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Die vergessenen Geschwister

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Burnett James Derek Lakes Kylie Galen Lucas Parker Miranda Perry Gomez
27.04.2014
14.08.2015
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27.04.2014 774
 
Verweist im Camp (Jade)

Ich stöberte durch ein verlassenes Viertel der Stadt. Meine feine Nase sog einen leckeren, nach Essen riechenden Geruch auf, der sich vor meinem innerem Auge als leichte blaue Linie hervorhob. Dieser blauen Linie folgte ich lautlos, mich versteckend. Als ich an einer Pfütze stehen bleib,betrachtete ich mich.  
Mein weißes, normalerweise weich und gepflegtes Fell sah jetzt grau und stumpf aus. Meine Rippen hoben sich deutlich unter dem verfilzten Fell hervor. Meine Pfoten waren dunkelgrau vor Schmutz, zu sehr ekelte mich der anschließende Dreck auf meiner Zunge.  
Ich knurrte mein Spiegelbild an, legte die Ohren an und ging weiter, immer der blauen Linie hinterher.  
Als ich dann das Ende der Linie in meinem Kopf sah, wallte Enttäuschung in mir auf. Das "leckere" Essen entpuppte sich als überfahrender Tierkadaver- was für ein Tier das mal gewesen sein könnte, konnte ich nicht erkennen. Das plattgefahrene Fleisch hatte mir nicht die blaue Linie in den Kopf gezaubert, es war das Blut, welches um den Kadaver verteilt war.
Wehmütig seufzte ich. Meiner Meinung nach lockte mich Blut viel zu sehr an seit ich beim Töten einen schlimmen Blutrausch bekam. Dannach konnte ich mich kaum noch errinern, darum machte es mir eigendlich nichts aus. Mir nicht- den Menschen schon.

Ich war schon einmal von der FRU gesucht worden, hatte mich aber sehr getarnt und jetzt vergassen sie mich langsam. Es war immer ein Adrenalinschub gewesen, wenn einem die Jäger auf den Fersen hockten, aber da sie mich vergaßen, wurde es sehr ruhig, fast schon langweilig.

Ich schnüffelte einmal an dem Kadaver, fand ihn dann aber doch zu eklig um ihn nur anzuknabbern und schlich weiter.
Als ich an einem Campingplatz ankam, witterte ich meine Chance.  Ein fettes Spanferkel prangte über einem Lagerfeuer, im Maul einen Apfel.  Meine Idee war es, rüber zurennen, das Ferkel samt Apfel und Stange mitzureißen und wieder zu verschwinden. Ich hatte solchen Hunger, darum blendete er mich und ich schloss alles andere aus. Ich spannte mich an, rannte los und sprang.  Als ich das heiße Fleisch in meinem Maul spürte, riss ich daran und landete auf der anderen Seite, mit meiner Beute im Maul.  Die Camper waren zutiefst erschrocken, sie schrien und stoben auseinander. Ich knurrte nur und wollte mich vom Acker machen, als mich etwas ablenkte.
Ein weiterer Geruch stieg in meine Nase. Ich konzentrierte mich darauf und konnte sogar meine Beute kurz vergessen.
Der Geruch kam mir bekannt vor...so bekannt. Er roch nach Wolf und wiederum nach Mensch. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es roch wie ich (wenn ich sauber wäre). -Werwolf- blitzte es durch mein Hirn.
Ich lies die Beute fallen und suchte wie wahnsinnig nach diesem Wolf. Wieso wusste ich nicht,  nur, dass ich nicht mehr alleine sein wollte.

Es klickte. Mein Ohr zuckte. Ich blieb stehen.
"Sofort stehen bleiben! Oder ich schieße!"
Ganz langsam drehte ich mich um.  In mein  Blickfeld schob sich ein durchtrainierter Körper, der in Militärhosen steckte und eine Sicherheitsweste trug. Auf seiner Kappe trohnte das Wort FRU.
'Das die jetzt schon so rum laufen!?', dachte ich mir und lächelte, sogut es eben als Wolf gelang.
"Verwandeln Sie sich und ich werde Ihnen nichts tun!", sagte der Mann und schaute sich die Camper an.
"Bleiben Sie in ihren Zelten! Verschließen Sie die Türen und gehen Sie nicht raus!"
Die Leute verschwanden.
"Und jetzt zu Ihnen. ..", sagte er Böse lachend.
Ich knurrte, blieb stehen und verwandelte mich nicht. Er zielte mit seiner Pistole auf mich, doch Angst hatte ich keine.
Plötzlich sprang ich ihn einfach an. Ein Schuss löste sich und traf mich in die Schulter,  dann hatte der Beamte keine Chance mehr und ich biss mich in seiner Kehle fest.
Aus dem Augenwinkel sah ich einen jungen Mann, der mich entgeistert anstarrte. Er schluckte und wählte eine Nummer auf seinem Handy.
Der Mann unter mir gurgelte noch ein wenig, dann wurfe er still. In meinem Maul konnte ich sein Blut schmecken und das errinerte mich an meinen Blutrausch.  Ich sah schon den roten Schleier in meinen Augenwinkeln, ich konnte mich nicht dagegen wehren!
Ich zerfetzte die Kehle und den Brustkorb des Mannes und schlang gierig das Fleisch hinunter, zu wenig hatte ich in den letzten Tagen gegessen. Vor meinem Auge schwamm der rote Schleier,  doch nichts konnte mich bremsen; weder die Schusswunde an meiner Schulter,  noch die Tritte, die plötzlich auf mich niederhagelten. Dann spürte ich nur noch eine dicke Spritze und Eisenketten, die sich um Hals und Gelenke schlossen.
Dann wurde alles schwarz...



Reviews sind erwünscht :)
Hoffendlich war es nicht zu schlimm für euch ;)
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