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Mass Effect - Der alltägliche Wahnsinn

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / FemSlash
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian Jeff "Joker" Moreau Tali'Zorah vas Normandy
29.04.2014
01.08.2019
25
300.123
15
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
12.07.2016 7.985
 
Seid mir gegrüßt, werte Ladys und Gentlenerds.
Yeehaw, es geht wieder weiter mit dem alltäglichen Wahnsinn. Ich weiß, ihr wollt wissen, wie es genau weitergeht.
Ein, zwei Unterschiede wird es zum Spielverlauf auf jeden Fall geben, aber das zu beurteilen, überlasse ich lieber euch, solange ihr mir nicht solche Reviews schreibt, wie dieser merkwürdige Typ bei "Wenn Genetik sorglos wird". Der hat von mir bereits eine passende Antwort bekommen. *fieses Grinsen*

Nun denn, genug gelabert, hier ist der Waldbeertee und ein paar Brownies. Hab mir extra Mühe gegeben.
Und jetzt viel Spaß mit:



Mass Effect – Der alltägliche Wahnsinn – Kapitel 16

Serpent-Nebel, System Witwe, Citadel, Ratskammern

Jennifer und ihr Team waren nach dem Andocken direkt in die Ratskammern gerufen worden, wo sich Udina bereits mit dem Rat im Gespräch befand. Als Jennifer dazukam, klopfte er ihr auf den Rücken und meinte anerkennend: „Gute Arbeit, Shepard. Dank Ihnen geht der Rat endlich wirklich gegen Arterius vor!“ Aber irgendwas störte Jennifer an seinem Verhalten, doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, meinte Tevos zustimmend: „Der Botschafter hat recht. Wenn Arterius dumm genug ist, die Citadel anzugreifen, wie Sie meinen, werden wir dort auf ihn warten.“ „Wir stationieren Patroullien bei jedem Massenportal, das die Citadel mit den Terminus-Systemen verbindet.“ gab Sparatus bekannt, worauf Jennifer dagegenhielt: „Glauben Sie etwa, eine Blockade wird ihn aufhalten? Er sucht auf Ilos jetzt gerade nach der Röhre. Was wollen Sie dagegen machen?“ „Ilos ist nur vom Mu-Portal aus zu erreichen. Tief in den Terminus-Systemen, Commander. Wenn wir eine Flotte reinschicken, wird es auf Krieg hinauslaufen.“ konterte Valern, und Udina sagte daraufhin tadelnd zu Jennifer: „Der Rat hat Recht. Wir müssen Diskretion bewahren, Shepard. Arterius’ größte Waffe war Geheimhaltung. Entdeckt ist er keine Gefahr mehr. Es ist vorbei.“ Jennifer gab Udina daraufhin zur allgemeinen Überraschung einen Schlag mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und schnauzte ihm dann ins Gesicht: „Geheimhaltung ist NICHT seine stärkste Waffe, Udina. Die Röhre schon!“ und während Udina ihr einen hasserfüllten Blick zuwarf, wegen dem Schlag von eben, meinte Valern: „Arterius ist großartig im Manipulieren. Die Röhre ist mit Sicherheit nur eine Ablenkung von seinem wahren Plan, die Citadel anzugreifen.“ „Arterius dient den Reapern! Er sucht für Sovereign auf Ilos nach der Röhre! Das ist die wahre Bedrohung!“ versuchte Jennifer den Rat zu überzeugen, doch Tevos hielt dagegen: „Sie sind die einzige, die die Reaper gesehen hat, Shepard. Und dann auch nur in Ihren Visionen. Und selbst wenn Lieutenant Imness anwesend war, als Sie mit dem Hologramm gesprochen haben, es könnte auch eine VI gewesen sein, die Arterius vorbereitet hat, um Sie zu verwirren. Wir können in die Terminus-Systeme nicht einfach eine Flotte schicken, ohne die Beweise selbst gesehen zu haben.“ Jennifer musste zugeben, dass das, was Tevos eben gesagt hatte, durchaus Hand und Fuß hatte, also versuchte sie es auf eine weniger aggressive Taktik und meinte: „Nun gut. Ich muss zugeben, dass Sie in diesem Punkt recht haben, Ratsherrin. Aber ein EINZELNES Schiff zu den Terminus-Systemen zu schicken löst doch noch lange keinen Krieg aus. Die Normandy steht bereit. Wenn Sie darauf bestehen, kann ich diskret bleiben. Besonders, wenn wir die Tarnvorrichtung verwenden.“ doch Sparatus hielt dagegen: „Auf Virmire haben Sie einen Nuklearkörper gezündet! Bei allem Respekt dem gegenüber, was Sie erreicht und getan haben, aber als „diskret“ würde ich nicht bezeichnen!“ „Ihr Stil hat Ihnen vielleicht in der Traverse geholfen, Commander. Das sehen wir ein. Aber Ilos muss man geschickt anpacken. Wir haben die Situation unter Kontrolle.“ stimmte Tevos Sparatus zu, worauf Jennifer ungläubig sagte: „Begreifen Sie es nicht? Wenn Arterius die Röhre findet, sind wir alle erledigt! Wir müssen nach Ilos!“ „Ich habe das Gefühl, dass Sie nicht aufgeben wollen, Ihre Mission zu beenden. Das ist ein ehrenwerter Zug für einen Spectre, aber...“ fing Sparatus an, doch Udina sagte schnell: „Ich werde mit dem Commander über alles Nötige sprechen, Ratsherren.“ „Gut. Dieses Treffen wird vertagt.“ meinte Tevos, und während der Rat sich entfernte, sah Jennifer ihnen nur verwirrt hinterher, bevor Udina scharf zischte: „Das hier hat ernste politische Auswirkungen, Shepard. Die Menschheit hat durch Sie viel gewonnen. Aber jetzt werden Sie langsam zu einem Problem.“ „Sie Mistkerl! Sie haben uns verraten!“ schnauzte Ashley laut, aber da der Rat schon durch die Türen gegangen war, konnten sie es nicht mehr hören, weswegen Udina ihr nur gleichgültig ins Gesicht sagte: „Reine Taktik, Gunnery Chief.“ Dann sah er wieder zu Jennifer und meinte siegessicher: „Sie haben Ihre Arbeit gemacht, jetzt lassen Sie mich meine tun. Wir haben alle Primärsysteme der Normandy ausgeschaltet. Sie bleiben bis auf Weiteres am Boden.“ „Sind Sie eigentlich verrückt? Nach allem, was ich getan und erreicht habe, glauben Sie mir immer noch nicht?“ wollte Jennifer nach ein paar Sekunden wissen, worauf Udina nur trocken meinte: „Oh, ich glaube schon an etwas. Ich glaube, es wird Zeit, dass Sie und Ihr Team hier verschwinden, Commander. Das hier geht Sie nichts mehr an. Der Rat wird sich darum kümmern.“ und fügte dann noch hochmütig hinzu: „Mit meiner bescheidenen Hilfe, selbstverständlich.“ Jennifer packte Udina daraufhin am Hals und drückte mit der Hydraulik ihrer Panzerung so fest zu, dass Udina anfing blau anzulaufen, während sie ihm ins Gesicht zischte: „Wer mir Steine in den Weg legt, sollte gut aufpassen. Ich kann verdammt gut werfen. Mir versetzt niemand ungestraft einen Dolchstoß, Udina! Denken Sie an meine Worte!“ bevor sie ihn losließ und mit ihrem Team im Schlepptau zurück zur Normandy ging.

Normandy, Deck 03, Frachtraum, zwei Stunden später

Jennifer war sauer. Die ganze Zeit über hatte Udina sie nur dazu benutzt sein Ansehen beim Rat zu verbessern und sie hatte es nicht einmal bemerkt. Und dabei hatte sie Udina von Anfang an nicht über den Weg getraut. Nun war sie, seit sie wieder an Bord der Normandy waren, im Frachtraum und prügelte seitdem auf den Sandsack ein, der dort hing, bis ihr Team zu ihr kam und Wrex vorsichtig sagte: „Können wir mit dir sprechen?“ „Ich brauch noch ne Minute.“ meinte sie, wobei sie versuchte sich nicht im Ton zu vergreifen, da Wrex ja schließlich nichts dafür konnte, doch während sie weiterhin auf den Boxsack einschlug, sagte Liara: „Wir haben keine Minute.“ was das Fass bedauerlicherweise zum Überlaufen brachte, denn Jennifer brüllte daraufhin: „Ich nehme mir trotzdem eine!“ und schlug, unbewusst und ungewollt mit Hilfe ihrer Biotik, so fest gegen den Boxsack, dass der aus der Verankerung gerissen wurde und gut fünf Meter weiter mit einem Loch in der Mitte liegenblieb. Erst da realisierte Jennifer, was sie gerade getan hatte und sagte zu Liara: „Tut mir leid, war nicht so gemeint.“ „Erzähl schon. Was ist los?“ wollte Garrus wissen, worauf Jennifer nur halbherzig fragte: „Was soll los sein?“ „Du weißt, was ich meine. Wie lautet der Fachausdruck dafür, wenn man jemanden anschnauzt, obwohl man auf etwas ganz anderes sauer ist?“ gab Garrus zurück. Jennifer stützte sich mit den Händen gegen die Wand und meinte: „Das heißt „Verlagerung“.“ Dann seufzte sie und fügte gefrustet hinzu: „Wir kämpfen hier gegen die eine Sache, die niemand besiegen kann: Zeit.“ „Gut, und wo stehen wir genau?“ versuchte Garrus sich zu erkundigen, worauf Jennifer sich von der Wand abstieß und meinte: „Wir spielen Fangen im Dunkeln bei laufender Uhr.“ Dann schlug sie gegen einen Feuerlöscher, der daraufhin auch ein paar Meter weit flog, und schrie dabei sauer: „Glauben die, ich erlaub mir hier einen Spaß?“ „Na schön. Ich bin vielleicht keine Verhaltenswissenschaftlerin, so wie du, aber den Feuerlöscher zu schlagen, würde ich auch als eine Verlagerung bezeichnen.“ meinte Ashley, die gerade ihre Waffe wieder zusammenbaute, und Jennifer konterte: „Jeder geht mit Stress anders um! Du wartest Waffen, ich schlage Gegenstände!“ Ashley sah sie kurz an und musste zustimmend nicken, da Jennifer in diesem Punkt recht hatte. An Waffen zu schrauben beruhigte sie irgendwie. „EJ, ich habe eine Nachricht von Captain Anderson für dich.“ verkündete Joker plötzlich über Intercom, worauf Jennifer nach oben sah und überrascht fragte: „Was will er denn?“ „Er sagte nur, dass er dich in diesem Club in den Zivilbezirken treffen will. Im Flux, um genau zu sein.“ antwortete Joker, bevor er den Kanal wieder schloss. Jennifer sah zu ihrem Team und meinte: „Zivilkleidung. Ich will nicht, dass Udina den Eindruck bekommt, wir wollten die Normandy mit Gewalt wieder online kriegen.“

Serpent-Nebel, System Witwe, Citadel, eine halbe Stunde später

Jennifer hatte sich ihre Haare, die ihr eigentlich bis zu den Schultern reichten, zu einem Dutt zusammen gebunden, eine schwarze Edeljeans und eine weiße Bluse aus Samt an. Darüber trug sie ein schwarzes Jackett und um das ganze abzurunden trug sie noch schwarze, geschlossene Pumps mit fünf cm hohen, flachen Absätzen. Mit ihrem Aussehen hatte sie beim Durchschreiten des CICs mal wieder dafür gesorgt, dass den Männern wieder die Unterkiefer auf den Boden fielen, aber damit war sie nicht die Einzige. Ashley hatte sich ein grünes Kleid angezogen, das ihr gerade bis zu den Knien ging, und dazu noch braune, offene Pumps, mit circa sieben cm hohen Absätzen und durchgehender Sohle. Bei dem Outfit war es also kein Wunder, dass Garrus einen Gesichtsausdruck hatte, der Jennifer eindeutig verriet, dass ihm seine Panzerung von C-Sec im Genitalbereich viel zu eng war. Und Liara? Die hatte ein normales Gewand der Asari an, also nichts besonderes. Tali hatte wie immer ihren Umweltanzug an und Wrex hatte seine Standardpanzerung an, die kein großes Aufsehen erregen würde.
Nun waren sie aus der Andockbucht raus und wollten zu den Skycars gehen, um zum Flux zu kommen, als eine Frauenstimme hinter ihnen fragte: „Commander Shepard?“ Jennifer drehte sich daraufhin um und fragte die Menschenfrau, die mitsamt einer Kameradrohne auf sie zukam: „Da?“ Die Frau gab ihr die Hand und fragte: „Khalisah bint Sinan Al-Jilani, Westerlund News. Würden Sie unseren Zuschauern ein paar Fragen beantworten?“ worauf Jennifer sich in eine etwas offiziellere Haltung zwang, da ihr die Frau gleich ziemlich undsymphatisch war, und fragt freundlich: „Was möchten Sie denn wissen?“ „Nun, Sie haben die einmalige Gelegenheit erhalten, unsere Rasse zu repräsentieren. Die Leute würden gern wissen, wie Sie das machen.“ erklärte Miss Al-Jilani, und nachdem Jennifer mit einem Nicken ihr Einverständnis gegeben hatte, aktivierte Al-Jilani die Lampe und die Kamera ihrer Drohne und sagte: „Commander Shepard. Die Menschen versuchen seit 26 Jahren, sich den Respekt der galaktischen Gemeinschaft zu verschaffen. Wie fühlen Sie sich vor diesem Hintergrund, der erste menschliche Spectre zu sein?“ „Die Spectres repräsentieren das Beste jeder Spezies dieser Galaxie. Gefragt zu werden, ob man dazugehören möchte, ist eine Ehre, die ihresgleichen sucht.“ antwortete Jennifer wahrheitsgemäß, doch Al-Jilani fragte daraufhin: „Einige Stimmen behaupten, dass die Citadel die Menschen mit Ihrer Ernennung nur beschwichtigen wollte. Hat es Situationen gegeben, in denen die Citadel von Ihnen verlangte, ihre Bedürfnisse über die der Erde zu stellen?“ Damit war es für Jennifer eindeutig. Al-Jilani wollte sie als Marrionette des Rates darstellen. Doch dazu wollte sie ihr keine Gelegenheit geben, deshalb antwortete sie lächelnd: „Der Rat kümmert sich um die Angelegenheiten der gesamten galaktischen Gemeinschaft und wir sind jetzt Teil dieser Gemeinschaft. Unsere Bedürfnisse stehen auf ihrer Agenda...“ dann hob sie den Finger und fügte bestimmend hinzu: „...aber wir sind auch nur eine Rasse von vielen.“ Als Jennifer die Hand wieder runter genommen hatte, fragte Al-Jilani mit einer Mischung aus Skepsis und Überraschung: „Sie glauben das wirklich, nicht wahr?“ „Selbstverständlich.“ antwortete Jennifer, als sei es das natürlichste von der Welt, und dachte dabei zufrieden: ,Damit kannst du mich nicht mehr überrumpeln.’ doch Al-Jilani holte bereits zum nächsten Schlag aus und fragte: „Für Ihre Missionen haben Sie das Kommando über ein modernes Menschen-Schlachtschiff erhalten. Möchten Sie dazu etwas sagen?“ Jennifer konnte Garrus im Hintergrund leise schnaufen hören. Völlig verständlich. Immerhin war die Normandy ein Gemeinschaftsprojekt gewesen, also erkläre sie ohne Umschweife: „Eigentlich wurde die Normandy von menschlichen UND turianischen Ingenieuren gemeinschaftlich entwickelt.“ und kaum hatte sie das offenbart ging bei Al-Jilani der Unterkiefer nach unten, worüber Jennifer sich innerlich totlachte, während sie weiterhin erklärte: „Ihr Design vereint viele Innovationen beider Rassen, die aber leider alle streng geheim sind.“ „Also haben die Turianer Kenntnisse über die Normandy, die vor der Allianz-Öffentlichkeit geheim gehalten werden?“ fragte Al-Jilani und wollte offenbar nicht mit den Versuchen aufhören, Jennifer eins reinzuwürgen. „So ist es, aber AUCH vor der turianischen Öffentlichkeit. Wie gesagt, die Innovationen sind streng geheim.“ gab Jennifer zu Protokoll, und Al-Jilanis Gesichtsausdruck verriet ihr, dass sie ihr erneut den Wind aus den Segeln genommen hatte, doch dann fragte Al-Jilani dreist: „Aber halten Sie es für angebracht, dass das modernste Schiff der Erde der Citadel übergeben wurde?“ Damit hatte sie Jennifer in eine Zwickmühle gebracht. Wie sollte sie das mit ihrem Team erklären, ohne sich als Marrionette des Rats zu präsentieren. Doch als Al-Jilani schon ihr Siegeslächeln aufgesetzt hatte, sagte Jennifer einfach, als hätte sie versucht, sich an etwas zu erinnern: „Oh. Mir war bisher gar nicht klar, dass die Normandy jemandem... „übergeben“ wurde.“ was Al-Jilani sofort wieder das Grinsen aus dem Gesicht wischte, bevor Jennifer sagte: „Ich habe das Kommando und das letzte Mal, als ich nachgesehen habe, war ich ein Mensch. Und abgesehen von Großteil meines Teams, das aus von mir ausgewählten Spezialisten besteht, die ich persönlich ausgewählt habe, gilt das Gleiche für meine Crew.“ „Ein Mensch, richtig. Aber jetzt arbeiten Sie für die Citadel, Commander.“ versuchte Al-Jilani es wieder auf die Tour, weswegen Jennifer antwortete: „Und ich mache, wie vorher bei der Allianz auch, nur meinen Job.“ „Wo wir gerade von Ihrem neuen Job reden: Hat der Rat Ihnen befohlen, das menschliche Forschungsanliegen auf Noveria zu sabotieren?“ wollte Al-Jilani daraufhin wissen. Jennifer war überrascht, dass sie davon wusste, aber sie antwortete neutral: „Njet. Der Rat hatte damit nichts zu tun. Es gab lediglich einen Unfall in den Laboren der Firma BinHex. Um die vertraulichen Informationen der Firma zu wahren, kann und darf ich aber leider nicht mehr dazu sagen.“ Jetzt machte Al-Jilani nicht nur ein überraschtes Gesicht, sonder sie meinte auch HÖRBAR überrascht: „Das... ist eine überraschende Enthüllung, Commander. Uns gegenüber hat BinHex bisher immer nur gemauert.“ und Jennifer antwortete bestimmend: „Weswegen ich Ihnen auch nicht mehr sagen kann, als ich bereits getan habe.“ Al-Jilani nickte verstehend und fragte dann nach ein paar Sekunden, da sie offenbar den Faden verloren hatte: „Angesichts Ihrer Erfahrungen, würden Sie sagen, dass die Menschheit jemals den Respekt von der galaktischen Gemeinschaft erhalten wird, den sie verdient?“ Jennifer ließ ein leises Lachen von sich hören und meinte dann mit einem leichten Grinsen: „Bei allem Respekt meinerseits, Miss Al-Jilani, aber der Respekt an sich ist eine komische Sache.“ „Wie darf ich das verstehen?“ fragte Al-Jilani nach, da sie offenbar wirklich nicht wusste, was Jennifer damit meinte. „Nun, die Leute meinen immer, sie hätten ein Anrecht darauf, aber das ist ein gewaltiger Irrtum. In Wahrheit muss man ihn sich hart erarbeiten und verdienen! Und ich glaube ganz fest daran, dass wir ihn verdienen.“ gab Jennifer ihre offene Meinung bekannt, und Al-Jilani meinte mit schwachem Widerwillen: „Sie sind eine Idealistin, Commander. Aber eine aufrichtige. Ich hoffe, dass Sie Recht behalten.“ „Das wird nur die Zeit zeigen.“ meinte Jennifer und hoffte, das dieses „Interview“, wie dieser Spießroutenlauf genannt wurde, zu Ende war, doch Al-Jilani fragte: „Eine letzte Frage, Commander. Gerüchten in der Heimat zufolge, sind Sie einem „abtrünnigen Spectre“ namens Saren Arterius auf der Spur. Können Sie dazu einen Kommentar abgeben?“ worauf Jennifer antwortete: „Ich fürchte, ich kann Ihnen nichts weiter dazu sagen, was meine aktuellen Aufträge sind und was nicht. Tut mir leid.“ „Keine Sorge. Wir werden es so oder so herausfinden. Die Augen der Menschen sind auf Sie gerichtet. Enttäuschen Sie uns nicht.“ meinte Al-Jilani höflich, und nachdem sie die Aufnahme beendet hatte, fügte sie noch kühl hinzu: „Vielen Dank für Ihre Zeit, Commander Shepard.“ Daraufhin drehte sie sich um und ging einfach, und als sie außer Hörweite war, machte sich das Team wieder auf den Weg zum Flux und Jennifer flüsterte leise: „Suka.“ was übersetzt: „Miststück“ bedeutete.

Beim Flux war es auf dem Platz davor leider ziemlich voll. Haufenweise Menschen die immer wieder riefen: „Unser Blut ist rot!“, „Kein Blut für Aliens!“, oder: „Erst die Erde!“ riefen. Jennifer versuchte sich heimlich an der demonstierenden Menge vorbeizuschleichen, da sie mit solchem Abschaum absolut nichts zu tun haben wollte, aber leider rief ihr jemand hinterher: „Entschuldigen Sie bitte. Sie sind doch der Spectre, nicht wahr?“ „Bozhe moy.“ raunte sie daraufhin, und als sie sich umdrehte stand bereits der Mann vor ihr, der ihr hinterher gerufen hatte, und sagte, während er ihr ungewollt die Hand schüttelte: „Commander Shepard. Ist mir eine Ehre, mit Ihnen zu sprechen.“ „Worum geht es bei dieser Demonstration?“ fragte Jennifer und versuchte dabei neutral zu klingen, worauf ihr Gegenüber sagte: „Mein Name ist Charles Saracino. Ich bin von der Trockenlandpartei. Anlässlich des Gedenktages protestieren wir gegen die Politik der Alienfreunde im Präsidium. Kann ich bei der nächsten Wahl auf Ihre Unterstützung zählen?“ Jennifer machte einen Schritt zurück und fragte mit verschränkten Armen: „Sie wollen am Gedenktag des Erstkontaktkrieges demonstrieren?“ „So wie wir es jedes Jahr machen, und das seit 26 Jahren. Wir wollen nicht, dass die Menschen die Lektion dieses Krieges vergessen. Wenn wir uns nicht selbst helfen, wird es niemand tun.“ erklärte Saracino und Jennifer konterte gespielt überrascht: „Und ich dachte, die Lektion des Erstkontaktkrieges sei es, dass es noch anderes Leben in der Galaxie gibt und man andere Meinungen akzeptieren muss.“ „Schon möglich, Commander. Aber wenn die Aliens ihre „Meinungen“ mit Waffengewalt vertreten, warum sollten wir uns dann nicht wehren?“ versuchte Saracino seinen Standpunkt zu verdeutlichen und betonte das Wort „Aliens“ mit einem nicht zu überhörendem Ekel, was klar machte, dass er definitiv kein Freund von Aliens war. Und das auch noch auf der Citadel. „Das würden wir. Aber Sie suchen nur nach einem Grund.“ mischte sich Ashley in das Gespräch ein, worauf Saracino zu ihr meinte: „Das ist nicht richtig. Es gibt eine ganze Menge tragischer Vorfälle, die die Aliens ignoriert haben. Zum Beispiel Shanxi.“ „Waren Sie selbst auf Shanxi? Wenn nicht, sollten Sie besser Ihr Maul halten.“ fauchte Ashley. Shanxi war für sie wegen ihres Großvaters immer noch ein rotes Tuch. Jennifer schaute zu ihr und meinte beruhigend: „Kein Grund die Nerven zu verlieren, Chief.“ „In Ordnung. Schon gut, Commander.“ antwortete Ashley und versuchte ihre Wut so gut es ging runter zu schlucken, während Garrus zu Saracino sagte: „Der Vorfall am Massenportal 314 war ein Missverständnis, Mr. Saracino. Man würde ja auch versuchen, ein Kind aufzuhalten, wenn es eine Waffe anfassen würde.“ worauf Saracino aggressiv fauchte: „Ja, ich würde ihm die Waffe aber wegnehmen, und es nicht töten, Turianer.“ „Hey. Etwas mehr Respekt bitte, Mr. Saracino. Wir haben keinen Grund uns wider die Menschlichkeit zu verhalten.“ sagte Jennifer ruhig aber mit ausreichender Schärfe in der Stimme, die dafür sorgte, dass Saracino nervös: „Verzeihung, Commander. Sie haben natürlich recht.“ sagte. „Sie haben eben eine Wahl angesprochen. Für welches Amt kandidieren Sie denn?“ versuchte Jennifer sich daraufhin einen Überblick zu verschaffen, und während ihr Team sie überrascht ansah, erklärte Saracino geschäftsmäßig: „Ich strebe einen der fünf Spacer-Sitze im Parlament an. Damit ein Bürger seine Stimme dafür abgeben darf, muss er recht komplizierte Voraussetzungen erfüllen.“ „Die da wären?“ fragte Jennifer, obwohl sie inzwischen genau wusste, welche Bedingungen das waren. „Nun, er oder sie muss mehr als sechs Monate pro Standardjahr der Citadel im All verbringen, darf aber in keinem der besiedelten Systeme mehr als einen Monat geblieben sein. Sie verbringen doch die meiste Zeit im All, Commander.“ erklärte Saracino bereitwillig, und damit war Jennifer klar, dass er sie nur dazu benutzen wollte, mehr Stimmen für sich zu gewinnen, indem er den ersten Spectre der Menschen dazu bringen wollte, ihn zu unterstützen. Aber da spielte Jennifer nicht mit. „Mal völlig davon abgesehen, dass ich dieses Jahr nur fünf Monate eines Citadel-Standardjahres im All verbracht habe, und die Bedingung somit nicht erfülle, weiß ich rein gar nichts über die Trockenlandpartei. Wofür stehen Sie?“ versuchte sie herauszufinden, und Saracino antwortete etwas enttäuscht: „Unser Hauptanliegen ist, dass sich die Erde nicht von Alieneinflüssen korrumpieren lassen darf. Weder politisch, noch kulturell, und schon gar nicht militärisch.“ „Welch edle Gesinnung. Nur schade, dass die meisten Ihrer Anhänger stumpfe Rassisten sind.“ kommentierte Ashley und nickte bei dem Wort „Rassisten“ zu den Demonstranten, die weiterhin ihre Anti-Alien-Parolen riefen. „Ich muss zugeben, dass einige unserer Anhänger extreme Ansichten vertreten. Aber wir werden auch von Wirtschaftsführern, Soziologen und Medizinern unterstützt.“ versuchte Saracino die Situation irgendwie zumindest etwas zu entschärfen, aber Jennifer meinte: „Aber Sie selbst unternehmen nichts, um die rassistischen Äußerungen Ihrer Mitglieder zu unterbinden.“ „Natürlich nicht, Commander. Ungeachtet meiner eigenen Ansichten, haben sie das Recht auf freie Meinungsäußerung.“ erklärte Saracino, worauf Liara dagegenhielt: „Auch wenn das stimmt. Einige der Dinge, die diese Leute äußern, sind schlichtweg Fanatismus.“ „Pardon. Ich glaube nicht, dass Sie die Interessen der Menschen etwas angehen, Miss.“ entgegnete Saracino höflich. Zumindest hatte Jennifers scharfer Unterton so weit Früchte getragen, aber an Saracinos ablehnender Haltung gegenüber Aliens hatte sie leider nichts geändert. „Sind Sie da sicher? Was die Allianz macht, geht alle etwas an.“ gab Liara so höflich wie möglich zurück, und Jennifer meinte zustimmend: „Sie hat recht. Wir alle leben in dieser Galaxie, Mr. Saracino. Also betreffen unsere Entscheidungen immer auch andere Völker.“ Saracino hob daraufhin verteidigend die Hände und sagte: „Natürlich ist das so. Tut mir leid. Ich wollte nur sagen, dass andere Völker kein Recht haben, sich in die Politik der Allianz einzumischen.“ doch Jennifer meinte: „Tut mir leid, aber ich glaube fest daran, dass wir in Frieden mit den anderen Völkern leben sollten.“ und Saracino konterte: „Das gab es schon einmal in der Geschichte der Menschheit. Undurchdachte Naivität führt zu Aussagen wie „Frieden in unserer Zeit“. Wir dürfen nicht zulassen, dass so etwas wie Shanxi noch einmal passiert. Und, ohne beleidigend sein zu wollen, die Aliens kommen auf die Erde, als wenn es den Erstkontaktkrieg nie gegeben hätte. Könnten Sie nicht vielleicht ein öffentliches Statement abgeben, dass Sie meine Kandidatur unterstützen? Die Unterstützung des ersten menschlichen Spectres wäre von unschätzbarem Wert.“
Nun war es gesagt und die Katze sichtbar aus dem Sack. Saracino hatte genau das ausgesprochen, was Jennifer sich im Verlauf des Gespräches zusammengereimt hatte: Er wollte Jennifer für seine Kandidatur nutzen! „Die Besetzung Shanxis kann nicht wieder geschehen. Damals waren wir uns noch nicht einmal bewusst, dass es Außerirdische gab, gegen die man sich verteidigen muss.“ erklärte Jennifer, doch als Saracino daraufhin meinte: „Der Vorfall hat immer noch starke Symbolwirkung, Commander. Shanxi ist das einzige menschliche Gebiet, das je von Aliens erobert wurde. Nur weil ein altersschwacher General zu weich war.“ und die Worte „altersschwacher General“ mit einem erneut unüberhörbaren Ekel ausspuckte, fauchte Ashley sauer: „Mein Großvater wollte nur das Leben seiner Leute retten, Sie Mistkerl!“ „Schluß! Garrus, geh mit ihr schon mal vor.“ versuchte Jennifer die Situation noch irgendwie zu retten, worauf Garrus seine wütende Freundin unter’m Arm packte und sagte: „Mach ich, EJ.“ wobei er versuchte Ashley von der Gruppe fort zu ziehen. Jennifer drehte sich unterdessen zu Saracino und hatte den selben Blick in den Augen, den sie schon beim Kampf gegen Cerberus hatte, und sagte in einem scharfen Tonfall: „Mein Großvater hat unter General Williams gedient, und er ist immer noch stolz darauf, und hat mit diesem Turianer...“ dabei deutete sie bei dem Wort „Turianer“ auf Garrus, der sich gerade mit Ashley entfernte, und erklärte weiter: „...keinerlei Probleme, und wenn mein Vater, der im Erstkontaktkrieg für den Frieden gekämpft hat und dafür gefallen ist, wüsste, dass ich Sie unterstütze, würde er sich bei dem, was Sie bisher gesagt haben, im Grabe umdrehen. Sie haben natürlich das Recht auf eine freie Meinungsäußerung, Mr. Saracino, das werde ich nicht abstreiten. Aber ich teile Ihre Ansichten nicht. Vielleicht liegt es daran, dass meine Highschoolklasse die Erste war, die Palaven nach dem Erstkontaktkrieg besucht hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich vier verschiedene Aliensprachen in der Schule gelernt habe, und drei weitere, bei meiner Ausbildung zur Verhaltenswissenschaftlerin. Es sei, wie es sei. Ich kann Sie nicht unterstützen. Mal davon abgesehen, dass ich die Bedingungen nicht erfülle, um meine Stimme abzugeben, wäre es gegen meine Überzeugungen.“ worauf Saracino nervös antwortete: „Ich verstehe. Aber ich bin zumindest froh, dass Sie die demokratischen Werte unterstützen. Danke für Ihre Zeit, Commander. Erinnern Sie sich an die Trockenlandpartei am Wahltag. Denn die Trockenlandpartei wird sich an Sie erinnern.“ und Jennifer zischte: „Davon gehe ich aus.“ bevor sie sich mit ihrem Team von der demonstrierenden Menge entfernte.
Kaum war die Gruppe bei Ashley und Garrus angekommen, fauchte Ashley sauer vor sich hin: „Das sind ein Haufen xenophober Schakale. Sie haben die eigentlichen, noblen Ziele der Partei durch scheiß Anti-Alien-Paranoia ersetzt.“ „Sobald wir mit unserer Mission fertig sind, spreche ich dem Wahlkandidaten der Alienfreunde meine Unterstützung zu.“ verkündete Jennifer trocken, worauf Wrex überrascht fragte: „Hast du nicht gesagt, dass du nur fünf Monate im All warst?“ Jennifer schlug ihm daraufhin mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und antwortete nüchtern: „War gelogen, das solltest du doch eigentlich wissen. Außerdem, du hast ihn doch reden gehört, oder nicht?“ „Doch, natürlich.“ antwortete Wrex, worauf Jennifer erklärte, während sie das Flux betraten: „Der Kerl ist ein Alienhasser, und so jemandem helfe ich nicht mal, wenn mein eigenes Leben davon abhängen würde.“ „Das kann ich gut verstehen.“ meinte Tali, als Rita auf Jennifer zukam und dankbar sagte: „Hey, Jenna kam zurück und suchte Arbeit. Danke, dass Sie sie aus Choras Nest geholt haben.“ Jennifer gab ihr daraufhin die Hand und sagte mit einem Lächeln: „Schön, dass ich helfen konnte.“ „Ja, alle scheinen froh zu sein, dass sie zurück ist.“ stimmte Rita zu, worauf Garrus fragte: „Das sollten sie auch. Sind Sie es nicht?“ „Ich bin froh, dass sie da raus ist. Ich hatte nur vergessen, wie es ist, sie um mich zu haben. Seit ihrer Rückkehr bekomme ich kaum noch Trinkgeld.“ erklärte Rita ihr Verhalten, bevor sie auf einen Tisch deutete und sagte: „Ihr Freund wartet bereits auf Sie. Ich will Sie nicht lange aufhalten. Nochmals vielen Dank, Spectre.“
„Ich bin froh, dass du gekommen bist, Jennifer. Ich habe gehört, was passiert ist.“ sagte Anderson, als das Team sich zu ihm an den Tisch setzte, worauf Jennifer meinte: „Die Mudaks haben mich von der Mission ausgeschlossen. So wie man dich zwang, die Normandy aufzugeben. Aber jetzt weiß ich zumindest, wie es dir ging.“ „Ich weiß. Es tut mir leid. Ich wollte euch warnen, aber ich konnte dich vor dem Andocken nicht mehr benachrichtigen.“ entschuldigte Anderson sich, worauf Jennifer nur mit zusammengebissenen Zähnen knurrte, während sie ihren Blick durch’s Flux schweifen ließ: „Tja, dir tut’s leid, und mir tut’s leid.“ Anderson legte seine Hand auf ihre, worauf sie ihn ansah, und meinte dann: „Ich weiß, dass du jetzt sauer bist, aber du kannst jetzt nicht aufgeben. Sie denken alle darüber nach, aber wir wissen beide, dass es das nicht ist. Ihr müsst nach Ilos. Ihr müsst Arterius davon abhalten, die Röhre zu benutzen.“ „Falls du es vergessen hast, es gibt nur ein Schiff, das mich unbemerkt in die Terminus-Systeme bringen kann und das ist auf Udinas Befehl am Boden.“ konterte Jennifer, worauf Anderson meinte: „Welcher von der Citadel-Kontrolle durchgeführt wurde. Sie haben alle Systeme der Normandy ausgeschaltet, aber wenn wir uns über Udinas Befehle hinwegsetzen, können wir die Normandy wieder online bringen. Ihr könnt in den Terminus-Systemen sein, bevor überhaupt jemand bemerkt, dass ihr weg seid.“ „Aber wenn wir die Normandy klauen, bleibst du zurück.“ sagte Jennifer besorgt, doch Anderson konterte: „Und wenn Arterius die Röhre findet, wird Leben, so wie wir es kennen, nicht mehr existieren. Die Reaper werden uns vernichten. Menschen, Asari, jeden! Du bist die einzige, die ihn aufhalten kann, Jennifer. Ich werde also alles tun, was in meiner Macht steht, um euch auf die Normandy zu bringen, und weg von dieser Station.“ doch Jennifer war von dem Plan noch nicht ganz überzeugt, denn sie meinte: „Die Normandy zu stehlen ist Meuterei. Was, wenn die Crew mir nicht hilft?“ „Jennifer. Die Normandy ist nun dein Schiff. Die Crew wird dir bis ans Ende der Galaxie folgen. Das wissen wir beide.“ gab Anderson zurück, worauf Jennifers Team geschlossen nickte. Jennifer lehnte sich daraufhin nach vorne und fragte: „In Ordnung. Wie gehen wir vor?“ „Ich kann die Normandy von einer Konsole im Citadel-Kontrollzentrum aus aufschließen. Ihr werdet ein paar Minuten Zeit haben, bevor irgendjemand was bemerkt.“ „Das ist ein eingegrenztes Gebiet, das von bewaffneten Wachen patrolliert wird. Wie wollen Sie da reinkommen?“ fragte Garrus besorgt. Anderson sah zu ihm und meinte nur: „Überlassen Sie das mir.“ bevor er wieder zu Jennifer sah und sagte: „Sorg einfach dafür, dass ihr auf der Normandy seid, wenn die Systeme wieder online sind.“ Jennifer schaute kurz zu Garrus, und nachdem der besorgt den Kopf geschüttelt hatte, meinte sie mit der gleichen Besorgnis zu Anderson: „Du wirst umkommen. Es muss einen anderen Weg geben.“ „Nun, den gibt es.“ sagte Anderson, und als ihn alle überrascht ansahen, erklärte er: „Botschafter Udina hat den Lockdown-Befehl gegeben. Wenn ich an den Computer in seinem Büro komme, kann ich ihn vielleicht außer Kraft setzen.“ Allein Jennifers breites Grinsen zeigte schon, dass ihr dieser Plan wesentlich besser gefiel, doch Tali meinte zu Anderson: „Er wird nicht einfach daneben stehen und zusehen, wie Sie seinen Computer benutzen.“ „Er wird hoffentlich nicht da sein. Wenn doch, werde ich mir eben was einfallen lassen.“ versuchte Anderson sie zu beruhigen, doch Ashley meinte, Tali zustimmend: „Der Botschafter wird das nicht verzeihen, Captain. Sie werden des Verrats angeklagt, wegen Kapitalverbrechens.“ „Wir haben nicht viele Möglichkeiten. Entweder, ich stehle mich in den Computer des Botschafters oder ich versuche, an den Wachen in der Citadel-Kontrolle vorbeizukommen.“ stellte Anderson Jennifer vor die Wahl. Selbige lehnte sich nach vorne und sagte: „Wenn Udina in seinem Büro sein sollte...“ Sie unterbrach sich kurz, zeigt Anderson ihre Faust, und fügte dann grinsend hinzu: „...richte ihm Grüße von mir aus.“ „Ich hatte gehofft, dass du sowas sagen würdest. Der Botschafter hat das hier schließlich zu einer persönlichen Angelegenheit gemacht.“ sagte Anderson zufrieden, worauf Jennifer meinte: „Ich muss noch kurz was erledigen. Aber in ner halben Stunde kann’s losgehen.“ „Gut. Ich übernehme die Verriegelung. Ihr geht runter zur Normandy und sagt Joker, er soll sich bereit halten.“ sagte Anderson zufrieden, worauf sich alle erhoben und die Uhren ihrer Omnis auf die verabredete halbe Stunde stellten.

Serpent-Nebel, System Witwe, Citadel, Zugang zwischen den Bezirken und dem Präsidium, zehn Minuten später

Das Team musste durch den Zugang zwischen den Bezirken und dem Präsidium, um zur Andockbucht zu kommen. Das war Jennifer nur recht, denn sie hatte hier noch etwas zu erledigen, und die entsprechende Person auch dank Garrus Geruchssinn schnell gefunden. Sie tippte Zabaleta von hinten kurz auf die Schulter, und nachdem er sich umgedreht hatte, fragte er verwundert: „Schon wieder da? Hast wohl nicht ein paar Credits über, oder?“ doch Jennifer verschränkte die Arme und meinte: „Ich habe mit meiner Mutter gesprochen. Sie hat mir erzählt, was auf Mindoir passiert ist.“ „Hat sie? Erstaunlich.“ sagte Zabaleta, der damit begriffen hatte, dass er sich nicht mehr zu verstellen brauchte. Er sah auf den Boden und erzählte: „Die Leute waren wie Tiere angekettet, in Käfigen gefangen und klammerten und schrien, als sie in die Frachtmodule gejagt wurden. Und wir konnten sie nicht erreichen, weil wir am batarianischen Verteidigungssystem nicht vorbei kamen. Viele von uns sind bei Vorstößen getötet worden. Wir konnten nur zusehen, wie die Leute weggebracht wurden.“ Dann ballte er die Fäuste und sagte deprimiert: „Seit 13 Jahren versuche ich diese Bilder aus meiner Erinnerung zu löschen.“ bevor er Jennifer wieder ins Gesicht sah und freundlich fragte: „Und du? Was hast du zu erzählen?“ „Ich werde Ihnen kein Geld geben, damit Sie sich zu Tode saufen. Das hätte mir nach meiner Tortour auf Torfan damals auch nicht geholfen. Sie müssen damit aufhören.“ versuchte Jennifer auf ihn einzureden, worauf er nur ablehnend schnauzte: „Wenn du nichts Besseres anbieten kannst, gib mir einfach 20 Credits. Reicht für eine gute Flasche Whisky und ist gut gegen die Bilder.“ Jennifer machte einen Schritt auf ihn zu und sagte: „Meine Mutter rät Ihnen, das Veteranen-Büro aufzusuchen. So wie ich damals. Dort finden Sie Hilfe. Sie sind nicht der Einzige, der durch die Hölle gegangen ist.“ „Das VB?“ fragte Zabaleta überrascht, und nachdem Jennifer genickt hatte, meinte er: „Oh, Mann. Aber wenn sie will, dass ich mit jemandem rede, tue ich’s. Für sie. Sie hat immer zu mir gehalten.“ Dann lachte er leise und meinte: „Tja, sie war schon immer so naiv. Im VB pumpen sie einen sowieso nur mit Chemikalien voll.“ bevor er an Jennifer vorbeiging und dabei dankbar sagte: „Sag ihr, dass sie mich über das Citadel-VB erreichen kann, wenn sie mich sprechen möchte.“ „Das werde ich. Viel Glück.“ flüsterte Jennifer, als Zabaleta außer Hörweite war, und während sich das Team wieder auf den Weg zur Andockbucht machte, fragte Garrus: „Du warst auch dort?“ „Als ich auf X57 gesagt habe, dass ich nach meiner Mission auf Torfan mit dem Gedanken gespielt habe, mich umzubringen, war das kein Scherz. Ich war wirklich ganz unten, Garrus.“ antwortete Jennifer nach ein paar Sekunden zum allgemeinen Entsetzen.

Serpent-Nebel, System Witwe, Citadel, Botschaften, Udinas Büro, zwanzig Minuten später

Udina war gerade an seinem Computer zu Gange um Jennifer noch ein paar zusätzliche Steine in den Weg zu legen, da sie in seinen Augen unkontrollierbar geworden war. Solche Spectres brauchte die Menschheit seiner Meinung nach absolut nicht. Als er gerade eine Unbedenklichkeitsüberprüfung bezüglich Jennifer beim Oberkommando der Allianz anfordern wollte, ging die Tür auf und Anderson betrat den Raum. Udina schaute auf und fragte, während Anderson auf ihn zukam: „Anderson? Was machen Sie hier? Ich habe nicht nach Ihnen verlangt.“ Anderson kam um den Schreibtisch herum und sagte: „Grüße von Jennifer Shepard, Arschloch!“ bevor er Udina mit einem Faustschlag vom Stuhl fegte und über den Botschaftscomputer die Entriegelung der Normandy befahl, bevor Udina, der ein paar Sekunden benommen am Boden lag, nach der Sicherheit rief, welche unverzüglich ins Büro gestürmt kam und Anderson festnahm, während Udina hastig versuchte die Freigabe der Normandy, die Anderson unter Udinas Namen veranlasst hatte, rückgängig zu machen.

Normandy, Deck 01, Cockpit, zur selben Zeit

Jennifer stand mit ihrem Team bei Joker im Cockpit und wartete nervös darauf, ob Anderson es geschafft hatte. „Er ist schon eine Minute überfällig.“ meinte Liara nervös, und Jennifer sagte: „Nur Geduld, auch wenn’s schwer fällt.“ In genau diesem Moment sagte ein Mitarbeiter von Flugsicherung der Citadel-Kontrolle: „Normandy, Sie haben auf Botschafter Udinas Erlaubnis Startfreigabe.“ und ein Ruck ging durch die Normandy, welcher allen sagte, dass die Andockklammern gelöst worden waren. Noch bevor Jennifer sagen konnte: „Bring uns hier raus, Jeff! Sofort!“ hatte Joker bereits die Triebwerke aktiviert und antwortete beim zurückfliegen: „Wird bereits erledigt!“ und das alles keine Sekunde zu früh. Denn kaum war die Normandy fünfzehn Meter zurückgeflogen, sagte die Flugsicherung: „Normandy, Starterlaubnis widerrufen, Start sofort abbrechen, Sie haben keine Startfreigabe!“ und die Andockklammern fuhren wieder aus, griffen aber zum Glück nur ins Leere. Kaum war die Normandy aus der Andockbucht raus, wendete Joker das Schiff und setzte unter Höchstgeschwindigkeit Kurs auf das Serpent-Nebel-Portal.
Auf der Hälfte des Weges begann das Komm-Terminal zu piepen. Joker warf einen Blick drauf und meinte dann sarkastisch: „Was ein Zufall. Udina versucht uns zu kontaktieren.“ „Können wir mit ihm sprechen?“ fragte Wrex fast schon flehend, und als alle ihn überrascht ansahen, fügte er grinsend hinzu: „Ich will sehen wie Anderson ihn zugerichtet hat.“ „Du hast den Mann gehört, Jeff. Stell ihn durch. Und ich will, dass die Crew dieses Gespräch schiffsweit verfolgen kann.“ meinte Jennifer daraufhin, denn Wrex hatte damit ihre Neugier geweckt. Joker betätigte ein paar Knöpfe, und als Udina auf dem Bildschirm erschien, fing Wrex schallend an zu lachen. Udina hatte ein blaues Auge, und schien eine gebrochene Nase zu haben, sowie einige Schürfwunden im Gesicht. Im Gegensatz zu Wrex versuchte Jennifer sich jedoch so gut es ging zu beherrschen, und fragte neutral, aber mit einem leichten Grinsen: „Oh, was ist denn mit Ihnen passiert?“ „Das müssten Sie doch eigentlich selbst wissen, Shepard! Immerhin hat Anderson mir diese „Grüße“ doch von IHNEN ausgerichtet!“ fauchte Udina sauer, worauf Ashley Jennifer die Ghettofaust hinhielt und grinsend meinte: „Unser erster menschlicher Ratsherr.“ und während Jennifer mit ihrer Faust gegen die von Ashley stieß, fügte sie, um Udina noch mehr zu provozieren, ebenfalls grinsend hinzu: „Meine Stimme hat er sicher.“ „Ich zweifel daran, dass er sich zur Wahl stellen kann, denn er wird sich vor einem Allianzgericht für diesen Angriff verantworten müssen, und wenn SIE nicht sofort wieder die Normandy in die Andockbucht bringen, werden Sie alle nicht mehr in der Lage sein, Ihre Stimmen abzugeben!“ schnauzte Udina, worauf Jennifer aber unbeeindruckt meinte: „Klingt verführerisch, aber ich habe auf Ilos einen Termin zum Abschlachten von Arterius’ Geth, und ich komme zu so einer Party ungern zu spät.“ „Und ich erst recht nicht.“ hing Wrex noch hinten dran, der wegen Udinas korrigierter Nase immer noch grinsen musste. „Shepard! Der Rat der Citadel hat bezüglich Ilos eine Entscheidung getroffen!“ keifte Udina Jennifer an, aber diese gab nur gelangweit zurück: „Und ich habe zur Kenntnis genommen, dass der Rat eine Entscheidung getroffen hat. Aber da die Entscheidung schwachsinnig ist, habe ich mich entschieden, sie zu ignorieren.“ „Shepard, ich wiederhole es noch mal, Sie haben den Befehl mit der Normandy am Boden zu bleiben!“ brüllte Udina diesmal, aber Jennifer sagte weiterhin ruhig: „Ich kenne diesen Befehl, Udina. Und ich werde ihn weiterhin missachten! Ende der Kommunikation!“ worauf Joker ohne weiteres die Verbindung trennte, bevor Udina auch nur Luft holen konnte.
Keine fünf Sekunden später fragte ein Crewman: „Wir fliegen nach Ilos, stimmt das?“ „Da.“ antwortete Jennifer, worauf Pressly wissen wollte: „Die Führungsspitze der Allianz hat ja gesagt?“ und Jennifer antwortete: „Njet.“ „Der Rat der Citadel?“ wollte ein anderer Crewman wissen und Jennifer antwortete wieder: „Njet.“ Ein dritter Crewman fragte deshalb: „Kriegen wir Begleitschutz?“ Auch diesmal antwortete Jennifer: „Njet.“ und Joker meinte daraufhin: „Das kann ja nur beschissen werden.“ „Und außerdem ist es ein Fehler, einen Befehl zu missachten.“ hing Ashley noch hintendran, aber an ihrem Grinsen konnte jeder erkennen, dass ihr das eigentlich am Arsch vorbeiging. Jennifer legte dennoch einen Arm um ihre Schulter und sagte beruhigend: „Du weißt doch, Ash: Manchmal ist es nicht das Richtige, das Richtige zu tun. Extreme Situationen erfordern nun mal extreme Maßnahmen. Manchmal muss man eben schwere Entscheidungen treffen. Aber letzten Endes werden die persönlichen Methoden seltenst in Frage gestellt, wenn damit die gewünschten Resultate erzielt werden.“ „Ich werd mich doch nicht mit meinem Skipper darüber streiten.“ gab Ashley zurück. „Wir haben also die Normandy gestohlen, aus der Andockbucht der Allianz auf der Citadel, gegen die direkten Befehle vom Rat und Botschafter Udina verstoßen, und sind nun dabei in die Terminus-Systeme zu fliegen um einen abtrünnigen Spectre und seine Geth-Truppen aufzuhalten, wobei wir vielleicht einer Verschwörung zum Opfer gefallen sein könnten. Wundervoll. Aus der Tiefkühltruhe direkt ins Fegefeuer!“ beklagte sich Pressly, worauf Jennifer genervt schnauzte: „Ach, jammern Sie die Hälfte, Pressly.“ „Haben wir einen Witz verpasst?“ fragte Liara Wrex verwirrt, da dieser unaufhörlich grinste, und nachdem er meinte: „Nun, Diebstahl eines Allianz-Schiffes. Gefährliche Sache.“ sah er zu Jennifer und verkündete stolz: „Aber du kannst auf mich zählen, Jennifer. Mein Vertrauen hast du seit Virmire sicher.“ „Freut mich. Alle andern denken, dass ich verrückt geworden bin.“ sagte Jennifer freudig. „Und manchmal muss man verrückt agieren, wenn man Erfolg haben will. Ich hoffe nur, dass sie uns nicht erwischen, bevor wir Arterius aufgehalten haben.“ meinte Wrex, worauf Tali hinzufügte: „Das gilt für uns alle.“ „Aber mal ehrlich: Wir haben die Normandy gestohlen. Ich kann es kaum fassen.“ meinte Garrus, bevor er zu Jennifer schaute und fragte: „Nach allem, was du mir erzählt hast, ist das ein wenig extrem, findest du nicht, EJ?“ „Mag sein. Aber welche Wahl hatten wir denn? Im Vergleich zu der Gefahr, die Arterius und Sovereign darstellen, ist es in meinen Augen ein geringes Risiko, die Normandy zu stehlen.“ konterte Jennifer. Garrus überlegte kurz und meinte dann: „Guter Konter. Wenn du dich irrst, werden wir dafür bezahlen. Aber wenn du Recht hast, wovon ich ohnehin ausgehe, und wir nichts unternehmen... ich denke, dass wir das noch mehr bedauern würden.“ Dann sah er aus dem Cockpit-Fenster und meinte besorgt: „Ich hoffe nur, dass wir Arterius finden, bevor sie uns zu fassen kriegen.“ „Den kriegen wir. Sei einfach bereit, wenn es soweit ist.“ versuchte Wrex ihn aufzumuntern, und nach einem kräftigen Schlag gegen Wrex’ Schulter, meinte Garrus zuversichtlich: „Du kennst mich doch. Ich bin immer bereit.“ „Und? Willst du auch noch was beisteuern?“ wollte Ashley von Tali wissen, die darauf nur meinte: „Ich finde das alles sehr aufregend.“ „Was denn?“ fragte Jennifer verwirrt, worauf Tali antwortete: „Dass wir Flüchtlinge sind, Jennifer. Ich frage mich die ganze Zeit schon, was der Rat mit uns machen würde, wenn sie uns erwischen.“ „Dein Vater hat doch einigen politischen Einfluss, oder? Er würde doch nicht zulassen, dass sein kleines Mädchen in den Knast geworfen wird.“ versuchte Jennifer sie etwas zu beruhigen, aber Tali lachte daraufhin lauthals auf, was sich durch ihren Sprach-Synthesizer ziemlich ungewohnt anhörte, und meinte dann amüsiert: „Oh, Jennifer, du kennst meinen Vater eindeutig nicht. Der Diebstahl eines Schiffes gilt bei meinem Volk als so großes Verbrechen, dass er uns wahrscheinlich sogar persönlich exekutieren würde.“ „Dann hat er Pech. Die Normandy ist das beste Schiff der Flotte. Sie werden uns also nicht erwischen.“ meinte Jennifer zuversichtlich, was Tali mit einem hoffnungsvollen: „Hoffentlich hast du recht.“ kommentierte.
Fünf Minuten vor dem Massenportal fing Jokers Konsole an zu piepen, worauf er sagte: „Wieder ein neuer Nachrichteneingang.“ „Nicht schon wieder!“ maulte Jennifer genervt, aber dann meinte Joker: „Kein Stress, ist nur Hackett. Stelle durch.“ Als Hackett auf dem Bildschirm erschien, stellten Jennifer und Ashley sich kerzengerade hin, während Hackett sagte: „Commander. Die Story von Ms. Al Jilani über Sie wird gerade veröffentlicht. Sie hätte Sie nicht so überfallen dürfen. Aber sie haben sich gut aus der Affäre gezogen.“ „Wir waren verschiedener Meinungen, Sir. Ich hoffe, dass sie von meiner Aufrichtigkeit überzeugt ist.“ meinte Jennifer, aber Hackett winkte ab und sagte: „Sie haben sich sehr gut verhalten, was mich bei einer Verhaltenswissenschaftlerin allerdings nicht überrascht. Sie hingegen hat sich unmöglich benommen.“ bevor er sauer hinzufügte: „Sie hat Ihnen nicht mal richtig zugehört, wie es den Anschein macht.“ „Ist mir nicht entgangen, Admiral.“ meinte Jennifer mit einem leicht genervten Unterton, worauf Hackett zurückgab: „Na ja. Ich wollte Ihnen nur von den Reaktionen zu Hause erzählen. Ihr Großvater hat mich deswegen schon kontaktiert. Er war jedenfalls begeistert. Vor allem auch, weil Sie sich angemessen gekleidet hatten. Aber ich will Sie nicht länger aufhalten. Udina hat mich nämlich eben auch kontaktiert.“ Jennifer runzelte die Stirn und fragte leicht besorgt: „Ist das ein Problem?“ aber Hackett antwortete nur trocken: „Ganz unter uns, ich zähle Ihre Befehlsverweigerungen inzwischen gar nicht mehr, was unter anderem den Grund hat, dass Sie meistens einen triftigen Grund hatten und damit zu neunundneunzig Prozent richtig liegen. Also packen Sie’s an und ziehen Sie’s durch!“ Jennifer salutierte und antwortete: „Zu Befehl, Admiral!“ „Fünfte Flotte Ende.“ sagte Hackett und trennte dann die Verbindung, worauf Jennifers Team sich auf den Weg zu ihren Quartieren begab, um sich noch etwas auszuruhen.

Jennifer saß eine halbe Stunde später in ihrem Quartier, hatte außer ihrem schwarzen Lieblingspullover, der ihr bis zur Mitte der Oberschenkel ging, nichts weiter an, und las ein Buch auf einem Datenpad, während sie darauf wartete, dass Tali kam. Als es endlich an ihrem Quartier klopfte, und Tali dann eintrat, fragte Jennifer, ohne aufzuschauen: „Warum hast du mich noch immer nicht gefragt?“ „Ich... verstehe nicht.“ antwortete Tali, worauf Jennifer aufsah, auf eine OSD auf dem Tisch deutete und sagte: „Mich um die Daten von der Geth-Steuerungseinheit von Solcrum gebeten. Du hast mich noch immer nicht um eine Kopie davon gebeten, um deine Pilgerreise zu beenden.“ Tali schwieg erst ein paar Sekunden, und meinte dann: „Weil das eine Allianz-Mission war. Das hatte nichts mit meiner Pilgerreise zu tun.“ Jennifer schüttelte daraufhin nur den Kopf und meinte grinsend, während sie wieder auf ihr Pad schaute: „Die geborene Altruan.“ „Wie bitte?“ fragte Tali daraufhin verwirrt, da sie sich auf Jennifers Äußerung keinen Reim machen konnte. Jennifer hielt daraufhin das Pad hoch, so dass Tali den Titel des Buches lesen konnte. „Die Bestimmung – Divergent“ war darauf zu lesen, und Jennifer erklärte: „Das Buch wurde von Veronica Roth geschrieben und ist fast zweihundert Jahre alt. Um es kurz zu machen, die „Altruan“, sind die „Selbstlosen“, und denken nie an sich, egal was Sache ist. So verhältst du dich auch.“ Dann deutete sie wieder auf die OSD und sagte bestimmt: „Nimm die Kopie der Daten! Nimm sie mit zur Migranten-Flotte, wenn wir Arterius aufgehalten haben. Immerhin hast du sie gefunden. Dein Volk braucht diese Informationen um die Geth besser verstehen zu können und eure Heimatwelt zurückzuerobern! Und du brauchst sie, um deine Pilgerreise abzuschließen.“ „Jennifer...“ versuchte Tali der Versuchung die OSD anzunehmen zu widerstehen, aber Jennifer hob den Zeigefinger und sagte: „Nimm sie! Befehl deines amtierenden Captains, Miss Tali Zorah vas Normandy nar Rayya!“ „Also schön. Ich werde mich doch nicht mit meinem Captain streiten.“ meinte Tali schließlich, und Jennifer sagte daraufhin zufrieden aber dennoch schweren Herzens: „Schön, dass wir uns einig sind.“ „Ich danke dir, Jennifer.“ sagte Tali, als sie die OSD vom Tisch nahm, aber da Jennifer in diesem Moment die Beine überschlug, konnte Tali ungewollt einen Blick unter ihren Pullover werfen und sagte daraufhin überrascht: „Jennifer, du hast ja unter deinem Pullover nichts an.“ Jennifer war so überrascht, dass sie erst mal gar nichts darauf antworten konnte, aber dann meinte sie grinsend: „Da, ich weiß.“ „Kommst du dir nicht nackt vor?“ wollte Tali, neugierig wie sie war, wissen, und Jennifer, welche spaßeshalber noch einmal die Beine überschlug, meinte frech: „Doch! Das gefällt mir ja so.“ Dann lehnte sie sich nach vorne, legte ihre Hand auf die von Tali und fragte: „Tali, wenn du einen Tag lang ohne Anzug leben könntest, ohne dich um die daraus resultierenden Konsequenzen zu scheren, was würdest du auf jeden Fall tun wollen? Vor allem anderen?“ Tali sah auf Jennifers Hand, strich mit ihrem Daumen vorsichtig über den von Jennifer, und meinte zögerlich: „Ich... Ich würde...“ „Wir erreichen in fünf Minuten das Mu-Portal!“ riss Joker die beiden über Intercom wieder unsanft in die Realität zurück. ,So ein schöner Moment, und dann macht die Ankunft am Mu-Portal alles kaputt. Der’mo!’ fluchte Jennifer innerlich. „Ich... sollte gehen. Wir treffen uns auf der Brücke, Jenny.“ sagte Tali etwas überrumpelt und verließ schnellen Schrittes Jennifers Quartier. Offenbar war ihr die Situation durch Jokers Durchsage sehr peinlich geworden. Jennifer legte das Pad bei Seite und stand auf um sich anzuziehen, aber bevor sie in ihren Schrank griff, um sich ein paar Klamotten rauszuholen, strich sie mit ihren Fingern über die Stelle, an der Tali sie mit ihrem Daumen gestreichelt hatte, und flüsterte: „Jenny. Sie hat mich Jenny genannt. So nennen mich sonst nur die Mädchen.“ Als Jennifer dann durch einen flüchtigen Blick in den Spiegel bemerkte, dass sie die ganze Zeit über lächelte, wurden ihr ihre Gefühle für Tali erst richtig bewusst. Sie hatte seit Torfan niemanden mehr an sich rangelassen, aber heute war der Tag, an dem sie sich entschied das zu ändern. Dazu musste sie nur Arterius, Sovereign und deren Geth aufhalten. „Wo ist das Problem?“ fragte sie ihr Spiegelbild und zog sich daraufhin an, um beim Portal-Sprung auf der Brücke zu sein.



Ja, wo soll das Problem sein?
Wer jetzt das Pairing noch nicht gecheckt hat, dem kann ich auch nicht mehr helfen. *grins*
Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß, trotz der Tatsache, dass dieses Kapitel etwas zu Storylastig ist.
Dafür hab ich im nächsten Kapitel ein paar Überraschungen eingeplant, die vom Spiel abweichen. Freut euch schon mal darauf.
Wie immer sind Reviews und konstruktive Kritik erwünscht, aber bitte nicht so welche, wie bei meiner Story "Wenn Genetik sorglos wird".
Bis zum nächsten Mal.
LordApophis85
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