte Tianesa die Elfe, welche daraufhin hell auflachte.
„Vielen Dank für das Kompliment. Ich kann es euch nur zurückgeben“, erwiderte die Elfe bescheiden und führte Tianesa in den Salon hinein.
Der Salon in Silbermond war größer als jener im Immersangwald. Es gab mehrere Sitzecken, Behandlungszimmer, einen kleinen Verkaufsraum für die verwendeten Produkte und ein kleines Büro. Trotz der Größe des Salons fand man auch hier die liebevolle Gestaltung wieder. Blumen. Tücher. Kerzen. Duftstäbchen mit den edelsten Gerüchen.
„Wonach ist euch heute früh der Sinn“, fragte die Elfe in der edlen golden schimmernden Seidenrobe. Verziert mit Perlen und Spitzen.
„Das Schlammbad. Es ist eine wirklich Wohltat für meine Haut“
„Sehr gerne. Ich werde es euch richten. In der Umkleide liegt ein Bademantel für euch bereit. Lasst euch Zeit. Ich erwarte euch im Behandlungszimmer Drei.“ Lächelnd huschte die Elfe davon und Tianesa betrat die Kabine. Sie streifte sich die Kleider ab und betrachtete sich skeptisch im Spiegel. Ihre Finger fuhren über den noch immer leicht gewölbten Bauch und ein tiefes Seufzen kam über Tianesas Lippen. Sie war wohl zu ungeduldig mit sich. Immerhin hatte sie die zweite Schwangerschaft hinter sich. Wie konnte sie da erwarten, dass ihre Figur sich wieder wandelte wie zuvor.
Kopfschüttelnd nahm Tianesa den Bademantel, zog diesen über und machte sich auf den Weg in den Behandlungsraum. Anaryell zündete gerade die letzten Räucherstäbchen an und drehte sich danach lächelnd zu Tianesa um.
„Das Bad ist bereit“, sprach sie sanft und deutete auf den großen Zuber gefüllt mit einer Wasser- Schlamm- Mischung. „Ich habe mir erlaubt noch eine straffende Ölmischung hinzuzufügen.“
„Ihr scheint mir zu kennen.“ Tianesa lächelte und zog den Bademantel wieder aus, um in die Wanne zu steigen.
„Tianesa, wie ich sehe seid ihr fleißig am trainieren.“
Tianesa hielt irritiert inne und sah Anaryell fragend an. „Wie?“
„Ich sehe es an eurem Körper. Ihr seid schlanker geworden und auch euer Bauch geht zurück. Es wird sicher nicht mehr lange dauern und die meisten Spuren der Schwangerschaft sind verschwunden.“
Tianesa lachte innerlich. Diese Elfe wusste wie man Kunden an sich bindet mit solchen Aussagen.
„Ich danke euch. Ich gebe mir Mühe“, antwortete Tianesa und sank in den Zuber.
„Ich bin mir sicher euer Gefährte ist begeistert. Viele wissen verführerische Rundungen zu schätzen, Tianesa. Mehr als diese dürren Elfen.“, sprach Anaryell und legte Tianesa eine warmes Tüchlein über die Augen.
Verführerische Rundungen, ging es Tianesa durch den Kopf. Das war genau die Bezeichnung, welche auf Anaryell zutraf. Ihre Rundungen waren nicht zu üppig, aber sie war eine Frau mit Formen und sie wusste diese durch ihre Kleidung hervorzuheben.
„Darf ich euch etwas fragen?“, wagte sich Tianesa vor, während sie den warmen Schlamm auf ihrer Haut genoss und noch tiefer in den Zuber sank.
„Nur zu Tianesa. Was möchtet ihr wissen.“ Anaryell goss warmes Öl aus einer Karaffe in den Zuber.
„Herr Rotstahl. Hat er euch … hat er mit euch geflirtet? Verzeiht, wenn diese Frage zu direkt ist“
Anaryell lachte leise auf. „Ein wenig, aber ich werde euch dennoch antworten. Nein, dies tat er nicht. Ebenso ging er wenig auf meine süffisanten Bemerkungen ein.“
Tianesa richtete sich etwas auf und sah in die Richtung aus welcher sie Anaryells Stimme vernahm. „Ihr habt mit ihm geflirtet?“
„Ein wenig. Dies gehört zum Geschäft.“
„Zum Geschäft?“ Tianesa hob die Hand und löste das Tüchlein von den Augen.
„Ja, bis zu einem gewissen Maße. Bei vielen, wenn nicht sogar den meisten männlichen Elfen geht die Fantasie ein wenig durch, wenn sie auf meiner Liege liegen. Ich streichle diese Fantasien verbal, doch gehe ich nie darüber hinaus“, erklärte Anaryell und stellte die kleine Karaffe auf ein Tischchen.
„Ihr flirtet aber würdet nie zu körperlichen Annäherungen übergehen?“
„Natürlich nicht!“ Anaryell drehte sich zu Tianesa um. „Was denkt ihr wie schnell es sich herum sprechen würde, wenn ich mit meinen Kunden sexuelle Handlungen vornehme oder sie auch nur in dieser Hinsicht berühre. Mein Ruf wäre dahin und mein Geschäft ebenso. Deshalb ist dies ein absolutes Tabu.“
„Das...natürlich. Nicht, dass ihr denkt, ich hätte so etwas vermutet.“ schob Tianesa entschuldigend nach.
„Es ist natürlich nicht immer leicht, aber dies ist eine andere Sache. Nehmen wir zum Beispiel euren Freund Rotstahl. Wir Beide wissen, dass Herr Rotstahl ein äußerst hübscher Vertreter unseres Volkes ist. Doch zu einem ist er ein Kunde. Zum anderen hat man so einen Mann nie alleine. Man sollte es tunlichst vermeiden sich in eben so einen Mann zu verlieben. Dies bringt nur Kummer.“ Anaryell lächelte Tianesa an und legte ihr das Tüchlein wieder über die Augen.
„Nicht nur bei hübschen ist es oftmals so. Auch bei Reichen“, murmelte Tianesa leise.
„Tianesa… ihr sieid doch aber glücklich und nicht voller Kummer?“
„Hm? Ja, ja.. natürlich bin ich das. Ja das bin ich. Mein Herz ist angekommen“, korrigierte sich Tianesa und lächelte sanft.
Sie hörte Anaryell zufrieden seufzen. „Wunderbar. Alles Andere hätte mich nun überrascht.“
Tianesa schwieg eine Weile und genoss dabei das Bad. Die Düfte. Das warme Gefühl auf der Haut.
„Er hat auch nicht nur ein klein wenig geflirtet?“, fragte Tianesa erneut und durchbrach mit ihrer Stimme die Stille.
„Nein. Weshalb fragt ihr dies eigentlich?“, erkundigte sich Anaryell und setzte sich auf einen kleinen Hocker neben dem Zuber.
„Ach ich.. ich mache mir ein wenig Sorgen um ihn. Er hat sich verändert. Früher war er ein richtiger Frauenheld. Kaum eine Möglichkeit zu flirten lies er aus.“
Anaryell strich mit ihren langen schlanken Finger über die Robe ehe sie ihre Hände in den Schoß legte und zu Tianesa sprach. „Alkohol. Der Konsum von Blutdisteln. Da bleibt eine Veränderung nicht aus. Es ist sehr bedauerlich, dass ein Mann wie Herr Rotstahl sich diesen ungesunden Gelüsten hingibt und damit seine Gesundheit schädigt.“
Ruckartig setzte sich Tianesa auf, nahm das Tüchlein ab und blickte Anaryell überrascht an „Wie???“
Anaryell lächelte warm. „Ich habe ein Auge dafür. Mir ist es schnell aufgefallen. Tianesa… ich möchte euch einen Rat geben. Versucht es ihm nicht verbieten. Seid ihm eine Freundin. Seid für ihn da. So bitter es ist, aber Herr Rotstahl muss erst einmal tief fallen bevor er Hilfe zulässt. Ihr müsst stark sein und vor allem bei ihm sein, wenn er auf dem Boden liegt und er eine helfende Hand benötigt.“
Nachdenklich rieb sich Tianesa über die Stirn. „Woher wisst ihr das?“
„Ich habe meine Erfahrungen, Tianesa. Und nun legt euch wieder zurück und entspannt!“
Tianesa gehorchte, denn die Worte klangen danach, dass Anaryell keine Widerrede und keine weitere Frage dulden würde. Dennoch setzte Tianesa an etwas zu sagen, doch schon hörte sie Anaryell aus dem Behandlungszimmer huschen.
Seufzend sank sie endgültig wieder in den warmen Schlamm. Tief fallen. Auf dem Boden liegen. Es würde wohl noch so Manches auf Delorion zukommen, auch wenn Tianesa inständig hoffte, dass es soweit nie kommen würde….
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