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Trouble is a Friend

von Silvana
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor / P12 / MaleSlash
30.04.2014
30.04.2014
1
1.181
6
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
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30.04.2014 1.181
 
Hier kommt eine neue Kurzgeschichte von mir und ich hoffe, ihr habt Spaß damit. :)

Pairing: Sergio Pérez / Martin Whitmarsh
Warnung: Slash
Timeline: Mittwoch, den 13.11.2013, 16:00 Uhr, vier Tage vor dem Großen Preis von Austin

Disclaimer: Keine der erwähnten Personen gehört mir. Alles ist frei erfunden, es soll mit der Geschichte keinem geschadet werden und ich verdiene auch kein Geld damit.

Anmerkung: Die Geschichte spielt zeitlich vor „Beautiful Disaster“, die beiden Storys bauen aber nicht aufeinander auf. Wichtig daraus zu wissen wäre nur die Info, dass Martin farbenblind ist.


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Genüsslich ließ sich Sergio Pérez in sein großes weiches Hotelbett fallen nachdem er sich rasch umgezogen hatte.

Er hatte eben einen Interviewtermin hinter sich gebracht, sich danach unten an der Bar einen hervorragend schmeckenden kühlen Fruchtcocktail gegönnt und nun war es Zeit zu entspannen. Zwei Stunden bis zum Abendessen, erst danach wartete der nächste Termin auf ihn.

Er streckte sich ausgiebig, gähnte dabei lautstark und voller Theatralik, als plötzlich sein Smartphone losging und „Rosana“, seinen Klingelton, abspielte. Er rang den Wunsch nieder, mitzusingen und ging ran.

„Hallo!“, meldete er sich mit vergnügter Stimme, als er Martins Namen auf dem Display aufleuchten sah.

„Checo? Wo bist du gerade, schon im Hotel?“, der Ältere klang angespannt.

„Ja. Nur zwei Etagen unter dir.“, verkündete sein Geliebter gutgelaunt.

„Das ist gut.“, die Spannung in Martins Stimmlage schlug in Erleichterung um. „Kannst du mal schnell zu mir raufkommen?“

„Klar. Du klingst so komisch besorgt, stimmt was nicht?“

„Könnte man so sagen. Ich zeig es dir, wenn du hier bist, beeil dich bitte.“

„Bin unterwegs.“

In Rekordzeit legte Checo auf, schmiss das Telefon ins Bett und rannte die Treppen hoch. Wie üblich wenn man es eilig hatte, hing der Aufzug im Erdgeschoss und der junge Mexikaner war nicht geduldig genug, um darauf zu warten. Ein paar Stufen hatten ja schließlich noch niemandem geschadet. Er hetzte nach oben und klopfte hastig atmend an die Tür seines Freundes.

„Oh, das war aber wirklich fix.“, staunte Martin und bat Checo herein.

„Speedy Gonzales ist nicht umsonst mein Spitzname.“, sagte der 23-Jährige neckisch. „Also, was ist los, dass ich so dringend herkommen sollte?“, er spitzelte über die Schulter seines Teamchefs und sah einen offenen Koffer auf dem Boden liegen sowie zwei Hemden ausgebreitet auf dem Bett.

„Ich brauche deine Hilfe.“

„Wobei?“

„Ich muss in spätestens einer halben Stunde zu einem Meeting und du müsstest mir dabei helfen, ein Hemd auszusuchen. Hier diese beiden…“, er zeigte auf das Bett. „… was für Farben haben sie? Das sieht mir nicht nach weiß aus.“, er dachte, er fragte lieber jemanden, ehe er sich dort blamierte.

„Ach du Scheiße.“, Checo betrachtete die Kleidungsstücke entgeistert.

„Was denn?“

„Also die kannst du beide nicht anziehen. Das eine ist pink und das andere grell türkis.“

„Großartig.“, der 55-Jährige legte den Kopf in den Nacken und starrte Richtung Zimmerdecke.

„Warum hast du überhaupt solche komischen Klamotten eingepackt?“

„Habe ich nicht, das hier ist nicht mein Koffer, sie müssen vorhin am Flughafen vertauscht worden sein. Ich habe es nicht bemerkt, weil sie völlig gleich aussehen, aber als ich ihn aufgemacht habe, um mich auf das Meeting vorzubereiten, da ist es mir aufgefallen. Das sind nicht meine Sachen. Wenigstens scheinen wir die gleiche Größe zu haben.“

„Das heißt, dass…“

„… jetzt ein gewisser Frank Morgendorffer…“, Martin las den Namen auf der Ausweiskopie im Inneren. „…wahrscheinlich momentan irgendwo an einem Hotelpool liegt und seine Badehose vermissen dürfte. Ja.“

„Na klasse. Hast du geschaut, ob da noch andere brauchbare Sachen sind?“

„Mh, da hätten wir zum Beispiel dieses Schätzchen.“, er zog ein Hemd mit Palmenmuster hervor. „Ganz abgesehen von dem höchst interessanten Design, wage ich auch hier einfach mal stark zu bezweifeln, dass es sich um dezente Farben handelt.“

Checo konnte sich nicht beherrschen und musste beim Anblick des Hawaiihemdes laut losprusten. „Das ist hellblau, grün und rot, wenn dein Termin nicht zufällig eine Beachparty ist, ist das definitiv das falsche Outfit.“, meinte er und wischte sich die Tränen weg. „Aber sieh es positiv, sie hätten dir auch den Koffer von einem 16-jährigen Computer-Nerd geben können.“

„Sehr witzig.“, entgegnete Martin, doch Checos Lachanfall steckte ihn an und er musste ebenfalls lächeln.

„Entschuldige.“, unschuldig blinzelte ihn der Jüngere an. „Warte, mir kommt eine Idee!“, sagte er nun, schnippte mit den Fingern und begann, sein eigenes Hemd aufzuknöpfen, das glücklicherweise nicht so eng anlag wie die, die er sonst trug. Er zog es aus und reichte es rüber.

„Was wird das, wenn es fertig ist?“

„Hier, zieh das an!“

„Das ist mir zu klein, Checo.“

„Macht ja nichts, Hauptsache es ist weiß. Du musst es nur zukriegen und das sollte das geringste Problem sein.“

Skeptisch kam sein Liebhaber der Aufforderung nach. „Gut, fertig, aber das sieht äußerst eigenartig an mir aus. Und was machen wir nun?“

„Nun hoffen wir, dass der gute Frank mich nicht enttäuscht…“, antwortete der Angesprochene, kniete sich über den fremden Koffer, wühlte darin, schmiss hier und da ein Kleidungsstück heraus und hielt am Ende triumphierend einen dünnen schwarzen Pullover in den Händen. „Aha! Wer sucht, der findet!“

„Ein Pullover?“

„Jep. Zieh den mal drüber. Es ist eh nicht übermäßig warm draußen und ein weißer Hemdkragen unter einem schwarzen Pulli sieht immer ordentlich aus. Ich bin sicher, das wird dir stehen.“

„Na gut, probieren wir es aus.“, Martin zog das Fundstück über und befand das Resultat im Spiegel als durchaus annehmbar. „Das ist nicht schlecht, Checo.“

„Sag ich doch.“

„Nur eine kleine Schwierigkeit haben wir noch, stelle ich gerade fest…“, je länger der 55-Jährige das Hemd seines Schützlings trug, desto mehr kam er sich vor als würde er riechen wie ein siebenstöckiges Freudenhaus. Checo neigte dazu, mit Parfüm hemmungslos zu übertreiben. Martin mochte seinen Duft eigentlich sehr, er war verführerisch, leidenschaftlich und einladend, aber eben nicht optimal geeignet für einen geschäftlichen Termin.

„Welches?“

„Deine Sachen sind ziemlich… stark parfümiert.“, um es höflich auszudrücken und das Wort aufdringlich zu vermeiden.

Checo schnupperte und zuckte mit den Schultern. „Ach, das fällt nicht auf. Das merkt kein Mensch und wenn doch, dann müsste der dir schon sehr nahe kommen. Und wenn das einer macht, kannst du sagen Hören Sie auf, mich zu belästigen, Sie Schwein !“, schlug der 23-Jährige zwinkernd vor.

„Na du hast Einfälle…“, Martin lachte, was Checo zeigte, dass sein Aufmunterungsversuch geklappt hatte.

Liebevoll legte ihm der Mexikaner einen Arm um die Schultern. „Hey, mit den Klamotten ist alles okay und du wirst sehen, dass der Termin gar kein Problem werden wird.“

„Danke, dass du gleich gekommen bist und mir geholfen hast.“

„Das ist selbstverständlich. Und wenn du wiederkommst helfe ich dir, hinter dem verschollenen Koffer herzutelefonieren. Wenn wir zu zweit in Warteschleifen hängen, geht es vielleicht schneller.“

„Das ist nett.“, immer wieder brachte ihn die lockere Art seines Geliebten zum Schmunzeln. „Aber jetzt muss ich los.“

„Okay, wir sehen uns.“, sagte Checo leise und gab dem Älteren einen flüchtigen Abschiedskuss, der Lust auf mehr weckte.

Seufzend sah er ihm nach, als er den Raum verließ.

Diese kleine Berührung hatte bereits ausgereicht.

Und er spürte, wie sein Herz wieder einmal in seiner Brust verrücktspielte.


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Ende.
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