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Das letzte Gefecht

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Dr. Will Zimmerman Henry Foss Nikola Tesla
04.05.2014
28.09.2014
15
25.494
1
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
04.05.2014 1.103
 
Heiho an alle! :D
Hier ist es: das erste Kapitel meiner '6. Staffel' von Sanctuary! Setzt genau nach dem Ende meiner anderen Story ein.

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Alles war ruhig und friedlich. Von den Ereignissen des letzten Jahres war kaum noch etwas zu merken. Der Tumult um die Abnormen hatte sich gelegt und es gab nur noch Meldungen von vereinzelten Konflikten zwischen einigen kleinen Gruppen. Alles in Allem hätte man von einem geradezu paradiesischen Zustand reden können, wäre da nicht ein gewisser freilaufender Praxianer namens Cabal, der es nach wie vor auf Nikola und Helen abgesehen hatte.

Doch der erste Kampf war gewonnen und jetzt hatte sich ein jeder eine Pause und Erholung verdient.


Es war kurz nach Sonnenaufgang. Die meisten Menschen und Abnormen in London lagen noch in ihrem Bett. Ein paar Vögel leiteten bereits mit ihrem Gesang den neuen Morgen ein und eine friedvolle Stille lag über dem Sanctuary.

Auch die dunkelhaarige, blauäugige Frau lag zur Abwechslung mal schlafend im Bett. Eine Seltenheit, wie der Vampir neben ihr grinsend feststellen musste. Er hatte den Ellbogen auf die Matratze gestützt und musterte die schlafende Frau neben ihm nachdenklich. Die grauen, wachsamen Augen nahmen jedes Zucken, jeden Atemzug und jede noch so kleine Bewegung ihres Körpers wahr. Er konnte es noch immer nicht ganz fassen, dass sie endlich sein war. Gut 120 Jahre hatte er auf diesen Augenblick gewartet! Einen Augenblick, der vielleicht nie gekommen wäre. Doch er war da und ob er es sich einstand oder nicht, er hatte Angst.

Lange hatte er sich diesen Augenblick ausgemalt, den Augenblick, neben ihr wach zu werden, sie in seinen Armen zu halten und nun war er unsicher. Was würde nun werden? Er liebte sie, das war ihm klar. Doch was war mit Cabal? Er war noch immer auf seinem Vampir-Kreuzzug und würde nicht eher ruhen, bis er diesen auch beendet hatte. Den letzten Kampf hatte er zwar gewonnen – auch wenn ihm noch nicht ganz klar war wie – aber was würde das nächste Mal passieren? Nikola fuhr sich besorgt durch das dunkle, völlig zerzauste, Haar. Er musste sie beschützen – Seine Königin. Mit allem Mitteln, koste es, was es wolle!

Eine Bewegung neben ihn, riss ihn aus den Gedanken und als er den Kopf hob, strahlten ihn ein paar blaue Augen freundlich an. Ein verzücktes Lächeln umspielte Nikolas Lippen. Womit hatte er das nur verdient?

„Hey du.“, flüsterte er schließlich. Ein breites Lächeln kam ihm entgegen. „Selber hey.“, erwiderte Helen, runzelte jedoch die Stirn, „Ist alles okay?“ Nikola legte den Kopf etwas zur Seite: „Sicher. Wieso nicht?“ „Du denkst sehr laut.“, antwortete sie schlicht. Ein breites Grinsen erschien auf dem Gesicht des Vampirs und er nahm abwesend eine dunkle Locke zwischen die Finger. „Lass mich doch denken.“, meinte er gespielt gleichgültig, jedoch straften seine funkelnden Augen, seine Worte Lügen. Ein leichtes Lachen entwich Helen und sie schüttelte lächelnd den Kopf: „Ich bin froh, dass du wieder der Alte bist, Tesla.“

Nikolas Lächeln verschwand und ein nachdenklicher Ausdruck trat stattdessen auf sein Gesicht. Nein, ganz der Alte war er nicht mehr. Er hatte sich verändert, auch wenn er noch nicht ganz wusste, inwiefern. Seine Gedanken flogen zurück zum Kampf mit Cabal und seinen Lakaien. Henrys Gesichtsausdruck, nachdem Cabal geflohen war, gab Nikola zu denken. Sicher war der Werwolf sichtlich erleichtert gewesen, jedoch hatte sich unter diese Erleichterung auch Sorge, Verwirrung und Angst gefunden. Nikola konnte sich immer noch nicht richtig daran erinnern, was während des Kampfes geschehen war und das machte ihm Sorge.

Eine warme Hand legte sich auf seinen Arm und brachte Nikola wieder in die Gegenwart. „Alles okay?“, fragte Helen sanft, „Du wirktest gerade etwas abwesend.“ Nikola blinzelte einen Moment, bevor sein typisches, sorgloses Grinsen wieder auf sein Gesicht trat. Innerlich schüttelte er den Kopf über sich. Was passiert war oder was noch passieren könnte, war doch jetzt völlig egal. Alles was zählte waren er und seine Helen.

Grinsend zog er sie zu sich und strich ihr sanft die losen Strähnen aus dem Gesicht. „Mir geht’s gut. Im Moment sogar mehr als gut.“, erwiderte er flüsternd und küsste sie sanft.


Helen erwiderte nur zu gern, vergrub die Finger in seinem wirren, schwarzen Haar und zog ihn noch näher an sich. Sie hatte ihn wieder! Er war da – Bei ihr. Und nie würde sie ihn wieder gehen lassen. Nicht nachdem Gefühlschaos, dass sie im letzten Jahr seinetwegen durchgemacht hatte. Sie wusste, dass er ihr etwas verschwieg – Sie konnte es deutlich spüren, doch sie vertraute ihm. Er würde ihr sagen was los war, sobald er bereit wäre. So war es schon immer – So war er schon immer.

Doch alles was im Moment für beide zählte, war die Anwesenheit des jeweils anderen. Mehr war im Moment nicht nötig…

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Ein Schrei durchzog die Luft, gefolgt von einigen Kisten, die durch die Luft flogen und scheppernden und krachenden Geräuschen, wenn die Kisten auf einer Oberfläche auftraten. Kurz gesagt: Cabal war stinksauer!

Tobend und schreiend lief er nun schon die ganze Nacht durch die alte, abgelegene Lagerhalle – seit sie aus dem Wald zurückgekehrt waren. „Wie kann er es wagen?!?!“, tobte Cabal, „Wie kann es dieser minderwertige Vampir wagen, sich MIR in den Weg zu stellen??!! Dazu hat er kein Recht!!!“ Cabals Adjutant, ein junger Praxianer mit weißblondem Haar, sah seinem Vorgesetzten aus ruhigen Augen bei dessen Tobsuchtsanfall zu. Ihm behagte es gar nicht, wenn Cabal derart schlecht gelaunt war. In diesem Zustand war er unberechenbarer und gefährlicher, als sonst. „Lean!!“, sprach Cabal wütend zu seiner rechten Hand, „Wo warst DU eigentlich die ganze Zeit?! Warum warst du heute Nacht nicht anwesend?!“ Der blonde Praxianer, Lean, antwortete mit ruhiger Stimme: „Ihr gabt mir den Befehlt hierzubleiben. Ich sollte unser Versteck bewachen, Meister.“ Cabal beäugte ihn misstrauisch und wütend, nickte jedoch dann und begann wieder, fluchend durch die Lagerhalle zu tigern. Hin und wieder hörte Lean Wörter wie ‘verdammter Vampir‘ oder auch ‘Das wird dieser Bastard mir büßen!‘.

„Was sollen wir nun tun, Herr?“, wagte Lean nach einiger Zeit zu fragen, „Wie gedenkt ihr dem Vampir das Lebenslicht auszublasen?“ Cabal blieb vor dem Jüngeren stehen und sah nachdenklich ihn nachdenklich an. „Hast du denn eine Idee, Lean?“, stellte er Lean die Gegenfrage. „Er hat sich versteckt – Der Vampir. Wir sollte ihn zuerst aufspüren und dann planen, wie wir ihn aus der Reserve locken können… Herr.“, antwortete Lean ruhig. Cabal sah ihn einen Moment durchdringend an. Nach einigen Minuten trat ein heimtückisches Grinsen auf sein Gesicht: „Hervorragende Idee, Lean. Leite alles in die Wege!“ Ohne ein weiteres Wort verschwand Cabal und Lean sah ihm mit einem leichten Lächeln nach. „Sehr wohl, Herr.“
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Und was meint ihr? Gut oder Schlecht?
LG Helen Tesla
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