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Undercover 4

GeschichteHumor / P12 / Gen
Pearl
28.04.2014
16.05.2014
7
6.834
 
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28.04.2014 776
 
Bevor die Geschichte losgeht, sollte vielleicht erwähnt werden, dass alle Darsteller, die in der Story auftauchen, bei ihrem Rollennamen genannt werden und zum Teil die Charakterzüge aufweisen (was nur zeigt, dass sich die Darsteller hervorragend für die Rolle eignen). Das hat man sich in etwa so vorzustellen, wie Darsteller, die sich teilkostümiert, in Tainingsoutfit, in Maske und|oder Perücke machnchmal an der Stagedoor zeigen(ich glaube in meiner Phantasie wohnen die auch da, irgendwie...)









Ich befinde mich am Ende eines fahrenden Zuges, der sich im Eiltempo durch die Nacht bewegt. Das Ziel ist mir unbekannt. Eben saß ich noch auf der Rückbank eines Taxis und war den dummen Blicken und Fragen des Taxifahrers ausgesetzt. Mit meiner wüsten Frisur und dem verschmierten Make-up hatte er mich am Ortsausgang aufgelesen und wusste nicht, ob er mich überhaupt mitnehmen sollte.
>Bist du abgehauen?...Beziehungsdrama?...ist die Zuhälter-Mafia hinter dir her?...<
"Fahren Sie!", ansonsten beschloss ich nicht auf seine Fragen zu antworten.
Ich weiß  nicht mehr, wie ich nach Hause gekommen bin und wann ich in diesen Zug eingestiegen bin. Jetzt blicke ich auf die Bahngleise, die sich hinter dem Zug in der Dunkelheit verlieren. Hinter mir öffnet sich die Schiebetür zu diesem letzten Abteil, des in wilder Fahrt hin und her rappelnden Zuges. Ein wie ein Liftboy in roter Uniform gekleideter, grinsender kleiner Kerl tritt ein und sagt:
"He da! Was tun Sie hier? Hier ist nur Zutritt für Personal! Die Toiletten befinden sich woanders!"
Ich folge seiner Anweisung, den Wagen zu verlassen und betrete das nächste Abteil.
Ich bewege mich durch die Qualmwolke der rauchenden Fahrgäste. Mir fallen sofort die braunen Brokatsitze mit einem Muster aus blauen Vögeln und Herbstblumen auf. Die auf den kleinen Fensterbänken montierten Lampen mit ihren braunen Lampenschirmen, deren vor Nikotin klebrig starrende Troddeln von der Fahrt hin und her schwenken, werfen nur ein fades, schwaches Licht ab.
Eine mehr oder weniger freundliche Dame, die aus einer anderen, längst vergangenen Zeit zu stammenden scheint, bietet mir mit fordernder Geste und verbrauchter Stimme, eine Packung Tabak aus ihrem Bauchladen zum Kauf an. Ich winke ab und deute wortlos auf das "Rauchen verboten"-Schild und lasse sie achtlos hinter mir stehen, ohne mich noch einmal nach ihr um zudrehen.
>Zum Teufel..wo bin ich?<
Das nächste Abteil.
Ein schmaler Gang führt zwischen Stehtischen und einer verglasten Theke hindurch, hinter der eine junge Frau mit einer Hochschlagfrisur Kaugummi kauend einen Bleistift hinter ihr rechtes Ohr steckt und eine Kanne Kaffee in der Hand hält. Ich gehe weiter. Im nächsten Abteil fallen mir gleich die weißen Tischdecken auf und die blau-weiß gemusterten Servietten auf den Tischen, die farblich zu den behaglich anmutenden Gardinen passen, die die kleinen Fenster des Speisewagens zieren. Die Kellnerin gleicht mit ihrem adrett sitzenden Dirndlkleid und dem von Wasserstoff-Blonden Locken umrahmten, prallen Dekollté  einem Madel vom Oktoberfest. Sie sieht auf, winkt mir zu und lächelt mich an, als würden wir uns schon lange kennen. Doch ich, ich gehe schwebend an ihr vorbei in das nächste Abteil. Ich gleite einfach durch die Wand hindurch, ohne durch die Türe zu treten. So einen Wagen habe ich noch nie gesehen.Er hat weiße , vornehme Ledersitze, silberne Zierleisten und rosa Wände, die einen Geruch von frischer Farbe verströmen. Der Wagen hat, im Gegensatz zu den anderen, keine kleinen Seitenfenster, sondern alles- die Seiten, sowie das Dach- sind voll verglast, wie ein Wintergarten. Die zierliche Reisebegleiterin in ihrer weißen Uniform wendet mir den Rücken zu. Ihre langen Haare, die eine unwirkliche, blass rosa Farbe haben, trägt sie kunstvoll zu einem gelockten Pferdeschwanz frisiert. Schüchtern tippe ich von hinten ihre Schulter an.
"Wo bin ich? Was ist das für ein Zug?"
Sie dreht sich um und sieht mich mit großen, freundlichen Augen an.
"Das ist der Aussichtswagen. Panorama! Observation! Do you understand me?? Sie können von hier aus den Nachthimmel und die Lichter der Stadt sehen. Sie sind an Bord des Starlight Express!"
Beim Anblick ihres Gesichtes fahre ich zusammen. Ich sehe in mein Gesicht. Die Frau im 1.Klasse-Wagen bin ich.Ich schreie auf und laufe zur nächsten Schiebetüre. Gehetzt reiße ich die Türe auf, doch dahinter brennt ein Feuer, vor dem ich versuche zurück zu weichen. Schallendes Lachen! Schon wieder dieser rote Liftboy. Ich mache einen Schritt zurück, doch der Koboldartige Kerl stößt mich in die Glut. Ich werde von meinem eigenen Schrei geweckt. Nur ein Traum. Ich finde mich auf dem Fußboden neben meinem Bett wieder. Ich muss aus dem Bett gefallen sein , gerade als ich träumte, ich würde aus einem fahrenden Zug gestoßen. Was für eine Nacht!
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