Cwideas

von Thainwyn
GeschichteAbenteuer, Drama / P16
07.05.2014
02.06.2018
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35
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
 
Disclaimer: Mir gehört nichts außer stuntfola, alles andere gehört Tolkien und seinen Erben. Ich habe nicht die Absicht, Geld mit dieser Geschichte zu verdienen.

Hauptpersonen: Stuntfola (OC) u.a.

Warnungen: OC, RL/ME, CD

Rating: P16, sicherheitshalber

Anmerkungen: Und ja... ich habe die Sünde begangen. Ich schreibe eine lange Real Life meets Middleearth-Geschichte. Ich bekenne mich schuldig in allen Anklagepunkten.
Diese Geschichte hier ist die „lange“ Version meiner 120er "Hundertzwanzig fremde Worte", daher kommt auch die Ähnlichkeit. Wer sich also spoilern will, kann gerne die Geschichte lesen, wer jedoch miträtseln will... *g*
Wie in der Vorlage werde ich die Kapiteltitel ins Altenglische übersetzen, garantiere jedoch nicht für die Richtigkeit meiner Übersetzungen.
In manchen Kapiteln werdet ihr einen Link zu meinem Blog finden, wo ich mir Gedanken über gewisse Dinge, unter Anderem Details bei den einzelnen Kapiteln, meiner Inspiration zu der Handlung oder das Phänomen des Weltenwandelns gemacht habe - alternativ auch unter dem Label "Cwideas" zu finden.
Ein Cover zur Geschichte findet sich hier.

Vielleicht benötige ich eine kleine Erklärung am Anfang: Ich hege schon lange die Idee, jemanden von unserer Welt nach Mittelerde zu schicken; ein Mädchen, welches einen recht schweren Weg bekommt, an die etwas „raueren“ Bewohner Mittelerdes gerät und im Allgemeinen eher schwächlich ist.
Ich wollte keine Mary-Sue erschaffen, sondern mir vorstellen, wie es wohl wäre, wenn jemand tatsächlich von unserer Welt nach Mittelerde gelangen würde, und ich weiß, dass es hierzu schon unzählige Geschichten gibt, eine jede mit ihrer eigenen individuellen Persönlichkeit. Ich hoffe nur, dass mein Protagonist individuell genug ist, damit er(sie) interessant bleibt.
Auch wird hier keine Romanze im Vordergrund stehen, sondern mehr die Probleme, mit Misstrauen und Abweisung umzugehen und erst zögerlich Vertrauen zu fassen. Und es wird... ein bisschen düsterer werden, was auch mit ihrem Pfad zusammenhängt. Mittelerde ist schließlich eine harte Welt.
Reviews werden am Ende des jeweilig nächsten Kapitels beantwortet, und ich freue mich über solche - und insbesondere auch über konstruktive Kritik.
Ich wünsche jedenfalls viel Vergnügen bei





Cwideas







Prolog


Cwide.
Ein Wort.

Cwideas.
Worte.

Ic mælae cwideas.
Ich spreche Worte.


Altenglisch.
Es fühlt sich merkwürdig an, dies zu schreiben; vor Allem, wenn man weiß, dass diese Sprache tatsächlich noch gesprochen wird, wirklich lebendig ist, abgesehen von den Filmen, in denen sie vorkommt.
Sie wird nicht hier gesprochen; das, was wir Menschen hier Realität nennen, sondern in Mittelerde.
Denn ich bin dort gewesen.
Ich muss dazu sagen, dass ich niemals das Verlangen hatte, wirklich nach Mittelerde zu kommen. Die Fantasie reichte mir vollkommen; es war genug, sich stundenlang Geschichten darüber auszudenken. Mir vorzustellen, wie es dort wohl wäre.
Doch selbst dorthin kommen...? Nein. Zu viele Gefahren lauerten dort; zu viele Gelegenheiten, bei denen man sterben könnte.
Ich wollte nicht sterben.
Ich wollte keine Wesen, Menschen oder Orks von dort treffen, und schon gar nicht mit ihnen reden oder kämpfen. Ich wollte keinen Krieg und die Folgen eines Solchen miterleben, war glücklich damit, in meinem Heim relativ unbehelligt von all diesen Dingen sein zu können.
Und doch... doch war ich dort.
Und hiermit werde ich erzählen, was mir dort passiert ist; man könnte auch von „verarbeiten“ reden. Angenehm war es sicherlich nicht immer, denn mein Weg war leider nicht der einer Mary-Sue, so sehr ich mir dies später auch gewünscht hätte.
Doch... ich sollte vielleicht am Anfang der Erzählung anfangen.
Wie alles begann.




1. Kapitel: Verirrt - losian


„Oben!“

Außer Atem, doch übermäßig glücklich breitete ich die Arme aus, schloss die Augen und ließ den Wind über mein verschwitztes Gesicht streichen. Die Luft hier oben auf dem Berg war klar und frisch; so anders als die Luft unten im Tal.
Oder zumindest schien es mir so zu sein.
Hinter mir hörte ich Schritte und Stimmen, die die Stille durchbrachen, und ich öffnete wieder die Augen und drehte mich um.
Die anderen kamen langsam den Berg hoch und ließen sich auf dem mit Flechten und rotem Heidekraut bewachsenen Felsboden nieder. Einige Kiefern wuchsen ebenfalls hier; die mit ihren Wurzeln tief in das felsige Erdreich eindrangen.
Noch einmal ließ ich meinen Blick über die atemberaubende Aussicht schweifen; über das Fjell mit seinen hohen Bergen und tiefen Tälern, die dichten Wälder und die Seen. Oder, zumindest von meinem Aussichtsplatz aus; der See.

Wir machten Urlaub in Norwegen, und ich war, wie üblich, voraus gelaufen, um als Erste die Markierungen der Wanderwege zu entdecken. Was manchmal gar nicht so leicht war, da die Norweger sich gerne darauf beschränkten, einfach nur gelbe Punkte auf Steine zu malen oder Bändchen an Zweige zu binden.
Doch gerade dies machte es ja so spannend; einer Schatzsuche gleich.
Meine Mutter kam auf mich zu. „Nun, du darfst einen Stein auf den Haufen legen.“
Ich war mir sicher, dass in diesem Moment ein ziemlich blödes Grinsen auf meinem Gesicht erschien und nickte. Sie wusste genau, dass ich dies liebte. „Danke!“
Ein flacher Stein war schnell gefunden, und dann hatte ich auch schon einen der vielen Steinhaufen entdeckt, welche die Skandinavier gerne mal an ihren Wegen oder Gipfeln aufschichteten. Zum Glück war der Steinhaufen noch nicht so groß; und so war es recht leicht, den Stein auf den Turm der anderen zu stellen.
Bestimmt bedeutete es Unglück, wenn man versehentlich den Turm umstieß. Auf jeden Fall bedeutete es Geschick und Arbeit, ihn wieder aufbauen zu müssen.
Eine weitere Tradition, die Spaß machte.


Es war an der Zeit, wieder nach unten zu gehen, und nachdem wir gegessen und getrunken hatten, machten wir uns an den Abstieg. Der Weg nach unten geht immer schneller und leichter als der Weg hinauf, und so führte ich die Gruppe wieder an. Meine Eltern waren dabei, und einige Freunde von ihnen, mit denen ich mich auch gut verstand.
Ich genoss die Wildnis und die Stille der Natur. Es war ein ganz eigenartiges Gefühl; als ob man hier allein auf der Welt wäre und rund um einen herum nichts als Wald, Moor und Heide. Und Felsen und Berge.
Die Stimmen hinter mir waren verstummt.
Verwundert drehte ich mich um und erblickte Bäume. Bäume, aber nicht meine Eltern oder ihre Freunde.
„Shit.“
Ich lief ein Stück des Weges zurück, von dem ich gekommen war, konnte jedoch keine Spur von meiner Familie entdecken. Bin ich falsch abgebogen?
Zu meiner Rechten öffnete sich der Wald und ging in eine große, weite Ebene von trockenem, gelblichen Gras über. Ein einzelner, kahler, gebeugter Baum stand in der Ebene, und da sah ich etwas, was mein Herz höher schlagen ließ: Da ist ein Band.
Ein gelbes Band hing von einem der Äste herab, festgebunden, und beinahe hätte ich es in der gelben Landschaft übersehen.
Erleichterung überkam mich. Ich bin also tatsächlich nur falsch abgebogen.
Als ich hinaus auf die Ebene lief, immer auf das gelbe Band zu, versuchte ich, die leise Stimme in meinem Inneren zu ignorieren. „Solltest du die anderen dann nicht eigentlich sehen können?
Nein, ich war richtig. Ich war richtig abgebogen. Schließlich war das gelbe Band da. Die anderen waren einfach sehr weit vor mir; ich musste nur schneller gehen, um sie einzu -
Meine Gedanken wurden abrupt unterbrochen, als mein Fuß in Wasser klatschte. Erschrocken zog ich ihn sofort wieder zurück; dank meiner dichten Stiefel war zum Glück kein Wasser eingedrungen. Die Oberfläche des Grases hatte einfach nachgegeben und schwamm nun in einer Pfütze, die die Farbe von dunklem Rost hatte.
Ich blickte mich um, und ich schauderte, als mir klar wurde, wo ich mich befand.
Ich war in einem Moor gelandet. Ein wenig entfernt konnte ich nun auch die langen Stängel mit den weißen, weichen Büscheln stehen sehen; Wollgras genannt. Diese wuchsen grundsätzlich nur in Mooren, und ich fragte mich, wie ich sie hatte übersehen können.
Meine Augen scheinen schlechter geworden zu sein. Verflucht, bin ich denn wirklich so blind geworden?!

Am Besten ist es, wenn du am Rand des Moores entlanggehst. Da ist der Boden fester.

Die Stimme meiner Mutter erklang wieder in meinem Kopf, und ich schluckte. Wie sollte ich denn auf dieser weiten Ebene den Rand finden? Rund um mich herum lauerten schwimmende Inseln, die nur darauf warteten, dass ich einen Fehltritt machte!
Ein Bild von einer Moorleiche, mit schwarzbrauner Haut und rostrotem Haar spukte mit einem langgezogenen Stöhnen durch meinen Kopf. Die leeren Augenhöhlen starrten mich an, ehe das Bild wieder verschwand.
Vor Verzweiflung und leichter Panik den Tränen nahe blickte ich mich um, als mein Blick wieder auf den Baum fiel, der allein in der Ebene stand. Wenn da ein Baum wachsen konnte, bedeutete dies möglicherweise auch, dass dort der Boden fester war. Außerdem hing an dem Baum die Wegmarkierung, und es bedeutete, dass dort der richtige Weg war.
Ich musste also nur noch dorthin kommen.


Ich war wieder der Verzweiflung nahe, als ich endlich, die Beine meiner Jeans mit schwarzem Schlamm bespritzt, den Baum erreichte. Mehrmals war ich auf ein falsches Grasbüschel getreten, selbst nach der vorsichtigen Überprüfung, ob es mein Gewicht trug. Denn oftmals hatte es dies doch nicht getan, und ich war in das Wasser getreten und hatte es gerade noch geschafft, meinen Fuß wieder herauszuziehen, ehe der Schlamm sich festsaugen konnte.
Ich konnte nicht sagen, wie viel Zeit vergangen war.
Mehrere Male hatte ich auf mein Handy geschaut, doch hier in der Wildnis gab es keinen Empfang, und das uralte Nokia-Handy blieb tot, da zu allem Überfluss während der Wanderung mein Akku leer gegangen war.
Nun jedoch war ich endlich bei dem Baum angekommen, und erleichtert stellte ich fest, dass der Boden hier tatsächlich fest war und nicht einbrach.
Unsicher sah ich mich um, konnte jedoch nur den nun fernen Waldrand und die Berge dahinter sehen und das Moor, welches sich in der anderen Richtung bis zum Horizont zu erstrecken schien. Wenn ich nach oben schaute, sah man auch nicht mehr als blauen Himmel mit ein paar vereinzelten Wolken und ab und zu einem Schwarm Vögel, der darüber hinwegflog.
Kein Hubschrauber, der kam, um mich abzuholen.
Verfluchter Mist. Weshalb war ich denn auch voraus gelaufen? Weshalb hatte ich nicht auf die anderen gewartet?

Und da sah ich auf einmal etwas, was mich stutzen ließ und mich gleichzeitig mit Hoffnung erfüllte.
Es war ein Reiter auf einem großen Pferd.
Im ersten Moment wunderte ich mich über das Pferd, dann jedoch kam mein Verstand gleich mit einer logischen Erklärung: Man musste ja irgendwie im Moor herumkommen, und ein Auto würde hoffnungslos versinken. Möglicherweise war dies ja ein Norweger, der die Markierungen überprüfte.
Meine Hoffnung, um hier wegzukommen.
Ich holte tief Luft und hob die Arme. „Hello!“ rief ich auf Englisch. „Here! Hjelp!




tbc...



Über Reviews, Kritik, Lob und Hasstiraden freue ich mich gleichermaßen! *g*
A/N: Englische Vokabeln:
Hello = Hallo
Here = Hier

Norwegische Vokabeln:
Hjelp = Hilfe
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