Star Trek Legacy IV: Silent Leges

von Telai
GeschichteAbenteuer / P16
Data
27.04.2014
20.01.2015
16
37.620
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27.04.2014 1.111
 
Kapitel 2

Data lief alleine durch das Dorf, auf dem Planeten auf dem er nichts und niemanden kannte, außer Salik. Jetzt stand es also fest, sie würde nicht einmal mit zur Raumstation kommen. Wenn er gehofft hatte, sie dort davon überzeugen zu können, in der Sternenflotte zu bleiben, war die Hoffnung darauf in jedem Fall zerschlagen. Er musste es sich eingestehen, dass es das jetzt wohl gewesen war. Sie würde nicht zurückkommen.
Data musste sich im Nachhinein eingestehen, dass er sie gar nicht mehr überzeugen wollte. Sie hatte zum ersten Mal seitdem er sie kannte vollkommen ehrlich gelächelt, als sie ihm noch auf der Enterprise von ihren Plänen erzählt hatte. Keinen einzigen Funken der üblichen Traurigkeit hatte er da in ihrem Blick finden können.
Wie konnte er ihr das verwehren, indem er sie dazu brachte, auf der Enterprise zu bleiben? Das wäre nicht fair. Es war ihre Entscheidung und er hatte beschlossen, sich nicht einzumischen, so schwer es ihm auch viel.
Gedankenverloren lächelte er. Es war schon amüsant, wie sehr einem eine Person ans Herz wachsen konnte, die man knapp ein halbes Jahr kannte. Andererseits hatten sie ja auch viel miteinander erlebt, und als er angefangen hatte, Salik zu vertrauen, war es einfach geworden, sie zu mögen. Und jetzt würde sie einfach so ein neues Leben im Imperium beginnen oder vielleicht ihr altes Leben weiter führen? Würde sie ihn irgendwann vergessen? In jedem Fall hoffte er, dass sie glücklicher werden würde, als sie es in der Föderation gewesen war.
Es war ihm erst später bewusste geworden, dass Salik, auch wenn sie es nicht gerne zeigte, Heimweh hatte, egal, wie oft sie betonte, dass es ihr tatsächlich Spaß machte, auf der Enterprise zu dienen. Ganz tief in ihrem Herzen war sie Romulanerin.
Er erreichte den Landeplatz, in wenigen Minuten würde das Shuttle da sein und ihn mitnehmen, zurück in sein ganz normales Leben. Es würde eigentlich alles gleich bleiben, auch wenn er sich schlecht vorstellen konnte, dass Kost Salik ersetzen könnte.
Nicht, dass sie nicht kompetent gewesen wäre, im Gegenteil, sie führte seine Befehle genau aus, und besaß umfangreiches Wissen in allen nötigen Bereichen, wie es sich eben für einen Kommandooffizier gehörte. Doch trotzdem, ersetzten konnte sie Salik ganz sicher nicht.
Ich bezweifle, dass ich jemals wieder einen Ersten Offizier haben werde, der sich bis spät in die Nacht mit mir unterhält. Er erlaubte sich ein Lächeln. Und dabei romulanisches Ale trinkt. Oder mitten in der Nacht in meinem Quartier auftaucht.
Wenn er nun so darüber nachdachte, wollte er auch niemanden, der Salik ersetzte. Sie hatten, trotz der Sache mit den Borg, eine schöne Zeit gehabt. Und jetzt war es vorbei, und das war in Ordnung. Zumindest würde er sich das einreden.
Er blickte in den Himmel. Das Shuttle war bereits im Anflug und landete nun knapp vor ihm. Er seufzte, als sich die Türen öffneten.
„Data!“
Er hielt inne.
„Hey, warten Sie!“
Er hatte sich diese Stimme ganz sicher nicht eingebildet. Das konnte doch gar nicht sein. Noch hatte er nicht gewagt, sich umzudrehen, doch jetzt, wo er die schnellen Schritte hinter sich deutlich vernahm, wirbelte er herum und wurde beinahe von Salik umgerannt, die ihm mehr oder weniger in die Arme fiel. Er stolperte ein Stück zurück, gegen das Shuttle. Saliks Hände lagen an seinen Schultern und ihre Nasenspitze berührte fast die seine. Data schaute ihr verwirrt in die grünen Augen.
„Ich komme mit!“, verkündete sie außer Atem. Sie musste den Weg bis hierher gerannt sein. Zu perplex, um zu antworten, schaute er seine ehemalige Erste Offizierin bloß aus großen Augen an. Salik lächelte schnippisch, so wie immer und trat nun einen Schritt zurück und erlaubte Data so, vom Shuttle zurückzutreten. Er hob die rechte Augenbraue, zog erst einmal sein T-Shirt glatt, und überlegte währenddessen, was er nun sagen sollte.
Salik kam ihm zuvor. „Ich hab bei meinem Chef nachgefragt, ich kann mitkommen, ich muss erst in ungefähr drei Wochen aufbrechen!“
„Das..... Das freut mich sehr!“, brachte er dann endlich heraus und schaute Salik wieder verblüfft an. Schweigen machte sich abermals breit. Salik sah ein bisschen so aus, als wolle sie ihm um den Hals fallen, aber sie war zu stolz dafür, das war ihm ganz klar.
„Wollen wir dann?“, fragte Data also und deutete auf das Shuttle. Es machte ihn tatsächlich glücklich, zu wissen, dass sie noch ein bisschen länger dableiben würde.
„Natürlich!“ Salik nickte und griff nach der Reisetasche, Sternenflottenstandard nebenbei, die sie hatte fallen lassen. Sie betraten das Shuttle und nahmen Platz. Es gab lediglich zwei Bänke, auf jeder Seite eine, und das Cockpit des Piloten.
Data konnte und wollte sich das Lächeln nicht verkneifen. Sie würde also doch mitkommen.... Er fragte sich, warum sie sich so plötzlich umentschieden hatte. Er warf einen Seitenblick auf Salik, sie saß direkt neben ihm. Er wollte etwas sagen. Irgendwas, das ausdrücken konnte, wie sehr er sich wünschte, das Salik auf der Enterprise, oder wenigstens in der Föderation blieb. Aber er brachte nichts über die Lippen. Also beschränkte er sich darauf zu lächeln. Und so saßen sie nebeneinander, schauten lächelnd zu Boden und vermieden es um jeden Preis dem Blick des anderen zu begegnen. Es war nicht nötig, etwas zusagen.
Sie verließen den Orbit und der Pilot informierte sie, dass man wohl fast sieben Stunden fliegen müsse, um die Enterprise zu erreichen. Die selbige wartete bereits am Rand er neutralen Zone auf ihren Captain. So verstrichen die Stunden.
Als sich Salik irgendwann mit einem Gähnen an Datas Schultern lehnte – sie hatte wenig geschlafen in der letzten Nacht aufgrund der Alpträume – erschrak er ein wenig, auch wenn er es nicht zugegeben hätte. Wie selbstverständlich schmiegte sich Salik an seine Schulter und er meinte fast eine Art Schnurren zu vernehmen .
„Stört Sie das, mein lieber Captain?“, fragte sie leise, bevor er etwas sagen konnte. Ihr Atem kitzelte über seinen Hals. Er lächelte. „Nein. Ganz und gar nicht.“ Was auch immer gerade geschah, es fühlte sich gut an. Data lehnte sich zurück und legte, nachdem er sich vergewissert hatte, das der Pilot mit der Navigation beschäftigt war, einen Arm um ihre Schultern. Salik lachte leise, und strich sanft über seine Wange, bevor sie die Augen schloss. So etwas wie das hatte Salik noch nie zuvor getan. Natürlich ärgerte sie ihn immer ein wenig, indem sie ihm erzählte, was auf romulansichen Schiffen Alltag war, und er wusste, dass sie zu vielem bereit wäre, eben aufgrund dessen, dass sie ja Romulanerin war. Aber das hier war anders als alles, was bisher gewesen war.
Und es fühlte sich wirklich gut an, so wie es im Moment war. Er lächelte vergnügt. Vielleicht gab es ja doch eine klitzekleine Chance, dass sie auf der Enterprise bleiben würde.
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