Bis zum bitteren Ende

von Tomlinson
GeschichteDrama, Romanze / P16
Cedric Diggory Draco Malfoy Fred & George Weasley Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
09.05.2014
11.09.2019
77
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Kapitel 76:
Der Brief



Der erbarmungslose Wind zerrte an meinen Haaren und peitschte mir eisige Luft entgegen. Ich rannte keuchend durch einen dunklen Wald – etwas war hinter mir her und jagte mich. Es war so bedrohlich nah hinter mir, dass ich seinen heißen Atem an meiner entblößten Haut spürte. Panik überfiel mich, Tränen hinterließen feuchte Spuren auf meinem dreckigen Gesicht. Ich konnte nicht schneller rennen, ich spürte meine Beine kaum. Ich schrie auf, als sich mein Fuß in einer breiten, großen Wurzel verhakte – es war stockduster und ich wusste, dass mir nur wenige Augenblicke blieben, bis mein Jäger mich wieder eingeholt hatte. Ich zerrte an meinem Fuß, bis ich bemerkte, dass ich nicht über eine der vielen Wurzeln gestolpert war – es waren regungslose Körper, kalt und erstarrt. Ein Gefühl der Angst breitete sich in mir aus und nahm alles von mir ein – mein Überlebensinstinkt, meine Gedanken. Ich konnte die Gesichter der Toten nicht erkennen, doch mir war schrecklich bewusst, dass es meine Freunde, meine Familie, waren.
Die Geräusche von schweren, aber schnellen Schritten auf dem Waldboden rissen mich gewaltsam zurück in die Gegenwart. Meine Hände waren voller Wunden und Dreck, meine Lunge brannte, aber ich durfte nicht stehen bleiben. Nicht, wenn ich überleben wollte. Ich konnte meinen Verfolger bereits hinter mir spüren, doch meine Beine zitterten. Ich wollte nicht mehr flüchten, ich wollte keine Gejagte mehr sein – ich konnte nicht mehr. Mein Atem ging rasch, als ich um einen dicken Baumstamm rannte und plötzlich eine Gestalt vor mir auftauchte.
Ungebremst prallte ich in sie hinein, ein Schrei entfuhr mir. Zwei warme Hände schlossen sich um meine Arme, als ich Dracos Gesicht in der Dunkelheit erkannte – Wärme schoss durch meinen Körper und für einen Moment vergaß ich meinen Verfolger. Aber er zog mich in keine Umarmung, er küsste mich nicht. Stattdessen trat ein gehetzter Ausdruck auf sein Gesicht und er begann mich zu schütteln. Er öffnete seinen Mund, um etwas zu rufen, aber seine Stimme war ganz verzerrt und drang zu mir wie durch tiefes Wasser. „Rachel! Rachel, lauf! Rachel!“
Ehe ich reagieren konnte, packten mich zwei klauenartige Hände von hinten und rissen mich aus Dracos Griff, um mich zurück in die Dunkelheit zu zerren.

Ich riss die Augen auf und schreckte hoch. Ein ersticktes Keuchen verließ meinen Mund, als mein Kopf gegen die Schräge über meinem Bett knallte. Ich fluchte leise und sah mich in dem dunklen Zimmer um. Ginnys ruhiger, regelmäßiger Atem war das einzige Geräusch. Eine kleine Uhr auf ihrem Nachttisch sagte mir, dass es noch mitten in der Nacht war, aber als ich wieder zurück auf mein Kissen sank, verspürte ich keine Müdigkeit. Ich zog die Decke über meine Schulter und starrte die Wand mir gegenüber an. Es war bereits das dritte Mal, dass ich diesen Traum hatte, und doch fühlte er sich jedes Mal so real an. Seit Dumbledores Begräbnis waren nun mehrere Wochen vergangen, und ich hatte noch immer nichts von Draco gehört. Jeden Tag durchsuchte ich den Tagespropheten, in der Hoffnung den Namen Malfoy zu lesen, aber nichts. Ich konnte mir nicht einmal sicher sein, ob Draco überhaupt noch am Leben war. Ich traute es Voldemort zu, ihn umzubringen, weil er seinen Auftrag nicht erfüllt hatte. Bei diesem Gedanken drehte sich mir der Magen um und in meinem Hals bildete sich ein schmerzhafter Kloß. Es war schwer gewesen, mich von den Gedanken an Draco zu lösen. Die ersten Tage des Sommers hatte ich im Fuchsbau damit verbracht, im Garten zu liegen und an ihn zu denken – an die Geschehnisse auf dem Astrononmieturm, und dass ich ihm nach allem anscheinend doch etwas bedeutete … an seine Augen und an seine letzten Worte an mich.
Weißt du, ich habe dir wirklich geglaubt, als du damals sagtest, dass du mich liebst. – Vielleicht wirst du dich irgendwann an diese Nacht zurückerinnern und es wieder glauben.

Wie konnte ich mir jemals sicher sein, dass er die Wahrheit sagte? Wie konnte ich ihm jemals wieder vertrauen? Die simple Antwort war, dass ich eben dies nicht mehr konnte. Obwohl ich Draco liebte, konnte ich mir nicht sicher sein, dass er auch dasselbe für mich empfand. Ich hasste mich dafür, dass ich ständig darüber nachdachte, was auf dem Turm passiert war. Wenn Draco mich nicht liebte, wieso sollte ich als Druckmittel dienen? Wenn er mich nicht liebte, wieso sollte es ihm etwas ausmachen, wenn Greyback mich umbrachte? Wie konnte ich nach allem, was zwischen ihm und mir passiert war, noch immer hoffen, dass es nicht nur ein Akt gewesen war – nicht nur ein Schauspiel?
Während die Wochen verstrichen, versuchte ich nicht allzu viel an ihn zu denken. Der Orden hielt nun regelmäßig Sitzungen im Fuchsbau ab, und manchmal durften wir sogar teilnehmen. Meistens regelte der Orden aber nur belanglose Dinge, die keinen von uns wirklich betrafen – einige der Mitglieder hatten wohl geheime Aufträge, andere wurden für Wachposten eingeteilt. Auch Harry wurde bewacht, während der Orden an einem Plan arbeitete, um ihn vor unserem Geburtstag sicher von den Dursleys in den Fuchsbau zu bringen. Die Zeitungen waren voll mit Artikeln über Dumbledore, aber auch Neuigkeiten über die Schrecken der Todesser und Voldemort, sowie Warnungen vom Zaubereiministerium, wie man sich in diesen furchtbaren Zeiten schützen sollte. Trotz all dem Terror und Hass in dieser Welt, erreichte uns an einem Abend eine gute Nachricht: Tonks und Lupin verkündeten beim Abendessen, dass sie verlobt seien und so schnell wie möglich heiraten wollten.
Obwohl mich diese Neuigkeit mit Freude erfüllt hatte, spürte ich ein kleines Stechen in meinem Inneren. Ich gab ein leises Seufzen von mir und schlug die Decke zurück. Langsam setzte ich mich auf und schritt mit vorsichtigen Schritten zu meinem Koffer und holte ein verschlossenes Gefäß hervor, das Schlaftrunk enthielt. Ich hatte Madam Pomfrey vor der Heimreise darum gebeten und mit einem wissenden Blick hatte sie mir einiges davon abgefüllt. Seit den Geschehnissen auf dem Astronomieturm war es keine Seltenheit geworden, dass ich Schlaftrunk nahm, der es mir möglich machte, ohne Albträume schlafen zu können. Es dauerte nicht lange, bis ich wieder in das weiche Bett fiel und behutsam in einen wohligen Schlaf glitt.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages schienen mir warm auf mein Gesicht und ich schloss mit einem sanften Lächeln die Augen. Ich saß im Garten des Fuchsbaus auf einer der Schaukeln und schwang langsam hin und her. Seit meinem letzten Albtraum waren mehrere Tage vergangen und ich hatte seitdem vor dem Schlafengehen vorsorglich stets einen Schluck von dem Schlaftrunk genommen. Schon lange hatte ich mich nicht mehr so ausgeruht gefühlt.
Die Schaukel neben mir quietschte leise, als Ginny sich darauf niederließ. Sie warf mir ein kurzes, aber ehrliches, Lächeln zu und sah dann auf den Boden. Sie hatte mir am Anfang des Sommers erzählt, dass Harry sich nach Dumbledores Begräbnis von ihr getrennt hatte – er wollte sie nicht zu einer Zielscheibe für Voldemort machen. Ginny meinte zwar, dass sie es verstand, dass sie an seiner Stelle vermutlich dasselbe tun würde, aber ich wusste, dass sie verletzt war. Gerade in den Momenten, in denen sie dachte, dass keiner zu ihr sah, sah ich ihr an, dass sie ihn vermisste. Ich bemerkte die leeren Blicke, wenn sie an ihn dachte – kannte den Ausdruck auf ihrem Gesicht, da ich ihn selbst schon so oft im Spiegel gesehen hatte.
„Alles in Ordnung?“, fragte ich und warf ihr aus dem Augenwinkel einen langen Blick zu.
Sie nickte abwesend. „Ja. Manche Tage sind besser als andere.“
Ich machte ein verständnisvolles Geräusch, antwortete jedoch nichts mehr. Ginny seufzte und richtete den Blick zurück auf den Fuchsbau.
„Mom ist außer sich vor Freude“, sagte sie. „Sie schwärmt ständig, wie wunderbar es sei, zwei Hochzeiten in einem Sommer feiern zu können.“
Ich zuckte mit den Schultern. „Wir können uns glücklich schätzen, dass es noch Hochzeiten zum Feiern gibt.“
Ginny gab ein zustimmendes Brummen von sich. „Wie läuft es im Orden? Mom lässt mich immer noch nicht an den Sitzungen teilnehmen.“
„Sie war auch nicht begeistert, dass ich an den Sitzungen teilnehme“, erklärte ich, „aber es dauert nicht mehr lang, bis ich siebzehn bin, deswegen sagt sie vermutlich nichts dagegen. Sie macht sich nur Sorgen um dich, Ginny.“
„Ich weiß“, sagte sie, „trotzdem würde ich gerne im Orden helfen. Ich fühle mich so nutzlos.“
„Glaub mir, die Sitzungen sind nicht gerade spannend. Tonks meinte auch, dass es im Orden nicht so läuft, wie es sollte. Wir sind viel zu wenige, um wirklich etwas gegen Voldemort und die Todesser auszurichten.“
Ich schwieg einen Moment, ehe ich sagte: „Erst heute stand im Propheten wieder etwas von einem Übergriff auf Muggel. Zig Familien sind ermordet aufgefunden worden – Hexen und Zauberer verschwinden täglich. Wie soll man etwas gegen eine so schiere Gewalt des Hasses ausrichten können?“
„Indem wir kämpfen“, antwortete Ginny schlicht und zuckte mit den Schultern. Sie wandte ihr Gesicht der Sonne zu, schloss die Augen und seufzte. „Jeden Tag wieder und wieder.“

Die Hochzeit fand an einem goldenen Sonntagnachmittag im Fuchsbau statt. Der Garten war wundervoll geschmückt. Rote Tücher waren in den Baumkronen drapiert worden, sodass die wenigen Stuhlreihen in ein sanftes rot-goldenes Licht getaucht wurden. Die Stühle selbst bildeten einen Durchgang und waren auf einen mit weißen Rosen bewachsenen Bogen gerichtet, wo die Trauung stattfinden würde.
Ich stand in der Küche und beobachtete, wie Ginny ihrer Mutter bei den letzten Vorbereitungen für das Essen half. Tonks und Lupin wollten eine kleine Feier, nur mit den engsten Vertrauten. Tonks’ Eltern waren bereits angekommen und auch die meisten Ordensmitglieder hatten ihre Plätze im Garten eingenommen. Von der Treppe kam ein lautes, mir nur zu gut vertrautes Lachen und wenige Momente später betraten Fred und George die Küche.
„Da seid ihr ja endlich“, sagte Mrs Weasley, dessen Gesicht vor Aufregung ganz rot war. Sie drückte den beiden jeweils ein Tablett mit Kanapees in die Hand und deutete auf den Garten. „Bringt das raus ans Buffet. Die Gäste haben sicherlich schon Hunger. Wo bleibt denn Tonks? Remus wartet schon!“
Die Zwillinge tauschten einen Blick mit mir und verschwanden dann aus der Tür hinaus zum Garten, aus dem Lachen und Gesprächsfetzen in das Haus drangen. Ich schnappte mir selbst ein Tablett mit einer Auswahl an kleinen Törtchen und folgte Fred und George.
Ich stellte das Tablett am Buffet ab und schob mir dann selbst eines der kleinen Gebäckstücke in den Mund. Fred tauchte neben mir auf und grinste mich an. Ich warf einen Blick über seine Schulter und entdeckte George, der sich gerade mit Kingsley unterhielt.
„Du siehst toll aus, Rachel“, sagte Fred.
Ich spürte, wie mir die Wärme ins Gesicht stieg und wandte mich unauffällig ab, um nach einem leeren Glas zu greifen, das sich augenblicklich mit einer hellen Flüssigkeit füllte - Holunderblütenwein.
„Danke“, antwortete ich, als ich einen Schluck genommen hatte und warf ihm einen kurzen Blick zu. „Du siehst selbst nicht schlecht aus.“
Ich trug ein rückenfreies tiefrotes Kleid, das mir bis zu den Knien reichte. Meine Haare hatte ich offen gelassen, sodass sie mir nun in sanften Locken den Rücken hinunterfielen.
Fred, der einen neuen Anzug trug, lächelte mich an und griff schließlich selbst nach einem der leeren Gläser. „Ist es denn okay zu trinken, bevor die Braut überhaupt hier ist?“
Ich musste ein wenig lachen, zuckte dann mit den Schultern. „Remus ist schon hier. Ich bin der Meinung, das reicht als Anlass.“
Fred und ich ließen unsere Gläser aneinanderklinken und lachten. Ich warf ihm einen langen Blick über den Rand meines Glases zu, den er stirnrunzelnd erwiderte.
„Was ist?“, fragte er schließlich.
„Nichts“, sagte ich kopfschüttelnd. Wir blickten uns stumm in die Augen – und ich sagte nichts, denn zwischen uns herrschte ein stummes Verständnis. Es waren keine Worte nötig, ein Blick genügte und alles war gesagt.

Die letzten Sonnenstrahlen verblassten hinter einem weit entfernten Hügel, als die Trauung zuende ging und Remus und Tonks sich strahlend an die Gäste wandten. Die weißen Rosenblätter des bewachsenen Bogens unter welchem sie standen, regneten sanft auf sie hinab. Mit den verbliebenen Sonnenstrahlen und dem schwach leuchtenden Mond bildeten sie ein wunderschönes Bild – so glücklich, ein kurzer Moment des Friedens und der Liebe, in dem all der Schrecken und Hass des Krieges vergessen war.
Remus und Tonks redeten gerade mit Tonks’ Eltern, sodass ich ihnen nur kurz zulächelte und mich dann Fred und George anschloss, die zum Buffet gingen.
„Wenn ich irgendwann mal heiraten sollte, dann könnt ihr den ganzen Quatsch vergessen“, sagte Fred. „So ein Aufwand braucht doch niemand.“
„Wieso hast du Verity nicht eingeladen?“, fragte George und nahm sich einen Teller, während sich meine Finger so fest um meinen eigenen Teller schlossen, dass meine Knöchel weiß hervorstanden.
Fred wich dem Blick seines Bruders geschickt aus und betrachtete stattdessen die Auswahl an Gerichten vor sich. „Na ja, Remus und Tonks wollten in kleiner Runde feiern … Sie kennen Verity ja gar nicht.“
George stubste mir mit seinem Ellbogen in die Seite und verdrehte die Augen. Ich lächelte nur halbherzig und tat mir gedankenverloren ein wenig Essen auf meinen Teller.
Mithilfe eines schnellen Zaubers waren die Stuhlreihen durch Tischgruppen ersetzt worden – vor dem bewachsenen Bogen war genug Raum frei, um zu tanzen. Während Remus und Tonks ihren ersten Tanz (beide eher recht unbeholfen) hinter sich brachten, saß ich zusammen mit den Zwillingen, Ginny und Ron an einem der Tische und nippte an meinem Glas, das sich stets erneut mit Holunderblütenwein füllte.
Der Abend neigte sich schnell dem Ende und obwohl, Fred, George und Ron fragten, ob ich denn tanzen wollte, lehnte ich jedes Mal ab und verabschiedete mich um kurz vor Mitternacht, um schlafen zu gehen. Die Hochzeit war ein wunderbarer Abend gewesen, um der bitteren Realtität zu entfliehen, aber je länger ich auf meinem Platz saß, desto unruhiger wurde ich. Und auf einmal war mir etwas eingefallen – etwas, das auf dem Boden meines Koffers lag, ungeöffnet, unberührt.
Ginnys Zimmer war leer, dunkel und leise, als ich es betrat und mich auf den Boden neben meinen Koffer setzte. Knarrend klappte ich diesen auf und schob einige Bücher und Kleidung zur Seite, bis ich den dünnen, zerknitterten Umschlag fand, den ich an Weihnachten achtlos in meinen Koffer geschmissen hatte anstatt ihn zu verbrennen.
Ich drehte den Brief langsam um und sah meinen eigenen Namen in Dracos ordentlicher Handschrift. Diese Handschrift würde ich immer wiedererkennen. Behutsam öffnete ich den Umschlag und faltete den Brief auseinander.

Rachel,
sollte dich dieser Brief erreichen, und solltest du ihn lesen, so bin ich mir sicher, dass du mich hasst. Aber ich kann den Gedanken, dass du mich hasst, nicht ertragen. Es ist so unglaublich selbstsüchtig von mir, dass ich mir auch nur im Entferntesten wünsche, dass alles anders gekommen wäre. Ich kann unmöglich von dir verlangen, dass du mir glaubst, oder auch nur zuhörst, nach allem, was ich dir angetan habe.
Ich bin mir dessen schrecklich bewusst. Ich weiß, dass ich dich hintergangen habe, dass ich dein Vertrauen missbraucht habe, und vermutlich willst du meine Rechtfertigung auch gar nicht hören. Ich habe es gar nicht verdient, dass du auch nur einen weiteren Gedanken an mich verschwendest.
Aber ich schreibe diesen Brief, weil ich nicht länger jeden Tag aus Träumen von dir aufwachen kann, nur um dein Gesicht zu sehen, nur um deine Stimme zu hören, und zu wissen, dass du mich hasst. Ja, so selbstsüchtig bin ich. Ich kann nicht länger, deine ständige Anwesenheit in meinem Kopf ertragen. Es ist, als seist du ein Geist, der mich verfolgt und heimsucht.
Ich musste es tun. Ich musste dich verraten, ich musste dich ausnutzen. Ich hatte keine andere Wahl. Mein Vater ist im Gefängnis, nun muss ich den Befehlen des Dunklen Lords gehorchen. Niemals hätte ich gedacht, dass du mich so einnehmen wirst, dass du mir derart unter die Haut gehen würdest. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich fühle mich so verloren, nein, ich bin bereits verloren.
Ich will nicht, dass du dich meinetwegen schlecht fühlst. Das ist das Letzte, was ich will. Ich würde so gerne mit dir reden, allein deine Anwesenheit wäre schon genug, ich will dir alles persönlich erklären. Kein Brief würde ausreichen, um meine Handlungen zu erklären oder zu rechtfertigen. Aber ich brauche dich. Ich wusste gar nicht, dass man einen anderen Menschen so sehr brauchen kann.
Ich hasse mich dafür, dass ich so selbstsüchtig bin. Ich sollte erleichtert darüber sein, dass du mich hasst, denn nur so bist du auch sicher.
Was du auf der Weihnachtsfeier zwischen Professor Snape und mir gehört hast, das bedeutet nichts. Ich habe nur gesagt, was ich vor ihm sagen musste. Ich vermisse dich. Es wäre alles so einfach, könnte ich doch meine Gefühle abstellen. Ich weiß, dass ich dich verloren habe, wenn du diesen Brief nicht liest. Dabei habe ich mich auch selbst verloren.
Draco
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