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[Oneshot- Sammlung] Tianesa Abendklang

von Lenasira
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
09.05.2014
09.05.2014
18
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Es waren nun zwei Tage vergangen, seit Tianesa Dalaran erreicht hatte. Sie hatte gehofft zur Ruhe zu kommen. Ihre Gedanken zu sortieren, doch musste sie feststellen, dass man vor manchen Dingen wohl nicht fliehen konnte.

Sie spürte wie Kiyan ihr mit seinen Händchen ins Gesicht fasste. Leicht an ihren Haaren zog und vor sich hin brabbelte. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen auch wenn sie sofort den stechenden Schmerz in ihrem Kopf spürte.
Langsam öffnete sie die Augen und Kiyan strahlte sie an. Wie unschuldig dieses kleine Leben doch noch ist. So frei von Kummer und Sorge.
„Guten Morgen mein kleiner Prinz.“, flüsterte sie sanft und küsste ihn auf die Stirn. Kiyan quickte auf und hielt sich an ihren Haaren fest. Sie konnte kaum ihren Kopf nach hinten weg und schon spürte sie wie Kiyan an ihrer Nase nuckelte. Sie lachte leise auf und löste ihre Haare aus Kiyans Fingerchen.
„Da hat wohl jemand Hunger, hm?“ Sie nahm ihn zu sich in die Arme und setzte sich auf, um ihn sich an die Brust zu legen. Sie lehnt sich an das Kopfende des Bettes und schloss die Augen wieder. Noch immer steckte ihr die Müdigkeit in den Knochen und die Schwäche lag wie ein kalter Schleier über ihrem Körper. Doch das alles würde sie ja in Kauf nehmen, wenn nicht diese schreckliche Sehnsucht in ihr wäre. Sie drehte den Kopf zur Seite und sah aus dem Fenster hinaus. Sah den rötlichen Himmel und das sanfte Licht des Morgens in Dalaran.

Es klopfte an der Tür und Tianesa zuckte leicht zusammen.
„Ja.. wer ist das...“ erklang ihre Stimme noch immer etwas flacher als sonst.
„Ich bin es Tianesa… seid ihr schon auf.“ hörte sie die Stimme ihrer Hausdame.
„Kommt herein Valrea. Es ist offen.“
Kaum hatte Tianesa diese Worte ausgesprochen, öffnete sich die Tür mit einem Knarren. Valrea trat hinein und lächelte sanft. „Ihr seht schon besser aus Kind. Nicht mehr ganz so blass.“
Tianesa lächelte sachte und nickte dabei. „Ich fühle mich ein wenig besser. Immerhin schaffe ich es ein paar Stunden zu schlafen.“
Valrea kam auf sie zu und setzte sich auf die Bettkante, betrachtete den trinken Kiyan. „Tianesa.. ihr wisst dass ihr mir vertrauen könnt. Ich mache mir wirklich Sorgen da ich nicht weiß was mit euch geschehen ist.“
„Macht euch keine Gedanken Valrea. Das wird schon wieder. Es war einfach ein wenig viel.“
„Ist es weil euer Ehemann nicht hier ist?“
„Das trägt sicher auch seinen Teil dazu bei aber… versteht mich nicht falsch Valrea. Ich möchte nicht darüber sprechen.“
Valrea nickte und nahm dies zur Kenntnis, wenn auch leicht Zähneknirschend.

Nach einem Bad beschloss Tianesa ihr Frühstück im Gastraum zu sich zu nehmen. Sie stand vor dem Spiegel und bürstete sich die nassen Haare. Als sie die Bürste weglegte hielt sie ihre Hände vor sich. Leise murmelte sie etwas und kniff die Augen zusammen. Sie fluchte und ließ die Hände sinken. Ihre Finger kribbelten doch der Zauber wollte nicht entstehen. Sie versuchte es erneut und unter Mühe strahlten ihre Hände eine leichte Hitze ab. Sie fuhr damit durch ihr Haar, welches dann glänzend rabenschwarz und trocken über ihre Schulter fiel.
Sie starrte auf ihre Hände und schüttelte den Kopf. „Was ist da nur mit mir geschehen… selbst die einfachsten Zauber.“ Sie schlüpfte in ihre Robe von Arcana und band sich den Gürtel aus goldenen Fäden um.

Sie stand auf der Treppe und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. In der Hand hielt sie ihr Notizbuch, welches leichte Dellen am Einband hatte.
Wie immer war es zu den frühen Stunden nicht sehr voll. Ein Troll saß am Tresen und murmelte vor sich hin. Es waren noch zwei drei andere Wesen anwesend und… Ihr Blick blieb an einem Elfen hängen. Er saß in einer hinteren Ecke, neben dem Tisch an welchem Valrea auf sie wartete. Der Elf saß dort und blickte einen Moment auf Kiyan. Vielleicht fiel er ihr deshalb auf.
Sanurs stand plötzlich vor ihn und lächelte sie an. Tianesa blickte zu ihm und ging die restlichen Stufen hinunter.
„Guten Morgen La… ähm Tianesa.“ er strich sich verlegen die blonden Haare zurück.
Innerlich musste Tianesa leicht schmunzeln. Sie fragte sich ob er denkt, dass sie sein werben nicht wahrnehmen würde.
„Guten Morgen Sanrus ich würde gerne etwas leichtes frühstücken.“
Sanurs nickte und sah sie noch immer an. Leicht verträumt. „Euer Platz ist frei. Es ist nicht viel los… und… ich habe gesehen dass ihr den Elf in der Ecke erblickt habt. Mir fiel er auch schon auf, da ich ihn zuvor noch nie gesehen habe. Er sitzt einfach nur da… sicher ein Reisender.“
„Nun wir befinden uns in Dalaran. Sind wir nicht fast alle Reisende.“, sie schenkte ihm ein kleines Lächeln und Sanrus lief sofort rot an. Stammelte etwas vor sich hin ehe er rückwärst von ihr wich, mit einem Wort das wohl „Frühstück“ heißen sollte.

Tianesa schüttelte leicht den Kopf und atmete tief durch als sie Valrea zu ging. Nicht umhin kam den Elf erneut kurz zu mustern. Bevor sie sich setzte, küsste sie Kiyan auf die Stirn und sprach leise. „Mein Prinz“. Kiyan wollte sofort nach ihren Haaren schnappen, doch Tianesa hielt seine Händchen fest und setzte sich dann.
„Valrea wollt ihr vielleicht ein wenig mit ihm spazieren gehen. Ich fühle mich heute Morgen noch etwas zu schwach.“
Valrea nickte und stand langsam auf. Schob den Stuhl an den Tisch und sah auf Tianesa hinab. „Sicher… und ihr solltet etwas essen und euch dann wieder ausruhen. Wäre doch gelacht wenn wir euch nicht bald wieder auf die Beine kriegen.“
Tianesa lächelt sie an, mehr gequält, aber sie versuchte es zumindest. „Habt Dank Valrea.“

Tianesa starrt vor sich, als Valrea mit Kiyan den Gastraum verlassen hatte. Sie zuckte zusammen, als sie spürte dass sich die ganze Zeit auf den fremden Elfen gestarrt, hindurch gestarrt hatte. Sie wand den Kopf schnell ab und erblickte Sanrus der mit einem Tablett auf sie zukam.
Er lächelte sie an und stellt das Tablett ab. „Ich habe euren Lieblingstee gemacht und ein wenig Grieß mit Früchten. Das mögt ihr doch so gerne hm?“
„Ja ich mag es. Das wäre aber nicht nötig gewesen. Mir hätte ein wenig Obst gereicht. Ihr sollte euch nicht immer so viel Arbeit machen, Sanrus.“
Sanrus schüttelte kräftig den Kopf. „Ihr wisst wie gerne ich dies für euch tue. Ihr müsst mir nur sagen was ihr wollt und ich versuche es euch zu erfüllen.“, sprach er sanft und stellte ihr die Grießchüssel hin. Streifte dabei ihre Hand und versucht ihr in die Augen zu schauen.
Tianesa starrte ihn an und er lächelte. Zog dann seine Hand schnell weg und stammelte. „Ich .. ich ..lass euch.. dann..hmpf…“,waren seine Worte ehe er schnell davon ging. Leise fluchend.

Tianesa seufzte und legte ihr Notizbuch auf den Tisch. Sie nahm den Löffel zur Hand und rührte damit in ihrem Grieß herum. Sie hatte keinen Appetit und allein der Geruch ließ ihr Übel werden.
Sie schlug ihr Notizbuch auf und blätterte darin herum. Betrachtete einige Notizen und Skizzen. Sie hielt plötzlich inne, als sie die Seite aufschlug mit Kyrethils Namen und den Verzierungen. Sie starrte darauf und fuhr mit einem Finger die Buchstaben entlang. Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum und schien in diesem Moment nicht anwesend zu sein.
Plötzlich klappte sie das Buch zu und schob es zur Seite, rieb sich durch das Gesicht und schüttelte den Kopf.
Sie rührte erneut in ihrem Grieß herum und nippte dann leicht an ihrem Löffel.

Sanrus huschte durch den Raum und lief immer wieder an Tianesas Tisch vorbei. Sah sie an, wagte aber nichts zu sagen.
Plötzlich betrat ein Magister der Kirin Tor den Raum. Sanrus eilte sofort zu ihm und unterhielt sich kurz. Er bekam ein Packen Bücher in die Hand und man hörte wie er zu dem Magister sagte. „Ich mache das schon... ich mache das schon.“ Der Magister senkte sein Haupt leicht und warf einen kurzen Blick zu Tianesa. Sie hingegen bekam von all dem nichts mit.
Sie ruckte zusammen als Sanrus die Bücher auf den Tisch legte. „Eure Bücher.. ich hatte sie gestern bestellt und gesagt es wäre eilig. Ich wollte dass ihr sie so schnell wie möglich zur Verfügung habt.“ Wieder lächelte er sie an und strich sich die blonden Haare aus dem Gesicht.
Ein leichtes Nicken war bei Tianesa wahrzunehmen und sie legte eine Hand auf die Bücher. Lächelte ganz sachte und sah Sanrus an. „Was würde ich nur ohne euch tun..“ klang es schlicht von ihren Lippen. Doch Sanrus richtete sich etwas aus und fühlte sich wohl geschmeichelt. „Ich bin immer für euch da…“
Tianesa erwiderte nichts und Sanrus verließ den Tisch und ging zu dem fremden Elfen. Fragte diesen ob er was möchte.
Tianesa blickte auf und betrachtete die Situation. Der fremde Elf schüttelte nur den Kopf und Sanrus ging davon.
Schnell löste sie ihren Blick und stand dann auf. Sie ließ ihren Grieß und den Tee stehen. Nahm die Bücher unter den Arm und ging die Treppen nach oben.
Sanrus hob die Hand als wolle er noch etwas sagen, als sie an ihm vorbei ging, senkte dann jedoch den Kopf.

Tianesa ging auf den Balkon und setzte sich auf einen Stuhl. Dort saß sie immer. Dachte nach oder laß in den Büchern. Sie streckte ihr Gesicht ein wenig in die Sonne und sofort schweiften ihre Gedanken wieder zur Kyrethil. Sie verfluchte sich innerlich selbst, dass sie sich nicht endlich zusammen reißen konnte und schlug daraufhin seufzend das Buch auf um darin zu lesen. Oder weiter ihren Gedanken nach zuhängen.
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