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Cwideas

von Thainwyn
GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Frodo OC (Own Character) Saruman
07.05.2014
07.08.2019
94
246.330
51
Alle Kapitel
227 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
27.09.2015 3.092
 
A/N: Hehe, und gleich haben sich noch zwei weitere Favoriten eingefunden... wir sind jetzt auf 140! wundervollen Favoriten, und es freut mich, dass ihr der Geschichte eine Chance gebt.
Ich gebe zu, dass in den letzten Kapiteln nicht allzu viel passiert ist, aber das wird sich ändern. In diesem Kapitel am Ende. *kichert* Ich danke Amaraen, die mir zudem bei einer kleineren Schreibblockade geholfen hat, und Pamplemousse für das Betalesen.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen. :)



57. Kapitel: Man erntet, was man sät – Þú ripest hwæt þú gesæwest



Im ersten Moment reagierte Gríma nicht auf meine Frage; er hatte immer noch den Kopf leicht schräg geneigt, als würde er auf den verhallenden Klang des Hornes lauschen.
„Was... was geschah dann?“ fragte ich ein wenig lauter, um seine Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken, und ich kroch näher. „Ihr... Ihr sagtet, dass es wie ein Unfall aussah, doch... es war keiner, oder?“
„Wir konnten dies nicht wissen, nicht wahr?“ fragte er abwesend; es schien, als müsse er sich gewaltsam dazu zwingen, aus seinen Gedanken wieder aufzutauchen, um meine Frage beantworten zu können. „Wer hätte überlebt, um sagen zu können, dass er den Brand gelegt habe? Feuer ist zerstörerisch und immer hungrig, und sie hatten Glück, dass es sich nicht weiter ausbreitete und sie es zähmen konnten. Jede der verbrannten Leichen hätte den Brand gelegt haben können, denn Tote verraten ihre Geheimnisse nicht mehr.“
Etwas in seiner Stimme sagte mir, dass es jedoch sehr wohl einen Brandstifter gegeben hatte. Es hatte jemand den Brand gelegt, jemand hatte das gesamte Dorf angezündet und hatte hunderte Menschen dem Flammentod überlassen.
Und dass sie ihn gefunden hatten.
„Der König war erst unwillig, die Suche nach einer Ursache fortzusetzen“, fuhr der Ratgeber fort, „denn es schien selbstverständlich, dass dies ein bloßes Unglück sei. Ein Funke von einem verlöschenden Feuer, der auf Stroh fällt, kann dies leicht in Brand setzen; dafür genügt bloße Unachtsamkeit. Doch dann waren da die Berichte der Verwundeten, die sich hatten retten können. Sie starben kurz darauf an ihren Verletzungen, doch viele hatten in der Nacht einen Schatten in der Nähe ihrer Häuser umher huschen sehen. Dies konnte der König nicht außer Acht lassen, und so sandte er widerwillig einige Männer, um das Dorf und die Umgebung zu untersuchen.“
Ich runzelte leicht die Stirn. Klang es nur so, als ob es nicht ganz so viele Berichte waren, wie er behauptete, weil ich wusste, dass er zur Lüge und Manipulation fähig war? Hatte er etwa da seine Finger mit im Spiel gehabt; hatte über die tatsächliche Anzahl der Berichte gelogen? Oder hatte Théoden mit Absicht die Möglichkeit, dass es einen Brandstifter gab, ausgeschlossen, weil er dies nicht sehen wollte? Er musste noch jünger gewesen sein; vielleicht war er erst kürzlich König geworden. Vielleicht war Elfhild gerade gestorben, und er wollte nicht noch mehr mit Tod zu tun haben.
Ich zuckte leicht zusammen, als der Ratgeber unerwartet weitersprach. Mechanisch schien mir das beinahe, wie ein Tonband, welches abgespult wird.
„Wieder vergingen einige Wochen, doch schließlich kamen sie zurück... und sie brachten den Mann mit sich, der das Dorf angezündet hatte.“ Er schüttelte den Kopf. „Der Mann, den der König vor mehreren Monaten begnadigt hatte, den er hatte laufen lassen, stand nun wieder vor ihm. Und es war kein schönes Wiedersehen. Zwischen all seinen Kommentaren und seinen Beschimpfungen hörte man schnell heraus, dass er das Feuer gelegt hatte, selbst, wenn es ihm nicht bewusst gewesen war, was für Folgen dieses Handeln haben würde. Er hatte nur ein kleines Feuer an jedem Haus machen wollen, sagte er. Um die Menschen zu erschrecken, welches ihm sehr gut gelungen ist. Er floh, nachdem die Flammen das Dorf einhüllten.“ Er gab ein bitteres Schnauben von sich.
Ich schluckte, während ich meine Hände ineinander verschränkte. Die Kälte kroch mir in die Glieder, und ich zitterte. „Was geschah dann mit ihm?“ flüsterte ich. „Was tat Théoden mit ihm?“
Wenn wir uns wiedersehen, werde ich nicht barmherzig sein.
„Der König“, sagte Gríma leise, „sah nach diesem Beweis keinen Grund mehr, Gnade walten zu lassen. Ein Mörder, der sich seiner Tat bewusst ist, verdient dem Recht nach den Tod, und dieser Mann hatte hunderte von unschuldigen Menschen in den Flammen umkommen lassen und war geflohen. Und so wurde er zum Tode verurteilt, und Théoden ließ ihn enthaupten.“

Beinahe hörte ich das leise Zischen, als das Schwert in meinem Kopf schimmernd durch die Luft fuhr und dem Mann den Kopf von den Schultern trennte, und ich schauderte. Das Bild der blutigen Klinge wollte für einen Moment nicht vor meinem inneren Auge verschwinden, sondern blieb dort haften; wie einer dieser grellen Lichtflecken, die sich auf die Netzhaut einbrennen, wenn man zu lange in die Flamme einer Kerze gestarrt hat.
„Er ließ ihn enthaupten?“ fragte ich. „Er... er hat es nicht selbst getan?“
„Nein“, bestätigte der Ratgeber abwesend. „Er tat es nicht selbst. Er hatte jemand anderen, der dies für ihn tat. Selbst, wenn ihn dies später noch verfolgte und er sich wünschte, es eigenhändig getan zu haben. Bei mir zumindest hätte er sicherlich eigenhändig das Schwert geführt.“ Für einen Moment verblieb er regungslos, dann jedoch holte er zu meinem Erstaunen die schwere, goldene Kette hervor und streifte sie sich ab.
Überrascht starrte ich sie an, denn ich hatte in der Zwischenzeit schon wieder vollkommen vergessen, dass er so etwas bei sich trug. Unwillkürlich fragte ich mich, weshalb er sie behalten hatte. Sicherlich nicht wegen der glücklichen Erinnerungen.
Nun, es ist wohl das Wertvollste, was er bei sich trägt, oder? Er hat schließlich keine Möglichkeit gehabt, anderweitig etwas mitzunehmen; er musste unerwartet fliehen.
Die Glieder klirrten leise, als er mir die Kette hinhielt, und das Gold glänzte schwach in den fahlen Lichtstrahlen, die zwischen den Brettern hindurch fielen. Die fein gearbeitete Blüte drehte sich leicht, als würde sie mir ihre ganze Pracht zeigen wollen; den schwarzen Stein in ihrer Mitte.
„Weißt du, was das hier ist, stuntfola?
Für einen Moment konnte ich nicht anders, als überrascht das Schmuckstück anzustarren. „Das... das ist die Kette, die Ihr damals benutzt hattet, um Zutritt zu den Dorfvorstehern zu bekommen“, sagte ich schließlich, als die Erinnerung wiedergekommen war. „Ich... ich hatte mich damals schon gewundert und mich gefragt, ob Ihr jemand Wichtiges wärt.“
„Jemand Wichtiges“, schnaubte er auf, und ich hörte den Spott. „Jemand Wichtiges im Hinblick auf das Buch, welches du gelesen hast?“
Ich biss mir auf die Lippe. „Nun“, begann ich zögernd, ein bisschen ängstlich davor, ihn wieder wütend zu machen, „nun, ich hatte Euch nicht im Verdacht, der zu sein, der Ihr... nun, der Ihr tatsächlich seid. Ich dachte, dass Ihr vielleicht ein Fürst wärt oder ein Bote oder so etwas; jemand... jemand Wichtiges eben, dass die Leute Euch einlassen würden, nachdem sie Eure Kette sahen. Später hatte ich das vollkommen vergessen, weil ich da dann ja dachte, dass... Ihr Éomer wärt.“ Die letzten Worte flüsterte ich, denn sein Gesicht hatte sich wieder verdunkelt.
Er ließ die Hand sinken. „Diese Kette“, sagte er, „war ein Zeichen meines Amtes als héahwita des Königs. Du wirst es nicht lesen können, doch auf der Rückseite ist der Titel eingraviert.“ Sein Gesicht bekam einen bitteren Zug. „Héahwita bedeutet wortwörtlich in das Westron übersetzt Hoher Wissender, also jemand, der weise ist und aufgrund seiner Klugheit einen hohen Rang innehat; jemand, der respektiert wird und den man um Rat fragt. Doch wie könnte ich mich selbst héahwita nennen, wenn alle anderen doch viel mehr wissen als ich?“
Darauf konnte ich ihm keine Antwort geben; zumindest keine, die ihn zufriedenstellen würde. Es schien auch nur eine rhetorische Frage gewesen zu sein, denn er sprach weiter.
„Doch du weißt mehr und zugleich weniger als ich; du beziehst dein Wissen aus einem Buch, in dem nicht alle Angaben stehen, wie es scheint. Wie kannst du dir sicher sein, dass der Schreiber dieses Buches nicht auch nur mit dir spielt? Absichtlich einige Hinweise weglässt, um dich in dein Verderben zu stürzen? Wirst du selbst in diesem Werk erwähnt?“
„Nein“, flüsterte ich. „Ich bin kein Teil davon.“
„Und woher weißt du dann, wie dies alles für dich enden wird, stuntfola? Wie weit reicht dein Wissen? Irgendwann ist auch ein Buch an seinem Ende angelangt, und dann bleibt es dem Leser überlassen, neue Hinweise hinzuzufügen. Doch wird dies deine Aufgabe sein?“

Ein Schauder überlief mich. Mir gefiel die Richtung nicht, die das Gespräch nahm.
„Manchmal“, redete Gríma weiter, den Kopf leicht schräg gelegt, die hellen Augen auf mich fixiert, „manchmal habe ich überlegt, ob du womöglich etwas hättest ändern können, wärst du früher aufgetaucht. Doch wie verändert man eine Geschichte, die schon geschrieben steht? Wahrscheinlich würde selbst dein Tod nicht wirklich etwas ändern, da sie schon geschrieben wurde, nicht wahr?“
Ich zuckte zusammen, während ich das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen. Was sagte er da? Mein Tod? Du hast dich verhört, flüsterte meine innere Stimme tonlos. Das hat er nicht gesagt.
Gríma hatte sich erhoben, ging nun auf mich zu und ließ sich dicht vor mir nieder, während ich wie erstarrt dasaß und ihn anstarrte. Ich holte zittrig Luft, bildete mir ein, den schweren Geruch von Blut zu riechen, als ob der Fleck an seinem Ärmel noch frisch wäre.
Etwas klirrte leise, und dann spürte ich auf einmal schweres, kaltes Metall im Nacken, als er mir seine Amtskette umlegte. Das andere Ende hielt er in der Hand.
Warte, warte, warte! rief meine Stimme panisch und wedelte hektisch mit den Armen. Was genau soll das werden? Was genau soll das hier bitte werden? Er kann doch nicht – Himmel, ich meine, er kann doch nicht vorhaben -
Von draußen war ein lauter Aufschrei aus vielen Kehlen zu hören, doch ich schenkte dem nicht sonderlich viel Beachtung, und Gríma tat dies schon gar nicht.
„Der Herr Saruman ist sich dessen bewusst, dass du Wissen besitzt; er weiß nur noch nicht, wie viel“, erklärte der Ratgeber leise, während er die Hand leicht bewegte und die Kette dazu brachte, leise zu klimpern. „Was glaubst du, was er tun wird, wenn er erfährt, dass du etwas über meinen Tod weißt? Womöglich weißt du auch etwas über den Seinen, womöglich weißt du, ob sein Plan zum Scheitern verurteilt ist. Wenn er mit dir reden würde, würdest du der Macht seiner Stimme nicht widerstehen können; dies habe ich oft genug gesehen. Ich würde dir also nur einen Gefallen tun, denn du scheinst nicht in der Lage zu sein, die Geschichte zu ändern, oder?“
„Nein“, hauchte ich entsetzt und meinte eigentlich sein Vorhaben, während meine Stimme immer höher wurde, „nein, nein, ich will doch nur -“
Noch tat er nichts, doch die Drohung war allgegenwärtig. „Hättest du nicht das Versprechen in dir, dass du ungeahntes Wissen besitzt, dann hätte der Herr Saruman dich wahrscheinlich schon längst zurückgelassen und sich nicht um dich gekümmert. Doch da du es hast, wird er dich irgendwann danach fragen. Und ist es nicht besser, wenn du ihm dann gar keine Antwort geben kannst?“
Es war wieder wie damals auf der Zinne, nur, dass er mich hier nicht an meinem Kleid, sondern an der Kette festhielt, die mir zusätzlich die Luft abschnürte. Womöglich war es auch die Panik, die mich bei seiner so ruhigen Rede ergriffen hatte; ich hatte die Hände gehoben, wie, um ihn abzuwehren.
„Bitte“, wimmerte ich auf, rang nach Luft und kniff die Augen zusammen. Ich spürte wieder Tränen an meinen Wangen herablaufen. Ich erinnere Euch an Eure Halbschwester. Wie könnt Ihr mich da umbringen wollen?
Céne liegt schon seit Jahren tot in ihrem Hügelgrab. Und du warst niemals meine Schwester, stuntfola.
Die Glieder der Kette klirrten leise, als sie sich langsam in die Haut meines Halses drückten.
Das entspricht nicht seinem Charakter, oder? Er wäre doch nicht bereit, mich zu töten, oder? Wollte ich ihn nicht retten?

Schlange! Schlange!
Auf einmal war der Druck von meinem Hals verschwunden, etwas prallte leicht gegen meine Brust, und ich hörte, wie Gríma auf die Füße sprang, zudem ertönte kurz ein leises, schleifendes Geräusch.
Meine Hände fuhren automatisch zu meinem Hals, halb erwartend, dass dort tiefe Spuren der Kettenglieder zu spüren waren; doch zu meinem Erstaunen fühlte sich die Haut zwar etwas wund, aber ansonsten unbeschädigt an. Ich schluchzte auf und sank bebend und zitternd zusammen, ehe ich mir bewusst wurde, aus welchem Grund er mich losgelassen hatte.
Das war unverkennbar Sarumans Stimme gewesen.
Sofort riss ich die Augen wieder auf und wollte schon aufspringen, als mich etwas hart an der Schulter traf und mich wieder zurück gegen die Wand warf.
„Bleibe hier und rühre dich nicht“, knurrte der ehemalige Ratgeber, der ein wenig unsicher auf den Beinen schien. Er hatte seinen Umhang fest um sich gezogen, und sein Gesicht war wieder schrecklich weiß geworden.
„Aber“, flüsterte ich, während ich mir meine schmerzende Schulter hielt, „aber Ihr dürft nicht rausgehen!“
Für einen Moment flackerte da etwas in seinem Blick, ehe er schnaubte und ihn abwandte. „Weshalb sollte ich jemandem vertrauen, der meinen eigenen Tod voraussagte?“
Und dann hatte er taumelnd die Tür aufgezogen und war dahinter verschwunden, während mir die Kälte in die Glieder kroch.
Das passiert gerade nicht. Das ist nicht wahr, das passiert nicht, das kann gar nicht wahr sein! Das ist nur ein Traum!
Ich versuchte, mich zu erheben, doch meine Beine zitterten so stark, dass ich mich wieder setzen musste, während mein Blick zu der geschlossenen Tür glitt. Nichts war zu hören, und ich wagte zu hoffen, dass das womöglich gar nicht der Zeitpunkt war, den ich vermutet hatte.
Dies änderte jedoch nichts daran, dass mich die Nervosität, die Angst, von innen auffraß, sich mit ihren kalten Klauen höher tastete, und schließlich hielt ich es nicht mehr aus.
Mit einem halben Schluchzen kämpfte ich mich auf die Beine, wobei ich mich an der Wand abstützte. Die goldene Kette schwankte hin und her und störte, also schob ich sie kurzerhand unter mein Kleid, während ich ebenfalls zur Tür taumelte.
Weshalb sollte ich jemandem vertrauen, der meinen eigenen Tod voraussagte?
Für einen Moment kniff ich die Augen wieder zusammen. Er hat nicht auf mich gehört. Doch er wird nicht sterben. Er hat gesagt, ich solle dableiben und mich nicht rühren.
Schließlich hatte ich die Tür erreicht, hing für einen Moment an dem Griff, ehe ich mich dazu überwand, sie einen Spalt breit zu öffnen.

Alles war voller Hobbits, doch trotzdem war Saruman leicht zu erkennen, denn er überragte sie alle. Im ersten Moment ergriff mich Panik, da ich Gríma nicht erblicken konnte, doch dann sah ich ihn auf dem Boden liegen.
Der Zauberer lachte, sodass sich meine Nackenhaare aufstellten. „Sieh an“, sagte er, „ich hätte nicht gedacht, dass du dazu fähig wärst. Doch du tust, was Scharrer sagt, immer, nicht wahr, Schlange? So, und jetzt sagt er: Folge mir!“
Ich zuckte unwillkürlich zusammen, als er ihn in das Gesicht trat; das Geräusch war ekelhaft anzuhören.
Saruman drehte sich um und ging den Weg voran, ließ den Ratgeber auf dem Boden liegend zurück. In diesem Moment jedoch blitzte etwas unter dem Stoff auf, etwas kaltes, Metallisches, und dann...
dann geschah alles auf einmal unglaublich schnell.
Und ich hörte nichts mehr, bis auf das Flüstern der Pfeile.


tbc...



A/N: Und hiermit wäre das von langer, langer Hand geplante, vorläufige Ende erreicht, auf das ich so lange drauf hingeschrieben habe und welches von Anfang an geplant war. Ich kann jetzt gerade nicht anders, als ein bisschen triumphierend zu kichern, diesen Punkt endlich – endlich! – erreicht zu haben. Hier wäre wohl der zweite Punkt gewesen, bei dem ich eine Teilung gemacht hätte. Man könnte wohl sagen, dass im nächsten Kapitel der sogenannte „zweite Teil“ für stuntfola beginnt. ^^ Die arme, arme stuntfola. Dass ich ihr das auch antue...
Einige Hintergründe zu diesem Kapitel (insbesondere, wie viele Versuche die Szene mit der Amtskette durchlief, ehe das klappte) finden sich, wie üblich, in meinem Blog. Unter dem netten Titel Hätte, hätte, Amtskette. Zudem existiert auch ein Blogeintrag, der sich näher mit den Hintergründen des Tourette-Syndrom-Narren beschäftigt, unter dem Titel Güte und Gnade.



@Gurkensalat: Ja, es hat Spaß gemacht, sich mit dem Thema zu beschäftigen; sicherlich merkt man das. *g* Gríma hat natürlich eigentlich keine Ahnung, wie die anderen reagiert hätten, wäre er mit Théoden mitgegangen, aber er kennt Éomer gut genug, um zu wissen, dass dessen Hass auf ihn wohl nur schwerlich verlöschen würde. Ich könnte mir zwar nicht vorstellen, dass Éomer ihn umbringen würde (dazu ist er zu ehrenhaft und Théoden zu loyal, als dass er sich gegen dessen Befehl stellen würde), aber ich könnte mir vorstellen, dass Andere womöglich eher gehandelt hätten. Und so gesehen... hat Gríma das nicht auch irgendwie verdient? (Ah, ich kann noch hinzufügen, dass er indirekt für Théodreds Tod verantwortlich ist. Es war schließlich Théoden, der ihn zu den Furten des Isen schicke, und dort lauerte der Hinterhalt auf den Königssohn. ^^)
Ich wollte den Tourette-Narren gerne als eine Art verzerrtes Spiegelbild zeichnen. (Eigentlich war erst geplant, dass er Grímas Schwester nachschleichen sollte, aber das wurde dann schnell wieder verworfen, weil es zu ähnlich gewesen wäre und Gríma zu sehr an Éomer angeähnelt hätte. Ich schätze, wenn Gríma sich für etwas schämen würde, dann wäre es sicherlich nicht, dass er Éowyn begehrte. Das glaube ich nicht.)
Die Situation ist ähnlich wie die Grímas; er wird eines Verbrechens angeklagt und wird begnadigt, dank der „Güte“ Théodens. Doch was hat das gebracht? Nur noch mehr Zerstörung und Tod, in beiden Fällen. Ich wollte auch Théoden mit einer nicht ganz reinen Weste aufzeigen; zeigen, dass auch er Fehler gemacht hat, die größere Konsequenzen nach sich ziehen, und eben zeigen, dass Gnade nicht immer die beste Lösung ist.
Und zudem wollte ich einen Grund für Grímas so offensichtliche Verachtung gegenüber Théoden finden, denn er spuckt ihm schließlich vor die Füße. Man spuckt Leuten nicht einfach so zu der Zeit vor die Füße; außer, man verachtet sie zutiefst.
Oh, ich bin mir sicher, dass er das Gefühl des Aufbegehrens schon eigentlich tief in sich nach dem Auftragsmord an Lotho spürt, oder sogar schon, als er den Palantír aus dem Fenster warf. (Meine Güte, ist das lange her.) Stuntfola „weckt“ dieses Gefühl wahrscheinlich nur in ihm auf.
Ach, stuntfola hätte immer noch die Möglichkeit, sich dazwischen zu werfen und selbst die Pfeile abzubekommen... oder die Klinge, je nachdem, bei wem sie sich dazwischen wirft. ^^
Ha, du willst also doch mehr über ihn erfahren! Gut, gut, freut mich. ^^ Ich kann dir versprechen, dass ich mit Krähenfuß noch nicht fertig bin... nur bin ich mir nicht sicher, ob er in Grímas Ausführungen noch einmal erwähnt wird. Gríma ist hier ein bisschen zu sehr abgelenkt, um ausgerechnet an Krähenfuß zu denken. ^^
Danke für dein Review! :)
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