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„Fata viam invenient“ -  Das Schicksal findet seinen Weg♡

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Thriller / P16 / MaleSlash
Ashley Magnus BigFoot Declan McRae Dr. Helen Magnus Dr. Will Zimmerman Henry Foss
30.04.2014
13.05.2014
12
22.768
2
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30.04.2014 1.146
 
-Ein echt beschissener Tag-
(Aus meiner Sicht)
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An jenem schicksalhaften Tag, der mein Leben, wie ich es kannte, für immer verändern sollte, … schüttete es wie in Strömen.

Es war, als hätte der sonst so herrlich anzusehende, azurblaue Himmel, von einem Moment auf den nächsten, die gesamten Schleusen geöffnet, um seinen geballten Zorn, in Form von schier nicht enden wollenden Regengüssen, in die nun wolkenverhangene, dunkle Abenddämmerung, am Rande der Londoner Innenstadt zu entladen.

Ohne jedwede Rücksicht auf Verluste.

Ich seufzte genervt.

„Na klar! Das musste ja jetzt so kommen! … Der perfekte Abschluss eines beschissenen Tages!“ dachte ich im Stillen und zog meine braune, dünne Lederjacke schützend, vor den unzähligen, fallenden, kalten Regentropfen, über meinen Kopf.

Es half jedoch nicht viel.

Ich war zu meinem Bedauern, binnen einer Minute, von oben bis unten komplett durchnässt.

Mein T-Shirt und die dunkelblaue, enge Jeans, klebten wie eine unangenehme zweite Haut an meinem Körper.

Daraufhin begann ich heftig zu zittern, als mich die eisige, ausbreitende Kälte, mit einem unerwarteten Schlag bis in die Knochen traf.

Kleine weiße Atemwölkchen, stieß ich unwillkürlich beim Rennen aus.

Meine schwarzen Turnschuhe, waren natürlich ebenfalls keineswegs wasserdicht und meine viel zu dünnen, kurzen Socken, ließen meine Füße nur noch schlimmer feucht, kalt und ungeschützt zurück.

Ein schlimmer, heftiger Windstoß, erfasste mich zusätzlich und ließ mich frösteln.

„Brrr verdammter Mist!" fluchte ich laut mit klappernden Zähnen und geröteten Wangen, von denen mittlerweile kleine, glasige Wasserperlen mein Gesicht herunter liefen.

Meine inzwischen triefendnasse, pechschwarze, lange Haarpracht, begann sich unter dem geringen, nicht vorhandenen Schutz der Jacke zu kräuseln und klebte wie ein schwerer Schleier, in meinem Nacken und auf dem Rücken.

Ich stoppte, völlig außer Atem, stützte meine Hände auf die Knie und keuchte angestrengt.

„Ich kann mir keine Bequemlichkeit leisten! … Los, lauf weiter!“ spornte ich mich selbst an und beschleunigte erneut wieder meine Schritte.

Doch ich merkte unweigerlich, dass ich allmählich an die Grenze meiner körperlichen und psychischen Belastbarkeit angekommen war.

Die Welle des Schmerzes, traf mich unerwartet, als ich plötzlich stolperte und halt suchend auf die Knie sank, welche fast ohne jeden Widerstand kraftlos nachgaben.

Ich war am Ende meiner Kräfte.

Während ich mich nach Luft ringend mit der rechten Hand vom Boden aufstützte, wanderte die linke zu meiner Brust.

Dunkelrotes, dickes, warmes Blut, quoll aus einer der Schussverletzungen, unter meinem weißen, transparenten Shirt hervor.

Die Blutung war so stark, dass sie binnen kürzester Zeit sämtliche meiner Kleidungsschichten durchtränkt hatte. Wesentlich schlimmer als der Streifschuss an meiner rechten Schulter, den ich fast nicht bemerkte.

Geschockt starrte ich auf meine mit Blut besudelte, aufgescheuerte, dreckige Handfläche.

Lange würde es nicht mehr dauern, bis mich der Blutverlust bewusstlos machen oder die Woge des Schmerzes verrückt werden lassen würde.

In der Dunkelheit ein paar Meter direkt hinter mir, hörte ich Stimmen.

*Ihre* Stimmen und die dröhnenden, bedrohlichen, schweren Fußstapfen meiner Verfolger, welche immer näher kamen.

„Steh auf! Sie haben dich gleich und dann werden sie dich töten!“ ermahnte mich meine innere Stimme der Vernunft, welche mir die prekäre Lage in der ich mich befand, noch einmal schmerzhaft bewusst machte.

Angestrengt, versuchte ich verzweifelt meine letzten Kräfte zu mobilisieren und mich aufzurichten.

Doch das Adrenalin, das meine Reserven hervorgelockt und die qualvolle Pein der mir zugefügten Wunden ein wenig gelindert hatte, verpuffte langsam.

Um mich herum, fing sich auf einmal alles zu drehen an und ich realisierte indigniert, dass ich im Begriff war, doppelt zu sehen.

Vermutlich würde ich jeden Augenblick zusammen brechen und das wars dann …

Nein! So durfte es nicht enden!

Mir wurde unvorbereitet speiübel und meine Lungen brannten unterdessen bei jedem Atemzug wie Feuer.

Es war die Hölle.


Und das alles nur, weil ich mich die letzten Monate in Sicherheit wog.

Doch eben diese Sicherheit, war nichts anderes als eine trügerische Illusion.

Eine Lüge, die ich mir selbst eingetrichtert hatte, weil ich unbedingt daran glauben und sie zwanghaft festhalten wollte.

Ich hätte es besser wissen müssen!

Goodbye Welt und alle die sie bevölkern.
Mein trostloses Dasein würde gleich ein zugegeben dramatisches, unschönes Ende finden.

Die schier endlos anhaltende Leere und der Kummer meiner Vergangenheit, welcher noch immer an mir nagte, mir des Öfteren nachts den Schlaf raubte und zentnerschwer auf meinem Herzen, sowie meiner Seele lag, würden endlich verschwinden.

Diese schreckliche Tortur, die Schmerzen, die Einsamkeit, … Hallo Dunkelheit, mein alter Freund.

Tränen ergossen sich wie in einem rauschenden Strom, über meine blassen Wangen.

Auf eine obskure, morbide Weise, war der Exitus sogar erleichternd, ja schier tröstlich.

Kein Kämpfen, weiteres Wegrennen oder Versteckspiel mehr.
Keine Angst...

Es gab keine Menschen, keine Familie, keine Freunde, Niemanden, der um mich trauern würde.

Wie sollten sie auch? Für sie existierte ich nicht, war nichts weiter als ein geräuschloser, unbedeutender, kaum wahrnehmbarer Schatten.

Die Welt würde sich auch ohne mich weiter drehen...


„Da ist das kleine Dreckstück! Komm wir machen sie ein für alle Mal kalt! Die Schlampe krepiert schon, die verträgt keine weitere Kugel mehr!“ ertönte das raue, tiefe, dominierende Organ der beiden Männer, welche höhnisch lachten, während sie in ihren schweren Stiefeln nur ca. ein, zwei Meter hinter meinem Rücken entfernt standen und mich wie ein Stück Fleisch gierig beäugten.

Ich vernahm ein metallisches Klicken, welches nur allzu bekannt ein weiteres Mal an mein Ohr drang.

Sie entsicherten ihre Schusswaffen und machten sich für den Gnadenstoß bereit.

Diese elenden Hundesöhne besaßen nicht mal den Anstand, mir dabei ins Gesicht zu sehen.

Mich von hinten zu erschießen, ging vermutlich schneller...
Wie feige und respektlos!

Wenigstens blieben mir so die hässlichen Visagen meiner Peiniger und die sadistische Genugtuung der eiskalten Killer erspart.

Fragt mich jetzt bitte nicht wieso oder warum ich dies in dieser absurden, aussichtslosen Situation tat, darauf weiß ich nämlich bis heute noch keine Antwort.

Die Lage war ausweglos, hoffnungslos, mein letztes Stündlein hatte soeben geschlagen und ich konnte nichts anders tun, ... als zu lachen.

Richtig gehört. Ich begann damit, meine Henker schallend und aus vollem Halse heraus auszulachen.

Es war grotesk.

Doch um mein Leben betteln oder als Genugtuung meine inzwischen getrockneten Tränen zu präsentieren, wollte ich ihnen bei bestem Willen nicht gönnen.

„Was sagt man dazu? Das Miststück fleht nicht um ihr wertloses, scheiß Leben, die lacht uns aus!“ äußerte der Eine empört und außer sich vor Wut.

„Nicht mehr lange", entgegnete der Andere und zielte auf meinen Hinterkopf.

Ein letztes Mal, richtete ich meinen Blick gen Himmel und wartete sehnsüchtig auf das erlösende Geräusch des Pistolenschusses.

Ich versuchte mich auf den beruhigenden Klang des Regens zu konzentrieren, atmete ein letztes Mal tief die kalte Abendluft ein und schloss letztlich die Augen.

Alles um mich herum wurde still, ich fühlte keinen Schmerz mehr, Nichts.

Finsternis breitete sich aus, hüllte mich in seine verheißungsvolle, düstere Liebkosung, schloss mich gänzlich darin ein.

Es war in etwa so, als würde ich ertrinken und nie mehr an die Oberfläche zurück kehren.

Eine unsichtbare, imaginäre Hand, riss mich erbarmungslos mit sich, in die immerwährende Schwärze des Abgrunds.
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