Star Trek Legacy IV: Silent Leges

von Telai
GeschichteAbenteuer / P16
Data
27.04.2014
20.01.2015
16
37.620
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27.04.2014 1.337
 
Prolog

Eigentlich war es ganz nett auf diesem Planeten.
Er befand sich in einer eher ländlichen Gegend, zumindest vermutete er das. Man konnte diesen Ort, dessen Namen er nicht aussprechen konnte, wohl noch als Dorf bezeichnen.
Und Data irrte schon seit einer geschlagenen halben Stunde durch die vielen Gassen.
An und für sich war das nicht allzu schlimm, aber dann hatte es angefangen, zu regnen.
Mit einem leichten Nieselregen hatte es begonnen, doch jetzt stürmte es. Der Wind riss an den Bäumen und pfiff durch die engen Straßen. Data fluchte leise und stellte den Kragen seiner Jacke auf. Wunderbar.
Er saß auf einem Planten fest, ohne Möglichkeit hier wegzukommen, in einem Dorf, in dem er sich nicht auskannte, und nun zog ein Gewitter auf.
Wirklich wunderbar. Seinen Urlaub hatte er sich anders vorgestellt.
Data stapfte weiter und zu allem Überfluss wurde es nun auch noch dunkel. Er hatte sich, was die Zeitverschiebung auf diesem Planten betraf, also vertan.
Und wenn er sie nun nicht fand? Was sollte er dann tun? Unverrichteter Dinge am nächsten Morgen wieder nach hause fliegen? Nein, sicher nicht.
Und außerdem sah es hier nicht so aus, als ob man hier auf die Schnelle eine Bleibe für die Nacht finden würde.
Data murrte leise vor sich hin. Er war schon wieder an diesem großen Marktplatz angekommen.
Wie sollte man sich hier auch zurecht finden?
Der Android schaute sich noch einmal um, und beschloss dann, dem Weg aus dem Dorf hinaus zu folgen. Mit etwas Glück fand er vielleicht weiter außerhalb eine Bleibe, denn heute Abend weiter zu suchen würde sich nicht lohnen.
Es befand sich auch keiner mehr auf den Straßen, der ihm hätte Auskunft geben können.
Also macht er sich auf den Weg. Der Regen wurde stärker, und entfernt konnte er Donnergrollen vernehmen. Die Hände tief in den Jackentaschen lief er die Straße entlang durch den Regen und rügte sich selbst, dass er so überstürzt aufgebrochen war.
Im Nachhinein musste er zugeben, dass er sich besser hätte informieren müssen.
Er hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass es so schwer sein würde, Saliks Wohnort zu finden. Irgendwann hatte sie ihm einmal von ihrer Heimat erzählt, daher kannte er den Namen des Planten und des Dorfes, mehr aber auch nicht.
Es wurde kälter draußen, der Regen prasselte unerbittlich auf ihn nieder.
Das Wetter war nicht auf seiner Seite, bei diesem Vorhaben.
Er musste schon zugeben, dass es sicherlich blöd gewesen war, einfach so herzukommen. Nun, die diplomatischen Beziehungen zu den Romulaner waren nicht schlecht im Moment, gerade nach dem erfolgreich zurückgeschlagenen Angriff der Borg, und Alpha Aod lag auch nicht sehr weit von der neutralen Zone entfernt, doch Data befürchtet, dass man ihn hier nicht gerne sah.
Er schüttelte kurz den Kopf, und bereute dies sofort, denn der Regen rann ihm nun noch mehr in den Kragen als vorher.
Sein Anliegen war zu wichtig, als das er hätte warten können.
Fast zwei Wochen waren seit dem Angriff der Borg vergangen und Salik hatte direkt am Tag nach der taktischen Nachbesprechung und der Beisetzung der Verstorbenen um Urlaub gebeten.
Data erinnerte sich noch sehr gut. Sie hatten am Abend in seinem Quartier noch einige Dinge besprochen und sich über die geglückte Mission unterhalten, als sie ihm erzählt hatte, was man ihr angeboten hatte.
Das Kommando über ihr altes Schiff.
Data war tatsächlich schockiert gewesen, als Salik ihm erzählt hatte, dass sie dieses Angebot sehr wahrscheinlich annehmen wollte.
Er hatte sich nahezu verraten gefühlt, immerhin hatte Salik noch bei Esmeeys Beisetzungen nach seiner Hand gegriffen und ihm Mut zugesprochen, als er sich selbst die Schuld für den Tod der Besatzungsmitglieder gegeben hatte.
Er erinnerte sich an das zuversichtliche Funkeln in ihren Augen, und das Lächeln, dass sie nicht mehr abgelegt hatte nachdem sie fast in der Plasmawolke verbrannt wären.
Dass sie tatsächlich darüber nachdachte, die Enterprise zu verlassen, hatte er nicht verstehen können, gerade jetzt, wo sie doch so viel zusammen erlebt hatten!
Jetzt, wo er zumindest geglaubt hatte, dass er Salik endlich einschätzen könnte, wollte sie einfach gehen.
Es hatte ihm tatsächlich weh getan, dass sie einfach verschwinden wollte.
Und so hatte sich Salik verabschiedet, mit einem angedeuteten Salut, und war aus seinem Quartier verschwunden. Am nächsten Morgen war sie so früh mit dem Schiff des romulansichen Admirals aufgebrochen, dass er sich nicht einmal hatte verabschieden können.
Er stapfte noch immer über den Weg, der kein Ende nehmen wollte. Hinter sich konnte er die wenigen Lichter des Dorfes nur noch verschwommen sehen und vor ihm tat sich lediglich Dunkelheit auf. Welch wunderbare Aussichten.
Nach dieser Aktion hatte Data auf eine Nachricht gewartet. Vergebens. Gar nichts hatte er von Salik gehört.
Doch dann hatte ihm Foster, der seit dem Tod seiner Freundin, oder was auch immer ihn und Esmeey verbunden hatte, nur noch traurig und resigniert lächelte, etwas geraten:
„Wenn sie gerne möchten, dass Salik auf der Enterprise bleibt, sollten sie ihr das sagen.“
Aber war das denn nicht offensichtlich? Natürlich wollte er nicht, dass sie ging, sie selbst hatte doch immer erzählt, wie viel ihr Treue und Loyalität bedeuteten!
Außerdem war es nicht leicht gewesen, mit Saliks Art zurecht zukommen.
Anfangs war es ihm wirklich verdammt schwer gefallen, sie so zu akzeptieren wie sie war, mit all diesen seltsamen, wenn nicht sogar beängstigenden Wesenszügen.
Salik konnte wirklich anstrengend sein, doch wenn man lernte, hinter den schnippischen Bemerkungen und seltsamen Handlungen Zuneigung und gegebenenfalls Sorge zu erkennen, war sie doch ganz liebenswürdig, wenn sie nicht gerade auf dem Holodeck gegen Kreel kämpfte.
Und gerade weil er sich so bemüht hatte, gut mit ihr auszukommen frustrierte es ihn nun umso mehr, dass Salik einfach so abgehauen war ohne eine Verabschiedung.
Foster hatte milde gelächelt.
„So sind Romulaner“, hatte er gesagt. „Sie geben sehr viel auf Worte und Versprechen. Wenn Sie erwarten, dass Salik es sich anders überlegt, bloß weil sie spürt, dass sie Ihnen wichtig ist, dann muss ich Sie enttäuschen. Sprechen Sie aus, was Ihnen auf der Seele brennt, oder vergessen Sie's.“
Natürlich. Warum einfach, wenn es auch kompliziert ging?
Und deshalb stapfte Data nun durch den Regen. Weil er auf dem Weg zu Salik war, um sie zu bitten, auf der Enterprise zu bleiben.
Wenn es um den Umgang mit Romulanern ging, hatte er also noch etwas zu lernen.
Der Android hob den Blick, bisher hatte er den Weg angestarrt, da es mittlerweile zu Dunkel war, um etwas zuerkennen.
Er war sicherlich bereits seit zehn, fünfzehn Minuten unterwegs. Zu seiner Linken senkte sich das Land ab und mündete in einen Fluss. Zu seiner Rechten erhob sich ein kleiner Berg, der vielleicht eher die Bezeichnung Hügel verdiente.
Und jetzt endlich konnte er etwas erkennen. Ein Haus, dass sich an den Hang des Berges schmiegte, und nahezu hinein gebaut schien, lag vielleicht dreißig Meter vor ihm.
Data beschleunigte seine Schritte, er musste nach dem Weg zur nächsten Stadt fragen, sonst würde er die ganze Nacht hier herum irren, und das war das letzte, was er wollte.
Mit eiligen Schritten lief er die breite Holztreppe hinauf, denn das Haus lag ein gutes Stück über dem Weg, an den sanften Ausläufen des Berges.
Eine kleine Terrasse schloss an die Treppen an. Die Fassade hob sich kaum von der nächtlichen Dunkelheit ab.
Der Android blieb vor der Haustür stehen und betätigte die Klingel. Nichts war zu hören oder zu sehen, alles blieb still, und Data war versucht einfach weiter zugehen.
Doch dann vernahm er Schritte von innen.
Die Tür wurde langsam aufgezogen und sanfter Lichtschein quoll aus hinaus in die Nacht.
Eine Frau mit spitzen Ohren und tiefgrün leuchtenden Augen stand ihm gegenüber, gekleidet in ein weites, schwarzes T-Shirt mit Sternenflottenlogo und kurze, ebenfalls weite Hosen, die ihr nicht einmal bis zu den Knien reichten.
Die Frau schaute einige Sekunden verdutzt drein, in denen Data nicht wagte, etwas zu sagen, als er sie erkannte. Dann begann die Spitzohrige zu lächeln.
„Was verschlägt Sie denn hierher, mein herzallerliebster Captain?“, fragte sie, und ohne auf eine Antwort zu warten umarmte Salik ihren mindestens eben so überraschten Vorgesetzes herzlich.
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