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Cwideas

von Thainwyn
GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Frodo OC (Own Character) Saruman
07.05.2014
07.08.2019
94
246.330
51
Alle Kapitel
227 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
05.10.2015 3.273
 
A/N: Ich freue mich, dass das Ende des letzten Kapitels anscheinend so schockierend war, dass gleich ein paar der Favoriten wieder abgesprungen sind. ^^ Aber das heißt, dass ihr zumindest bis zum aktuellen Kapitel gelesen habt, und ich danke dafür, selbst, wenn ihr nur eine stumme Motivation wart. :D
Ich wäre natürlich interessiert an einer Begründung (und ihr dürft ansonsten gerne sagen, dass ihr das doof findet, dass sich die Dinge so entwickelt haben), aber ihr müsst nicht. Es ist nur ein Angebot, bei dem ich erklären könnte, weshalb ich so handelte.
Ich musste ein bisschen lachen, als ich die Anfangsszene schrieb. Nun ja, sie steht unter Schock, da reagiert man manchmal schon etwas seltsam.
Musik, die ich während des Schreibens hörte: Queen of Crows von Two Steps from Hell. Womöglich nicht ganz passend, weil ich eigentlich mit einer viel schwereren Stimmungsmusik rechnete, aber so gesehen... so gesehen passt es zur momentanen Situation von stuntfola. Der Titel tut dies auf jeden Fall.
Danke auch an Roheryn, die mir im Hinblick auf den technischen Vorgang des Kehledurchschneidens und die Durchschlagkraft von Pfeilen immens weiterhalf! :)



58. Kapitel: Und dann stürzte der weiße König – and ða se hwit cyning fealletede



Meine Hände beben bei dem Gedanken, das Geschehen in Worte zu fassen.
Es gibt da so ein Gefühl, eine Art Ziehen unten im Magen, wenn man sich in der Achterbahn an der höchsten Stelle befindet und der Wagen gerade anfängt, nach vorne und in die Tiefe zu kippen. Man selbst realisiert noch gar nicht, dass es jetzt abwärts geht; der Verstand ist zu langsam, zu begreifen, was der Körper unmittelbar spürt: Dass es keinen Weg mehr zurück gibt.

Ich sah nur Grímas Umhang, der sich bauschte, als er mit einem Satz Saruman ansprang und seinen Kopf zurück riss; die Klinge blitzte auf und kam blutig wieder. Saruman fiel, fiel so unglaublich langsam, während der Eorling herum schnellte und den Weg hinabrannte.
Und ich... ich schaute nur zu, hatte den Mund zu einem entsetzten Schrei geöffnet, doch nur Luft entwich meinem Mund. Nicht schießen! schrie es dafür umso lauter in meinem Kopf, übertönte das tatsächliche, kaum hörbare Zischen der Pfeile, und dann...
dann stolperte er und stürzte, und meine entsetzte Starre löste sich. Ich machte einen Satz nach vorne, die Hobbits vor mir aus dem Weg schubsend, und in diesem Moment dachte ich nicht daran, mich zu entschuldigen, geschweige denn, dass ich sie wirklich wahrnahm.
Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen.
Gríma war gestolpert, das hieß, dass ihn die Pfeile verfehlt haben mussten. Sie hatten ihn verfehlt, und er würde jeden Moment wieder aufstehen.
Um mich herum wurden Stimmen laut, aus meinem Augenwinkel heraus sah ich eine Art Nebel aufsteigen, doch ich wandte nicht den Kopf, um zu schauen, was es war. Gríma war noch nicht aufgestanden, und so langsam machte ich mir Sorgen.
Womöglich ist er unglücklich gefallen, schlug mein Verstand vor. Vielleicht kann er nicht aufstehen.
Dann kann ich ihm helfen. Ich bin ja auf dem Weg.
Jemand griff nach mir, doch ich riss mich los, während ich im Laufschritt zu der Stelle lief, an der ich ihn zuletzt gesehen hatte.
Und dann teilte sich auf einmal unerwartet die Menge, und da lag er vor mir ausgestreckt, als wäre er nur gefallen. Mit ein paar schnellen Schritten war ich bei ihm, hockte mich neben ihn.
„Gríma“, sagte ich leise, während ich einen schnellen Blick über die Schulter warf, doch der Rest der Hobbits war immer noch von der merkwürdigen Nebelgestalt abgelenkt. „Wir müssen gehen, ehe sie uns bemerken. Schnell.“
Als er nicht reagierte, zupfte ich ihn am Ärmel. „Bitte“, flehte ich, während die Nervosität in mir begann, unruhig zu flattern. „Es tut mir Leid, dass ich Euch das nicht gesagt habe, aber ich konnte nicht! Ihr hättet womöglich die Handlung verändert, wenn ich es Euch gesagt hätte! Bitte, verzeiht mir und steht auf!“
Immer noch regte er sich nicht, und mir kam der Gedanke, dass er sich womöglich tot stellte. Oder dass die Pfeile der Hobbits vergiftet waren und einer von ihnen ihn gestreift hatte, sodass er nun schlief. Man hörte des Öfteren von vergifteten Pfeilen; weshalb sollten die Hobbits keine haben?
Ja, das würde es sein; der Grund, weshalb er nicht reagierte.
Noch einmal warf ich einen raschen Blick auf die Hobbits; einige beobachteten mich, anscheinend unsicher, was sie von mir halten sollten.
Kurzerhand nahm ich sein Handgelenk und zog so unauffällig wie möglich daran. „Gríma!“ zischte ich. „Bitte wacht auf! Ich bin da, Ihr braucht Euch nicht zu verstellen!“
Und dann glitt mein Blick zum ersten Mal zu seinem Gesicht, und vor Schreck ließ ich seinen Arm los und stolperte einen Schritt zurück.
Er schlief nicht.
Oh nein, er schlief nicht; Menschen, die schliefen, hatten ihre Augen geschlossen. Ihre Augen waren zu, sie standen nicht offen und starrten auf unheimliche Weise glasig ins Leere, wobei sie einem jedoch gleichzeitig auch zu folgen schienen.
Das gleiche Phänomen, welches mir oft bei Postern oder bei Schaufensterpuppen oder eben Kirchen passierte – selbst, wenn die Augen blind und aus Holz oder Stein waren, so schienen sie einen doch aus den Augenwinkeln zu beobachten, egal, wohin man ging. Kerzenschein machte das alles noch schlimmer; wohl der Hauptgrund, weshalb ich Kirchen so gerne mochte und mich gleichzeitig vor ihnen fürchtete.
Ich zuckte zurück, kroch ein wenig rückwärts, konnte jedoch gleichzeitig den Blick nicht von seinen hellen, starrenden, wandernden Augen abwenden.
„Macht sie zu“, flüsterte ich, „macht sie zu! Schaut mich nicht an!“
Ruckartig wandte ich den Kopf ab, spürte immer noch seinen Blick auf mir ruhen und rappelte mich auf, wich zurück, stolperte über etwas am Boden und fiel wieder.
Tränen sammelten sich in meinen Augen, doch ich blinzelte sie zurück, während das Grauen darum kämpfte, von mir Besitz zu ergreifen. Mein Herz klopfte schmerzhaft in meiner Brust, und dann rappelte ich mich erneut auf, drehte mich um und rannte.
Jemand rief mir etwas nach, doch ich hörte nicht, was es war. Ich duckte mich unwillkürlich, als ich einen Luftzug neben mir spürte, schlug einen Haken und lief im Zickzack weiter über die Felder, stolperte, fing mich wieder und hetzte weiter.
Weg! schien alles in mir zu schreien, weg von den Hobbits mit ihren vergifteten Bögen und ihren Waffen!
Ich wimmerte auf, als ich erneut über ein Loch im Boden stolperte und dieses Mal tatsächlich fiel. Der Geschmack von Erde erfüllte meinen Mund, gleichzeitig mit dem Geschmack von Blut, und ich spuckte aus und fuhr wieder auf, lief weiter, fort. Fort von den Hobbits, fort von Sarumans weißem Gewand, rotgesprenkelt, fort von diesen starrenden, hellen Augen, deren Blick ich immer noch im Rücken spürte.
Du hast mich angelogen, schienen sie mir nachzuflüstern. Du hast mich angelogen, stuntfola.
Ich wusste nicht mehr, wo ich war; ob ich noch im Auenland war oder schon über dessen Grenzen hinaus.


Als meine Beine langsam schwerer wurden und ich immer öfter stolperte, hob ich den Kopf und blinzelte gegen den Himmel. Die fahle Sonne stand hoch und ließ mich einen blassen Schatten auf das Gras werfen. Hier war es noch grün; es war wärmer hier unten im Tal. Ich blickte mich nach einem Unterschlupf um; am Besten ein Baum oder ein Busch, unter den ich mich legen konnte, um mich ein wenig auszuruhen.
Ich hatte Seitenstechen, welches dank meines panischen, unkontrollierten Atmens kam, und seit einiger Zeit trabte ich nur noch geduckt über die Felder, nach Bewegungen Ausschau haltend. Ich wollte weder Hobbits noch irgendwelchen von Sarumans geflüchteten Handlangern in die Arme laufen.
Während ich meine Seite massierte, um zu versuchen, das Stechen ein bisschen erträglicher zu machen, fröstelte ich. In meiner Eile hatte ich meine Decke nicht mitgenommen, und mir fehlte diese zusätzliche Lage Stoff.
Ein brauner Schemen, der sich auf einem nahen Hügel erhob, ließ mich zusammenzucken; doch er entpuppte sich nur als Feldhase, der genauso erschrocken über mein Auftauchen war wie ich über ihn. In meiner aufwallenden Panik hatte ich nach meinem Messer getastet, um mich im Notfall verteidigen zu können.
Das Problem war nur, dass ich es nicht fand; die Scheide war leer.
Ich blieb stehen, tastete für einen Moment ungläubig weiter, als würde der vertraute Griff sich doch plötzlich aus der dünnen Luft in meiner suchenden Hand materialisieren; doch dies geschah nicht. Wieder spürte ich die Panik in mir aufsteigen; hektisch drehte ich mich um mich selbst, um den Boden abzusuchen. Es konnte ja sein, dass ich es während meiner Flucht verloren hatte. Schuldgefühle machten sich in mir breit, denn es war nun das zweite Mal, dass ich die Klinge verloren hatte. Er hatte sie mir nicht umsonst gegeben, und was hatte ich getan? Mir war sie wieder abhanden gekommen.
Wobei das dieses Mal nicht Krähenfuß‘ Schuld ist.
Ich atmete tief ein und schloss die Augen, während ich versuchte, mich daran zu erinnern, wann ich das Messer das letzte Mal gehabt hatte.
In der Hütte, kam die sofortige Antwort. Du hattest überlegt, dich damit umzubringen; da hattest du es auf jeden Fall noch. Und es hatte dich sogar beruhigt, denn du hattest dir sicher sein können, dass Gríma keine Waffe bei sich -

Ich riss die Augen wieder auf und rang nach Luft, da sie mir auf einmal zu fehlen schien; als wenn sie mir etwas gewaltsam aus den Lungen gepresst hätte.
Gríma.
Etwas Kaltes blitzte unter dem Stoff auf.
Da hatte etwas neben ihm gelegen. Etwas Metallisches, mit Blut verschmiert. Saruman war gefallen, das weiße Gewand mit Rot befleckt, sich bauschend.
Doch er hatte keine Waffe gehabt.
Meine zitternden Beine hielten mich nicht mehr, und ich sank auf die gefrorene Erde.
Er war waffenlos gewesen, als er mir diese Geschichte erzählt hatte; Saruman hatte sein Messer nach dem Mord an Lotho zurückgefordert. Danach hatte ich keine Waffe an ihm gesehen, und es gab nicht allzu viel, wo er eine Solche hätte verstecken können. Er trug schließlich ganz andere Kleidung als in den Filmen, wo sich ein Messer noch leichter in den Falten seines Gewandes hatte verstecken lassen können.
Doch ich hatte schließlich sein Messer gehabt; er hatte es mir zurückgegeben. Und während er seine Geschichte erzählt, während er mich mit der Kette beinahe erwürgt hatte, hatte ich nicht auf seine Hände geachtet, da meine Gedanken woanders gewesen waren.
Ihr... Ihr habt mir das Messer abgenommen, folgerte meine innere Stimme tonlos. Ihr habt mich abgelenkt mit Euren Gerede über Céne, über Eure Amtskette. Das alles war nur ein Spiel, um an das Messer zu kommen.
Ich wimmerte leise auf und vergrub das Gesicht in den Händen. Er hatte mich manipuliert. Doch weshalb hatte er mir dann überhaupt das Messer gegeben? Er hätte es doch behalten können, oder?
Nein, schaltete sich nach einem kurzen Moment wieder meine Stimme ein. Saruman hat ihm misstraut, das hast du oft genug miterlebt. Saruman verspottete ihn, er schickte ihn weg, als er dich heilte.
Er hatte ein doppeltes Spiel gespielt; indem er waffenlos gegenüber Saruman erschien, stellte er für diesen keine Gefahr da. Doch er hatte mir das Messer gegeben, und er wusste, wie er mich manipulieren konnte.
Ich habe dir Angst eingejagt, nicht wahr? Du hast mich für einen Moment tatsächlich gefürchtet; die Macht gefürchtet, die ich über dich habe. Ich hatte tatsächlich schon vergessen, wie sich das anfühlt...
Meine Augenwinkel brannten. Wie lange hatte er das geplant? Wie lange hatte er diesen Plan schon gehabt; wie lange schon hatte er mich benutzt? Und wie viel von seinen ganzen Worten an mich konnte ich noch glauben?
Wie oft habe ich, deiner Meinung nach, die Wahrheit gesprochen?“, hatte er spöttisch gefragt.
Ich hatte darauf keine Antwort gehabt, sicherlich hatte ihn das verärgert.
Langsam holte ich tief Luft. So groß mein Entsetzen darüber auch war, so verstand ich doch, weshalb er das getan haben musste. Ich hatte Saruman nichts entgegenzusetzen, und sollte der Plan schief laufen, so hätte ich nichts davon gewusst und hätte dem Zauberer nichts sagen können. Er hatte mir nichts sagen dürfen, ich war eine zu unsichere Vertrauensquelle. Dies bewies ja schon der Fakt, dass er mir ganz einfach vieles verschwiegen hatte.
Ich wusste schließlich über die Zukunft Bescheid, und ich würde auch nicht jemandem trauen, der sagte, er wüsste um meinen zukünftigen Tod, wenn dies plötzlich aus heiterem Himmel ohne irgendwelche Begründung käme.
Doch... ich konnte ihm das vielleicht erklären. Ihn um Verzeihung bitten.

Ich war halb versucht, umzudrehen. Mittlerweile hatte sich bestimmt jemand um ihn gekümmert und die Wirkung des Giftes war abgeklungen; Frodo hatte ihm schließlich angeboten, zu bleiben. Vielleicht wunderte er sich auch darüber, wo ich war. Womöglich hatte er bereits nach mir gefragt, nachgeschaut, ob ich noch in der Hütte war. Er würde sicherlich enttäuscht sein, dass ich seinen Worten nicht Folge geleistet hatte, dass ich einfach weggelaufen war.
Bei diesem Gedanken überkamen mich wieder Schuldgefühle. Ich würde mich bei ihm entschuldigen müssen; es war nicht nett von mir gewesen, ihn einfach so im Stich zu lassen. Einfach wegzulaufen, wo er vielleicht Hilfe benötigt hätte. Doch die Hobbits hatten mir Angst gemacht; vielleicht würde er das verstehen. Sie waren für ihn schließlich ebenso fremd gewesen wie für mich, und zudem beängstigend mit ihren Waffen.
Ein bitterer Nachhall schwang während dieser Gedanken mit.
Du lügst, stuntfola, wisperte eine Stimme tief in mir. Er wird es nicht verstehen können, und es wird nichts bringen, umzukehren.
Ich verdrängte die Stimme, indem ich mich halb aufrichtete. Warf einen kurzen Blick zurück und rutschte dann auf Knien herum. Noch traute ich meinen Beinen nicht ganz zu, mich zu tragen, doch ich war es ihm zumindest schuldig, es zu versuchen.
Sinnlos, kommentierte es leise und nüchtern in meinem Kopf. Er ist tot.
Mein Atem zitterte, als ich erstarrte. „Das weißt du nicht“, flüsterte ich erstickt, krallte meine Hände in das Gras. „Das ist nicht gesagt! Die Pfeile sind – sind vergiftet gewesen, und sie haben ihn gestrei -
Du weißt sehr gut, dass Hobbits ihre Pfeile nicht vergiften. Und sie hatten ihn nicht nur gestreift.
Ich schluckte. „Nein“, wimmerte ich und krümmte mich wieder zusammen, „nein, nein, nein, das ist nicht wahr!
Und was ist mit seinen Augen gewesen?
Ein Zittern durchlief mich. Ich wollte nicht an die Augen zurückdenken, an den Blick dieser glasig starrenden, anklagenden Augen. Das waren nicht seine Augen gewesen, das war einfach nur eine... eine Puppe gewesen, die jemand da hingelegt hatte. Eine Wachspuppe.
Dieser Gedanke beruhigte mich ein wenig. Das war logisch; jemand hatte einfach nur eine Wachspuppe da hingelegt, die ich mit ihm verwechselt hatte. Das alles fühlte sich so unwirklich an, dass das sogar gut sein konnte; und womöglich hatte ich das alles nur geträumt.
Gríma hatte es sicherlich geschafft, zu fliehen, und vielleicht suchte er jetzt nach mir.
Meine innere Stimme machte noch einen ungläubigen Versuch, gegenanzusprechen, doch ich ignorierte sie, schloss sie in mir ein und erhob mich. Ich wusste jetzt, was ich zu tun hatte; ich musste ihn suchen.
Und so machte ich einen taumelnden Schritt nach vorne, und dann noch einen, und schließlich trabte ich weiter über die Felder, über die sanften Hügel.
Ich würde ihn sicherlich finden.


tbc...




A/N: Und hier habe ich wieder meinen November, meinen blótmonaþ: Meinen month of sacrifice. Ich bedaure nur ein wenig, dass ich das Kapitel nicht tatsächlich am 3. November hochladen kann.
Wobei mich das Ende schon wieder schmerzhaft grinsen ließ, weil stuntfola mir so leid tut. Nein, sie wird nicht wahnsinnig; sie steht nur immens unter Schock, und es wird noch ein bisschen dauern, ehe die Wahrheit zu ihr durchsickern wird.
(Oh, natürlich sind da eigentlich drei Pfeile, die da in seinem Rücken stecken, aber die übersieht stuntfola. Man kann manchmal die offensichtlichsten Sachen übersehen, wenn man diese nicht sehen will.)
Und eigentlich waren viele der Szenen eigentlich ganz anders geplant gewesen, doch beim Schreiben... beim Schreiben hat es sich so ergeben.
Ein kleiner Blogeintrag zu einigen Gedanken und meiner Inspiration zu seinen Augen ist ebenfalls entstanden.



@Gurkensalat: Hehe, nein. An ihrem Ende ist die Geschichte noch lange nicht, selbst, wenn ihr Höhepunkt jetzt erreicht ist. Stuntfola muss ja irgendwie wieder zurückkommen, nicht wahr? Ob sie das wohl schafft? *g*
Gríma... ist hier sehr in einem Ausnahmezustand; er hat in relativ kurzer Zeit mehrere ziemlich heftige Schocks durchlitten. Von daher denke ich, dass er sich hier teilweise freiwillig ablenken lässt, um eben nicht an seinen bevorstehenden Tod zu denken.
Hehe, er will ihr nicht nur das Gefühl vermitteln, dass er sie erwürgen möchte; er hatte es tatsächlich vor. Zumindest hätte er es so weit getan, bis sie ohnmächtig geworden wäre; dann hätte er ihr das Messer abgenommen, was sein eigentliches Hauptziel war. Er ist waffenlos und muss irgendwie an eine Klinge kommen... *g* Deine Überlegungen greifen von daher nicht den ganz pragmatischen Gedanken, der dem zugrunde liegt, aber das war schließlich beabsichtigt. ^^
Obwohl ich schon glaube, dass er sich nicht mehr wirklich mit seinem Amt identifizieren kann.
Ach ja, die Gnade Théodens... natürlich spielen da ein paar sehr ungünstige Zufälle ineinander, aber ich wollte gerne zeigen, dass es niemals so einfach ist, wie man sich das vorstellt. Ich wollte einen Théoden zeigen, der in seiner Entscheidung der Gnade für einen Moment tatsächlich schwach wirkt und nicht kontrolliert und bedauernd wie im Buch.
Eigentlich war es auch erst geplant gewesen, dass der Tourette-Narr Grímas Halbschwester umbringen sollte, aber das wäre schon ein arg großer Zufall gewesen, und somit habe ich ihn letzten Endes das ganze Dorf abbrennen lassen. (Der Mord geschah ja letzten Endes trotzdem, nur eben an einem namenlosen Nebencharakter.) Wäre er nur ein Einzelmörder gewesen, wäre dies nicht unbedingt eine Sache, die vor den König hätte gebracht werden müssen, sondern höchstens vor den zuständigen Fürsten. Doch die Planung verlangte, dass Théoden Kontakt mit ihm haben musste, und so wurde sein Verbrechen etwas... monströser.
Und Théoden selbst kann ja noch nicht mal richtig etwas dafür, dass er lieber wegschauen will. Ich habe unglaublich Mitleid mit ihm, weil ihm da einfach keine andere Wahl bleibt; er ist König und muss sich demnach damit beschäftigen, auch, wenn er das gar nicht mag. Gríma wird bei seinen Worten wohl nicht explodiert sein, sondern hat in meinem HC eher das Gefühl, zu fallen. (Da muss ich nochmal den OS weiter zu ausarbeiten. ^^) Fallen ist, denke ich, eine ziemlich starke Metapher für Kontrollverlust, für Hilflosigkeit. Ich denke auch, dass es bei den Eorlingas im Allgemeinen weiter verbreitet ist, dass der Richter auch gleichzeitig der Henker ist, und von daher hat Théoden hier der Tradition sozusagen den Rücken zugekehrt und deutliche Schwäche gezeigt. Saruman spielt auch liebend gern den Richter, weniger oft den Henker, dafür gibt es Untergebene, die die Drecksarbeit für ihn machen; aber Saruman ist skrupellos. Wenn Saruman sagt, dass etwas getan werden muss, dann lässt er sich nicht von so etwas Banalem wie menschliche Gefühle oder gar Mitleid ablenken. Sehr Forscherhaft eben. ^^ Und ich denke, es ist eben diese Ausstrahlung von Kontrolle, von dem Gefühl „ich weiß sehr genau, was ich da tue, und wage es nicht, mir da reinzureden“ ist, die Gríma an Saruman fasziniert hat. Weil Théoden eben leider im genau falschen Moment für ihn Schwäche gezeigt hat. (Welches ich nicht unbedingt als Schwäche ansehe, aber mit ihm tauschen möchte ich trotzdem nicht.)
Er hat hier schon einen Entschluss gefasst, als er hinausgeht. Er hat diesen Entschluss gefasst, als er stuntfola die Kette um den Hals legt. (Nein, er rechnet nicht damit, dass Saruman ihn umbringen könnte. Er weiß, dass er einen gewissen Wert für Saruman hat, weil er eben gebildet ist, weil er in der gleichen Situation steckt wie Saruman selbst – er ist gestürzt worden und versteht ihn deshalb am Besten – er weiß, dass er noch nützlich für Saruman sein könnte.)
Ich danke vielmals für das Review! :)
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